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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 52

    Sozialkompetenz verbessern

    Hallo,

    ich habe ziemliche Probleme mit meiner Sozialkompetenz.

    In neuen Gruppen bin ich zwar aufgrund meiner offenen, (scheinbar) selbstbewussten Art immer ganz schnell aufgenommen und den meisten Anfangs auch recht symphatisch.

    Sobald ich aber denke, die Leute halbwegs zu kennen und mich sicher fühle, beginne, ich sie zu unterbrechen, rede zu laut,rede ohne nachzudenken, rede über unpassende Themen, stoße den Leuten vor den Kopf und trete von einem Fettnäpfchen ins nächste.

    Bei Kunden hingegen, zu denen ich immer etwas Distanz wahre, bin ich auch langfristig auf Grund meiner offenen, lockeren und symphatischen Art immer beliebt und gern gesehen.

    Am schlimmsten ist es jedoch bei den Menschen,die mir am meisten bedeuten, also bei richtig guten Freunden und vor allem meiner Frau.
    Meine wenigen 2-3 richtig guten Freunde kommen mit meiner Art zwar zurecht, da sie wissen, das ich es eigentlich nicht übel meine und auf mich immer Verlass ist, in ihren erweiterten Freundeskreis oder zu Partys nehmen sie mich jedoch nur selten mit, da ich hier regelmäßig für Blamagen sorge.

    Gegenüber meiner Frau raste ich schon bei den kleinsten Sachen total aus und werde schnell laut und angreifend (sie ist aber auch oft eine Nervensäge).
    Als ich z.b. neulich im Supermarkt Pfandflaschen in den Automat geschoben habe und das dämliche Ding mal wieder eine Fehllfunktion hatte, meinte sie 1-2 mal, das ich die Flaschen doch andersrum oder nicht so schnell reinstecken soll, was darin endete, das ich sie vor allen Leuten angeschrien habe, das sie doch endlich ihr Klappe halten soll und ich nicht zu blöd bin um Pfandflaschen zurück zu geben.

    Ich versuche echt mich zu ändern, lese ein Buch zur Persönlichkeitsentwicklung nach dem anderen, beisse mir ständig auf die Zunge und nehme mir jedesmal bevor ich mich mit jemanden treffe fest vor, heute mal meine Klappe zu halten, bis ich nachgedacht habe, aber es hilft einfach nichts.

    Mit Medikinet hat es anfangs ein etwas besser geklappt, aber mittlerweile ist dies leider auch schon verflogen.

    Hat einer von euch es geschafft, seine Sozialkompetenz spürbar zu verbessern? Falls ja, wie?
    Hilft eine Verhaltenstherapie spürbar?

    Viele Grüße

    Tom

  2. #2
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Sozialkompetenz verbessern

    Hallo _TOM_

    im Großen und Ganzen kenne ich das, was Du beschreibst auch von mir:

    „Die redet zuviel!“, „Wieso mischt die sich hier ein?“, „Warum läßt sie mich nicht aussprechen?“, „Meine Güte ist die Distanzlos...“, „Hilfe, die Frau ist mir einfach zu viel.“, „Sie geht gar nicht auf das ein, was ich sage.“, „Wieso heult die denn jetzt?“ „Sie ist so sprunghaft in ihren Gedanken, dass es mir zu anstrengend ist, ihr zuzuhören.“, „Jetzt unterstellt sie mir schon wieder, von ihr genervt zu sein.“, „Wieso kann sie sich nicht einfach mal zurückhalten?“, „Auch wenn ich ihr das immer wieder sage, setzt sie es nicht um.“, „Ständig bezieht sie alles auf sich.“, „Meine Güte ist die zerstreut.“, Wieso ist die denn jetzt so hektisch?“, „Die denkt so kompliziert, es geht doch viel einfacher.“, „Diese Frau steckt voller Widersprüche.“, „Die fängt alles an und bringt nichts zuende.“, „Wie kann sie mit dem ganzen Chaos umgehen?“, „Will die mich ärgern?“

    „Wow, hat die Frau Power!“, „Wie macht die das nur so schnell?“, „Die hat ja eine bemerkenswerte Auffassungsgabe.“, „Die ist ehrlich und direkt.“, „Wieso bringt sie diese Leistung nicht konstant?“, „Jetzt hat sie sich so an ihrer Aufgabe festgebissen, dass sie nichts anderes mehr mitbekommt.“

    Reaktionen meiner Umwelt auf mich....

    Wahrscheinlich werden einige aus dem Forum schon genervt sein, weil ich das Folgende in irgendeiner Form immer wieder schreibe, aber ich bin davon überzeugt (sprich: Mich konnte noch keiner von einer anderen These überzeugen...)

    AD(H)S ist m.E. u.a. eine Störung....

    ...der Selbst- und Fremdwahrnehmung
    ... der Reizfilterung und -verarbeitung
    ...der Impulssteuerung

    Bei mir hilft MPH bedingt, aber eben nicht "allumfassend", sodass es mir aufgrund der o.g. "Störungen" häufiger passiert, dass ich anderen ins Wort falle, ewige Monologe halte, andere nicht aussprechen lasse, mich plötzlich mitten im Gespräch abwenden, um zu einem anderen Gespräch was zu sagen.......

    Das Problem ist, dass ich (ich denke aufgrund der gestörten Selbst- und Fremdwahrnehmung) von den Fettnäpfchen, durch die ich fröhlich hüpfe, gar nichts bemerke und mich dann über das Verhalten der anderen wundere und versuche, mich wieder in die Gruppe zu integrieren, indem ich mich möglichst positiv darstelle, was dann (von mir unbemerkt) zur Bestätigung des negativen Eindrucks von mir nach aussen verstärkt

    Es hat lange gedauert, bis ich das so bei mir erkannt habe.

    Meine Strategie:

    Ich versuche, mehr auf mein Gegenüber zu achten, wenn ich merke, dass mir das schwerfällt, sage ich das und bitte z.B. um die Wiederholung der Aussage...

    ( Bsp. "Es ist mir gerade viel zu trubelig, ich kann mich kaum auf Dich konzentrieren", Pfandautomat: " Das wird mir gerade zuviel, lass es mich alleine machen, oder mach Du es.." (das sagt mein Mann zwischendurch auch oft zu ir, wenn ich ihm dazwischenfunke, weil ich denke, das wäre anders effektiver..).....)

    Oder, wenn ich eine für mich nicht erklärliche Reaktion meines Umfeldes bemerke, frage ich mich erstmal selbst, woran das liegen könnte und frage dann nach..

    Bsp. "Upps, habe ich wieder zuviel geredet? Ich merke das manchmal nicht, wenn ich im flow bin, aber es ist für mich ok, wenn ihr mich dann darauf hinweist, damit ich lernen kann, diese Situationen besser zu erkennen.

    Wenn ich meine Impulse nicht steuern kann, entschuldige ich mich hinterher und/oder erkläre, dass ich manchmal eben schneller handel, als ich denke, ohne das zu wollen, ich sei eben sehr impulsiv..... und müsse noch daran arbeiten...

    Im beruflichen Kontext konnte ich das interessanterweise auch besser, aber bei der Arbeit ist man ja auch in der Regel eher konzentriert, als im privaten Bereich, wo man sich ja auch mal fallen lassen können muss.

    Wenn ich zu Hause merke, dass meine Reiztoleranz immer geringer wird, sage ich das meinem Mann und ziehe mich zurück, um " ´runter zu kommen....

    LG Tanja

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