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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #81
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Inzwischen haben wir die folgende Vereinbarung getroffen: Wenn jemand einen Vorschlag macht, dann wird dieser nicht mehr verändert. Entweder man ist dabei oder eben nicht und hofft, dass es beim nächsten Mal klappt. Damit kann ich sehr gut leben .

    Obwohl ich in den letzten Wochen viele Kontakte hatte, kann ich jetzt schon sagen, dass es auf die Dauer nicht einfach wird und ich viiiiiiel Geduld mitbringen muss. Gestern stand die Disconacht auf dem Programm, die ich selbst organisiert hatte. Angeschrieben wurde ich von 3 Frauen, die sich gut 10 Tage lang regelmäßig bei mir meldeten. Eine hat mir gestern kurzfristig mit der witzigsten Ausrede seit langem abgesagt: Sie meinte, sie wäre soeben beim Augenarzt gewesen und müsse jetzt eine Brille tragen... ich könne doch sicher verstehen, dass sie sich so nicht in der Öffentlichkeit zeigen könnte... . Das ist kein Scherz. Viele Frauen neigen dazu, eine Verabredung kurzfristig abzusagen, wenn sie spontan die Möglichkeit auf ein Date mit einem Mann bekommen. Das glaube ich bei dieser Frau aber nicht, weil sie ihren Status mit "in einer Beziehung" angegeben hat. Aber sie wirkte schon in den Mail etwas strange, entweder ist sie ein Fake oder ein ganz spezieller Fall. Sie hat mir echt komische Fragen gestellt.

    Die anderen beiden Frauen wirkten im Vorfeld schon seriöser auf mich. Eine meinte, sie würde noch 2 Freundinnen mitbringen und die andere ist erst vor wenigen Wochen in die Großstadt gezogen. Wir hatten einen sehr interessanten Austausch. Na ja, wir haben uns dann gestern erst in einer Bar getroffen, um uns ein wenig zu beschnuppern. Die eine Frau hatte doch nur eine Freundin dabei und meinte, die andere würde gleich direkt in die Disco kommen. Die ist dann gar nicht erschienen, aber dafür ein Kumpel der Beiden. Alle 3 Frauen arbeiten in führenden Positionen in ihren Unternehmen, das sind sog. "Karrierefrauen". Das bin ich ja überhaupt nicht, obwohl mir meine Arbeit Spaß macht. Ist für mich aber kein Problem, solange man sich gut versteht. Mit den beiden Freundinnen und ihrem Kumpel war ich nicht auf einer Wellenlänge, ich kann gar nicht sagen warum das der Fall war. Die Frau ohne Anhang fand ich sympathisch. Wohl gefühlt haben sich aber alle 3 nicht, weder in der Bar noch in der Disco. Sie haben weitaus höhere Ansprüche an irgendwelche Locations als ich und bezahlen gerne mal etwas mehr Geld beim Weggehen, während ich auf meine Finanzen achten muss. Bei einem Discobesuch steht bei mir ganz klar die Musik im Vordergrund, die gestern wirklich klasse war. Außerdem war es sauber, relativ preisgünstig, und es gab keine aggressiven Besucher oder so. Die anderen Frauen hätten sich ein schickeres Ambiente gewünscht und mögen prall gefüllte Massenveranstaltungen, was jetzt nicht mein Ding ist. In der Disco war es aber auch nicht leer, es waren ca. 300 zahlende Gäste anwesend - für meine Begleiterinnen eindeutig viel zu wenig. Ich dagegen mag es nicht, wenn ich kaum Platz habe und ständig aufpassen muss, dass ich niemandem auf die Füße trete.

    Die 3 aus der Clique sind schon kurz vor halb zwölf gegangen, weil sie total genervt waren... sie haben fast nur rumgemeckert und sind dann verschwunden, während ich auf der Toilette war. Die andere Frau war noch bis Mitternacht da, hat öfters mit mir getanzt und ist dann auch gegangen. 1.) war sie extrem müde von der Arbeit und 2.) gefiel es ihr in dem Laden auch nicht so gut. Zum Abschied meinte sie, wir hätten ja E-Mail-Adressen und Telefonnummern ausgetauscht, wir könnten ja mal was anderes machen. Mal schaun, ob ich noch etwas von ihr hören werde...

    Ich war also ab Mitternacht alleine unterwegs. Natürlich dürfen die anderen Leute gehen, wenn ihnen danach ist. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, so lange alleine in der Disco abzuhängen. Ich war ja vorher ewig nicht mehr dort, weil ich nicht die Motivation dafür aufbringe, wenn niemand mitkommt und ich dann schnell müde werde. Dummerweise kommt bei mir vor 4:45 Uhr keine U-Bahn, und ich kann nicht früher nach Hause fahren. Leider schließt die Disco seit einigen Monaten schon um 3:30 Uhr, weil die meisten Leute aus der Nähe nicht so lange bleiben. Wenn ich mal wieder dort hingehe, dann nur im Sommer - ich hab´ keine Lust, so lange draußen in der Kälte zu warten. Als ich das Gebäude verließ, wurde ich ganz überraschend von einem sehr attraktiven Mann angesprochen. Er war mir schon vorher auf der Tanzfläche aufgefallen, aber ich war ja nicht wegen der Männer in dem Laden *gg*. Wir liefen gemeinsam zum Bahnhof, warteten dort und fuhren gut die Hälfte der Strecke zusammen nach Hause. Er war schon etwas angetrunken, und ich hätte auch mit ihm rumknutschen können... obwohl er mir gefiel, ließ ich es bleiben. Mir war total kalt, ich war müde und hatte keine Lust.

    Heute wollte ich mit der Wellness-Frau in die Sauna gehen. Hab´ sie letzten Samstag angeschrieben und gleich am nächsten Tag eine Zusage bekommen. Wir haben seitdem täglich gemailt, und letzte Nacht sagte sie mir ab, weil sie ihre Tage bekommen hat. Ich will ihr jetzt mal nichts unterstellen und bleibe ganz entspannt. Schließlich hat sie mich vor 2 Wochen auch schon gefragt, ob wir zusammen in die Sauna gehen. Da war ich aber schon verplant, ihre Frage kam sehr kurzfristig. Ich habe nichts gegen spontane Verabredungen, aber wenn ich für eine Unternehmung 30-45 Minuten (oder noch länger) mit der Bahn fahren muss, würde ich das lieber schon 2-3 Tage vorher wissen. Viele Leute möchten sich aber nicht festlegen und verabreden sich generell sehr kurzfristig. Ab und zu ist das okay, aber es sollte nicht die Regel sein.

    Diese Sprachen-Frau, die einige Wochen dauerpräsent war und dann krank geworden ist, hat sich nach einer Woche Funkstille zurückgemeldet. Allerdings schreibt sie, dass sie die nächsten Tage schon sehr verplant ist. Bei ihr habe ich das Gefühl, dass sie sich oft gemeldet hat, als ihr langweilig war und jetzt mehr Möglichkeiten hat... da hat sie natürlich nicht mehr so viel Zeit. Vielleicht hofft sie, dass sie bei new-in-town einen Partner findet? Keine Ahnung. Ich habe vor meinem Urlaub eh keine Zeit mehr für ein Treffen und bin mal gespannt, was nach meiner Rückkehr passiert.

    Ich vermute, dass sich die meisten Kontakte relativ schnell wieder auflösen werden. Mich erinnern die Geschichten an die Storys aus den Singlebörsen, die ich immer wieder im Internet lese. Man lernt sich kennen, schreibt sich ein Weilchen, und auf einmal hat die andere Person keine Zeit für ein Treffen... oder man trifft sich einmal und hört dann nichts mehr voneinander... oder man schreibt danach wieder und auf einmal nicht mehr... und immer wieder bekommt man wenige Stunden vor einem Treffen irgendwelche Gründe für eine Absage aufgetischt. Schon interessant, wie viele Leute auf einmal sehr kurzfristig keine Zeit für ein Treffen haben, obwohl es im Vorfeld ausführlich geplant wurde und die Freude groß schien. Aber ich steck´ den Kopf nicht in den Sand, weil ich schon lange weiß, dass die meisten Leute doch sehr wechselhaft sind. Ich sehe mich gerade als eine Art Betrachter, der die ganzen Leute von außen beobachtet und freue mich auf ein buntes Leben voller spannender Geschichten .

  2. #82
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.423

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Deine geschichten sind interessant! Wie es im richtige leben ist. Du merkst dass es mit einige menschen gut geht, mit andere weniger gut... Ich denke, bei die Leute die du jetzt kennenlernst, wirst du mit der zeit merken wie viel gemeinsamkeit es gibt und wenn dabei eine tiefe freundschaft anfängt ist gut...

    Wegen Männer: wenn attraktive männer sich an dich interessieren, heisst es klar dass du eine attraktive frau bist! Sonst ist man oft für der andere geschlecht am meistens interessant, wenn man aufgegeben hatte es zu suchen... Es kann schon sein dass einer irgendwann dich genug interessant und attraktiv findet um mal dich richtig anzubaggern, sich um dich zu bemühen und dann auch die nötige Geduld und hartknäckigkeit mitbringt. Sonst finde ich schön mal zu geniessen wie ich als frau auf der andere geschlecht wirke...

    lg

  3. #83
    Zotti

    Gast

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeißeRose,
    habe ich irgendwo gelesen, daß deine Familie aus Jugoslawien kommt. Ich hatte so was ähnliches getippt, entweder Portugal oder Rumänien wollte ich dich schon fragen.
    Meine beste Freundin die jetzt in Bayern wohnt, die war wohl mal in Rumänien und sie schwärmt heute noch von der Herzlichkeit und Offenheit dieser Menschen.

    Wenn du mal hier in die Nähe kommst, dann melde dich vorher, dann können wir zusammen mal weggehen. Das Turok kenne ich vom Hörensagen, da ist die Freundin meines Sohnes schon gewesen. Ich bin ja schon über 50 Jahre und gehe dann eher in die Veranstaltungen für über 40-jährige, da gibt es zum Glück so einiges hier in der Gegend.

    Ich habe jetzt von meiner Tante nochmal bestätigt bekommen, daß unsere Vorfahren, also väterlicherseits Zigeuner waren. Das hatte ich mir schon immer gedacht oder ich habe es auch als Kind schon irgendwie mitbekommen. Ich wurde auch oft für eine Italienerin gehalten so zwischen 20 und 30Jahre. Keine Ahnung warum. Darüber bin ich aber sehr froh. Darum hat mich auch so ein Gefühl überwältigt, als ich das erste Mal in meinen Leben life eine Akkordeonspielerin hörte. Das war wie eine uralte Erinnerung, das könnte damit zusammenhängen, daß wir Zigeunerblut haben, da die ja auch immer Musik machen und ich glaube vorwiegend Akkordeon.

    Das Hauptinstrument meines Partners ist ja auch Akkordeon. Ich erinnere mich an einen schönen Vorfall im Jahre oje, das war wohl im Jahre 2007. Da war in Witten so ein Straßenfest, Wittener Tafel, es standen auf der ganzen Straße Tische und Stühle und alle Leute kamen mit ihren Essenkörben und Getränken und setzten sich zusammen.

    Mein Freund war auch als Musiker dabei mit einer Bekannten die singt.

    Also als es schon ziemlich spät war und er seinen Auftritt schon beendet hatte, da gingen wir aber noch rum und er hat dann einfach so noch Akkordeon gespielt. Da kamen dann ein paar Russen oder vielleicht waren es auch Bulgaren oder Rumänen, keine Ahnung. Die waren ganz fasziniert von dem Akkordeonspielen und mein Freund spielt dann auch Balkanmusik und da war eine ältere Frau, sie hatte sogar einen Hauskittel an und spontan haben wir uns umarmt und dann haben wir getanz, so im Kreise Arm in Arm. Das war ein tolles Erlebnis.

    Gruß Zotti

  4. #84
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    @mj71: Mir ist es lieber, wenn ich mich mit jemandem treffe und wir dann merken, dass es nicht passt - so wie am Freitag - als wenn im Vorfeld zwar regelmäßig geschrieben und telefoniert wird, aber die andere Person dann das Treffen aus fadenscheinigen Gründen absagt. Ich bin sicher nicht eingeschnappt, wenn jemand mal keine Zeit hat. Ich habe auch schon mehrmals "Nein" gesagt, wenn mir ein Termin vorgeschlagen wurde und ich an besagtem Tag schon anderweitig verplant war. Aber es ist keine gute Basis, wenn ein Treffen ausgemacht und wenige Stunden vorher kurzfristig abgesagt wird, solange man sich noch kaum kennt und sich vorher noch nie oder erst einmal gesehen hat. Natürlich kann auch kurzfristig etwas dazwischen kommen, damit habe ich kein Problem. Aber wenn ich das mit vielen unterschiedlichen Personen erlebe, habe ich das Gefühl, dass sie nicht mit offenen Karten spielen. So nach dem Motto: "Ich halte mir einfach mal alle warm, die mich hier angeschrieben haben. Und wenn mich jemand besonders interessiert und diese Person mich treffen will, dann sage ich notfalls einer anderen kurzfristig ab." Und wenn diese angeblich so tolle Person auf einmal abtaucht oder doch nicht so toll ist wie gedacht, werde ich nach einer Funkstille wieder angeschrieben, aber der Kontakt wird nicht mehr so intensiv gepflegt wie am Anfang. Da fühle ich mich wie diese Leute, die in Singlebörsen nach einem Partner suchen und sich wundern, warum sich der andere trotz vielversprechenden Zeichen auf einmal nicht mehr meldet oder plötzlich keine Zeit mehr für ein ausgemachtes Treffen hat - nur mit dem Vorteil, dass ich keine Gefühle investiere, weil ich nicht auf Frauen stehe und es bei meiner Kontaktsuche nicht um die Liebe geht.

    Du kannst sicher verstehen, dass ich Menschen erst dann als potenzielle Freunde in Betracht ziehe, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum hinweg als interessiert und zuverlässig erwiesen haben, oder? Viele Leute wissen nicht was sie wollen, wenn sie eine große Auswahl haben und handeln dann im Wegwerf-Verfahren.

    Ich zweifle nicht an meiner Attraktivität als Frau, aber mit Männern geht es mir genauso wie mit diesen Frauen von der new-in-town-Seite. Männer sprechen mich an, flirten mit mir, fragen aber selten nach meiner Nummer und bemühen sich noch seltener um ein richtiges Kennenlernen. Für viele zählt einfach nur der Moment. Was spricht gegen ein oder mehrere Treffen zwecks Kennenlernen? Die Gesellschaft ist einfach sehr bequem, und viele Leute glauben, dass ihnen alles in den Schoß fällt. Ich finde es auch merkwürdig, dass die new-in-town-Treffen grundsätzlich nur im Großraum Stuttgart stattfinden und bisher noch niemand bereit war, in meine Stadt zu fahren. Ich bin darauf eingegangen, weil ich eine Monatskarte für die Arbeit habe und keine zusätzlichen Kosten für die Bahnfahrt anfallen. Das bedeutet, dass ich 30-45 Minuten Fahrzeit in Kauf nehme. Einige wohnen auch nicht direkt in der City und müssen ebenfalls 30-45 Minuten in eine Richtung fahren. Das machen sie aber nur, wenn die Treffen in Stuttgart stattfinden. Wenn ich ein Treffen in meiner Stadt vorschlage und die Fahrzeit genauso lang ist, heißt es auf einmal das sei ja soooo weit weg. Dabei gibt es auch hier in der Kleinstadt nette Kneipen, Cafés, mehrere Kinos und eine Disco. Und einen Bahnhof haben wir auch. Natürlich habe ich auch schon gezielt nach Leuten aus meinem Wohnort/Umkreis gesucht, aber in den letzten 3 Monaten hat mich niemand aus der näheren Umgebung angeschrieben.

    @Zotti: Aus Rumänien kommt die Schwiegerfamilie meines Bruders. Seine Freundin ist eine sehr offene, herzliche und sympathische Frau. Mein alter Schulfreund ist mit seinen Eltern auch aus Rumänien nach Deutschland ausgewandert, und ich kenne noch ein paar weitere Männer, deren Vorfahren aus diesem Land stammen und die ich als Menschen sehr angenehm finde - sie sind aber alle glücklich vergeben. Ich hatte auch schon mal einen Partner, dessen Familie aus Rumänien stammte. Leider war diese Beziehung alles andere als glücklich, weil seine (deutschen) Kumpels einen negativen Einfluss auf ihn hatten und er sich mir gegenüber nicht gerade wie ein liebevoller Partner verhielt.

    Falls ich mal wieder im Ruhrpott unterwegs sein sollte, werde ich mich melden. Das kann aber lange dauern, ich bin nur alle Jahre wieder in dieser Gegend. Als ich noch zu Hause wohnte, war ich ca. 1x im Jahr wegen Konzert oder Festival dort, inzwischen kann ich mir das nicht mehr so oft leisten.

  5. #85
    Zotti

    Gast

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Liebe WeißeRose,

    überlege gerade wenn ich deinen Text lese, wie ich das mache wenn ich neue Leute kennenlerne. Also ich kenne ja soviele Menschen und habe eine allerbeste Freundin hier in Bochum wohnen, dann eine in Bayern mit der ich oft telefoniere und dann die dritte ist auch eine ADSlerin und eine Art Freundin. Dann gibt es noch eine die ich von der Waldorfschule kenne, ihre Tochter hat ADS und ist im Moment sehr schwierig und sie selber leidet schon lange an Depressionen. Sie ist auch eine Art gute Bekannte.

    Wenn ich nun auf einer Veranstaltung bin oder in unserer Stammkneipe bin, dann lerne ich auch öfter Frauen kennen, die meisten kenne ich aber schon vom Sehen oder von anderen Veranstaltungen. Ich stelle mir jetzt vor, wenn sich eine mit mir treffen wollte, ja dann würde ich sofort sagen, daß ich privat kaum Zeit habe, doch wenn ich irgendwo zu einer Veranstaltung hingehe oder irgendein Konzert ist oder was ähnliches, dann würde ich anrufen und Bescheid sagen.

    Ich selber kenne ein paar Frauen, die haben kein ADS sondern eine ganz andere Art Störung und die wimmele ich auch immer ab. Aber da habe ich auch gemerkt, daß sie mich überhaupt nicht verstehen und ich komme mir dann eher wie eine Sozialarbeiterin vor. Allerdings sage ich ihnen trotzdem Bescheid, wenn ich mal in der Stammkneipe bin oder woanders was ist. Dann sind da ja auch mehrere Frauen, die sich dann untereinander kennenlernen.

    Es gibt hier in Bochum auch einen Single-Treff, da habe ich meine eine ADS-Freundin ein paarmal mit hinbegleitet, das ist eine Riesentruppe und die treffen sich dann auch zu Wanderungen und verschiedenen Veranstaltungen. Es sind aber auch Pärchen dabei, die sich da mal kennengelernt haben. Wenn ich mich mit einer Person nicht mehr treffen wollte, dann müßte sie schon so vereinnahmend sein und mich nicht respektieren mit meinem ADS und auch wenn ich öfter mal keine Zeit habe und sie wäre dann sauer, das würde mich abschrecken. Mit meinen ADS-Freundinnen habe ich diese Probleme nicht, wir haben alle immer viel zu tun, doch es findest sich immer mal eine Stunde wo man sich trifft.

    Dazu kann ich dir jetzt noch schreiben, früher hatte ich auch nie richtige Freundinnen, meine beiden ersten und besten Freundinnen in meinem Leben habe ich damals in Berlin kennengelernt durch meine Kinder (Schule). Vorher hatte ich auch nur viele gute Bekannte, aber keine beste Freundin.

    Dann habe ich auch schon oft gehört, daß Frauen die Männer haben sich davor scheuen, eine Singelfrau mit in ihren Kreisen aufzunehmen, da diese automatisch jetzt habe ich das Wort vergessen oder den Ausdruck, also als Rivalin die ihr den Mann wegschnappt. Ach herje, wie drückt man das richtig aus. Also ich habe schon davon gehört, das wenn ein Ehepaar oder Pärchen sich trennt, dann laden die anderen Ehepaare auf einmal die alleinstehende Frau nicht mehr ein, aus Angst, da sie ja nicht gebunden ist, daß sie der Frau dann den Mann wegschnappt. Ob die Männer dann eingeladen werden, daß weiß ich jetzt gar nicht.

    So jetzt habe ich genug geschrieben. Gruß Zotti

  6. #86
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Mir persönlich ist es egal, ob meine Freunde auch ADHS haben oder nicht... habe ich glaub´ schon mal erwähnt. Die große Mehrheit der Frauen, mit denen ich mich in den letzten Wochen getroffen habe, sind Singles - also von Konkurrenzdenken kann keine Rede sein. Allerdings glaube ich, dass viele dieser "Suche neue freundschaftliche Kontakte"-Frauen in erster Linie einen Partner suchen. Und ein Date mit einem Mann hat wohl Vorrang vor einem Treffen mit mir, d. h. ich muss mit einer kurzfristigen Absage rechnen, wenn eine andere Frau am selben Tag die Gelegenheit für ein Date bekommt.

    Ich denke die ganzen Enttäuschungen sind meistens eine Folge davon, dass ich mich zu sehr auf gewisse Leute fixiert habe. In den Jahren 2009/10 war ich auch öfters auf dieser Seite aktiv und hoffte, auf diese Weise neue Freundinnen zu finden. Mit einigen Frauen habe ich mich beim Weggehen super verstanden, und auch die längeren Telefonate waren prima. Umso enttäuschter war ich, als sie von einem Tag auf den anderen plötzlich nichts mehr von sich hören ließen und hatte dementsprechend keinen Bock mehr, wieder neue Leute kennenzulernen. Jetzt weiß ich, dass es meistens so läuft und ich das nicht immer auf mich beziehen muss. Ich habe mir beim Schreiben keine Gedanken darüber gemacht, wie schnell und viel ich schreibe... und wenn ich mir das so anschaue, kann ich nicht behaupten, dass ich zu aufdringlich war. Ich habe höflich, aber kurz, knapp und deutlich kommuniziert. Und ich habe niemanden überfahren, da ich z. B. auf der Arbeit niemals Mails ausgetauscht habe und abends auch nicht täglich die Zeit dafür hatte. Mein Handy ist eh nicht immer an, und eine SMS wird bei mir selten auf der Stelle beantwortet.

    Ebenso verhält es sich in der Liebe. Wenn mir ein Mann über einen längeren Zeitraum viel Aufmerksamkeit schenkt und mir das Gefühl gibt, dass ich ihm eine Menge bedeute, bin ich schon mehrmals davon ausgegangen wir müssten früher oder später ein Paar werden. Und dann war ich total down, wenn es nicht geklappt hat. Ich muss aus Selbstschutz versuchen, meine Gefühle in Zukunft einigermaßen im Schach zu halten, solange es nicht sicher ist ob es tatsächlich was wird oder nicht. Wenn ein Mann mir sehr viel Aufmerksamkeit widmet und kaum von meiner Seite weicht, findet er mich höchstwahrscheinlich interessant... aber das heißt trotzdem nicht, dass sein Interesse für eine feste Beziehung ausreicht. Ich gehe zu oft von mir selbst aus, da ich keinem Mann viel Aufmerksamkeit schenke, wenn ich ihn "nur" attraktiv finde, aber nicht "mehr" dahinter steckt... außer wir sind schon seit Ewigkeiten befreundet. Schon mehrmals bin ich enttäuscht worden, weil ich dachte, dass viele Mails, Telefonate, Treffen, Anhänglichkeit, Eifersucht auf andere Männer, usw. ein sicheres Zeichen für das Interesse an einer ernsthaften Partnerschaft seien und die Männer dann abgesprungen sind. Jetzt möchte ich solche Männer einfach als nette Menschen betrachten, in deren Gegenwart ich mich wohl fühle und mit denen ich gerne Zeit verbringe... Menschen, die mir einfach gut tun. Immer wenn ich mich in so einer Lage vorzeitig auf einen Mann als zukünftigen festen Partner fixiert habe, hat es nicht geklappt.

  7. #87
    frk


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 24
    Forum-Beiträge: 42

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Viele Männer die so handeln erwarten aber auch einfach nach einer Zeit ein Zeichen das du auch Interesse hast (und ich meine eindeutiger als ihn häufig anzulächeln o0) - Kommt das nicht verliert man das Interesse halt wieder, "die möchte ja eh nichts von mir, wofür die Mühe machen", nur mal so am Rande.

  8. #88
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Ich zeige mein Interesse schon wesentlich deutlicher als nur durch ein Lächeln . Z. B. gehöre ich nicht zu den Frauen, welche die ganze Vorarbeit dem Mann überlassen und habe kein Problem damit, auch selbst mal den Kontakt aufzunehmen und nach einem Treffen zu zweit im privaten Rahmen zu fragen. Bisher ist noch keiner drauf eingegangen, egal wie engagiert die Männer vorher waren.

    Es war einfach ein Irrtum zu glauben, dass ich einem Menschen wichtig bin, wenn er mir viel Zeit schenkt. Das beste Beispiel ist dieser platonische Bekannte, mit dem ich 7 Jahre Kontakt habe/hatte... die letzten beiden Jahre wurden unsere Telefonate immer länger und persönlicher. Ich dachte, aus unserer Bekanntschaft hätte sich eine Freundschaft entwickelt - er hingegen hält mich für naiv und dumm, weil ich ihm am Telefon so viel Zeit geschenkt habe. Es gibt Menschen, die andere Personen nicht wertschätzen, wenn diese ihnen "zu viel" geben... egal um was es sich bei diesem "zu viel" handelt... Geschenke, Gefühle, Zeit, Sex oder ganz andere Sachen. Ich kenne auch Leute, die eine Person für bedürftig halten, wenn sie ihnen jede Mail/SMS mit Fragestellung beantwortet. Ich antworte selten sofort, oft nicht am selben Tag, manchmal auch nicht am nächsten Tag.... kommt drauf an wann ich Zeit und Lust habe. Aber wenn ich etwas gefragt werde (und es nicht verpeile, aber das ist nicht meine Art), dann antworte ich auch. Und ich selbst empfinde mich deshalb nicht als bedürftig. Es gibt jedoch Menschen, auf die man bedürftig wirkt, wenn man sämtliche von ihnen gestellten Fragen beantwortet. So ein Mensch passt dann einfach nicht zu mir, nicht als platonischer Freund und schon gar nicht als Partner. Nur weil ich auf jede Frage einer anderen Person antworte, bin ich längst nicht von diesem Menschen abhängig - und wer diese Meinung vertritt, der hat einfach ´nen Vogel .

  9. #89
    Zotti

    Gast

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeißeRose, das muß ich dir sofort zurückschreiben, meine Freundin aus Berlin, die jetzt in Bayern wohnt ist auch halbe Columbianerin.

    Genau das mit dem bedürftig hat man ihr auch mal vorgeworfen, weil sie immer angeblich Hilfe bräuchte oder so. Daran kann ich mich noch genau
    erinnern.

    Das du dich immer sofort meldest ist doch o.k. Das mache ich auch. Zum Beispiel beantworte ich sofort Emails und auch SMS. Ich finde das höflich und
    außerdem macht es mir Spaß. Die andere Freundin aus Bochum hier macht das auch. Das ist auch Charaktersache.

    Ich habe allerdings auch eine ADS-Freundin, die ist ganz anders, die antwortet nie oder selten auf EMails und auch nicht auf SMS. Ich traue mich aber auch nicht sie zu fragen, allerdings wenn es um einen Termin oder was ganz wichtiges geht, dann meldet sie sich. Ich weiß aber auch, daß sie immer viel Streß hat, sie hat drei Kinder, allerdings schon erwachsene. Die eine Tochter ist schon 30 und lebt jetzt in der Schweiz, vorher in Italien und die hat schon die ADS-Diagnose mit 13 bekommen, die ist auch halbe Italienerin und hier in Deutschland da war sie jetzt mal 1 Jahr wegen ihres Temperamentes nicht klar gekommen. Sie hat all ihre Freundschaften noch in Italien. Im Moment ist sie aber als Physiotherapeutin in einem Hotel in der Schweiz.

    Sie findet auch keinen Partner, obwohl sie bildhübsch ist, voller Temperament, nicht raucht und trinkt, doch sie ist wohl für die Männer zu anstrengend.

    Ach was wollte ich schreiben, ja die Mutter muß sich oft noch um Papierkram kümmern, weil da immer was fehlt für die Schweiz und dann muß das hier irgendwo besorgt werden. Der Sohn hat jetzt einen neuen Job und gibt seine Wohnung auf er ist 27 glaube ich und die jüngste Tochter ist 21, sie ist auch ADSlerin aber ganz anders wie die SChwester, sehr in sich gekehrt und hypoaktiv. Die ist auch gerade umgezogen und da hat meine ADS-Freundin immer zu tun mit helfen und organisieren und das Geld eintreiben von dem Vater der kleineren Tochter, der will nämlich obwohl sehr wohlhabend nicht die Miete für die neue Wohnung übernehmen.

    Ach so ja, also diese Freundin meldet sich nicht so oft, doch eben weiß ich, daß sie immer viel zu tun hat, auch ihre kranke Mutter pflegt sie noch zwischendurch.

    Ich finde du bist so in Ordnung, ich habe meinen Freund auch immer genervt wenn ich ständig SMS schreibe oder anrufe. Das ist mir egal, mich beruhigt das oft und ich lasse mir das nicht verbieten. Wenn ich ihn anrufe und er ist im Streß, dann kann er das sagen und ich lege wieder auf. Menschen sind immer bedürftig, außer wenn sie viel Geld haben, dann merken sie ihre Bedürftigkeit nicht mehr und durch das materielle kennen sie das andere nicht mehr.

    Letztlich waren mal im Fernsehen 4 Leute, die sehr wohlhabend waren, ein paar auch aus München und haben mal 9 Tage als Obdachlose in Berlin gelebt. Alle haben davon viel gelernt, das müßte jeder mal machen. Anstatt dummer Frauentausch mal arm und reich TAusch. Da würde ich mich auch noch melden, da könnte ich mal ein paar Wochen in SAus und Braus leben, was würde ich da bloß machen.

    So jetzt schweife ich ab, ich wünsche dir noch einen schönen Tag, Gruß Zotti

  10. #90
    salamander

    Gast

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Ich mag euch heut, beim Thema soziale Kontakte, mal auf eine andere Spur führen. Weil mit Spaß
    macht Märchen auseinander zu nehmen, stell ich euch heute mal das Rumpelstilzchen von heute
    vor. Ich mache das mit vielen Märchen, sie so zu zerpflücken, weil ich finde, dass in allen etwas
    enthalten ist, was uns über "mit Worten gemalten Bildern" etwas transportieren möchte.

    Ich hoffe ich sprenge, den vorgegebenen Rahmen damit nicht. Wenn doch, bitte ignorieren.

    Liebe Grüße
    Salamander
    …zu meiner Interpetation von Rumpelstilzchen.
    Das Märchen gibt’s unten zu lesen.

    Heute back ich, morgen brau ich, übermorgen hol ich der Königin ihr Kind;
    ach, wie gut dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß!

    Ein Rumpelstilchen von heut, würd vielleicht eher sagen…

    In die Karten laß ich mir nicht schau’n. Ich spiel mein Spiel, wie ich es will.
    Keiner außer mir kommt mir dahinter, also wird mir auch nichts passieren.
    Ach wie schön, dass niemand weiß, wie und wer ich wirklich bin.
    Rumpelstilzchen als eine Figur, die andere übern Tisch zieht. Als kleines verschlagenes
    Männchen. Nicht vorhandene körperliche Größe gleich nicht vorhandener innerer Größe.
    Eine schöne bildhafte Metapher. Auf ehrliche, aufrichtige Weise etwas zu erwerben oder
    geschenkt zu bekommen, ist nicht drin. Dafür trixt und manipuliert unser Rumpelstilzchen,
    sucht nach Schwächen und Notlagen anderer, und setzt dort an.

    Womit wir beim Müller, dem Vater ankämen. Väter haben auch so ihre Macken. Sind auch
    nur Männer… Unser Vater, der Müller, wünscht sich was für sich selber, und auch für die
    Tochter. Da kommt ihm so ein Handel mit dem König grad recht.

    Seiner Tochter traut er aber nicht wirklich was zu, sonst käm er nicht auf die Idee, dass
    der einzige Weg sie an den Mann zu bringen, darin liegt, dem König vorzugaukeln, dass sie
    Gold spinnen könnte.


    Wie sie wirklich ist, scheint zu wenig. Schön ist sie zwar, reicht aber auch nicht aus. Sonst
    würd ihm nämlich daran liegen, dem König seine Tochter so vorzustellen, wie sie ist. Er wär
    überzeugt, sie ist so ein patentes Mädel, dass der König, vom Schlag weg begeistert wär,
    so eine phänomenales Mädel künftig seine Königin zu nennen.


    Wenn ein Vater seine Tochter so verschachern glaubt zu müssen, gibt er ihr auch kein
    gutes Gefühl. Das könnt nun auch wieder verschiedene Ursachen haben.

    Zum einen in der Zeit begründet, in der das Mädchen entstanden ist. Müller damals, hatten
    aber was das sie verborgenen hielten. Wie nämlich Getreide zu Mehl gemahlen wurde. Unser
    üller ist damit einer, der sich auch nicht in Karten schauen lassen will. Ein versteckter Hinweiß.


    Wäre also durchaus möglich, dass er als Vater keine patente Tochter wollte, denn die hätte
    bedrohlich werden können. Eigensinn und jede Menge eigenen Ideen haben, die nicht zu
    dem passen, was ein Vater sich so als Tochter vorstellt, zwecks einfacherer Handhabe
    derselben. Unsere Müllerstochter muß ziemlich allein auf weiter Flur gestanden haben,
    denn von ihrer Mutter ist erst gar nicht die Rede. Also hat der Vater ganz allein enschieden,
    was mit der Tochter wird. Und was er ihr da angehängt hat, ist ganz schön fragwürdig.
    Also ein Mann und Vater, der andere verschachtert…, kein schöner Wesensanzug, weder
    an einem Vater, noch an einem Mann.


    Brauchte der Vater also einen Handel mit dem König, damit er kriegt was er will, und seine
    Tochter ein besseres Leben, dann das will er ja schon für sie, egal wie wenig er sie wirklich
    kennt.
    Unsere Tochter, hat aber was Eigenes, und das scheint ziemlich stark und gesund zu sein.

    Der Vater Müller hat seine Tochter in eine brandheiße Situation manvöriert. Jetzt sitzt sie
    beim König und soll was können, was sie gar nicht kann. Eine so gefährliche Situation, dass
    sie lebensbedrohend für die Tochter wird. Allerdings hat sie was magisches an sich, weil sie
    spinnen können soll. Spinnen war damals ähnlich geheimnisvoll wie aus Getreide zu Mehl
    mahlen. Also das Mädel hat versteckte Gaben, sie muß schlau sein, ohne dass man uns
    das so sagen würde.

    Aber der Vater hat der Tochter in erster Linie mal Ketten angelegt. Hat ihr, so scheints, durch
    Ignoranz genommen, was sie eigentlich kann und angedichtet was sie nicht hat. Eine aus-
    gesprochen heikle Lage.

    Ihre einzige Chance ist also, einen ähnlichen Handel einzugehen, wie ihr Vater. Aber sie hat
    Qualitäten und Eigenschaften, von denen keiner was weiß. Weder der Vater, noch der König,
    und erst recht nicht unser verschlagener Gnom, das Rumpelstilzchen.


    So sieht unser verschlagener Gnom, das Rumpelstilzchen, seine Chance kommen, sich zu
    bereichern. Als erstes sackt er von unserer Müllerstochter schon mal das Halsband ein, damit
    er ihr hilft. Ganz schön kurzsichtig, er hätte sich ein lebenslanges Wohlwollen einer Königin
    sichern können und ein schönes Leben oberdrein. Aber an sowas ist unser Gnom nicht
    interessiert, er denkt kurzfristig und ist auf seinen eigenen Vorteil bedacht.


    Unsere Müllerstochter hat immer noch das selbe Problem, sie kann kein Gold spinnen. Der
    Gnom sieht seine nächste Chance, schwatzt ihr den Ring als Gegenleistung für seinen Dienst
    ab. Selbes Profitdenken wie davor, was er hat, das hat er. Die Notlage eines anderen ausnutzend.

    Was hätte unsere Müllerstochter tun können? Sagen, dass sie kein Stroh zu Gold spinnen
    kann? Wäre ein Weg gewesen. Dann hätte sie aber den Vater als Lügner hingestellt. Was er
    zwar ist, aber es ist eine Tochter, die den Vater liebt. Also stellt sie ihn nicht bloß, sondern
    nimmt auf sich, was das, des Vater’s ist. Ein kurzer Abstecher zu Paul Watzlawick, da hätten
    wir mal wieder einen klassischen Fall von Dopppelbindung.

    In dem Fall aber, ist unsere Tochter clever. Allerdings, wir wissen nicht, ob der Vater sie wieder
    aufgenommen hät, wenn sie ihn hät auffliegen lassen. Sie entschließt sich also, unter den
    gegebenen Umstände das Beste daraus zu machen, und nimmt das Los auf sich. Für den Vater
    wohlgemerkt, dass der, gut da steht. Von Liebe zu dem König ist ja in dem ganzen Märchen keine
    Rede, also kann sie’s nicht aus Liebe zum König getan haben, sondern aus Liebe zum Vater.
    Was Töchter halt so für ihre Väter tun…


    Aber unser verschlagener Gnom, das Rumpelstilzchen, ist gierig und dreist. Es gibt nicht’s vor
    dem es Halt machen tät. Die Notlage in der unsere Müllerstochter ist, aus Liebe, Treue, Loyalität
    zum Vater, hat sich noch immer nicht aufgelöst.
    Unser Gnom weiß das auch, und verlangt jetzt
    das erste Kind der Köngin. Als Gegenleistung, damit sie aus ihrer Notlage heraus kommt.
    Der Handel jetzt, hat einer noch gewaltigeren Haken als die Zwei davor, ob sie ihn annimmt oder
    nicht, sie fliegt auf!

    Spätestens da, wo sie ihr erstes Kind bekommt. Ein ganz, ganz fießer Fall von Doppelbindung
    alà Watzlawick. Denn wie sie’s macht, sie sitzt gewaltig in der Klemme, entweder jetzt sofort oder später.


    Alles was ihr bleibt, auf Zeit zu spielen. Sie muß jetzt vorrübergehend das Lager wechseln,
    genauso aus der Hinterhand agieren, wie unser Gnom, das Rumpelstilzchen, es die ganze Zeit
    schon tut. Nicht schön, aber Wahl hat sie keine mehr.


    Die Geburt des Kindes ist nach der Hochzeit. Stellt sich die Frage ob das Kind, als Kind zu
    verstehen ist? Eher nicht, aus meiner Sicht. Wohl eher als Reife oder Zuwachs in ihrer
    Persönlichkeit . Sie ist ja jetzt Königin und damit kein Mädel mehr, dafür eine erwachsene
    Frau mit Macht.

    Womit, was unser Gnom wollte, immer klarer wird. Ein hinterhältiges, kleines Männchen wie er,
    wollt er die "Macht der Königin", die einer erwachsenen Frau. Sich ihre Fähigkeiten aneignen,
    was sie eben so ausmacht. Mit Haut und Haaren dem Rumpelstilzchen ausgeliefert. So hat sich
    Zwerg Rumpelstilzchen, das vorgestellt. Fießer und hinterhältiger Handel. Aber paßt zu unserem
    Gnom, dem Rumpelstilzchen.

    Allerdings hat es ganz vergessen, Frauen sind ein anderes Kaliber, als Müllerstöchter in Notlagen,
    und Königinnen erst recht. Sie können ganz andere Saiten aufziehen. Damit rechnet unser kleiner
    Gnom jetzt nicht.

    Schon wieder hat er ihr die nächste Falle aufgestellt. Erbarmen, Gnade und Mitgefühl sind unserm
    Gnom gänzlich fremd. Noch immer hätte er die Chance ins Herz von unserer Königin aufgenommen
    zu werden, könnt sich ihren Dank und ihr Wohlwollen auf Lebenszeit sichern, einfach indem er ihr
    läßt, was sie liebt.

    Unserem Gnom aber sind solche Ideen fremd. Er hat einen Handel mit ihr. Darauf besteht er!
    Nix da, so ist es ausgemacht, und jetzt will er was ihm zusteht.

    Aber unsere Königin hat Glück, und König Zufall eilt ihr zu Hilfe. Patent muß diese Frau sein.
    Eine, die sich mit allen Leuten unterhält, auch mit Boten. Mit natürlicher Authorität, königlich
    und menschlich in einem. Also jemand, von gutem Charakter. Für eine Königin, ist die Geschichte
    eines Gnoms der ums Feuer tanzt, ja nicht wirklich interessant. Solche Geschichte erfährt eine
    Königin nur, wenn sie gemocht und ihr vertraut wird. Wie’s halt im echten Leben auch so ist.

    Unser kleiner Gnom ist bauernschlau. Denkt an wenig bis nix, außer seinem eigenen Vorteil.
    Sonst würd er nicht nachts, ums offene Feuer turnen, und sich an der Schadenfreue laben,
    weil er die Königin wieder ausgetrixt hat.

    Aber so sind’s, die kleinen verschlagenen Männchen. Müssen anderen eins auswischen, um
    sich selber freuen zu können. Vor lauter Schadenfreude, vergessen sie ganz, dass es auch
    anders ausgehen könnte, sobald jemand ihre Schadenfreude mitbekommt. Die Königin ist ja
    bis jetzt, jeder seiner Listen auf den Leim gegangen. Wie könnt’s also sein, dass es diesmal
    nicht so ist? Gar nicht, so die Überzeugung unseres Gnoms. Dass er sich da täuschen könnt,
    das gibt’s nicht.

    Die Königin, inzwischen erwachsene Frau, warnt ihn gleichzeitig vor und führt ihn aufs Glatteis.
    Unser kleiner Gnom hat natürlich die ganze Zeit nicht mitbekommen, dass er es mit einer
    erwachsenen Frau zu tun hat, und glaubt, es ist immer noch die Müllerstochter, die er
    austrixen kann. Er ist die Katze sie ist die Maus, heißt das heut.

    Als die Königin ihn fragt ob er Kunz oder Heinz hast, freut er sich schon diebisch, dass sein
    Trick wieder funktioniert hat. Man kann’s der Königin ja nicht verdenken, dass sie nach allem,
    was der Gnom mit ihr veranstaltet hat, den kleinen Wicht, erstmal schmoren läßt, im eigenen
    Saft, bis sie ihm sagt, dass er Rumpelstilzchen heißt.

    Jetzt hat sie ihn sauber vorgeführt. Ihn mit seinen eigenen Waffen geschlagen und ihm auch
    noch den Spiegel hingehalten. Unser Wicht, das Rumpelstilzchen, platzt vor lauter Wut. Der
    Gnom, kriegt sich gar nicht mehr ein. Könnte jetzt auch wieder mehrere Gründe haben.

    Es hat sich so sicher gefühlt, weil die Königin wieder in einer Notlage war, aus der sie eigentlich,
    aus Rumpelstilzchens Sicht, gar nicht entkommen hätte können. Es hatte praktisch schon
    gewonnen, bevor es gewonnen hat.

    Unsere Königin blieb selbst in ihrer Notlage eine Königin, so daß ihr Hilfe teilhaftig wurde, mit
    der sie gar nicht rechnen hat können. Weiß aber unser Rumpelstilzchen nicht.


    Womit wir bei, unser Rumpelstilzchen ist so giftig angekommen wären, weil da jemand den
    Spieß umgedreht hat, und ihm den Schinken kurz vom schlucken, aus dem Mund raus geklaut hat.

    Außerdem könnt’s noch sein, dass unser Rumpelstilzchen sich selbst nicht aushalten kann,
    mit der Verschlagenheit, die es im Spiegel erkennen hat müssen. Und sich genau darum vor
    lauter Wut und Zorn, gleich selber in zwei Teile zerreißt.

    Zu allem Überfluß, kann sich unser Rumpelstilzchen, auch gar nicht vorstellen, dass seine eigene
    Dummheit es ans Messer geliefert hat. Darum muß es ein Handel mit dem Teufel gewesen sein,
    dass die Königin jetzt seinen Namen kennt. Der kleiner Zornbinkel, das Rumpelstilzchen, kann sich
    nur sowas vorstellen, weil es das wär, was er selber, in so einer Lage tun tät.


    Soviel Wut und Zorn auf sich selber, gibt’s auch bei mach Zeitgenossen heut zutage. Wenn’s ging,
    würden die sich wahrscheinlich auch in zwei Teile reißen, weil sie nicht aushalten, dass bauernschlau,
    nix mit Intelligenz zu tun hat.

    Rumpelstilzchen könnt also eine Märchenfigur, als Metapher, für manch Wahnsinniger auf freier
    Wildbahn sein. Egal wie groß derjenige welche tatsächlich ist, ist sowas gut komprimiert in der
    Märchenfigur verpackt.

    Die Müllerstochter ein Mädel das erwachsenen worden ist. Die mit Glück und Verstand, abwarten
    und zuschauen kann, wie sich Rumpelstilzchen selber ans Messer liefert. Braucht man nichts dafür
    tun, die erledigen das selbst.

    Salamander



    Rumpelstilzchen, das Märchen

    Ein Müller behauptet von seiner schönen Tochter, sie könne Stroh zu Gold spinnen, und will sie an den König verheiraten.
    Der König lässt die Tochter kommen und stellt ihr die Aufgabe, über Nacht eine Kammer voll Stroh zu Gold zu spinnen,
    ansonsten müsse sie sterben.

    Die Müllerstochter ist verzweifelt, bis ein kleines Männchen auftaucht und ihr gegen ihr Halsband Hilfe anbietet und für
    sie das Stroh zu Gold spinnt. In der zweiten Nacht wiederholt sich das Gleiche und die Müllerstochter gibt ihren Ring her.
    Darauf verspricht der König dem Mädchen die Ehe, falls sie noch einmal eine Kammer voll Stroh zu Gold spinnen kann.
    Diesmal verlangt das Männchen von der Müllerstochter ihr erstes Kind, worauf sie schließlich ebenfalls eingeht.

    Nach der Hochzeit und der Geburt des ersten Kindes fordert das Männchen den versprochenen Lohn.Die Müllerstochter
    bietet ihm alle Reichtümer des Reiches an, aber das Männchen verlangt ihr Kind.


    Durch ihre Tränen erweicht, gibt es ihr aber drei Tage Zeit, seinen Namen zu erraten. Dann soll sie das Kind behalten dürfen.

    In der ersten Nacht probiert es die Königin mit allen Namen, die sie kennt; doch ohne Erfolg.

    In der zweiten Nacht versucht sie es erfolglos mit Namen, die sie von ihren Untertanen erfragt hat.


    Am Tag darauf erfährt sie von einem Boten, dass ganz entfernt ein Männchen in einem kleinen Haus wohnt, das nachts
    um ein Feuer tanzt und singt:
    Die Königin fragt zunächst, ob Rumpelstilzchen
    „Kunz“ oder „Heinz“ heiße und nennt dann erst den korrekt überlieferten Namen. So kann sie das Rätsel nun lösen,
    und Rumpelstilzchen zerreißt sich vor Wut selbst mit den Wort „Das hat dir der Teufel gesagt!“


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