Seite 3 von 11 Erste 12345678 ... Letzte
Zeige Ergebnis 21 bis 30 von 102

Diskutiere im Thema Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Simönchen

    Gast

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Hallo ihr

    Ich bin seit knapp 3 Wochen diagnostiziert und erzähle NIEMANDEM außer meinem Partner und meiner allerbesten Freundin davon. Gründe habe ich folgende: (muss a bisserl ausholen)

    2008 begann alles. Ich ging damals in Psychotherapie, ohne vorher einen Psychiater aufgesucht zu haben (war mir alles suspekt), weil 1. einige wirklich ungute Dinge passiert sind, ich 2. ständig hypernervös war und ein ständiges Nagen und Getriebensein - links vom Brustbein... nagnagnagnag.... abgesehen davon, dass mein Hirn mich nicht in Ruhe ließ. Da drehten sich die Räder 24/7, nicht um ein bestimmtes Thema, aber ich kam einfach nicht und nicht zur Ruhe.

    Die Therapie half mir sehr, aber eigentlich nur dabei, mit meiner verkorksten Familie besser klarzukommen und mich nicht ständig für alles verantwortlich zu fühlen. Ich hab' auch einen ganzen Haufen Aggressionen abbauen können - wusste bis zu dem Zeitpunkt gar nicht, was alles in mir steckt, war echt erschreckend - aber befreiend.

    Bis zu dem Zeitpunkt war ich sehr outgoing, ich hab's mitgeteilt, wenn ich mich freute, wenn ich mich ärgerte, wenn ich enttäuscht oder traurig oder wütend oder stolz auf etwas war... Auch hab ich nicht verheimlicht, dass ich in Psychotherapie bin - nicht vor Freunden und (wie dumm von mir) Kollegen. Ab diesem Zeitpunkt wurde alles anders: jedesmal, wenn ich auch nur irgendwas sagte, wurde ich hämisch angegrinst, nicht selten fielen Sätze wie "Naja, du bist ja in Therapie und hast dich nicht unter Kontrolle" oder "Kommt alles von der Therapie" oder "Komm lass mal, erzähl das deinem Psychofritzen"... Das hat mich unheimlich verletzt. Ich wurde quasi in der Äußerung meiner Gefühle und dem was mich halt grade beschäftigte, nicht mehr ernst genommen und definitiv als "Psychotante" abgestempelt.

    Das veranlasste mich dazu, nichts mehr darüber zu erzählen - nur noch den wirklich besten, ältesten Freunden. Tut natürlich auch nicht gut! Ich bin halt nun mal nicht der Typ Mensch, der gerne alles für sich behält und reagiere eigentlich sehr unmittelbar. Mich diesbezüglich zu kontrollieren war unglaublich schwer.

    Wie gesagt, die Therapie half - aber nur bedingt. Das Getriebensein und die Hypernervosität, noch dazu schwere Durchschlafstörungen ohne erkennbaren Grund veranlassten mich dazu, zu einem Psychiater zu gehen - erste Diagnose: Paniksyndrom. Was auch immer das sein mag... ich hatte nie in meinem Leben eine wirkliche Panikattacke. Bekam Cipralex 1 - 0 - 0 und Quetialan zum Durchschlafen.

    Durch Zufall geriet ich an einen ADHS-Spezialisten, machte die Diagnostik und habe nun seit knapp drei Wochen die ADHS-Diagnose. Bekomme Ritalin 10mg Novartis, 1 - 1/2 - 0 und es ist eine Offenbarung. MIr gehts richtig gut damit, mein Zigaretten- und Kaffeekonsum haben sich drastisch verringert und ich schlafe nach anfänglichen Einschlafstörungen viel besser als vor der Einnahme von Ritalin.

    Hab's wieder nur meinem Partner und meiner besten Freundin erzählt. Ich hab' keinen Bock auf dämliche Aussagen von Nixblickern, die sich nicht mit der Materie auskennen, selber keine Symptome dieser Art und dementsprechend keinen Leidensdruck haben und sich von den Drecks-Boulevard-Medien stark beeinflussen lassen. Dementsprechend hab ich mich dafür entschieden, das Ganze für mich zu behalten. Geht keinen was an. Aus.

    Mir geht's besser, viiiiiel besser, und das zählt.

    Ich möchte nicht wieder abgestempelt werden.

    Kranke Welt.

    Viele Grüße,

    Simönchen

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 929

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Mir gehts da genauso wie dir....muss mich auch irgendwie bzw irgendwem mitteilen....ich posaune es nicht in die welt rauds, nein...aber mein freund ud ein zwei freunden.....aber ich muss wohl lernen....das es die leute nicht interessiert. Interessant ist, die bei mir besagte freundin selber borderlinerin ist und sich selber schön über so ein verhalten anderer beschwert hat....tja...so kanns gehen

  3. #23
    Simönchen

    Gast

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Liebe Ewyn,

    jo. So ist die Welt. Aber: geht es nicht im Grunde um DEINE Gesundheit? Um DEINE persönlichen Erfahrungen, die halt mal niemand, der nicht die Diagnose hat oder Menschen kennt, die darunter leiden, nachvollziehen kann?

    Ich fahre mit meinem NIcht-Preisgeben unglaublich gut. Und es schränkt mich auch nicht mehr ein.

    Ich bin ich. Und du bist du.

    Alles andere geht andere nix an (ich weiß, dass es schade ist).

    Liebst,

    Simönchen

  4. #24
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Hallo alle,

    Ich habe meine diagnose vor 5 jahren bekommen und schon damals hatte ich ehe wenige menschen gesagt. Familie, freunden, partner und andere menschen die mich helfen...

    Keiner behandelt mich deswegen grundsächlich anders. Für einigen ist auch eine erleichterung. So weiss mein freund dass es keine schlechte wille ist und meine Eltern dass sie mich doch nicht so falsch erzogen haben...

    ADS bei name nennen mache ich wenig, aber umschreiben schon. Also, ich habe kein problem zu sagen dass ich vergesslich, ablenktbar und impulsiv und deswegen oft problemen hatte und dagegen medis nehme. Viele menschen können so was ehe besser einordnen als die 3 buchstaben wo ich nie weiss wie sie interpretiert werden. So auf diese art, kommt es auch oft gut an und ich sage es nur wenn es zu thema passt, oder als erklärung. Manche kommen selber drauf dass es ADS ist, weil sie es kennen.

    Zu jemand der ab und zu dummes über ADS sagt und dann mich doch irgendwann nachfragt, sage ich lieber nichts...

    lg

  5. #25
    Simönchen

    Gast

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Hallo

    meinen Post oben zu diesem Thema hast du vielleicht schon gelesen, es gibt aber auch noch einen anderen Grund, warum ich NICHT sage, dass ich Medis nehme:

    siehe:

    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-non...dent-dopt.html

    NO CHANCE.

    Liebe Grüße!

    Simönchen

  6. #26
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Hallo Simonchen,

    Wenn ich sage dass ich medis nehme, sage ich nicht umbedingt was für medis und es fragen die wenigstens danach... Ich habe auch keine lust jedne zu sagen dass ich D-amphetamin nehme, da die meistens es ehe von die strasse kennen als sonst...

    Aber wirklich, sagen dass man mit konzentration problemen hat, deswegen problemen am job bekommen und medis nimmt, versteht jeder und fragt oft gar nicht weiter...

    lg

  7. #27
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 683

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    @Heike: Nein, du hast dich nicht missverständlich ausgedrückt, sondern ich. Ich kämpfe eher darum nicht zuzunehmen. Naja, meine dosis wurde gerade erhöht, vlt.hilfts ja.
    Habe mal einen "flüchtigen Blick" in deinen Block geworfen. Du bist, evtl auch Zwangsweise, sehr fit?

    Ansonsten, was ich rigeros durchgezogen habe, ganz unabhängig von der Diagnose, ich habe meinen Freundeskreis, leider eh schon nicht sehr gross, ausgemistet. Alle Menschen die mir nicht gut gesonnen sind, zu denen habe ich den Kontakt abgebrochen. Das hat sehr viel Ruhe in unseren Alltag (ich bin alleinerziehend mit 3 relativ jungen Kindern) gebracht. Nicht alle Menschen, wissen, warum ich so ticke, aber es ist für sie scheinbar ok.

    Meine besten Freunde wissen bescheid. Die eine hälfte ist so wie immer, das ist mir am liebsten. Die andere Hälfte ist überfürsorglich, manchmal nervt das, dann meld ich mich halt lange nicht. Bis auf eine Freundin, die darf das, die hat soviel gutes getan......

  8. #28
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Also bei mir wissen es Familie, Freunde, meine Chefs und Arbeitskollegen. Die Freunde, die damals mit meinem Outing nicht klargekommen sind, haben sich dann für mich erledigt. Das waren keine echten Freunde (das kann ich glücklicherweise jetzt so sehen und sagen, damals, ca 2007/2008, fiel mir das sehr sehr schwer zu verstehen und zu akzeptieren....).

    Das Gute an meinem Arbeitsumfeld ist, dass wir alle Ergotherapeuten sind und tagtäglich mit ADHS (Jugendliche & Erwachsene) zu tun haben und informiert sind. Deshalb gabs seitens meiner Kollegen, etc. glücklicherweise keine Vorbehalte...Sogar eine von meinen 2 Chefs hat sich dann selbst geoutet, innerhalb der Teamsitzung, in der ich mich auch geoutet hab ....


    LG & cheers,

    Giggles

  9. #29
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 683

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Supi, ich freue mich über den großen anklang den meine Frage bekommen hat.

    Auch wenn ich weiss, das es nix mit mir zu tun hat und auch nix mit mir zu tun hätte, wenn keine reaktionen gekommen wären, hat es mein ego super hochgebracht!

    Rein theoretisch weiss ich es, es aber in der Praxis umzusetzen fällt mir schwer. Was noch supi ist, ich weiss, das ich mich hier mit meiner Aussage nicht lächerlich mache!


    DANKE

  10. #30
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um?

    Hallo lottchen,

    mein engster Freundeskreis weiß es - die Leute gehen prima damit um,
    stellen Fragen oder/und zeigen Verständnis ...

    viel hat sich seither nicht geänder*t,
    da die Leutchen mich von jeher so verhuscht kennen
    und ich vor allem immer wieder sage, dass ich Ehrlichkeit mir gegenüber brauche ...
    wenn jemand knatisch ist, muss er/sie mir das sagen!
    Daran hat sich seit der Diagnose nix geändert ...

    An der Uni habe ich es den Betreuern meiner Abschlussarbeit gesagt,
    aber auch nur, weil ich die vorher schon kennenlernen konnte und
    darauf vertraut habe, dass ich offen reden kann und dieses "Outing"
    für alle Beteiligten besser ist - die Strategie geht auf, mein Prüfer
    gibt mir vor allem strategische Tipps zum Überlisten des Belohnungszentrums ;-)

    Ansonsten haben wir ganz klar darüber gesprochen,
    dass meine Leistung dadurch nicht milder bewertet wird!

    Es geht einzig darum, dass "die Jungs"
    mein manchmal für sie merkwürdiges Verhalten verstehen können ...

    Ansonsten gehe ich mit der Diagnose nicht hausieren ...

    LG, habit

    Editier:
    *"nicht viel geändert" in Bezug auf die bestehenden Freundschaften ... ansonsten tut sich ja einiges ;-)
    Geändert von habitbreaker ( 5.02.2013 um 22:20 Uhr)

Seite 3 von 11 Erste 12345678 ... Letzte

Ähnliche Themen

  1. Wie erkläre ich einem "Normalo" wie nicht-können geht?
    Von ilva im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
    Antworten: 28
    Letzter Beitrag: 13.02.2012, 19:13

Stichworte

Thema: Wie offen geht Ihr mit der "Krankheit" um? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum