Umfrageergebnis anzeigen: Kann uns der Behindertenbegriff des Sozialgesetzbuchs eine Hilfe sein?

Teilnehmer
20. Du darfst bei dieser Umfrage nicht abstimmen
  • Ja

    7 35,00%
  • Nein

    4 20,00%
  • Kommt drauf an

    9 45,00%
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Diskutiere im Thema ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Liebe Freunde,
    anlässlich einer frischen US-Studie (http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-pre...eitfolgen.html) kommt mir - wenn auch widerwillig - ein Gedanke auf. Im Sozialrecht gibt es einen Behinderungsbegriff, der möglicherweise schützen hilft, wenn es nötig ist. Hinzu kommt, dass gerade die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (http://de.wikipedia.org/wiki/UN-Behi...derungsbegriff) auf Länderebene eine Thema ist. Z.B. heißt es in Artikel 118 a der Bayerischen Verfassung: "Menschen mit Behinderungen dürfen nicht benachteiligt werden. Der Staat setzt sich für gleichwertige Lebensbedingungen von Menschen mit und ohne Behinderung ein." Ich frage mich, inwieweit es gut sein kann, da differenziert unsere Interessen zu vertreten (vgl. etwa http://www.bayern.landtag.de/www/Int...130307_096.pdf.). Manchmal denke ich auch eine Art ADHS-WG oder ADHS-Arche (http://www.arche-deutschland.de/index.php)...


    Behinderung

    "Menschen sind behindert,
    [1-] wenn ihre körperliche Funktion,
    [2-] geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit
    [3-] mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem
    [4-] für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und
    [5-] daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist."

    Das Wort klingt härter als "anders" oder "Betroffen"..., daher die Frage nach konkreten Erfahrungen u. was diese Rechtsformel f. Gefühle auslöst.

    Lg
    L.
    Geändert von Loyola ( 5.03.2013 um 14:30 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 795

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Das würde ja bedeuten..., bitte beim Humor weiterlesen.

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Nicht böse sein, ich korregier nur kurz, damit es nicht zu Verwirrungen kommt:

    § 2 Abs. 1 SGB IX definiert den im Sozialrecht verwendeten Begriff "Behinderung". Der Text ist ansonsten richtig.

    Das SGB IX befasst sich mit Nachteilsausgleich und Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben, persönliches Budget, GdB, behinderungsgerechter Arbeitsplatz sind da die Stichworte.

    Alle anderen Sozialgesetzbücher beziehen sich auf diese Definition der Behinderung, haben aber teilweise zeitlich andere Folgen. Erwerbsminderungsrente gibt es zB in der Regel erst ab dem 7. Monat nach Antragstellung, gerade wegen dieser 6 Monate Abweichung, außer wenn die Erkrankung so schwer ist, dass direkt abzusehen ist, dass eine Rückkehr ins Arbeitsleben nicht mehr möglich ist (das am besten zu verstehende Beispiel ist da das Wachkoma).

    Loyola, was genau interessiert dich daran bzw. was möchtest du wissen?

    LG Trine

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Hab die Frage oben präzisiert, danke f. den Hinweis.
    1. Welche konkreten Erfahrungen gibt es?
    2. Welche Gefühle sind darüber da?
    Lg
    L.
    Geändert von Loyola ( 5.03.2013 um 09:09 Uhr)

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Danke für die Erläuterung, denn genau die Fragen habe ich so nicht erfassen können. Ich hab da irgendwie auf dem Schlauch gestanden.

  6. #6
    Simönchen

    Gast

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Lieber Loyola,

    ich denke, dass es sehr stark drauf ankommt, wie stark das AD(H)S ausgeprägt ist (die individuellen Unterschiede sind ja immens). Ich habe hier Menschen kennengelernt, die von einem "Behindertenstatus" (das klingt schon irgendwie furchtbar...) mit dementsprechenden Zuwendungen und dem angesprochenen Nachteilsausgleich sicher profitieren wuerden.

    Bei mir persoenlich ist das ADS recht gering ausgeprägt und ich habe durch die medikamentöse Einstellung gluecklicherweise von Anfang an eine 100%ige Besserung der Symptome erfahren - somit muss ich persoenlich GottseiDank nicht ueber den Behindertenstatus nachdenken.

    Ich bin mir aber sicher, dass Menschen mit stark ausgeprägter Symtomatik und den daraus resultierenden Komorbiditaeten bzw. sozialen Problemen von einer Loesung in diese Richtung stark profitieren koennten.

    Lieben Gruss,

    S.

  7. #7
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Hallo loyola,

    Auf diese frage bin ich irgendwie gespaltet...

    Ich habe wegen ADS schon einige grosse schwierigkeiten im leben und bin froh um hilfe, daher finde ich so was gut.

    Aber... Ich bekomme manchmal das gefühl dass eine teil meine schwierigkeiten auch davon kommen dass in diese gesellschaft wer nicht wie "Normal" tickt ist behindert. Ich erlebe immer wieder dass es auf die defizit geschaut wird, dass man mich ehe dazu bringen will einiges so gut wie die stinos zu machen... Dabei ticke ich auch ganz anders als stinos und wenn ich mal mein eigene weg nehmen darf, erlebe doch mehr erfolg als wenn ich probiere es wie stinos zu machen.

    Also, hilfe und anerkennung meine schwierigkeiten ja, im jeden fall! Aber auch toleranz und offenheit und eine gewissen freiheit einiges auf mein weg zu machen, so lange dass der ergebniss auch stimmt... Ich habe angst, wenn ich zu stark als behindert gesehen wird, dass meine stärken und potential übersehen wird und dass ich doch mit der norm zu stark verglichen werden, statt mich selbst zu sein.

    Konkrete beispiel: am arbeit wird langsam an meine schwächen rumgeritten, obwohl meine stärken auch wahrgenommen werden. Ich arbeite in eine geschütze werkstatt, was meine handwerkliche begabung entgegend kommt... Ich mache echt eine tolle arbeit und wenn ich mal kreativ sein darf, blühe ich auf und staune alle mit der ergebniss... Aber es stört dass ich ablenkbar bin, obwohl ich damit so gut umgehe dass ich wenig fehler mache und in eine vernünftige tempo arbeite... Auch die arbeitsanweisungen sind ein problem und mein cheffin will umbedingt dass ich übe aus mündliche erklärungen mich vorzustellen was ich machen muss. Ich habe da echt mühe, wenn es nicht mal sehr langsam geredet und dann ist deutsch auch nicht meine muttersprache und wenn noch eine umbekannte wort kommt... Wird etwas gezeigt, ohne wörter, ich kann es anschauen und es dann machen... Oder sehe ich eine fertige gegenstand, dann weiss ich wie es gemacht ist, und kann es nachmachen... Obwohl ich immer wieder betone dass ich so am bestens verstehen kann, bleibt meine cheffin stur...

    Ich will mich mehr auf meine stärken stützen um mein leben im griff zu haben, auch wenn es mal ganz anders geht als bei stinos, als als behindert gesehen werden weil ich vieles anders machen...

    Klar, es bleibt noch viele situationen wo ich sehr rasch an meine grenze komme und empfinde ich es auch als behinderung. Dabei ist mein umfeld auch beteiligt...

    lg

  8. #8
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Freunde,
    was ist Eure Meinung, ob eine ADHS-WG oder ADHS-Arche, nach dem Vorbild Jean Vaniers Arche hilfreich sein könnte... (Arche Deutschland)
    Lg

  9. #9
    Simönchen

    Gast

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Loyola schreibt:
    Freunde,
    was ist Eure Meinung, ob eine ADHS-WG oder ADHS-Arche, nach dem Vorbild Jean Vaniers Arche hilfreich sein könnte... (Arche Deutschland)
    Lg

    Hallo Loyola,

    also wenn du mich so fragst... eine AD(H)SlerArche kann meiner Meinung nach nur noch zu mehr Chaos führen also ohnehin schon da ist - AUßer: es sind therapiewillige Menschen dabei, die in Zusammenarbeit mit anderen AD(H)Slern und natürlich geschulten Therapeuten an ihren Problemen und Eigenheiten arbeiten möchten.

    In diesem Konsens wäre das sicher interessant

    Lieben Gruß,

    S.
    Geändert von Simönchen ( 6.03.2013 um 20:51 Uhr) Grund: Fehler

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Forum-Beiträge: 1.004

    AW: ADHS u. der Behinderungsbegriff des Sozialgesetzbuchs

    Simönchen schreibt:
    also wenn du mich so fragst... eine AD(H)SlerArche kann meiner Meinung nach nur noch zu mehr Chaos führen also ohnehin schon da ist - AUßer: es sind therapiewillige Menschen dabei, die in Zusammenarbeit mit anderen AD(H)Slern und natürlich geschulten Therapeuten an ihren Problemen und Eigenheiten arbeiten möchten.

    S.
    Weißt Du oder jemand, ob es so etwas schon irgendwo gibt, z.B. in den USA?
    Lg
    L

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