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Diskutiere im Thema Die schönen Aspekte von ADHS im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #261
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 442

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    Ich bin auch tief gefallen, habe mich verappeln müssen wieder aufstehen und wieder los...
    Aber das entscheide ich doch.... Kampf aufnehmen und alles aus dem Leben und Job schütteln was geht oder
    mir selbst leid tun und liegen bleiben
    Ich habe mich gestern Abend rausziehen müssen - die negativen Aussagen hier machen mich fertig!

    Es gibt ADHSler, die gerade tief in einer Krise stecken, die sich dem Tod näher fühlen als dem Leben, die gerade nur noch schwarz sehen, kein weiß und auch kein grau mehr.
    Aber viele von ihnen kämpfen. In typischer Steh-auf-Männchen-Manier. So, wie ihr ganzes Leben lang. Und sie geben nicht auf.

    Aber, was dann - da spreche ich jetzt von mir - so überhaupt nicht willkommen ist, sind diese ganzen "Hat-doch-ohnehin-alles-keinen-Sinn"-Phrasen. Als ob man als ADHSler zum Scheitern und Schwarzsehen verdammt wäre, weil ADHS und bzw. oder besser seine Folgen einen zum Versager prädestinieren.

    Eiselein, alles verständlich - aus Deiner Sicht.
    Aber gestehe doch bitte anderen Menschen zu, positiv zu bleiben - vielleicht auch nur um zu... - und versuche nicht, es uns auszureden.
    Mich ziehst Du jedesmal wieder runter und ich setze Dich jetzt auf die Ignorier-Liste, um das Loch leichter hinter mir zu lassen.


    DANKE an all die, die so viel positive Kraft reinbringen!!!

  2. #262
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    Oberpfeife schreibt:
    Schon mal darüber nachgedacht sich einfach mal etwas schön zu reden, weil das gut tut!?
    Genau das ist sogar eine essentielle und überlebenswichtige (und sehr wertvolle) Eigenschaft des Menschen.
    Aber ist sie in diesem Fall sinnvoll?

    Du hast einen absoluten Hang zum negativen Denken.
    Kann es nicht durchaus auch genausogut sein, dass er keineswegs negativ denkt, sondern einfach nur realisitisch?

    Es gibt da eine dem Menschen eigene und sehr wichtige Eigenschaft:
    Wir sehen die Welt durch eine Art "rosa Brille".
    Das gibt uns Zuversicht und Hoffnung und ist für uns überlebenswichtig.

    Würden wir die Welt um uns herum so sehen, wie sie tatsächlich und ungeschminkt ist, würden wir jede Hoffnung verlieren und in eine Starre verfallen.

    Wir würden uns zwei Eier kaufen, uns draufsezen und in tiefes Brüten verfallen.

    Kein Mensch hätte nach einem Krieg nur einen Finger gerührt, kein Mensch würde angesichts der aktuellen Weltwirtschaftslage, angesichts diverser Bedrohungen etc. etc. das Haus verlassen und den Mut und die Zuversicht schöpfen, weiter zu machen.

    Diese Eigenschaft des positiven Denkens ist essentiell überlebenswichtig und von der Natur gewollt und vollkommen ok.

    Was dabei rauskommt, wenn die "rosa Lebensbrille" kaputt geht, sieht man am besten bei Menschen mit Depressionen.
    Denen ist dieser rosa Filter nämlich kaputt gegangen.
    Menschen mit Depressionen sehen die Welt nicht, wie man gemeinhin meinen mag, viel negativer, sie sehen sie vielmehr einfach nur realistisch.
    (Ja, dafür habe ich mehrere Quellen, das ist sogar allgemein bekannt, ich müsste diese Quellen allerdings raussuchen, bin ich aber grad zu fauf für)


    Wir haben also von Haus aus den Hang, die Dinge etwas verklärter zu sehen als sie sind, um daraus unsere Hoffnung, Zuversicht und Antrieb zu gewinnen/ schöpfen.
    Eine wirklich schlaue Mechanik, die Mutter Natur sich da hat einfallen lassen, denn so kommen wir durch tiefste Krisen.

    Nun könnte man also sagen:
    "Ist doch fein, vollkommen in Ordnung, was soll also diese Diskussion?"

    Weil die Sache hier eben einen gewaltigen Haken hat:
    Während wir auf der einen Seite nun naturgemäß versuchen, durch unsere positive Sichtweise Hoffnung und Zuversicht zu schöpfen und auch an Selbstwertgefühl zu gewinnen (denn gerade dieses ist uns unser ganzes Leben lang in Grund und Boden getreten worden), suchen und benötigen wir auf der anderen Seite Hilfe und Unterstützung.

    Für die Außenwelt ist das ein nicht zu verstehender Widerspruch.
    Wir wollen, dass die Kassen die Kosten für unsere Medikamente übernehmen, wollen Therapien, Nachteilsausgleiche, GdB, Coachings, Haushaltshilfen und und und.

    Das passt für diejenigen, die nicht in unsere Köpfe schauen können und selber kein ADS haben nicht mal ansatzweise zusammen.
    Kein Wunder dass die dann sagen, wir sollen sonstwo hingehen, denn wenn wir doch solche Supergenies sind, mit so tollen positiven Eigenschaften (die wir durchaus ja auch haben, aber aufgrund dieser Überlebensfunktion nicht uns, sondern ausgerechnet unserer Störung zuschreiben, derer wegen wir um Hilfe ersuchen...), dann mögen wir die doch bitte nutzen und zum Teufel gehen.

    Das kann kein normales Gehirn verstehen.
    (Und zum Thema "Norm/ "Normal" schreibe ich unten noch eine Anmerkung.)

    Jetzt hat die Sache auch noch einen anderen Haken:
    Da diese Sichtweise für uns so essentiell und überlebenswichtig ist, fühlt man sich durch Sprüche wie Eiselein oder ich und auch andere sie machen, bis ins tiefste Mark erschüttert.

    Das ist ein Angriff auf die eigene Existenz und man wird sie bitter verteidigen, denn man versucht gerade die eigene Überlebensstrategie über den Haufen zu werfen.
    Etwas ganz grundlegendes, an dem wir uns festhalten und das uns Mut und Hoffnung und Zuversicht und Selbstwertgefühl gibt.
    Wer sind wir denn noch, wenn die ADHS keine positiven Seite mehr hat?

    Das Ergebnis ist, wie wir hier auch wunderbar sehen, heftige, gar heftigste Gegenwehr.
    Nur zu verständlich.

    Was aber passiert, wenn man sich darauf einlässt, diese Umklammerung zu lösen?
    Faszinierenderweise das Gegenteil dessen, was man erwartet.
    Man stürzt nicht in ein bodenloses Nichts.

    Wenn ich erkenne, dass nicht die ADHS der Grund für meine positiven Eigenschaften ist, sondern ich sie als das anerkenne, was sie wirklich ist, nämlich eine Störung und stattdessen weiterhin erkenne, dass ich auch mit dieser Störung und meinen Schwächen ein wertvoller Mensch bin, dann habe ich einen der wesentlichsten Punkte erreicht, den ich erreichen kann:
    Akzeptanz!
    Ich akzeptiere die ADHS als ein Teil von mir, schließe damit meinen Frieden, erkenne die Einschränkungen, die ich dadurch habe und besinne mich meiner Stärken und werde ein in sich ruhender Mensch, der sich selbst seines Wertes bewusst ist, in allen Teilen seines Seins.

    Und da möge man mir dann vorwerfen, negativ zu denken, anderen alles kaputt reden zu wollen, ich möge anderen leid tun, weil ich die positiven Dinge nicht sehen kann oder will, das ist alles ok.
    Zerreißt mich, zerfleischt mich, das ist ok und verständlich.

    Ich bin Euch im Gegenteil sogar dankbar dafür, denn ich kann dem mit dem guten Gefühl der Akzeptanz entgegenschauen.
    Das stärkt mein Selbstwertgefühl.
    Und genau Threads wie dieser hier helfen mir dabei, diesem Punkt, ich würde sogar sagen, diesem erlösenden Punkt immer näher zu kommen.
    Und dafür danke ich Euch ganz ehrlich und herzlich.

    Warum aber lesen wir in den vielen Büchern über ADHS dann nicht genau das, sondern die immer gleiche tibetanische Gebetsmühle, dass ADHS doch ach so viele Stärken hat?
    Weil es therapeutisch der einfachere Weg ist und viele Therapeuten auch gar nicht kapieren, dass es nicht der beste Weg ist.
    Und selbst die, denen das klar ist, wählen diesen Weg, weil er ihnen allein schon aus Kostengründen auferlegt wird.

    Es ist der Versuch, die gleiche Wirkungsweise wie bei der Behandlung einer Depression zu adaptieren.
    Auch hier wird versucht, die positive Sichtweise wieder zu erlangen und wie könnte das bei AHDS einfacher und schneller gehen, als über die ADHS selbst?
    Schnell, kostengünstig und effizient, aber leider meilenweit am eigentlichen Ziel der Akzeptanz vorbei.

    Aber der Weg zu dieser Akzeptanz, die damit endet, dass ich die ADS als das annehmen kann, was sie ist und mich trotzdem oder gerade deswegen als wertvoller Mensch fühlen kann, also echtes Selbstwertgefühl habe, ist lang und schwer.

    Dieser Sichtweisenwechsel kostet viel Kraft und Mut und ich verstehe jeden, der davor zurückschreckt.

    Aber das Gefühl wenn man da angekommen ist, ist echt geil Anhang 7518



    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    Und zum Abschluss eine Anmerkung, was die "Norm" angeht:
    Wenn jemand schreibt, dass nicht die ADHS ihn krank macht, sondern Menschen ihn krank machen, weil wir nicht in "ihre Norm" passen, dann lässt das die Frage aufkommen, ob hier der Begriff "Norm/ normal" richtig verwendet wurde.

    Normales menschliches Verhalten wird nicht willkürlich von Menschen festgelegt, so wie man willkürlich festlegt, dass ein deutscher Normpommes einen Mindestquerschnitt von 0,7 cm² zu haben hat (ja, diese Norm gibt es), sondern diese Norm legt sich durch die evolutionäre Entwicklung und das allgemeine menschliche Verhalten selber fest.

    Man beobachtet das Verhalten einer Spezies und das Verhalten, welches sich am meisten zeigt, nimmt man als normal an, entsprechend dem Gaußschen Verteilungsnormal.
    Und da ist es egal, ob es um Mensch oder Tier geht.

    Ein Abweichung von einer so beobachteten Norm ist übrigens keineswegs negativ.
    Hochintelligente Menschen weichen auch von der Norm ab .

    Wer also schreibt, dass wir nicht in "ihre Norm" passen, der hat dieses Prinzip IMHO fehlinterpretiert.

    Und wer dann noch schreibt, dass Stinos nach ADHS'lern lechzen, man sich sogar "einen Stino hält" .... dann wird mir Angst und Bange, denn dann darf es niemanden wundern, wenn die sich angegriffen fühlen und im Gegenzug auf uns zurückschießen und sich dagegen wehren und erst recht dicht machen.

    Das ist in meinen Augen eher ein Versuch, sein in den Boden getretenes Selbstwertgefühl aufzubauen.

    Jemand, der ein gesundes Selbstwergefühl hat, muss weder ständig sich, noch seinem Umfeld einreden, was er für tolle Eigenschaften hat, er weiß es selber, er kennt seinen Wert und das reicht ihm vollkommen aus und schon gar nicht muss er andere klein machen, um selber größer dastehen zu können.

    Wir sind groß.
    Wir sind wertvoll.
    Wer so denkt, kann sich auch seiner Einschränkungen und Schwächen bewusst sein, sie annehmen und akzeptieren und Hilfen annehmen und fühlt sich trotzdem als ein wertvoller Mensch, der er auch ist.

    Wer ein geringes Selbstwertgefühl, der wird ständig sich und anderen erzählen müssen, was für ein toller Kerl er ist und was er schon alles geleistet hat und und und.
    Ein in sich ruhender Mensch mit einem hohen Selbstwertgefühl setzt sich hin und braucht das nicht, denn er weiß das von innen heraus, ihm ist egal was andere von ihm denken.
    Ausgerechnet unser Selbstwertgefühl ist gerade und ADHS'lern im Laufe des Lebens aber abhanden gekommen.
    Wenn ich aber an diesem Punkt angekommen bin, ADS als das akzeptieren zu können, was es ist, und mich trotzdem einen wertvollen Menschen finden kann, mit und trotz eben diesen Schwächen, sie akzeptieren kann, ... dann habe ich ein Stadium erreicht, das viel geiler ist.
    Ich bin noch lange nicht da angekommen, aber ich bin auf dem Weg dahin.
    Und mit jedem Schritt fühlt es sich besser an.

    Ich denke, das war nun mein Schlusswort.
    Und wer es geschafft hat, das bis hier hin zu lesen, kann schon mal echt stolz auf sich sein, das ist für einen ADHS'ler eine großartige Leistung
    Geändert von Fliegerlein ( 7.01.2013 um 14:56 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur

  3. #263
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 59

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    @ Eiselein

    Das von dir angeführte Beispiel ist nichts außergewöhnliches. Da gab es dieses Experiment, wo man sämtliche Hochintelligente in eine Klasse steckte. Sinn war es eine Elite zu schaffen. Das Beste vom Besten. Nun beobachtete man ihren Werdegang und mußte erstaunt feststellen,dass ihnen ihr hoher IQ-ich glaube alle über 140-herzlich wenig brachte. Unter den vielen Leuten hatten es vielleicht zwei zu etwas gebracht. Die Masse lebte durchschnittlich. Einige versagten sogar. Vermutlich lag es daran, dass ihnen in ihrer Jugend alles in den Schoß viel. Später kamen sie nicht mit Schwierigkeiten klar.

  4. #264
    Octoroo

    Gast

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    @Ben


    Hallo

    Ben0123 schreibt:
    ...denkst du echt Handwerker zu sein bedeudet sich mit wenig zufrieden zu geben? Ich bin glücklich in meinem Job. Ich bin seit letztem Jahr sogar sehr erfolgreich selbständig. Was glaubst du wieviele Studierte ich kenne die erst lange die Schulbank drücken und dann doch Mühe haben einen Job zu finden? Ich bin als Arbeitskraft begehrt und mach mir keine Sorgen ob es mich morgen noch braucht.

    Ich bin zwar nicht gefragt, aber ich muss hier wieder mein Senf dazu geben !
    Das ist mein persoenlicher Sicht:

    Mal vorne weg, ganz egal ob Studiert oder nicht-studiert geht es MIR darum, eine Ausbildung (mit oder ohne Studium) ABZUSCHLIESSEN.
    DAS geht vor. Eine Ausbildung nicht abschliessen wuerde mich mit Sicherheit auch in eine Dauerdepression resultiert durch Dauerunzufriedenheit fuehren.
    Man sollte wissen, was einem liegt.
    Den einen liegt das Handwerkliches besser, der andere hat ne Begabung fuer Literatur etc.

    Ich habe ein Studium (Chemie) begonnen. Dies aber abgebrochen, ganz bewusst, da ich mir klar war, dass ich keine Fuehrungspersoenlichkeit habe und ich dann arbeitslos gewesen waere.
    Was haette mir eine Promotion (WENN ichs geschafft haette) genuetzt, wenn ich dies nicht beruflich umsetzen kann.
    Also habe ich etwas anderes ausgewaehlt, wo ich denke, dass meine Kapazitaeten als ganze Person zum Berufausueben ausreichen wuerde, und ich lag da richtig.

    Mein Mann ist uebrigens auch Handwerker, und zwar ebenfalls ein sehr guter, er ist der gut in seinem Gebiet.
    Ausbildung abgeschlossen, uebt sein Beruf aus, er ist beruflich (abgesehen von seine Schmerzen !) sehr gluecklich und zufrieden.

    Fuer mich ist die soziale Position vorrangig.
    Meine persoenliche unterste Schublade = Hausfrausein. Ich bin momentan sehr unzufrieden und mache die schlimmste Phase meines Lebens durch.
    Ich wuerde lieber Scheisshaeser putzen gehen (falls ich in mein Beruf nichts finden sollte, demnaechst. Ich war aber berufstaetig,bevor ich mein 2tes Kind bekommen habe), weil position = Angestellte und nicht "Abhaengige".


    Jeder hat so seine eigene Wertvorstellung......und fuer mich gibts keine "Studierte Beruf" ist besser als andere, sondern zaehlt es mir,dass Jemand sein Beruf auch ausueben kann.
    Einige Berufe aber gibt es, wo ich sagen wuerde, untere Schublade, das steht mir frei. Aber nicht wegen Bildung, sondern wegen die Taetigkeiten an sich.
    Wenn aber Jemand es macht, ist derjenige respektwuerdig.

  5. #265
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    @Fliegerlein

    ist die Realität nicht wertFREI ?

    Die Realität ist wie sie ist, weder positiv noch negativ - der Mensch hat den Hang (Zwang?) alles zu
    kategorisieren.... demzufolge, was wir (in unseren Gedanken) daraus machen - liegt an uns und nicht an
    der Situation.

    "dies schreibe ich, weil ich mir darüber Gedanken gemacht habe.... wenn es nämlich an der Situation liegen würde.... so hätten
    meine Grosseltern zu Kriegszeiten in schwere Depressionen verfallen sollen - doch aus ihren Erzählungen gab es sicherlich "harte" Zeiten
    unter anderem existentielle Ängste... aber auch sehr viele schöne Momente und Erfolge..."

    lieber Gruss

  6. #266
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 523

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    positive einstellung wird jetzt also belächelt und als rosarote brille angesehen-
    lächerlich, übrigens.
    da du gerade von rosaroter brille redest, müssten die leute die positiv denken (und mit einer rosaroten brille durch die welt gehen),
    alle um sich herum blind sein, was garantiert nicht der fall ist.

    zum leben positiv eingestellte menschen sehen, die schönheit der welt, in all ihren details-
    aber auch wissen sie, dass die welt ein hartes und ungerechtes pflaster ist.

    glaubst du diese menschen haben keinen fernseher, und sehen keine nachrichten,
    "gerade noch wurden 20 menschen in einem gebäude in die luft gesprengt",

    meinst du so eine nachricht würden sie nicht mitbekommen und sich daraus eine eigene meinung bilden?

    selbst mein gläubiger bruder weiß wie schlecht diese welt/ auch wir menschen sind,
    und trotzdem hält er daran fest, aus einem gewissen grund,
    weil wir auch Gutes in uns Tragen. Gutes, aber auch Böses- deswegen ist die Welt auch Böse,
    aber muss man deswegen "negativ" oder wie du es sagst 'realistisch' denken?

    hier mal meine annahme:

    ein depressiver mensch, denkt depressiv.

    auslegungssache, findest du nicht?

    wenn man depressiv ist,
    kann man keinen einzigen positiven grundgedanken an den tag legen,
    wie sollte man also positiv denken, das wäre ein ding der unmöglichkeit.

  7. #267
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 55

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    Octoroo schreibt:
    Einige Berufe aber gibt es, wo ich sagen wuerde, untere Schublade, das steht mir frei. Aber nicht wegen Bildung, sondern wegen die Taetigkeiten an sich.
    Wenn aber Jemand es macht, ist derjenige respektwuerdig.
    Hey Octoroo,

    ich kann deine Aussagen bis auf die zitierte nur unterschreiben. Ich weiss allerdings nicht genau welche Tätigkeiten du zu der unteren Schublade zählst. Wenn du damit Dealer und Zuhälter meinst bin ich einverstanden. Zum Beispiel gibt es für mich auch den Beruf Söldner den ich als etwas verkehrtes sehe. Aber ich weiss nunmal, dass es Leute (zum Beispiel Latinos in Amerika) gibt, die keine andere Perspektive haben. Sich dann beim Militär zu melden, weil die einem die Familie absichern kann ich wiederum nachvollziehen.

    Zurück zum Thema: Ich finde "Vivre et laisser vivre", "jedem dass seine"-zweifelsohne. Es braucht Studierte wie Handwerker, Dienstleister wie Produzenten damit diese Gesellschaft funktioniert (im übrigen auch ADHS'ler und "Normale"). In diesem Zusammenhang mag ich es nicht, wenn man mein Beruf als minderwertig darstellt.
    Die von dir zitierte Aussage hat sich ja auch auf Eiselein bezogen, der es so dargestellt hat, als hätte ich mich mit dem Handwerk abgefunden und das mit einem etwas "despektierlichen" Unterton.
    Eiselein schreibt:
    Dabei war das doch jetzt wirklich nich so schwierig, oder Ben?
    Das war also eine Reaktion. Für mich als Tolpatsch war es eine Herausforderung ein Kunsthandwerk zu erlernen. Und ich mag Herausforderungen.

    Octoroo schreibt:
    Meine persoenliche Staerken (obs nun ADHS bedingt oder gar nicht, sei erstmal hingestellt) gebe ich tagtaeglich meiner Kinder weiter, und die profitieren sehr davon: zusammen mit den Kindern malen, zeichnen, puzzeln, fuer meine Spezialinteressen (Baustellen, Astronomie, Bagger, Betonmischer) begeistern (kleine Kinder lassen sich fuer alles begeistern).
    Das geht den ganzen Nachmittag gut.

    Aber kochen/backen mit den Kindern oder sowas wird es bei mir niemals geben.
    Ich bin................hm........i ch denke, dass ich maennliche Adern habe.
    Naja, zumindest wenn ich dem Klischee dienen darf ^^
    Ou ja Bagger fahrn! Ich bin mir sicher das deine Kinder viel von Dir haben. Die kümmern sich nämlich noch herzlich wenig um Klischees. Ob du mit ihnen kochst oder Bagger fährst ist denen wahrscheinlich Schnuppe. Wichtig finde ich, dass man Zeit mit ihnen verbringt und sie nicht vor TV und Konsole "versorgt" (auch wenn ich weiss, dass es manchmal von Vorteil sein kann, wenn man sich damit einen Moment Ruhe und Zeit verschafft).

    Momentan bin ich übrigens gerade für zwei Monate Hausmann, damit meiner Frau im Haushalt nicht die Decke auf den Kopf fällt und sie wiedereinmal im Beruf arbeiten kann. In meinem Beruf ist sowieso im Winter nicht allzuviel los. Das gibt mir die Möglichkeit meine Knochen zu schonen und gleichzeitig eine gute Beziehung zu meinen Kindern zu pflegen. Aber ich kann sehr gut nachvollziehen, dass einem das als Lebensinhalt allein nicht genügt und wünsche dir deshalb, dass du deine Ziele erreichst und die Kraft die du dafür benötigst.

    Liebe Grüsse Ben

  8. #268
    Octoroo

    Gast

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    @Ben

    Du machst das ganz gut und ich bewundere deine gesunde Einstellung zum Leben.
    Ich mag auch keine negative Einstellungen, also nur negativ zu denken zu koennen, in allem. Da waere ich dann auch depressiv.
    Ich gebe zu, dass auch ich meine ignorante Seiten habe - auch wenn es bei mir etwas anders aussieht.
    Aber diese "Minderwertigkeit" wegen Status beziehe ich nur auf meiner Person.
    Damit will ich sagen, dass ich dies oder jenes nicht tun will/werde, weil ich es minderwertig faende.
    Wenn andere es tun, ist es mir egal.
    Leben und leben lassen <- eine Weisheit, was die Gesellschaft braucht.
    Ich lasse leben, andere mich nicht.
    Ich erlerne die Kunst, damit einen optimalen Umgang zu finden.

    Mit "Zuhaelter" hast du natuerlichh etwas heikles ausgesucht als Beispiel.
    Tja, da bin ich zwiespaeltig. Ich bin keine Samarita oder Moralapostel, aber auch nicht menschenveraechter. Und was so manche Zuhaelter machen, ist wohl nicht.....naja....ich meine Schwaechen andere ausnutzen und so. Das lasse ich mal so dastehen.
    Aber man im Ernst, und das meine ich wirklich ganz ernst:

    Haette ich angenommen die Wahl,

    1. LEBENLANG "Hausfrau" zu sein
    oder
    2. ne N.utte oder Klofrau zu sein,

    Dann waehle ich Nutte/Klofrau obwohl ich studiert habe.


    An Handwerkliches ist gar nichts minderwertig, ganz im Gegenteil !
    Baustellen finde ich sowieso geil !
    Ich wuerde so gerne auf einer Baustelle arbeiten, bagger und Betonmischer fahren, wenn ich es nur koennte.
    Auf Grund meiner Einschraenkungen bin ich selbst fuer einen Fuehrerschein zu doof.

    Ausserdem ist das, was ich an meiner Familienkonstellation so toll finde (auch wenn das Alltag dafuer umso hart ist) ist, dass die Kinder nicht NUR Akademiker als Elternteile haben und Ihnen somit verschiedene "Modelle" zur Verfuegung steht, um sich optimal zu entfalten.
    Mein Mann kann den Kindern Dinge bieten, die ich niemals bieten kann etc.

    P.S. minderwertig finde ich alles hauswirtschaftliches.
    Beruflich hauwirtschaftlich taetig zu sein bedeutet es fuer mich, eine Etage hoeher zu sein als "Hausfrauen" (als Status)
    Das ist MEINE Ansicht, ich zwinge niemand dazu, meine Ansicht zu teilen und moechte hinweisen, dass auch hier "leben und leben lassen" angebracht ist, bevor sich irgendjemand sich aufregen sollte.


    P.P.S.: So, ich habe Eiseleins Post gelesen.
    Ich denke, es kommt bisserl doof rueber nicht weil Eiselein denkt dass studierte besser sind (ich weiss es nicht, ich kenne ihn nicht persoenlich) - sondern hat er das wieder auf sich (auf seine ADHS Probleme) bezogen.

    [Hehe, das spricht ja wieder fuer Asperger @ Eiselein ]

    Wenn Jemand denkt, besser zu fuehlen wenn man studiert, und man sich aergert, es nicht geschafft zu haben obwohl man es haette schaffen koennen, ist es vollkommen in Ordnung.
    Das geht bei leider nicht anders.

    Andere aber herabwuerdigen = nogo.

    Es ist aber auch so, dass genuegend Studierte herabgewuergt werden.
    Wegen unsere Einschraenkungen ?

    Ok,ich schweife wieder ab.
    Habe rebound, also weiss ich nicht mehr so richtig was ich hier schreibe
    Geändert von Octoroo ( 7.01.2013 um 15:25 Uhr)

  9. #269
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    Smile schreibt:
    @Fliegerlein

    ist die Realität nicht wertFREI ?
    Da bin ich nicht sicher.
    Es sieht eher danach aus, als würde die eigentliche Realität uns heftiger aufs Gemüt schlagen und lähmen.



    DerTyp schreibt:
    positive einstellung wird jetzt also belächelt und als rosarote brille angesehen-
    An welcher Stelle habe ich das belächelt?
    Das ist keineswegs meine Aussage, im Gegenteil, ich betrachte das als elementar und existentiell.
    Nur in diesem Falle nicht hilfreich.
    Mit keinem Wort habe ich das belächelt.
    Stattdessen wird es als lächerlich abgetan, ohne auch nur die Möglichkeit in Betracht zu ziehen oder einzuräumen, dass es vielleicht auch stimmen könnte.
    Aber gerade diese Reaktion zeigt ja, wie gut diese Funktion greift.

    (Oder es wird wieder zwischen den Zeilen gelesen, wo bei mir einfach nichts steht... wie das allerdings dann so interpretiert werden kann, ist mir wirklich vollkommen schleierhaft)


    lächerlich, übrigens.
    da du gerade von rosaroter brille redest, müssten die leute die positiv denken (und mit einer rosaroten brille durch die welt gehen),
    alle um sich herum blind sein, was garantiert nicht der fall ist.
    Ebenfalls etwas, dass ich nicht so sehe und auch nicht gesagt habe.
    Sie sind nicht blind, sie sehen das Positive trotz des Negativen.
    Das ist eine weitaus größere Leistung als das Ausblenden des Negativen.

    Aber ich kann mir hier die Finger wund schreiben, es wird nichts helfen .


    zum leben positiv eingestellte menschen sehen, die schönheit der welt, in all ihren details-
    aber auch wissen sie, dass die welt ein hartes und ungerechtes pflaster ist.
    glaubst du diese menschen haben keinen fernseher, und sehen keine nachrichten,
    "gerade noch wurden 20 menschen in einem gebäude in die luft gesprengt",

    meinst du so eine nachricht würden sie nicht mitbekommen und sich daraus eine eigene meinung bilden?
    Und trotzdem schützt ihre eingebaute rosa Brille sie davor, selber zu verzweifeln und sich die Kugel zu geben, in dieser harten, ungerechten Welt, in der Menschen wahllos umgebracht und betrogen werden.
    Das ist doch genau diese Schutzfunktion.
    Aber schon wird der Begriff "rosa Brille" wieder als negativ bewertet ... irgendwie faszinierend oder?

    selbst mein gläubiger bruder weiß wie schlecht diese welt/ auch wir menschen sind,
    und trotzdem hält er daran fest, aus einem gewissen grund,
    weil wir auch Gutes in uns Tragen. Gutes, aber auch Böses- deswegen ist die Welt auch Böse,
    aber muss man deswegen "negativ" oder wie du es sagst 'realistisch' denken?
    Sage ich ja gar nicht.
    Da sieht man doch ganz deutlich, wie gut diese Schutzmechanik funktioniert.
    Ich beschreibe nur, dass sie in diesem einen Fall nicht hilfreich ist, stelle sie doch aber keineswegs allgemein in Frage.

    Und ich sage auch in keiner Weise, dass diese Sichtweise von anderen übernommen werden muss, biete sie nur als Alternative und als Denkansatz an.
    Und bereits das wird als persönlicher Angriff angenommen.
    Wovor diese Angst?

    hier mal meine annahme:

    ein depressiver mensch, denkt depressiv.

    auslegungssache, findest du nicht?

    wenn man depressiv ist,
    kann man keinen einzigen positiven grundgedanken an den tag legen,
    wie sollte man also positiv denken, das wäre ein ding der unmöglichkeit.
    Naja ich kann ja leider durchaus sagen, dass ich dank eigener Erfahrung nur zu gut weiß, wie ein schwer depressiver Mensch denkt.
    Aber tatsächlich sage ich ja genau das, was Du gerade beschreibst, nämlich dass ein Depressiver nicht positiv denken kann.
    Was also, wenn depressiv = realistisch ist?
    Es also per se keine Schwarzseherei ist, sondern der unverklärte Blick, der nun Hoffnungs- und Antriebslosigkeit zur Folge hat?

    Besteht nicht auch zumindest die Möglichkeit, dass auch dieser Fall zutreffen kann?

    Nachtrag:

    Sorry, vergessen anzumerken:
    Das Depressive die Welt eher realistisch als schwarzer ansehen, basiert nicht auf Vermutungen, sondern man hat anhand von Befragungen verglichen und festgestellt, dass Depressive Sachverhalte deutlich besser einschätzten als Nicht-Depressive.

    Aber die Tatsache, dass Nicht-Depressive eher an erfolge oder zumindest an leichtere oder größere Erfolge glaubten, stärkte sie in ihrer Zuversicht und gb ihnen den Antrieb.
    Geändert von Fliegerlein ( 7.01.2013 um 16:43 Uhr) Grund: Fehlerkorrektur, Nachtrag zugefügt

  10. #270
    Lysander

    Gast

    AW: Die schönen Aspekte von ADHS

    ADHS72 schreibt:
    Aber, was dann - da spreche ich jetzt von mir - so überhaupt nicht willkommen ist, sind diese ganzen "Hat-doch-ohnehin-alles-keinen-Sinn"-Phrasen. Als ob man als ADHSler zum Scheitern und Schwarzsehen verdammt wäre, weil ADHS und bzw. oder besser seine Folgen einen zum Versager prädestinieren.
    Man ist dazu keineswegs verdammt. Es gibt Strategien und Therapien, um aus solchen Löchern herauszukommen. Und als ADSler ist man keineswegs immer nur zum Scheitern verurteilt. Dann bräuchte man auch nicht zum Therapeuten gehen oder MPH nehmen. Leider haben viele ADSler im Laufe ihres Lebens immer wieder das Gefühl zu versagen, wenn sie keine Strategien erlernt haben, so zurechtzukommen wie sie sind. Stets unter seinen Leistungen bleiben zu müssen, ist zermürbend.

    Es geht aber auch anders. Man kann tatsächlich das Gefühl erfahren, gut zu sein wie man ist. "Ich bin okay" - Ich sag mir das immer wieder. Das hilft. Und Freunde geben mir auch das Gefühl okay zu sein. Es gibt Menschen, die mich lieben und so nehmen wie ich bin. Aber das musste auch erst einmal bei mir im Oberstübchen ankommen.

    Und wenn jemand sich sagt, "mein ADS hat auch Vorteile", dann ist es halt so. Dr. Winkler sagte einmal in einem seiner Vorträge, dass viele ADSler ausgeprägte Synästheten wären. Vielleicht ist das tatsächlich eine Art positive Eigenschaft. Wenn es jemand so sieht, ist's okay. Ich mag das gar nicht verdammen, wenn jemand etwas Positives in seinem ADS sieht. Möglicherweise haben meine bisherigen Aussagen hier genau den gegenteiligen Eindruck vermittelt. Das wollte ich aber gar nicht. Es ging mir nur um meine Sicht auf mein ADS

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