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Diskutiere im Thema Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    Also, ohne ADHS würde ich einen anderen Bereich meiner Persönlichkeit intensiver leben, dafür aber den gegenwärtigen nicht, es wäre also einfach ein anderes Leben, aber nicht zwingend ein besseres. Ich würde meine berufliche Karriere weiterverfolgt und nicht abgebrochen haben, aber damit hätte ich dann Mutterschaft und Familienleben verpasst. Wahrscheinlich würde ich auch sehr von mir überzeugt sein, weil mir fachlich alles so leicht fallen würde und darum davon überzeugt sein, dass Jeder selber in der Hand hat, was aus ihm wird. Mitgefühl hätte ich von daher nicht so furchtbar viel. Ich kann mir vorstellen, wie ich wäre, denn ich habe den Anfang davon ja gelebt.

    Da kein Mensch in der heutigen Zeit der tausend Möglichkeiten eben alles leben kann, verpasst man immer was. Ich also die Karriere durch meine Überreizbarkeit. Dafür lebe ich anderes Wertvolles, was mit Karriere unvereinbar war und wäre. Ist voll o.k.

    LG! Maggy

  2. #22
    Tyrox

    Gast

    Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    Sehr vieles was du schreibst kann ich leider sehr gut nachvollziehen.
    Ich habe immer weniger Bock auf das alles. Mich nerven diese 'einfältigen dummen Leute'. Es tut weh mich mit ihnen zu unterhalten.
    Oft frage ich mich, ob nicht ich der dumme bin. Warum sehen es alle so nur ich sehe es anders. Sind jetzt die 98% dumm und haben keine Ahnung oder sind meine Ansichten so verkehrt?
    Ich kanns aber nicht glauben denn ich denke immer rein logisch und rational, also können doch meine Ansichten - die auf rein logischen Standpunkten ohne soziales/emotionales wirrwarr basieren - nur richtig sein.

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 523

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    Anhang 7428

    wenn jemand fragt wie ich mich/uns alle hier sehe..



    Anhang 7429

    ob das 'normale menschen' auch sehen?


    (bilder sind selber geknipst )

    oh sorry wollte keinen bilderthread draus machen

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    habitbreaker schreibt:
    Liebe auri,

    das ist NICHT metaphorisch gemeint?!
    Nein, ist es nicht. Denk an beliebige Schlagzeile a la "Hund greift Kind an", mach daraus vier Hunde und zwei kleine Mädchen im Revier dieser Hunde. Die Geschichte würde wahrscheinlich den Thread sprengen, deshalb nur soviel dazu.

    Ich habe keins der Bücher über die Theorien vom Adhsler als Jäger/Farmer gelesen, weil ich befürchte dass das inhaltlich genaus wie andere Theorien zu sehr in eine Richtung gepackt wird und dann vieles zu sehr verbogen wird, damit die Schublade passt. Doch wie in allen Büchern/Medien von Fachleuten - die ich bislang gelesen habe - auch erwähnt wird, können Adhs-Gehirne vollkommen anders auf plötzliche Adrenalinschübe reagieren als normale Gehirne. U.a. mit einer stark verbesserten Konzentrationsfähigkeit und der Fähigkeit trotz panischer Angst rational zu denken, kleinste Reize wahrnehmen und nüchtern darauf reagieren zu können. Und dieser Effekt kann durchaus auch länger andauern wenn die Gefahr länger anhält. Bei mir waren es über vier Stunden und das ohne Konzentrationslücke, Gedankensprünge oder verpeilte Reaktionen.

    Der gleiche Adrenalinschub hebelt bei normalen Menschen genau dieses rationale Denken und Handeln nahezu vollständig aus und lässt sie oft ausschließlich emotional reagieren. (Angst/Wut also Kampf oder Flucht)

    Habs direkt nach dem Erlebnis als Abenteuer abgehakt, weil ja nix passiert war und in meiner Fantasie jeden Tag beim Spielen Abenteuer stattfanden. Dass es extrem war, selbst für Erwachsene lebensgefährlich gewesen wäre, hab ich erst viele Jahre später dann - durch Infos von Leuten die beruflich mit Hunden zu tun haben - erst so richtig verstehen können. Und bin dann jedesmal total geschockt gefragt worden wie ich "das denn um Gottes Willen hinbekommen hätte", worauf ich keine Antwort hatte. Die kam erst vor zwei Jahren, nach Adhs-Diagnose und viel Input dazu was genau Adhs alles bedeuten kann.

    In meinem heutigen Umfeld bin ich dafür berüchtigt, auf sämtliche Extrem-Situationen mit diesem Effekt zu reagieren. Also z.B. auch wenn sich in einer Kneipe eine Schlägerei anzubahnen scheint, oder ich bei einem Verkehrsunfall bin und alle anderen Beteiligten erstmal zu geschockt sind um zu handeln. Ich finde dass das ein Aspekt ist, der beim Thema Adhs immernoch viel zu sehr beiseite geschoben wird. Klar ist das nicht gerade ein alltäglich nutzbares Talent. Aber ich würde nicht tauschen wollen.

  5. #25
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    auri schreibt:
    denn mit 10 wäre ich dann gestorben, weil ich - genauso wie meine Spielkameradin - dann vom heftigen Adrenalinschub durch Angst genauso ausgeschaltet gewesen wäre,
    Habs direkt nach dem Erlebnis als Abenteuer abgehakt, weil ja nix passiert war
    *öhhhhm ... weil ja nix passiert war?? ... *puhhhhhhhhhhh ... ich habe interpretiert:"2 kleine Mädchen in gefährlicher Situation - die eine kommt nicht heile aus der Situation und die andere musste das auch noch miterleben ..."

    also dann doch Teil-Metaphorisch: wenn deine Freundin an deiner Stelle gewesen wäre, hätte sie es nicht überlebt? ...

    ... mit großer Erleichterung kann ich deine Beschreibungen jetzt noch bestätigen! In entsprechenden Situationen fahren bei mir sämtliche Notfallroutinen hoch und ... na ja, genau so, wie du es von dir beschrieben hast ...

  6. #26
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 399

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    quicksilver schreibt:
    Hi zusammen

    Was wäre wenn ich eben KEIN Attention Deficit Hyperactivity Disorder hätte???
    ... was wäre wenn ... ich finde du hast es supergut geschrieben ... auch wenn es mich traurig stimmt. ... und doch schreibst du mit so viel gefühl, dass es mich anrührt den ganzen text zu lesen ... mir wird ganz war ums herz und ich fühle mich auf einer emotionalen welle mit deinen gedanken ... ich fühle mich aus tiefsten herzen verstanden ... und das tut so gut. es ist nur die eines seite, die ganz empfindliche die da schwingt.

    die andere ... ja die andere will auch zu wort kommen, hat aber den weg noch nicht gefunden ... denn wir haben auch etwas, was die nts nicht haben vielleicht finde ich ja auch eine passende sprache oder jemand anderes ... denn diese seite ist auch sehr wertvoll und es wäre traurig, wenn sie verschindet .... denn dann wäre das leben um einiges ärmer . eine für dich quicksilver. ich liebe rosen. sie sind wunderschön und verströmen einen wunderbaren duft ... doch was wäre eine rose ohne dornen, glg lichtstrahl

  7. #27
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 161

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    Was wäre, wenn ich kein ADS hätte?

    Dann würde mir vieles fehlen...

    Ich wäre dann nicht mehr reizoffen. Obwohl diese Reizoffenheit natürlich eine große Herausforderung ist, bedeutet es mich eine wunderschöne und große Gabe. Wenn ich nicht mehr reizoffen wäre, hätte ich diese große Empathie nicht mehr. Ich würde diese vielen kleinen schönen und skurrilen Dinge im Alltag nicht mehr wahrnehmen. Ich könnte mich beispielsweise nicht mehr über das Licht im Herbst, über den Geruch einer Sommerwiese und über die kleinen Details in Musikstücken erfreuen.

    Ich wäre um so viele Erfahrungen ärmer. In meinem Leben habe ich so viele Dinge gemacht, in so vielen Jobs reingeschnuppert und so vieles ausprobiert, was ich ohne mein ADS wahrscheinlich nicht gemacht hätte. Ich hätte nicht die Lebenserfahrung, die ich jetzt habe.

    Ich wüsste weniger über mich. Denn mein ADS hat mich praktisch dazu gezwungen, sich mit mir auseinanderzusetzen, mich *wirklich* kennenzulernen. Und damit bin ich noch lange nicht fertig. Ohne ADS hätte ich wahrscheinlich nicht einmal an meiner Oberfläche gekratzt.

    Ich hätte wahrscheinlich diese menschliche Tiefe, diese Vielschichtigkeit nicht. Ohne ADS wäre mir viel Leid erspart geblieben. Aber das Leid, welches mir wiederfuhr, hat mich immer zu veränderten Blickwinkeln, zu neuen Sichtweisen geführt.

    Und da wäre noch viel anderes, was den Rahmen hier sprengen würde.

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    habitbreaker schreibt:
    *öhhhhm ... weil ja nix passiert war?? ... *puhhhhhhhhhhh ... ich habe interpretiert:"2 kleine Mädchen in gefährlicher Situation - die eine kommt nicht heile aus der Situation und die andere musste das auch noch miterleben ..."

    also dann doch Teil-Metaphorisch: wenn deine Freundin an deiner Stelle gewesen wäre, hätte sie es nicht überlebt? ...
    Nix passiert in klein Auri's Denke = krasses Abenteuer erlebt, niemand verletzt, nach Hause gehen und Mecker fürs zuspätkommen abholen....
    Wenn ich gerade James Bond oder Winnetou gespielt und dabei vom Baum gefallen bin, aber außer blauen Flecken und dem Schreck alles okay war = krasses Abenteuer erlebt, nix passiert, nach Hause gehen und Mecker für kaputte Jeans abholen....

    Wenn meiner Freundin oder mir was "sichtbares" passiert wäre, auch wenns nur eine blutende Hand gewesen wäre, hätte das natürlich vollkommen anders für mich ausgesehen. Und für meine Freundin - die erst vor den Hunden weglaufen wollte, dann weinend im Schnee gesessen hat - ist definitiv weit mehr passiert als für mich. Sie war danach nicht mehr meine Freundin, auch wenn sie lange Zeit behauptet hat, sie hätte nur zufällig immer gerade keine Zeit wenn ich sie zum Spielen abholen wollte. Ob jemand z.B. traumatisiert wird, hängt ja u.a. davon ab, ob das Erlebte als "hilflos übermächtiger Bedrohung und extremsten Ängsten ausgeliefert" wahrgenommen wird oder nicht.

    Dass ich sie dann - nachdem all mein Bitten und Anflehen nichts bewirkt hatten - auch noch angeschnauzt hatte, damit sie aufsteht statt sitzen zu bleiben (die Hunde hatten das sofort als Schwachstelle erkannt und entsprechend reagiert), hat mir hinterher wahnsinnig leid getan und sicher mit dazu geführt, dass die Freundschaft beendet war. Ich habe mich zwar tausend Mal entschuldigt und sie antwortete jedesmal dass alles okay sei und sie ja froh sei dass ich das gemacht hätte um die Hunde abzuhalten....aber gegen die damit zusammenhängenden Gefühle hat ihr das sicher nicht geholfen. Aus ihrer Sicht (wie ich es heute einschätze) könnte das "Abenteuer" durchaus als traumatisch und schlimmstes Erlebnis ihres Lebens gewirkt haben.

    Die finale Attacke zielte auf meine Kehle, was ohne richtige Reaktion(-sfähigkeit) und irre viel Glück tödlich gewesen wäre, egal ob bei mir oder meiner Freundin. Denn wenn die Beißhemmung fehlt, wird nicht 'unterworfen' sondern 'besiegt' und so ein Kinder-Kehlchen hat einem Schäferhundgebiß nichts entgegenzusetzen.
    So genug Grusel-Story. Gibt ja sicher noch genug andere hier die ihre individuellen Adhs-was-wäre-wenn-Storys erzählen mögen.
    Geändert von auri (22.12.2012 um 19:15 Uhr)

  9. #29
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    Ach - gar keine Grusel-Story ... die Vorversion, wie ich sie vermutet hatte, die war gruselig ...

    du hast genau richtig gehandelt - auch das Anschnautzen hast du intuitiv richtig gemacht! Ich hatte eine ähnliche Situation - allerdings war ich da schon Ü-30 *g ... es hätte auch sehr böse ausgehen können und ich musste in meiner Not sogar eine Ohrfeige verteilen ... ... die mit diesem bitteren Früchtchen bedachte Person hat aber später mehrfach versichert, dass das tatsächlich nötig war ... und zum Glück haben wir uns heute noch gerne

    außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnlilche Maßnahmen ;-)

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 102

    AW: Was wäre wenn wir KEIN Adhs hätten?

    Also ehrlich gesagt, wenn ich kein ADHS hätte, dann würde ich wahrscheinlich nicht mehr leben.

    Weil mir offenbar durch das verdammte ADHS die Fähigkeit geschenkt wurde eine Menge auszuhalten und nicht so schnell hops zu gehen.

    (So quasi als Ausgleich. Oder besser gesagt als eine absolute Notwendigkeit. Wenn man nämlich in jedes Loch in der Straße fällt und sich ständig mit irgendwelchen Naturgewalten anlegt, dann ist das eine angenehme Fähigkeit. Sehr schön hierzu: Der Trickfilm von Pixar zum Thema ADHS.)


    Und wenn ich da an mein Leben denke, dann hätte ich diese ganzen Dinge, die so passiert sind, nicht ausgehalten, wenn ich nicht durch mein ADHS diese "Steh auf Männchen"-Fähigkeit hätte. Und mein ADHS ist es auch, dass mir die Möglichkeit gibt die SChönheit von Blütenblättern zu bewundern, egal was davor oder danach passiert ist.

    Deshalb, trotz aller Gefühlsachterbahnen, Impulskontrolleschwäche und Schusseligkeit: DANKE ADHS!

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