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Diskutiere im Thema Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 683

    Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Vor 2 Jahren wurde bei mir die Diagnose ADHS gestellt. Ich bekomme Medis und bin in Therapie.

    Da ich jetzt auch weiss, wo meine Probleme herkommen, kann ich mit mir wesentlich besser umgehen. Eigentlich komme ich gut klar.


    Jetzt kommt "eigentlich"!!!
    Nur meine Familie und meine engsten Freunde wissen, was ich habe. Aus Angst vor den Reaktionen halte ich es kommplett unter verschluss.
    Aber ich frage mich, ob es manchmal nicht einfach besser ist, im Vorfeld die Fakten auf den Tisch zu legen.

    Gerade Gestern hatte ich ein Erlebnis, wo ich aufgrund meines Gefühlschaos wohl mal was völlig falsch interpretiert und dadurch überreagiert habe .
    Hätte diese Person bescheid gewusst, vlt. wäre dann jetzt alles gut.........

  2. #2
    Hakuna Matata

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 781

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Hallo lottchen,

    also ich hab meine Diagnose noch nicht so lange, aber ich bin von Anfang an eigentlich recht offen damit umgegangen. Freunde, Familie, und Kommolitonen mit denen ich viel zu tun habe wissen bescheid. Da war es mir einfach zu doof das hinterm Berg zu halten. Ich bin aber generell auch recht offen und sag gern was Sache ist, damit ich mich nicht verstecken brauch und einfach sein kann wie ich bin. Wer nicht damit klar kommt, der wäre auch nicht "geblieben" wenn ich es verheimlichen würde.

    So fahre ich bisher eigentlich ganz gut. Auch auf der Arbeit hab ich es meinem direkten Chef (sitzt mit mir in einem 2er-Büro) und dem ein oder anderen Mittagspausen-Kollegen gesagt. Dort gehe ich wesentlich zurückhaltender damit um, aber eben auch nur wenn ich die Leute nicht so gut kenne. Die zu denen ich einen guten Draht hab wissen bescheid.

    Bisher ist mir aber auch keine negative Rückmeldung gekommen. Alle waren eher total überrascht wie offen ich damit umgehe und zeigten sich dann ebenfalls offen. Ich hab mich zum Beispiel auf einer Party fast 2 Stunden mit ner guten Bekannten darüber unterhalten, weil sie mehr wissen wollte

    Ich denke man muss da einfach auch aufs Bauchgefühl hören. Ich finde man merkt ganz gut wem man jetzt sowas sagen kann oder nicht, wenn man die Menschen etwas kennt.


  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 661

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Meine Eltern wissen es zwangläufig, aber interessiert sie nicht wirklich. Dasselbe trifft auf meine Schwester zu. Mein bester Kumpel weiß es und interessierte ihn zumindest so viel, das er etwas im Internet geschaut hat, was bei ihm schon ein Wunder ist, da er so ein anspruchsvolles Thema sonst nie googeln würde. Meine Ex hat es direkt nach der Diagnose noch sehr interessiert. Hat sich hier angemeldet, Bücher drüber gekauft etc. Dieses hat sich aber sehr schnell gelegt. Sie hat ADHS nie wirklich verstanden und zum Schuß genau die Fehler die dem ADHS anzuprangern ist, mir vorgeworfen. Meiner langjährigen Nachbarin hatte ich es erzählt und die tat danach so, als wenn ich jetzt Alsheimer hätte. Hat etwas gedauert, das sie kapiert hat, das ADHS mit Alsheimer überhaupt nichts miteinander gleichzusetzen ist. Inzwischen ist wieder alles wie vorher und sie weiß immer noch nicht was ADHS wirklich ist. Neue Bekannschaften es zuerzählen, ist ein Eigentor. Die Leuts denken dann an völlig durchgeknallte Kinder und haben es sehr eilig, den Kontakt abzubrechen. Und auch einer neuen Frau, mit der ich in der Kennlernphase war, war es ein Eigentor. Problem ist einfach, das die Leuts garnicht genau wissen was ADHS ist und es dann zwischen Alsheimer und völlig Irre packen. Aufjedenfall erzähl ich es niemand so schnell wieder. Selbst wenn ich eine neue Partnerin finden sollte, wird auch die es erst später erfahren, wenn ich das Gefühl habe, ich kann es riskieren.

  4. #4
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Ich bin da immer etwas zwiespältig. Einerseits gehört es zu mir und ist ein Teil von mir, andererseits ist es mit ziemlich vielen Vorurteilen behaftet. Mein ADHS bringt mir teiweise Vorteile im Umgang mit Menschen, die ich auch nutze, aber es bringt mir Nachteile im Umgang mit festen Strukturen, die erforderlich sind.

    Gerade zur Zeit, wo mal wieder die medikamentöse Behandlung verteufelt wird, bin ich sehr, sehr zwiegespalten:

    Einerseits möcht ich rausschreien, was das soll, dass man das einzige, was uns einen normalen Alltäg ermöglicht, nehmen will, andererseits habe ich keinen Nerv auf Stammtischparolen, etc.. Mich kotzt es an, dass meinem Neffen eine fehlende Steuerungsfähigkeit seines Impulsverhaltens als schlechte Erziehung ausgelegt wird. Mich verwundert aber, dass mein Bruder seinen Schwiegereltern, die das Kind mit betreuen, nicht einmal was von meiner ADHS erzählt haben. Die Oma hatte nämlich bereits den Eindruck, dass er gewisse Dinge gar nicht steuern kann, selbst wenn er wollte!

    Wenn man sich outet, zieht man auch immer Verwandte mit rein, denn es ist genetisch bedingt. Fraglich ist halt, ob auch die anderen betroffenen - vielleicht aber auch nicht diagnostizierten - Familienmitglieder so begeistert sind, dass man es öffentlich gemacht hat...auf der anderen Seite hat sich die genetische Komponente bisher nicht so rumgesprochen...

  5. #5
    Comicus Divinius

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.200

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Adhs ist erstmal eine " Störung" keine Krankheit, das ist glaube ich auch wichtig zu wissen, im Umgang mit Adhs

    Nun wie geht man damit um. Erstmal muss ich sagen, ich habe auch so was ähnliches wie Frieden gefunden mit mir selbst, seit ich weiß, welche Gründe meine Fehler und Makel haben. Meine Familie weiß davon natürlich und meine engsten Freunde. Aber ich komme mir schon etwas wie mit einer Großen Lüge vor, die ich mit mir trage manchmal. Den Leuten in meinen Wohnheim habe ich erzählt das ich wegen einen Praktikum 2 Monate weg, wo ich wegen meinen Adhs in einer Klinik war. Das ist eine nicht zu unterschätzende Last, diese Lüge mit sich umher zu tragen. Aber es muss nicht jeder wissen!!! Daher geht Eigenschutz vor Ehrlichkeit.
    Aber ich werde ein Buch schreiben(sitze ich gerade dran), ein satirisches Tagebuch und da werde ich über mein Adhs reden, da werde ich mich dann outen, diesen Mut habe ich mittlerweile gefunden. Wichtig ist für uns Adhsler glaube ich, das wir uns nicht als Makel sehen, sondern das wir Makel haben.

    Wir haben Ad(h)s, aber wir sind es nicht

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 683

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Was ich sehr interessant finde, je älter man selber ist, desto schwieriger gestalltet sich die Situation, wie ich finde man aus euren Kommentaren herauslesen kann und auch meiner Ehrfahrung entsprechen.

    Wenn ich es richtig sehe sind alle Varianten mist, wenn man es sagt, wird man als bescheuert eingestuft, wenn nicht wird einem das "falsche" Verhalten angekreidet.

    Ein Ergebnis hab ich jetzt leider nicht, aber es hat trotzdem gut getan.....

  7. #7
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 55
    Forum-Beiträge: 457

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    In dem gut einen Jahr, das nun seit meiner Diagnose verlaufen, habe ich den Leuten, die mich seit langem kennen (sind nicht soooo viele…), nach und nach von der Sache erzählt. Witziger Weise reagier(t)en die meisten mit einem gewissen Aha!-Erlebnis, insbesondere solche, die mich noch aus meinen wilden 20er (Uni und Umgebung) kennen und meine Eskapaden, Explosionen, Exkursionen sowie Selbstbehandlungsversuche miterlebten. Nun ist auch da einiges klarer.

    Interessant am Rande: als mich neulich "meine" Zahnärztin nach Krankheiten/Medikamenten fragte, habe ich wahrheitsgemäß von MPH erzählt. Sie daraufhin, lächelnd: "Krankheit? Es ist eine Charaktereigenschaft!" (Ihr Bruder und mein ex-Schulkamerad ist Psychiater… den müsste ich mal privat treffen…)

    @ work weiß offiziell nur eine Person in der Chefetage von meiner Diagnose. Andere mehr oder weniger inoffiziell bzw. halb im Scherz, je nach Situation ("Und ich dachte, du machst Witze!"). Das ist auch gut so, denn so lässt sich das ewige, nicht zu bändigende Chaos auf meinem Schreibtisch wenigstens rationalisieren, genauso wie dem häufigen Vergessen von diesem und jenem der Ruf der bewussten oder ungewollten "Schlampigkeit" nehmen - in einer Behörde ist so ne Erklärung nicht unwichtig

    Alles in allem recht positiv bislang. Auf jeden Fall hatte ich früher™ auf die Frage "Sachma, was ist mit dir los!?" meistens keine Antwort, jetzt hab ich eine - großartig.
    Geändert von Dalek ( 4.02.2013 um 16:06 Uhr)

  8. #8
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Ich erkläre es den Leuten immer so:

    Ich habe eine Botenstoff-Störung im Gehirn. Mir fehlen Dopamin und Noradrenalin. Das kann dann zu Vergesslichkeit, Unkonzentriertheit und Chaosverhalten führen. Aber ich nehme nun seit 8 Wochen Medikamente hierfür und es ist besser geworden. Und leider habe ich 41 Jahre Diabetes Typ I. Darauf wird schon vieles "geschoben", was ich so getan habe mit meiner irren Art.

    Also ehrlich, da glaubt dann keiner an ADHS, weil die meisten ja wirklich keine Ahnung haben und es nur auf Kinder beziehen. Leider.
    Ich nehme das Wort ADHS auch meistens nicht in den Mund. Ich sage meinen obigen Satz und gut ist. Die meisten glotzen dann irgendwie blöd und kapieren nix.

    Und der Einzige, der es versteht, ist mein Mann.
    Alle anderen wie mein Bruder, meine Freundin, meine Nachbarin.......winken alle ab und wollen sich nicht damit beschäftigen. Eine gute Bekannte, mit der ich ab und zu mal einen Hundespaziergang absolviere, sagte doch letztens "Also Heike, du hast wirklich ein Aufmerksamkeits-Defizit. Ich nehme dich mal mit zu mir nach Hause, da hast du genug Aufmerksamkeit".

    Hä??? Tja so sehen die Leute das. Entweder total verkehrt oder ohne Interesse oder oder oder.....

    Ich gehe damit offen um. Mir egal. Und wenn die Leutchen dann nix davon hören wollen, dann erzähl ich denen ein paar Stories über meine anderen Erkrankungen hihi.

    lg Heike

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Hallo lottchen!

    Also ich bin auch nicht so offen mit anderen Leuten darüber zu sprechen. Ich lebe in Österreich und meine Familie ist weit weg. Ich schaffte es meiner Family ganz 7 monate nix zu sagen bis sie mich gesehen haben da vor kurzem meine geliebte oma verstorben ist und ich zur Beerdigung gin. erst als sie mich sahen musste ich die Karten auf den Tischmlegen da ich 16 kg abgenommen habe.
    Kann dir keinen wirklichen Rat geben ausser sag es vorab nur mal den leuten denen du absolut vertraust. es ist für ausenstehende nicht leiht damit umzugehen.
    Machs gut"
    njappo

  10. #10
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    njappo schreibt:
    .... erst als sie mich sahen musste ich die Karten auf den Tischmlegen da ich 16 kg abgenommen habe.

    njappo

    Tut mir leid wegen deiner Oma.....wirklich jetzt. Aber deinen obigen Satz kapier ich nicht. Warum MUSS man dann Karten auf den Tisch legen, wenn man abnimmt??

    Du isst weniger, fertig. Warum geht doch keinen etwas an oder?

    Leute ihr macht Euch selber Stress.....

    PS: klasse mit deiner Gewichtsabnahme......Komplimen t

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