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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 18

    Frage Klingen meine Probleme nach ADS?

    Hallo!
    Ich mache mir Sorgen, dass ich ADS haben könnte und das womöglich nie richtig erkannt haben könnte. Dass bei mir irgendwelche Sachen nicht so ganz normal sind
    das war mir schon immer bewußt allerdings hab ich das nie mit ADS in Verbindung gebracht sondern dachte das fällt alles in Richtung Serotonin weil ich auch unter Depressionen leide. Ich hab aber schon verschiedene Antidepressiva genommen und die haben nichts gebracht und auch für die speziellen Symptome die nach ADS klingen
    haben sie auch nichts gebracht. Ich mache mir jetzt schon längere Zeit Sorgen dass ich ADS habe und das Schlimmste ist die Ungewissheit und ständig diese Fragen, ob ich
    mir womöglich alles versaut habe bzw. ob womöglich alles hätte viel besser laufen können als es gelaufen ist wenn ich das früher gewußt hätte. Ich meine angenommen ich hab ADS dann hätte es bestimmt nen Unterschied gemacht wenn ich das als Teenager rausgefunden hätte und nicht erst mit Ende 20.

    Aber was mir auch Sorgen macht ist, dass ich unter einer Angststörung leide und ich hab in nem Buch über Psychopharmaka gelesen, dass man gar kein Ritalin nehmen darf bei Angststörungen. Das heißt die Sache wäre dann sowieso vom Tisch ganz gleich ob ich ADS hab oder nicht. Dann wünschte ich mir, dass ich nie überhaupt durch Lesen eines Buches auf ADS gekommen wäre.

    Was ich mir von euch erhoffen würde ist, ob ihr mir vielleicht ne Einschätzung geben könntet ob die Symptome die ich bei mir beobachte und unter denen ich auch ziemlich leide nach ADS klingen oder nicht. Hyperaktiv bin ich nicht das steht fest. Auch in der Schule hatte ich eigentlich keine Probleme. Aber damals als Schüler war das Leben auch viel einfacher und außerdem gabs da weniger Ablenkungen (Internet usw). Bei mir ist es so, dass mit zunehmender Anzahl von Ablenkungen oder Optionen zum Beispiel Fernsehen, oder irgendwas anderes machen es für mich immer schwerer fällt mich zu entscheiden was ich denn tun will und meine Zeit dann sinnvoll zu nutzen.
    Ich habe schon unzählige Nächte nur vorm Internet verbracht weil ich nicht mehr losgekommen bin und bin dann morgens früh schlafen gegangen mit dem Wissen wieder mal einen Tag total vergeudet zu haben. Ich komm dann einfach nicht mehr los und muss alle möglichen Sachen anschauen oder lesen oder runterladen die mich interessieren.
    Aus meiner Sicht ist das ein sehr destruktives Verhalten und dennoch mach ichs immer wieder. Ich bin mir über viele Sachen bewußt die negativ sind und dennoch mach ich dieselben Fehler immer und immer wieder. Teilweise weiß ich auch nicht wie ichs anders machen sollte.

    ich versuch hier mal kurz Symptome aufzulisten die mir besonders auffallen:

    -oft das Gefühl von Reizüberflutung wenn viel um mich rum passiert, ich fühle mich dann innerlich rastlos und werde hektisch und rede auch sehr schnell und wiederhole manchmal Wörter mehrmals zum Beispiel anstatt auf ne Frage mit ja zu antworten wiederhole ich das ja dann mehrmals schnell hintereinander

    -ich habe ein starkes Bedürfnis nach Ruhe / ich brauche Ruhe um einen "klaren Kopf" zu bekommen und Gedanken zu ordnen / an Tagen wo besonders viel los war kann ich oft nicht einschlafen weil im Kopf alles rattert

    -fühle mich in Anwesenheit von anderen Personen extrem gestört und irritiert, kann mich dann nicht frei "entfalten" und das machen was ich normalerweise machen würde wenn ich allein zuhause wäre, kann auch nur vernünftig arbeiten und mich konzentrieren wenn ich allein bin was sehr negativ ist

    -wenn ich in Geschäften unterwegs bin fühle ich mich auch reizüberflutet weil mein Blick quasi nur an den Regalen klebt und ich nicht gleichzeitig auf die Regale achten kann und dann noch auf die anderen Menschen oder Hindernisse die im Weg sind

    -angenommen ich komm auf irgendeine Internetseite mit massig Audiodateien oder Artikeln zu Themen die mich interessieren dann fühle ich mich auch direkt innerlich aufgeregt und muss sofort alles lesen oder zumindest runterladen damit ich wieder "Ruhe" habe

    -angenommen ich les ein Buch und bekomme während dessen irgendwelche Fragen aus dem Text dann muss ich oftmals mit dem Lesen aufhören und erstmal die Fragen aufschreiben und an andere Leute stellen die sie mir beantworten können bevor ich wieder "Ruhe" habe / mit offenen Fragen schlafen gehen wäre unmöglich weil die Fragen dann zu quälend wären

    -generell hab ich das Gefühl kaum was erreicht zu haben und meine Zeit größtenteils sinnlos zu verplämpern

    -Zeitmanagement und solche Sachen fallen mir extrem schwer / selbst wenn objektiv am Tag genug Zeit wäre um zum Beispiel verschiedene Hobbies auszuüben bekomme ich das nicht auf die Reihe

    -je mehr Zeit ich zur Verfügung habe desto schwerer fällt es mir sie sinnvoll zu nutzen daher fühle ich mich wohler wenn ich irgendwelche Termine habe denen ich nachgehen muss weil der Tag so automatisch eine Struktur bekommt, wenn ich aber selbst dem Tag eine Struktur geben muss dann klappt das nicht

    -ich hab auch das Gefühl, dass bei mir im Gedächtnis kaum was hängen bleibt selbst Sachen die ich mühsam lernen musste für Schule oder Uni sind nach kurzer Zeit wieder vergessen was extrem frustrierend ist und mir auch nicht normal erscheint, ich hab unzählige Bücher zuhause die ich mal gelesen oder zumindest überflogen habe und auch Vermerke gemacht habe am Rand und ich erinner mich an nichts mehr davon, es ist also reine Zeitverschwendung was ich da gemacht habe weil ich nichts mehr davon weiß! man kommt sich dann quasi vor wie ein stümper weil man quasi nichts mehr weiß sondern bestenfalls nur noch bruchstücke nach dem motto ich hab da mal was drüber gelesen aber genaueres weiß ich jetzt auch nicht mehr...

    -in bestimmten bereichen ist mein denken auch sehr zähflüssig und selbst wenn ich mal was verstanden habe oder mir ein verständnis erarbeitet habe von irgendwas ist dieses verständnis auch ganz schnell wieder weg und dann geht alles von vorne los / einmal was verstehen und dann weiter fortschreiten funktioniert bei mir nicht stattdessen trete ich eher auf der stelle

    Klingt das nach ADS?
    Manche von den Sachen klingen auch ziemlich bescheuert fast wie ne dumme Ausrede aber leider ist es so. Ich kanns selbst nicht nachvollziehen wieso es mich so extrem davon abhält "mein eignes Ding" zu machen und meine Zeit so zu nutzen wie ich es will ob nun andere Personen zuhause sind oder nicht, aber es ist echt so. Angenommen ich bin mal nen Tag ganz allein zuhause dann fühle ich mich so als wäre der Himmel plötzlich offen. Ich hab auf einmal voll die Ruhe und könnte meine Zeit viel sinnvoller nutzen weil ich dann diese "innere Ruhe" hätte. Aber angenommen ich bin nciht allein dann hab ich die Ruhe nicht und dann bin ich praktisch die ganze Zeit passiv und steh manchmal auch einfach nur minutenlang unzufrieden in der Gegend rum weil ich nicht weiß was ich machen soll bzw ich weiß was ich machen könnte aber es geht dann einfach nicht.
    Geändert von allen ( 1.01.2013 um 08:57 Uhr)

  2. #2
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 157

    AW: Klingen meine Probleme nach ADS?

    Das klingt wie aus einem Buch über ADS. Wie ist es denn mit Deinen Eltern und Großeltern, gibt es da Symptome, die auf ADS hindeuten? ADS wird normalerweise von Generation zu Generation weitergegeben. Das wäre ein weiteres Indiz. Auf alle Fälle solltest Du einen Spezialisten aufsuchen, der das fachlich beurteilen kann.

    Ich kann sehr gut verstehen, wie es Dir geht. Da fragt man sich sein Leben lang, wieso man anders ist, als die anderen und anders ist, als man sein möchte. Dann ist da so ein Strohhalm namens ADS und man hätte die Antwort darauf. Schraube aber Deine Erwartungen nicht zu hoch, denn die Diagnose ist nur eine Gewissheit, aber keine Lösung. Auch Medikamente lösen die Probleme nicht, sie geben allenfalls Unterstützung und haben dabei Nebenwirkungen.

    Wer ADS hat, behält es und muss lernen, damit zu leben. Das Forum hier hilft, es zeigt, dass man nicht alleine ist mit seinen Problemen. Man findet sich wieder und es gibt auch viele Hilfestellungen.

    Lass Dir schnell einen Termin geben und Dich testen. Stöbere bis dahin hier im Forum und Du entdeckst Dich vielleicht an vielen Stellen wieder.

  3. #3


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 9.523

    AW: Klingen meine Probleme nach ADS?

    Hallo Allen,

    wenn ich lese, was du schreibst, klingt es zum Teil nach ADHS. Das sagt aber nichts aus. Die Probleme, die du nennst, können sehr viele verschiedene Ursachen haben. Ein weiterer Punkt ist, dass es gerade im fortgeschrittenen Stadium immer schwerer wird, zu unterscheiden, was Ursache und was Folge ist.

    Ein Beispiel aus einem anderen Zusammenhang mag dies illustrieren. Stell dir jemand vor, der mit Schlafstörungen zum Arzt kommt und gleichzeitig die Symptome einer Depression hat. Es ist sowohl möglich, dass die Schlafstörung Folge der Depression ist, als auch, dass die Depression durch die Schlafstörung verursacht wurde. Mit einem blosen Blick auf die Symptome lässt sich das nicht klären.

    In solchen Fällen ist es die Aufgabe des Arztes, das ganze zu sortieren. Das ist nicht einfach und vor allem auf keinen Fall schnell zu erledigen. Vor allem ist es unmöglich anhand deines Beitrags hier eine Diagnose zu stellen, egal ob positiv oder negativ.


    Viele Grüße

    Clown
    Geändert von traenenclown ( 1.01.2013 um 14:15 Uhr) Grund: Rechtschreibfehler

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 18

    AW: Klingen meine Probleme nach ADS?

    Hallo Leute!

    Ich bin ja schon beim Psychiater gewesen wegen Depressionen und habe öfters meine ADS Bedenken angesprochen aber das wars dann auch. Ich wurde dann gefragt ob ich in der Schule unkonzentriert war und das habe ich verneint. Es hieß dann wenn es ADS wäre dann wohl eher nur mild.
    Das ist für mich absolut unbefriedigend. Wenn ich wüßte, dass ich es nicht habe, dann hätte ich wenigstens nicht mehr diese Ungewissheit, obwohl die Probleme dann ja immer noch vorhanden wären.
    Die absolut beschissenste Konstellation wäre natürlich ADS zu haben und gleichzeitig nichts dagegen einnehmen zu können. Dann wäre es besser gewesen nie davon zu erfahren.

    Und ein weiteres Problem ist auch was für Nachteile hätte eine Diagnose mit ADS denn? Ich meine Depression hab ich schon in meiner Krankenakte stehen. Wie schlimm wäre da ADS oder macht das die Suppe auch nicht mehr fett?

    Und dann ist natürlich auch noch das Problem mit den Mitteln. Selbst wenn ich absolut sicher ADS hätte dann bedeutet das ja nicht, dass mir die Mittel helfen oder dass ich sie nehmen kann. Ich hab keine Ahnung wie sich sowas wie Ritalin bei mir auswirken würde auf Ängste. Am Ende würde das alles verschlimmern das wäre dann auch unverantwortlich. Ich habe auch schon Bupropion 300mg/Tag genommen gegen Depressionen was ja auch gegen ADS helfen soll aber das hats bei mir nicht ich hab zumindest nichts gemerkt.

    Könnte man denn in einer Klinik für Erwachsenen-ADS mit Sicherheit sagen ob ich ADS habe oder wäre das dann auch unklar und am Ende alles umsonst? Damit wäre mir dann ja auch nicht geholfen.
    Aber angenommen ADS-Mittel wären sowieso außen vor dann bräuchte ich das auch gar nicht machen.

    Und selbst wenn ich ADS hätte würde ich sowas wie Ritalin auch nicht durchgehend nehmen wollen sondern wenn dann nur wenn man es "braucht" und sich wirklich konzentrieren muss. Aber dann stellt sich wieder die Frage, ob jemand der Ritalin nimmt es dann dauerhaft nehmen muss, weil er sonst ohne Ritalin noch viel weniger klar denken kann als vor der Therapie. Das wäre dann auch ein echtes Risiko denn in Situationen wo ich sowieso viel Angst habe zum Beispiel in ner Prüfung würde ich auf keinen Fall Ritalin nehmen wollen. Aber angenommen man bräuchte das dann um klar denken zu können dann wär das ein ziemliches Problem.

    Das ist echt eine beschissene Situation.

    Was mich etwas irritiert hat ist, dass ich gelesen habe, dass ADSler immer Stimulation suchen. Das würde dann ja heißen, dass jemand mit ADS happy wäre, wenn zum Beispiel im Haus der Fernseher läuft und alle möglichen Ablenkungen vorhanden sind. Bei mir ist es aber genau das Gegenteil. Mich stören Geräusche. Wenn ich mich absolut konzentrieren will dann hock ich mich in nen dunklen Raum wo ich auch nichts sehe. Ich lauf auch gern abends wenns dunkel ist draußen rum. Dann kann ich etwas entspannen und die Gedanken ordnen. Wenn ich tagsüber bei Licht und Geräuschkulisse draußen rumlaufen würde könnte ich dabei überhaupt nciht entspannen. Spricht das gegen ADS?

    Wenn Ritalin nicht so viele NWs hätte dann hätte ich es schon längst einfach mal getestet um zu sehen ob da was passiert und wenn nicht dann hätte ich mich damit abgefunden, dass es wohl kein ADS ist. Aber sowas nimmt man eben nicht mal einfach so wien Bonbon.

    ps: Von meinen Eltern hat niemand ADS zumindest weiß ich davon nichts und sie auch nicht.
    Mein Bruder hat offiziell auch kein ADS, allerdings ist er ein ziemlicher Messie und sein Zimmer sah immer schlimm aus und er raucht auch ziemlich viel. Rauchen könnte ja auch ne Methode sein mit ADS umzugehen soweit ich weiß.
    Geändert von allen ( 2.01.2013 um 04:22 Uhr)

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