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Diskutiere im Thema Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 47

    Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Hallo Zusammen !

    Ja. - der jumbaa ist es schon wieder mit seinen Problemen ..
    Und dann auch noch am Freitag !
    Tut mir leid Leute .. Aber ich muss die Katze jetzt einfach aus dem
    Sack lassen .. Ihr kennt das ja .

    Alllllsoo ..
    Ich bin eigentlich recht kommunikativ - wenn ich mich nicht gerade mit
    5 leuten unterhalten muss( also in der gruppe) .
    Eigentlich wird mir sogar alles über 2 mann( frau)
    zu "anstrengend" und mein gehirn schaltet auf dmax ..

    In der gruppe spreche ich dementsprechend ziemlich wenig.
    Meistens bin ich dann auch irgendwann mim kopf voll ganz weg.
    Dabei denke ich dann einfach an gar nichts ..
    Mir kommen auch keine gedanken auf oder sowas-
    man kann also auch nicht sagen ich schlafe ( denn selbst da bekommt man mehr mit , träume...).
    Ja- abschnittsweise habe ich dabei sogar "filmrisse" , sprich ich kann mich
    nicht erinnern was war, wo ich überhaupt bin und/ oder wo ich gerade war ,wielange wir schon da sind
    und über was so geredet wird undso ..


    Wenn ich dagegen ein mir mögliches gespräche führe
    , sprich idealerweise mit 1 person alleine ( nicht innerhalb der gruppe sondern
    sagen wir mal an einem anderen tag) ,
    dann kommen mir umso mehr gedankesblitze und ich springe von der einen sache zu ner anderen
    Und interessiere mich im laufe des gesprächs für Sachen die mich sonst nie interessieren/ beschäftigen..

    Was ist da kaputt ? Teilt das sogar jemand ?

    Grüße und ein schönes Wochenende
    jumbaa

  2. #2
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Der Filmriss klingt nach Dissoziation.


    Also ich hab das nicht, kann es mir aber durchaus als Abwehrreaktion des Körpers vorstellen. Weiß net.
    Allerdings fühl ich mich in großen Gruppen nicht wohl. Also ich kann scho immer wieder mal dem einen oder dem anderen zuhören, aber in größeren Gruppen bin eher ich die, die die Klappe hält. Wärend ich auch eher endlos quassel, wenn ich nur mit einer Person unterwegs bin.

    Ich glaub das hilft dir nur nicht weiter

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 499

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Ich kenne das auch, dass ich mich bei Gesprächen mit mehr als zwei oder maximal drei Leuten gleichzeitig "reizüberfordert" fühle. In Gruppen ("gesellige" Abende etc.) werde ich oft ruhig, lasse entweder die Reize auf mich wirken oder schalte auch mal ab.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    So Filmrisse habe ich nicht, den Rest kenne ich auch.

    Bei mehreren Gesprächspartnern sage ich meist nicht, kann dem Gespräch auch manchmal nicht folgen. hänge irgendwo an Einzelgedanken fest ...

    In Einzelgesprächen bin ich dann auch sehr kreativ und kommunikativ, meist.

    Ich glaube das hat mit fehlenden Reizfiltern zu tun, alle Geräusche kommen gleichzeitig an, verschmelzen zu einem Brei.

    Kenne das z.B. auch am Telefon, ich höre den anderen, diktieren darf man mir aber nichts am Telefon, das kommt nicht an, Telefonnumern oder andere Infos verdrehe ich komplett beim Aufschreiben, geht einfach nicht, auch in Vorträgen.

    Es gibt das Phänomen der auditiven Wahrnehmungsstörung, das Ohr funktioniert, aber nicht die weitere Verarbeitung im Kopf und ich glaube das hat auch was mit fehelnden Filtern zu tun.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Ah ok . Schön das ihr aus eigener erfahrung redet !
    ist immer interessant zu lesen ..

    was bedeutet das mit der dissoziation?

    Hat das eigentlich schon etwas mit hochsensibilität wie sie auch zum teil im forum aufgegriffen wurde zu tun?

    Xyberlin: schön das du den begriff aufnimmst ! Mein ergo hat das auch schon öfters erwähnt . Kanndas aber irgendwie schon wieder nicht zuordnen ..
    Ahh doch ! Bei mir ist es manchmal so das mir jemand ne frage oder so stellt und ich hab die eigentlich pysikalisch gesehen auch mitbekommen ( sprich meine ohren sind ok ) aber mein gehirn macvt da nicht mit. Sprich ich frag ihn nochmal was er überhaupt gesagt hat. Währendessen ich ihn nochmal darum bite die frage zu wiedeholen , sage ich ihm dann ganz plötzlich die antwort weil ich die frage ja doch gehört habe, es aber im kopf irgendwie nicht gleich weitergeleitet wurde oder so ..?
    manchmal dauert es aber auch noch länger , frage wird gestellt - ich sage er/ sie soll die frage wiederholen- er/ sie wiederholt die frage , und genau währendessen er spricht weiß ich was er/ sie mich gefragt hat und ich hör dann auch gar nicht mehr zu und warte meist gelangweilt darauf das ich endlich was sagen kann oder ich platze einfach rein ..

    Kann viell noch jmd. Was dazu sagen ? Und zur auditiven wahrnehmungsstörung?

    Ps : dabei macht es keinen unterschied ob mir in der gruppe eine frage gestellt wird oder im 1:1

    Danke und mfG
    jumbaa

  6. #6
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Dissoziation beschreibt, meine ich, einfach ein totales vergessen oder abkapseln von "Wissen, das der Kopf mal gespeichert hatte" usw
    War jetzt zu faul nochmal den ganzen wikipediabeitrag zu lesen, ich glaub der wär aber auch zu weitläufig.
    Vielleicht war es auch was anderes, als ich ursprünglich meinte.
    Ich glaub bei Dissoziation gehen die davon aus, dass man eher traumatische Sachen "vergisst".
    Wenn das Dissoziation wäre, was du beschreibst, dann müsste das vielleicht eher so sein dass dich die situation traumatisiert oder dich an irgendwas traumatisches erinnert.
    Ich glaub aber, so wie du das beschreibst ist das vielleicht doch nicht der fall(?)

    (Achtung, ich glaub das was ich beschrieben hab könnte auch blos Küchenpsychologie sein...bin ja auch nur Laie)


    Ich meine das mit dem auditiven hab ich auch mal in nem ADHS-Buch gelesen, dass viele damit angeblich probleme haben.
    (Ach, ich glaub das stand vor allem auch bei den hypoaktiven. Die haben als Kind angeblich auch probleme mit dem Blickfeld und sehen manchmal doppelbilder, wenn sie zur Seite gucken...irgendwas dazu stand da)


    Ich glaub nach der Theorie aus dem Buch hatte das "auditive Wahrnehmen" ja auch damit zu tun, wie das Hirn arbeitet.
    Man hört ja nicht "direkt", sondern das was an "klang" im kopf ankommt ist ja auch interpretation des hirns. Und wenn bei AD(H)Slern da die Probleme mit der weiterleitung von informationen bestehen wegen der Neutrotransmitterprobleme im Kopf, könnte das ja auch damit zusammenhängen. Oder es hängt damit zusammen, dass AD(H)Sler erstmal filtern müssen, weshalb sie einfach mehr Arbeitsschritte im Kopf durchgehen bis sie endlich das wichtige herausgefiltert haben und antworten können.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Haben die genannten symptome eig. irgendwie was mit hochsensibilität zu tun?

    @tassekaffee: ohje .. Wenn das wirklich sowas bedeutet dann trifft das bei mir voll zu glaube ich . Es ist einfach nur schlimm was ich alles vergesse . Z.b. Beim Kochen. Ich koche gerne und desöfteren ( viell 1-2 mal in der woche ) . Zum beispiel koche ich asiatisches hühnchen-curry einmal im monat . Immer. ( das trifft ungefähr zu) . Jedes mal aufs neue muss ich meine mutter fragen was reinkommt . Sie will mir mittlerweile gar nicht mehr sagen was reinkommt weil sie echt mega genervt ist , am anfang dachte sie ich will sie reinlegen oder so..
    Ich koche eig immer alleine , ich muss also immer wissen was reinkommt und irgendwie do drin muss es ja auch gespeichert sein aber ich hab kein zugriff darauf. Das ist nicht nur bei dem asiatischen hühnchen- curry so , sondern auch bei allen anderen gerichten . Ich weiß einfach ( fast) jedes mal aufs neue die zutaten und oder zubereitung nicht. Bei manchen gerichten o.ä. Hab ich es komischerweise eig immer auf abruf ( glaub ich zumindest) .

    Das ist aber nicht nur beim Kochen so . Das kann man auf alle ebenen übertragen. Ich vergesse was ich gestern gemacht habe ( und es ist wie gelöscht ) , ich vergesse schöne sachen die ich erlebt habe, witzige, traurige . Ich habe fast nichts "altes" zu erzählen. (Fast) Alles ist wie weg. Gott sei dank bin ich einigermaßen lebhaft und kommunikativ ,sodaß ich diese "gelöschten daten" mit aktuellen sachen kompensieren kann.

    Ich habe auch schon mit meinem Ergo darüber gesprochen. Er hat gemeint das die sachen aber alle gespeichert sind , ich aber keinen zugriff darauf habe. Irgendwie macht mich das nachdenklich und ich frage mich im endeffekt ob ich jemals wieder darauf zugriff haben werde ?? Und wann ?? Wie werde ich damit umgehen ..

    Viell. Kann dazu ja jmd etwas sagen.
    würde mich sehr freuen

    MfG
    jumbaa

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Hallo,

    ob es mit Hochsensibilität zu tun hat, kann ich Dir nicht sagen.

    Auf jeden Fall kann ich sagen, dass es mir auch so geht.
    Zu viel auf einmal und vor allem gleichzeitig, funktioniert einfach nicht.

    Bei ADHS auch kein Wunder, haben wir doch u.a. genau da unsere "Problemzonen".
    Reize eben nicht filtern zu können, nicht in der Lage zu sein, sich auf dieses eine zu konzentrieren und alles andere um uns herum auszublenden.
    Alles ist gleich laut und alles ist gleich wichtig für uns, bzw. unser Gehirn.

    Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass es eben auch oftmals zur Dissoziation kommt.
    Wenn zu viel auf das Gehirn einprasselt, muss es eine Art Notbremse ziehen und die Flut von Informationen unterbrechen, sonst wäre eine Überladung die Folge, ein regelrechter Overload, bzw. an dem Punkt sind wir dann schon wieder.
    Also blendet man regelrecht aus, verfällt in eine Art Trance, bekommt nicht mehr wirklich was mit.
    Das Gehirn spaltet das Bewusste von Unbewussten ab und macht die Schotten sozusagen erstmal dicht, denn es kommt mit der Bearbeitung der Signale nicht mehr hinterher.

    So in etwa kann man sich auch eine Dissoziation in diesem Falle vorstellen.
    Dissoziation an sich ist eine dochs ehr sehr komplexe Geschichte und nicht in wenigen Worten erklärbar, vor allem, wenn man dabei von ADS'lern redet...

    Wenn Du Zeit und Ruhe hast, hier im Forum findest Du einen der gewiss umfangreichstens und interessantesten Threads mit gesammelten Info's über Dissos überhaupt.
    Ich würde sagen, dass wirklich geballte Info's zu finden sind, allerdings muss man da mittlerweile viel Zeit haben und sich da durchackern.

    Hier findest Du diesen Thread.

    Interessant ist er allemal und sehr lesenswert.
    Könnte man glatt ein Buch draus extrahieren.

    Dazu gibt es auch einige Gruppen, die sich damit beschäftigen.
    Auch da sind etliche der Postings aus besagtem Thread zusammengefasst und gesammelt.

    Ich weiß nicht, ob eine HSP (hochsensible Persönlichkeit) durchaus die gleichen Probleme wie ein reizüberfluteter ADS'ler haben kann, aber ich denke schon, dass da sehr viel ähnlich ist und soweit ich weiß, sind ADS'ler auch oftmals auch hochsensible Menschen.

    Bei Gruppen ist es aber oftmals "einfach nur" die Reizüberflutung, also die Unfähigkeit, unwichtige Reize auszufiltern.
    Bei Nicht-ADS'lern soll es wohl so sein, dass die das Unwichtige auch wirklich irgendwie "leiser" wahrnehmen.
    Sie hören das auch, im Grunde auch genauso laut wie wir, aber das Gehirn schottet das ab, bzw. dämpft das einfach.
    Das ist etwas, das wir wohl nicht oder nicht so gut können.
    Das führt schnell zur Überforderung und irgendwann muss das Gehirn dann die Reißleine ziehen und das passiert dann z.B. durch die Dissoziation.
    Man nennt sowas auch z.B. den "Cocktailpartyeffekt" ... überall nur Gemurmel, nichts wirklich Verständliches, nur mit dem Unterschied, dass das Gehirn versucht, permanent alles mitzubekommen, mit der Folge, dass man gar nicht mehr mitbekommt.

    Viele Grüße
    Fliegerlein

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Alter: 25
    Forum-Beiträge: 47

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    Hallo,

    ok, das mit der dissoziation habe ich jetzt wahrsch. verstanden. Das betrifft ja aber nur "live- aktionen" so wie ich das verstanden habe oder? Sprich man nimmt nicht alles was passiert auf, sondern speichert nur einen teil ab, der rest ist " so schnell weg wie er da war" oder der umgangssprache nach : " hier rein , da raus D " .
    Das kenne ich auch bzw dan trifft das zum teil auch auf mich zu aber das ist wieder ein anderes thema.

    Eine frage: dh also das dissoz. Eig. Autom. Mit ads einhergehen? Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger?

    Soviel zu dissoziationen. Jetzt das andere :
    Ich meine hier gerade eher langzeit dinge , also um beim beispiel ( ein beispiel von vielen hunderten) zu bleiben : ich vergesse rezepte , obwohl ich die oft koche. Manchmal fällt mir gar nichts ein, manchmal die hälfte, mal die andere hälfte( wo mir zb ein paar wochen vorher beim Kochen nicht eingefallen ist) ... Eigentlich ist ja alles abgespeichert ( bei den rezepten kann man es ja schön sehen , mal fällt mir nur die eine hälfte ein, wananders nur die andere hälfte) , wie es bei anderen erlebten sachen ist kann ich nicht voll schlüßig sagen . Aber mein ergo meint, es sei alles abgesp. Nur ich hab beschränkten zugriff darauf.

    Wo jetzt aber genau der fehler liegt, was man tun kann, wann bzw ob ich wirklich wieder mal darauf zugriff haben werde kann mir niemand sagen ?!

    Ich finde es schon traurig.. Gut rezepte zu vergessen ist ja wurscht. Aber wenn ich nichtmal mehr weiß was ich gestern gegessen habe( passiert manchmal) oder was ich so alles erlebt habe in letzter zeit, dann ist das schon traurig ..

    MfG jumbaa

    ps: Danke für den Link @fliegerlein ! Werd ich mir mal anschauen , wenn ich ,wie du auch schon so schön sagst , zeitxdafür habe
    Geändert von Jumbaa ( 6.02.2013 um 13:40 Uhr)

  10. #10
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Reizüberflutung bei vielen Menschen ?! Kompensation im Einzelgespräch

    vielleicht braucht das hirn zu lange zum Suchen nach den Rezepten(?)

    Ich kenn sowas, wenn ich über zu viele Sachen nachdenke, dass mir dann die einfachsten Sachen nicht einfallen.
    Also wenn man nicht seinen Arbeitsspeicher mit zu vielen Gedanken gleichzeitig verstopft, dann wüsste man, dass zu Information A, auch information B und C gehört.
    Aber vorwiegend wenn ich emotional anders beschäftigt bin, dann kann man mir den größten Scheiß erzählen und ich glaube das bzw zweifel eher an mir selbst.
    Denk ich dann später nochmal nach fallen mir dann wieder alle Informationen ein die ich brauche um zu wissen, dass der Mensch mir Mist erzählt hat.

    Bin auch irgendwie nicht Schlagfertig, auch wenn ich gerne diskutiere.
    Manchmal fallen mir dann später nochmal Argumente ein, die für mich irgendwie selbstverständlich sind, aber irgendwie schon im Hirn in die Mottenkiste gepackt wurden.


    Ich weiß nicht ob das bei dir Möglich wär, aber je häufiger man Informationen "abruft", desto schneller kann man später nochmal darauf zugreifen.
    Z.B. bei Passwörtern: tipp ich die selten vergess ich sie, auch wenn ich sie theoretisch parat habe.
    Ist bei Rezepten ja auch so: wenn ich es wöchentlich koche vergess ich es nicht. Koch ichs nur einmal im Monat besteht die Möglichkeit, dass ich was vergesse.


    Wobei da die Frage was du genau bei Rezepten vergisst?
    Die Mengenangaben, die Zutaten? Die "großen Zutaten", aus denen das Gericht hauptsächlich besteht oder eher so sachen wie Gewürze, Kleinigkeiten usw?
    Nur bei komplizierteren Rezepten (meinetwegen Chop Suey oder Chili con Carne... da hat man ja direkt mehrere Gemüsesorten und verschiedene Gewürze) oder auch bei einfachen Rezepten wie Pfannkuchen?

    Angeblich kann man sich so sachen besser merken, wenn man nicht jedes mal nachguckt, was rein kommt, sondern bewusst darauf achtet, was rein kommt. Zum Beispiel wird ja kritisiert, dass man dank Internet sich häufig nicht mehr so viel merkt, sondern sich eher merkt wie man es finden kann. Wenn ich jedrzeit im Internet oder in nem Buch nachgucken kann, welche Informationen ich brauche, dann speichert das hirn sie weniger. Hängt vielleicht auch mit der inneren Einstellung zusammen "kann ich ja nachgucken, wenn ichs brauch". (Ich glaub sowas lässt sich nur bedingt verändern, ist ja eher eine unbewusste Einstellung).
    Ich meine AD(H)Sler neigen auch dazu sich Sachen besser zu merken, die weniger "abstrakt" sondern mehr bildlich sind.
    Also wenn du z.B. bevor du mit Kochen anfängst erstmal alle Zutaten auf den Tisch stellst, dann kannst du dir versuchen die Sachen bildlich einzuprägen. Statt blos den Text aus dem Kochbuch.
    Wenn du dann beim nächsten Mal kochen willst guckst du in den Schränken nach, was du brauchst, und sobald du die Zutaten siehst fällt es dir dann vielleicht wieder ein.
    Vielleicht hilft es auch generell etwas "bewusster" hinzuschauen beim Kochen. Wenn man flüchtig hinguckt und zwischen Radio und anderen Reizen mal eben schnell was machen will, weil vielleicht die Zeit drängt und später noch XYZ gemacht werden muss, damit ABC fertig wird und Dingsbums vorbei kommen kann, dann ist man mit dem Kopf ja ganz woanders. In dem Fall ist es klar, dass man dann weniger davon speichert.
    Vor allem weil ADHSler ja dieses Arbeitsspeicherproblem haben. (Sei es weil der einfach nicht so viel gleichzeitig verarbeiten kann, sei es weil der nicht genug filtern kann, sei es weil zu viele Gedanken durch den Kopf gehen...)

    Im Buddhismus gibts die Achtsamkeitsmediation, Zen-Buddhisten machen das sogar als Lebensziel dass man in jedem Moment Achtsam sein soll, quasi das ganze Leben sich bewusst auf das zu konzentrieren, was man gerade im Moment macht. Quasi im hier und jetzt leben und nicht permanent darüber nachgrübeln was in der vergangenheit war und was morgen sein wird. Ich geb zu, das kann man sicher auch leicht falsch verstehen und ist schwer in eindeutigen Worten auszudrücken, was damit eigentlich gemeint ist.
    (AD(H)Sler leben ja angeblich auch nur im Moment und machen sich zu wenig Gedanken über die Zukunft bzw planen nicht so weit. Das ist damit sicher nicht gemeint)
    Ich denke mal, dass man, wenn man das schafft, recht praktisch sein kann, weil man dann besser filtern kann.
    Ist dann nur die Frage, ob das überhaupt eine Methode ist, die bei ADHSlern funktioniert. Oder ob sie gerade wenn sie sich konzentrieren sollen dann irgendwie abdriften, weil dann zu wenig Reize auf sie Einströmen. Aber ich glaub solche Übungen sind für jeden schwer, auch ohne ADHS.
    Vielleicht reicht es schon, wenn man meinetwegen bevor man etwas macht, sich 10 min hinzusetzen und versucht innerlich zur Ruhe zu kommen, weil man dann vielleicht generell etwas konzentrierter da ran gehen kann, als wenn man das nicht macht.
    Probieren geht über studieren, nur man darf nicht zu viel gleichzeitig davon erwarten.


    Sag ich, die sich immer wieder mal vornimmt das zu machen, aber dann noch total undiszipliniert ist was das angeht



    Wobei das dann die schwierigkeit ist: solange man dran denkt, z.B. weil man was kochen will, kann das funktionieren.
    Aber wenn man das dann in anderen Situationen braucht die spontan kommen, dann hat man den kopf so voll und kriegt wiedr nicht alles wichtige mit.
    ( na gut, ich behaupte auch normalos kriegen nicht alles wichtige mit)
    Ich frag mich grad ob so ne Art Meditation, wenn man sie richtig macht und sein Leben danach ausrichtet, nicht ne Art Zwang werden kann O.o
    Klar, es geht nicht darum zwanghaft an nichts zu denken, aber wenn das ein Kompensationsmechanismus ist und funktioniert, dann könnte das ja zu ähnlichem führen wie zwanghaftes Ordnunghalten usw.
    Geändert von tasseKaffee ( 6.02.2013 um 14:32 Uhr)

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