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Diskutiere im Thema Medikamente ja oder nein? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    Medikamente ja oder nein?

    Ich bin nun nicht mehr ganz neu hier und wer meine Beiträge gelesen hat, wird bemerkt haben, dass ich bei Medikamenten sehr kritisch bin. Ich bin kein Gegner von medizinischen Vorgehensweisen, aber zweifele oft, ob das alles so richtig sein kann.

    Dazu möchte ich hier anmerken, dass ich seit 17 Jahren im Altenheim tätig bin...während der Ausbildung zu ex. Altenpflegerin Medikamtenlehre hatte und seit Jahren sowohl mit Ärzten als auch mit Medikamenten zu tun habe. Und genau aus diesem Grund bin ich kritisch. Ich habe für mich persönlich entschieden, keine Medikamente zu nehmen....was aber ein anderer macht, bestimmt allein er. Nur ist es sinnvoll sich vorher zu fragen, muss es sein oder gibt es vielleicht andere Alternativen.

    Kaum jemand ist darüber informiert, wie die Wirkstoffe auf die Hirnchemie und den übrigen Körper wirken oder wie eine Körperzelle arbeitet. Und die Ärzte...naja, ich habe festgestellt, dass viel zu wenig Ärzte mit dem Herzen bei ihren Patienten sind und viele Therapeuten selbst einen an der Waffel haben. Wohlgemerkt, nicht alle. Es gibt auch engagierte Ärzte, die sich um die Patienten bemühen.

    Ich möchte nicht den Eindruck erwecken, dass ich mich auf den Belehrungstrip befinde ...ich lerne und bin lernfähig. Das bedeutet, dass ich jederzeit in der Lage bin, meine eigene derzeitige Meinung zu hinterfragen.
    Auch aus dem Beiträgen hier, die ich bisher lesen konnte, habe ich gelernt. Nämlich das ich nicht allein bin und es sehr vielen so geht wie mir. Dafür möchte ich mich hier bei allen bedanken...hab das mit dem persönlichen Danke mal wieder verschlafen...darum hole ich es jetzt nach.

    Eins möchte ich aber doch noch anmerken....Nichtwissen ist zerstörerisch, vor allem dann, wenn man mit Medikamenten sein Leben auf die Reihe bekommen möchte...Kurzzeitig mag das funktionieren, aber auf Dauer sind die Nebenwirkungen einer ständigen Medikamenteneinahme doch schlimmer, als die Symptome.

    Aber ich gestehe mir persönlich auch ein, dass ich bis jetzt noch nicht an meine Grenzen gekommen...hätte ich sie erreicht, würde ich vielleicht auch zu Medikamenten greifen, wobei ich mir in diesem Moment bewusst wäre, was ich da mache und wie dieser chemische Wirkstoff auf meinen Körper einwirkt und mit welchen Nebenwirklungen ich rechnen kann. Medikamente sind weder gut noch schlecht und manchmal eben notwendig.

    Wie sagte Paracelsus so treffend: "Die Dosis macht das Gift."

  2. #2
    Ehemaliges Mitglied

    Gast

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Hi Amanda,
    ich habe vor der Diagnose vor einigen Wochen auch gedacht, keine Medikamente für den Kopf! Niemals. Aber jetzt habe ich die Nase voll- immer wieder an meinen Grenzen zu sein, Konflikte, Zusammenbrüche, Krankheiten, Überforderung im Job, was alles mit dem ADHS so in Zusammenhang steht. Mein Psychiater hat mir die Entscheidung Medikament ja o. nein offen gelassen. Ich habe mich entschieden und nehme das Medikament seit 1 Woche. Finde es unheimlich dass man das so lange aufdosieren muss; die Nebenwirkungen nerven auch und außerdem weiß ja keiner wirklich wie es wirk, was du ja auch schreibstt! Ich habe für mich beschlossen das für ca. 1 Jahr zu nehmen, gucken dass ich Veränderungen in meinem Leben mit Hilfe der Psychotherapie umgesetzt kriege und es dann wieder ausschleiche. Es ist halt eine Krücke. Mal sehn ob und was es verändert...

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Es ist richtig was du sagst. Die Medikamente snd nicht gut für den Körper und werden leider viel zu oft genommen um es einfacher zu haben. Meine Mutter hat die Entscheidung damals für mich getroffen (sie hat sehr lange gezögert) als ich in der Realschule immer schlechter wurde. Ich konnte mich einfach nicht konzentrieren und dadurch war ich bei den Lehrern eine dumme Göre und ich selbst total unglücklich weil das ganze lernen nichts gebracht hat. Meine Mutter hat die ganzen Jahre meine Agressionen und meine Art ertragen, dafür bin ich ihr dankbar aber noch dankbarer bin ich ihr das sie zu einem Spezialisten ging und mir somit mein jetziges Leben ermöglicht hat.
    Durch die Einnahme (wohlgemerkt in der Schule und zum lernen) habe ich mein Fachabi nachgeholt und nun einen guten Job der mir Spaß macht.
    Mich erschreckt es ehrlich gesagt immer wieder wie viele überforderte Eltern ihren kleinen Kindern in der Grundschule Tabletten geben nur um sie ruhig zu stellen. Man muss sich im klaren sein wann es nötig ist und wann nicht. Dies gilt nicht für alle Eltern denn es gibt schwere Fälle die nicht anders hanzuhaben sind (persönlich bekannt) aber es gibt leider auch sehr viele andre.
    Man muss sich immer bewusst sein was man seinem Körper antut und eine kritische Betrachtung ist immer gut.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 114

    Daumen hoch AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo Amanda,

    auch ich beobachte die Entwicklung der Medikamentenverordnungen in Bezug auf Psychostimulanzien, Antidepressiva u.ä. mit wirklich kritischem Blick.

    In unserer täglichen Praxistätigkeit erschlägt uns bald eine Flut von Anfragen, Diagnosezweifeln, ja, es erreicht uns eine Menge Angst und Unsicherheit.

    6 von 10!!!!! gestellten AD(H)S-Diagnosen ( in der Regel Kinderärzte und Allgemeinmediziner ) dürfen wir bereits nach ersten, relativ einfachen Screenings negativ bescheiden und der zuständigen Differenzialdiagnostik zuführen, andersherum erreichen uns auch eine grosse Anzahl anderslautender Diagnosen, die dann, bei genauerer Betrachtung, sich als unerkanntes AD(H)S outen und demnach über teils lange Zeiträume kontraindikativ behandelt wurden.

    Der Rückschluss hieraus ist unübersehbar: Hüftschussdiagnostik, über alle Massen unzureichende Differenzialdiagnostik, vorschnelle Verordnung "hilfreicher" Medikamente mit dem Hinweis: "Testen Sie mal selber, Sie dürfen bis zu......als Tagesdosis nehmen", mehr als bedenklich.

    Selbst eine oftmals notwendige Titration wird aus Zeitgründen der "Soforthilfe" häufig umlaufen, die Wartezimmer sitzen schliesslich voll.

    Ich möchte an dieser Stelle erwähnen, dass die richtige Medikation in einigen Fällen einen Segen darstellen kann, dies ist unumstritten, aber die Kernsymptome vieler Störungsbilder mit einem Deckmantel umhüllen zu wollen ( und dies leider recht häufig ) wird sich fatal auswirken.

    Wartezeiten auf Psychotherapieplätze sind oftmals unendlich lang, insbesondere im Erwachsenenbereich wird oftmals mit einer Hinhaltetaktik in Form einer "Zwischenmedikation" agiert, sehr häufig verbunden mit einer Verschlechterung der Gesamtsituation des Betroffenen.

    Auch wir arbeiten, in Absprache mit dem behandelnden Hausarzt, logischerweise mit Medikation, aber nur dann, wenn alle erforderlichen Ausschlussdiagnosen gestellt und "weichere" Therapieformen nicht zum Erfolg geführt haben.

    Es gibt eine grosse Anzahl von Allgemeinmedizinern, die noch immer der festen Überzeugung sind, dass man ein EEG ohne Auffälligkeiten ernsthaft als Ausschlussinstrument für AD(H)S benutzen kann, dem ist de facto nicht so, an dieser Stelle ist Weiterbildung für Mediziner, aber auch für Psychologen, Psychiater u.a. Therapeuten zwingend erforderlich, die Menschheit glaubt ja auch seit ein paar Tagen nicht mehr, dass die Erde eine Scheibe ist, oder?

    Also, eigenverantwortlicher Umgang mit Medi`s ist angesagt, nicht blindes Vertrauen

    Gruss an alle

    Frank

  5. #5
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 1.742

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Frank schreibt:
    Es gibt eine grosse Anzahl von Allgemeinmedizinern, die noch immer der festen Überzeugung sind, dass man ein EEG ohne Auffälligkeiten ernsthaft als Ausschlussinstrument für AD(H)S benutzen kann
    Sowas kenn ich aber auch von einem Neurologen...

    Noch dazu gepaart mit der Aussage, dass, wenn sein Kugelspiel, (das am Schreibtisch stand) nach der Wartezeit noch ganz ist, bestimmt kein ADHS vorliegt....

    Hat mein Vertrauen nicht gestärkt. Zum Glück ging es da nur um die Erstellung des EEG.

    Deshalb ist Aufklärung und auch Weiterbildung sehr sehr wichtig....

    Erika

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 114

    Lächeln AW: Medikamente ja oder nein?

    Wobei man ganz klar sagen muss, daß sich einiges bewegt in der "Chaotenwelt", so einfach kann man dann die unerzogenen, launischen, impulsiven, kreativen, unberechenbaren, verhaltensoriginellen, ..................... "Andersartigen" nicht mehr abspeisen, die Lobby wächst, zwar nicht schnell genug, aber für einige "KugelspielaufdemSchreibtischs tehenhabende" Fachleute in Sachen AD(H)S ausreichend, oder?

    Gruss

    Frank ( und gut`s Nächtle )

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    aus meiner Sicht ist es auch an der Zeit, dass sich etwas bewegt. Ich bin kein Gegner schulmedizinischer Therapien...nur kann es nicht sein, dass so leichtfertig sowohl mit Diagnosen als auch mit Medikamenten umgegangen wird. Wenn mir beispielsweise ein Lehrer erzählt, dass alle Schüler, die auffällig sind und beim Psychologen vorstellig werden, mit der Diagnose ASHS nach Hause geschickt werden, stimmt mich das sehr nachdenklich.
    Bei körperlichen Symptomen verabreichte Medikamente, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, wirken sich irgendwann auf die Psyche aus. Umgedreht schädigen die Medikamente, die gegen psychische Probleme verabreicht werden als Dauermedikation das Gesamtsystem Körper. Das kann über Jahre gutgehen, aber der Preis, den man dafür zahlt, ist sehr hoch. In bestimmten und schweren Fällen sind aus meiner Sicht Medikamente sinnvoll, aber dabei sollte derjenige, der sie nimmt, auch für andere Weg offen sein, sich informieren und sich bewegen.

  8. #8
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Boah - H I L F E !!!

    Also wenn ich bedenke, was ich persönlich alles anbringen musste und was gemacht wurde....
    (hab´ das mal rausgesucht....mein Gott!!! Hab´ ich viel geschrieben, solang bin ich doch noch gar net hier...?!? )

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...html#post21100

    Ich selbst war ja auch zunächst bei einem Neurologen - dank der unterstützenden Überweisung meines Hausarztes (der hat zwar gelächelt, will aber auf dem Laufenden bleiben und ist echt mal supi! ). Der Neurologe machte bei mir auch ein EEG und stellte fest: alles in Ordnung, bisserl viel Beta-Wellen, aber sonst nicht auffällig......

    Na gut, das kann auch andere Ursachen haben, aber da wurde ich dann abgespeist mit der Aussage, dass "man" ja "normalerweise" Ritalin verordne, dass das aber bei Erwachsenen nicht der Fall sei und dass...

    ich gebe mal mit eigenen Worten wieder:

    Ich mir einen guten Psychiater suchen sollte, damit der eventuelle Paranoia und Wahnvorstellungen ausschließen könnte



    ebenso vielleicht einen guten Psychologen, um eventuell vorliegende Hyperchondrie auszuschließen.....

    ...."Herr Doktor, ich hab´ immer so Kopfschmerzen..."

    Es ist echt mal traurig....

    Aber letztlich vertrete ich die schon geäußerte Ansicht:

    Selbst-Information und Standhaftigkeit, manchmal auch Penetranz und Durchsetzungsvermögen sind (leider) sowohl für die Diagnostik, als auch die Medikation sehr wichtig! Einigermaßen durchzublicken und zu verstehen, was da mit einem gemacht wird, ist unablässlich - letztlich sind WIR nämlich für UNS und UNSERE Gesundheit verantwortlich.

    Ich selbst gehöre leider zu den "schlimmen" Fällen - bei knappen 60kg brauche ich zwischen 80 und 120mg Mph - je nach Stesslevel und -phase. Ich muss echt sagen, dass ich sehr froh darüber bin, dass mir damit sehr geholfen werden kann - gerade jetzt für mein Studium.

    Auf Dauer möchte ich das auch nicht nehmen müssen, keine Frage.

    Ich bin dankbar für diese medikamentöse Hilfestellung und versuche das zu nutzen, was mir die Medis ermöglichen: ein UMLERNEN.

    Eben, damit ich auf lange Sicht ohne genauso kann wie alle anderen - ohne lästige Einschränkungen zu haben. Was ich nicht schaffe...tja

    So bin ich halt - das ist mein Wesen.

    That´s --> ME!

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    medikamentöse Hilfestellung zum Umlernen...genau dafür sind Medikamente gut...als Dauermedikation aus meiner Sicht jedoch nicht sinnvoll. Liebe Virtuna, ich bin überzeugt, dass Du es schaffen wirst wenn Du weiter so penetrant infrage stellst.
    Liebe grüsse
    amanda

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Medikamente ja oder nein?

    also ich möchte mich mal in die Diskussion einklinken.

    Ich bin bestimmt niemand, der selber gerne die Chemiekeule rausholt. Ich stand im letzten Jahr vor der Frage, ob ich meinem ADS-diagnostizierten Sohn Medis geben sollte oder nicht. Er hatte massive Probleme in der Schule, nicht nur leistungsmässig, sondern auch ständig Streß mit Mitschülern. Ich wollte ihm nichts geben, weil ich eben nur die negative Presse kannte und das hat mich aehr in Zweifel gestürzt. Hier im Forum wurde mir dann erst mal sehr anschaulich erklärt, was die Medis für einen ADHS.ler bedeuten und wie sie ihm helfen. Wer schon länger hier im Forum ist, weiß, wie schwer ich mich mit der Entscheidung getan habe, noch dazu, da es ja nicht mich, sondern meinen Sohn betraf.

    Ich habe mich letztlich nach langer Überlegung dafür entschieden und der Erfolg gibt mir Recht. Er bekommt nur morgens eine Dosis, die gerade für die Schule reicht, aber die hilft ihm enorm und er hat sich zusehens gebessert und hat auch wieder Erfolgserlebnisse in der Schule. Er ist insgesamt ausgeglichener und ich denke, dann ist es durchaus gerechtfertigt.

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