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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    Kopfkino

    Möchte mal einen Eindruck geben, was mir morgens so durch den Kopf geht.

    Ich bin heute morgen mal wieder aus vielen Träumen wachgeworden, die dann halbwach weiterliefen.

    Mir ist aufgefallen, dass ich bereits im Kindergarten in der Lage war, aus Situationen zu dissoziieren. Im Kindergarten sollten wir in einem Kreisspiel wie "ein Storch" umherlaufen, für mich stellte sich damals schon die Frage, warum???? Ich bin kein Storch, also was sollen diese Albernheiten??? Gleichzeitig wusste ich, ich bin ein Junge, eine Frage durch ein anderes Kind, ob ich Junge oder Mädchen bin, ich habe wohl sehr schüchtern ruhig, untypisch halt gewirkt, hat mich extrem verwirrt. Ich bin diesem Jungen mit Unsicherheiten und Ausweichen begegnet. Ähnliches Drehen um bestimmte Fragen sind seitdem immer wieder aufgetreten in meinem Leben, das Grübeln und der Versuch, eine logische Erklärung zu finden geht so weit, dass ich mir selber den Boden unter den Füßen weggrüble.

    Oder anderer Punkt von heute morgen, mir ist aufgefallen, dass ich Redewendungen im übertragenen Sinn und gleichzeitg wörtlich verstehe. Ich behaupte von mir Ironie und Wortspiele zu verstehen, besitze selber viel Ironie.

    Gestern bin ich an einem Schild vorbeigelaufen, darauf stand

    ... die Luft brennt ...
    Bei diesem Satz ging es dann los, wieso brennt Luft? Geht nicht, der Sauerstoff unterstützt die Verbrennung, Luft besteht zu 16% aus Sauerstoff ... klar weiß ich auch, was mit dem Satz gemeint ist, aber diese wörtliche Bedeutung habe ich gleichzeitig im Kopf.

    Und dann geht es los, Luft, Erinnerungen zu Luft, wie wir im Physikunterricht mal Luft in einem Lufballon gewogen haben, der Geruch aus demPhysikraum, der Weg durch die Schule, tausend Erinnerungen, vorallem fotographierte Details, die alle gleichzeitig und vorallem alle Sinne gleichzeitig betreffend auftauchen.

    An deres Beispiel, auch von heute morgen,

    Feuerzeug in die Luft werfen
    Dieser blödsinnige Satz ist wohl im Zusammenhang mit brennender Luft und Luftballon entstanden, ich habe da dann auch direkt eine komplette Assoziationskette im Kopf, sehe ein bestimmtes grünes Feuerzeug vor mir, z.B. ist es mir auch schon passiert, dass ich mit diesem Bild im Kopf Dinge gleicher Bauart, also ein anderes Feuerzeug, nicht gefunden habe, weil es nicht grün sondern rot war (bei einem Feuerzeug ist es mir nicht passiert, das war nur ein Beispiel, tatsächlich ist es mir bei einem Computerstick passiert).

    Das Bild ist im Kopf, 1000 Assoziationen und gleichzeitig eine gewisse Blockade, das Bild zu ändern im Kopf.

    1000 Assoziationen meint dann wie oben beschrieben alle Sinne gleichzeitig ansprechend, also Geschmack, einen bestimmten Geruch, eine bestimmte Temperatur, Festigkeit auf der Haut und ich frage mich dann ob es nicht möglich ist sprachlich z.B . Geruch und eine bestimmte Farbe miteinander zu verbinden, sozusagen eine neue komprimierte Sprache zu entwickeln, die eben diese Komplexität abbilden kann.

    Noch ein Beispiel, warum heißt es sandfarben, es gibt offensichtlich keinen Farbausdruck für die Farbe des Sandes, außer vielleicht gelb oder ocker oder ähnlich, für Haare gibt es eine eigene Farbbezeichnung, blond, warum gibt es nicht blonden Sand oder beige Haare oder sandfarbene Haare????

    So ein Eindruck von meinem Kopfkino.

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 32

    AW: Kopfkino

    Ja ich kenne diese Fragen...

    zb, warum heißt Baum , Baum und nicht Auto oder Ball.. (ziemlich doofes beispiel) aber dieses ewige grübeln, warum Dinge so Heißen wie sie es halt tun.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 177

    AW: Kopfkino

    Kenne ich.
    Keine ahnung ob es dafür eine Begründung gibt, aber ich fragte mich als Kind immer warum der Himmel Blau und der Schnee weiß ist. Aus genau dergleichen gründen wie du.
    Das nicht machen wollen weil total sinnlos oder albern beim "Storch spielen" kenne ich auch und geht mir immernoch so. Mache es dann um nicht negativ aufzufallen weil es gerade gesellschaftlich oder gruppendynamisch von mir erwartet wird.
    Ich dachte oft das ich zu reif für mein alter bin eben wegen solcher Sachen. Heute bin ich endlich nicht mehr 12 odef14 und darf tiefgründig sein

  4. #4
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 764

    AW: Kopfkino

    HerrHase schreibt:
    Ja ich kenne diese Fragen...

    zb, warum heißt Baum , Baum und nicht Auto oder Ball.. (ziemlich doofes beispiel) aber dieses ewige grübeln, warum Dinge so Heißen wie sie es halt tun.
    Das ist SOOOO Furchtbar aber passiert mir auch immer!! Oh man das ist absolut kein doofes beispiel !!!

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 45

    AW: Kopfkino

    Ich hab das gefühl, dass ich nie ein wirkliches Kopfkino habe und ich immer nur am grübeln bin über aktuelle probleme in meinem Leben und sowas. Aber dass ich ein wort sehe und direkt tausende von Assoziationen bilde, sowas kenne ich nicht. Irgendwie bin ch immer nur beschäftigt mit mir und mich selbst und mein Erscheinungsbild und solche dinge, meistens nur bezogen auf mich... Kennt ihr sowas auch?

    Ich bin grade unsicher ob ich auch sowas wie Kopfkino kenne...

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 13

    AW: Kopfkino

    Mich nervts auch tierisch. Diese ständige Rumassoziiererei, da kommt man vom Hundertsten in Millionste (haha, aber das Millionste von einem anderen Hundertsten) und irgendwann merke ich wenn ich nicht wieder vergessen habe wos angefangen hat, dass ich komplett woanders gelandet bin. Sei die Assoziation auch noch so abwegig, sie wird verfolgt. Allerdings wird dann bei mir nichts zu Ende gedacht,
    -> Spratz, da knallt einem auch schon der nächste Gedanke durch die Birne. Und der nächste, und der nächste, und der nächste, und der nächste...

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 241

    AW: Kopfkino

    Ich hab das gefühl, dass ich nie ein wirkliches Kopfkino habe und ich immer nur am grübeln bin über aktuelle probleme in meinem Leben und sowas. Aber dass ich ein wort sehe und direkt tausende von Assoziationen bilde, sowas kenne ich nicht. Irgendwie bin ch immer nur beschäftigt mit mir und mich selbst und mein Erscheinungsbild und solche dinge, meistens nur bezogen auf mich... Kennt ihr sowas auch?
    So läuft`s bei mir auch eher ab. Ich grübel über vergangene Situationen, spiele sie nochmal durch, sinniere über zu erwartende Situationen, träume vor mich hin, häufiger schiebt sich dann noch was von außen rein (Musik, die ich dann mitsumme; oder halt was anderes was meine Aufmerksamkeit auf sich zieht ...) und das alles bei den alltäglichen zu erledigenden Dingen ...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Kopfkino

    Ich hab das gefühl, dass ich nie ein wirkliches Kopfkino habe und ich immer nur am grübeln bin über aktuelle probleme in meinem Leben und sowas. Aber dass ich ein wort sehe und direkt tausende von Assoziationen bilde, sowas kenne ich nicht. Irgendwie bin ch immer nur beschäftigt mit mir und mich selbst und mein Erscheinungsbild und solche dinge, meistens nur bezogen auf mich... Kennt ihr sowas auch? So läuft`s bei mir auch eher ab. Ich grübel über vergangene Situationen, spiele sie nochmal durch, sinniere über zu erwartende Situationen, träume vor mich hin, häufiger schiebt sich dann noch was von außen rein (Musik, die ich dann mitsumme; oder halt was anderes was meine Aufmerksamkeit auf sich zieht ...) und das alles bei den alltäglichen zu erledigenden Dingen ...
    Das ist der zweite Teil, dieses um die eigene Achse drehen und immer wieder das eigene Verhalten analysieren und bewerten und die Reaktion anderer überprüfen.

    Bei wurde diesbezüglich auch schon die Diagnose selbstunsichere Persönlichkeit gestellt, oder negativer Narzissmus, nur denke ich mittlerweile die Unsicherheit und das Um die eigene Achse drehen ist völlig normal in Anbetracht der Tatsache, dass ich anecke und zwar anecke nicht nur im Kopf, sondern tatsächlich Probleme in der sozialen Interaktion habe, die ich nicht verstehe, weil ich so bin wie ich bin. Durch den negativen Spiegel hinterfrage ich mich dann zwangsläufig und werde unsicher, ein Teufelskreis.

    Noch eine Frage, trotz aller Analysen, die ich vornehme, gelingt es mir nicht, allen Fettnäpfchen auszuweichen. Mündliche Arbeitsanweisungen oder soziale Situationen bekomme ich, auch wenn ich mich konzentriere, nicht immer mit. Es ist sogar so, dass mich dieses ständige Zusammenreissen sehr anstrengt, ich deswegen kritischen Situationen sogar tendenziell ausweiche. Wenn ich entspanne, werde ich eher albern und zeige ein verstärkt chaotisches verhalten, Springen, Träumen ...

    Dieses Verhalten bekomme ich auch mit Medikamentation nur begrenzt verändert,

    noch etwas positive zum Schluss. Die Erkenntnis für diese Zusammenhänge hat bei mir Jahre Zeit in Anspruch genommen, leider, eine Grübelei über hätte ... wenn bringt mich nicht weiter, aber ich habe für mich erkannt, dass ich mir ein Biotop suchen muss, wo ich so sein kann, wie ich bin, alles andere ist illusorisch und durch den ständigen Anpassungsdruck gerate ich nur immer wieder frustriert von einem zum nächsten psychischen Erschöpfungszustand.

    Lange war mir nicht klar, warum ich periodisch immer wieder krank und depressiv war, obwohl ich keine bipolare Störung aufweise, jetzt weiß ich es.

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