Zeige Ergebnis 1 bis 2 von 2

Diskutiere im Thema Jemand an Austausch bzgl. Techniken gg. Burnout interessiert? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    Jemand an Austausch bzgl. Techniken gg. Burnout interessiert?

    Das worum es mir hier konkret geht steht unten ab 4. - wenn euch nur das interessiert und der "Einleitungstext" nervt, springt einfach zu 4.
    ------------------------------------------------------------------
    1. Kurze Erklärung des Hintergrunds:
    Ich hab erst vor einigen Monaten den "ersten Kontakt" mit dem Konzept "ADHS" gehabt. Hintergrund war, dass ich die letzten Jahre einer ganz extremen Belastung ausgesetzt war (sowohl leistungsmäßig als auch zunehmend stressmäßig). Das habe ich am Anfang noch ganz gut ausgehalten, dann immer weniger. Mitte diesen Jahres hatte ich einen völligen Burnout. Da habe ich auch MPH das erste Mal genommen (ordnungsgemäß verordnet, bei der Gegelenheit auch attestiert bekommen ich hätte ADHS). MPH hat bei mir grds. gut geholfen (auch wenn ich damit erst mal umgehen lernen musste), aber die Wirkung hat - für mich unerklärlich - immer EXTREM geschwankt (an manchen Tagen GAR keine Wirkung, an manchen Tagen super) und so gut wie kein Ergebnis schien langfristig reproduzierbar zu sein.

    Je mehr ich mich mit dem Thema aber beschäftigt habe, desto mehr ist mir klargeworden dass zumindest ich keinen "genetischen Defekt" habe (was ja eigentlich die Theorie zu ADHS ist); im Gegenteil, meine Konzentration ist "eigentlich" sogar außergewöhnlich gut (am Rande gesagt: Damit will ich hier keinem zu nahe treten. Ich meine NICHT zu wissen wie es bei anderen ist bzw. dass es bei denen genauso wäre wie bei mir). Das merke ich zB daran, dass mit zunehmendem Abstand zu meinem "Burnouthoch" in allen arbeitsfernen Bereichen die Konzentration 100% zurückgekehrt ist (inzwischen selbst beim Fremdsprachenlernen weitgehend...!); aber ich mich teilweise immer noch sehr sehr schwer tue, nach einem (auch nur von mir selbst vorgegebenen) Zeitkorsett zu funktionieren (zB kann ich mich nach dem Aufstehen so gut wie immer die ersten 5 Stunden arbeitsmäßig nicht konzentrieren; erst wenn ich schon physisch etwas müde werde werde ich geistiger wach; ich glaube das ist für Burnout nicht untypisch).

    Bei mir äußern sich die "Konzentrationsprobleme" - das ist ja ein ziemlich unscharfer Begriff - meist so, dass ich
    - generell nicht "in Fahrt komme" morgens, so eine Art lethargische Dösigkeit habe, auch wenn ich "eigentlich" arbeitsmotiviert bin (eher übermotiviert)
    und
    - selbst wenn ich im Arbeiten "drinnen bin", nach Phasen intensiver geistiger Konzentration immer wieder an "Barrieren" stoße wo meine Gedanken anfangen wegzuspringen und ich NICHTS (!) dagegen machen kann außer mich kurz schlafen zu legen (selbst Pausen helfen dann nicht mehr bzw. sie müssten schon mindestens 2 Stunden lang sein).
    ------------------------------------------------------------------
    2. Meine Vermutung:
    90% liegt das bei mir wohl an einem Frustrationsproblem bzgl. der Arbeitssachen. iSv dass ich mich so viele Jahre sosehr gestresst habe, dass ich inzwischen einfach sehr sehr fest arbeitsbezogene Sachen mit emotional furchtbaren Zuständen assoziiere. Ich denke, man muss sich das so vorstellen wie bei Hunden die von ihren Vorbesitzern geschlagen wurden und jetzt generell Angst vor Menschen haben (nur dass das Beispiel bei mir nicht ganz passt, weil ich mich eher selbst angetrieben habe).
    ------------------------------------------------------------------
    3. Was wende ich zur Zeit schon an?

    a. MPH ist für mich ein praktisches Werkzeug für eine Übergangszeit. Ich glaube, MPH hilft mir beim Arbeiten weil es ja Gefühle unterdrückt, also auch Angst, Frustration, Stress etc. (ist zumindest bei mir so). Langfristig möchte ich aber nicht auf sowas angewiesen sein, hier geht es ja auch um körperliche Warnsignale. Da würde ich dann lieber meine beruflichen Pläne einen Gang runterschalten als langfristig mit Psychopharmaka auf Signale draufzuknallen die mir mein Körper sendet - so gesund kann das auf Dauer nicht sein.

    b. Daneben gibt es noch einen weiteren Trick, den ich in einer Übergangszeit benutzen werde, den ich aber langfristig rausnehmen möchte.
    ------------------------------------------------------------------
    4. Woran will ich jetzt arbeiten/was suche ich?

    Ich habe inzwischen ja eine Vermutung, in welche Richtung die Reise für mich langfristig gehen sollte (s.o.).

    Das muss ich aber eben noch umsetzen, und das ist die eigentliche Schwierigkeit.

    Konkret vor allem:

    a. Bzgl. der Zeiten AUSSERHALB der Arbeit: Mehr Entspannungsphasen, wo ich WIRKLICH entspanne, dabei auch ein gutes Gewissen habe und mich in der Freizeit "fallen lassen kann" (va abends und am Wochenende, wo ich mir bis vor kurzem nie freigenommen habe). Mehr Kontakt mit Menschen, öfter mal abends weggehen, mehr Lesen... generell andere echte Schwerpunkte ins Leben kriegen außer Sachen die mit Ehrgeiz und Zwang zu tun haben. Ob ich dafür eine feste Einteilung brauche (zB Sonntag immer frei), oder es flexibel lassen kann, muss ich noch ausprobieren.

    b. Bzgl. Arbeitszeiten: Mit dem Arbeiten wieder positivere Zustände assoziieren. Wie genau man sowas "umpolt" weiß ich leider noch nicht so recht. Vielleicht hilft es schon, wenn man das Problem im Kopf hat und versucht etwas entspannter heranzugehen (zB: Wenn man merkt dass es emotional hakt, einmal bewusst machen warum es hakt, und sich sagen dass das ganze ok ist und es keinen Grund gibt sich zu verhärten). Vielleicht kauf ich mir ´ne neue Lampe, eine neue Tee- oder Kaffeesorte, hör mal ein bisschen Musik beim Arbeiten? Vielleicht lese ich Texte zB erst mal einfach nur locker durch statt das ganze gleich beim ersten Mal tief durchdenken zu wollen.
    ------------------------------------------------------------------
    5. Was euch angeht:
    Ich würde mich freuen wenn es hier andere geben würde, denen es ähnlich wie mir geht. Dh die, wenn MPH bei ihnen eben doch keine endgültige Lösung ist, nicht nur Jahre und Jahre damit zubringen sich zu überlegen ob sie vielleicht mit 10mg unterdosiert aber mit 15mg schon überdosiert sind, oder sie Nonresponder sind, etc.etc....(hab ich ja auch alles schon gemacht); sondern die auch die Kreativität aufbringen über alternative Lösungen nachzudenken bzw. das gleiche Gefühl haben wie ich wo das Problem "eigentlich" liegt.

    Allerdings bringt es mir wenig, wenn einfach nur der eine oder andere hier ein Post dahinterschreibt und irgendwas emotional nettes sagt.

    Ich wäre schon an einem "richtigen" Austausch interessiert, wo man sich auch mal hin- und herschreibt und etwas vertieft.

    Vor allem würde ich mich sehr sehr gerne über Konkretes zu meinen Punkten 4.a. und 4.b. austauschen. Was gibt es da für gute Techniken?

    Wenn sich jemand angesprochen fühlt, kann er natürlich gerne hier antworten; ich freue mich aber ggf. auch über eine private Nachricht. Vielleicht kann man sich ja mal über sowas in Forumsnachrichten austauschen, bei Skype was dazu besprechen o.ä...

    Freue mich über Antworten!
    lg
    Geändert von repters ( 2.01.2013 um 06:22 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Jemand an Austausch bzgl. Techniken gg. Burnout interessiert?

    Nun ja, hoffe, es ist nicht nur "nett", was ich schreibe.

    Ich schlage mich seit ein paar Monaten mit ähnlichen Problemen rum. Liegt wohl an erster Stelle daran, dass die vermehrten Schwierigkeiten meines (adhs-diagnostizierten) Sohnes mich sehr viel Kraft kosten (Diskussionen mit Schule und Umfeld, Aufklärung ect.) und die Erweiterung meines Arbeitsbereiches mich an die Grenzen bringen bzw. darüber hinaus.

    Zum einen hat mir geholfen, mir das erstmal bewußt zu machen und dies auch mal auszuformulieren, gegenüber Freunden z.Bsp.
    Gedanklich hatte ich auch an einen Coach gedacht. Mein Arbeitgeber bietet so etwas auch an. Habe das aber verworfen, da dieser sich nicht mit adhs auskennt und mir deshalb, in meinen Augen, nicht helfen kann. Dies hiess aber auch für mich, selber Lösungen zu finden. Ich war (bin es auch jetzt noch nicht immer) einfach nicht mehr in der Lage, meiner Arbeit so nachzugehen, wie es sein sollte.

    Ich habe meine Arbeitszeiten umgestellt. Da ich eine 20-Stunden-Woche habe, teilte ich sie mir auf in 4 Arbeitstage und 3 Freitage auf. Ein Tag mehr, den ich zum regenerieren habe und den ich für den Haushalt nutzen kann. Dieser kommt unter der Woche einfach zu kurz - war ebenfalls ein Belastungspunkt für mich.

    Seit ein paar Arbeitstagen arbeite ich auch an meinen neuem höhenverstellbaren Schreibtisch. Ich kann im Stehen besser arbeiten als im Sitzen. Habe da immer das Gefühl, ein wenig blockiert zu sein.
    Musik nutze und brauche ich, wenn ich Arbeiten habe, die hohe Konzentration/Genauigkeit erfordern.
    Habe auch mit meinem unmittelbaren Arbeitsumfeld gesprochen und Dinge einfach abgeklärt. Das nahm mir etwas den Druck raus und es gibt ein besseres Verständnis untereinander.

    Meine Freizeitaktivitäten sind durchorganisiert. Muß auch, sonst lasse ich es schleifen und fühl mich dann wieder besch... Zum einen sind da feste Termine (Verein, Lehrgangsteilnahme) und zum anderen durch formulierte Ziele. Die Ziele sind aber so gesetzt, dass ich nicht in Stress gerate

Ähnliche Themen

  1. Hat jemand Erfahrung bzgl. Kostenübernahme wenn Medikinet nicht hilft?
    Von loekoe im Forum ADHS Erwachsene Medikamente
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 12.10.2011, 13:08

Stichworte

Thema: Jemand an Austausch bzgl. Techniken gg. Burnout interessiert? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
©2017 ADHS bei Erwachsenen Forum