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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #191
    Zotti

    Gast

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo,
    wenn ich das so lese alles, da frage ich mich bin ich eine Deutsche? Ich komme mir immer etwas untypisch vor, doch bei bestimmten Sachen bin ich auch typisch Deutsch, weiß nicht so genau.

    Ich habe Glück, hier in die Stammkneipe wo wir immer gehen, das ist in Witten, grenzt direkt an Bochum-Langendreer, also da ist egal wie man reinkommt, ob mürrisch oder lustig, die kennen mich und keiner macht einen blöde an, es ist eine alternative-spießer-Kneipe irgendwie. Da kommen ganz gemischte Leute hin, meistens natürlich die die in Witten wohnen,. Dann sind die auch gemischt, junge und alte, es ist auch ein buntes Programm was die anbieten, jeden Tag was anderes, Bands tretten auf, Lesungen werden gemacht, Chorsingen und Spieleabende ihr könnt ja mal gucken unter Maschinchen Buntes.

    Einmal saß da auch den ganzen Abend einer an der Theke, hat nur sein Bier getrunken und sonst nichts, keiner hat sich daran gestört, man hat es eben nur bemerkt.

    Vorgestern bin ich mal ohne meinen Freund dorthin gegangen (der war mit seiner Band unterwegs und ist erst heute zurück), und da wurde ich ganz herzlich begrüßt und umarmt von einer wo ich es gar nicht dachte, und eine sprach mit an und es war mir peinlich, ich habe bestimmt schon mit ihr gesprochen, doch ich kann mich oft nicht dran erinnern.

    Es wird auch keiner gedrängelt was zu trinken und man muß auch keinen Alkohol trinken, es gibt auch noch warmes Essen zubereitet von einem pakistanischen Koch bis 22 Uhr.
    Die haben da eine ganz kleine Küche und ein paar wenige aber leckere indische Reistöpfe. Es war an diesem Freitag Ü44 -Party und da tanzen viele und hüpfen wild rum, aber einfach ganz normale Leute, dann gibt es welche, die sitzen da und gucken nur zu, mit der Zeit werde ich immer aufgetauter, na ja, so meine zwei Gläser Weißwein habe ich dann getrunken und wenn dann gute Musik kommt, ziehe ich auch meine Schuhe aus und tanze, da sagt keiner was. Manchmal tanzen auch andere ohne Schuhe, allerdings nicht im Winter.

    Vorne an der Theke haben dann ein neuer gemeinsamer Bekannter von uns (ich glaube eben er hat auch ADS) und die Wirtin (die mich sehr mag, die ist immer auf meiner Seite, sie ist selber aber ein ganz ruhiger Typ, aber eine halbe Engländerin) die haben dann ein Würfelspiel gemacht. Dann geht man schonmal vor die Türe zum rauchen und unterhält sich mit den Leuten die da gerade stehen auch wenn man die nicht kennt.

    Obwohl ich es nicht wollte, war ich natürlich mal wieder bis halb zwei da. Hatte aber Glück, das mich eine Bekannte noch nach Hause gefahren hat.

    Ich glaube das ist natürlich gut, das es so eine Kneipe gibt, da kann man einfach sitzen und gucken oder essen oder trinken oder quatschen, jeder wie er möchte.

    Einmal waren wir auch da und es war ziemlich leer, da stand an der Theke ein sportlicher Türke, mein Freund und ich haben gemerkt, das der noch die da war und sich vielleicht auch nicht so wohl fühlte, also. Wir hatten dann beide die gleiche Idee und haben ihn angesprochen, ob er sich unterhalten will. Er kam dann auch mit nach draußen eine Rauchen, und wir haben unterhalten.

    Zu irgendeiner Veranstaltung war aber auch mal ein Schotte da, der war sehr aufdringlich, er war früher mal Soldat, ich habe mit dem geredet, andere auch, doch er wollte irgendwie eine Frau anmachen. Ganz zum Schluß gab es dann fast eine Schlägerei mit einem anderen Mann, das konnten wir dann noch verhindern. Der Schotte ist auch niemehr dort aufgetaucht, er wollte schon provozieren.

    Also es ist da immer was los und manchmal auch nicht und ach ja, letztlich habe ich mal Schallplatten mitgebracht, eigentlich für die Wirtin, doch dann kamen auch andere Leute und haben mir wirklich ein paar Schallplatten abgekauft gegen eine kleine Spende.

    Vielleicht liegt es auch an mir, ich gehe natürlich auch auf die Leute zu und manchmal hüpfe ich herum und erzähle lustige verrückte Geschichten die mir so einfallen, doch ich glaube das ist, weil mich da schon viele kennen und die anderen das auch ganz lustig finden.

    Dort gibt es auch keine Getratsche oder Kleiderzwang, das kennen ich ja überhaupt nicht mehr, wo ich hingehe, ist egal was man anzieht, im Bahnhof Langdreer zum Beispiel tanzt der Ökötyp neben der Schickimickyfrau, das ist da vollkommen egal.

    Gruß Zotti

  2. #192
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    @mj71: Dass du dich auf ungezwungenen Festen wohl fühlst, glaub´ ich dir gerne. Es heißt ja öfters, wir Südländer seien unpünktlich. Würde ich so nicht sagen... wir machen bei privaten Verabredungen halt nicht immer eine feste Uhrzeit aus. Dann heißt es: „Ihr könnt gerne am Sonntag Nachmittag vorbeikommen, wenn es passt“. Die Leute kommen dann halt irgendwann am Nachmittag vorbei, ohne dass eine Uhrzeit festgelegt wird. Bei Treffen im Kneipen heißt es: „Wir sehen uns nächsten Samstag in der Kneipe ums Eck.“ Das kann bedeuten, die Leute erscheinen schon um 18 oder 19, vielleicht aber auch erst gegen 23 Uhr... aber sie kommen auf jeden Fall.

    Du kannst mir gerne etwas über die marokkanische Kultur erzählen, wenn du möchtest. Ich wurde als Teenager oft von Marokkanern und Tunesiern auf der Straße angebaggert, das fand ich sehr aufdringlich und fühlte mich unwohl... um ehrlich zu sein hab´ ich mich bisher immer vom Urlaub in diesen Ländern gedrückt, weil ich Angst vor den Menschen hatte. Trotzdem bin ich neugierig in Bezug auf die Kultur.

    Meine Eltern hatten immer nur Freunde aus Ex-Jugoslawien und anderen südeuropäischen Ländern, Deutsche besuchten uns nie. Auf meine Frage nach dem Grund meinten sie, das würde ich verstehen wenn ich mal älter werde. Irgendwann kam ich in die Schule und wurde sporadisch zu Kindergeburtstagen eingeladen.

    Um ehrlich zu sein fühlte ich in deutschen Familien mich von Anfang an nicht so frei wie im Umfeld meiner Eltern. Z. B. gilt in zahlreichen deutschen Haushalten das Motto: „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.“ In Balkan-Familien ist das sehr selten üblich, dass Kinder auch Lebensmittel essen müssen, die ihnen nicht schmecken. Ich hab´ mich mit Sätzen á la „Das mag ich nicht“ in einigen deutschen Familien schnell unbeliebt gemacht. Für mich war das normal, etwas zu verweigern, was ich nicht mochte. In meiner ganzen Verwandtschaft und im Bekanntenkreis meiner Eltern kenne ich keinen einzigen Menschen, der sich über diese Verweigerung aufregen würde. Manche wurden schon sauer, wenn ich einen Apfelkuchen aß, aber die Apfelstücke rauspuhlte und zur Seite legte (Äpfel mochte ich noch nie). Dann rollten die Erwachsenen mit den Augen, und die Kinder waren total aggressiv zu mir.

    Auch in der Schule hatte ich große Probleme, weil ich als Kind/Jugendliche so wählerisch mit dem Essen war. Auf Klassenfesten und im Schullandheim wurde ich mehrmals ganz übel beschimpft, weil ich nicht alles essen wollte, was mir vorgesetzt wurde. Und dann haben mich die meisten Mitschüler aus der Klassengemeinschaft ausgeschlossen.

    Ich habe noch niemals einen Menschen zum Verzehr von Lebensmitteln gezwungen, die ihm nicht schmecken und werde das auch nie machen... das ergibt für mich keinen Sinn. Man hört diesbezüglich Aussagen wie „Jetzt hat sich diese Person mit dem Kochen/Backen soooo viel Mühe gegeben, und du bist so unhöflich und willst es nicht essen... das ist eine Unverschämtheit.“

    In Balkan-Familien wird in der Regel täglich eine warme Mahlzeit gekocht, und zwar auch bei berufstätigen Menschen. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir zu Hause jeden Tag ein warmes Essen kriegen und bei Einladungen vom Gastgeber bewirtet werden. Wir fragen unsere Gäste ob es Nahrungsmittel gibt, die sie nicht mögen und richten uns dann beim Kochen weitestgehend danach.

    Hier läuft das anders. Viele Leute kochen bei weitem nicht täglich und denken, es sei etwas Besonderes, wenn sie sich in die Küche begeben und für andere eine Mahlzeit zubereiten. Und deshalb muss die andere Seite ihnen zutiefst dankbar sein, sie über alle Maßen loben und natürlich bis zum letzten Bissen aufessen. Ein „Tut mir leid, ich weiß das sehr zu schätzen, aber ich mochte Äpfel schon als Kind nicht“ ist für manche schon ein Weltuntergang. Es gibt tatsächlich Menschen, die sich durch so einen Kommentar verletzt fühlen. Kann ich überhaupt nicht verstehen.

    Der Partner meiner Freundin hat noch ein Thema angesprochen: Ihn nervt es ebenso wie mich, dass sehr viele Leute hier aufrechnen und nicht sonderlich entspannt mit dem Thema Kosten umgehen. Egal ob es um Restaurant-, Café-, Kneipenbesuchen, Grillfeste und Geburtstagsfeiern in Privathaushalten oder Spritgeld geht – viele Leute erwarten, dass die Kosten geteilt werden. Meine Freundin ist seit November arbeitslos. Der Mann an ihrer Seite nutzt seine Machtposition aber trotzdem nicht aus und erwartet nicht, dass sie sich ständig nach ihm richtet, sondern behandelt sie weiterhin wie eine gleichberechtigte Partnerin.

    @Zotti: Ich kenne auch recht viele Kneipenbesucher hier im Ort, bin aber nur noch selten in Kneipen anzutreffen... bis vor ca. 7-8 Jahren war das noch anders. Viele Leute sieht man kaum noch, sobald sie einen Partner haben und gar nicht mehr, wenn das erste Kind auf der Welt ist. Finde ich schade, aber da kann man nichts machen. Die meisten Gäste bewegen sich im Alter von 15 bis 25 Jahren.

    Eine Kleidervorschrift gab es bei uns noch nie, und jeder kann selbst entscheiden, ob er lieber alleine im Eck sein Bier trinken oder sich mit anderen unterhalten will. Würfelspiele sind hier auch sehr beliebt. Warmes Essen gibt es nur in Form von Wiener Würstchen auf der großen Party am Vormittag des 24.12., ansonsten nur Getränke. Als Frau bist du keinem Alkoholzwang ausgesetzt, Männer haben es weitaus schwerer. Wer nicht trinken will, der muss mit dummen Sprüchen von anderen Männern rechnen.

    Tratsch ist bei Personen, die regelmäßig in irgendwelchen Kneipen verkehren, ganz normal. Als ich noch jede Woche in den Kneipen war, bekam ich so einiges mit. Da wurden Gerüchte in die Welt gesetzt und Sachen verbreitet, die nicht stimmten. Es gab ständig Probleme zwischen irgendwelchen Leuten, die regelmäßig dort zu Gast waren. Wer mit einem langjährigen Gast aneinander gerät, der muss damit rechnen, von diesem noch viele Jahre gemobbt zu werden. Ein Bekannter von mir hatte vor ca. 10 Jahren mal wegen einem Missverständnis einen Monat Lokalverbot. Eines Tages rief ihn der Besitzer an, es gab eine Aussprache zwischen dem Beiden und dem Typen, der damals bedient hatte, und sie kamen zur Ansicht, dass alles nur ein Missverständnis war. Mein Bekannter durfte wieder in die Kneipe. Dummerweise haben das einige Gäste mitbekommen, und die sind nicht so nachsichtig wie der Besitzer und sein Angestellter. Sie grüßen meinen Bekannten nicht mehr und machen ihn hintenrum bei anderen schlecht. Manchmal erniedrigen sie ihn mit verletzenden Bemerkungen.

    Ich finde es schade, dass die meisten Leute sich auf die Treffen in den Kneipen beschränken und keine Lust auf Unternehmungen außerhalb dieser Begegnungen haben. Es gab Zeiten, da kannte ich mehr als 100 Leute in den Kneipen hier im Ort. Mit einigen war ich öfters unterwegs. Wir trafen uns zufällig in einer Kneipe, und wenn 1-2 Leute im Laufe des Abends meinten, sie würden danach noch mit dem Auto in die Disco oder woanders hin fahren, dann ging es einem oder mehreren Autos halt weiter bis in die frühen Morgenstunden. Im Alltag hatte ich aber zu den meisten Leuten so ziemlich keinen Kontakt. Und die paar wenigen, mit denen ich privat zu tun hatte, sind schon lange aus meinem Leben verschwunden. Sie fanden es u. a. anstrengend, dass ich den Kontakt nicht nur oberflächlich halten wollte.

    Wenn irgendwelche Leute in einem Forum Threads mit Fragen á la „Hilfe, ich fühle mich einsam... wie finde ich neue Freunde?“ eröffnen, kommen meistens Vorschläge wie Berufsleben, Sportvereine, VHS-Kurse, Nachbarschaft, Kneipen... egal was. Meiner Ansicht nach spielt es keine Rolle, wo man die Menschen kennenlernt. Begegnungen mit Menschen gibt es fast überall. Es geht darum, die PASSENDEN Leute zu finden... Leute mit ähnlichen Vorstellungen vom Begriff „Freundschaft“.

  3. #193
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.423

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo Weisserose,

    Wenn ich eigeladen bin, esse ich mehr oder weniger alles, aber wenn ich etwas nicht gerne habe, sage ich es auch. Es kommt auch gut an...

    Wenn ich leute einlade, frage ich auch danach was sie nicht essen, was sie essen und was sie gerne habe und passe mich an. Für mich ist es normal!

    Dann wenn jemand etwas nicht isst, bin ich nicht beleidigt... Wenn ich unsicher bin, tue ich auch so kochen, dass es für jeden etwas gibt, also, keine eintopfgericht oder so...

    Von Morokanische Kultur kann ich dich wenig sagen... Ich kenne sie wenig. Aber sie hat mich schon gesagt, dass sie bei ihnen, wenn sie Gäste haben, wirklich genug kochen, damit sie nicht Hunger haben und hat sich beklagt dass es bei meine Mutter ehe knapp gekocht war...

    Sonst erlebe ich sie wie eine Südländerin: Sie sagt was sie meint, ist offen und geht auf anderen zu. Sie ist in unsere Familie beliebt und gut aufgenommen.

    lg

  4. #194
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 99

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Ich hoffe, ich darf ganz offen schreiben, was ich beim Lesen Deiner Zeilen dachte?

    WeißeRose schreibt:
    Jetzt arbeite ich wieder verstärkt an meiner Optik... kann ich sonst noch etwas tun, um beim Partyvolk beliebter zu werden, damit sich die Leute mehr um mich bemühen?
    Aus meiner Sicht der falsche Weg,...sicherlich ist es nicht Deine mangelnde Attraktivität, die Dich Deinem Ziel nicht näher bringt:

    WeißeRose schreibt:
    – letzterer Fall signalisiert, dass ich begehrenswert bin und die Leute mich schätzen, sodass sie mich in ihrer Gesellschaft haben möchten. Genau das ist es, was mir fehlt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man als Frau schon eine ganze Menge zu bieten haben muss, wenn man öfters eingeladen werden möchte.
    Die zwanghafte Suche nach Anerkennung treibt Menschen in Abhängigkeiten. Wenn man im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen muss, um glücklich zu sein, dann führt das oft zu Konkurrenzsituationen. Denn die meisten dieser sog. "Partymenschen" verfolgen in narzisstischer Weise zur vermeintlichen Selbsterfüllung das gleiche unglückbringende Ziel. Damit lädt der eine nach Anerkennung Suchende nicht den anderen ein, der in gleicher Weise die Anerkennung braucht; bedürftig ist. Er lädt lieber den- oder diejenige ein, die ihn bewundert,...nur so viel muss die Frau ihm bieten...Bewunderung.

    Finde heraus, was Dich wahrhaftig erfüllt und glücklich macht. Diesen Rat möchte ich Dir gerne geben und Dir alles Gute und viel Erfolg dabei wünschen.

    LG Nora

  5. #195
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo Nora,

    an deiner Aussage ist schon etwas Wahres dran. Ich muss zwar nicht immer im Mittelpunkt stehen, aber dieses Konkurrenzverhalten ist mir in den letzten Jahren verstärkt in "meiner" Partyszene aufgefallen. Nicht nur die Musiker konkurrieren miteinander, sondern auch die Konzertveranstalter, Plattenfirmen, Merchandiser, Herausgeber von Magazinen und diverse Gruppen von Freundeskreisen. Ich kenne auch viele Leute aus der Szene, die im Ausland leben, aber nirgends ist das Konkurrenzverhalten so ausgeprägt wie hier. Es gibt Konzertveranstalter, die sich darüber aufregen, wenn ein anderer Veranstalter eine bestimmte Band für sein Event gebucht hat. Sie befürchten, dass nicht so viele Leute zu ihren Events kommen und Geld in die Kasse bringen, wenn die Band schon vorher auf einem anderen Event auftritt. Dieses Thema habe ich in der Vergangenheit mehrmals angesprochen, aber das war den Leuten recht unangenehm, und sie wollten sich nicht näher dazu äußern.

    Das mit der Bewunderung ist auch richtig. Die Partyszene besteht zu über 90% aus Männern. Wir haben viele Singlemänner, die sich beschweren, wir Frauen würden nur auf große schlanke Typen stehen und den lieben netten unscheinbaren Kerlen keine Chance geben. Wenn man sich aber mit den ach so netten Jungs von nebenan unterhält, dann fällt auf, dass sie die meiste Zeit nur über sich reden und kaum Interesse an den Bedürfnissen und am Leben der Frauen zeigen. Wenn sie die Möglichkeit bekommen, eine Frau im Alltag etwas näher kennenzulernen, gehen sie nicht drauf ein und hängen lieber jeden Tag stundenlang in irgendwelchen Musikforen rum.

    Einerseits bin ich total gerne in der Partyszene unterwegs. Auf der anderen Seite finde ich es traurig, dass nur ganz wenige Menschen echtes Interesse an mir als Persönlichkeit zeigen und es den Meisten nur um ihre eigenen Interessen geht, z. B. um das Teilen von Sprit-/Bahnkosten und Unterkünften.

    LG
    WeißeRose

  6. #196
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 99

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo Weiße Rose,

    WeißeRose schreibt:
    Ich muss zwar nicht immer im Mittelpunkt stehen,(...)
    Was ist dann Deine Motivation, auf Partys zu gehen und den Wunsch zu haben bei diesen Menschen beliebt zu sein? Nur das solltest Du Dir selbst (nicht mir) klar machen.

    Provokant geschrieben: Was nützt es, zu erkennen, welches Motiv andere haben, den "Auftritt in der Menge" zu suchen, wenn man die eigenen (unbewussten) Ziele nicht (er-)kennt?

    siehe o.g. Zitate:

    "Jetzt arbeite ich wieder verstärkt an meiner Optik... kann ich sonst noch etwas tun, um beim Partyvolk beliebter zu werden, damit sich die Leute mehr um mich bemühen?"


    "– letzterer Fall signalisiert, dass ich begehrenswert bin und die Leute mich schätzen, sodass sie mich in ihrer Gesellschaft haben möchten. Genau das ist es, was mir fehlt. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass man als Frau schon eine ganze Menge zu bieten haben muss, wenn man öfters eingeladen werden möchte."

    Ich hoffe, es ist deutlich geworden, wo ich ein mögliches Problem sehe.

    LG Nora

  7. #197
    Zotti

    Gast

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo, irgendwie funktioniert bei mir alles im Moment durcheinander mit meinen technischen Geräten, diesen Text da oben habe ich schon vor längerer Zeit geschrieben,
    ich glaube der war nicht angekommen oder ist er jetzt doppelt?

    Auch mit Telefon und Smart-phone habe ich ständig ein Chaos. Diese blöde Technik.

    Also dann, Gruß Zotti ich habe hier manchmal echt Probleme im Forum wie und wo und was und die Texte verschwinden und tauchen wieder auf.

    Na ja, kann ja auch ganz amüsant sein.


    Ich glaube mein Text war doch da. Bis dann mal

  8. #198
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    @Nora12: Ich habe ein paar Tage über deine Worte nachgedacht. Weißt du, ich fühle mich sehr wohl unter Menschen und blühe in Gesellschaft richtig auf. Andererseits kann ich auch gut alleine zu Hause sein und auch außer Haus alleine etwas unternehmen. Blöd ist es nur, wenn die Pausen zwischen den Treffen mit Leuten sehr lang sind.
    Mir war lange nicht klar, dass es sehr viele oberflächliche Menschen gibt… und zwar nicht nur auf Partys. Wahrscheinlich deshalb, weil ich so lange an mein Elternhaus gebunden war und die Freundschaften meiner Eltern nie oberflächlich waren. Ich habe in meinem Leben nur sehr wenige Personen kennengelernt, die sich wirklich öffnen können/wollen und an ernsthaften Freundschaften interessiert sind. Die Meisten sehen in ihren Kontakten nur nette Begleitungen für gemeinsame Freizeitaktivitäten, damit sie nicht alleine etwas unternehmen müssen oder jemanden haben, mit dem sie sich die Fahr- und Übernachtungskosten teilen können. Deshalb meiden sie längere Telefonate und regelmäßigen Schriftverkehr zwischen den Treffen. Es interessiert sie nicht, was ihre Kontakte außerhalb der Treffen so machen und wie sie wirklich sind.
    Dass ich trotzdem wenigstens ab und zu auf Partys gehen will, liegt einfach daran, dass ein Leben mit wochen- bis monatelangen Phasen ohne Kontakte zu Menschen außerhalb des beruflichen Umfelds einfach nicht mein Fall ist. Ich weiß inzwischen jedoch, wen ich nicht so nah an mich heranlassen möchte und renne nicht mehr so blauäugig in irgendwelche Geschichten rein wie früher.

    @Zotti: Mach´ dir nichts draus, die Technik und ich sind auch nicht gerade die besten Freunde… . Ich besitze nicht mal ein Smartphone, mein Handy benutze ich nur zum Telefonieren und Simsen… und das auch nur selten, weil die meisten Leute in meinem Umfeld damit überfordert sind oder keine Lust drauf haben.

  9. #199
    Zotti

    Gast

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo,
    wißt ihr was, ich stelle mir vor, ein paar hier aus dem Forum würden sich mal an einem bestimmten Ort treffen,
    so wie ein Klassentreffen, bei mir gab es leider nie eines.

    Meine Mutter hat jetzt schon das zweite Klassentreffen gehabt mit über 70 Jahren. Das ist doch lustig oder.

    Ja alle mit denen man hier öfter korrespondiert müßten sich an einem zentralen Ort, der für alle gut erreichbar ist für ein Wochenende
    treffen.

    Viel mir so gerade als Idee ein. Ein Risiko besteht dabei ja auch, so wie manchmal bei Internetbekanntschaften (habe ich nur von gehört),
    sie schreiben sich immer und alles ist in Ordnung und plötzlich steht man sich gegenüber und es ist alles ganz anders und im schlimmsten Fall kann
    es passieren, das man sich dann überhaupt nicht versteht aus welchen Gründen auch immer.

    Trotzdem finde ich das eine gute Idee.

    Gruß Zotti

  10. #200
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo Leute,

    mich würde mal interessieren, ob sich einige hier ein wenig mit Janis Joplin auskennen… also mit ihrem Leben (weniger auf die Musik bezogen). Ich habe mir neulich ein dickes Buch über sie ausgeliehen und beim Lesen immer wieder gewisse Parallelen zu meinem eigenen Leben festgestellt… Wahnsinn.

    Natürlich gibt es auch Unterschiede. Ich bin keine Sängerin noch sonstwie in den Medien bekannt, trinke wenig Alkohol (sie war Alkoholikerin), nehme keine Drogen (Janis starb an einer Überdosis Heroin) und im Gegensatz zu ihr alles andere als sexsüchtig. Trotzdem gibt es gewisse Parallelen, die sich nicht verleugnen lassen. Damit meine ich nicht nur das Gewichtsproblem.

    Janis fühlte sich von ihrer Familie geliebt, aber nicht wirklich verstanden… weil ihre Angehörigen eben anders dachten und fühlten als sie. Genauso ist/war es auch bei mir. Sie empfand ihr Umfeld in ihrer Heimat als total spießig und hatte das Gefühl, nicht in diese Welt gepasst zu haben. Deshalb hatte sie große Sehnsucht nach der Bühne, der zugehörigen Szene und dem ganzen Drumherum. Andererseits war sie selbst in ihren erfolgreichsten Zeiten in der Musikbranche nicht glücklich. Janis sehnte sich nach Liebe, Nähe und Geborgenheit. Sie wünschte sich einen Mann für eine Partnerschaft und gute Freunde, die sie mochten wie sie war. Stattdessen hatte sie das Gefühl, dass Menschen sie nur ausnutzen wollten… so wie ich.

    Als Schülerin/Studentin war Janis lange nur die gute Kumpelfreundin und wurde von Männern kaum beachtet. Erst als sie mit ihrer Stimme bekannter wurde, interessierten sich die Männer mehr für sie. Die Frau war mit zahlreichen Männern (und Frauen) in der Kiste, aber das waren recht oberflächliche Sachen und keine langjährigen Beziehungen. Die Typen wollten mit ihr ins Bett und respektierten sie als Kumpel, aber sie sahen keine Frau fürs Leben in ihr – woher kenn´ ich das nur?

    Freunde hatte Janis immer, aber sie beklagte sich oftmals, dass diese Leute nur zu ihrem eigenen Vorteil mit ihr unterwegs waren und es ihnen gar nicht um sie als Person ging. Darüber habe ich mich auch schon oft genug beschwert, und zwar nicht nur hier im Forum…

    Ich habe die letzten Tage/Wochen sehr viel nachgedacht und möchte mein Leben nicht auf dieselbe Weise kaputt machen wie diese Frau. Ich möchte noch lange leben und glücklich sein. Und ja, ich lebe verdammt gerne. Zu einem glücklichen, erfüllten Leben gehören Ziele, die man sich selbst steckt und die man aus eigener Kraft erreicht. Ich bin eine recht faule Person, die ihre Ziele am liebsten mit dem minimalsten Aufwand oder ohne jegliche Mühe erreichen wollte, wenn es möglich wäre… aber das Leben ist kein Wunschkonzert. Es tut mir gut, dass es beruflich viel besser läuft. Und ich bin total happy, weil ich einige Kilos abgenommen habe… ich will bis Ende April in meine liebsten 2 Paar Jeans passen, die ich seit 7 Jahren nicht mehr tragen konnte. Mal schaun, was ich noch so alles erreichen kann .

    LG
    WeißeRose

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