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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #151
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    So wie ich sehe, verstehst du schon vieles...

    Was du da beschreibst mit diese verhalten ist noch interessant! Bist du viel an menschen geraten die angst von nähe haben? Weil so krass wie du beschreibst, kenne ich wirklich wenig...

    lg

  2. #152
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Um ehrlich zu sein ja, bin ich schon... Du weißt doch, es gibt immer einen Grund, warum man eine bestimmte Menschengruppe anzieht. Und ich hatte jahrelang große Verlustängste.

  3. #153
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Und verlustängsten gehen nicht in eine tag weg... Vielleicht ziehen sich menschen mit verlust ängsten und solche mit angst von nähe und dann gibt es schwierigkeiten, weil eine rasch viel nähe will und der andere angst davon hat...

    Aber nach alles was du mich erzählst hat, scheint es schon mit der zeit viel besser zu sein jetzt!

    lg

  4. #154
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hier bin ich mal wieder. Die letzten beiden Wochenenden war ich auf Festivals unterwegs, und jetzt mache ich erkältungsbedingt eine kleine Verschnaufpause. Nächsten Freitag findet hier in der Nähe ein kleines Konzert statt, das ich besuchen möchte. new-in-town liegt weiterhin auf Eis, da ich mich gerade auf meine Pflichten konzentriere und am Montag einen neuen Arbeitseinsatz anfange, der recht anspruchsvoll wirkt (und weit fahren muss ich auch). Außerdem habe ich grad´ eh keinen Nerv für neue Leute von der nit-Seite, weil es bisher so ziemlich gar nicht gepasst hat.

    Ich hatte auf den letzten Festivals überhaupt keine Probleme und musste mich nicht gegen aufdringliche Männer zur Wehr setzen. Das fand ich natürlich super. Streitereien gab es auch nicht, ich hatte Spaß und fühlte mich wohl. Liegt wohl auch daran, dass ich zwar witzig und schlagfertig drauf war, aber die Menschen nicht mehr so nah an mich herangelassen habe wie früher. Mein bester Freund hat mich vor 1 Woche auf die Veranstaltung von der vorletzten Woche angesprochen. Ihm war aufgefallen, dass es mir echt prima ging und ich so locker war wie schon lange nicht mehr. Ich habe ihm dann erzählt, was ich anders gemacht habe. Daraufhin fragte er: "Aber ist das nicht schade, wenn die Kontakte alle so oberflächlich sind?" Andererseits hat er natürlich Verständnis, dass ich mich besser schützen möchte.

    Außerhalb der Gigs ist es nach wie vor nicht so einfach, den Kontakt mit gewissen Leuten zu pflegen. Meiner Erfahrung nach funktioniert das am Besten, wenn ich hier und da mal ein kleineres Konzert besuche und dort evtl. ein paar Bekannte treffe. Je öfter man sich zufällig sieht und gut miteinander auskommt, umso größer sind die Chancen auf eine konkrete Verabredung. Diese Erfahrung habe ich schon öfters gemacht. Weniger gut kommt es an, wenn man sich nur alle 2-3 Monate sieht und ich dann zwischendurch mal konkret nach einem Treffen frage. Damit hatte ich noch keinen Erfolg. Die Leute gaben mir alle das Gefühl, dass ich aufdringlich war und mich nicht mit mir selbst beschäftigen konnte.

    In Südeuropa sind die Menschen irgendwie lockerer und machen sich nicht so viele Gedanken. Z. B. kenne ich eine Gruppe von Personen, die alle 2-3 Wochen 350 km in eine Richtung mit den Öffentlichen in eine Großstadt fahren, weil sie mit Gleichgesinnten durch die Kneipen ziehen und Konzerte besuchen möchten. Diesen Menschen macht niemand einen Vorwurf, sie wären anhänglich oder aufdringlich und hätten nichts anderes zu tun als ständig so viel Geld und Zeit in die Fahrten zu investieren. Hier in Deutschland würden die meisten Leute denken, dass ich es sehr nötig hätte, wenn ich das so oft machen würde. Schade, aber so ist das Leben... aber mir geht es gut, die nächsten Wochen sind schön verplant .

  5. #155
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.418

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Toll dass es gut geklappt hatte! Ich denke, es ist leider so dass wo du menschen triffst, oberflächigkeit am bestens passt... Dein besten freund hat zwar recht, dass es schade ist, aber eben, die meistens wollen nichts anders und wie du machst ist gut.

    Es gibt viele sachen die ich nicht mache, weil dort eben die menschen oberflächlich bleiben... Es gibt auch kreisen wo mehr tiefe und nähe zu finden ist...

    Sonst denke ich auch dass es eine kulurelle sache ist... Ich arbeit mit andere frauen aus der ganze welt und merke es auch. Eigentlich ist es sehr schön... In viele kulturen sind die leute mehr "anhänglich", suchen wirklich kontakt und sind nicht so auf distanz...

    lg

  6. #156
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 31
    Forum-Beiträge: 63

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Falls Du meinen Text schon gelesen hast - sorry - habe leider erst zu spät gelesen, dass es noch viel mehr Seiten zu lesen gibt werde meinen neuen Text, deinen neuen Erkenntnissen anpassen (habe leider kein Button gesehen, wo man den Text löschen kann- nur bearbeiten)
    Geändert von Loana ( 4.05.2013 um 17:42 Uhr)

  7. #157
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Vor ein paar Tagen habe ich im Supermarkt einen Bekannten getroffen, der hier im Umkreis wohnt. Er nahm mich zur Begrüßung in den Arm und meinte, er hätte mich neulich auf dem Festival hier in meinem Wohnort vermisst. Ich war am besagten WE mit meinem besten Freund im Ausland und bereue das absolut nicht. Trotzdem frage ich mich, warum dieser Mann unbedingt den Grund für meine Abwesenheit wissen wollte und mich vermisst hat. Ich kenne ihn seit über 10 Jahren, aber wir haben uns immer nur zufällig getroffen und waren noch nie konkret verabredet.

    Mir ist es ein Rätsel, wieso manche Leute immer mal wieder sagen, dass sie mich gerne öfter sehen würden und wir unbedingt mal etwas ausmachen sollten, aber mir keine konkreten Vorschläge machen. Und wenn ich dann etwas vorschlage, gehen sie nicht drauf ein. Ich seh´ das nicht so eng, wenn das fremde Leute sind, die ich irgendwo mal getroffen und mich dann recht gut mit ihnen unterhalten habe. Das ist ganz normal, wenn die Menschen dann sagen: "Wir bleiben in Kontakt" und sich dann nicht mehr melden... man ist sich schließlich fremd und weiß nicht, ob man sich jemals wieder sieht. Aber ich kann es definitiv nicht nachvollziehen, wenn ich die Leute seit Jahren kenne, wir uns schon öfters zufällig gesehen und viele tolle Erlebnisse miteinander geteilt haben. In solchen Fällen gehe ich davon aus, dass ein geäußerter Wunsch nach einem weiteren Kontakt ernst gemeint ist... v. a. wenn diese Personen sich z. B. darüber beklagen, dass ich meinem besten Freund zu viel Aufmerksamkeit schenke und sie zu wenig beachte. Gehe ich dann auf sie ein, werde ich ignoriert. Was soll das?

    Wie gut, dass mein neuer Job mich wirklich fordert und ich aufgrund meiner Arbeitszeiten nicht mehr viel Zeit für soziale Kontakte habe...

  8. #158
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 546

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo weiße Rose und alle anderen,

    ich hoffe du verzeihst mir wenn ich nicht die ganze Dikussion gelesen habe - er ist schon wirklich ziemlich lang... Aber ich denke dass ich das Grundproblem verstanden habe. Ich möchte daher auch meine Erfahrungen und Gedanken zu dem Thema soziale Kontakte zusammenfassen:

    Ich bin wirklich nicht so der Party- und Festival-Mensch. Damals in der Schulzeit konnte ich mir sowas nicht leisten (hatte nur 50 Euro Taschengeld im Monat und das hab ich lieber für Süßkram und Bücher ausgegeben) und jetzt vermiss ich das auch nicht mehr. Ich hatte früher eine eher ruppige, vorwegstürmende Art und inzwischen bin ich eher zurückhaltend und schüchtern - fremde Leute machen mir bisweilen auch etwas Angst - erst wenn ich aufgetaut bin werde ich zugänglicher - aber da ist der erste Eindruck meistens schon im Eimer. Sagen wir mal so, ich bin nicht hässlich oder so, aber ich halte nichts von Schmike, Nagellack, hippen Klamotten und co. Ich hasse dieses Schicki-Micki Zeug. Und das kommt halt meistens - bei beiden Geschlechtern - nicht gut an.
    Auch fand ich dieses Party-Volk auch immer zu oberflächlich. Küsschen hier, umarmen dort, *kreisch, kicher* Du musst immer schauen und arbeiten, dass du nicht aus dem Gespräch kommst und wenn du nur ein neues Top anhast. Oh mein Gott, das war mir immer schon zu viel. Ich hasse dieses dauernde Umarmerei. Bei einigen mache ichs oder würde es mir wünschen, aber das sind nur ganz streng ausgewählte Personen. Sonst überfordert mich das total: "Wen hatte ich jetzt noch nicht? Nicht dass ich einen vergess und der dann beleidigt ist!" Es ist alles so anstengend.

    Was sich quer durch mein Leben gezogen hat, war das "ersetzt" werden. Ich nenne das so, weils auch wirklich so war. Ich habe öffters mal auch mit den richtig coolen, beliebten in meiner Klasse gesprochen - ABER nur wenn wir alleine waren. Kaum war irgendjemand anders in der Nähe, wurde ich im besten Falle ignoriert. Im schlimmsten Falle sogar irgendwie beleidigt oder angegriffen. "Wenn kein anderer da ist, dann ist Susilein ganz recht. Aber zusammen sollte uns besser keiner sehen" Da versteht man als kleines Würmchen die Welt nicht mehr. Irgendwann habe ich mich daran gewöhnt, die Zweisamkeit genossen und mich dann, wenn andere im Anmarsch waren schnell verdrückt.
    Auch war es mal ganz schlimm als ich mit meinem Vater mit dem Rad gefahren bin. Ich war vielleicht 10 Jahre alt, da sahen wir meine Klassenkameradinen, mit denen ich sonst immer auf dem Schulhof fangen gespielt habe, eine Schnitzeljagd im Wald machen. Eine hatte unter der Woche Geburtstag gehabt. Alle Mädchen waren eingeladen - außer mir. Das war nicht schön und ich musste dann weinen. Mein Vater tröstete mich und sagte: "Vergiss die anderen, was zählt ist die Familie. Alle gehen mal weg, keiner bleibt für immer dein Freund, du gehts mit jedem nur ein kleines Stück - was bleibt sind nur deine Wurzeln, also die Familie" Zwischen mir und meinen Eltern gab es öffters Krach, wir fanden uns gegenseitg oft ziemlich ätzend, aber mein Vater hat so recht. Das verstehe ich aber erst jetzt so langsam.

    Wie du siehst wollten mit mir auch nicht viele Leute was unternehmen. Ich hatte scheinbar ein schlechtes Image. Aber inzwischen bin ich der Meinung dass es einfach daran lag, dass ich anders war wie sie. Meine Interessen waren eher Hunde gassiführen, im Wald Lager bauen, auf Bäume klettern oder einfach mit dem Rad in der Gegend rumfahren. In meiner Jugend hatte ich eigentlich nur eine feste Freundin. Sie war sehr aufgedreht und hatte echt nur Blödsinn im Kopf - im Nachhinein kein guter Umgang, aber ich war froh überhaupt jemanden zu haben der mich anruft und fragt ob ich was machen will. Zwar hatte ich noch die ein oder andere "Freundin" aber die haben mich irgendwann aber alle ersetzt. Als ich von der Hauptschule auf die Realschule gegangen bin hat sich die eine total zurückgezogen. Das hat mich sehr verletzt. Was haben wir zusammen geheult als ich den Brief bekommen hab, dass ich die Aufnahmeprüfung bestanden habe. "Wir bleiben immer beste Freundinen, ganz fest versprochen. Wir telefonieren jeden Tag und sehen uns ganz oft. Und wenn wir groß sind ziehen wir in eine WG!" *heul, schluchtz, rotz* Im Oktober schon (bei uns in Bayern fängt das neue Schuljahr Mitte September an) hat sie mich ständig mit Ausreden ("Ich muss lernen", "Wir fahren zum Frisör" usw.) abgewimmelt. Irgendwann hab ich dann nicht mehr angerufen weil ich verstanden habe. Sie saß im neuen Schuljahr logischerweise neben einem anderen Mädchen und die war ihre neue beste Freundin. Die ist mit ihr shoppen, bummeln und eisessen gegangen - fand sie scheinbar besser.

    So ab 16 habe ich mich auch immer an irgendwelche Leute krampfhaft drangeklammert und wollte unbedingt dazugehören. Da ich mich mit einer aus meiner Klasse ganz gut verstand, haben sie mich auch öffters mal mitgenommen. Aber ich war trotzdem immer irgendwie außen vor - stand am Rand, die anderen haben den Standort gewechselt als ich aufm Klo war und alles solche Scherze. Ich hab mir einfach immer eingeredet dass die das nicht mit Absicht machen - keine Ahnung. Als ich dann auf die FOS bin ist der Kontakt relativ schnell abgebrochen.

    Auch ich habe schon oft Leute kennengelernt die gesagt haben "Ja, lass uns mal was zusammen machen" aber draus geworden ist nie was. Wir haben Mail-Adressen und Handynummern ausgetauscht. Ich hab auch hin und da mal geschrieben aber es kam entweder gar nichts zurück oder dann ein sehr verzögertes "Ach hallo, ja wir sollten uns wieder mal sehen..." Auch mein einer Arbeitskollege, mit dem ich ein sehr vertrautes Verhältniss haben, hat immer solche Sprüche abgelassen "Lass uns mal zusammen radeln, in den Hochseilgarten, Schlauchbootfahren usw." Es ist nie was geworden, auch als ich ihn drauf angesprochen habe, hat ers einfach übergangen. Ich hatte die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben, das Eis ist erst übers Klettern gebrochen - er wollte es unbedingt lernen und wir konnten es... naja, hat zwar gut 3 Jahre gedauert, aber so ist es auch ok.

    Kurz vor dem Studium habe ich dann meinen jetztigen Freund (definitiv kein AD(H)S) kennengelernt, das ist jetzt fast 8 Jahre her. Es war/ist nicht immer einfach. Aber wie lieben uns - endlich eine Konstante in meinem Leben außer meinen Eltern. Zwar habe ich auch hier immer noch Angst ersetzt zu werden, aber ich versuche nicht dran zu denken. Er ist auch nicht so der Partygänger und auch eher auf seine Familie fixiert. Das ist gut, da wir uns da nicht ins Gehege kommen.

    Das Studium habe ich zusammen mit einer angefangen die ich aus der FOS kannte. Die ist dann aber im 2. Semster wegen Phsyik hängengeblieben. Einmal waren wir noch bei ihr, dann ist sie komplett von der Bildfläche verschwunden. Loki-Account gellöscht, Handy-Nr. und E-Mail gabs nicht mehr, FB hab ich sie nicht gefunden. Adresse wusste ich nicht mehr... keine Ahnung wo die abgeblieben ist, sehr schade, denn sie war echt nett. Im 4. Semster habe ich dann eine andere kennengelernt die auch sehr nett ist, über die bin ich in meinen Aktuellen Freundeskreis reingerutscht.

    Dieser ist inzwischen relativ stabil, aber mit dem machen wir nicht mehr viel. Das war immer so kompiziert. Kaum dachte man ein Termin ist ausgemacht, konnte einer schon weider nicht und war dann evtl. noch beleidigt wenn die anderen 5 auf ihn keine Rücksicht genommen haben. Ich habe festgestellt, dass ich unglücklich bin wenn ich keine Freunde haben, habe ich dann welche, dann bin ich von den dauernden Anfragen "Machen wir dies, machen wir das?" genervt. Ich habe einen stressigen Job und brauche das Wochenende und die Abende einfach zum Erholen.

    Auch heute muss ich mich immer noch rechtfertigen warum ich bestimmte Dinge auf eine bestimmte Weise tue. Ständig muss ich mich rechtfertigen warum ich oft eine Mütze trage - ich bekomme halt nun mal leicht Kopfschmerzen. Auch bin ich ein Wenigesser. Im Restaurant schaffe ich nie eine ganze Pizza, uns lass mir dann den Rest meistens einpacken - kommt auch nicht immer gut an. Auch habe ich keine Handtasche sondern trage meine Dinge des täglichen Gebrauchs in einem Rucksack mit mir rum - ich will die Hände frei haben. Ich trage auch immer Schuhe von der gleichen Marke. Die passen, sind nicht zu teuer und schauen (finde ICH!) gut aus. Es gäbe noch viele Beispiele, aber ich bin eh schon wieder so lang geworden - aber das musste jetzt einfach mal "zu Papier" gebracht werden.

    Ich denke einfach dass ich aufgrund meines doch sehr eigenwilligen Auftretens Probleme habe andere Leute an mich zu binden. Ich habe einen sehr speziellen Humor den nicht jeder versteht bzw. evtl. auch abstoßend findet. Ich passe einfach nicht in das Raster das von der heutigen Gesellschaft vorgegeben ist. Das Raster ist sehr eng, und besteht aus vielen einzelnen Punkten und mit jedem Punkt den du nicht erfüllst rutschst du eine Ebene weiter raus. Je eigenwilliger du bist desto weiter stehst du am Rand. Wie oben schon geschrieben - der erste Eindruck ist leider der wichtigste und es ist schwierig einmal als "komisch" abgestempelt, angenommen zu werden. Andererseits möchte ich auch gar nicht mehr in dieses Raster passen, es ist zu stressig, oberflächlich und verlogen. Du musst teilweise lügen nur damit dich die anderen mögen. Das ist zum Kotzen! Entweder die nehmen mit so wie ich bin oder die können mich mal!!!

    Das hat erst alles einen Sinn ergeben, seit ich von ADS und seinen Symthomen weiß. Ich weiß nun dass ich nicht selbst dran Schuld bin. Ich kann einfach nicht anders, muss mich damit abfinden und das beste draus machen, alles andere verursacht bei mir Stress. Auch der Familen-Satz von meinem Vater hilft mir, denn er stimmt. Ich habe eigentlich nur einen richtig guten besten Freund, den kenn ich jetzt seit fast 10 Jahren und der Kontakt war nie ganz weg. Zur Zeit sehen wir uns leider nur selten weil er sehr viel arbeiten muss - aber das ist normal, ich mach mir da keine Gedanken mehr. Meine Eltern sind auch nicht so kontaktfreudig haben nur eine begrenzte Zahl von Freunden und die leben auch noch. Ich mach mir da keine Gedanken mehr weil ichs einfach leid bin über etwas nachzugrübeln was sich eh nicht mehr ändern lässt - wie schon gesagt, ich versuch das beste draus zu machen und wenn es nicht sein soll dann solls halt einfach nicht.

    Wie würde Forrest Gump sagen:
    "Das ist alles was ich dazu sagen kann!"

    In diesem Sinne
    Einen schönen Tag noch
    Susilein

  9. #159
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo Susilein,

    ich finde deinen Beitrag interessant und finde du hast auf jeden Fall Recht, dass Menschen schneller in die Außenseiterposition rutschen, wenn sie sich nicht dem Mainstream anpassen. Was du so alles erlebt hast, kenne ich auch - wenn auch nicht immer in der gleichen Form. Obwohl ich schon immer gerne Partys gefeiert habe und nicht der Meinung bin, dass Partymenschen generell sehr oberflächlich sind, wurde ich in meiner Schulzeit und auch später nur selten eingeladen.

    Auch ich bin alles andere als eine typische Frau. Zwar kleide ich mich manchmal gerne ein wenig ausgefallener und schminke mich auch immer fürs Weggehen (aber nicht so stark), aber es ist mir bei weitem nicht so wichtig wie anderen Frauen. Hauptsache ich fühl´ mich wohl, das ist meine Einstellung. Ich habe keine Ahnung, welches Parfüm besonders wertvoll ist und kenne mich absolut nicht aus, wenn es um Handtaschen-Marken geht. Ich gebe weitaus mehr Geld für andere Dinge aus, z. B. Reisen, Tonträger, Bücher, etc. Shopping-Touren und Tupper-Partys interessieren mich null. Das sind mit Sicherheit einige Gründe, warum ich noch nie viele Freundinnen hatte und mein Bekanntenkreis schon immer überwiegend aus Männern bestand.

    In dieser Szene, die ich hier schon mehrmals erwähnt habe, gibt es viele Menschen, die "anders" sind als andere und in ihrem Leben ganz ähnliche Probleme haben/hatten wie ich. Trotzdem habe ich außerhalb der Standard-Events mit nur ganz wenigen Leuten Kontakt, obwohl die Stimmung bei den Treffen meistens klasse ist und die Leute dort im Großen und Ganzen super miteinander auskommen. Rund 95% (oder vielleicht sogar etwas mehr) der Personen in der Szene sind männlich. Viele Männer führen prinzipiell keine Freundschaften mit Frauen. Eine Bekannte von mir hat da mehr Glück, aber auch nur oberflächlich gesehen. Die ganzen Männer melden sich bei ihr, weil sie hoffen, bei ihr landen zu können. Sie ist für viele Männer eine Beziehungskandidatin, denn sie ist viel jünger als ich und sieht gut aus. Aber auch sie wurde schon häufig enttäuscht. Es ist ihr schon mehrmals passiert, dass irgendwelche Männer eine Beziehung mit ihr führen wollten und sie dann im Laufe der Zeit gemerkt hat, dass es den Kerlen nur um den Sex und die Prahlerei vor den Kumpels ging. Ihre Persönlichkeit war den Typen wurscht, sie wollten gar nicht wissen, wie sie ihren Alltag lebte. Und dann gibt es noch diese Männer, die ein Interesse an einer platonischen Freundschaft mit ihr zeigen, aber in Wirklichkeit "mehr" wollen und sich dann gar nicht mehr bemühen, die Frau als Menschen kennenzulernen, wenn sie merken dass es definitiv keine Chance auf "mehr" gibt.

    Wenn du als Frau nicht massenkompatibel bist, hast du es noch schwerer in der Gesellschaft wie als Mann *find*. Männer mit außergewöhnlichen Interessen findet man immer mal wieder, Frauen eher selten.

    LG
    WeißeRose

  10. #160
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo zusammen. Die sozialen Kontakte sind auch für mich immer ein großes Problem gewesen. Da ich aber online zu Hause bin, habe ich mal ein soziales Selbsthilfe-Netzwerk aufgebaut. Hier kann man Mit-AD(H)Sler per Krankheitsfilter finden und such jederzeit austauschen. Das ganze auch Live mithilfe des Chats. Wenn ihr Lust habt, kommt mal vorbei. www.101patienten.de. Ansonsten sehen wir uns hier sicher auch wieder. Habt einen schönen Abend.
    Geändert von donQuichote (15.05.2013 um 21:56 Uhr)

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