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Diskutiere im Thema ..... und plötzlich bin ich "krank"!? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 16

    ..... und plötzlich bin ich "krank"!?

    Hallo

    Ich bin gerade dabei diagnostiziert zu werden - vieles spricht dafür daß ich an ADHS "leide"

    Irgendwie werde ich mit diesem Umstand emotional nicht so ganz fertig. Ich habe mich schon immer in verschiedener Weise als "anderst" erfahren - ich habe damit gelebt und viele Menschen auch........ es ist mein Leben - so wie es ist!

    Und nun soll diese Anderstartigkeit plötzlich eine Krankheit sein für die manche Menschen Tabletten schlucken und vieles mehr...... Ich habe mich in meinem beruflichen Werdegang viel mit Stigmatisierung beschäftigt und meinte da drüberzustehen ...... irgendwie fühle ich mich im Moment etwas aus der Bahn geworfen.... nun nach über 40 Jahren meines Lebens....

    Ich weiß im Moment wirklich nicht, ob ich auf dem richtigen Weg bin wenn ich weiter in diesen "Spiegel" schaue der evtl doch auch nur ein Trugbild zeigt?

    Alles beim Alten belassen ...... oder mich weiter mit einer Krankheit beschäftigen ...... und dadurch evtl. erst richtig krank und unglücklich werden?

    Wie ging es Euch damit ?!

    Ps: Ich habe gestern Nacht noch den Film "Wie im Himmel" angeschaut. Am Ende des Filmes gab es da so eine schöne Szene:
    Der Hauptdarsteller - ein Mann im besten Alter nimmt (im Wachtraum) einen klein verlohrenen Jungen an seine Brust, richtet ihn auf, tröstet und stärkt ihn...... Dieser kleine Junge ist er selber, der als Kind auch so viel durchgemacht hat. Evtl sollte ich versuchen es genauso zu machen ?!?!
    Geändert von Kleiner Hase (12.01.2013 um 15:48 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 303

    AW: ..... und plötzlich bin ich "krank"!?

    Hi,

    schade das dich dieser Verdacht ein wenig aus der Bahn wirft; bin grad in der selben Phase wie du, habe aber Gott sei dank schon Ende Februar einen Termin zur Diagnose in einem Uni-Klinikum.
    Ich für meinen Teil fühle mich seit diesem Verdacht wesentlich besser. Liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich seit dem ich 12 bin auf der Suche war nach dem Grund meiner Andersartigkeit.
    Und diese Suche hat mich die letzten Jahre ziemlich mürb gemacht. Anfangs meiner Suche dachte ich noch ich sei ein Indigo-Kind
    Später dachte ich, es sei einfach eine Charkterschwäche, die durch meine verkorksten psychosozialen Faktoren in der Kindheit zustande gekommen ist.

    Noch später dachte ich ich sei, Borderlinegestört, Schizoidgestört, Schizophren, hochsensibel und was weis ich nicht alles...
    Wollte mich so ziemlich in jede Schublade schieben außer in diese. (Mir wurde seit klein auf von meiner Mutter gesagt das ich nicht anders wäre als andere und ich schon gar nicht ADS hätte(Sie hat es wohl selber...))
    Deshalb war diese Suche für meine Andersartigkeit eine Suche die mich in schwere Depressionen führte. So blöd oder komisch oder was weis ich es klingt,
    aber seit dem ich dieses Forum hier gefunden habe, verspüre ich zum ersten Mal seit EWIGKEITEN wieder so etwas ähnliches wie Hoffnung für mein Leben.

    Die letzen Jahre waren für mich keine schönen Jahre und im nach hinein hege ich leichte Hassgefühle für mich, da ich trotz meines gut entwickelten Intellekts nicht in der Lage war die Zeichen zu erkennen...

    Anyway ich werde diese Chance jetzt nutzten...
    Habe nur unglaubliche Angst vor der Diagnose; weil wenns dass jetzt auch nicht ist, bin ich mit meinem Latein ehrlich am Ende.

    Viel Glück dir

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 161

    AW: ..... und plötzlich bin ich "krank"!?

    Kleiner Hase schreibt:

    Alles beim Alten belassen ...... oder mich weiter mit einer Krankheit beschäftigen ...... und dadurch evtl. erst richtig krank und unglücklich werden?

    Wie ging es Euch damit ?!
    Hallo,

    ich habe meine Diagnose etwa ein dreiviertel Jahr. Und natürlich haben mich zuerst mein Eigenverdacht und später die Diagnose ganz schön durcheinandergewirbelt.

    Aber: Ich war heilfroh, als mein "anders sein" einen Namen hatte. Ich wusste ab da, daß ich kein wie auch immer geartetes Defizit habe oder schwer neurotisch bin, sondern daß ich einfach so ticke. Und daß ich nie anders sein konnte und sein kann.

    Der größte Teil meines Leidens konnte ich ganz schnell fallen lassen: Nämlich meine ewigen und fast schon verzweifelten Versuche, so oder so ähnlich zu funktionieren, wie es als "normal" gilt. Ich glaube, mir fielen nicht nur Zentner sondern Tonnen an Belastung ab.

    Mein zweiter Schritt ist, und da bin ich immer noch dabei, mich wirklich so kennenzulernen wie ich bin. Ich schließe endlich Frieden und Freundschaft mit mir. Je mehr ich Frieden mit mir mache, desto mehr wunderbare, lange unterdrückte tolle Eigenschaften und Fähigkeiten entdecke ich. Aber ebenso werden mir meine Grenzen bewusst, die ich nun kreativ zu umschiffen lerne.

    Ich sehe (für mich) mein ADS nicht als Krankheit. Weil ich mich nicht mehr vergleiche. Ich nehme Medikamente, weil ich sonst keine innere Ruhe finde. Doch arbeite ich daran, daß ich vielleicht in einigen Jahren kein Medikament mehr brauche, weil ich durch Meditation und Qi Gong mir selber Ruhe und Entspannung und Konzentration geben kann.

    Derzeit wachse ich an meinem ADS. Eine intensive und spannende Zeit...

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 81

    AW: ..... und plötzlich bin ich "krank"!?

    Hallo Kleiner Hase!

    Kann Dich gut verstehen.
    Ich hab über 1 Jahr gebraucht bis ich vom Verdacht den Schritt zur Diagnose gewagt habe. Genau aus den gleichen Gründen wie Du. Es gab so elementare Momente in denen ich dachte: Aber das bin doch ich!!

    Ich verstehe ADS inzwischen als Teil von mir wie meine Knick-Senkfüsse ( deswegen keine High Heels inner Disse ) und meine Kurzsichtigkeit ( Kontaktlinsen auf Lebenszeit *g*). Die Diagnose der Störung hat mir geholfen zu verstehen, wie ich ticke und fühle wie ich fühle. Es hilft mir, mein Leiden unter dem eigenen Unverständnis und dem der anderen zu verstehen und zu differenzieren zwischen echten und vermeintlichen persönlichen Angriffen.

    Wie Trago geht es mir so, daß es mir gut tut zu wissen, daß ich nicht anders kann und nicht "nur nicht will"

    Ich hoffe, Du kannst Dich irgendwann mit der Diagnose anfreunden. Es macht das Leben um soooo vieles leichter!

    Viele Grüsse
    DragonLady

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 795

    AW: ..... und plötzlich bin ich "krank"!?

    Geht mir ganz genauso. Die ganzen Jahre dachte ich, daß irgendetwas nicht in Ordnung sein muß. Ich konnte es aber nicht greifen. Erst durch die Notsituation in der ich stecke bin ich über Jekyll & Hyde Syndrom und Borderline zu ADS gekommen. Da haben plötzlich alle meine Macken wie die Faust aufs Auge gepaßt. Das mit den Füßen wippen, das Ausrasten, ich verlor teilweise komplett die Kontrolle über mich, das Reinquatschen u.v.mehr. Ich habe es immer auf meine schlechte Kindheit geschoben, aber das hat es nicht ausreichend erklärt. Jetzt geht es mir schon dadurch etwas besser, daß ich es einordnen kann.

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