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Diskutiere im Thema Normal oder nicht normal im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    Normal oder nicht normal

    was bedeutet das?
    Spielt man nun seine Rolle gut und hält man sich an die allgemein gültigen Regeln gilt man als normal. Bricht man jedoch die Regeln, dann entspricht dieses Verhalten nicht der Norm. Aber nach welchen Kriterien beurteilen wir die jeweiligen Verhaltensweisen?
    Statistische Norm ist das, was die meisten tun. Unter die ideale Norm fallen dann die Überangepassten, die sich strikt an die Regeln halten. Die individuelle Norm sagt, dass das normal ist, was der einzelnen Persönlichkeit entspricht. Aus dieser Sicht verhält sich sowohl der Querulant, der sich nicht an die Regeln hält, als auch der Ängstliche, der sich nicht traut, Regeln zu brechen aufgrund seiner anders strukturierten Persönlichkeit normal. Die Gesellschaft bestimmt letztendlich, was normal und nicht normal ist.
    Stellt Euch mal folgende Situation vor. Ein Mensch, der die Farben des Regenbogens sehen kann, kommt in ein Land, in dem Menschen leben, die nur schwarz und weiß voneinander unterscheiden können. Da es dort eine angeborene Eigenschaft ist, ist sie normal. Derjenige nun, der noch die anderen Farben sieht, wird natürlich niemanden davon erzählen und seine Fähigkeit verschweigen. Er fühlt sich unnormal, wenn nicht sogar krank. Sagt er den anderen, dass er ganz viele Farben sieht, wird er ausgegrenzt und behandelt....damit er die Farben des Regenbogens vergisst und seine Sinne nur Schwarz und Weiß wahrnehmen...
    Das ist dann normal!!!!

  2. #2
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 252

    AW: Normal oder nicht normal

    Genau!

    Normal bist du nur dann - wenn du dich in die bestehende Gesellschaft einfügst, ohne Gefühl, Verstand und eingene Wünsche - wenn du taub, stumm und gefühllos bist.

    lg

  3. #3
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Normal oder nicht normal

    amanda schreibt:
    Statistische Norm ist das, was die meisten tun.
    Das stimmt so nicht ganz - die statistische Norm besagt dass das normal ist, was sich innerhalb einer bestimmten Population innerhalb von einer Standardabweichung um den Mittelwert bewegt. Beispiel wäre hier: normaler mittlerer IQ in der Durchschnittsbevölkerung = 100; Standardabweichung = 15. Also ist jeder im statistisch normalen Bereich mit seiner Intelligenz, wenn er sich in einem Bereich zwischen 85 und 115 bewegt.

    amanda schreibt:
    Unter die ideale Norm fallen dann die Überangepassten, die sich strikt an die Regeln halten.
    Die "ideale Norm" entspricht einer vordefinierten Vollkommenheit - also dem, was in unserer Gesellschaft als "im Idealfall der Norm entsprechend" gilt. Wie z.B. ungesundes Untergewicht und 24-Stunden-Training-Duchtrainiertheit aller Models in Mode-Katalogen.
    Diese Norm überschneidet sich leider auch oft mit der sogenannten "Sozial-Norm".

    amanda schreibt:
    Die individuelle Norm sagt, dass das normal ist, was der einzelnen Persönlichkeit entspricht. Aus dieser Sicht verhält sich sowohl der Querulant, der sich nicht an die Regeln hält, als auch der Ängstliche, der sich nicht traut, Regeln zu brechen aufgrund seiner anders strukturierten Persönlichkeit normal. Die Gesellschaft bestimmt letztendlich, was normal und nicht normal ist.
    Die subjektive oder individuelle Norm ist eigentlich definiert als genau DAS - nämlich das, was jeder für sich als NORM oder NORMAL erachtet. Das wird sicher durch die Gesellschaft mitbestimmt - was darunter aber genau fällt, das entscheidet und bestimmt jeder einzelne alleine für sich und selbst.

    amanda schreibt:
    Stellt Euch mal folgende Situation vor. Ein Mensch, der die Farben des Regenbogens sehen kann, kommt in ein Land, in dem Menschen leben, die nur schwarz und weiß voneinander unterscheiden können. Da es dort eine angeborene Eigenschaft ist, ist sie normal. Derjenige nun, der noch die anderen Farben sieht, wird natürlich niemanden davon erzählen und seine Fähigkeit verschweigen. Er fühlt sich unnormal, wenn nicht sogar krank. Sagt er den anderen, dass er ganz viele Farben sieht, wird er ausgegrenzt und behandelt....damit er die Farben des Regenbogens vergisst und seine Sinne nur Schwarz und Weiß wahrnehmen...
    Das ist dann normal!!!!
    Das ist ein schönes Beispiel, betrifft hier aber die Anpassung eines Einzelnen an die gesellschaftlich allgemeinhin akzeptierte Norm - in diesem Falle wohl am ehesten Sozialnorm.

    Das Problem mit "normal" und "nicht-normal" ist ein wenig ausgeufert - gerade in unserer momentanen und schnelllebigen Gesellschaft, da gebe ich Dir Recht, amanda.

    Solche Norm-Begriffe sind aber durchaus sehr wichtig. So zum Beispiel die "Funktionale Norm", auf die zurückgegriffen werden muss, um eine Krankheit oder eine eingeschränkte Möglichkeit der Lebensführung zu definieren - und so manchen Menschen z.B. einen Schwerbehindertenausweis zugestehen zu können. Die Funktionale Norm ist definiert als die Erfüllung bestimmter Funktionen, die zum alltäglichen Leben und dem Lebensunterhalt, des sozialen Lebens und Miteinanders sowie der Familie und erforderlichen Bereichen zur Aufrechterhaltung des eigenen Lebens notwendig sind.

    Ich denke, es ist immer eine Frage der subjektiven Norm, woran wir uns nach unseren Fähigkeiten orientieren wollen und können, womit wir uns vergleichen und was wir uns vorschreiben lassen. Das geht, gerade in Bezug auf die Medien und ihre oft unterschwellige Manipulation, nicht immer gleich - und erfordert ein stetiges Bewusstsein für sich selbst. Das schafft, meiner Meinung nach, niemand durchgehend und immerzu.

    Die meisten von uns haben Ablehnung irgendwann im Leben mal ganz schlimm erfahren und tun vieles dafür, um dieses Gefühl nicht wieder aushalten zu müssen. Das geht aber nicht nur uns betroffenen und bekennenden AD(H)S´lern so, sondern auch Nicht-Betroffenen.

    Der andere Punkt ist, dass wenn ich im Leben ein mir gesetztes Ziel erreichen will, ich mich den Regeln in diesem Bereich auf gewisse Weise beugen muss. Möchte ich das nicht, dann frage ich mich, ob die Regeln für mich wirklich so mal gar nicht in Ordnung gehen - oder ob ich diese mitmachen möchte oder nicht. Das ist dann aber alleine meine Entscheidung.

    Ich muss mich dem nicht beugen, wenn ICH das nicht möchte. Die Konsequenzen muss ich dann aber auch mit mir selbst abmachen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Normal oder nicht normal

    D.h, wir müssen die gesellschaft ausblenden und so leben wie wir wollen, und indem wir so leben wie wir meinen, ziehen wir die leute an, die möglicherweise die gleichen normen/vorstellungen haben wie wir, und somit wieder rum bauen wir unsere eigene gesellschaft/umfeld/welt auf.

    und jedem ist es selbst überlassen wie er seine rolle spielt, hauptsache er spielt seine.

    So mach ich es zumindestens und ich hab schon von vielen leuten positive feedbacks bekommen das einigen mein lifestyle gefällt =), anderen auch wiederum nicht aber auf die SC**** ich

    ADS = LIFESTYLE!

  5. #5
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Normal oder nicht normal

    Damit umgehen und sich auf sich selbst und sein Gefühl konzentrieren - das bin ICH ebenfalls, derrick

    Allerdings gleichen wir alle uns irgendwo und immer, jeden Tag und in vielen Lagen, an die ein oder andere Norm an - und sei es nur, wenn wir aufstehen und zur Arbeit gehen, weil das halt "normalerweise" erforderlich ist. Oder aber, wir bezahlen an der Kasse im Supermarkt und klauen unser Essen nicht aus Nachbars Garten, weil auch das "normal" ist.

    In gewisser Hinsicht bilden wir alle unsere eigene Norm und sollten uns auch danach richten - auf unser Bauchhirn und Gefühl hören. Ja. Aber ganz ablehnen geht halt nunmal nicht.

    Wir brauchen hier und dort nunmal Normen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Normal oder nicht normal

    Liebe Virtuna

    das hast du jetzt sehr ausführlich erklärt...und echt super...ich bin nicht ins Detail gegangen. Auch ich beuge mich oft...zwar unter leisen Protest, aber ich denke, dass ich sonst in dieser Gesellschaft nicht überleben könnte. Meine Freiheit nehme ich mir im mitmenschlichen Bereich...den sehe ich nicht mehr schwarz - weiß, sondern bunt...

  7. #7
    Ehem. Mitglied 14

    Gast

    AW: Normal oder nicht normal

    Genau das macht es auch meiner Meinung nach aus, amanda - denke ich ebenso

    Ich wollte hier einer missverständlichen Diskussion vorbeugen - ich hoffe sehr, dass mein Beitrag nicht --> typisch Klugscheißer rüberkam. Das war nicht meine Absicht.

    Ich selbst habe sehr an meiner Toleranz und Akezptanz gearbeitet - vor allem mit Hinsicht auf "einfach annehmen - ohne Wertung", mit "bedingungsloser Liebe" und dem Glauben daran, dass ALLES irgendwo seinen Sinn hat, mir dient und zu meiner Aufgabe gehört.

    Seitdem ist für vieles leichter wertfrei zu akzeptieren und hinzunehmen und trotzdem meine eigene Meinung zu haben - und mein Gefühl dabei eindeutig einordnen zu können, zu dürfen und trotzdem ICH zu bleiben mit gleichzeitiger Anpassung an den Rahmen. Ebenso mit Menschen einfach und herzlich, ehrlich und aufrichtig klarzukommen, die ich vorher niemals hätte akzeptieren können ohne mich aufzuregen.

    Das ist mehr als schwierig, klar - und ich stoße mehr als oft an meine Grenzen.

    Aber es geht immer besser. Und ich fühle mich um so vieles wohler dabei, wenn ich ICH bleibe und trotzdem ein Anders-Sein wertfrei akzeptieren und einfach leben kann.

    Und genau so, wie derrick schreibt, ziehe ich mir mehr und mehr Menschen mit der gleichen oder einen ähnlichen Einstellung an - auch wenn sie diese bewusst vielleicht nicht verfolgen. Ich erlebe entsprechend ebenso mehr Akzeptanz und Toleranz und einfach Lieb-Gehabt-Werden aufgrund meiner Selbst.

    Ich glaube, die Themen "ERWARTUNGEN" und "BEWUSSTSEIN" sowie "ACHTSAMKEIT" spielen hier eine große Rolle. Oder?

    Was meint ihr "NORMALERWEISE" dazu?

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Normal oder nicht normal

    Den eigenen Bewertungsmaßstab finden, denke ich, ist Vorrausetzung für die Annahme und Ablehnen von Normen innerhalb einer Gesellschaftsstruktur. Das kann unter Umständen lebensgefährlich sein...wie beispielsweise für die Menschen, die sich im Dritten Reich aufgelehnt haben...hab dazu ein Text geschrieben, der es vielleicht noch besser erklärt...
    Wenn ein Mensch nicht geschätzt und geliebt wird, empfindet und fühlt er sich nichts wert, schämt sich und fragt: „Warum bin ich falsch strukturiert?“ Sein Bewertungsmaßstab ist das Verhalten, das in den festgelegten Rahmen der jeweiligen Gesellschaft als normal gilt. Kein Mensch möchte nun aus diesem Rahmen fallen. Darum passt er sich zwangsläufig den gängigen, gesellschaftlichen Normen an. Sein eigenes Empfinden kann er dabei jedoch nur selten als Maßstab für gut oder böse nehmen.
    Im „Dritten Reich“ beispielsweise musste das innere Wertesystem der Menschen ausgeschaltet werden, denn ein Widerspruch gegen die Masse bedeutete Gefahr für das eigene Leben. In diesem Zwiespalt gefangen, musste jeder für sich eine Entscheidung treffen. Dafür oder dagegen sein. Wie wir wissen, waren viel zu viele dafür und nur wenige dagegen. Die dagegen waren, schämten sich für die anderen, die anderen schämten sich erst, als ihnen das volle Ausmaß der Vernichtung nach dem Krieg klar wurde. Manche selbst dann nicht.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Normal oder nicht normal

    yo da hast du recht, virtuna, wie zb auch schreibnormen, wir können dem allen was wir machen nur mit unserem eigensinn kombinieren, verfeinern, dazubeitragen, aber ganz ausbrechen nie.

    Ich glaube auch das es sich viele zur sucht/krankheit machen sich normen anzugleichen oder sich gegen sie zu streuben, was ich sehr traurig finde, weil das keiner nötig hat.
    Normal finde ich, was ich für richtig und angemessen halte, in diesem moment/ zeitspanne, wozu ich auch stehe und immer stehen werde. Fehler und Irrtümer miteinbezogen.
    Auch wenn ich mein heute kein salat zu kaufen, sondern aus unserm naheliegen schrebergarten zu "mopsen" finde ich es heute richtig. gernerell aber nicht. und find es gut das es nicht alle machen. (sonst wär da ya auch keiner mehr für mich, hehe )

    Manchmal hat jeder einzelne auch keine wahl wie, virtuna es schön beschreibt, sich gegen normen zu wehren, aber ich finde, jeder sollte es nach seinem eigenen sinn tun, auch wenn es als manchmal als verrückt erscheint, einfach zu machen/sagen. EGAL was andere denken oder nachher reden.

    Und überlegt mal, allein der gedanke, das dies oder das verrückt ist, ist doch nicht mehr als eine hemmung, die wir irgendwo aufgefangen haben, die uns hindert so zu leben und benehmen wie wir es meinen, weil das umfeld meint das dies und das nicht richtig ist.

    Also F***, wo bleibt da die menschlichkeit. Einzigartigkeit. Also raus aus der Ecke und rein ins geschen!!!!111

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 192

    AW: Normal oder nicht normal

    Normen und Regeln können das Zusammenleben erleichtern, aber auch erschweren, lebenswert machen oder töten...den Bewertungsmaßstab für sein leben muss jeder selbst suchen...und den Mut haben, nach seinen eigenen Sinn zu leben, dabei aber nicht vergessen, das er es ist, der die Konsequenzen tragen muss..so sehe ich das...das war zu damaligen Zeit so und ist heute noch genauso...

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