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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo weisserose,

    Auch hier auf der forum kommst du mich als sehr offen rüber und sagst du viel über dich! Schon mehr als viele anderen. Aber ich mag es auch so. Auf ein forum können auch menschen die es stört dich aus der weg gehen, aber wie du merkst, er reagieren doch einigen auf dich.

    Wegen andere leute beobachten, ich mache es einfach überall... Am arbeit, auf die strasse, im gruppe wo ich gehe... Auch wenn ich allein bin mit jemand, tue ich auch beobachten. Mit der zeit merke ich dass einiges oft vorkommt und irgendwie üblich ist.
    Ich merke auch wenn ich nie verhalten sehe die ich bei mich kenne. Es heisst, es ist hier nicht üblich.

    Ja, südlàndern sind generel offen und laut! In der schweiz gibt es auch und ich merke es auch. Mich gefällt es auch. Ich merke auch dass sie im bezug auf vieles auch toleranter sind...

    Ich denke auch dass es schwierig ist sich geschlossen zu halten. Aber mit etwa übung kann man, denke ich, trotz ADS einiges üben.

    Noch wegen gruppen: wie du beschreibst, nehme ich an dass andere wohl merken dass du dich unwohl fühlst und dein unwohlsein verderbt einfach die stimmung und daher laden sie dich nicht mehr ein. Es scheint mich logisch. Ich werde auch im gruppenanlàssen doch eigeneladen aber kann wie es dort geht auch oft gut umgehen und mich wohl fühlen, daher bringe ich keine schlechte stimmung. es ist so dass wir ADSler die stimmung eine gruppe, durch unsere offene art sehr stark beinflussen können. Wenn ein ADSler sich im gruppe wohlfühlst merken es alles und geniessen es. Es wird der mensch sein der immer wieder andere zu lachen bringt (zum beispiel). Also, wenn du dich im gruppe nicht wohl fühlst, ist es auch nicht sinnvoll dort zu gehen. Aber so wie du erzählst erlebe ich nicht so stark. Klar, es gibt immer menschen die in eine gruppe dominant sind, manchmal gehöre ich dazu (ich bin eine alphaweibchen-erstgeboren) und wenn es dann jemand anders ist, schaffe ich mich auch dort anständig zu durchsetzten. Aber so was hatte ich auch gelernt...

    Wie man erkennt ob jemand an dich interesse hat? Ich merke es wenn jemand mich auch fragen stellt und mich zuhört und nicht nur von sich redet. Ganz banal...

    Wie ich alte sache aufarbeite? lange hatte ich bücher darüber gekauft, war auch zu therapie, gehe auch auf forum (mit andere reden hilft mich auch) und im moment hilft mich emoflex sehr viel. Mit der zeit habe ich immer weniger seelisch müll und bin immer weniger rasch aus der fassung zu bringen. Ich hatte immer gemerkt dass ich mich ehe zu wenig steuern konnte, daher bin ich diese weg gegangen um meine emotionen und verhalten besser im griff zu haben und bin damit sehr zufrieden. Ich habe immer das gemacht wasmich zusagte oder was ich der eindruck hatte, es würde mich helfen. Nur mental kann ich wenig verändern, da meine selbststeuerung ehe miese ist...

    Bei mich zu hause war oft laut... Mein vater war eine reizbarer, impulsive heizkopf... Miene mutter war ehe ruhiger, aber auch ab und zu laut und lautsein seiten die kindern ware auch toleriert... Auch in der schule, in der gegend wo ich aufgewachsen bin, war laut nicht so ein problem... Ich bin in der französischsprechende teil von CH aufgewachsen. Dort sind auch erwachsene manchmal etwas laut und emotionen werden deutlicher gezeigt als in der deutsche schweiz wo ich seit 1992 lebe. Aber dazu bin ich selber durch ADS schon als kind etwas lauter und impulsiver geworden als anderen...

    @ AnjaAnouschka: hattest du vorher mit mich geredet? Ja, mit mein alter liegst du richtig und er steht auch auf mein profil...

    Ja, einiges an dein leben ist bei mich ähnlich... Model war ich nie, aber bin auch ehe übsch... Also, heute noch sind männer nicht gleichgültig wenn ich vorbeilaufe (je nach dem wie ich angezogen bin) und frauen sind manchmal neidisch... Nun, ist mich ehe spät aufgefallen dass ich eben nicht hässlich bin

    Mobbing in der schule hatte ich leider erlebt und musste deswegen auch eine therapie machen. Aber mit der zeit merke ich dass ein teil auch indirekt mit ADS-sozialtollpatschigkeit zu tun hatte und habe mit der zeit viel gelernt mit viel beobachtung und viel übung.

    Heute habe ich viele nette leute um mich und bin nicht mehr allein wie früher... Es hat sich gelohnt an sich zu arbeiten! Ich bin mit mein freund seit 16 jahren. Es ist nicht immer einfach, hat hoch und ab aber bis jetzt haben wir durchgezogen.

    Ups gerade noch 2 neue beiträgen. Keine zeit ausführlich zu beantworten. Bie mich zu hause gab es keine schlägereien zwischen meine Eltern und wenn sie sich gestritten hatten, war oft sehr kurz. Sie haben eine sehr harmonische beziehung (meine mutter ist stino und daher ruhiger). Auch wenn es sonst laut war, war auch ehe kurz und dann war die sache rasch vergessen. mein vater ist wirklich wie eine richtige ADSler: er vergiss es sehr schnell und schon nach 10 minuten kann man ihm zu lachen bringen.
    Aber schlägen haben die kindern bekommen... Als erziehungmassnahme, aber manchmal schon ehe willkürlich (vor allem mein vater war dort launisch, meine mutter ehe konsequent, klar und berechnebar wie stinos eben oft sind).

    lg

  2. #32
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    mj71 schreibt:
    Auch hier auf der forum kommst du mich als sehr offen rüber und sagst du viel über dich! Schon mehr als viele anderen. Aber ich mag es auch so. Auf ein forum können auch menschen die es stört dich aus der weg gehen, aber wie du merkst, er reagieren doch einigen auf dich.
    Das ist richtig und macht mir auch nichts aus. Das Forum ist sehr groß, und wir haben alle nicht die Zeit um auf jeden einzelnen User einzugehen.


    mj71 schreibt:
    AWegen andere leute beobachten, ich mache es einfach überall... Am arbeit, auf die strasse, im gruppe wo ich gehe... Auch wenn ich allein bin mit jemand, tue ich auch beobachten. Mit der zeit merke ich dass einiges oft vorkommt und irgendwie üblich ist.
    Auf der Arbeit hilft es mir derzeit sehr, dass ich mehr beobachte und weniger rede als früher... folglich komme ich besser mit den Menschen zurecht als mit früheren Kollegen.


    mj71 schreibt:
    Ja, südlàndern sind generel offen und laut! In der schweiz gibt es auch und ich merke es auch. Mich gefällt es auch. Ich merke auch dass sie im bezug auf vieles auch toleranter sind...
    Ich habe hier im Forum vor längerer Zeit mal den Beitrag eines Mannes gelesen, der von den Problemen seines ADHS-Sohnes erzählte. Dieser Mann ist auch Südländer und meinte, dass seine Frau (auch Südländerin) dem Jungen zu viel durchgelesen lassen würde. Er hatte Angst, dass er in der mitteleuropäischen Gesellschaft nicht akzeptiert wird, weil die Leute hier eben nicht so tolerant sind wie in anderen Ländern.


    mj71 schreibt:
    Noch wegen gruppen: wie du beschreibst, nehme ich an dass andere wohl merken dass du dich unwohl fühlst und dein unwohlsein verderbt einfach die stimmung und daher laden sie dich nicht mehr ein. Es scheint mich logisch. Ich werde auch im gruppenanlàssen doch eigeneladen aber kann wie es dort geht auch oft gut umgehen und mich wohl fühlen, daher bringe ich keine schlechte stimmung. es ist so dass wir ADSler die stimmung eine gruppe, durch unsere offene art sehr stark beinflussen können. Wenn ein ADSler sich im gruppe wohlfühlst merken es alles und geniessen es. Es wird der mensch sein der immer wieder andere zu lachen bringt (zum beispiel). Also, wenn du dich im gruppe nicht wohl fühlst, ist es auch nicht sinnvoll dort zu gehen. Aber so wie du erzählst erlebe ich nicht so stark. Klar, es gibt immer menschen die in eine gruppe dominant sind, manchmal gehöre ich dazu (ich bin eine alphaweibchen-erstgeboren) und wenn es dann jemand anders ist, schaffe ich mich auch dort anständig zu durchsetzten. Aber so was hatte ich auch gelernt...
    Ich fühle mich nicht prinzipiell unwohl in Gruppen. Im Gegenteil, ich wäre gerne wieder Mitglied einer Gruppe. Ich kann auch dominant sein, nur geht das eben nicht, wenn die anderen Leute schon länger in der Gruppe sind und ich erst später dazustoße. Wenn ein paar Leute aus einer Gruppe es gewohnt sind, grundsätzlich die Entscheidungen zu treffen, dann überlassen sie das nur ungern einem Neuling. Das habe ich auch schon mal auf der Arbeit erlebt, als ich mit 3 Sekretärinnen aus Parallel-Abteilungen zusammenarbeiten musste und gleich bei den ersten Treffen Vorschläge bezüglich der Zusammenarbeit machte. Eine der Frauen reagierte etwas ungehalten. Sie war ein ähnlicher Typ wie ich und war es gewohnt, die Führungsrolle innerhalb der Gruppe zu haben. Ganz optimal ist es, wenn sich aus mehreren Einzelpersonen eine Gruppe entwickelt und alle ungefähr im selben Zeitraum immer mehr miteinander unternehmen. In dieser Situation war ich einmal. Wir waren damals 4 Personen. Ich hatte einen besten Freund, und irgendwann kamen zwei weitere Männer dazu. Nach einigen tollen Jahren hatten sie den Wunsch, öfters mal ohne mich was zu machen... Männerabende sozusagen. In jüngeren Jahren habe ich leider ziemlich geklammert und habe ihnen eine Szene gemacht, als sie mich das erste Mal bewusst ausgeschlossen hatten. Danach war nichts mehr wie früher. Nach meiner Szene war ihnen klar, wie sehr ich an ihnen hing, und sie übernahmen die Führung komplett an sich. Das hat unsere Freundschaft letztendlich zerstört.


    mj71 schreibt:
    Wie man erkennt ob jemand an dich interesse hat? Ich merke es wenn jemand mich auch fragen stellt und mich zuhört und nicht nur von sich redet. Ganz banal...
    Das dachte ich auch, aber so einfach ist es leider nicht. Der besagte Mann z. B., der mich seit 5 Jahren nur noch als Telefonfreundin hinhält, fragt auch immer was ich in letzter Zeit so alles gemacht habe. Trotzdem gab es seit über 5 Jahren keine Treffen mehr zwischen uns.


    mj71 schreibt:
    Wie ich alte sache aufarbeite? lange hatte ich bücher darüber gekauft, war auch zu therapie, gehe auch auf forum (mit andere reden hilft mich auch) und im moment hilft mich emoflex sehr viel.
    Das ist schön, dass du dich damit beschäftigst und aktiv bist. Wann hast du eigentlich die Diagnose bekommen? Ich am 11.11.2009, ist also noch nicht soooo lange her.


    mj71 schreibt:
    Bei mich zu hause war oft laut... Mein vater war eine reizbarer, impulsive heizkopf... Miene mutter war ehe ruhiger, aber auch ab und zu laut und lautsein seiten die kindern ware auch toleriert... Auch in der schule, in der gegend wo ich aufgewachsen bin, war laut nicht so ein problem... Ich bin in der französischsprechende teil von CH aufgewachsen.
    Bei mir war die Mutter der impulsivere Elternteil. Inzwischen bin ich mir sicher, dass meine Eltern auch ADHS hatten/haben, meine Mutter noch mehr als mein Vater.


    Es freut mich für dich, dass du viele liebe Menschen um dich hast. Und dass deine Beziehung so lange hält. Da komme ich mir mit meinem Rekord von 4 Monaten echt arm dagegen vor. Und seit fast 7 Jahren habe ich keinen Partner mehr gehabt. Zwar gab es immer wieder Männer, die interessiert waren, aber alle haben noch vor dem offiziellen Beginn der Beziehung das Interesse verloren. Jetzt habe ich keine Lust mehr .

  3. #33
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo weisserose,

    Die zeit läuft, daher vorsuche ich mich kurz zu fassen:

    Wegen anecken und Co, ich habe mal gelesen dass Gruppentherapien für ADSler eine gute sache sein kann, weil man dort wirklich ehrliche feed-back bekommt. Ist bei mich manchmal auch so hinten der kopf, aber im moment habe ich auch andere prioritäten.

    Sonst ausserhalb eine solche rahmen, bekommt man leider nicht immer eine hilfreiche feed-back wie man bei andere aneckt...

    Ja, ich denke schon dass in eine gruppe als neue dann vorschlägen machen eikel ist. damit hatte ich auch meine erfahrungen gemacht. üblich wird ehe so gemacht dass neue sich integrieren, die gruppe gut kennenlernen und nur dann vorsichtig eine vorschlag machen. Als ADSler kann man da rasch zu schnell gehen!

    Auch mit erfahrung hatte ich einiges gelernt.

    Diagnose habe ich im 2007 bekommen. Aber vieles an arbeit an mich schon lange bevor angefangen, da der leidendruck auch sehr gross war.

    Ich begriffe schon, wenn es bei dich mit partner so schlecht geht dass dich die lust vergeht... ähnlich bei mich mit die jobs...

    Diese mann auf der forum mit sein sohn und die südländliche mutter, errine ich mich gut! Ich finde, es ist für ein kind immer eine bereicherung eltern aus verschiedene erkunft zu haben, aber wichtig ist auch sich dort wo man lebt sich integrieren zu können. Ob man es toll findet oder nicht, kann man nicht leben wie wenn es die anderen nicht gibt...

    lg

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 2

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo Ihr Lieben,
    ich habe mich hier so durchgewurschtelt, allerdings nicht alles von vorne bis hinten gelesen.....
    In vielem erkenne ich mich selbst wieder, bzw. weiß dass ich auch öfter so gedacht oder mich so gefühlt habe.
    Zumindest, was die Sache mit dem Ausgehen und der Aufmerksamkeit von anderen Leuten zu tun hat.

    Ich hatte wohl großes Glück. Als Kind hatte ich immer Freunde, weil wir alle nah zusammen gewohnt haben. Im Jugendalter hatte ich eine feste Clique und auch jetzt habe ich
    noch gute Freunde. Allerdings hab ich das Gefühl, bei Allen geht das leben weiter nur ich stecke iwie fest. Alle heiraten, bekommen Kinder oder ziehen einfach nur zusammen.
    Da steht das Ausgehen kaum noch auf dem Plan. Ich bin single und mir fehlt es oft, mit jemandem raus gehen zu können. Ich hab auch Schwierigkeiten neue Leute kennen zu lernen.
    Mir fällt es schwer, auf diese zuzugehen.

    Aber durch sehr intensive Beschäftigung mit mir selbst durch meine Therapie wurde mir immer klarer, dass ich total abhängig von der Anerkennung anderer bin. Davon, dass sie auf mich zukommen, mir zeigen/sagen dass sie mich mögen, dass sie mich z.B. einladen.... Einfach dass sie mir sagen oder zeigen, dass ich ok bin und so angenommen werde, wie ich bin. Dass sie mit mir zusammen sein möchten....

    Allerdings macht so ein Verhalten nicht glücklich. Man muss sich erstmal selber annehmen und lieben können. Das ist glaub ich das Wichtigste. Denn was zieht mehr an, als ein selbstbewusster Mensch? Damit meine ich nicht plumpe Arroganz ( nach dem Motto: wenn Du mich nicht magst, mag ich Dich auch nicht.....), sondern authentisch sein. Wenn man sich selber genügend Anerkennung entgegen bringen kann wird man frei und unabhängig, da man nicht mehr auf das Wohlwollen anderer angewiesen ist. Und automatisch haben andere Menschen dann mehr Interesse, als wenn man sich immer bemüht, Anderen zu gefallen.
    Das ist leider ein längerer Prozess, aber ich merke, je mehr ich mich selber annehmen und akzeptieren kann, desto weniger muss ich um Bestätigung "betteln" ( ist nicht wortwörtlich gemeint).
    Oft tu ich mich da auch noch schwer und beneide andere Menschen, die oft im Mittelpunkt stehen und scheinbar magnetisch interessante Leute in ihr Leben ziehen. Aber ich werde weiterhin an mir "arbeiten". Ohne Selbstliebe (nicht Egoismus!) fällt es anderen halt schwer einen zu mögen.....

  5. #35
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo zusammen,

    danke für eure Beiträge.

    @mj71: Zum Thema "Therapie" werde ich dir eine private Nachricht schreiben. Inzwischen weiß ich auch, dass ich vorsichtig sein muss, wenn ich irgendwo neu bin. Z. B. Anfang Mai letzten Jahres habe ich einen neuen Job angefangen, der auf 1 Jahr befristet gewesen wäre. Mir fiel schnell auf, dass ich sehr gut war und meine Arbeit spielerisch erledigen konnte. Mein Kopf war voller Ideen, und der Ehrgeiz hatte mich so richtig gepackt. Leider haben die Frauen in diesem Büro das irrtümlich als Arroganz aufgefasst, mich bei der Geschäftsführung gemobbt, und nach nur 1,5 Wochen war ich den Job wieder los. Inzwischen bin ich wieder im Großkonzern eingesetzt, da sind die Leute anders drauf. Trotzdem bin ich vorsichtiger geworden und beobachte erstmal, wie die Menschen ticken, bevor ich mich aktiv einbringe.

    Auf eine Beziehung habe ich keine Lust mehr, weil meine Gutmütigkeit zu oft ausgenutzt wurde. Natürlich ist mir klar, dass ich nicht rund um die Uhr verfügbar sein soll und es auch noch andere Dinge im Leben gibt als eine Partnerschaft. Viele Menschen wissen die Aufmerksamkeit ihres Partners nur dann zu schätzen, wenn sie sich diese hart erarbeitet haben. So nach dem Motto: Was nichts kostet, das ist auch nichts wert. Und es ist schwierig, sich zu verändern, wenn man als Kind zu Hause so viel Aufmerksamkeit bekommen hat wie ich. Inzwischen ist mir auch bewusst, dass fast alle Männer mich absichtlich auf die Probe gestellt haben, um meine Reaktionen auszutesten. Und ich als emotional instabile Frau bin ihnen natürlich jedes Mal auf den Leim gegangen. Ich habe mich jahrelang gefragt was sie sich dabei gedacht haben, als sie sich über einen längeren Zeitraum hinweg um mich bemühten und auf einmal plötzlich nicht mehr so interessiert schienen, als es langsam ernster werden sollte. Ich als emotionale ADHS-lerin habe dann natürlich die Beherrschung verloren, und schwuppdiwupp wussten sie, dass ich ihretwegen völlig fertig war und sie mich emotional in der Hand hatten. Um ehrlich zu sein finde ich solche Tests richtig grausam, weil mich das psychisch völlig runterzieht. Solange es ganz normal läuft, ist alles in Ordnung. Aber immer wenn ein Mann kurz vor Beginn einer Beziehung (oder auch, nachdem wir schon kurze Zeit zusammen waren) eine für mich unerwartete Reaktion gezeigt hat, war das für mich wie ein Faustschlag ins Gesicht. Zwei Männer haben mir das auch selbst gesagt, dass sie mich auf die Probe stellen wollten. Solange ich psychisch nicht stabil bin, habe ich so gut wie keine Chance auf eine Partnerschaft.

    @Finchen: Mit dem Thema "Selbstliebe" beschäftige ich mich seit Ende 2006 und dachte eigentlich, dass ich hart an mir gearbeitet und viel erreicht habe. Einerseits stimmt das schon, auf der anderen Seite ist das aber immer noch nicht genug. Scheinbar muss es mir wirklich egal sein, wenn ich von Aktivitäten diverser Menschen, an denen ich auch gerne teilnehmen würde, ausgeschlossen werde. Es muss mir sonstwo vorbeigehen, wenn ich keine Einladungen zu Geburtstagsfeiern und Silvesterpartys bekomme. Mich stört es nicht, wenn ich hin und wieder ein WE alleine verbringen muss. Ich habe sehr wohl auch Hobbys, die ich gerne alleine pflege und brauche nicht täglich andere Menschen um mich. Jetzt möchte ich mich noch stärker abgrenzen, als es in den vergangenen Jahren der Fall war. Oft ist es mir gar nicht aufgefallen, dass Menschen ganz bewusst versucht haben, meine Grenzen auszutesten. Das regt mich jetzt echt auf. Leider bin ich ein sehr harmoniebedürftiger Mensch. In meinem Elternhaus wurde ständig laut gestritten, so dass ich die Treffen mit Freunden und Bekannten immer als eine Art zweites Zuhause betrachtet habe. Wenn mich etwas sehr stört, dann sage ich das auch klar und deutlich.

    Aber ich bin immer noch relativ leicht manipulierbar und merke das erst, wenn es zu spät ist. Z. B. gelingt es manchen Leuten, mich zu etwas zu überreden, obwohl ich schon "Nein" gesagt habe... Beispiel: Ich möchte ein Telefonat beenden, weil ich zu Hause noch gewisse Dinge erledigen muss. Wenn der Gesprächspartner dann ein leicht genervtes: "Ach komm´, noch 5 Minuten!" von sich gibt, dann gebe ich schnell nach, und meistens dauert es dann auch länger als 5 Minuten. Weil mir die Telefonate mit meinen Mitmenschen eben mehr Spaß machen als irgendwelche Pflichten. Der Kontakt mit anderen Menschen hatte für mich immer die höchste Priorität in meinem Leben. Leider wissen das die Meisten nicht zu schätzen. Eigentlich ziehe ich schon mein Ding durch und bemühe mich nicht, anderen Leuten zu gefallen. Aber in manchen Situationen kommt das schon vor, und mir ist das gar nicht klar, was dann passiert bzw. erst viel später. Ich vertrete z. B. meine Meinung in einem gewissen Punkt und bekomme dann von einem Menschen, der mir ans Herz gewachsen ist, eine Antwort in einem etwas forscheren Ton hingeknallt. Anstatt dann weiterhin zu meiner Meinung zu stehen und sachlich zu argumentieren, gebe ich klein bei... weil ich diesen Menschen so gerne habe und ihn nicht verärgern möchte. Meine Eltern haben mich leider zu einem braven, anständigen Mädchen erzogen, aber nicht zu einer durchsetzungsfähigen Person .

  6. #36
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo Weisserose,

    Diese satz scheint mich wichtig:
    Meine Eltern haben mich leider zu einem braven, anständigen Mädchen erzogen, aber nicht zu einer durchsetzungsfähigen Person .
    So wie ich lese, hast du wirklich schon viel an dich gearbeitet und auch vorschritten gemacht. Nun, manche muster, wie eben man erzogen war, sind lange zu veràndern. Man kann zwar wissen dass es falsch ist, darunter leiden und umgeduldig werden, aber es braucht seine zeit.

    Mich abgrenzen, durchsetzten musste ich auch lernen und es war sehr hart... Es hat wirklich jahren gedauert und ich bin immer noch am lernen.

    Aber ich denke, du bist auf der richtige Weg, es geht einfach lange und ist eigentlich nie fertig.

    lg

  7. #37
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Andererseits mache ich meinen Eltern keine Vorwürfe. Sie waren nämlich auch "viel zu nett" und konnten sich selten richtig durchsetzen. Das gilt v. a. für meinen verstorbenen Vater, der schon oft von anderen Menschen schlecht behandelt wurde und trotzdem kein einziges Mal den Kontakt zu jemandem abgebrochen hat. Meine Mutter konnte sich unter Freunden und Bekannten gut durchsetzen, aber innerhalb der Familie und auf dem Arbeitsplatz hat sie sich auch eine ganze Menge bieten lassen.

    Meine Eltern konnten zwar streng sein, aber richtig konsequent waren sie nicht. Wenn ich nicht gehorchte, wurden sie manchmal handgreiflich, damit ich Angst bekam und kuschte. Aber wenn ich danach trotzdem noch quengelte und nervte, wurde es ihnen zu blöd, und sie gaben fast immer nach um ihre Ruhe zu haben. Genauso bin ich dann auch geworden und hatte deshalb große Probleme mit Menschen, die trotz meines Gemeckers konsequent blieben und sich von mir auch kein schlechtes Gewissen einreden ließen. Ich habe öfters Partnern, Freunden und Bekannten zuliebe nachgegeben in der Hoffnung, dass sie manchmal auch mir zuliebe nachgeben würden... ein Geben und Nehmen in der Nachgiebigkeit, so wie es in meinem Elternhaus der Fall war. Und wenn andere dann im Gegensatz zu mir hart blieben, habe ich mich wahnsinnig darüber aufgeregt und fand ihr Verhalten unmöglich.

    Inzwischen bin ich konsequenter und bleibe meistens bei meiner Meinung, aber eben nicht immer... es kommt ganz auf die Person an, mit der ich zu tun habe. Je mehr mir der Mensch bedeutet und umso weniger ich mir seiner Aufmerksamkeit sicher bin, umso schneller gebe ich nach. Bei meinen engsten Freunden kann ich mich übrigens sehr gut durchsetzen. Ich kenne sie schon sehr lange und weiß in meinem tiefsten Inneren, dass sie sich nach einer Standpauke meinerseits nicht von mir abwenden werden. Schwieriger ist es, wenn es noch keine gefestigte Freundschaft ist oder wenn ich verliebt bin.

  8. #38
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Ich denke, was du beschreibst, hat auch eine influss auf deine soziale beziehungen. Gut dass du es alles weiss und probierst zu ändern!

    Mein vater war so launisch, ich hatte von ihm immer angst und wusste eigentlich nicht wirklich wie ich mich verhalten sollte. Meine mutter war etwa konsequenter und klar.

    So wie ich später gelernt habe, ist für ADS-kinder, unkonsequent zu sein schlimmer als bei stinos. Wir brauchen wirklich klarheit! Wir haben mühe selber zu merken was gut ankommt und was nicht und brauchen richtlinien... Ich musste mich es selber suchen und lernen.

    lg

  9. #39
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Heute hatte ich meinen dritten Arbeitstag in diesem Jahr und möchte mal beschreiben, was ich im Büro beobachtet habe. Seit November bin ich im Einsatz, es geht noch bis Ende April. Meine Abteilung besteht aus 10 Männer, die sind alle um einiges älter, glücklich verheiratet mit Kindern und haben sehr hohe Positionen im Unternehmen. Deshalb kommen sie täglich in Anzug und Krawatte ins Büro. Anfangs war ich skeptisch, weil ich ein ganz anderer Typ Mensch bin. Es hat mich überrascht, wie positiv mich diese Männer aufgenommen haben und wie respektvoll sie mit mir umgehen. Ich arbeite sehr gerne mit diesen Leuten zusammen und fühle mich bei ihnen wohl.

    Mittlerweile ist mir aufgefallen, dass ich mich im Umgang mit ihnen doch anders verhalte als in der Gesellschaft von jüngeren Arbeitskollegen, die in Jeans und Pullover ins Büro kommen oder von Personen aus dem privaten Umfeld. Weil diese Männer eben sog. "hohe Tiere" sind, bin ich automatisch in ihrer Gegenwart zurückhaltender und dränge mich nicht in den Mittelpunkt. Ich rede nicht so viel wie sonst und verhalte mich insgesamt erwachsener als im Umgang mit jüngeren und/oder lässigeren Menschen. Weil diese Männer eben schon älter, verheiratet und in einer hohen Stellung sind, sehe ich sie weder als potenzielle Kumpels noch als Partner. Weil diese Stelle eine auf 6 Monate begrenzte Krankheitsvertretung ist und ich keine Chance auf Übernahme habe, versuche ich auch nicht sie von mir zu überzeugen und ihnen zu gefallen. Ich mache jeden Tag ganz normal meine Aufgaben, bin höflich, aber presche mich nicht in den Vordergrund und rede auch gar nicht laut. Die Meisten haben mir schon in den ersten 2-3 Arbeitstagen das "Du" angeboten und der "zweite Chef" auf der Weihnachtsfeier. Nur mit dem Chef bin ich noch per "Sie". Das hat mich sehr überrascht. Ich habe schon mit Ingenieuren und Kaufleuten zusammen gearbeitet, die ungefähr in meinem Alter waren und trotzdem auch nach mehreren Monaten nicht zum "Du" übergehen wollten. Meine jetzigen Kollegen nehmen mich auch jeden Tag gerne in die Kantine mit, während andere mich in der Vergangenheit schon bewusst ausgeschlossen hatten.

    Vielleicht sollte ich mir in Zukunft im Umgang mit potenziellen guten Freundinnen und möglichen Beziehungspartnern vor Augen halten, dass es sich bei diesen Menschen auch um ältere, verheiratete Männer in höherer Position handelt - als kleiner Trick sozusagen, damit ich mich besser im Griff habe.

  10. #40
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.445

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Es ist sehr interessant was du erzählst! Ich denke auch dass du mit eine ehe zurückgezogen verhalten vielleicht doch besser ankommt. Gut ist wenn du weiter beobachtet was passiert und wenn es so weiter gut geht, hast du mindenstens geübt!

    Da ich selber durch meine herkunft + ADS (mischtyp) ehe zu aufdringlich, zu offen bin, übe ich auch immer wieder bewusst zurückhaltend zu sein. Ich habe die erfahrung gemacht dass es auch eine sehr gute schutzt ist: zuerst neige ich weniger im fettnäppschen zu tretten, dann gibt es mich zeit die menschen kennen zu lernen und dann wissen wie sie ticken. Mit der zeit weiss ich auch langsam wie sie zu manche themen stehen und ob ich über etwas reden darf oder nicht.

    Auch wenn man zurückhaltend bleibt (ist relativ, eine zurückhaltende hypies wird immer noch direkter sein eine stinos!), lässt man andere mehr raum, kann man mehr zuhören was sehr geschätzt wird und so finden andere einem sympatisch... Irgendwann werden leute schon neugierig und nachfragen...

    Auch mit eine freundin mit den ich mit die zeit immer wieder problemen habe, werde ich probieren etwa zurückhaltend zu sein. Weil ich oft der eindruck habe, obwohl sie will dass man offen ist und alles klärt, oft nicht zuhört. Daher mehr schweigen und wenn sie etwas wirklich wissen will, muss sie nachfragen.

    Als gegenbeispiel habe ich eine arbeitskollegin die immer wieder viel und laut redet, immer wieder zu ihre lieblingste thema kommt und andere nicht zuhörst und ausreden lassen... Obwohl ich sie sonst mag, nehme ich manchmal schon abstand von ihr, weil es mich nervt jemand zuzuhören (was für mich anstregend ist auch wenn sie sonst interessantes erzählt) der mich nicht ausreden lässt und nur über ihr leben redet... Ich habe der eindruck dass einige anderen diese frau schon anstregend finden...

    lg

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