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Diskutiere im Thema ADS/ADHS und Glauben im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    Ok, ein dickes, dickes, Entschuldigung!

    Meine Gefühle fahren wieder Achterbahn. Und ich kann wieder mal nicht aussteigen. Sorry!

    Nein, ich verurteile niemanden. Weder für seine Herkunft, seinen Glauben oder seine persönliche Einstellung!

    Ich denke aber auch, Boltar, wie du selbst, dass das ambivalent ist. Und nur weil ich an Gott glaube, sehe ich ihn nicht als das allwissende, gütige Wesen. Hier ist auch nicht von "blindem" Glauben die Rede gewesen, sondern von Glauben an was auch immer. Und damit auch an den Glauben an sich selbst. Irgendwie. Glauben definiere ich nicht über Gott (im Sinne der christlichen Kirche), sondern über an etwas höheres, größeres, nicht "be"greifbares.
    Ich formuliere das jetzt mal so: In der Bibel steht: Gott erschuf die Welt in 6 Tagen. Und da steht: Für Gott ist ein Tag wie 1000 Jahre. Die ganz streng Gläubigen glauben nun an die Erschaffung der Welt in 6 Tagen. Die etwas aufgeklärteren glauben an die Erschaffung der Welt in 6000 Jahren. Mir kommt aber manchmal eine Stunde vor wie eine Ewigkeit und manchmal wie 3 Minuten.
    Ich mache Glauben weder an der Bibel (ist eine von Menschen aufgeschriebene Geschichte) noch an der Kirche fest. Für mich ist Glauben = glauben an eine höhere Macht. Z. B. fliegen wir ins Weltall. Soweit wir zum jetzigen Zeitpunkt können. Bewiesen (ist es wirklich bewiesen oder doch nur Annahme und Vermutung?) ist die Existenz von schwarzen Löchern. So, jetzt kommt die Frage: Was ist hinter dem schwarzen Loch im Weltall? Und was ist hinter dem uns bekannten Sonnensystem? Gibt es Parallelwelten, von denen wir keine Ahnung haben? Oder sind wir Menschen die einzigen intelligenten (dafür halten wir uns ja wohl) Kreaturen? Da sich der Mensch und vor allem sein Verstand in gerade den letzen 100 Jahren extrem schnell weiterentwickelt hat, sind viele Dinge erforscht, entdeckt und erklärt worden. Mit jeder neuen Erforschung, Entdeckung und Erklärung tauchen aber wieder neu Fragen auf! Und diese Frage lautet immer: Warum, wieso und weshalb ist das so? Und daher glaube ich halt, dass es da etwas wesentlich größeres, intelligenteres und eben unfassbares geben muss! Und Glauben ist nun mal das einfach übersetzt: Nicht wissen!

    Ich bin Christin, weil ich so aufgewachsen bin, weil es mir so beigebracht wurde! Ich bin aber irgendwie auch Hindu, Buddhistin, Islamistin, Jüdin usw. Weil ich an etwas glaube, das mein Verstand nicht fassen kann! Und das kann ich nur mit Glauben erklären!

    LG

    Snagila

    Ps: der Thread war von mir.

  2. #22
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    Snaglia, Boltar, eure theologische Diskussion ist schon drollig, trifft aber irgendwie den Kern, v.a. von smiley. Für ein Baby ist tatsächlich die Mutter so etwas wie eine Göttin. Es ist daher schade, dass das Christentum, v.a. die Evangelen und erst recht der Islam die Müttergöttin abgeschafft bzw. keine haben. Die Katholen haben mit Maria noch so etwas wie eine Göttin. Viele Katholen haben Mühe damit, mir ist aber gerade Maria sympathisch. Übrigens hatte Jesus Brüder (z.B. Jakobus) und auch einen Vater (Josef), das steht in der Bibel. Das Maria angebl. Jungfrau war, wurde ihr erst später angedichtet, um die Göttlichkeit von Jesus zu betonen. Es gibt das gleiche Märchen von anderen herausragenden Figuren des Altertums.

    Das "Aufsehen" des Baby in einen Tragtuch zur liebvollen Mutter konnte ich kürzlich längere Zeit in einem Bus beobachten. Die Kraft und das Bewusstsein, als Person anerkannt zu werden, bekommt der Mensch in erster Linie von der Mutter.

    Es gibt tatsächlich keine römischen Schriften (ausser dem neuen Testament und ähnlichen Schriften, die nicht in die Bibel aufgenommen wurden), wo Jesus erwähnt wird, Es wird nur eine "Sekte" erwähnt, deren Anhänger sich Christen nennen.

    Da Gott ein je persönliches inidividuelles Konstrukt ist, das manche als Wahn bzeichnen, ist der eher negative Gott von Boltar und der Gott von Snagila nicht dasselbe.

    Übrigens: Die intensive Beschäftigung mit theoretischen (z.B. ideologischen) oder auch religiösen oder existenziellen Fragen (was ist hinter den schw. Löchern?) sei ein Merkmal für Adoleszens, d.h. für eine wenig gefestigte Persönlichkeit, die ihre Identität (noch) nicht ganz gefunden hat. Habe das in einem schlauen Buch von einem Psychiater gefunden und schliesse mich davon nicht aus. Dies nur als Denkanstoss: Warum beschäftig man sich intensiv mit der Gottes-Frage? Begnügen wir uns doch mit dem, was ist und wir erkennen können und lassen Gott einen "braven Mann" sein.
    Geändert von kalenji (23.10.2009 um 14:36 Uhr)

  3. #23
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    Ok, kanlenji,

    lassen wir den "lieben Gott" einen "guten Mann" sein und begnügen und mit dem, was wir wissen und erkennen können. Das bedeutet aber doch auch: Wir brauchen keine Forschung, in keiner Richtung! Wir müssen uns dann also damit abfinden, dass Tsunamis und Orkane Menschenleben fordern, das Ebola und Aids nicht heilbar sind usw.
    Ich habe meine Idendität noch nicht gefunden! Ich suche immer noch nach der richtigen "Berufung", also nach dem Betätigungsfeld, in dem ich wirklich was leisten kann, herrausragend leisten kann. Leonardo da Vinci hat sein Leben lang danach gesucht und nebenbei ein paar ganz herausragende Entdeckungen gemacht. Robert Koch hat gesucht und entdeckt, Marie Curie hat sich nicht damit begnügt, zu wissen und zahlreiche andere eben auch nicht. Es ist die Natur des Menschen, mehr wissen zu wollen und mehr herausfinden zu wollen. Und deshalb begnügen wir uns nicht damit, das Wissen und die Erkenntnis als solche hinzunehmen.

    Allerdings weicht diese ganze Diskussion jetzt vom eigentlichen Thema ab. Eigentlich wollte ich nämlich über theologische Fragen im allgemeinen, über Fragen des Glaubens über Glaubensgrenzen hinaus und über Ehtik (die meiner Meinung nach eng mit Glauben und Religion zusammenhängt) diskutieren. Und über Gemeinsamkeiten in den einzelnen Religionen, aber auch über das nicht glauben (eben auch an was auch immer) diskutieren.

    Lassen wir es mal laufen. Es ist ein sehr interessanter Thread geworden, mit immer neuen Aspekten, die zu immer neun Sicht- und Denkweisen anregen.

    LG

    Snagila

  4. #24
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztl. Diagnose erst als Erwachsener
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 63

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    @kallenji

    Hallo Landesgenosse

    Kannst du mir bitte veraten, in welchem Buch du diese Aussage gelesen hast? Ich bin leider auch in der Infantilen Phase stecken geblieben und möchte einfach diesen Psychiater verstehen, welcher eine solches Dogma sich getraut, auszusprechen.

    LG Malu

  5. #25
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 45
    Forum-Beiträge: 728

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    @ malu,

    der Psychater traut sich was zu! Keine Ahnung, was, aber trauen tut der sich. Ich wüsste auch gerne, wo das steht!

    LG

    Snagila

  6. #26
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 30

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    Ich habe die betr. Aussage, die ich schon relativiert und auch auf mich selber bezogen habe, aus einem sehr interessanten Buch von Mario Gmür, das ich z.Zt. nicht zur Hand habe. Es geht um Adoleszenz, nicht um infantil. Komme vlt. darauf zurück.

    Es kommt auf den Zusammenhang der Aussage an, und wie man (ich) sie verstehen kann. Ausserdem ist nicht alles für wahr zu nehmen, was zwischen Buchdeckeln steht. Im Moment schien mir die Assage sehr überzeugend. Bin nun aber der Auffassung, dass das geistige Suchen durchaus einem menschlichen Grundbedürfnis entspricht. Es kommt nur darauf an, wie man das betreibt.

  7. #27
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 50
    Forum-Beiträge: 90

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    Schönes Thema!

    Mir hat, mein Glaube an Gott, geholfen, nicht völlig die Orientierung bei meinem inneren Chaos zu verlieren. Wäre ich nicht von klein auf so verwurzelt mit dem Glauben, wäre mein Leben bestimmt nicht so gut verlaufen.

    Gruß

    Fruehlingsmo(tte)

  8. #28


    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 20.809
    Blog-Einträge: 40

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    Hallo

    Hab das Thema ab hier geteilt: http://adhs-chaoten.net/smalltalk-qu...iskussion.html










    Liebe Grüße,
    Alex

  9. #29
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 182

    AW: ADS/ADHS und Glauben

    Bevor der Thread geteilt wurde schrieb Sunshine :

    Der Thread heißt ja ADHS und Glauben und sollte ursprünglich dazu dienen, zumindest war das die Ausgangsfrage von Snagila, ob sich bei jemandem mit ADHS das Verhältnis zu Gott geändert hat oder ob er Hilfe im Glauben gefunden hat.
    Hallo nochmal,

    da ich hier mit verschoben wurde,
    und da wohl das gefragt wurde was Sunshine schrieb,
    möchte ich hier auch noch mal etwas schreiben !

    Ich hoff das ist OK und nervt nicht !?


    Ich bin seit Kindheit ADSler,
    ...wie wohl alle hier ;-)
    Als Kind wird man beeinflusst von seiner Umwelt.
    Man wird in eine Religion gepresst (die meisten jedenfalls, ich auch) ob man das möchte oder nicht,
    und überall schnappt man etwas auf das man von anderen hört, was diese so von sich geben, über Gott und was angeblich so ist wie es ist,
    und in den Medien sowieso.
    Ich habe als Kind und als junger Erwachsener an Gott geglaubt, es wurde einem ja eingeredet (quasi Gehirnwäsche), und da kommt man auch so schnell nicht raus, und als Kind wird man halt fürs spätere Leben „geprägt“.
    Doch ich hab mir im Laufe der Jahre immer mehr Gedanken darüber gemacht, wie sich das alles so verhält, was ich da in der Kindheit erzählt bekommen habe.
    Und Dank meinem ADHS, meinem Gebrübel, meinem Querdenken, hab ich mich davon lösen können, von den Vorstellungen von einem Gott, wie es andere gerne hätten, dass ich es glauben soll. Das ich an etwas glaube ohne mir meine eigenen Gedanken dazu zu machen, das ich mein Leben danach ausrichten soll ohne das Geglaubte durchzudenken, lässt mich erschaudern. Und es ärgert mich heute, dass Kinder mit so etwas quasi genötigt werden.
    Und in die Kirche zu gehen, ging mir schon in der Kindheit auf den Keks, das war für mich einfach immer nur gewaltig nervend, die ganzen langweiligen Zermonien und das Rumgesinge, das war schon damals nix für meine ADS-Birne.

    Also JA meine Verhältnis zu Gott hat sich geändert,
    erstens gibt es für mich keinen Gott mehr, nach reiflichem darüber nachdenken,
    und eine Religion hat sich dann sowieso erledigt
    ...und außerdem brauche ich einen freien Geist (auch wenn die vielen Gedanken oft quälend sind).

    Grüßle,
    Sumpfi

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