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Diskutiere im Thema Medikamente ja oder nein? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Ich denke, jeder entscheidet selbst darüber, ob und wieviel Medikamente er nimmt. Ich begreife persönlich nicht, warum da eine Rechtfertigung notwendig ist....in meinem Beitrag ging es doch lediglich um die Frage Medikamente ja oder nein. Es gibt Situationen, in denen sie sinnvoll sind....und genauso unsinnig sein können. Nur die Entscheidung trifft ein jeder selbst....ich wollte damit nur zum Darüber nachdenken anregen....mehr nicht.

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 3.146

    AW: Medikamente ja oder nein?

    also ich möchte sicher nicht über Sinn oder Unsinn streiten. Klar entscheidet das jeder selbst. Ich weiß in meinem Fall und nur den kann ich beurteilen, hat es geholfen und ist demnach sinnvoll. Nachgedacht habe ich im Vorfeld wirklich sehr intensiv und alles abgewägt und auch nicht leichtfertig entschieden. Ich kann nur für mich sprechen und ich überlege immer, ob es auch ohne Chemie geht, egal ob nun bei ADHS oder bei nem Schnupfen. Welche Langzeitwirkung die Medis haben, weiß ich auch nicht, aber im Moment sind sie eben hilfreich und ermöglichen meinem Sohn gut in der Schule mitzukommen.

  3. #13
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    dann ist es doch okay...vor allen Dingen dann, wenn es Deinem Sohn hilft. Ich würde mch in dieser Situation sicher auch für eine Medikation entscheiden.
    Liebe Grüsse
    amanda

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Jetzt will ich doch auch dazu senfen.

    Medikamente ja oder nein ist für mich keine Grundsatzfrage. Es kommt immer auf den Einzelfall an und auf Schweregrad und Leidensdruck.

    Ich habe von zwei Fachleuten gehört, dass Betroffene oft für einige Zeit Medikamente brauchen, um eine Psychotherapie oder Coaching überhaupt zu bewältigen. Andererseits sind Erwachsene manchmal so gut kompensiert, dass sie die Medis gar nicht mehr vertragen, und auch "ohne" stabil genug sind, um mit Therapie und Coaching das nötige Umlernen zu schaffen.

    Eines erschreckt mich aber immer wieder: wenn die Verschreibung von Medikamenten als Therapie bezeichnet wird. Ich empfinde kurze Kontrollen im Abstand von Monaten nicht als Therapie. Die meisten Medikamente heilen ja nicht, sondern bekämpfen nur Symptome. Ich reden jetzt von den häufig verschriebenen Psychopharmaka, mit denen eher die komorben Störungen minimiert werden.

    Bei MPH kann ich nicht mitreden, da ich es schlecht vertragen habe. Das soll aber bei älteren Erwachsenen gar nicht so selten sein und angesichts meiner Vorgeschichte auch nicht. Ich nehme zur Zeit nur Bupropion (Wellbutrin/Elontril), das mich etwas stabiler und belastbarer macht (Antrieb), wodurch das ständige Gefühl von Erschöpfung nicht mehr mein täglicher Begleiter ist. Das Hirn aufräumen tut es mir aber nicht, das muss ich schon selbst üben und üben und üben....

    Was mir aber viel wichtiger wäre und mir schmerzhaft abgeht, ist wirklich fachkundige Therapie und Coaching. Beides ist in meiner Gegend nicht zu bekommen.

    Der langen Rede kurzer Sinn: Medikamente Ja, dort wo es nötig ist, aber niemals als alleinige Therapie.

    Klarkommen mit ADHS geht nur mit Umlernen bzw sich selbst neu kennenlernen - und das funktioniert allein und ohne professionelle Anleitung eben schlechter oder gar nicht.
    Also kommt mein ganz großes JA eher bei der Frage nach therapeutischen Angeboten, die den Betroffenen beim Klarkommen mit seinen Schwierigkeiten längerfristig begleiten.

    lg
    lola

  5. #15
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Halle Marvinkind,

    zuerst mal war es bestimmt für Deinen Sohn die beste Entscheidung, wie ich schon geschrieben hab hat meine Mama uns die Entscheidung auch abnehmen müssen. Wichitg finde ich aber das er Pausen macht. Das haben wir auch in den Ferien und an Lernfreien Wochenenden haben wir nichts genommen um es nicht zum Alltag werden zu lassen und zur Gewohnheit.

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo Lola,

    Du hast vollkommen Recht das Medikament keine Therapie sind aber es gibt nur sehr, sehr wenige Therapeuten die Ahnung von dieser Erkrankung haben und somit fast keine Chance einen Platz zu bekommen. Natürlich muss man sein Choas im Kopf selbst regeln. Das ist ja keine Spontanheilung und dauert sehr lange. Man muss für sich selbst wissen was verstärkt meine unruhe oder Agression was lindert es usw.
    Die Tabletten helfen nur ein wenig dabei.

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 58

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo Virtuna,

    ich drücke dir die Daumen das das mit dem Umlernen gut klappt. Bei mir dauert es noch ein bischen bis ich ohne MPH klarkomme aber irgendwann werd ich es auch hinbekommen bzw denke ich das dann halt meine Umwelt mit mir klarkommen muss :-)

    Deine Dosierung finde ich für den Anfang gar nicht sooo viel früher habe ich mit 45kg auch 80mg nehmen müssen mittlerweile bei über 60 kg nehme ich nur noch 40-50 mg
    Geändert von Steffilein (11.10.2009 um 18:20 Uhr) Grund: vergessen :-)

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Genau an diesen Punkt ankommen...das war der Sinn und Zweck meines Beitrages. Medikamente sind keine Therapie, sondern lediglich eine Symptombekämpfung die zu einer Symptomverschiebung führen kann. Kurzzeitig vielleicht die einzigste Möglichkeit, dauerhaft können sie noch mehr Störungen nach sich ziehen.

    Es gibt zu wenig Therapieplätze, aber auch gleichzeitig viel zu wenig Therapeute (meine subjektive Meinung), die sich in die chaotische Wirklichkeit eines Betroffenen einfühlen können. Es gibt auch immer noch zu wenig Lehrer, die das Potenzial von ADS/ADHS KIndern erkennen und es gibt Vorurteile über Vorurteile ...Nichtwissen ist zerstörerisch, für einen selbst wie auch für andere...

    darum denke ich, dass es die Aufgabe von denen ist, die in den Schlamassel bis zum Hals stecken und in einer dunklen Schublade gesteckt sind, darauf aufmerksam zu machen.

    Dazu ist meiner Meinung wichtig: Nicht im eigenen Jammertal versinken..kein Punktesystem, dass darüber entscheidet, ob jemand ein bißchen mehr oder weniger ASHS hat, sondern anderen die Hand reichen (dieses Forum ist so ein Weg)....miteinander darüber sprechen...seine Gefühle zum Ausdruck bringen....und besonders wichtig, andere mit einer normalen Wahrnehmung erklären, wie es in einer chaotischen Welt aussieht....und wer könnte das besser, als wir, die wir unser Leben lang mit dieser komplexen Wahrnehmung leben...

    Und vielleicht gibt es dann bald mehr Therapieplätze, mehr gute Therapeuten, mehr Lehrer, die mit den betroffenen Kindern umgehen können, mehr Aufklärung, weniger Medikationen. Es kommen ja auch immer mehr Kinder mit dieser komplexen Wahrnehmung auf die Welt.

    Nicht nur die ADS/ADHS Betroffenen allein, ich denke, auch die die sich als Normal bezeichen, sind aufgefordert, am Umlernprozess teilzunehmen....

    In diesem Umlernprozess können Medikamente aus meiner Sicht eine Krücke sein, aber eben nur als Mittel zum Zweck, um sich zu sammeln, damit man sie auch wieder beiseite legen kann.

    Das was ich schreibe, ist grundsätzlich meine subjektive Meinung. Ich bin selbst betroffen, weiß wie eine chaotische Welt aussieht und wie verloren man sich in dieser Welt fühlt...und genau aus diesem Grund heraus, schreibe ich diesen Text...

  9. #19
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: Medikamente ja oder nein?

    Muss mich hier auch mal einklinken.

    Die Entscheidung für oder gegen Medis, ob nun bei den Kids oder uns selbst, hat doch viele Hintergründe. Wir (mein Mann und ich) haben uns für Medi bei unserer Tochter (10 Jahre, bekommt Strattera) entschieden, weil wir ihr zunächst in der gerade anstehenden Situation helfen wollten. Unsere Tochter ist auch fast hochbegabt (IQ 123, Hochbegabung beginnt bei einem IQ von 130) ist, sich aber nicht in die Klassengemeinschaft einfügen konnte und vor allem ein Schulwechsel von der Grund- zur Gesamtschule anstand, war vorrangig, das sie sich konzentrieren kann. Und diesen Sprung (sie geht in eine G-Klasse) auch schafft.

    Mittlerweile bin ich mir absolut im klaren darüber, dass die Medis zwar ihre Konzentration gesteigert haben, sich ihr eigentliches Verhalten aber nicht geändert hat. Weiterhin bin ich mir mittlerweile im Klaren darüber, dass ich Chaot ihr nicht die Grenzen zeigen oder vorleben kann, die sie vielleicht bräuchte. Ich bin über meine Tochter erst darauf gestossen, dass ich selbst betroffen bin.

    Eine Therapie strebe ich an. Diese kann aber nur erfolgreich sein, wenn wir gemeinsam lernen, mit unseren Emotionen, Gefühlen und vor allem mit unserem Chaos umzugehen.

    Denn ein Chaot kann einem Chaoten weder wünschenswerte Verhaltensweisen vorleben noch ihm/ihr selbige beibringen.

    Was mich wirklich stört, ist, dass diese Therapien nicht verschrieben werden und schon gar nicht von der Krankenkasse bezahlt werden.

    Ich habe aber das Geld für diese Therapien nicht einfach mal unter der Matratze liegen.

    Wie soll ich also vorgehen? Kann mir das mal einer sagen?

    LG

    Snagila

  10. #20
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Fachperson
    Alter: 58
    Forum-Beiträge: 114

    Daumen hoch AW: Medikamente ja oder nein?

    Hallo Snagila,

    täglich erreichen uns Anfragen bezüglich der Kostenübernahme durch die Krankenkassen.

    Verhaltenstraining, Verhaltenstherapie, Coaching, im Endeffekt vollkommen egal, wie man das Kind nennt, das Problem ist und bleibt, dass, selbst bei Kostenübernahme durch die KK, effektiv viel zu wenig gut ausgebildete Therapeuten existent sind.

    Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten "Therapeuten" in Richtung AD(H)S nicht selbst betroffen sind, insofern das Fingerspitzengefühl gar nicht besitzen können, sich in einen AD(H)S-ler hineinzuversetzen.

    Wir dürfen jedoch zwischenzeitlich vermelden, dass die meisten Kassen ein wissenschaftlich evaluiertes Elterntraining zu 80% unterstützen oder es sogar ganz übernehmen.
    Ein solches Elterntraining wäre, meiner Meinung nach, für Eure Situation recht hilfreich, um erst einmal einen gewissen Automatismus in die aufreibende Erziehungsarbeit zu bringen, Kompensationsstrategien zu erarbeiten und den Alltag hierdurch zu vereinfachen.

    Gerade für AD(H)S-Kinder sind klare Strukturen und Regeln absolute Halteseile, bieten ihnen Sicherheit und vermeiden hierdurch nervenzerfetzende Diskussionen, die sicherlich jeder hier kennt.

    Ein von uns gegründeter Förderverein ( e.V. ) kümmert sich gerade um die Belange der Kostenübernahmen. Da in diesem Verein einige Mitstreiter aus der Politik, Radio, Fernsehen etc. vertreten sind, ist zu erwarten, dass sich die Kassen in absehbarer Zeit dem Druck beugen werden, ich halte Euch diesbezüglich auf dem Laufenden.

    Gerne bin ich bereit, weitere Informationen zu übermitteln.

    Einen schönen Tag heute, viele positive Momente wünscht

    Frank ( der nun echt arbeiten muss )

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