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Diskutiere im Thema Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #31
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    Auch wenn ich die Aussagen "Glücksfall Herpes" oder gar "Glücksfall Krebs" unter der Rubrik Polemik verbuche, sie sind nicht so verkehrt.

    Ich nehme aber lieber einen anderen Vergleich:

    In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe autobiografischer Büchern von Autisten erschienen, die ihr Publikum vo allem dadurch finden, wie sie eine Welt beschreiben und zugänglich machen, die sonst einfach befremdlich bleibt.

    Tenor solcher Bücher ist meist tatsächlich, dass die Autoren ihre andersartigkeit erkennen, annehmen und dazu stehen. Und dass sie für sich zu dem Schluss kommen, dass der Autismus in einer so umfassenden Weise zu ihnen gehört, dass sie sich selbst nicht ohne denken können und letztlich auch nicht wollen, da sie dann nicht mehr sie selbst wären.

    Dennoch kann ich mich nicht entsinnen, jemals einen vergleichbaren Diskurs über die "Gabe" des autismus gehört zu haben.
    Wir sind, was wir sind.
    Ich bin, was ich bin.
    Ich möchte so angenommen werden. Ich möchte damit ernstgenommen werden.
    Ich möchte, dass ich damit ein Leben führen kann, in dem ich einen Platz finde, in dem ich mich entfalten kann, und ich nicht nur ein Klotz am Bein anderer Leute oder der Gesellschaft bin.

    Ich habe dazu andere Voraussetzungen als Menschen ohne ADS.
    Ich werde in meinem restlichen Leben dafür Zugeständnisse einfordern müssen, um das zu erreichen.
    Ich möchte, dass man das nicht einfach übergeht. Ich möchte damit ernstgenommen werden.
    Ich möchte, dass man in Zukunft anerkennt, dass uns dies zusteht.
    Ich möchte, dass ich das nicht als Ausrede benutze,
    aber ich möchte auch, dass man es mir nicht als (billige) Standardausrede unterstellt.

    Ich bin, was ich bin.
    ich will niemandem erzählen
    und schon gar nicht erzählen müssen
    dass ich besondere Befähigungen durch mein ADS habe.
    Ich bin anders und will damit angenommen werden.
    Das reicht.
    Das ADS ist eine schwerwiegende Absonderlichkeit, die mir mächtig zu schaffen macht.
    Die Idee von der "Gabe" erscheint mir als scheinheilige selbstbeweihräucherung.
    ich mag es nicht, wenn andere leute sich aus irgendwelchen Gründen für etwas besseres halten.
    Ich will das auch nicht für mich so handhaben.

    Können wir nicht mal anfangen, uns der Welt etwas wertungsfeier als betroffene einer eigenartigen absonderlichkeit zu beschreiben ?
    Und uns auf diese Art ein bisschen zugänglicher für sie zu machen ?
    Damit man besser begreift, was das ist?
    wie tiefgreifend das alle Lebensberecihe betrifft ?

  2. #32
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 108

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    sehr schön ausgedrückt IonTichy ,

    auch wenn der vergleich zum autismus definitiv nicht gezogen werden darf. gerade in den medialen quellen werden über den autismus ähnlich dem tourette immer nur die extravaganzen aufgezeigt

    Man kennt ja die teils "subtilen" methoden der Medien unsere "Gesellschaft" and Grenzthemen oder Grenzmenschen heranzuführen. Mit investigativen journalismus oder wertungsfreier information, hat das nichts zu tun. Auch lassen sich keine Bücher verkaufen in dem der reale Autismus gezeigt wird. Wenn man ihn selbst erlebt, wie diese meist bedauernswerten behinderten Menschen unter ihrer erkrankung, ob nun genetisch bedingt oder durch sauerstoffmangel bei der geburt, drogenmissbrauch während der schwangerschaft usw. usf., zu leiden haben.

    Ganz nebenbei, wenn man von der Tatsache absieht, dass die Gesellschaft diesbezüglich Integration nur vorheuchelt und ein behinderter Mensch in der öffentlichkeit niemals die nötige Akzeptanz finden wird, sind die meisten auch überhaupt nicht selbstständig lebensfähig. Sie brauchen permanente sonderpädagogische betreuung. In den meisten fällen sogar stationär und ein leben lang. Das problem was ich bei deiner argumentation sehe, ist dass nur die speziellen fälle genommen werden... man würde auch nie einen realen soziopathen zeigen, also was wird stattdessen genommen... der geniale Sherlock Holmes ergo asoziieren wir jeden soziopathen mit einem deduktiven übermenschen der in bezug auf genialität seines gleichen sucht. genauso behandelt die Medienabteilung den Autismus. ob nun in Buchformat oder via Dokumentation, Inselbegabte oder Hochbegabte Autisten. Tourette-Syndrom ohne kognitive Einschränkung am besten noch mit dem Schmipfwortsubtyp, dass der Leser oder Zuschauer auch irgendwas zum aufgeilen hat.

    Naja wie gesagt auch wenns garnet zum thema passt aber die passage mit dem autismus passt einfach nicht als vergleich. genausowenig denke ich, dass man ein weiteres einzelschicksal braucht um seine eigene ads problematik zu reflektieren. Genau dafür gibt es schon genügend anlaufstellen (siehe diese Forum) Es wäre viel wichtiger konkrete Hilfestellung anzubieten, was aber nicht geht, weil jeder krankheitsverlauf anders ist. VORALLEM bei einer ADS!!! Alleine wenn ich jeden Monat aufs neue erlebe, wie öffentliche Ämter oder Psychiater, Neurologen oder Psychotherapeuten mit uns umgehen, bemerkt man die fehlende Aufklärung. Jeden Monat lerne ich neue Menschen kennen, die den Verdacht äußern ADS zu haben, es aber nicht testen können, weil neue krankenkassengesetue die behandlung für kassenpatienten nahezu unmöglich machen. Die alternative lautet monate lang auf einer warteliste.

    es wird so viel geschrieben und selbstbeweihräuchert aber keine konkrete hilfe angeboten. ads ist eine sehr ernstzunehmende krankheit.. auch wenn sie dem icd10 unterliegt, rein physiologisch betrachtet noch nichteinmal eine psychische erkrankung darstellt, wird man von den krankenkassen genau so behandelt. im grunde ist es sinnlos sich darüber aufzuregen, weil meist auch psychische begleitkrankheiten im schlepptau stecken. aber der eigentliche sinn dahinter, dass rehabilitationsmaßnahmen aufgrund von gutachten dir berufliche perspektiven regelrecht abtöten können.
    du weder förderung noch verständnis erhällst und gleichzeitig von der gesellschaft als dauerfauler srebell mit erziehungsproblemen behandelt wirs,ist ein problem, dass man endlich ernsthaft angehen muss. ich weiß nicht wie es euch geht aber in den shg´s wo ich bisher war, wird nichts gemacht außer geredet.

    ads muss man endlich mal als das übersetzen was es tatsächlich ist "attention and executive emotional disorder"... reden und philosophieren und sich selbst informieren ist nur für einegewisse zeit sinnvoll...!




  3. #33
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 177

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    Amen!
    ( dieser Text ist zu kurz. Bitte erweitere ihn auf die minimale Länge von 10 Zeichen )

  4. #34
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    Hi Mell,
    richtig, aber ich wollte zumindest Psychiatrische Erkrankung mit anderer psychiatrischer Behandlung vergleichen und nicht mit .... Herpes.
    Die autobiografischen Berichte, die ich erwähnt habe, sind natürlich nicht wegen der Medienmaschinerie geschrieben worden, sondern idR aus durchaus authentischen Beweggründen der Autoren. Erst dass und wie sie in der Medienlandschaft funktionieren, hat mit deren speziellen Mechanismen zu tun.
    Richtig schwerer Autismus wie Du ihn erwähnst entzieht sich dem aber tatsächlich. Wer in der Lage ist, ein Buch darüber zu schreiben, ist nicht solchermaßen betroffen, aber weiß Gott schwer genug, um darunter zu leiden.
    Und eigentlich sind das idR Asperger-Autisten, die ich da meine.
    Mit ihren Inselbegabungen sind die auch ziemlich individuell verschiedenartig. Und auch da ist nicht jeder ist in der lage, ein Buch zu schreiben.

    Ich wollte den Vergleich aber auch nicht in Details vertiefen.
    Der Punkt, den Du wohl auch gesehen hast, war von dieser Idee des positiv-Redens von der "Gabe" ADS wegzugehen und trotzdem menschenwürdig und nicht ausschließlich defizitär von dieser ADS-geschichte zu reden.

  5. #35
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    In den letzten Jahren sind eine ganze Reihe autobiografischer Büchern von Autisten erschienen, die ihr Publikum vo allem dadurch finden, wie sie eine Welt beschreiben und zugänglich machen, die sonst einfach befremdlich bleibt.
    Dies und das, was Du zitierst (?), finde ich einen sehr guten Ansatz.

    Hingegen halte ich es für verleugnend und verherrlichend ein Buch mit dem Titel "Glücksfall AHDS" zu schreiben. Und zudem für gefährlich.
    Zumindest wenn das ganze Buch unter diesem Motto steht und all die Schattenseiten und Gefahren klein geredet werden.

    Ihr wisst doch, wie die Medien funktionieren und die Menschen ticken. Wie im Thread schon tw. gewarnt, wird dann für ADHSler vielleicht eher ein Strick draus!
    Wenn ADHS doch ein Glücksfall und ein Segen ist, wieso wollt Ihr dann Geld von den Krankenkassen? Frür sehr teure Medikamente, für jahrelange Therapien?
    Wieso lasst Ihr Euch dann krank schreiben?
    Wieso funktioniert Ihr dann nicht?
    Wieso macht Ihr alles so kompliziert und anderen das Leben schwer?
    Wiseso stellt Ihr Euch so an?

    ....

    Und ADHS wird wirklich zur Modediagnose! Es gibt ja hier auch schon Mitglieder, die hoffen, ADHS zu haben, die enttäuscht sind, wenn es nicht diagnostiziert wird etc. Sorry, ich verstehe nicht, wieso das von Nachteil sein könnte.

    Die Idee ist bestimmt der Art, es 'Betroffenen' und Angehörigen leichter zu machen, das Positive zu erkennen und so mit ADHS umzugehen, dass die Stärken genutzt werden und die Schwächen angenommen und durch einen besseren Umgang damit in ihrer negativen Ausprägung abgeschwächt werden. Ist es so?

    Aber so wie der Titel auf mich wirkt, kann ich mir gut vorstellen, was öffentlich draus gemacht würde.... - und das wäre nix Gutes für ADHSler!

    (Unter Berücksichtigung, wo die starke Lobby sitzt.
    Selbst wenn das Buch für viele ein Segen sein könnte - es könnte auch gut instrumentalisiert werde von jenen, die ADHS nicht anerkennen wollen.)

  6. #36
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    Folgendes:

    - Wird es uns gelingen unsere Umwelt mit nur einem Buch zu verändern? Nein genau.

    - Nehmen wir mal an wir würden das schaffen mit dem Wachrütteln, wie soll uns das im Persönlichem Leben von Nutzen sein, wir können doch nicht die ganze Bevölkerung ändern, also müssen wir lernen darin zu leben und damit auch noch glücklich zu sein.

    - Ist es richtig das wir in einer stark narzistisch geprägten Gesellschaft leben? Genau so ist es, also wird es vielen egal sein wie wir ADHSler sind. Auch wenn wir kurze Zeit akzeptanz hätten, würde es viele doch bald nicht mehr interessieren.

    Fakt ist: Unser ADHS ist den meisten Menschen relativ egal, es sei denn es stresst sie. Wenn wir aber die wahl haben uns mit Hilfe eines Buches gezielt besser zu fühlen und so leichter durchs Leben zu kommmen dann sollten wir diese Chance ergreifen um so etwas gutes für uns und letzten Endes ja auch mit für andere zu tun.

  7. #37
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    Fakt ist: Unser ADHS ist den meisten Menschen relativ egal, es sei denn es stresst sie. Wenn wir aber die wahl haben uns mit Hilfe eines Buches gezielt besser zu fühlen und so leichter durchs Leben zu kommmen dann sollten wir diese Chance ergreifen um so etwas gutes für uns und letzten Endes ja auch mit für andere zu tun.
    Schöne Einstellung...
    (ich glaub', ich denk' manchmal echt schon "zu alt"... Ich bin wirklich kein Pessimist, aber in manchen Punkten ist mir dieser naive/unbekümmerte Glaube an das Gute in der Welt (nicht im Individuum) abhanden gekommen)

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    Man ist nie zu alt, man muss nur immer wieder neue Wege finden das sich das Leben wieder Jung anfühlt :-)

  9. #39
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    expedice schreibt:
    Man ist nie zu alt, man muss nur immer wieder neue Wege finden das sich das Leben wieder Jung anfühlt :-)
    sagst Du mit Mitte 20...

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 62

    AW: Neues Buch in Arbeit - Glücksfall AD(H)S

    Was ich in meinem Kurzen Leben krasses durchgemacht habe haben manche mit 50 nicht. Ich glaube das man das Leben manchmal besser mit Erfahrungen messen kann als mit Zahlen des Alters ... Dabei sein Lächeln des Herzens und den Glanz der Augen zu bewahren fand ich immer wichtig ... :-)

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