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Diskutiere im Thema Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #111
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.429

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Da ich nicht so viel zeit auf alles zu reagieren, reagiere ich mal auf deine letzte beitrag: genau so was, immer da sein, mögen viele männern nicht und fühlen sich erdrückt... Eine freundin von mich hat mich gesagt, dass wenn wir als frau immer zu verfügung stehen, dass wir dann irgendeinmal zu die möbel gehören und nicht mehr "interessant" sind. Also, ein kumpel bist in die nacht hinein zu trésten würde ich vielleicht nicht oft machen! Da hast du vielleicht zu viel gemacht und eine grenze setzen wie "um 22h hören wir auf und machen eine neue termin ab" nicht schlecht.

    Et geht dich scheinbar aus der weg, weil du zu viel für ihm da war...

    lg

  2. #112
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo mj71,

    ich war nicht immer verfügbar. Normalerweise chatte ich alle 2-3 Wochen mal etwas länger mit diesem Kumpel. Als er Liebeskummer hatte, gab es Phasen, in denen ich ca. 2x pro Woche mit ihm geredet habe. Er war umgekehrt ebenso für mich da, als es mir schlecht ging - das war schon ausgeglichen. Manchmal wurden die Gespräche von ihm beendet, manchmal von mir. Und wenn ich sehr müde bin, fallen mir automatisch die Augen zu, da könnte ich kein Chatgespräch stundenlang in die Länge ziehen... selbst wenn ich wollte. Ich würde auch niemals ein Treffen im RL absagen, weil ich gerade in einem interessanten Chatgespräch bin. Die Realität hat bei mir immer Vorrang .

    Nö, dieser Mann gehört zu den Menschen, die keine Beziehung oder Freundschaft ohne Drama führen können. In der Beziehung zu seiner Freundin und in seinen Männerfreundschaften läuft es nicht anders. Ich mag es lieber harmonisch und brauche kein Drama in zwischenmenschlichen Beziehungen. Ich habe mich lange gefragt, warum es im Umgang mit einigen Personen immer wieder zum Streit kam, obwohl ich mich in ihrer Gegenwart nicht anders verhalten habe als im Umgang mit meinen besten Freunden. Meine Freunde sind wohl auch deshalb meine Freunde, weil sie ein ähnliches Bedürfnis nach Harmonie haben wie ich. Und dann gibt es Menschen, die sich nach einer harmonischen Phase auf einmal langweilen und ganz bewusst Streit anfangen, obwohl es keinen Anlass dazu gibt - weil sie das brauchen, um der Langweile zu entgehen. Diese Leute halten längere Harmoniephasen schlecht aus und entwerten/erniedrigen dann ihre Partner/Freunde, damit wieder ordentlich Feuer in die Sache kommt und ihr eigenes Interesse nicht erlischt.

    Natürlich habe ich mich gefragt, warum gerade ich immer wieder solche Menschen anziehe. Dabei ist mir aufgefallen, dass es in der Ehe meiner Eltern auch viel Drama gab. Sie haben sich laut eigener Aussage sehr geliebt, niemals an eine Trennung gedacht und waren bis zum Tod meines Vaters jahrelang glücklich miteinander verheiratet - zumindest ihrer eigenen Ansicht nach. Ihre Ehe war jedoch alles andere als harmonisch. Fremdgehen und körperliche Gewalt spielten zwar keine Rolle, aber es gab eine Menge verbaler Gewalt in Form von Wutausbrüchen, Kraftausdrücken und stundenlangen Schimpftiraden. Ich erinnere mich an eine Phase aus meiner Kindheit, als ich froh war, wenn der Sonntag zu Ende ging und ich am Montag wieder in die Schule gehen konnte. Mein Vater arbeitete Montag bis Samstag in Vollzeit, meine Mutter Montag bis Freitag in Teilzeit. Sonntags waren beide Elternteile zu Hause, und schon am Frühstückstisch ging das Gebrülle los und dauerte manchmal bis in die Abendstunden. Sonntage waren damals der Horror für mich. Dann gab es Phasen, in denen sie sich 4-5x pro Woche nach Feierabend lautstark gestritten haben und man sie noch 2-3 Straßen weiter brüllen gehört hat. Ich habe zahlreiche Klassenarbeiten in der Schule in den Sand gesetzt, weil ich mich zu Hause wegen der lauten Streitereien nicht aufs Lernen konzentrieren konnte und total unvorbereitet in die Prüfungen ging. Unsere Mietwohnung war nicht groß, ich konnte es nicht überhören. Wenn ich sie im ruhigen und höflichen Ton bat, etwas leiser zu sein, wurde ich in den Streit einbezogen und ebenfalls stundenlang angebrüllt.

    Mich hat die Situation bei uns zu Hause schon arg belastet, weil ich selten meine Ruhe hatte. Es gibt Menschen, die denken schon nach 1-2 so heftigen Streitereien ernsthaft an eine Trennung vom Partner. Meine Eltern haben das 35 Jahre lang durchgezogen und waren glücklich damit. Wenn es mal Zoff mit einer harmonischen Person aus meinem Freundeskreis gibt - was wirklich nur sehr selten passiert - dann ist das nie geplant und entwickelt sich spontan aus einer Situation heraus. Bei meinen Eltern hatte ich ebenso wie bei diversen Leuten aus meinem flüchtigen Bekanntenkreis das Gefühl, dass sie manchmal absichtlich Streit provoziert haben... aus purer Langeweile. Sie haben das in ihrer Ehe gebraucht und fanden es scheinbar auch ganz normal... sie konnten es z. B. nie verstehen, wenn irgendwelche Paare sich getrennt haben, nur weil es mal einige Monate oder über ein Jahr nicht mehr so gut lief. Sie haben ja schließlich viel mehr Zoff gehabt und sind trotzdem zusammen geblieben. Gut möglich, dass sich solche Männer auch deshalb an mich hängen... wobei ich harmonische Männer aber nicht langweilig finde und sehr gerne einem Mann eine Chance auf eine Partnerschaft geben würde, der es genauso harmonisch mag wie ich. Nur war ich für solche Männer immer nur eine platonische Freundin. Diejenigen Männer, die mich als Frau interessant gefunden haben, waren alle so ähnlich drauf wie meine Eltern... mal haben sie mich wie eine Prinzessin behandelt, mal waren sie total herablassend - der klassische Wechsel zwischen Idealisierung und Entwertung. Ich habe allerdings ein Problem damit, mich von einem geliebten Menschen entwerten zu lassen. Ich bin sehr sensibel, mich verletzt das total. Darauf kann ich in einer Beziehung gut verzichten.

    LG
    WeißeRose

  3. #113
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.429

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Ich verstehe schon dass du keine beziehung führen will wie die ehe deine eltern... Kann sein dass so etwas doch merh macht auf dich, dein leben und deine schwierigkeiten mit männer hat als was dich lieb ist?

    Ich habe manchmal gehért und auch die erfahrung gemacht, dass genau was man füchtet oft irgendwie passiert bis man eine gesunde umgang damit findet... Mein vater hat zum beispiel mich oft beschimpft für nichts und so was passiert auch mit mein partner. Aber es war mich bewusst dass ich dort etwas zu lernen habe und kann damit besser umgehen mit der zeit. Mit mein vater wehre ich mich so gut dass er sehr rasch aufhört damit und wenn mein freund dort anffängt, kann ich mich auch gut wehren, damit er schnell aufhört. Nicht perfekt, aber immer besser. Ich lerne auch trotzt der angst von konflikten auszusprechen was zu sprechen gibt und nicht warten bis meine ärger zu gross wird. Als kind, hatte ich viel geschluckt aus angst von konflikten.

    Sich von altes zu lösebn ist oft mühselig. Ich sehe um mich wie auch menschen die lange an ihnen arbeitet, noch zu kämpfen haben, auch wenn es doch langsam immer besser geht. Also, keine ungeduld dabei, es kann zeit brauchen!

    Eine ehe wie bei deine eltern ist sicher nicht lustig und nicht nötig. Aber leider hatten sie keine andere weg gesehen mit ihre konflikten umzugehen. Warhscheinlich hast du bei ihnen auch keine gute weg gelernt. Denoch, gehören konfliten auch zu beziehungen, aber können sicher viel harmonischer gelöst werden als bei deine eltern, nun muss es auch manchmal gelernt werden.

    Meine eltern haben wenig gestritten, aber ihre konflikten denoch gelöst. Sie haben immer noch eine tolle beziehung. Vielleicht ist der grund wieso ich nicht so schnell aufgebe: Ich habe als kind gesehen dass es möglich ist und will so was auch erreichen!

    lg

  4. #114
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo mj71,

    wenn ich mich verliebt habe, dachte ich nie es könnte so laufen wie bei meinen Eltern... absolut nicht. Mein Vater lebt seit einigen Jahren nicht mehr, und mit meiner Mutter verstehe ich mich seit 2,5 Jahren bestens. Sie erniedrigt mich nicht mehr mit Worten wie früher, und ich besuche sie immer wieder gerne.

    Ich habe auch kein Problem mit Konflikten in zwischenmenschlichen Beziehungen. Das ist ganz natürlich, wir können nicht immer einer Meinung sein. Auch mit meinen besten Freunden gab es schon Konflikte. Der Unterschied liegt darin, dass wir uns einfach nur gestritten haben, weil wir verschiedene Ansichten zu gewissen Themen hatten. In meinen früheren Partnerschaften und im Umgang mit Freunden, von denen ich mich inzwischen gelöst wäre, lief es anders. Was mich so belastet, ist der Hass und die Verachtung, die mir diese Menschen entgegengebracht haben. Selbst wenn ich mich frühzeitig wehre, kann ich das nicht vergessen... v. a. dann nicht, wenn es immer mal wieder passiert. Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Partner auf einmal ein hasserfülltes Gesicht zieht und zu dir sagt: "Kein Wunder, so dumm und peinlich wie du bist..." Streit/Konflikte und Erniedrigungen sind für mich zwei ganz unterschiedliche Dinge. Ersteres kann man lösen, aber die Entwertung meiner eigenen Person ist etwas, womit ich auf die Dauer nicht umgehen kann.

    Von einem Partner oder gutem Freund erwarte ich Respekt. Und wer mich entwertet, der respektiert mich nicht. Da ist bei mir sofort der Ofen aus. Es ist traurig, wenn du glaubst dein Partner würde dich respektieren und dann auf einmal bringt er so eine abwertende Bemerkung und blickt dich dabei voller Hass an... könntest du längere Zeit mit so einem Menschen befreundet oder gar zusammen sein? Früher dachte ich, das liege an mir und meinem Verhalten... ich glaubte die Leute würden sich ändern, wenn ich mein Verhalten umstelle. Jetzt wo ich erlebe, dass ich selbst in ruhigen Phasen ohne jegliche Aktivität meinerseits einfach so aus dem Nichts entwertet werde, weiß ich es ist nicht immer alles meine Schuld.

    LG
    WeißeRose

  5. #115
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.429

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Klar, solche sachen die du erlebst hast sind schlimm, aber dich rechtfertigen dafür muss du nicht. Erniedrigungen sind echt schlimm! Ich kenne es auch, aus mein leben und daraus zu kommen und sich wirklich wirkungsvoll zu schützen ist auch so eine sache. Ich hatte auch lange gedacht, es lag an mich, aber heute weiss ich dass keine meine macken so etwas rechtfertigen und wer so was sagt ist dumm. Aber es tut mich trotzdem weh wenn es passiert. meine partner neigt manchmal auch dazu, aber immer weniger, da ich mich gut wehren kann. Ich habe ein freundin, die macht es auch ein bisschen, aber auf eine sehr subtile art und lerne auch mich zu wehren. Je mehr ich weiss dass ich ok bin wie ich bin, mich dafür nicht schäme, je besser kann ich mich wehren wenn jemand mich abwertet.

    Wenn mein freund diese spruch sagen würde, könnte ich gut ihm lächeln anzuschauen und fragen. "Ich dumm und peinlich? Nö, nicht mehr als du". Früher war ich am boden gestört für so was, jetzt schon verletzt, aber weiss dass es nicht stimmt und dass der andere spinnt!

    Ich denke, auch, je mehr selbstsicherheit du aufbaust, je weniger werden leute dich abwerten... Wenn du weisst, du kannst dich da gut wehren und lässt es nicht zu, spürt es deine umfeld und probiert nicht einmal zu machen...

    lg

  6. #116
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo mj71,

    ich freue mich, dass du dich mit meinem Thema beschäftigst und mir immer wieder nett antwortest. Aber ich möchte dich bitten, den folgenden Satz nicht mehr zu schreiben:

    mj71 schreibt:
    Klar, solche sachen die du erlebst hast sind schlimm, aber dich rechtfertigen dafür muss du nicht.
    Ganz im Ernst, wenn es einen Satz gibt, den ich im Internet nicht mehr lesen kann, dann ist das dieser.... du hast mir gleich am Anfang deines vorletzten Beitrags eine Frage gestellt, und ich habe sie beantwortet. Das bedeutet nicht, dass ich mich rechtfertige im Sinne von "mich selbst erniedrigen". Das möchte ich ein- für allemal - also generell hier im Forum - klarstellen. Ich bin ein wertvoller Mensch und mache mich für nichts und niemanden klein.


    mj71 schreibt:
    meine partner neigt manchmal auch dazu, aber immer weniger, da ich mich gut wehren kann. Ich habe ein freundin, die macht es auch ein bisschen, aber auf eine sehr subtile art und lerne auch mich zu wehren. Je mehr ich weiss dass ich ok bin wie ich bin, mich dafür nicht schäme, je besser kann ich mich wehren wenn jemand mich abwertet.
    Wenn flüchtige Bekannte oder nicht ganz so enge Freunde mich entwerten, ziehe ich mich zurück und breche den Kontakt ab. Schwieriger wird es, wenn mir diese Person bereits ans Herz gewachsen ist. Ich bin der Meinung, dass so etwas innerhalb der Familie, Partnerschaft und engeren Freundschaften ein No-Go ist. Dass deine Freundin das sehr subtil macht, glaube ich dir aufs Wort. Die meisten Leute machen das - v. a. ganz am Anfang - sehr subtil. Ich kann mir auch vorstellen, wie du dich im ersten Moment gefühlt hast.... wahrscheinlich hast du genauso wie ich gedacht: "Das kann doch nicht wahr sein... der Mann, den ich liebe, der macht das nicht. Und eine richtige Freundin auch nicht. Das bilde ich mir bestimmt nur ein. Das war mit Sicherheit ein Scherz und nicht so gemeint." Habe ich Recht?

    So zumindest ging es mir, wenn mich nahestehende Menschen wie aus dem Nichts mit Worten erniedrigt haben. Als kleines Mädchen konnte ich nicht glauben, dass meine eigene Großmutter (sie war die Erste) das so gemeint hat und schob es später auf ihren Alkoholismus. Später waren es dann meine Eltern... ich hielt sie für schwierig und dachte, sie waren einfach überfordert. Dann passierte es mir mit Freundinnen, Kumpels und Männern in der Partnerschaft. Ich bin im ersten Moment in eine Art Schockstarre verfallen und konnte nicht glauben, dass ausgerechnet die Menschen, die mir ganz besonders ans Herz gewachsen waren, so etwas tun konnten. Doch anstatt rechtzeitig die Grenzen zu setzen suchte ich typisch die Schuld bei mir selbst und redete mir ein, es sei alles nicht so schlimm, ich wäre überempfindlich, die Leute hätten es scherzhaft gemeint... mit diesen verborgenen spitzen Bemerkungen haben sie mich dazu gebracht, dass ich manchmal an meiner eigenen Wahrnehmung und meinem Verstand gezweifelt habe.


    mj71 schreibt:
    Wenn mein freund diese spruch sagen würde, könnte ich gut ihm lächeln anzuschauen und fragen. "Ich dumm und peinlich? Nö, nicht mehr als du". Früher war ich am boden gestört für so was, jetzt schon verletzt, aber weiss dass es nicht stimmt und dass der andere spinnt!
    Ich weiß auch, dass ich weder dumm noch peinlich bin und dass ich mir auch andere sarkastische Bemerkungen dieser Art nicht zu Herzen nehmen muss. Aber tolerieren muss ich sie auch nicht. Verbale Erniedrigungen gehören weder in eine Beziehung noch in eine Freundschaft. Und deshalb gilt: Wer mich mit Worten abwertet, der wird aus meinem Leben verbannt. Gerade eben habe ich den "Kumpel" in den Wind geschossen, der sich kurz vor Silvester diese Unverschämtheit bei mir erlaubt hat.


    mj71 schreibt:
    Ich denke, auch, je mehr selbstsicherheit du aufbaust, je weniger werden leute dich abwerten... Wenn du weisst, du kannst dich da gut wehren und lässt es nicht zu, spürt es deine umfeld und probiert nicht einmal zu machen...
    Mein Problem war lange Zeit meine Gutmütigkeit bzw. der Glaube an das Gute im Menschen. Ich habe sehr hohe moralische Wertvorstellungen. Und sobald meine Mitmenschen das gerafft haben, fangen viele an zu testen, wie weit sie bei mir gehen können. Es muss schon eine Menge passieren, bis ich jemanden für immer aus meinem Leben streiche. Ich habe schon mehrmals Kontakte abgebrochen und war dann trotzdem nett zu den Leuten, habe ihnen zugehört, usw., wenn wir uns nach einer längeren Zeit mal zufällig irgendwo gesehen haben. Und zwar deshalb, weil meine Wunden nach einer gewissen Zeit heilen und es mir dann nicht mehr weh tut, sie zu sehen. Die Leute denken aber wahrscheinlich ich sei so dumm und könne nicht ohne sie leben.

    Viele Menschen in meinem Umfeld waren betrunken, als sie mich abgewertet haben. Würdest du so etwas als Ausrede gelten lassen? Ich war oft genug so blöd und habe es auf den Alkohol geschoben. Später hat sich dann herausgestellt, dass diese Leute - meistens Männer - auch im nüchternen Zustand keinen großen Respekt mehr vor mir hatten und sich immer mehr bei mir herausgenommen haben. Seit einigen Jahren lasse ich mir nicht mehr alles gefallen und breche auch Kontakte ab. Nur manchmal dauert es ganz schön lange bis ich merke, dass jemand mich nicht respektiert und schlecht behandelt... oft ist mir das ewig lange überhaupt nicht bewusst, und ich bin dann völlig geschockt, wenn ich es kapiert habe.

    Meine Sehnsucht nach Freundschaft und Liebe war manchmal so groß, dass ich meinen Verstand ausgeschaltet habe und nicht wahrhaben wollte, was da um mich herum geschah. Und jetzt bekomme ich die Quittung dafür .

    Traurige Grüße
    WeißeRose

  7. #117
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.429

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Entschuldigung wenn ich da ungeschickt war. Willst du wissen wieso ich einiges es als rechtfertigung empfunden hatte? Eigentlich war der satz von mich wirklich sehr nett gemeint in der sinn: "So wie du fühlst, wie du bist und wie du handelst ist total ok und rechenschaft bei mich muss du nicht ablegen" Dabei ist sogar auch der botschaft: "Auch wenn ich anders mache oder fühle, respektiere ich deine art". Aber ich kann darauf achten anders zu formulieren... So lange dass ich nicht wieder vergesse.

    Es gibt auch immer wieder sachen die ich in deine beiträgen zwischen die zeilen irgendwie spüre und nicht im wort fassen kann. Aber da kommt es deutlicher und daher kann ich dich darauf ansprechen. Es ist nur meine wahrnehmung und du tust selber sortieren was dich etwas bringt und der rest kannst du vergessen.

    Ich kann mir auch vorstellen, wie du dich im ersten Moment gefühlt hast.... wahrscheinlich hast du genauso wie ich gedacht: "Das kann doch nicht wahr sein... der Mann, den ich liebe, der macht das nicht. Und eine richtige Freundin auch nicht. Das bilde ich mir bestimmt nur ein. Das war mit Sicherheit ein Scherz und nicht so gemeint." Habe ich Recht?
    Mich ist wirklich egal ob du recht hast oder nicht. Du machst einfach wie es für dich jetzt richtig ist und sicher das beste. Ich handle manchmal anders und es stimmt für MICH, aber ich bin auch ein andere mensch. So lange dass ich mich gefragt hatte ob ich recht hatte oder nicht, war ich zu wenig im kontakt mit meine gefühlen. Je mehr ich im kontakt mit meine gefühlen, je mehr mache ich einfach was für mich stimmt, egal was andere denken... und werde auch mehr respektiert. Also, für mich hast du recht so lange dass du so handelst wie es für dich stimmt.

    So zumindest ging es mir, wenn mich nahestehende Menschen wie aus dem Nichts mit Worten erniedrigt haben. Als kleines Mädchen konnte ich nicht glauben, dass meine eigene Großmutter (sie war die Erste) das so gemeint hat und schob es später auf ihren Alkoholismus. Später waren es dann meine Eltern... ich hielt sie für schwierig und dachte, sie waren einfach überfordert. Dann passierte es mir mit Freundinnen, Kumpels und Männern in der Partnerschaft. Ich bin im ersten Moment in eine Art Schockstarre verfallen und konnte nicht glauben, dass ausgerechnet die Menschen, die mir ganz besonders ans Herz gewachsen waren, so etwas tun konnten. Doch anstatt rechtzeitig die Grenzen zu setzen suchte ich typisch die Schuld bei mir selbst und redete mir ein, es sei alles nicht so schlimm, ich wäre überempfindlich, die Leute hätten es scherzhaft gemeint... mit diesen verborgenen spitzen Bemerkungen haben sie mich dazu gebracht, dass ich manchmal an meiner eigenen Wahrnehmung und meinem Verstand gezweifelt habe.
    Dann ist mich klar dass du dabei lieber aus der weg gehst und es ist auch ok! So wie du beschreibst ist wirklich was du empfindest echt heftig! Ich kann mich auch gut vorstellen dass was du erlebst hast echt unschön war...

    Ich weiß auch, dass ich weder dumm noch peinlich bin und dass ich mir auch andere sarkastische Bemerkungen dieser Art nicht zu Herzen nehmen muss. Aber tolerieren muss ich sie auch nicht. Verbale Erniedrigungen gehören weder in eine Beziehung noch in eine Freundschaft. Und deshalb gilt: Wer mich mit Worten abwertet, der wird aus meinem Leben verbannt. Gerade eben habe ich den "Kumpel" in den Wind geschossen, der sich kurz vor Silvester diese Unverschämtheit bei mir erlaubt hat.
    So wie du machst ist auch sicher ok... Nun, wie ich mache funktionniert bei mich auch, da menschen um mich, weil ich lerne mich zu wehren mich auch mehr respektieren. Hätte es ohne beziehungsabbruch doch nicht funktionniert wäre ich seit langem nicht mehr mit mein freund. Aber ich habe wirklich erlebt dass wenn ich mich entwickle, dass er sich anders verhaltet. Daher bin ich noch mehr überzeugt dass man am meistens in sein leben bewegt wenn man bei sich selbst verändert was man verändern kann, statt die richtige menschen zu suchen... Aber diese weg war auch nicht der einfachste und ich begriffe gut wenn jemand so wie du machst.
    Ich rede nur von meine erfahrung weil sie bei mich geklappt hatte, aber genau so machen muss du auch nicht...

    Ich hoffe, du findest mal jemand der dich wirklich respektiert, aber denke, es hat auch viel damit zu tun wie gut du dich wirklich sofort wehren kannst wenn dich etwas nicht passt.

    Viele Menschen in meinem Umfeld waren betrunken, als sie mich abgewertet haben. Würdest du so etwas als Ausrede gelten lassen? Ich war oft genug so blöd und habe es auf den Alkohol geschoben. Später hat sich dann herausgestellt, dass diese Leute - meistens Männer - auch im nüchternen Zustand keinen großen Respekt mehr vor mir hatten und sich immer mehr bei mir herausgenommen haben. Seit einigen Jahren lasse ich mir nicht mehr alles gefallen und breche auch Kontakte ab. Nur manchmal dauert es ganz schön lange bis ich merke, dass jemand mich nicht respektiert und schlecht behandelt... oft ist mir das ewig lange überhaupt nicht bewusst, und ich bin dann völlig geschockt, wenn ich es kapiert habe.

    Meine Sehnsucht nach Freundschaft und Liebe war manchmal so groß, dass ich meinen Verstand ausgeschaltet habe und nicht wahrhaben wollte, was da um mich herum geschah. Und jetzt bekomme ich die Quittung dafür .
    Was fett ist finde ich ganz wichtig und bin auch daran zu lernen: Je früher wir respektlosigkeit merken, je besser kann man sie stoppen. Es stimmt dass leute unsere grenzen austesten, aber wenn ich sofort bremse, gehen sie dann nicht weiter.

    Und sicher gilt betrunken zu sein bei mich gar nicht als ausrede, wieso fragst du mich?

    lg

  8. #118
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.625

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    mj71 schreibt:
    Entschuldigung wenn ich da ungeschickt war.
    Ist schon in Ordnung .


    mj71 schreibt:
    Mich ist wirklich egal ob du recht hast oder nicht. Du machst einfach wie es für dich jetzt richtig ist und sicher das beste. Ich handle manchmal anders und es stimmt für MICH, aber ich bin auch ein andere mensch. So lange dass ich mich gefragt hatte ob ich recht hatte oder nicht, war ich zu wenig im kontakt mit meine gefühlen. Je mehr ich im kontakt mit meine gefühlen, je mehr mache ich einfach was für mich stimmt, egal was andere denken... und werde auch mehr respektiert. Also, für mich hast du recht so lange dass du so handelst wie es für dich stimmt.
    Ich denke, das ist ein guter Hinweis... wir alle sollten genau das machen, was wir selbst für richtig halten - unabhängig davon, ob unsere Mitmenschen das auch tun. Ansonsten machen wir uns nur unnötig viele Gedanken.


    mj71 schreibt:
    Hätte es ohne beziehungsabbruch doch nicht funktionniert wäre ich seit langem nicht mehr mit mein freund. Aber ich habe wirklich erlebt dass wenn ich mich entwickle, dass er sich anders verhaltet.
    Es freut mich, dass dein Verhalten in eurer Beziehung für eine so positive Entwicklung sorgt und du es geschafft hast, dich zu behaupten .


    mj71 schreibt:
    Ich hoffe, du findest mal jemand der dich wirklich respektiert, aber denke, es hat auch viel damit zu tun wie gut du dich wirklich sofort wehren kannst wenn dich etwas nicht passt.
    Danke, das ist nett von dir... und ja, du hast Recht: Die meisten Leute respektieren ihre Mitmenschen nur, wenn diese sich im Umgang auch behaupten können. Leider. Mir wäre es lieber, wenn es schön harmonisch zugehen würde und ich erst gar nicht in die Lage käme, mich wehren zu müssen. Einerseits bin ich es nicht gewohnt und in dieser Hinsicht ziemlich bequem, und auf der anderen Seite habe ich keine Lust auf Konflikte, wenn es nicht unbedingt sein muss. Ich empfinde das als sehr anstrengend und bin total überfordert, wenn ich auf der emotionalen Ebene herausgefordert werde. Das greift meine Psyche doch sehr stark an. Wenn es zu Konflikten mit meinen besten Freunden geht, dann streiten wir uns, weil wir unterschiedliche Meinungen zu einem Thema haben... aber es ist definitiv kein Machtspiel. Keiner dieser Menschen versucht bewusst, meine Grenzen auszutesten (und ich ihre auch nicht). Das schätze ich wirklich sehr an ihnen. Wenn ich aber gemerkt habe, dass irgendwelche Leute mit mir Machtspielchen gespielt haben und ich sie darum gebeten habe, es bleiben zu lassen, gab es immer ein ganz böses Ende. Erst wollten sie mir einreden, dass ich mir das alles nur eingebildet habe. Und wenn sich trotzdem nichts änderte und sie weitermachten, hielt ich es nicht mehr aus und sprach sie erneut darauf an... und dann wurde ich knallhart abgeschossen und in einigen Fällen sogar noch jahrelang hintenrum bei anderen schlecht gemacht. Ich bin psychisch nicht stabil genug, um mich auf diese Spielchen einzulassen... zumindest nicht, wenn mir die Personen sehr wichtig sind und ich sie öfters sehe.

    Es gibt da zwei Begriffe namens "Gutmensch" und "Moralapostel". In der deutschen Sprache sind beide Wörter sehr negativ besetzt. Ich gebe zu, dass das einen großen Teil meines Charakters ausmacht und schäme mich auch nicht dafür. Natürlich ist niemand perfekt, wir alle machen immer wieder Fehler. Aber es gibt da ein paar Sachen, die ich als "Gutmensch" niemals verstehen werde... z. B. wie man fremdgehen kann, mit den Gefühlen des Partners oder einer anderen Person spielen, jemanden finanziell oder emotional auszunutzen, einen geliebten Menschen hintergehen, etc. Mir würde es niemals einfallen, zu sagen: "Selbst schuld, wer es mit sich machen lässt."


    mj71 schreibt:
    Was fett ist finde ich ganz wichtig und bin auch daran zu lernen: Je früher wir respektlosigkeit merken, je besser kann man sie stoppen. Es stimmt dass leute unsere grenzen austesten, aber wenn ich sofort bremse, gehen sie dann nicht weiter.
    Gibt es deiner Meinung nach die Chance, den Respekt zurückzubekommen, wenn man die Machtspielchen erst spät bemerkt hat? In meinem Leben gab es schon so einige Menschen, denen ich das vorher niemals zugetraut hätte (weil ich sie auch für "Gutmenschen" gehalten habe). Inzwischen weiß ich, dass Machtspielchen in keinem Zusammenhang zu Faktoren wie Geschlecht, Alter, Beruf, Intelligenz, Bildungsgrad, Finanzen, Interessen, etc. stehen. Ein attraktiver, sportlicher Manager mit Führungsposition im Unternehmen, großem Freundeskreis, reicher Familie im Hintergrund und viel Erfolg bei den Frauen kann Machtspielchen ausüben... aber ein weniger attraktiver Mann, der beruflich kaum was auf die Reihe kriegt, schüchtern und unsportlich ist, kaum Freunde hat und bei Frauen nicht so gut ankommt, ist genauso dazu in der Lage - so sieht das aus.

    Oft hört man Sätze wie "Ändere dein Beuteschema bei der Partnerwahl" oder "Wechsle dein Umfeld und such´ dir einen neuen Freundeskreis". Es ist sowas von egal, ob die Leute reich oder arm, dick oder dünn, groß oder klein, sportlich oder unsportlich, gebildet oder ungebildet, extrovertiert oder schüchtern, beliebt oder Außenseiter sind... das sagt gar nichts darüber aus, ob ein Mensch zu Machtspielchen tendiert oder nicht. Kennst du dieses Zitat des früheren US-Präsidenten Abraham Lincoln: "Willst du den Charakter eines Menschen erkennen, so gib´ ihm Macht." Der Mann hätte es nicht besser formulieren können, finde ich. Schade, dass ich Mitte 30 werden musste um zu begreifen, dass ich meinen Mitmenschen mit meinen Offenbarungen eine gewisse Macht gegeben habe und die große Mehrheit das eiskalt ausgenutzt hat.


    mj71 schreibt:
    Und sicher gilt betrunken zu sein bei mich gar nicht als ausrede, wieso fragst du mich?
    Das war jetzt nicht auf dich bezogen. Viele Leute entschuldigen schlechtes Benehmen mit Alkohol, v. a. wenn sich jemand aus ihrem Freundeskreis daneben benommen hat... finde ich nicht okay.

  9. #119
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.429

    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    Hallo WeisseRose,

    Früher hatte ich mich auch gewünscht mich nicht wehren zu müssen, weil alles so anstregend ist... Aber es ist anstregend weil mich der übung gefällt hatte und auch weil es mich alles so heftig aufgewühlt hatte. Wenn ich meine emotionen einfach zugelassen hatte, wühlt es mich mit der zeit immer ein bisschen weniger an. Auch emoflex die ich fleissig seit monate anwende hat mich sehr geholfen im umgang mit heftige emotionen.

    Wenn ich mich nicht wehren konnte, gab es immer wieder menschen die es ausnützen hatten und ich fand es echt mühsam. Ich wollte nicht jeden der sich dumm verhält aus der weg gehen und hatte schon stark der wunsch mich wehren zu können, eigentlich seit ich kind bin... Sich wehren geht auch nicht nur wenn man sich selbst wirklich respektiert und zu seine gefühlen und bedürfnissen wirklich steht ohne sich zu fragen ob wir recht haben oder nicht. So war es bei mich.

    Mit was ich immer wieder lese, sich wehren ist oft bei ADS gerade nicht so einfach und oft können frauen, wenn sie mit medis anfangen, dank eine klare kopf sich besser wehren und lösen einige wirbeln um sich... Sich selbst und der andere wahrnehmen, aber auch klar denken können und sich steuern können. Auf der andere seite, können unsere einfühlungvermögen, kreativität und humor auch echte wafen sein... Eine freundin von mich die mich sehr ähnlich ist, hat gelernt sich zu wehren und macht es zum teil echt kreativ und humorvoll. Diese weg gefällt mich auch. Ich wehre mich nicht immer so genau wie stinos und nicht so sachlich, aber auf meine art.

    Ich sehe auch um mich: frauen die eine glückliche partnerschaft haben, haben nicht immer nur eine nette kerl, aber sie können sich auch sehr gut abgrenzen.

    Gibt es deiner Meinung nach die Chance, den Respekt zurückzubekommen, wenn man die Machtspielchen erst spät bemerkt hat?
    Ja, es kann gehen, habe ich erlebt in meine partnerschaft. Aber einfach ist es nicht. Zuerst war es so weit auch weil ich es zugelassen hatte und um etwas zu ändern brauche ich übung und es nimmt zeit. Der andere wird natürlich auch wiederstand leisten. Aber es kann gehen.

    Oft hört man Sätze wie "Ändere dein Beuteschema bei der Partnerwahl" oder "Wechsle dein Umfeld und such´ dir einen neuen Freundeskreis".
    Ich finde es total quatsch! Welche menschen wir anziehuend finden bestimmen wir schon nicht bewusst und darum verfallen wir oft alle immer wieder in die selbe geschichten. Was wirklich bringt ist sich selbst entwickeln, damit man andere leute anzieht, andere menschen anziehend finden und vor allem zu ein verhalten kommen der uns das bringt was wir wirklich im beziehungen wollen und brauchen. Ich denke auch nicht das der beuteschema sich grundlegend ändern kann, aber schon durch ein andere auftreten kann sich einiges ändern. Meine beuteschema ist nicht viel anders als vor 20 jahren... Ich mag immer noch kreative, impulsive chaoten die viel reden und nie langweilig werden... Wie mein freund eben ist. Vielleicht heute finde ich leute die eine gesunde selbstwertgefühl attraktiver als vorher, weil ich mich auch so entwickelt habe...

    lg

  10. #120
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
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    AW: Soziale Kontakte - Fazit nach einem weiteren Jahr...

    mj71 schreibt:
    Ich wollte nicht jeden der sich dumm verhält aus der weg gehen und hatte schon stark der wunsch mich wehren zu können, eigentlich seit ich kind bin...
    Das ist auch so eine Sache: Wenn mir jemand dumm kommt, habe ich die 3 Möglichkeiten: 1.) Ich wehre mich, 2.) ich lasse es mir gefallen, 3.) ich gehe der Person aus dem Weg und ignoriere sie. Früher habe ich mich zu viel gefallen lassen. Da ich oftmals im jeweiligen Moment einfach zu überrascht bin (irgendetwas in mir sagt dann immer: "Das kann doch nicht wahr sein, WeißeRose... das bildest du dir ein, werd´ mal lockerer" - irgendwas in mir kann immer noch schwer begreifen, dass manche Leute bösartig sind und dabei kein schlechtes Gewissen haben), habe ich mich in den vergangenen Jahren meistens für die 3. Variante entschieden. Es gibt Menschen, die kann ich mit Ignoranz treffen... aber die meisten Personen, die ich ignoriert habe, hat das kein Stück gejuckt. Es war ihnen völlig egal, denn sie haben keine Anstrengung in Kauf genommen, um den Kontakt mit mir wieder aufzunehmen.

    Weil ich kein durchtriebener Mensch bin, kenne ich auch die wunden Punkte meiner Mitmenschen sehr schlecht und weiß nicht, wo ich sie am ehesten treffen kann, wenn ich mich von ihnen schlecht behandelt fühle. Hast du eine Idee?


    mj71 schreibt:
    Eine freundin von mich die mich sehr ähnlich ist, hat gelernt sich zu wehren und macht es zum teil echt kreativ und humorvoll. Diese weg gefällt mich auch. Ich wehre mich nicht immer so genau wie stinos und nicht so sachlich, aber auf meine art.
    Ich wünschte, ich könnte das auch... bzw. ich kann das schon, aber eben nicht immer. Wenn ich in einen Mann sehr verliebt bin oder mich mit einer Person eine jahrelange, enge Freundschaft verbindet, dann bin ich nach einem abwertenden Kommentar wie blockiert, sage erstmal nichts und denke nur: "Das kann doch nicht wahr sein." Irgendwie will ich das nicht so richtig wahr haben, wenn ein Mensch, der mir total ans Herz gewachsen ist, mich auf einmal mit Worten erniedrigt und rede mir dann immer automatisch ein, dass ich mir das nur einbilde und lockerer werden muss.


    mj71 schreibt:
    Ich sehe auch um mich: frauen die eine glückliche partnerschaft haben, haben nicht immer nur eine nette kerl, aber sie können sich auch sehr gut abgrenzen.
    Selbst die nettesten Kerle behandeln Frauen schlecht, wenn diese nicht rechtzeitig eingreifen.


    mj71 schreibt:
    Ja, es kann gehen, habe ich erlebt in meine partnerschaft. Aber einfach ist es nicht. Zuerst war es so weit auch weil ich es zugelassen hatte und um etwas zu ändern brauche ich übung und es nimmt zeit. Der andere wird natürlich auch wiederstand leisten. Aber es kann gehen.
    Ich vermute mal, du lebst mit deinem Partner zusammen... oder zumindest führt ihr keine Fernbeziehung. Die ganzen Männer aus der Szene, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe, wohnen halt nicht hier in der Umgebung. Außer meinem besten Freund und noch einem anderen Mann meldet sich niemand bei mir, wenn kein Festival auf dem Programm steht. Ich ärgere mich schon arg über mich selbst, weil ich schon x-mal erwähnt habe, dass ich gerne mehr privaten Kontakt mit den Szene-Leuten hätte und es schade finde, dass ich so selten eingeladen werde. Ich würde vieles dafür tun, um das rückgängig zu machen.... aber mich selbst aufgeben würde ich nicht. Doch es geht nicht, die meisten Leute haben mich als abhängiges, schwaches Wesen abgestempelt und geben sich mit den zufälligen Begegnungen auf den Konzerten zufrieden.


    mj71 schreibt:
    Ich finde es total quatsch! Welche menschen wir anziehuend finden bestimmen wir schon nicht bewusst und darum verfallen wir oft alle immer wieder in die selbe geschichten.
    Diesen Satz habe ich gestern von einem der Teilnehmer bei einem new-in-town-Treffen gehört. Inzwischen habe ich noch ein paar weitere Treffen hinter mich gebracht und lasse mir gerade alles durch den Kopf gehen. Es amüsiert mich, was ich da so alles erlebe und was für Menschen ich dabei kennenlerne. Nach gut 3 Monaten Aktivität muss ich sagen, dass mir inzwischen nicht mehr so langweilig ist und ich mich so ziemlich jedes WE verabreden könnte, wenn ich das möchte. Die meisten Leute, die ich bisher kennengelernt habe, passen aber so ziemlich gar nicht zu mir.

    Z. B. finde ich es sehr schade, dass viele Frauen anfangs sehr freundlich sind und dann plötzlich keinen Bock mehr auf Kontakt haben, wenn sie meine musikalischen Vorlieben erfahren. Ja, ich höre gerne Rock und Metal. Damit haben viele Leute - hauptsächlich Frauen - ein gewaltiges Problem. Gestern z. B. musste ich mir von einer extrem religiösen Frau so einiges anhören... ich werde wegen meines Musikgeschmacks oft in die Satanisten-keinBockaufArbeit-Alkohol-Drogen-Assi-Schublade gesteckt. Diese Leute machen sich keine Mühe, um mich näher kennenzulernen. Sie stecken mich in eine Schublade und fertig. Meine beste Freundin, die ich seit über 15 Jahren kenne, konnte mit meiner Musik noch nie was anfangen... aber trotzdem hat sie sich von Anfang an darum bemüht, hinter die Fassade zu schauen und hatte keinerlei Vorurteile wegen meines Musikgeschmacks. Leider ist das eher eine Ausnahme, "Normalo"-Frauen finden Frauen wie mich eher zum Fremdschämen und haben ein völlig falsches Bild von mir. Mit einer Frau hatte ich einen wirklich tollen Schreibkontakt, aber beim Treffen war sie total geschockt darüber, dass ich rauche. Ich trinke sehr wenig Alkohol und nehme keine Drogen, und als Raucherin verhalte ich mich sehr rücksichtsvoll. Aber das kenn´ ich schon aus der Schulzeit, diese Leute, die mit Rauchern generell nichts zu tun haben wollen...

    Dann finde ich es schade, dass erwachsene Menschen im Alter zwischen Anfang 30 und Mitte 40 beim Ausgehen manchmal ganz schön unentspannt sind. Da werden Kellner dumm angepflaumt, weil ein reservierter Tisch noch besetzt ist und wir 5 Minuten warten müssen.... oder die Gäste am Nachbartisch werden mit dummen Kommentaren niedergemacht, wenn sie höflich fragen, ob wir uns zu ihnen setzen möchten. Oder dieses Rumgezicke in den Mails... wenn die Leute etwas schneller zurückschreiben, ist es anstrengend. Kommt die Antwort langsamer und fällt kürzer aus, ist es unzuverlässig. Und natürlich wieder ein Machtkampf nach dem anderen: Viele wollen einfach nur ihren Willen durchsetzen und sind total beleidigt, wenn eine andere Person im normalen Ton ihre Bedürfnisse äußert. Natürlich betonen einige immer wieder, dass sie ja schon so viel für die Organisation getan haben (klar, eine Mail an eine Handvoll Leute zu verschicken, kostet schließlich eine ganze Menge Zeit...) und stellen sich dar, als ob sie den anderen die Sterne vom Himmel geholt haben. Ich habe mich bisher aus den Zickereien rausgehalten. Gestern stand ich kurz davor, schon wenige Minuten nach meiner Ankunft wieder nach Hause zu fahren... das Theater wegen dem besetzten, reservierten Tisch fand ich einfach nur kindisch.

    Mir geht es auch tierisch auf die Nerven, wenn mir gewisse Personen ihre Lebenseinstellung aufzwingen möchten... religiöse Ansichten, vegetarische/vegane Ernährung, Tierhaltung, etc. Die ganzen Weltverbesserer halt, die total entsetzt sind, wenn man ihre Meinung nicht teilt bzw. sich gar nicht damit beschäftigt. Mein Leben ist anstrengend genug, und meine knappe Freizeit möchte ich in Treffen mit netten Menschen und meine Hobbys investieren. Ich habe schlicht und einfach keine Lust mich darüber zu informieren, ob ein Huhn, welches auf meinen Teller kommt, zu Lebzeiten leiden musste. Mein Tag hat auch nur 24 Stunden, und mein Schlaf ist mir heilig.

    Ich bleib´ jetzt noch ein Weilchen dabei und schau´ mal, wie sich das Ganze entwickelt. Die paar wirklich entspannten Leute sind echt stark in der Minderheit (und männlich, dabei habe ich nach weiblichen Kontakten gesucht). Ich hätte nicht gedacht, dass so viele Frauen in meinem Alter und älter dermaßen zickig und empfindlich sind. Furchtbar. Eine dieser Frauen vermutet, dass sie auch ADHS hat und will sich bald testen lassen. Mit ihr hatte ich eine Weile sehr netten E-Mail-Kontakt, aber momentan stresst sie mich gewaltig. Ich war vor der Einnahme der Medis auch impulsiver als heute, aber im Vergleich zu ihr war ich das bravste Mädchen der ganzen Welt. Bei ihr muss man echt mit jedem Satz rechnen, dass sie austickt und vor Wut an die Decke geht... und das kann ich echt nicht gebrauchen. Im Vergleich zu den new-in-town-Leuten sind die Menschen in meiner Szene - männlich wie weiblich - sehr pflegeleicht... wenn man sich nicht so offenbart wie ich und sich damit selbst zum Opfer von Machtspielen macht.
    Geändert von WeißeRose (24.03.2013 um 19:14 Uhr)

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