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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 3.600

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    Tremolo schreibt:
    … und habe keine Befürchtung mehr, Dummes zu tun, weil ich denen das nicht antun könnte...
    Ihnen nicht und dir selbst hoffentlich auch nicht.

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.632

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    Das ganze nennt sich Reizunterflutung und ist das Hauptproblem bei ADHS. (Nicht wie immer angenommen wird Reizüberflutung.)

    Banal ausgedrückt bedeutet das: Wird das Hirn des ADHSlers nicht von aussen mit ausreichend Stimuli versorgt (ständig und regelmäßig), schaltet es ab und geht in Bildschirmschonermodus.

    Gerade in der dunklen Jahreszeit kann es passieren (jedenfalls bei mir), dass neben dem Hirn auch noch der sonstige Organismus heruntergefahren wird und in eine Art Winterschlaf verfällt. (Bekanntlich schlafen Bären oder andere Tiere im Winter nicht wirklich, sondern fahren ihren Organismus nur soweit herunter, dass er möglichst wenig
    Energie verbraucht, es ist also kein Schlaf-, sondern eine Art Dämmerzustand. So ist das auch bei ADHSlern. Dieser Dämmerzustand oder Bildschirmschonerzustand dürfte den meisten ADHSlern aus der Schulzeit noch am bekanntesten sein, wo er sich immer dann automatisch einschaltete, wenn es um ein langweiliges Thema ging.)

    Das "Schöne" daran, der Vorgang ist durch Stimulanzien nicht zu verbessern. Da Stimulanzien die Motivation zwar verbessern können, genauer gesagt: sorgen sie dafür dass Dinge in der Motiviertheit besser zu bewältigen sind, eine gar nicht erst vorhandene Motivation können sie aber ums Verrecken nicht "herbeizaubern".

    Wer also glaubt, er könnte seine nicht vorhandene Motivation für den Hausputz, durch eine Verdoppelung der Mph-Dosis konterkarrieren, mag gerne dazu eingeladen sein, es auszuprobieren. Es wird aber wenig dabei herauskommen.

  3. #13
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    Tremolo schreibt:
    @ Rina Oka
    Hast du denn irgendwelche Maßnahmen, wie du dich selber motivierst, wenn solche Phasen da sind?
    Nun, ich habe schon Maßnahmen, aber – wie Du schon so schön geschrieben hast:
    Weil bei mir ist es so, dass, wenn diese Phasen da sind, ich nichtmal motiviert bin, mich selbst zu motivieren...
    Ich sehe da als Problem zwei Faktoren – einmal ein ADS bedingter und einmal durch psychologische Altlasten beeinflusster Faktor.


    Der ADS bedingte Faktor ist,

    dass ich mich einfach schlecht selber organisieren kann und anderseits auch sofort motivierter und besser auf eine Sache konzentriert bin, wenn ich was mit anderen etwas zusammen machen kann (gut, gibt auch die Fälle, wo andere zu stärkere Ablenkung führt, aber im großen ganzen geht es besser). Da würde es helfen, wenn man zusieht, etwas mit anderen zusammen machen zu können.

    Dann gibt es noch andere Sachen wie dass unser Belohnungszentrum nicht richtig arbeitet (müssen uns stärker motivieren, bzw. muss die Belohnung nach Möglichkeit 'anfassbar'/unmittelbar sein, damit sie uns motiviert), Perfektionismus – sich zu viel vorzunehmen, dass man sich sofort überfordert fühlt, Riesenberg-Problem, Zeitaufwand ständig verschätzen usw.. Dagegen hilft mir am besten, mich mit Stift und Papier hinzusetzen und eine Planung zu machen – in möglichst kleinen Schritten, manchmal schreibe ich auch dann den Grund für eine Aufgabe hin. Und am besten mache ich das zweimal am Tag – abends als Vorbereitung auf den nächsten Tag (besonders dann, wenn ich früh was erledigen muss) und morgens als Einstimmung auf den Tag.
    Dabei würde ich das immer als eine Art Achtsamkeitsübung empfinden, dass man sich die zu erledigen Aufgaben bewusst in Erinnerung ruft (ebenso die Ziele und Motivationen und sie etwas greifbarer werden).


    Und obwohl ich sehr wohl fest stellen konnte, dass diese genannte Maßnahmen mir helfen, funktionieren sie gerade kaum.. und das denke ich, liegt an
    :


    Psychologischen Altlasten:

    Ich war schon immer etwas träge, aber auf einmal ab Mitte des Studiums wurde es immer schlimmer und schlimmer und weitere sich auch immer mehr über Hobbys und andere Freizeitbeschäftigungen aus.
    Erst war es mehr so eine Art Müdigkeit/Erschöpfung, wo ich aber bei genauer Betrachtung feststellt, dass es eine falsche Müdigkeit war und dahinter eine starke Unlust steckt.
    Der nächste Schritt ist nun, die starke Unlust zu analysieren – durch was wurde sie ausgelöst, am Studienfach lag es auf jeden Fall nicht.


    Die Unlust konnte ich dann nach und nach als ein Gewirr negativer Gedanken / Glaubenssätze entwirren wie z.B. Versagerängste, dass ich zu blöd bin fürs Studium; Perfektionismus;Scham das ich schon solange studierte; Dauergefühl, dass ständig im Leben hinterherhinke (das hatte ich schon als Kind!), Zukunftsängste, soziale Ängste (z.B. Mail an Prof. schreiben) usw..
    Schaffe ich alle negative Gedanken einer gerade auftreten Unlust zu identifizieren und zu entkräften, dann ist die Unlust sofort weg. (vielleicht etwas wie eine Achtsamkeitsübung – wo man sich nur auf eine Sache konzentrieren soll und ablenkende Gedanken nicht unterdrücken soll, sondern sie wertfrei wahrnehmen soll)


    Allerdings ist wieder das Problem, dass ich so in der Unlust stecke, dass irgendwie die Vornahme, analytisch an sie heran zu gehen, nicht verfügbar ist - entweder vergesse ich das komplett oder ich schaffe es nicht, mich zu überwinden, diese anzuwenden.


    Nach Abschluss des Studiums, wo ich arbeitslos war, wurde es nicht besser und ich sah den Hauptgrund, dass ich keine vorgegebene Tagesstruktur hatte. Dann fand ich Arbeit – endlich gab mir jemand die Tagesstruktur vor... und trotzdem wurde es nicht besser – am Wochenende / an freien Tagen falle ich sofort in Lethargie zurück... in der Woche läuft es besser... vermutlich deshalb:
    Aber, was mich dann vielleicht vom Murmeltier unterscheidet, gequält, weil ich mich nutzlos fühle
    Das schlechte Gewissen, wenn man freie Zeit hat und die nicht nutzt ist stark.. Wenn nach einen vollen Arbeitstag nichts mehr schaffe, dann fühle ich mich deswegen nicht schlecht (oder wenigstens nicht so sehr).



    Ich strebe gerade eine neue Therapie an – weil ich eben diese Probleme in meinen Psychologischen Altlasten ausmache und hoffe, dass ich endlich diese negativen Gedanken richtig loswerde (es hat eigentlich fast drei Therapie (mit großen Pausen dazwischen) gebraucht, bis ich sie erst mal als solche erkannt habe).


    Keine Ahnung, ob das auch hinter Deiner Lethargie steckt,Tremolo, aber sollte es auch bei Dir der Fall sein, dann solltest Du Dir anschauen, ob es vielleicht irgendwelche auslösende Gedanken gibt - vielleicht nimmst Du auch erstmal nur ein Gefühl war - eine Unlust, Angst, fühlst Dich gedrängelt oder übergangen etc. Wie gesagt, hat es bei mir erstmal eine Weile gedauert, bis ich den Grund erkannt.

  4. #14
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    @Rina Oka:
    Ich finde diese zwei Faktoren, die Du beschreibst, sehr anschaulich und kann das sehr gut nachvollziehen.

    Ich habe auch das Problem, in meinem Urlaub den Hintern nicht hoch zu bekommen und verzweifle dabei an mir selbst.

    Man muss sich wohl einfach noch mehr Struktur geben in Form eines noch detaillierteren Tagesplans..?
    Der Gedanke, sein ganzes Leben mechanisch mit Listen abzuarbeiten, ist mir zwar nicht sympathisch, aber wenn es hilft, warum nicht und vielleicht kann man ja irgendwann einmal das Ganze aufweichen, wenn man eben diese Struktur im wahrsten Sinne des Wortes verinnerlicht hat.

    Ich frage mich oft, ob man durch eine starke Vision in verschiedenen Lebensbereichen diesen inneren Antrieb auch ein bisschen fördern kann.
    Diese Frage beschäftigt mich momentan sehr, Problem nur: mir fehlt die Vision... ;-)

    Auch frage ich mich, ob man sich für genau diese antriebslosen Situationen diverse Anker à la NLP setzen kann/sollte.
    Vielleicht gilt es "einfach" nur, die für sich passenden Ressourcen zu entdecken, welche einen dann immer wieder aus diesem Tal heraus helfen, wenn man sich darin wieder findet.
    Ich denke auch, dass hier Achtsamkeit ein gutes Werkzeug ist, eben genau dieses Tal schon zu erkennen, bevor es einen wieder erwischt.

  5. #15
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 968

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    @Leomo
    Wie Du schon schreibst, Du mußt die Methode finden, mit der Du selbst am besten klarkommst.

    Ich mache zwar viel mit ToDo-Listen schreiben, aber es sind eigentlich keine ToDo-Listen im eigentlich Sinn. Je mehr Aufschiebegefahr eine Aufgabe hat (bzw. dass ich zwischendrin abbreche), umso detailierter muss ich mir sie aufschreiben. Je mehr ich die Aufgabe als Routine beherrsche, um so weniger Details muß ich auffschreiben...

    Zum Beispiel Abwasch, dass mußte ich mir Anfangs in 5 Schritte zerlegen (Dreckiges Geschirr zusammenstellen, Waschbecken putzen, Abwaschen&Abtrocknen, sauberes Geschirr wegstellen), die ich dann zuerst als einzelne ToDos betrachtete, damit ich auch dann ein Erfolgserlebnis hatte, wenn ich den Abwasch doch nicht geschafft hatte (nun, hatte auch viel zu viel Geschirr, dass die Aktion dann wirklich mal 3h dauern konnte..)

    Inzwischen sind es nur noch drei Punkte (Vorbereitung, eigentlicher Abwasch, Nachbereitung), wobei die ersten beiden noch gut hintereinader verlaufen.. d.h. wenn ich den Abwasch vorbereite, dann mache ich ihn in der Regel auch direkt danach... aber es kommt immer noch oft vor, dass das saubere Geschirr dann ewig herum steht..


    Mhm.. Routinen, ja das ist auch ein wichtiger Punkt, dass man sich für die freien Tagen extra Routinen aneignet. Eine Routine heißt für mich immer, keine Entscheidungen treffen zu müssen, wie ich etwas erledigen muss.. Denn eine Entscheidungs zu treffen birgt immer wieder die Gefahr, dass man sicher verhaspelt, zu lange überlegt und anstatt die Aufgaben zu machen, über diese grübelt.

    Als ich noch für die Uni lernen musste - und sowas sich ja schlecht als Routine umsetzen läßt, habe ich es mit Zeiteinheiten versucht. Also weniger, dass ich mir eine feste Zeit vornahm, sondern eine möglichst kleine Zeiteinheit (Viertelstunden) wählte und versuchte, soviel wie möglich zuschaffen (also so ein bißchen wie ein Spiel, wo man versucht, möglichst viele Punkte zu machen). Eine feste Zeit vorzunehmen, klappt bei mir überhaupt nicht..

    Was bei noch bei bestimmten Aufgaben funktioniert, ist ein methodisches Vorgehen wie beim Programmieren (also für ein Programm muss man sich ja auch die Aufgaben, die es erledigen soll in kleinere Aufgaben aufteilen, damit man sie programmieren kann). Das ging dann so, wenn ich z.B. mich wegen Unlust nicht aufs programmieren konzentrieren konnte, dass ich mir folgendes aufschrieb: (Teil-)Ziel, aktueller Stand, nächste Schritte, mögliche Probleme und ihre Lösungmöglichkeiten, auch in Form von 'Wenn .. , dann .. '-Sätzen und Ablauf-Diagrammen - solange, bis das mit dem Programmieren wieder 'fluschte'.


    Zum Thema NLP/Ressourcen/Achtsamkeit

    - das ist auch Problem für mich, dass mir dann keine positiven Situationen einfallen, auf die ich ein Anker setzen könnte.. ansonsten finde ich NLP eigentlich recht interessant.

    Achsamkeit sehe ich nochmal als etwas anders an (mit meine Halbwissen dort ), da geht es dann mehr darum, dass man sich selbst betrachtet man und Gedanken nicht bewertet, wenn sie kommen. Denn viele Gedanken werden erst durch eine Bewertungen zu negativen.

    Zur Zeit denke ich, dass Achtsamkeitsübungen für mich sinnvoller sind als NLP.

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    @Rina Oka
    Danke für Deine Antwort

    Ich denke wir haben schon ein ähnliches Verständnis von Achtsamkeit (von wegen Gedanken nicht bewerten etc.).
    Meinte nur, dass man durch die Achtsamkeitsübungen wohl eher die Fähigkeit erlangen kann,
    den Punkt bewusst wahrzunehmen, an welchem man wieder in seine automatischen Gedankenkreisel (inkl. Bewertungen) hinein gerät
    bzw. an welchem man sich von einer Aufgabe ablenken lässt.

    Lass uns einfach weiter forschen...

  7. #17
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 1

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    Hellas.



    Nun hats klick gemacht . . .

    das bin zu 100 % Ich.



    Danke.

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 37
    Forum-Beiträge: 10

    AW: ADS-Symptom oder was anderes?

    Und ich ...

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