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Diskutiere im Thema ADHS + die eigenen Eltern im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    Frage ADHS + die eigenen Eltern

    Moin zusammen,

    meinen Eltern hatte ich bereits vor ca. einem halben Jahr das erste mal mit meiner Diagnose konfrontiert, damals wurde ich ein wenig belächelt. Sätze wie "ein wenig mehr Bewegung und den Kopf mehr durchlüften" fielen und dann war das Thema gegessen.

    Mittlerweile ist es wieder ein wenig aufgekocht: Zwecks Weiterbehandlung sollten Sie Bögen (DMS-IV) ausfüllen, damit Dr. May-Am aus der Bödekerstraße (Insinder kennen Ihn sicher eine Grundlage hat.

    "Du bist auf dem Holzweg!"
    "Psychologen haben doch selber meist einen Schaden!"
    "Glaubst Du, Du nimmst eine Pille und alles wird super?!"
    "Das trifft gar nicht auf Dich zu...!"

    usw.

    Kurz über lang wurden die Bögen dann halt doch ausgefüllt und zu meinem Erstaunen (und dem meiner Freundin) Dinge als "trat fast gar nicht auf" angekreuzt, von denen ich definitiv weiß, das es anders war / ist und wo wir heute noch aneinander geraten.

    Ich persönlich glaube, das Sie Angst haben, das ich einen auf Psycho mache. Meine Oma hat das wohl zeitlebens vorgeturnt.
    Andererseit kann ich mir nicht vorstellen, das ich zum Beispiel in der Grundschule grundlos in die Ergotherapie geschickt wurde (Auffälligkeiten beim Sport).

    Wie haben eure Eltern das aufgenommen? Gab´s ähnliche Erfahrungen?

    Grüße,
    Sailor

  2. #2
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.322

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    Meine Eltern wären mit mir niemals zum
    Beklopptendoktor
    gegangen.

    Mit extremer Strenge, häufigem Vorlesen des "Struwwelpeters", Aufforderungen wie: "Stell dich nicht so an! Du bist einfach nur faul! Konzentriere dich endlich mehr! Du kannst wenn du willst! Reiß dich gefälligst zusammen, damit die Leute nicht denken, daß du einen Dachschaden hast! ...
    dachten sie, "es" im Griff zu haben.

    Unser alter Hausarzt sagte immer wieder zu meiner Mutter: "Kein einziger meiner fünf Söhne war so wild, wie deine Tochter. Aber du wirst sehen, "das" wächst sich aus."

    Da ich seit etwa 10 Jahren keinen Kontakt mehr zu meinen Eltern habe, wissen sie nichts von meinem "ADHS im Erwachsenenalter".

    Zum Psychiater und zur Psychotherapie zu gehen, würden sie als Makel empfinden. "Tabletten" nehmen akzeptieren, wenn ich dadurch nur "richtig funktioniere" und ich dadurch nicht mehr so "auffalle". (Ich habe meine Eltern wohl "immer" blamiert.)


  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    meine mutter hat am anfang sehr unbeholfen reagiert

    so als gäbe es adhs nicht,also zumindestens nicht bei mir
    und auf die fragen zur kindheit kam jedes mal nur "ich weiß es nicht mehr"

    inzwischen schauts anders aus
    gestern hat sie mir erklärt dass ich schon immer "so" war, so unruhig ,am zappeln
    und ich sei ja wie drei kinder gewesen
    usw

    inzwischen schneidet sie mir sogar artikel zum thema adhs aus
    oder wenn die unsi versuchpersonen sucht,dann gibt sie mir die anzeige

    sie hat einfach ne zeitlang gebraucht um zu sehen was dieses adhs beduetet und was
    eine therapie mit mir macht

    allerdings muss ich sagen,dass sie in der richtung auch schon immer recht offen war

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 81

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    Ich hab mit meiner Mutter über die Diagnose meiner Tochter gesprochen. Ich nenn euch kurz Zitate:

    "Das ist ein ganz normales Kind, lass Dir nichts erzählen!!"

    "Ritalin?!?! Meinst Du nicht, daß das mit richtiger Ernährung und sich ordentlich um sein Kind kümmern getan ist?"

    "ICH hab mich ja mal über das Medikament informiert, weißt Du überhaupt irgendwas davon was Du dem Kind da antust? Da wird sie ganz ganz krank von!"

    "Ich habe ja einen Jungen mit LRS und ADS in der Nachhilfe. DUMM ist der, total dumm! Der schreibt zum Beispiel "kuhl". Überhaupt KEINER würde das so schreiben! Aber Deine Tochter gleicht dem ja überhaupt nicht! Die hat gar nichts von dem!"

    "Die 5 in Englisch hat sie nur, weil ihr Besuch hattet und Du nicht richtig mit ihr lernst! Das KANN gar nicht von ADS und LRS kommen!"

    "Was hälst Du davon, wenn Deine Tochter zu uns zieht und hier zur Schule geht? Hier hat sie viel mehr Ruhe!"


    Ich hab erstmal davon abgesehen, von meiner eigenen Diagnose zu erzählen *seufz*. Offensichtlich ist sie ja der Meinung, daß das ADS meiner Tochter durch MICH versursacht wird und durch simple Entziehung meines Zugriffs aufs Kind weg wäre. Stattdessen komme ich Rabenmutter meiner Tochter mit ganz schlimmen bösen Medikamenten von denen ja jeder weiß, daß sie nur der Pharmaindustrie Geld bringen und sonst nicht wirken.

    Da will ich gar nicht wissen, was mich für ein Shitstorm erwartet, wenn es um mich als Kind geht - dann wäre ja SIE in meiner Position...

    Ach halt! Kann ich ihr ruhig erzählen, bei mir lag es ja nur an:

    "Mach das so! Das ist das Normale!"

    "Alle machen das"

    "Überhaupt jeder weiß das!"


    Viele Grüsse

    DragonLady

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    ADHS + die eigenen Eltern

    Das einzige was ich bei meiner fast 80jährigen Mutter erreicht habe ist ein schlechtes Gewissen aber die konnt ja nicht anders.

    Würd es nicht wieder erzählen.



    ---
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  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    @Dragon Lady: Ich habe Deinem ein "like" gegeben, weil ich denke, dass es bei uns sehr, sehr ähnlich liefe!



    Ich sag' erst gar nichts. Das bringt nur Unverständnis, Zurechtweisung, Abstreiten, dass es ADHS überhaupt gibt und all das andere, "was so kommt". Sailor24, hat das sehr gut beschrieben!

    Und genau wie bei ihm würden meine Eltern mich völlig anders einschätzen. Auch vor dem Hintergrund: Das darf nicht sein! Das dürfen die Nachbarn nicht mitkriegen (im übertragenen Sinn) > also war es nicht!
    Das kennen wir - meine Geschwister auch - schon in ganz anderen Zusammenhängen. Hat gar keinen Sinn, zu diskutieren, Beispiele zu bringen oder ähnliches. Sie wollen nicht wissen, sie wollen sich nicht erinnern, und vielleicht haben sie manches wirklich in der Erinnerung über die Jahre "schön geschrieben".

    Ist mir auch nicht wichtig, wir haben kaum mal Kontakt.

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    Ich erinnere mich noch zu genau an den letzten Satz den meine Mutter zu mir sagte als ich für 9 Wochen in die Klinik ging: "Ich habe daran aber keine Schuld"! Und das sagt ALLES aus....!

    Meine Eltern sind ziemlich "aufgewacht" als ich ihnen offenbart habe wie schlecht es mir geht und, dass ich mich stationär einweisen lasse.
    Vorher haben sie ADHS auch eher belächelt und meine Mutter meinte "Du bist doch schon immer so".... bei meinem Sohn allerdings war das anders, da haben sie es irgendwie annehmen können und mein Vater hat sich sogar von unserem Kinderarzt mal zu einem Gespräch hinreißen lassen als er damals so extrem kritisch war was die Medikamente anging. Danach hat er das absolut verstanden und akzeptiert.

    Ich denke es geht da sehr viel um den "Schuld" Faktor. Meine Ma, definitiv auch ADHS und wahrscheinlich auch noch n paar andere "Macken" will auf keinen Fall "schuld" sein.... dahinter sitzt die Angst etwas falsch gemacht zu haben. Bei meinem Dad sieht es ganz anders aus, da ist es einfach nur Sorge.... die beiden sind aber auch grundverschieden....

    LG

    Rose

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    Unser alter Hausarzt sagte immer wieder zu meiner Mutter: "Kein einziger meiner fünf Söhne war so wild, wie deine Tochter. Aber du wirst sehen, "das" wächst sich aus."
    ja, und an mir ist ein Junge verloren gegangen.

    Ich habe meiner Mutter von meiner ADHS erzählt und sie fand das total spannend. Sie wollte dann Informationsmaterial darüber. Sie versteht jetzt auch die Probleme ihres Enkels besser und versteht endlich, dass sie nicht in der Erziehung versagt hat, sondern, dass ich einfach schlampig bin und das sie das schon erleichtern würde, denn sie habe immer geglaubt, sie hätte versagt. Und dafür, dass ich so bin, wäre ich doch ganz gut geraten (na endlich, bin ich auch mal gut geraten

    Sie hat sogar selber einen Test ausgefüllt. Sie ist mit ziemlicher sicherheit ADSlerin und hochbegabt. Letzters begeistert sie so sehr, dass sie sich jetzt, 84 jährig, mit sehr vielen Themen inhaltlich auseinander setzt. Sie meint, dass sie nun ja noch Zeit und Ruhe genug hätte, alles das zu lernen, was ihr in ihrer Kindheit und Jugend versagt war.

    "Das ist ein ganz normales Kind, lass Dir nichts erzählen!!"
    Ich finde es traurig, wenn Menschen nicht in der Lage sind neue Gedanken zuzulassen.



    alles Liebe Elwirrwarr

  9. #9
    Chaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 5.322

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    Rose schreibt:
    I
    Ich denke es geht da sehr viel um den "Schuld" Faktor. Meine Ma, definitiv auch ADHS und wahrscheinlich auch noch n paar andere "Macken" will auf keinen Fall "schuld" sein.... dahinter sitzt die Angst etwas falsch gemacht zu haben.
    Das Eingeständnis ein "beklopptes" Kind zu haben (durch den Besuch beim Psychiater) hätte bei meiner Mutter auch Schuldgefühle ausgelöst. Da bin ich mir sehr sicher. Ich kann mich erinnern, daß mein Vater ihr die Schuld dafür gab, wenn ich "wieder mal über die Stränge schlug" oder "rumtobte wie ne Irre" oder mich sonstwie nicht richtig benommen habe. Er: "Schlechte Erziehung!" - Sie: "Sie hört nicht! Ich kann so viel brüllen wie ich will, was soll ich machen?!"

    Es gab immer wieder Diskussionen darüber, woher ich "das" haben könnte. Beim Schimpfen fielen Sätze wie: "Ich will nicht, daß du noch so wirst, wie ...!"

    Im Grunde waren meine Eltern hilflos.

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 36
    Forum-Beiträge: 1.865

    AW: ADHS + die eigenen Eltern

    Puhhh, ich stelle fest das ich anscheinend mit meiner Mutter ziemliches Glück hatte... (was ich als Jugendliche natürlich niiiieeeee zugegeben hätte).

    Aber wahrscheinlich kam es mir zugute, dass mein großer Sohn zuerst die Diagnose bekommen hatte. Dadurch fielen doch einige Parallelen zu meiner Kindheit auf.

    Was sagte sie so schön, als die Diagnose bei mir fest stand: "Ich wusste schon immer, dass Du anders bist..." Ich glaube, insgeheim war es auch für sie eine Erleichterung zu wissen, dass sie nicht bei der Erziehung versagt hat.

    Ich bin ihr sehr dankbar dafür, dass sie so offen und locker reagiert hat.

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