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Diskutiere im Thema Freundschaft und AD(H)S im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Vieles was ihr geschrieben habt kommt mir schon sehr vertraut vor, zum Beispiel wegen des "Talents als Seelenmülleimer" zur Freundin erkoren zu werden oder weniger tiefgehende Freundschaften einfach nicht ausreichend zu pflegen. Aber ich habe und hatte nicht das Gefühl zu wenig Freunde zu haben und das was ich als echte Freundschaften bezeichne hält bei mir problemlos über Jahrzehnte hinweg.

    Den 'typischen' Freundeskreis den ich rundrum oft beobachte, also ein fester Kreis aus Leuten die man seit der Einschulung kennt und immernoch zu Feiern einlädt usw., sowas hatte ich nie und vermisse ich auch nicht. Denn was andere Menschen da oft unter Freundschaft verstehen, z.b. die Vertrautheit weil man sich von kleinauf kennt oder die Kontinuität durchs lange Kennen, wiegt für mich nicht das auf was fehlt. Ich wunder mich immer wieder wie jemand von der besten Freundin reden kann, gleichzeitig aber jedesmal total genervt über deren Verhalten, Art oder Ansichten ist, weil die total von den eigenen Dingen abweichen. Freundschaft aus Gewohnheit. Oder vielleicht auch aus bequemer Trägheit heraus, das "halt jemand da ist" und man nicht aktiv neue Kontakte aufzubauen braucht?

    Echte Freunde findet glaube ich jeder nicht so leicht, da braucht es kein Adhs um öfter enttäuscht zu werden als mal einen "Glücksgriff" zu tun. Ich denke solche Enttäuschungen bekommen erst dann besonders viel Gewicht, wenn man sich auf einen einzigen Menschen festlegt, nicht offen für weitere Freundschaften bleibt. Für mich sind Freundschaften nichts monogames. Hab bisher auch noch nicht erlebt, dass einer meiner Freunde etwas in der Art eingefordert hätte. Jedenfalls nicht bei den "echten" Freunden. Die "Seelenmülleimer"-Freunde bringen sowas durchaus, nur lasse ich mich dann auf nichts ein. Wer konkurriert, der ist kein Freund in meinen Augen.

  2. #32
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 1

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Freunde ?

    ...... Hmmmm.....

    Kommen und gehen/ tauchen auf und verschwinden...

    Diese Probleme habe ich damit auch...

    Es ist schwer jemanden zu halten, da ich mich oft ungerecht behandelt fühle oder angegriffen gegen über meiner Person. Auch habe ich das Gefühl, da ich ein gutmütiger Mensch bin, und unterstützen und helfen mir steht. Ausgenutzt zu werden oder gar nix in der Kategorie zurück zu bekommen wie ich es Tat. Das macht mich oft traurig. Höre aber trotzdem damit nicht auf.

    Ich habe 2 Menschen die an mir kleben!(die ich natürlich liebe als meine Freude) Kennen mich und meine Fehler, sie haben schon einiges von mir abbekommen.. Gehen unterschiedlich damit um. Einfach ist es für mich nicht. Besoders wenn ich in ihre ratlosen Gesichter schaue, wo doch für mich Klarheit herscht...

    Es ihnenirgendwie verständlich zu machen, ist oft eine Kunst. Da mir oft in gewissen Situation plötzlich die sprachkunst fehlt...

    Dann werde ich zu direkt, dass es dem gegenüber verletzten tut.

    Naja, wenn ich neue Menschen kennenlerne. Sind sie meist anfangs begeistert von mir.. Warum auch immer?!
    Aber das legt sich mit der zeit..
    Und man geht mir aus dem weg..

    Mit dem zwischenmenschlichen tuh ich mir mittlerweile schwer, vermeide die maße. So gut es geht.

    Wünsche mir seit langen einen kleinen intakten Freundeskreis. Bekomme es aber nie wirklich hin, entweder mögen sie sich unter einander nicht, da ich immer verschiedene Arten von Kategorie Mensch habe. Da ich selber sehr vielfältig bin. Oder sie verbünden sich gegen mich und ich bin dann abseits und ziemlich verletzt..

    Mit der Freundschaft ist das wirklich kompliziert. Auf Geburtstagen stehe ich auch meist selten mit Freunden da. Meist Feier ich alleine oder mt 1-2..

    Wenn ich mal eine Party veranstalten wollte. Hatte ich sie meist auch abgesagt, weil es mich überfordert.
    Allein der Gedanke was das für ein nix werden könnte oder was daraus ensteht. Bin sehr vorsichtig mit der Wahl, Leute vorzustellen. "Bekannte".

    Hmm... Freunde ? Sind die, die lernen mit deiner Krankheit in zu gehen. Aber man sollte auch lernen vor seinen Freunden es zu kontrollieren. Wenn man an einem Strang zieht klappt das auch meine 2 Klebe Freunde tuhen es. Und ich will die nie vermissen müssen. Auch wenn ich sie manchmal zum Teufel schicken würde

  3. #33
    Zotti

    Gast

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Hallo, ich habe jetzt nichts durchgelesen daoben, ich habe zwei beste Freundinnen, damals in Berlin durch unsere Kinder kennengelernt.

    Zum Glück ist die eine auch von Berlin aus hierher nach Bochum gezogen, sogar zur gleichen Zeit im gleichen Monat, das ist z.B. Glück.

    Die andere lebt jetzt (unglücklich ohne Freunde) in Bayern.

    Dann habe ich hier in Bochum/Witten noch eine dritte ADS-Freundin die ich erst vor äähmmm zwei oder drei Jahren, egal kennengelernt habe.

    Das reicht doch erstmal oder. Ja ich habe da Glück gehabt. Mehr brauche ich auch nicht, außer meine beiden Söhne, daß sind auch meinen Freunde.

    Mein Partner ist mein Partner und sehr zuverlässig, doch bezüglich ADS versteht er mich nicht immer.

    Gruß Zotti Meine Freundinnen sind für mich wichtiger als die Familie (die weiter weg wohnt und mich auch nicht so versteht).

  4. #34
    Ist öfter hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 100

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Ich habe nicht viele Freunde, aber die ich habe, auf die kann ich mich verlassen und sie mögen mich so, wie ich bin.

    Meine allerbeste Freundin kenne ich seit 25 Jahren und die Welt müsste schon explodieren, damit das zerbricht.... aber selbst dann würde die Freundschaft nicht zerbrechen.

    Wir "lieben" uns auf besondere Art und Weise.... ich seh sie als kleine Schwester an und sie mich als Große.

    Kann wohl darauf basieren, das wir zwei viel durchgemacht haben, sowas kittet.... sie und ihr kleiner Sohn sind mir das wertvollste auf der Welt....

    Seit ca. einem Jahr hat sie einen festen Partner, mit dem ich auch sehr gut auskomme und er mag mich so wie ich bin.

    Die beiden akzeptieren wie ich bin und versuchen nicht mich zu ändern, DAS sind wahre Freunde

    Achja, meine Freundin hat ADS....

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 98

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Bei mir ist das so:

    Ich treffe regelmäßig neue Freunde (Keine ADSLer) , weil die "alte" denn nach dem 3-4 Mal treffen "aufeinmal" keine Zeit mehr haben, oder Nicht mehr ans Telefon gehen oder viel Arbeiten müssen. und sich denn aber auch nie wieder bei mir melden.

  6. #36
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 929

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Ich habe viele Freundschaften kommen und gehen sehen....und auch Wenns sich nun komisch anhört....ich bin froh, dass es mir nicht alleine so geht.
    Eine Freundin hat sich noch von früher gehalten...allerdings hat sie auch sehr viel Probleme und Treffen ist da eher nicht drin.....Entweder geht es ihr schlecht, oder mir.....
    Meine Therapeutin, hat mich gestern auf den Topf gesetzt, weil sie mich an sich dazu anhalten will, das ich mehr rausgehe und Kontakte aufbau...
    Allerdings hält sich meine Begeisterung in Grenzen...hier habe ich auch sehr liebe Freunde gefunden....aber ehrlich gesagt, reicht mir das...ich mochte noch nie raus und Bummeln...Klamotten kaufen...und so....einkaufen ist meistens Stress für mich. Und seichter Smalltalk ist auch nicht mein ding....Nun meint meine Thera ich habe mich wohl mit meiner Sozialen Einsamkeit arrangiert und will da nicht raus.
    Ich sehe da allerdings nicht unbedingt ein Problem...ich habe mit mir selber genug zu tun, und kümmere mich auch gerne um die wenigen echten Freunde....aber warum muss ich mich denn auf die Oberflächlichen einlassen? wenn ich keinen sinn darin sehe...
    Naja zu mindestens sehe ich hier, dass ich nicht alleine damit bin...dass tröstet etwas :/

  7. #37
    Zotti

    Gast

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Aber wenn du doch mindestens zwei drei Freunde hast reicht das doch.
    Mein einer Sohn hat viele Freunde der ADSler und der Asperger hat gar keine Freunde
    aber dafür seine Freundin. Wenn man zufrieden ist, ist o.k.

    Ich habe zu Hause auch lieber meine Ruhe, doch wenn ich rausgehe dann brauche ich auch
    ein paar Leute um mich. Das müssen keine Freunde sein, einfach Bekannte geht auch.

    Gruß Zotti

  8. #38
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 7

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    Ich habe eigentlich keine Freunde (zumindest niemanden, der in Notsituationen für mich da wäre), dafür aber eine tolle Schwester

  9. #39
    susiprincess

    Gast

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    meine Freundschaften hattenn sich verlaufen, aber naja so richtig Freunde hatte ich nicht. Außer einer, der war dann weg. Und jetzt erst habe ich eine Freundin. Die ist so wie ich, wir verstehen uns gut weil wir gleich ticken. Naja und mein Freund tickt ja auch meist gleich Er mag keine Menschenmassen, wir sitzen alle beide vor dem TV und gucken anstatt in den Tv aufs Handy und spielen und wenn etwas weg ist von ihm oderr mir, einer sucht immer was Ich habe eine gute Freundin und mein Freund, das reicht mir

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 34

    AW: Freundschaft und AD(H)S

    so,
    ich habe heute meine Diagnose erhalten und möchte mich jetzt auch gerne hier austauschen. Der Befund hat mich jetzt nicht sonderlich schockiert. Es ist ja nicht so, dass wenn sich das nicht bestätigt hätte, die Probleme gelöst wären und so hat das Kind wenigstens einen Namen.

    Sehr beruhigend finde ich, dass es vielen hier mit den sozialen Kontakten auch nicht deutlich leichter fällt als mir. Wobei sich die Situation erst in den letzten paar Jahren so zugespitzt hat. Früher hatte ich einen sehr großen Freundeskreis und bin immer zwischen den Cliquen A bis D hin und her gependelt. Doch meistens waren diese Freundschaften eher oberflächlich. Man hat halt zusammen Party gemacht und wenn mal gerade keine Party stattfand, hat man mit vielen auch nix zu tun gehabt. Das war für die jugendliche Phase auch ok, schließlich will man sich auch einfach ein bisschen die Hörner abstoßen und mal ausgelassen die Seele baumeln lassen, was durch den beginnenden Alkoholkonsum sicher leichter gefallen ist. In der Zeit war es für mich ein leichtes Kontakte zu knüpfen. Irgendwie schien ich andere Leute anzuziehen. Ich wurde oft angesprochen und habe auch viele Leute angesprochen.
    Zu den oberflächlichen Bekanntschaften gesellten sich dann auch die wirklich guten Freunde, mit denen man auch nicht-oberflächliche Gespräche führen konnte.

    Doch die Realschulzeit (hatte eigentlich eine Gymnasial- Empfehlung, wollte aber wegen der "guten" Freunde lieber auf die Realschule und meine Eltern ließen mich machen), brachte schleichend die Veränderung mit sich. Bis zu dieser Zeit hätte vermutlich niemand auch nur im Traum daran gedacht, dass ich überhaupt ein Problem haben könnte, denn meine Konzentration war eigentlich nicht schlecht und gut, ich hatte als Kind öfter mal die eine oder andere Schramme, aber kein Kind kommt ohne aus, wenn es Spaß haben will.
    Aber mit der Zeit veränderte ich mich von "immer gut drauf" zu "allmählich chronisch depressiv". Es war allerdings auch gleichzeitig leider so, dass es in meinem Elternhaus viel Streit zwischen meinen Eltern und meiner Schwester gegeben hatte und meine ständige Mieslaune schnell damit begründet wurde. Das war sicherlich auch ein Grund, denn es ging ziemlich rund und es fielen viele harte, verletzende Worte und wüste Beschimpfungen in die ich zu allem Überfluss auch noch hineingezogen wurde, ohne dass ich überhaupt wusste, worum es ging. Aber rückwirkend würde ich sagen, dass die (soll jetzt nicht überheblich klingen, aber viele wissen vermutlich, wovon ich rede) dauernde Unterforderung mich doch sehr unzufrieden gemacht hat. Deswegen war ich aber kein Überflieger, ganz im Gegenteil, ich wurde schlechter und schlechter bis hin zur gefährdeten Versetztung. Weil man davon ausging, dass ich aber nicht zu blöd war, ließ man mich mit zwei zugedrückten Augen dennoch ohne Zusatzrunde weiterkommen.
    Was war also das Bild, was ich in dieser Zeit vermittelte? Immer schlecht gelaunt und mürrisch und kein Bock auf nix. Kein Wunder also, dass das der Beginn von Schwierigkeiten mit meinen Mitmenschen war. Hat man sich auch noch nicht so viel bei gedacht, konnte man ja auch verstehen.
    In dieser Zeit hatte ich aber glücklicherweise auch eine gute Freundin, die direkt bei mir in der Nähe wohnte, wo ich hingehen konnte, wenn es mir schlecht ging. Andersherum war dies auch oft der Fall, weil sie auch so ihre Probleme zu Hause hatte. Und wie hier viele schon beschreiben, ja, Seelenmülleimer kenne ich auch zu genüge, aber solange das auf Gegenseitigkeit beruht, ist das ja nicht schlimm.

    Nach der Realschule folgt ein Jahr Berufsbildende Schule Wirtschaft, weil man mit sich noch nix anfangen konnte. In der Zeit war es so, dass ich selber den Eindruck hatte, nicht wirklich mitzubekommen, was um mich herum passierte. Ich hatte bis dahin, soweit ich das selber einschätzen würde, meine Launigkeit damit "kompensiert", dass ich mir dachte: "Schlucks runter, geht keinen was an, kommt auch nicht gut an, wenn du zu Hause bist, kannst du immer noch schlecht drauf sein". Reaktion der anderen: die ist irgendwie komisch, kommt nicht aus sich raus, wirkt nicht sympatisch. Dementsprechend wurde ich eher gemieden. War nicht ganz so schlimm, denn ich hatte ja meine beste Freundin in der Parallelklasse und wie die meisten hier, brauche ich auch nicht ein Pulk von Freunden. Soweit also nicht weiter schlimm, hab mir auch nicht viel dabei gedacht.

    Dann kam die Ausbildung zur Tischlerin. Klar für eine Frau nicht ganz gewöhnlich, aber ungewöhnlich passt gut zu mir . In der Zeit hatte ich in der Schule das Problem, dass ich mir so dachte:" Ach, wenn mir Leute doof kommen, vermittel ich einfach mal den Eindruck, dass man mit mir nicht alles machen kann". Hat geklappt. Aber leider hat mich das nur davor bewahrt ein Mobbing-Opfer zu werden, aber zu Beliebtheit hat mich das sicher nicht gebracht. War also auch falsch.
    Auf der Arbeit kam es wegen vieler Flüchtigkeitsfehler zu vielen kleinen Diskrepanzen mit den Kollegen und vom Chef gab´s immer einen auf den Deckel, weil dieser das Wort Cholerik scheinbar erfunden hat. Das hat meinem Selbstwertgefühl nicht wirklich geholfen, das wegen der Häufigkeit an Fehlern, die leider auch oft einfach total dämlich waren, was mir höchst peinlich war, sowieso schon am Boden war.
    Folge: Rückzug. Wenn mich keiner sieht oder hört, kann mich auch keiner verurteilen. Leider fielen viele Freundschaften dieser Phase zum Opfer, weil ich auch nicht bereit war, andere mit meinen Problemen zu belästigen, da ich mich dafür auch ziemlich geschämt hab. Kann ich also auch keinem verübeln, dass er sich von mir gelöst hat.
    Mein engen Freunde blieben trotzdem noch mehr oder weniger mit kleinen Verlusten bestehen.

    Und damals, im Ferienlager... da lernte ich dann ein paar Kerle kennen, die so schrecklich schön unkompliziert waren. Sie wurden mit der Zeit zu guten Kumpel, mit denen man mal ordentlich einen trinken konnte. In der Tendenz hatte ich mich immer eher zu den Männern hingezogen gefühlt, da ich mit dem "Oh Gott, was ziehe ich nur an? Nein! Mein Fingernagel ist gerade abgebrochen!"- Gehabe, dass viele Mädels in meiner Umgebung so an sich hatten, nicht so richtig viel anfangen konnte. Und einfach mitmachen, um von gackernden, oberflächlichen Hühnern gemocht zu werden kam für mich nicht in Frage. Sollten sie sich doch über mich ihre rot-angemalten Münder zerreißen, das war mir wirklich echt egal.
    In dieser Zeit lockerte sich das Verhältnis zu meinen vorherigen, engeren Freunden, da diese auch zum Teil dem Histeriefieber des "Aussehen ist Priorität" verfallen waren.

    Dann kam die Phase, in der sich die teilweise schon geminderten Cliquen allmählich aus beruflichen Gründen oder ähnlichem in alle Bundesländer verstreuten. Eine wirklich gute Freundin fiel leider einer Drogenpsychose zum Opfer. Es war für sie leider nötig das Umfeld zu verlassen und alte Kontakte abzubrechen, um das Problem zu bewältigen. Sie vermisse ich heute total, auch wenn ich für sie auch oft Seelenmülleimer gespielt habe und ich auch manchmal ein wenig abgemeldet war, wenn grad andere cooler waren. Aber ich denk mir "nobody is perfect".

    Die Kumpels sind mittlerweile in einem Fall zu meinem Lebenspartner in anderen Fällen zu Familiendaddys "motiert". Erfreulich für sie und ich gönne ihnen das auch. Aber es wäre jetzt ein wenig komisch, auch wenn ich mit den dazugehörigen Frauen gut auskomme und wir auch hin und wieder alle zusammen etwas unternehmen, sie noch als Kumpels zu bezeichnen. Denn, das soll kein Vorwurf gegenüber den Frauen sein, aber es ist einfach nicht mehr so, wie es früher war.
    Und meine beiden besten Freundinnen sind wegen Beruf und Studium in weite Ferne gezogen.

    Dann hat sich für mich aus gesundheitlichen Gründen meine Berufslage ändern müssen. Zum Glück, denn Tischlern ist nicht mehr das, was es früher war und es ist echt ein langweiliger und sehr zukunftsloser Beruf geworden.
    Also habe ich angefangen zu studieren. Zu meinen beiden Freundinnen hatte ich über Jahre hinweg einen langsam vor sich hinbröselnden Kontakt, der überwiegend von mir ausging, denn ich wollte gerne an ihnen festhalten. Leider hat die eine sich immer weniger gemeldet und ist auch nicht mehr ans Telefon gegangen, lag aber nicht nur an mir, das hat sie bei anderen auch gemacht, das lag daran, dass sie ein Baby bekommen hatte, welches sie nicht der "gefählichen" Handystrahlung aussetzten wollte?! Mit der anderen hatte ich noch länger Kontakt. Bis ich sie irgendwann auf dem Sprung erwischte und sie meinte:"Du, ich ruf dich nachher zurück". Ein halbes Jahr später habe ich dann mal vorsichtig über facebook gefragt, ob sie mich schon vergessen hatte. Als Antwort bekam ich in etwa, dass sie sehr gestresst sei und dass es ihr nicht gut ging. Außerdem hatte sie ja in ihrer neuen Heimat auch ganz liebe neue Freunde gefunden. Und es fiele ihr schwer mit mir zu tun zu haben, weil wir oft über schwere, ernste Themen sprächen. Und sie hätte auch den Eindruck, dass sie sich bei mir immer verstellen müsste.
    Danach hatte ich sowas geantwortet, wie: "Kein Problem, ich versteht das. Es tut zwar ein bisschen weh, aber ich nehme Rücksicht auf dich." Das war in keinem Fall sarkastisch gemeint. Allerdings ließ ich dann unser letztes Treffen nochmal Revue passieren: Sie hatte meinen Freund und mich besucht, bzw. ihre Eltern und wir sind dann auf ihren Wunsch zusammen losgezogen. Dann hat sie mich 2 Stunden lang mit ihrem Problem: "Mein Chef hat mich plötzlich einfach geküsst und dabei ist er verheiratet" konfrontiert und schien sehr bedrückt und niedergeschlagen zu sein. Als ich ihr dann geraten hatte, was ich an ihrer Stelle vielleicht machen würde, sagte ich ihr ich riefe sie dann an und würde mich erkundigen wie es gelaufen ist, damit sie jemanden zum reden hat. Gesagt getan. Zu meiner Verwunderung antwortet sie auf meine Frage:"Und? Erzähl, wie ist es gelaufen?", "Hä? Ich weiß grad nicht, was du meinst".
    Das gab mir doch Rätsel auf. Sie schüttet mir ihr Herz aus, ist die ganze Zeit schlecht gelaunt und findet, obwohl wir uns seit einigen Monaten nicht gesehen hatten kein anderes Thema. Und ohne weitere Vorfälle oder irgendwelche Kontakte heißt es plötzlich, sie müsse sich verstellen und ich wär ihr zu ernst.

    Muss ich das verstehen?? Ist das einfach typisch AD(H)S und ich seh meinen Fehler einfach nicht? Also ich würde die Situation so einschätzen: "Ach du, mit dir kann ich meine Probleme besprechen, bei dir muss ich nicht auf meine Laune aufpassen, ich kann sie einfach rauslassen und mich bei dir ausweinen. Ich hör mir im Gegenzug auch deine Probleme an. Das ist nur fair. Ach so, jetzt hab ich aber neue Freunde gefunden. Naja, machs gut, ich brauch dich nicht mehr, wie es dir damit geht, ist mir egal, ich hab ja jetzt andere. Mach´s gut:"

    Oder wie würdet ihr sowas einordnen?

    Ich habe jahrelang die Fehler immer nur bei mir gesucht. Und ich habe auch viele Fehler, ganz bestimmt. Erst recht ist mir das durch die heutige Diagnose klar. Aber wenn ich mal zusammennehme, was andere von mir erwarten, ist das in etwa:"Du bist jemand auf den man sich verlassen kann. Mit dir kann man gut reden. Du bist immer so hilfsbereit. Das soll auch so bleiben. Deine schlechte Laune lass aber lieber mal zu Hause, wir wollen uns nur mit positiven Menschen umgeben. Komm mal ein bisschen aus dir raus, du bist immer so zurückhaltend. Warum hast du denn eine eigene Meinung? Pass dich doch lieber an. Ist schön, dass du kein Ja-Sager bist.

    Ist mein Problem verständlich?

    Ich versuche mich bereits zu ändern. Aber ich möchte trotzdem gemocht werden, so wie ich bin. Nur scheint mein Freund der einzige Mensch zu sein, der auch nach langer Zeit noch findet, dass es trotz aller Probleme etwas liebenswertes an mir gibt. Aber ich hätte schon gerne noch jemanden, mit dem ich reden und etwas unternehmen kann und der mir auch mal konstruktives Feedback gibt und nicht nur ein "Du bist nicht so, wie ich dich haben will". Sonst ist es schnell so, dass wenn mein Freund und ich uns streiten ich häufiger mir die Fehler anlaste, weil ich kein und er ein gutes Selbstwertgefühl hat. Das macht mich nicht gerade selbstbewusster, weswegen ich mich gerne zurückziehe. Nur so lernt man auch niemanden kennen.


    Ein Teufelskreis...

    - - - Aktualisiert - - -
    Geändert von dicona ( 6.05.2013 um 22:22 Uhr) Grund: versehentlich doppelt

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