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Diskutiere im Thema Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #61
    Gibt´s Kaffee ?

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 1.610

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    Mein Psychologe hat mir heute erzählt, das hinsichtlich des Umgang mit psychischen Erkrankungen bzw. Defekten drei verschiedene Typern unterschieden werden (man kann das Ganze natürlich auch als verschieden Phasen ansehen):

    der Gast: hat "nur" soviel "Krankheitseinsicht" ("Defekteinsicht"), dass er zwar professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, sieht aber keine Notwendigkeit zu handeln

    der Kläger: hat "Krankheitseinsicht" ("Defekteinsicht"), klagt und jammert, kommt aber nicht ins Handeln, um etwas zu ändern

    der Klient: hat "Krankheitseinsicht" ("Defekteinsicht"), packt die Dinge an und handelt, um seine Situation zu ändern

    Wenn ich mich kritisch hinterfrage, denke ich, dass ich zwischen dem Kläger und dem Klienten stehe. Ich klage und jammere sicherlich (um mjir Luft zu machen), aber ich handele auch, um etwas zu ändern (und habe auch schon viel ändern können), aber mir gelingt es eben nicht immer, auch ins Handeln zu kommen.

    @Sascha: Mir geht hier auch nicht darum, likes zu sammeln (klar freue ich mich darüber), ich suche genauso die kritische Auseinandersetzung. Es ist wohl (immer noch) eins meiner Probleme, dass ich alles schnell im Negativen auf mich beziehe (nicht weil ich mich für so wichtig halte, vielleicht eher aus Angst vor Ablehnung).
    Gestern habe ich mich bewußt ausgeklinkt, um "runter zu kommen" und nichts Unbedachtes zu schreiben, zumal ich da schon im Rebound war und immer reizoffener auf allen Ebenen wurde.
    Ich denke, wir haben einfach unterschiedliche Arten, uns auszudrücken, was zu Mißverständnissen geführt hat. Bei mir kamm Deine Aussage so an, als bräuchte ich Aufpasser, was nicht der Fall ist. Es ging mir eher um den Umgang mit der Störung im Freundeskreis, und zu Freundschaft gehört für mich (und meinen Freunden), sich gegenseitig zu unterstützen und mir hilft es nunmal, wenn die Leute mich spiegeln, damit ich mich mehr an meine Wahrnehmung rantasten kann. Dass ich das nicht mit jedem Fremden mache ist klar, aber wenn jemand Interesse zeigt, erkläre ich....
    (Ich hätte Dir das Ganze gerne in einer PN geschickt, aber das geht ja leider noch nicht, sorry @all, dass die Diskussion hier ausgetragen wird.)

    LG Tanja (wobei das LG ausdrücken soll, dass ich nicht verärgert bin)

  2. #62
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 30
    Forum-Beiträge: 96

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    @Sascha, danke, dass du das nicht als Kritik aufgefasst hast
    @Tanja, schön, dass es dir wieder besser geht

    Das mit dem Krankheitsbegriff ist wirklich ein heikles Ding. Ich kenne die Diskussion z.B. auch bezüglich Leuten, die ihr Geschlecht ändern wollen. Zum einen, ja, klingt es nach Stigma, zum anderen möchte man staatliche Unterstützung bekommen. Nicht ganz leicht.

    Viele sagen, psychisch krank ist nur eine Frage der Passung von Person und Umwelt. (Hier kommt immer das Beispiel von der Schizophrenie, die bei einem imaginären Stammesschamanen ganz sicher von niemandem als Krankheit gefühlt wird) Leider leben wir in einer Gesellschaftsform, die vorrangig unsere Schwächen anspricht. Aber wir nehmen das in Kauf, weil sie für uns unverzichtbar und ohne wirkliche Alternative ist und uns viel Gutes gibt, müssen also konsequenterweise mit den Schwierigkeiten/Benachteiligungen umgehen, die uns ADHS hier bringt. Wie Fische, die an Land herumhopsen, hihi
    .
    Theoretisch sind wir nicht krank, nur so wie wir sind. Praktisch haben wir es schwerer, und da finde ich den Krankheitsbegriff manchmal sehr entlastend und eine gute Erinnerung, immer schön auf mich aufzupassen und mir nicht alles zuzumuten. Andererseits ertappe ich mich oft dabei, ihn auch nach einer Weile empört wegzustoßen, weil ich merke, dass er mich zu sehr eingeengt hat, ich nur noch gegen Defizite kämpfte, statt aktiv mein Leben in allen Bereichen eher so zu gestalten, dass sie mir angemessen sind (denn unsere Gesellschaft ist auch einfach wunderbar liberal und voller Freiheiten, die einem nur gar nicht so bewusst sind....).

    Für mich ist dieses Hin und Herpendeln zwischen positivem und negativem ADHS-Gesicht irgendwie am sinnvollsten

    viele liebe Grüße,
    Porcupine

  3. #63
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 207

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    @ Tanja und porcuine
    passt schon, ADHS ist für mich weder positiv noch negativ, es ist einfach. Ich lebe damit, aber ich muss dem Defekt nicht alle macht geben so das er mein leben bestimmt , bisher war ich mir nur nicht sicher wie ich das anstelle.
    Mich nicht als opfer zu sehen, mich nicht wichtig zu nehmen , mir Ruhe zu gönnen, es nicht zum Ziel zu machen beliebt zu sein, nur die sachen zu sehen die man hat, sind Dinge und Verhaltensweisen die mir guttun. Man ändert sein leben , man verliert Freunde, man findet raus wer mag einen und wer zieht davon weil man nicht mehr mit allen jammert, auch mal egoistisch ist und aLs erstes sich sieht. Viele zogen davon als es nichts mehr zu holen gab, aber letztendlich sind solche Beziehungen auch nur Bettler die zusammen sind weil sie denken der andere hat doch vielleicht irgendwo noch ein Euro.
    Mein Psychologe hat gesagt sie sind so reflektiert das es weh tut, aber sie haben geschafft sich Dingen zu stellen die man oft nicht an sich mag. Das ist keine Beweihräucherung , ich fand es okay, aber ich sagte ihm dann das Lob für mich momentan schön ist aber zuviel ist dann nur wieder Stillstand. Ich bin dem Mann sehr dankbar hat er mich doch nie in meinem trägen Opfergaben unterstützt sondern mich auseinandergenommen und mir selbst überlassen ob ich dieses Puzzle wieder so zusammensetze wie früher oder das ganze alte wegschmeiße und mit weniger teilen ein schöneres Bild gestalte.

    wieso das mit der pn nicht geht ist mir mittlerweile egal, dann gibt es halt keine Post, aber wahrscheinlich wäre die auch nicht nur freundlich.
    Geändert von sascha36 (13.02.2013 um 18:49 Uhr)

  4. #64
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 26

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    sascha36 schreibt:
    Ach ja der Erich .
    ich finde es schade das sich die meisten nur von Dingen füttern lassen die ihre Meinung unterstreichen und bestätigen, daher kann es auch bei vielen gar nicht zu einer Genesung bzw einer Besserung kommen. Hab es in der Klinik selber erlebt , da werden dann Grüppchen gebildet , alle verstehen sich und reden über nichts anders als krank zu sein und wenn man was dagegen sagt dann steht die ganze Gruppe vor einem und hält reden über Empathie usw. Kranke können kranken vielleicht helfen, aber Nie heilen. Heilen ist eh nicht drin in unserer Situation, reflektion jederzeit und abfinden auch .
    Es gibt auch noch Arno und viele andere. Trotzdem hat er Recht und es geht ja noch viel tiefer. Gesellschaftliche Zwänge und Normen spürt allerdings jeder, ob mit oder ohne ADHS. Das Spüren von sich selbst oder anderen kann schmerzhaft sein, aber auch ein absolutes Hochgefühl. Wie sehr bin ich bereit mich anzupassen, ist für mich die eigentliche Frage die sich jeder beantworten muss. Je nach Antwort muss man aber auch mit den Konsequenzen leben und diese akzeptieren. Wenn man ständig aneckt und sich darüber wundert, sind doch nicht die anderen Schuld. Man hat es alles in der Hand.

    Das mit der Heilung sehe ich genauso wie du. Das Kranksein an sich muss nach meinem empfinden aber gar nicht so negativ besetzt sein und eine Heilung muss auch nicht erstrebenswert sein. Man hat einfach die Wahl etwas, was zu einem gehört zu akzeptieren oder eben nicht. Das gilt aber für alle Dinge. Die schlechten Wirbel am Kopf, die zu großen Füße oder Wurstfinger.

  5. #65
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 46

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    Porcupine schreibt:

    Theoretisch sind wir nicht krank, nur so wie wir sind. Praktisch haben wir es schwerer, und da finde ich den Krankheitsbegriff manchmal sehr entlastend und eine gute Erinnerung, immer schön auf mich aufzupassen und mir nicht alles zuzumuten. Andererseits ertappe ich mich oft dabei, ihn auch nach einer Weile empört wegzustoßen, weil ich merke, dass er mich zu sehr eingeengt hat, ich nur noch gegen Defizite kämpfte, statt aktiv mein Leben in allen Bereichen eher so zu gestalten, dass sie mir angemessen sind (denn unsere Gesellschaft ist auch einfach wunderbar liberal und voller Freiheiten, die einem nur gar nicht so bewusst sind....).
    Mir gefällt der Krankheitsbegriff deswegen nicht, weil er - wenn man ehrlich ist - versucht, die potentiell (extern) empfundene Abnormalität gegenüber
    einer wie auch immer vorhandenen Norm "entschuldbar" zu machen.

    Soll ich daraus folgern, dass ich mich wegen meiner "Konfiguration" konstant entschuldigen muss? "Weiß ja, ich habe Migräne. Deswegen bin ich heute
    so ein *rsch!" Vielleicht ist man einfach auch nur immer und zu gern ein *rsch. Keine Migräne notwendig.

    Der Krankheitsbegriff enthält auch so einen schwebenden Vorwurf, dass man "potentiell" was machen "könnte". Z.B. in schlimmen Fällen in ein Institut gehen.
    Sich medikamentieren. Auf einem Bein hüpfen. Dies sind zwei Mechanismen, die Druck erzeugen können. Vollkommen unnötigen Druck.

    Dagegen ist eine Konfiguration das was ist. Und ich habe das zu tun, dass ich kann um mich nicht ständig in Situationen zu bringen wo ich entweder
    laufend Entschuldigen muss oder wo es aussieht als wäre mir vollkommen egal wie ich auf andere (negativ?) ein/wirke.

    In der einzigen ADS-ähnlichen Selbsthilfegruppe-Stunde in der ich bisher war, kam es mir so vor als wenn die zeitliche und inhaltliche Selbstbeschäftigung
    mit dem Thema im keinen direkten Zusammenhang mit der Schwere der "alternativen Konfiguration" war. Es gab Arbeitsunfähige, die haben über Gott und
    die Welt geredet und waren locker; und es gab Leute die hatten bestenfalls eingebildete ADS und taten so als wären sie kurz vor der Einweisung in die Klappse.

  6. #66
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 207

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    Dein erster Satz trifft den Nagel so auf den Kopf, genau das ist die beste weise ADHS zu verstehen . Es ist eine Diagnose , aber es entschuldigt nichts und es ist kein freifahrtschein dafür das man faul ist, keinen Bock hat, Dinge gerne verschiebt
    oder den normalen Alltag nicht alleine auf die Kette zu Kriegen.

  7. #67
    Wohnt hier

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    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    basalt schreibt:
    [...]

    In der einzigen ADS-ähnlichen Selbsthilfegruppe-Stunde in der ich bisher war, kam es mir so vor als wenn die zeitliche und inhaltliche Selbstbeschäftigung
    mit dem Thema im keinen direkten Zusammenhang mit der Schwere der "alternativen Konfiguration" war. Es gab Arbeitsunfähige, die haben über Gott und
    die Welt geredet und waren locker; und es gab Leute die hatten bestenfalls eingebildete ADS und taten so als wären sie kurz vor der Einweisung in die Klappse.
    Da krieg ich richtig Lust in die Selbsthilfegruppe zu gehen.

  8. #68
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    1. Beitrag gelöscht, weil ich krank bin und ich mir den Freifahrtschein nehme, den mir das Forum in Form der Löschfunktion bietet.

    Ich will mich hiermit aufgrund meiner Diagnose für meine Faulheit entschuldigen, den ersten Text vielleicht noch einmal in einer annehmbareren Form zu schreiben, aber auch das wäre ja nur ein Verschieben der Tatsache, das ich keinen Bock habe, hier anderen zu erklären wie ich den normalen Alltag mit ADS empfinde.

    Ich bekams leider nicht auf die Kette.
    Geändert von stargazer (14.02.2013 um 06:07 Uhr)

  9. #69
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 207

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

    Super stargazer, damit bestätigst du nur meinen Eindruck.

  10. #70
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Sichtweisen zur AD(H)S Fortsetzung einer Diskussion

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