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Diskutiere im Thema Reflexion und ADS im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    Reflexion und ADS

    Hallo Leute,

    ich habe hier und da schon öfter mal gelesen, dass ADSler es enorm schwer haben zu reflektieren. Mir fällt es hingegen eigentlich nicht so schwer. Das Problem liegt viel eher darin, die Erkenntnisse, die ich aus der Reflexion gewonnen habe, nicht anwenden zu können. Fehlt mir die Motivation oder bin ich in der Hinsicht geistig so beschränkt, dass es allein an der "Hardware" schon mangelt?
    Geht es anderen genau so wie mir? Was hat euch geholfen aus den Erkenntnissen auch "Profit" zu machen, sprich eine gestandene Persönlichkeit zu sein, eloquent zu sein, eine gewisse Distanz zu den Menschen aufzubauen, dass man weniger angreifbar ist, etc.

    Ein hyperaktives Kind muss lernen, dass oft weniger mehr ist. Sprich weniger impulsiv sein, lernen das sein eigenes Verhalten massiv das Wohlbefinden anderer beinträchtigen kann. Lernen was kommt gut an, was nicht...
    Ein hypoaktives Kind, welches immer zurückgezogen lebt, nicht weiß wie es sich auszudrücken hat, lebt irgendwie im Nirvana. Wie kommt man daraus? Als Erwachsener fühle ich mich wie als wäre ich geistig behindert auch wenn die sonstigen kognitiven Fähigkeiten passen.
    Gibt es Therapeuten, die da helfen können, die den Komplex nicht nur verstehen, sondern auch Auswege bieten können?

    Gruß
    vakuum

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Reflexion und ADS

    Hallo vakuum,

    Mich war auch gesagt, ich kann nicht richtig refglektieren, aber dann auch dass ich mich zu viel gedanken mache oder dass ich sehr gut reflektieren kann...

    Wir haben auch ein hirn und daher denken wir auch... Oft anders als stinos, aber sicher nicht schlechter oder besser. Stinos sind gut wenn es drum geht etwas strategisch zu planen und dann nach plan zu gehen... ADSler denken ehe in alle richtungen und lassen sich viele kreative ideen einfallen. Beiden art sind gut und können sich ergänzen.

    Was mich geholfen hatte ist vor allem mich selbst sein. Ich versuche nicht mehr normal zu ticken, aber ehe aus was ich bin das beste draus machen und mein weg finden. Ich komme auch zu etwas, aber eben auf ganz andere wegen als "normal".

    lg

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 60
    Forum-Beiträge: 1.267

    AW: Reflexion und ADS

    Ich würde es mal so formulieren: ADHSler tun sich schwer, durch Erkenntnis zu lernen. Ist nicht von mir sondern von einem der anerkannten Experten, ich glaube Frau Neuhaus.

    In die Praxis übersetzt heisst das: wenn du einem ADHSler was sagst, hat das wenig Wirkung. Er muss praktische Beispiele haben, muss üben.

    Genauso läuft es, wenn ich mit mir selbst rede. Da kann im Hirn auf der rationalen Ebene alles glasklar sein. Ich weiss was ich weiss, was ich will, was ich nicht mehr will. In der Praxis werde ich aber auf einen Auslösereiz trotzdem in altbekannter Manier reagieren und mich hinterher doppelt schämen, weil ich ja eigentlich längst weiss was Sache ist.

    Jeder Mensch auf diesem Planeten lernt am besten und nachhaltigsten durch Tun. Es gibt da einen Spruch, der sagt: Man merkt sich 5 % von dem was man hört, 10 % von dem was man sieht und 95 % von dem was man tut. Bei ADHS dürften die Prozentwerte noch etwas extremer sein als bei der Gesamtbevölkerung.

    Wenn du in der glücklichen Lage bist, Freunde oder andere Vertrauenspersonen zu haben, dann kannst du diese Menschen um Feedback und die Möglichkeit zum Üben bitten. Du kannst deinen engsten Freunden erlauben, dass sie dich in sehr deutlicher Weise stoppen, wenn du zB auf ein Stichwort hin einen Textschwall von 1000 Worten produzierst und nicht merkst, dass die Zuhörer schon längst jenseits der Schmerzgrenze sind. Solche Dinge kannst du auch als Übung machen, also zb dich von einem Freund auf eins von deinen Themen ansprechen lassen und dann gemeinsam experimentieren, ob du dich beherrschen kannst oder nicht. Die Logorrö ist jetzt nur ein ziemlich verbreitetes Beispiel, ich weiss ja nicht wo es bei dir hakt.

    Wenn du genug Geld oder eine nette Krankenkasse hast, kann ein Therapeut oder Coach mit dir üben.

    Ich könnte jetzt noch eine Latte von Beispielen bringen aus alles Bereichen des Verhaltens, aber alle laufen auf das Selbe hinaus: Feedback und Training, beides möglichst in einem geschützten Rahmen oder einer Gruppe.

    lg
    lola

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Reflexion und ADS

    Vielen Dank für euere Beiträge. Bei mir ist leider so, dass ich als Kind hypoaktiv war und sich das im Erwachsenenalter fortsetzt. Ich muss mich also nicht stoppen, sondern aus mir herauskommen und das fällt mir extrem schwer. Der Wille ist da, aber an der Umsetzung hapert es. Es ist wie eine Blockade, die ich nicht brechen kann. Alles was ich sagen will, hinterfrage ich erst und es kommt am Ende nicht das zustande was ich mir vorgestellt habe. Ich weiß nicht wie ich das an Beispielen erklären soll. Es ist irgendwie nicht greifbar. Folgende Seite beschreibt das Leiden Hypoaktiver sehr gut: Hypoaktiv | ADHS - Einstieg | ADHS - Krankheit oder Gabe | Muellers-Seiten!
    Die Problematik beim ADSler ist eine ganz andere als beim ADHSler. Das Verhalten eines ADHSler ist offenkundig und es ist für jemanden der Außen steht wesentlich leichter zu erkennen, wo die Schwächen liegen und woran gearbeitet werden muss. Wo hingegen die Problematik beim ADSler im Verborgenen liegt. Für mich hat jeder Tag jede Situation eine neue Charakteristik auf die ich mich einzustellen versuche und aus der ich letztendlich nichts gelernt habe.

  5. #5
    Sweety86

    Gast

    AW: Reflexion und ADS

    Ich kann dich gut Verstehn, ich fühl mich auch manchmal echt dumm oder geistig minderbemittelt... .
    Auch bei der reflektion.. gehts mir wie dir, ich weiß einfach nicht wie das bei machen Sachen umsetzen soll !!!

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 234

    AW: Reflexion und ADS

    Ich weiß nicht wie andere Menschen das machen. Ich würde sogar behaupten, dass ein Großteil nicht wirklich reflektiert. Sie machen Erfahrungen, wo sie ein positives Feedback bekommen und der Körper verinnerlicht das on the go. Sie müssen quasi nicht reflektieren, weil das Unterbewusstsein oder eine Instanz davon biologische Prozesse im Hirn in Gang setzt, die diesen Lernprozess steuern. DIese Funktion ist bei mir leider defekt. Ob diese Funktion reversibel ist, falls sie mal vorhanden war, ist für mich fraglich.
    Geändert von vakuum (17.12.2012 um 22:52 Uhr)

  7. #7
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Reflexion und ADS

    Hallo vakuum,

    Ich habe der eindruck, stinos reflektieren anders als uns... Vielleicht direkter am ziel, sturkturierter und verlieren sich weniger im detail...

    Es scheint auch dass sie sich merken können was sie "sollen" und gut ignorieren können was nicht interessant ist und daher nicht zu viel zu behalten, ordnung im kopf und drin ist erfahrung schnell wieder aufrufbar...

    Ich merke dass ich ehe alles merke was mich interessiert, aber manches verpasse was ich merken sollte (weil eben etwas anders interessanter ist, da draussen...). In mein kopf ist eine durcheinander und bis mich etwas in sinn kommt im moment wo ich es brauche, brauche viel mehr übung als eine stino. Es scheint mich typisch ADS zu sein.

    Ich denke auch dass wir genau so lernfähig als stino, aber nur wo wir auch interesse und motivation habe...

    Ein bisschen kann man, als ADSler schon einiges steuern, durch übung (viel) und ich denke, wir tuen es automatisch immer wieder durch unsere leben...

    Etwas lernen dass uns gar nicht interessiert können wir nicht. Aber würde es sinn machen? Ich finde es nicht.

    Vielleicht reflektieren wir mehr als stinos, auf eine seite, weil wir weniger filtern und mehr zu sortieren haben oder zu verknüpfen (es macht kreativ), aber es nimmt auch zeit.

    Ich habe auch mal gelesen dass stinos in ihre hirne deutliche bahnen entwicklen (als kind) und daher sachen wirklich gut automatisch können. ADSler haben eine sehr vernetzte hirn und nehmen gerne immer wieder ein andere weg oder verlieren sich...

    Beiden art zu denken sind gleichwertig finde ich. Sehr verschieden und es ist auch gut so. Nun, sind wir eine minderheit und die mehrheit geht davon aus dass wir auch so ticken wie die meistens und sind dann verwirrt. Vieles in unsere gesellschaft ist für die mehrheit einigemassen ok, aber wir haben oft damit mühe weil es wenig unsere art entspricht.

    Dazu kommt auch eine wertung dass wie die mehrheit tickt richtig ist und was anders ist, falsch ist...

    Noch wegen umsetzten: ich kann etwas umsetzten nur wenn ich sehr motiviert bin und es bleibt auch nur eine begrenzte zeit interessant. Ich weiss es und kann damit leben. Wenn mal etwas mich sehr interessiert, kann ich im kurze zeit viel erreichen und mache es auch, da ich weiss, interesse bleibt nicht ewig.

    Etwas machen nur weil jemand anders gut findet, kann ich eben nicht... Etwas für jemand anders machen die ich mag, weil ich der mensch eine freude machen kann, finde ich motivierend. So finde ich motivation meine arbeit gut zu machen.

    Mit der zeit habe ich mein weg gefunden zu meine zielen zu kommen, mit der hirn die ich habe.

    lg

  8. #8
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.447

    AW: Reflexion und ADS

    Hallo,

    Jetzt lese ich noch wegen deine problem mal aus dich heraus zu kommen: so was habe ich auch manchmal gehabt obwohl ich auch manchmal impulsiv bin und ohne zu denken rede.

    Es hat auch damit zu tun dass wir ADSler sehr sensibel sind, rasch merken wie wir ankommen, uns abschrecken lassen wenn jemand nicht sehr freundlich ist oder auch angst haben.

    Doch kann ich mit der zeit immer besser das sagen was ich sagen will. Einiges hat mich geholfen: beobachten wie andere machen (anleitung muss ich doch haben) bücher über kommunikation lesen und auch schauen wie andere auch mal zoff bekommen, aber doch sich wieder raufen: eine grobe reaktion ist kein weltuntergang.

    Was mich auch sehr geholfen hatte, ist zu lernen mit dumme reaktionen um zugehen. Es gibt mich dann recht mut die klappe aufzumachen, wenn ich weiss, wie mich dann wehren.

    Es ist auch so dass stinos weniger überlegen bevor sie etwas sagen und auch sich wenig gedanken machen wenn jemand dumm darauf reagieren. Sie können gut abstand nehmen und denken "er hat selber ein problem". Impulsive ADSler (hypies) reden auch oft ohne zu nachdenken, aber bereuen danach (kenne ich auch). Andere trauen sich nicht, sind kreativ im horrorkopfkino und recht blockiert und auch wenn eine nicht so freundliche reaktion kommt, geht weiter mit grübeln.

    Mich zu wertschätzen und mögen hat mich auch geholfen etwas unempfindlicher zu werden gegenüber was andere über mich denken. Es macht mich mutiger... Wenn jemand eine idee von mich nicht versteht, heisst noch nicht dass meine idee doof ist, heiss ehe dass der andere es nicht verstanden hat, vielleicht weil er ganz anders denkt.

    lg

  9. #9
    Fühlt sich hier wohl

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 433

    AW: Reflexion und ADS

    mj71 schreibt:
    Es ist auch so dass stinos weniger überlegen bevor sie etwas sagen und auch sich wenig gedanken machen wenn jemand dumm darauf reagieren. Sie können gut abstand nehmen und denken "er hat selber ein problem".
    Ist das nicht eher eine Sache des Selbstbewusstseins?

    Wenn ich mal von mir ausgeh:
    Selbst wenn ich Abstand nehme und mir denke, dass das Problem eigentlich nicht meines ist, sind die Emotionen der Kränkung doch immernoch da.
    Da kann ich noch so buddhistisch auf die Welt blicken, Emotionen lassen sich ja nicht so leicht wegzaubern.

    Das Unterbewusstsein muss quasi auch "lernen", selbstbewusst zu sein.
    Das reflektierende Bewusstsein kann ja zu ganz anderen Schlüssen kommen als das Unterbewusstsein.
    Es braucht nur einiges an Übung, dass das Unterbewusstsein dazu lernen kann.
    (Und das Unterbewusstsein spricht wohl eine andere Sprache als das Bewusstsein)

  10. #10
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 128

    AW: Reflexion und ADS

    vakuum schreibt:
    Alles was ich sagen will, hinterfrage ich erst und es kommt am Ende nicht das zustande was ich mir vorgestellt habe.
    Das Verhalten eines ADHSler ist offenkundig und es ist für jemanden der Außen steht wesentlich leichter zu erkennen, wo die Schwächen liegen und woran gearbeitet werden muss. Wo hingegen die Problematik beim ADSler im Verborgenen liegt.

    Genau das Problem habe ich auch als ADSler, das ich alles hinterfrage, bevor ich es sage oder tue. Das legt einen richtig lahm und man zweifelt ständig an seinen Ideen, Gedanken und dem gesamten praktischen Ablauf im Leben.
    Ich kann mir und meinen Kopf-Vorstellungen sehr schwer trauen.

    In der Kommunikation gibt es zum Glück auch einige Menschen, bei denen ich einfach alles ausplaudere, was mir gerade durch den Kopf kommt. Aber bei welchen die mir noch unbekannt oder nicht geheuer sind, klappt das überhaupt nicht.
    Da spreche ich manchmal gedanklich und lautlos einen Satz 3-10 mal durch, um ihn dann mal auszusprechen. kann aber auch gut sein das ich es nicht schaffe ihn laut zu sagen und mich dann im nachhinein ärgere, das ich mal wieder zu feige war.

    Durch meine sonst eigentlich offene Art glaubt das keiner von mir und es wird auch nicht bemerkt.

    Wir ADSler kommen glaub auch manchmal arrogant oder so rüber, weil wir nicht so können wie wir gern wöllten. Und somit denken andere falsch über uns. Darüber könnte ich mich tot ärgern.
    Denn ADSler finden es ja grausam wenn man etwas Schlechtes über sie denkt. Das ist uns nämlich leider nicht egal, wie man über uns denkt.

    vakuum ich wünsche es uns allen ADSlern, das wir bald einen Weg finden und Hilfe bekommen, diese Probleme in den Griff zu bekommen!

    LG!

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