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Diskutiere im Thema Medikamente ja oder nein? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #21
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Medikamente ja oder nein?

    @ Frank

    Hab grad bei der AOK angerufen , weil wir momentan auf der Warteliste stehen für ein Elterntraining.

    Die haben bis jetzt fast immer die Kostenübernahme abgelehnt , mit der Begründung , das es keine medizinische Maßnahme ist und es andere medizinische Maßnahmen gibt wie zum Beispiel Verhaltenstherapie und mit dem Hinweis sich beim Jugendamt zu informieren ,die hätten auch Angebote für ADHS Kinder , hmmmm und wo bleiben da die Eltern ????

    Werde mich bei meiner SHG informieren , was da der aktuelle Stand ist , grrrrr immer diese Bürokratie....

    ..... eben wie es bei dem Thema ja schon angesprochen wurde, das Medikamente allein eben nicht ausreichen und wenn es sich um ein Kind handelt , es wichtig ist , das die Eltern mit einbezogen werden und nicht das Kind isoliert behandelt wird ....

    .... also wenn du weiter Infos hast, laß hören , weiß nur nicht ob das dann in diesen Threat paßt

    LG Dori

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo Snagila

    natürlich hat die Entscheidung für oder gegen Medikamente viele HIntergründe. Dafür oder dagegen ist daher grundsätzlich eine Entscheidung des Betroffenen. Jeder, der sich anmaßt, darüber zu urteilen, kann nicht nachfühlen, wie schwer es für einen ADHSler ist, Struktur und Ordnung zu halten.

    Mir ist auch klar, dass ein Chaot einem anderen Chaoten keine wünschenswerten Eigenschaften vorleben kann. Dabei stelle ich mir jedoch oft die Frage, was wir unter wünschenswert verstehen. Aber das ist meine ganz persönliche Fragestellung, mit deren Beantwortung ich nach wie vor beschäftigt bin.

    Was für mich aber eindeutig ist, dass hinter den Symptomen von ADS/ADHS sehr viele positive Eigenschaften verborgen sind, die aus meiner subjektiven Sicht gefördert werden sollten. Viel zu oft werden jedoch nur die unangenehmen, nicht wünschenswerter Nebenwirkungen beachtet und negativ bewertet. Das finde ich schade.

    Diese Kinder sind in vielen Fällen nicht nur hochbegabt, sondern besitzen ein Gabe, mit denen sie sich in andere Menschen einfühlen können. Sie suchen nach Vorbildern und Begleiter....und werden selten fündig.

    Ich habe drei Kinder von drei Väter und habe meinen K indern keine strukturierte KIndheit geboten. Was ich ihnen aber vorgelebt habe, woran sie sich orientiert haben, war, dass ich zu meinem Chaos gestanden habe und stehe. Sicher gibt es Probleme, aber wir halten zusammen.

    Meine mittlere Tochter ist mittlerweile 20 Jahre, bezeichnet sich als alleinerziehende Tochter, ist merkwüdigerweise die Struktur in Person ( aber erst nach der Pubertät) war in Amerika für 8 Monate und macht jetzt eine Ausbildung. Sie ist lebhaft, ständig in Bewegung, redet viel, war in der Schule erst sehr schlecht bis sie selbst begriffen hat, dass sie für sich lernt (hatte aber auch einen sehr guten Lehrer an ihrer Seite).

    Meine jüngste Tochter geht auf das Gymnasium..ist selbstbewusst, aber dabei nicht angepasst....mein Sohn ist eine ähnliche Katastrophe wie ich und beginnt mit heute 24 Jahren sein Leben wenigstens einigermaßen zu strukturieren.

    So, jetzt möchte ich Dich nicht weiter mit meiner Geschichte langweilen..

    Ich drücke Dir ganz doll die Daumen, dass es mit einer Therapie klappt und Du einen einfühlsamen Therapeuten findest... der nicht nur die negativen Eigenschaften behandelt, sondern auch die positiven Eigenschaften von ADS/ADHS bemerkt....
    Liebe Grüsse
    amanda

  3. #23
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.120

    AW: Medikamente ja oder nein?

    @amanda

    nein, du langweilst überhaupt nicht , eben das ist "der " Alltag in dem wir stehen , eben "etwas" anders aber keinesfalls schlechter ,als bei anderen.

    eine positive Eigenschaft , wir können uns alle(Familie) an Kleinigkeiten freuen und "sehen" und "hören" Dinge wo andere achtlos vorbeigehen ,
    auch wenn wir oft chaotisch sind ,so sind wir doch wenn es drauf ankommt füreinander da, jo und das können nich alle sagen bloß weil sie ein geregeltes Leben führen .

    Schwierig ist halt , wenn es um die Entscheidung , Medikamente , ja oder nein , nicht um einen selbst geht sondern um die Kinder vor allem mit den ganzen Vorurteilen und Halbwahrheiten , denen man ausgesetzt ist und in dem Dschungel von Informationen die wahren herauszufiltern , nich einfach .

    LG Dori

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo Frank

    finde es erst einmal echt klasse, dass Du Dich hier als Fachperson mit einklinkst...denke, dass Du aus Deiner nicht betroffenen, aber engagierten Sicht sehr viel bewirken kannst und Informationen vermittelst, die Betroffene umsetzen können.

    Ich persönlich habe meine Therapien hinter mir und erst viel viel später die Diagnose ADHS bekommen. Aus meiner eigenen subjektiven Erfahrung (ich bin mittlerweile 51) bemühe ich mich, etwas zum Umdenken beizutragen.

    Diese komplexe Wahrnehmung, den Chaos im Kopf, die Neurotransmitter, die Purzelbäume schlagen, würde ich meinem ärgsten Feind nicht wünschen, wenn ich ihn hätte. Der Weg zur eigenen Akzeptanz ist ein Weg durch die Hölle.

    Um sich auf diesen Weg zu machen, brauchen Betroffene ehrliche und aufmerksame Begleiter, die sich ihnen zuwenden, begreifen, wie schwer es ist, in so einer wirren Wirklichkeit zu leben. Ich wage zu schreiben...kann das nur aus Deinen Beiträgen herauslesen...das Du zu den guten und wirklich interessierten Begleitern gehörst....
    dafür ein Danke von mir...
    liebe Grüsse
    amanda

  5. #25
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Liebe Dori

    genau das ist es...der Dschungel von angeblichen Wahrheiten, der uns noch diffusser macht. Genau aus diesem Grund bin ich manisch auf der Suche....wie immer, wenn ich etwas begreifen will.

    Das ist eine Besessenheit, die mich selbst oft noch mehr verwirrt, aber vorwärts bringt. Sonst eher unkonzentriert kann ich mich da ganz ausleben....wobei vor Gleichgewichtsstörungen nicht gefeit bin.

    Eben, der ganz normale Alltag von ADHSlern, der weder schlechter noch besser ist, als der, in denen diejenigen leben, die meinen, sie wären normal. Aber kann es denn wirklich normal sein, dass die Dinge, die das Leben lebenswert machen, ignoriert werden und an den schönen Dingen vorbeigegangen wird.

    Ich arbeite seit 17 Jahren im Altenheim...halbtags. Jeden Tag würden mich meine Kollegen nicht ertragen können...und putze nebenbei eine Gaststätte seit 19 Jahren. Für mich eine Möglichkeit im Arbeitsleben zurechtzukommen. Mal mittendrin, dann ganz allein, um meine Gedanken zu ordnen.

    Dadurch, dass ich mich auf die alten Menschen einlasse, habe ich viel lernen können. Mir sagte mal eine alte Dame wörtlich; "Schwester, ich bin nur krank geworden, weil einsam bin und ich Angst hatte, ich selbst zu sein. Und genau an diesem Punkt scheint auch unser Problem zu einem Problem zu werden

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 114

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo @ Dori,

    die grössten Erfolge zur Kostenübernahme erzielen wir mit dem § 20 und 20a SGB ( Stressprävention" ). Die BKK Gesundheit, Bundesknappschaft, diverse BKK`s, AOK Hessen u.a. zahlen in der Regel bis zu 80.-€ für ein solches Stresspräventionsprogramm, aber nicht unbedingt ADHS erwähnen, dies führt oftmals zu Ablehnungen, und das Seminar muss wissenschaftlich evaluiert ( auf Wirksamkeit überprüft ) sein, dies ist bei vielen Angeboten leider nicht der Fall. Also bei Anmeldung bitte darauf achten, dass das Elterntraining auch evaluiert ist, ansonsten bleibt Ihr auf den Kosten sitzen.

    @ amanda,

    danke für Deine netten Zeilen, aber das mit dem nicht betroffen wäre ja schön, auch ich wurde mit 44 diagnostiziert, war 3,5 Jahre zeitberentet ( 100% erwerbsunfähig durch ADHS im Erwachsenenalter ), habe einige Irrfarhten durchlaufen, geh doch einfach einmal auf unsere Homepage, dort steht meine Geschichte.

    3,5 Jahre Zeit, jede Menge Zeit, kaputtgeschrieben, verzweifelt, am Boden zerstört, aber wir AD(H)S-ler haben einen enormen Willen, kämpfen, jeden Tag auf ein Neues, ich dachte mir seinerzeit durch eine Unmenge an Recherchen, dass doch einer diesen Menschen helfen muss, die in einer Menge von Foren um Hilfe schrien, warum sollte nicht ich dieser Mensch sein?

    Durch erarbeitete Kompensationsstrategien, Weiterbildungen, Ausnahmegenehmigungen, Prüfungen ( auf einmal konnte ich superkonzentriert sein, Hyperfokus eben ) war ich in der Lage, meine Symptome zu bekämpfen, zu lernen, mit ihnen umzugehen, sie mir zum Vorteil zu machen. ( Ihr werdet lachen, das geht ).

    Medikation ( 80 mg Medikinet tgl. ) habe ich nach 4 Tagen abgesetzt, ich wollte es so schaffen, ich habe es geschafft und kann heutzutage immer mehr verzweifelten Menschen weiterhelfen, Ärzte, Psychologen, Integrationskräfte weiterbilden, Ihnen unsere Welt plastisch näherbringen, sie in Welten eintauchen lassen, die ihnen anfangs sehr fremd und unverständlich erscheinen, die am Ende aber dann doch wieder logisch sind und somit ein besseres Verständnis schaffen.

    Ich durfte zwischenzeitlich vielen Eltern dazu verhelfen, ihre Kinder nicht mehr so negativ zu sehen, soziale Isolation zu reduzieren, Ängste zu nehmen, Menschen auch mal wieder ein Lob zukommen zu lassen, sie einfach Mensch sein zu lassen. Viele unserer Patienten fühlen sich bei uns wie auf einer Insel, jeden Tag darf ich erleben, dass meine Entscheidung die richtige war, wäre ich früher diagnostiziert worden, hätte ich mit Sicherheit diesen Schritt schon weit vorher gewagt und hätte noch mehr Menschen erreichen können.

    Ich werde weiterkämpfen, der riesige Zulauf gibt mir Kraft, und Ihr hier in diesem Forum seid eine klasse Mannschaft, soweit ich Euch helfen kann, werde ich dies tun.

    Viele liebe Grüsse

    Frank

  7. #27
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Lieber Frank
    ja, ich glaube, ein Mensch muss betroffen sein, seinen eigenen Horrortrip hinter sich gebracht habe, damit er für andere ein guter Begleiter sein kann....

    auch ich habe mir zur Aufgabe gemacht, Stellung zu beziehen und anderen zu helfen...um mir gleichzeitig selbst zu helfen ..und weil ich es anderen ersparen möchte, solange in ihrem Keller zu sitzen wie ich.

    Leider kann ich, die Betonung liegt auf kann, nicht unter normalen Umständen lernen...und ich bin ein Zweifler aus Leidenschaft...hab aber ein Buch geschrieben und veröffentlicht ...es geht, auch als ADHSler...ist zwar schwierig, aber es hat funktioniert.

    Und ich werde weiter recherchieren/schreiben...und mir meine eigenen Gedanken machen aus meiner eigenen Erfahrungen heraus. Dabei beanspruche ich keineswegs der Wahrheit näher gekommen zu sein....ich bin immer noch auf meiner Suche nach mir selbst.

    Aber der Zuspruch aus meinem Umfeld gibt mir die Kraft dazu. Und warum soll ich sie nicht für andere einsetzen.....damit Kinder wieder Kinder sein können. Es widerstrebt mir zwar, Dir jetzt mein neues Buch zu empfehlen, aber ich tue es trotzdem...es heißt "Die Merkwürdigkeiten des Lebens".

    Ich finde es toll, dass es Menschen wie Dich gibt, die anderen helfen, weil sie wissen, wie es sich anfühlt in einer ganz anderen Welt zu leben...die Begegnung von Mensch zu Mensch zu ermöglichen.

    Wir sitzen alle in einem Boot..mit ADS/ADHS oder ohne....und ich wünsche mir aus ganzem Herzen, dass wir alle lernen, in die gleiche Richtung zu rudern...damit das Leben wieder lebenswert wird...vor allen Dingen für die Kinder.

    Ganz liebe Grüsse
    amanda

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 114

    Daumen hoch AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo Amanda,

    manchmal ist weniger mehr, deswegen einfach nur

    P.S.: Dein Buch werde ich mir besorgen

    Liebe Grüsse

    Frank

  9. #29
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Medikamente ja oder nein?

    warum gibt es nicht mehr "Franks" oder "amandas"?

    Statt dass wir Menschen finden, die es uns möglich machen, unsere Kinder nicht mehr so negativ zu sehen, soziale Isolation zu reduzieren, Ängste zu nehmen, Menschen auch mal wieder ein Lob zukommen zu lassen, sie einfach Mensch sein zu lassen ( Zitat Frank), bringen viele von uns damit ihre Zeit zu, erst einmal darum zu kämpfen, dass sie vernünftig diagnostiziert werden. Nach der Diagnose geht es um sinnvolle Therapien oder Ansätze, ob nun mit oder ohne Medis, die es ermöglichen einen vernünftigen Alltag zu leben.

    Es ist oft ein Kampf mit Krankenkassen oder anderen Institutionen um die Dinge, die so wichtig sind für uns. Erst mal um an die nötigen Informationen, Adressen, mögliche Angebote zu kommen und dann bleiben diese uns oft verwehrt, weil sie unbezahlbar sind. Klar helfen meinem Sohn die Medis momantan ganz gut, aber ich bin mir sicher, hätte er darüber hinaus noch mehr Unterstützung in Form von anderen Therapien oder dergleichen, hätten wir als Familie vielleicht ein Elterntraining oder Coaching, müsste man nicht so viele bürokratische Hürden überwinden oder an so vielen Stellen erst mal klar machen, dass es nicht nur ein Hirngespinst oder eine Modeerscheinung ist, wovon wir reden, dann wäre vielen von uns sehr geholfen.

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 380

    AW: Medikamente ja oder nein?

    @ all @ marvinkind

    normalerweise gehöre ich zu den "negativ denkern."
    aber ich glaube,es tut sich was,da ist schon einiges in bewegung gekommen.

    fazit : - am ball bleiben ! die ganze materie ist in bewegung.

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