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Diskutiere im Thema ADHS´ler sind kreativ im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 596

    ADHS´ler sind kreativ

    hallo,

    wie schaut bei euch eure kreativität aus? in welchem bereich seit ihr kreativ?

    ich finde mich sogar nicht kreativ!!!

    für mich hatte kreativität immer was mit basteln, malen und so zu tun gehabt.

    letztes jahr war ich dann auf reha und eine mitpatientin meinte dann ständig zu mir....mensch, du bist sooooo kreative?.....irgendwann getraute ich mich mal sie zu fragen, was sie damit meinte....ich und kreative?

    sie meinte, weil ich immer so kreative bin, um lösungen zu finden....wenn was nicht auf den direkten weg zu finden ist, habe ich immer so tolle ideen, auf umwegen zum ergebniss zu finden.

    ok.....auch eine art kreativität?!

    glg

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: adhs´ler sind reativ

    Na sicher ist das auch kreativ. Um die Ecke denken, können die meisten von uns sehr gut. Oder auch einen viel direkteren Weg zum Ergebnis finden... je nachdem...

    Ich kann sowas auch gut... mitunter verheddere ich mich dann nur, weil ich zuviele Ideen habe.
    Ansonsten bin ich auch "normal" kreativ. Sprich Basteln, Malen, Holzbearbeitung usw...

  3. #3
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    Na kreativ zu sein heißt ja in erster Linie nur, dass man "was neues erschaffen" kann oder dass es einem möglich ist, um die Ecke zu denken.

    (Dementsprechend ist z.B. Malen-nach-Zahlen eher wenig kreativ, weil man ja nur das macht was in der Anleitung steht und da selten eine persönliche Note reinbringt.)

    In welchem Bereich man das ist ist dann nebensächlich.

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 314

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    Also mir sagt man immer nach, dass ich sehr kreativ bin, einmal, was die Lösungskonzepte angehen aber vorallem, was das Leben angeht und Hobby.... Angeblich bin ich handwerklich geschickt und mir fallen immer neue Ideen ein wie man aus nichts etwas machen kann, ok das bejahe ich mal, theoretisch ist das so *g* Aber beim Maschinennähen hapert es ... 1000 Ideen im Kopf aber ich bin zu blöd in der Umsetzung.... angeblich kann ich gut malen....

    Aber ich bejahe mal die These, dass ADHSler kreativ sind, sie sind Schaffens und auch Überlebenskünstler... Immerhin muss man täglich aufs neue das Schaffen dass man *normal* wirkt...

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    tasseKaffee schreibt:
    (Dementsprechend ist z.B. Malen-nach-Zahlen eher wenig kreativ, weil man ja nur das macht was in der Anleitung steht und da selten eine persönliche Note reinbringt.)
    ... bei mir schon. Hatte das vorgegebene Bild - nur ein bisschen - modifzieren wollen weils irgendwie langweilig wirkte und mir die Farben nicht gefielen....und es kam was ganz anderes raus als laut Vorlage geplant....

  6. #6
    Kopfkino deluxe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 678

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    Hm, das sagt Wiki dazu und verwirrt mich jetzt:


    Die kreative Person


    Es ist schwierig, eine genaue Darstellung der Merkmale zu liefern, die einen kreativen Menschen ausmachen
    oder seine kreativen Leistungen unterstützen, dennoch hat die Forschung Eigenschaften definiert, die zweifelsohne wichtig sind.

    Merkmale kreativer Menschen und ihres Arbeitsumfeldes

    Persönliche Eigenschaften Kognitive Flexibilität Arbeitsstil
    kulturelle Werte schätzen komplizierte Sachverhalte verstehen freundlich
    Interesse an komplizierten Fragestellungen nicht gleich urteilen ermunternd
    Engagement und Leistungswille mehrdimensional denken herausragend
    Unabhängigkeit (des Urteils) gutes Gedächtnis Freiräume und Zeit für Kreativität
    Nonkonformismus Wissen und Knowhow selbständiges Handeln
    Ausdauer aus Denkmustern ausbrechen fördernd
    offen für neue Erfahrungen motivierend
    Spontanität und Flexibilität neue Ideen unterstützend
    Risikobereitschaft sehr gute Kommunikation: aktives Zuhören
    Selbstbewusstsein
    aktives Problembewußtsein
    Komplexität
    Von Kindheitsbedingungen abhängig:
    Neugier
    Interesse und Streben nach Anerkennung
    Selbstvertrauen
    Widerstandsfähigkeit
    Originalität und Authentizität
    Tab. aus dem Buch „Innovation und Kreativität“ von Michael A. West (1999), modifiziert und ergänzt von Manuela Pohl (2012).

    Die Identifizierung von kreativen Persönlichkeitseigenschaften hat heute eine ähnliche Bedeutung wie die Bestimmung intelligenter Leistungsfähigkeiten. Beispielsweise werden in Eignungstests für Bewerber auch kreative Potentiale ermittelt. In vielen Stellenausschreibungen wird Kreativität
    wie selbstverständlich von qualifizierten und engagierten Mitarbeitern verlangt; von Führungskräften wird erwartet,
    dass sie die Fähigkeit zur kreativen Aufgaben- und Problemlösung besitzen und vorleben.
    Auf obigen Tabelle ist eine Vielzahl von kreativen Merkmalen aufgeführt, die kreative Einfälle begünstigen.
    Dazu zählen auch die kreativen Fähigkeiten wie z. B. Problemsensibilität, Flexibilität. Diese Eigenschaften und Fähigkeiten
    lassen sich zumindest teilweise fördern.

    Natürlich lassen sich diese Merkmale und der Arbeitsstil nicht wie eine Checkliste zur Bestimmung der eigenen kreativen Persönlichkeit anwenden:
    „trifft zu“, „trifft nicht zu“. Persönlichkeiten sind zu komplex, um auf diese Weise analysiert zu werden und kreative Personen müssen nicht
    alle diese Eigenschaften aufweisen.

    Kreativitätsfördernde Persönlichkeitsmerkmale

    • Ausdauer – Probemlöseprozesse und Herausforderungen sind nicht immer schnell zu erledigen, sondern erfordern ein überdurchschnittliches Energiepotential. Dies zeigt sich durch konstruktive Hartnäckigkeit, hohe Motivation und Frustrationstoleranz, das Ertragen von Ambivalenzen und ungelösten Spannungen sowie die Ablehnung von zu schnellen bzw. einseitigen Lösungen.
    • Neugier, Offenheit gegenüber externen Einflüssen – Kreative Menschen sind ständig auf der Suche nach Neuem und Unbekanntem. Sie wollen erkennen, verstehen, neu kombinieren, weiterspinnen und ausprobieren. Sie suchen nach abwechslungsreichen Erfahrungen, sammeln Informationen zu relevanten Themen, sind offen für die Umwelt und geben sich nicht mit 08-15-Antworten zufrieden. Neugieriges Verhalten birgt auch ein gewisses Risiko, es lässt unsichere Situationen zu, es kokettiert mit „Gefahr“.

    Kreatives Handeln setzt eine Auseinandersetzung mit der Umwelt, aber auch mit der eigenen Person voraus.
    Kreative Menschen sollten ihr Wahrnehmungsvermögen trainieren, da es für verschiedene Stufen des kreativen Prozesses notwendig ist.
    Wahrnehmung wird genauer und umfassender, wenn sich bewusst auf die Umgebung, auf Menschen, Objekte und Geschehnisse konzentriert wird.


    • Spontanität – Kreative Menschen sind in der Lage, vom langfristigen Planen abzusehen, spontan zu handeln und zu reagieren. Sich nur an den eigenen Prinzipien und Gewohnheiten zu orientieren und nicht auch an äußeren Regelungen und Veränderungen in der Umwelt, „bedeutet Erstarrung und Verzicht auf Lebendigkeit“ Preiser/Buchholz 2008
    • Selbstvertrauen und innere Unabhängigkeit – Selbstvertrauen bedeutet, seinem Selbst zu vertrauen, sich etwas zuzutrauen; Selbstbewusstsein heißt, sich über sein Selbst bewusst zu sein. Wer sich über sich selbst bewusst ist, geht Schwierigkeiten nicht aus dem Weg, kann Konflikte ertragen und wird sich nicht kritiklos anpassen, sondern versucht, Gegebenheiten unvoreingenommen und unabhängig von anderen Menschen zu beurteilen. Unabhängigkeit äußert sich oft in nonkonformen und selbstsicheren Verhaltensweisen. Sie fördert konstruktiv-kritische Denkansätze und unterstützt die Überwindung konventioneller Barrieren und Denkblockaden (Pohl 2012).
    • Komplexität – Die Bereitschaft, vielschichtige Informationen, verschiedene Lebensentwürfe, unterschiedliche Gewohnheiten oder mehrere Lösungsansätze nebeneinander bestehen zu lassen, begünstigt wirklichkeitsnahe Problemwahrnehmungen und kreative Lösungen und ist eine gute Voraussetzung für eine umfassende und realistische Sicht auf die Umwelt.

    Um „Ordnung zu schaffen“ neigen einige Menschen durch „Schwarz-Weiß-Denken“ zur Reduktion von Komplexität, sie bevorzugen eine vereinfachende Sichtweise. Kreative Menschen favorisieren eher viele Baustellen mit unfertigen Entwürfen, mit parallelen Welten (z. B. gänzlich unterschiedlicher Freundeskreis) und der Akzeptanz von mehrdeutigen Situationen (J.B. Gelatt 2003). Die Psychologie benutzt dafür den Begriff Ambiguitätstoleranz, d. h. die Fähigkeit,
    eine verwickelte, widersprüchliche und unsichere Situation aushalten und gleichwohl beharrlich an deren Bewältigung arbeiten zu können
    (z. B. bei massiven Überschneidungen in der Aufgabenverteilung im Arbeitsalltag). Kreative Menschen werden von Ambivalenz, Widersprüchen,
    Unklarheiten und Komplexität nicht eingeschüchtert, sondern stimuliert. Komplexität trägt dazu bei, das mehrdimensionale Denken zu entwickeln. Voreingenommenheit und vorschnelle Vereinfachungen werden durch Komplexität verhindert.

    Kreative Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Denkstile
    Als erstes stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung kreativer Ideen leisten.
    Preiser/Buchholz haben einen Katalog relevanter kreativer Fähigkeiten zusammengestellt:


    • Aktives Problembewusstsein – ist die Fähigkeit, Probleme zu erkennen. Voraussetzung dafür ist eine offene, kritische Haltung, die Veränderungen gegenüber aufgeschlossen ist und auch Bestehendes in Frage stellen kann. Das Bewusstsein für Verbesserungsmöglichkeiten wird geschärft. Ein gutes Beispiel dafür ist die Mitarbeit beim Vorschlagswesen.


    • Einfalls- und Denkflüssigkeit – ist die Fähigkeit, zu einem Thema in kurzer Zeit möglichst viele Ideen zu entwickeln. Diese Fähigkeit ist typisch für kreatives Denken. Flexibilität – ist die Fähigkeit, in unterschiedliche Richtungen zu denken, unterschiedliche Kategorien zu nutzen, ein Problem aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten; die gewohnten Wege des Denkens zu verlassen und neue Sichtweisen zu entwickeln.


    • Originalität – entsteht, wenn unkonventionelle und innovative Lösungen gefunden werden. Gefragt sind einmalige, seltene, ausgefallene, verrückte Einfälle.
    • Umstrukturierung – ist die Fähigkeit, Gegenstände, Informationen und Ideen in völlig neuer Weise zu sehen, anzuordnen und zu nutzen. Auch die Fähigkeit, neue Zusammenhänge herzustellen oder den Gebrauchswert von Gegenständen zu ändern, ist damit verbunden. Der Blick für neue Ordnungen und Sichtweisen wird geschärft.
    • Ausarbeitung – damit ist das Anpassen der Ideen an die Realität gemeint; die Idee in einen konkreten und realistischen Plan umzusetzen (Detailreichtum, Einbindung von Wissen, Unterscheidung guter und schlechter Ideen, Anstrengungsbereitschaft, Energieeinsatz).
    • Durchdringung – ist die Fähigkeit, ein Problemgebiet in Gedanken gründlich zu durchdringen. Intensität führt zum Kern des Problembereichs.

    Voraussetzung für das Entwickeln von kreativer Kompetenz ist zunächst das Erkennen von Stärken und Schwächen, die Sie in Bezug auf die oben genannten Kreativitätsfähigkeiten aufweisen. Selbstreflexion, Kritikfähigkeit und der Mut zur Veränderung, aber vor allem der Glaube an die eigene Kreativität sind hierfür entscheidend (Pohl 2011). Außer diesen kreativen Fähigkeiten gibt es individuelle Persönlichkeitseigenschaften wie Konflikt- und Frustrationstoleranz, Vitalität, psychische Stabilität, Geduld, Eigensinnigkeit, Motivation und Interesse, die zusätzlich das kreative Potential einer Person beeinflussen und begünstigen.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    Hallöchen,

    also ich muss sagen dass ich ABSOLUT unkreativ bin..und das als erzieherin....ich (adhslerin) bin auch in ergotherapie und ich fragte meine tolle (wirklich sehr tolle) ergotherapeutin dass kreativ sein ja genau typisch ist für adsler, wieso ich das absolut nicht bin..und sie sagte, logisch dass man es NICHT ist, da da irgendwas (weiss nichtmehr wie sies erklärte) im gehirn fehlt..sie sagte, gerade dann als adsler sei man unkreativ sie ist schon sehr allwissend, muss ich sagen..

    aber was genau ist denn eigentlich kreativ sein?? Ich bin es wirklich null...ganz schlimm null...

  8. #8
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    ich glaube wenn man "anders denkt" als andere, halten andere einen automatisch für kreativ.

    Kreativ in der Wahrnehmung anderer ist, wenn du Ideen hast, auf die sie selbst nicht gekommen wären.

    Wenn ADHSler generell eine andere Art zu Denken und zu Handeln haben, werden sie evtl als kreativer wahrgenommen, als sie sich vielleicht selbst empfinden.
    Ich frag mich, ob man die eigene kreativität überhaupt beurteilen kann: man sitzt da in seiner eigenen Haut, kennt sich nicht anders, kennt seine eigenen Gedanken nur so. Man hat ja selten "AHA-Erlebnisse" bezüglich der eigenen Denkweisen.

    Ein anderer Punkt ist aber, dass "schneller Reden als denken", also mehr intuitives Reden durchaus kreativ sein kann bzw so wahrgenommen wird.
    Wer in zu starren Mustern denkt, bei wem alles in der Welt seinen festen Platz hat, wer nicht zwischendurch mal abschweift, sich verspricht, oder mal spricht ohne Nachzudenken, der gibt nicht so viel Neues, Überraschendes von sich.

    GErade wegen dem bisschen Chaos und dem abschweifen, ständigen Verknüpfen von Dingen, Rumassoziieren, nicht zuhören und seine eigenen Theorien erstellen, deswegen gelten AD(H)Sler ja als kreativ. Kreativität entspringt ja mehr dem Unterbewusstsein, zu viel Angepasstheit steht da im Weg.
    Ich tippe mal drauf dass AD(H)Sler auch gut im improvisieren sind.


    (Ich weiß aber nicht ob starkes AD(H)S aber nicht vielleicht doch eher dazu führt, dass man über seine eigenen Füße fällt)



    Bring ich mal andere Theorien ein (Elisabeth Dägler), dann könnte AD(H)S zum Teil auch der Ausdruck von anderer "Denkweise" sein. Sie geht da von "prädikativen" und "funktionalen" Hirnen aus, der AD(H)Sler hat ein "funktional" denkendes Gehirn. Er braucht einen Zweck um eine Aufgabe zu bearbeiten. Das heißt: er sieht ein Ziel, muss aber den Weg dahin finden. Normalso denken prädikativ, denen kann man eine Bedingung und eine "Handlungsaufforderung" stellen, irgendwann lernen die im Laufe dessen wozu das dient.
    Das muss nicht heißen dass die anderen unkreativ sein müssten, aber geh ich von dem Standpunkt aus: Man hat ein Ziel, man hat BEdingungen, man weiß nicht wie man da hin kommt. Also probiert man aus, widerruft, probiert neu, bis man irgendwo angekommen ist. Das kreative wäre dann der Weg, den man geht. Also die Art wie man etwas macht.
    Bei den Normalos wäre es vielleicht das Ziel, was dabei rauskommt, das kreative. (Naja, so plump getrennt wird das sicher nicht sein).

    Also denk ich mal, dass "prädikative Denker" es sehr faszinierend finden, auf welche Ideen und Lösungsvorschläge die "funktionalen Denker" kommen, wenn sie umherschweifen, rumprobieren usw.


    Ich denke mal, dass die häufig mitdiagnostizierte Hochsensibilität auch einen Einfluss hat: wenn man viele Sinneswahrnehmungen hat nimmt man ja auch ganz andere Sachen wahr als Menschen, die da nicht so sensibel sind. Reizoffenheit und vielleicht auch stärkere Emotionalität bringt einen Dinge ins Bewusstsein, die an anderen Leuten vorbeiziehen.
    Da müssten andere vielleicht erstmal sich ganz in Ruhe und voller Konzentration auf Außenreize hinsetzen, die ihr Hirn sonst bewusst ausblendet, um das Wahrzunmehmen, was auf den hochsensiblen AD(H)Sler sowieso niederprasselt, was er vielleicht gerne "abstellen" würde, weil es ihm die Konzentration auf nur eine Sache raubt.
    (Man könnte quasi aus der Not eine Tugend machen. Auch wenn es für den AD(H)Sler vielleicht, subjektiv gefühlt, nichts besonderes ist, kriegt nicht jeder Normalo das so hin.
    Wenn man von einer "Norm" ausgeht, dann sind Abweichungen von der Norm etwas "Negatives". Aber wenn man merkt, dass man gerade wegen diesen Eigenschaften auch Dinge kann, die andere nicht können, dann kann es durchaus eine Stärke sein. Wenn man wirklich sein steckenpferd gefunden hat, dann kann man damit und mitsammt des Hyperfokus da durchaus einiges leisten.)

    Blöd ists nur, wenn man sich permanent "falsch" fühlt, den anderen nacheifert weil man das Gefühl hat "nicht richtig" zu sein oder aber generell Unsicher ist und nicht an seine Fähigkeiten glaubt. Dann halten die inneren Erwartungen "was andere von einem wollen/gut finden/usw" unter umständen davon ab Dinge überhaupt zu versuchen oder am Ball zu bleiben.
    Geändert von tasseKaffee (31.01.2013 um 01:38 Uhr)

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 596

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    ohja...eine andere denkweise habe ich...eine komische, manchmal komplizierte....um mehrere ecken denkweise. wenn das kreative ist, dann bin ich meister darin. auch dinge zu zupflücken.....ins kleinste detail zu zerlegen.

    mein partner sagt sehr oft zu mir....man, an was du alles denkst? oder.....da wäre ich in dem zusammenhang nie drauf gekommen.....

    Blöd ists nur, wenn man sich permanent "falsch" fühlt, den anderen nacheifert weil man das Gefühl hat "nicht richtig" zu sein oder aber generell Unsicher ist und nicht an seine Fähigkeiten glaubt. Dann halten die inneren Erwartungen "was andere von einem wollen/gut finden/usw" unter umständen davon ab Dinge überhaupt zu versuchen oder am Ball zu bleiben.
    das kenn ich sehr gut....das mache ich tagtäglich.....oder ich mache, was ich denke, das der andere will und das witzige an der geschichte ist, das ich oft damit total falsch liege und dann als egoitisch beschimpft werde, dabei wollte ich doch eigentlich das ihm/ihr zu liebe nur machen....habe aber falsch gedacht.

    manchmal glaube ich, ich weis gar nicht wer ich bin....ich kann so schlecht entscheidungen treffen, will es immer anderen recht machen....oft bin ich eben nur damit beschäftigt, zu überlegen, was er/sie jetzt gerne möchte das ich jetzt sage/tue/mache....

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS´ler sind kreativ

    tasseKaffee schreibt:
    ich glaube wenn man "anders denkt" als andere, halten andere einen automatisch für kreativ.

    Kreativ in der Wahrnehmung anderer ist, wenn du Ideen hast, auf die sie selbst nicht gekommen wären.

    Wenn ADHSler generell eine andere Art zu Denken und zu Handeln haben, werden sie evtl als kreativer wahrgenommen, als sie sich vielleicht selbst empfinden.
    Ich frag mich, ob man die eigene kreativität überhaupt beurteilen kann: man sitzt da in seiner eigenen Haut, kennt sich nicht anders, kennt seine eigenen Gedanken nur so. Man hat ja selten "AHA-Erlebnisse" bezüglich der eigenen Denkweisen.
    Darin finde ich mich auch wieder. Wenn ich jeden Kommentar darüber wie kreativ etwas von mir gerade mal wieder sei werten würde....

    Nee, also kreativ bin ich schon gern und oft. Wenns gewollt ist, fällts mir auch auf.
    Aber ca. 90 Prozent dessen was mir als "du bist ja echt irre kreativ" ausgelegt wird, war keineswegs von mir so gedacht, geplant und wahrgenommen. Allein schon weil meine alltäglichen Kompensations-Kreationen für mich eher nervige Notwendigkeit sind und ich mich dann kein bisschen kreativ fühle.

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