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Diskutiere im Thema Es gibt doch garkein AD(H)S im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #21
    N o r d f r a u

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 8.207

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    Guten Morgen,

    "wie die Staublunge der Bergleute, wie der Hunger eines Kindes in Afrika
    ist AD(H)S als Krankheit eine Folge ungeeigneter Lebensbedingungen",
    schrieb Walter Beerwerth (ADS - Das kreative Chaos) einmal.

    Was kann man tun, wenn sich mehr als die Hälfte der Mitmenschen in diesem System wohlfühlt?
    Man sucht sich eine Nische, in der man überleben kann ......

    Einen schönen Sonntag,
    Gretchen
    Geändert von Gretchen ( 2.12.2012 um 12:07 Uhr)

  2. #22
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 243

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    Ich fange mal bei der Gesellschaft an, in der Herr Hoffmann damls lebte:

    1850- 1870 begann ungefähr das Industriezeitalter....das Bürgertum wurde geboren...der Mensch wurde passend zu der Industriealisierung zur Maschine erzogen, zur Funktionseinheit...die Menschen wanderten zu Hauf in die sich explosionsartigen Städte ab, weil sie mehr Wohlstand und Existenzsicherung versprachen. Die sich gleichzeitig entwickelnde Verelendung der Menschen war unbeschreiblich...Die bisherige gesellschaftliche Ordnung zerfiel...In dieser Ordnung hatte jeder Mensch seinen Platz. Es war nicht so, dass Krüppel und Behinderte zwangsläufig ausgesondert wurden. Sehr viele dieser Menschen hatten ihre Plätze in den Haushalten und das war normal.

    ....diese Menschen wurden erst zu der Zeit der Industriealisierung wirklich zu einem Problem, weil sie störten und überflüssig waren. Über die Hexenverfolgung muss man gesondert sprechen, die Dinge können nicht einfach so in einen Topf geknallt werden. Das hilft niemandem.

    vorweg:

    Der Begriff "Kind" ist ein bürgerlicher den es in der mittelalterlichen Ständeordnung so nicht gab. Erst in der Zeit der Aufklärung und der Bildung für jeden...entwickelte sich auch eine umfangreiches Bild für die Lebensspanne des Kindes. Der Kinderarzt ist eine bürgerliche Erfindung.

    Die Kinder waren nun auch Objekte jeglicher Dressur und Erziehungsideologien der Erwachsenen ausgesetzt. Es entstanden Heime und Erziehungsanstalten, in den die Kinder zu tiefst traumatisiert und hospitalisiert wurden. Je nach Schicht, arbeiteten die Eltern beide bis zum Umfallen und waren auf eine Unterbringung der Kinder angewiesen oder auf sich gestellt. Die Großfamilien zerbrachen an der Industriealisierung, so dass Kinder nicht mehr durch andere Familienmitglieder aufgefangen werden konnten.

    Die menschliche Orientierungslosigkeit und Verwirrung muss enorm gewesen sein, viele Kinder starben in Folge der Unterversorgung und Vernachlässigung. Mir ist nicht bekannt, dass es in dieser Arbeiterschicht so etwas wie ADHS gegeben haben soll. Dafür gab es weder Zeit noch Raum. Auch einen Kinderarzt konnten sich viele Menschen damals nicht leisten.

    Der besagte Kinderarzt, der immer wieder gerne zitiert wird, damit das Phänomen ADHS genetisch salongfähig gemacht wird, hat in der Regel Kinder aus der oberen Bürgerschicht behandelt. Die Dressur dieser Kinder, sich gegen ihre Natur entwickeln zu sollen, war enorm.
    Gerade in der Schicht, wo die Mütter nicht selber stillten und ihre Kinder in den ersten Lebensjahren einer Kinderfrau übergaben, weil das nicht fein war, zeigte sich eine erschreckende Entfremdung zwischen Eltern und Kindern. Die Kinder sollte eine Funktion erfüllen, den Betrieb oder die Firma übernehmen, standesgemäß heiraten und sich in einer engen Moralvorstellung bewegen lernen. Gefühle und eigene Wünsche wurden ignoriert oder mit körperlichen Strafhandlungen aller Art sanktioniert.

    Jeder denkende Mensch kann sich spielend vorstellen, wo diese dragonische Erziehungsdenke hinführte, (das ginge aber nun zu weit) und dass es immer mehr Kinder gab, die dies nicht ertrugen und das zum Ausdruck brachten, ist noch lange kein Zeichen für eine genetische Fehlfunktion des Gehirns. Was ein Wahnsinn!

    Die Zivilisation des Menschen, deren Dressur und Abschaffung von Gefühlen, um höhere Zielen und Zwecke dienen zu sollen, blieb nicht folgenlos.

    Unsere Gesellschaft hat sich seit dem nicht menschlicher entwickelt, sondern das Gegenteil ist der Fall. Das Verheerende ist nur, dass wir Menschen nicht mehr nach Außen gehen, sondern uns selber zerstören und nach innen schießen.

    Es besteht kein Grund, dass dieses immer weiter ausufernde Phänomen ADHS als genetischen Defekt zu bezeichnen ist. Es entschuldigt, aber wen? Eine hochentwickelte Geselschaft, die längst am Ende ist und sich gerne verändern will, Veränderungsprozesse aber als Krankheiten einzelner Menschen zementiert und stigmatisiert werden, kann nur erschüttern.

    Am erschreckensten ist es aber, dass viele derjenigen, die es betrifft scheinbar kaum in der Lage sind, sich selber aus der Stigmatisierung herausnehmen zu wollen. Die ein Andersdenken von Leuten wie z.B ich, bekämpfen müssen, damit das vertraute Bild vom eigenen Defizit in einer guten Welt nicht ins Wanken gerät. Denn das macht Angst.

    Es ist ein Segen, dass wir heute so tolle Medikamente haben, dass wir die freie Meinungsäußerung besitzen und uns überall öffentlich austauschen dürfen. Das gab es auch in der Form nie zuvor. Dies sollten wir aber dafür nutzen, um uns aus der defizitären Denkhaltung zu befreien und unsere Umwelt gleich mit positiv zu beeinflussen. Denn wir sind doch die Gesellschaft.

    Wir sind informiert, können lesen und schreiben, dürfen uns weitgehend frei entfalten und sind nicht in der Lage diese immer weiter um sich greifende ADHS symptomatik zu entschlüsseln?


    Wir unterstellen:


    einem perfekten Organ, dem Gehirn eine genetische Fehlfunktion, als habe die Natur da grundlegend etwas falsch konstruiert?

    Wie kann das sein, anhand der perfekten Entwicklung von Leben auf einem kleinen blauen unscheinbarem Planeten, wie der Erde...unter vielen Millionen Planeten da draußen, die unbelebt im Sinne unseres Lebensbegriffes zu sein scheinen.

    Wie kann das sein, dass das menschliche Gehirn von den eigenen Besitzern selber angegriffen wird und als fehlerhaft dargestellt wird? Wo soll da die gesunde Logik sein? Wo ein wirklicher Ausweg? Außer im Untergang.

    Das kann nur sein, wenn man nicht anfängt zu denken und das Groß-hirn nicht so zu nutzen beginnt, wie es nun einmal ist. Es ist perfekt. Die Weigerung sich dem Potential zu stellen oder stellen zu können, entspringt vieleicht anderen Hirnarealen (frühzeitlichen z.B), ist jedoch bereits längst erkannt. Wenn einzelne Hirnareale unterschiedlicher Entwicklungsstufen der Menschheit aufweisen, dann hilft eher Verständnis und weitreichende Informationen und nicht die Denkweise, dass man krank ist und sich darauf ausruhen kann. Dann muss man sich ja auch nicht hinterfragen oder mal weiterdenken lernen. Das ist eher Verweigerung und damit Stillstand und das ist im Sinne der perfekten Natur nicht lebensfähig.

    Wenn hier immer wieder von dem schrecklichen Leiden der ADSler gesprochen und mit der Fehlfunktion gehadert wird, was wirklich sehr weh tun kann, ist es doch umso wichtiger, dass wir uns immer mehr an unsere Stärken erinnern und diese auszubauen.

    Ich versuche das zu nutzen und auch gerne mit Medikamenten zu entschärfen,weil es mir oft sehr schlecht geht. Das eine genetische Feinhäutigkeit da ist, steht außer Frage, und da kommt auch das Thema der Komorbitäten zum Einsatz. Sich die Mühe zu machen und die Spreu vom Weizen zu trennen kann doch nur der Lösungsweg sein. Und der ist individuell sehr unterschiedlich, bei jedem von uns.

    Also wenn von Genetik gesprochen wird, muss man das bitte schön auch trennen. Da bleibt am Schluss nämlich wie bei den meisten hochgepuschten Themen ziemlich wenig übrig. Das so viele Gehirne eine Fehlfunktion haben sollen, ist eine verheerende These, die unhinterfragt durch alle Fachkreise und Foren geistert. Wenn ein Auto Benzin, statt Diesel bekommt, hat es auch sehr bald eine Fehlfunktion...

    ..also unsere Gesellschaft ist das Produkt und Erbe unserer Vorfahren, wir müssen dieses Erbe immer wieder umbauen und an unsere heutigen Erkenntnisse und Bedürfnisse anpassen, nicht umgekehrt. Es kann nicht sein, dass sich verändernde Menschen an die starren mönstösen Vorgaben sterbender Kulturen als Fehlfunktion verkauft werden.

    Dies ist meine Ansicht der Dinge und ich möchte auch niemanden angreifen. Ich schätze und achte jegliches Leben und bin davon fest überzeugt, dass wir so wie wir sind völlig in Ordnung sind und uns nur in einem größeren Kontext in Wertschätzung zu unseren Wurzeln jeglicher Art verstehen lernen sollten.

    Liebe Grüße
    Rosenfee
    Geändert von Rosenfee ( 2.12.2012 um 11:57 Uhr)

  3. #23
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 177

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    Rosenfee schreibt:


    Am erschreckensten ist es aber, dass viele derjenigen, die es betrifft scheinbar kaum in der Lage sind, sich selber aus der Stigmatisierung herausnehmen zu wollen. Die ein Andersdenken von Leuten wie z.B ich, bekämpfen müssen, damit das vertraute Bild vom eigenen Defizit in einer guten Welt nicht ins Wanken gerät. Denn das macht Angst.

    hast du dieses Problem öfters, dass du dich bekämpft fühlst ?

  4. #24
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 186

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    ADHS heißt prinzipell nichts anderes als Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom. Das sollte man sicher immer vor Augen führen. Jeder, der unter solchen Symptomen leidet, die ab einem gewissen Schweregrad für den Patienten eine massive Einschränkung der Lebensqualität darstellen, sollte vom Arzt eine Diagnose und entsprechende Behandlung erwarten dürfen. Es gibt tatsächlich nicht wenige Psychiater, die AHDS als Erfindung der Pharmaindustrie oder Modekrankheit abtun. Einerseits haben anscheinend viele Psychiater mittlerweile kalte Füsse bekommen, nachdem in den Medien so viel über Missbrauch mit MPH geschrieben wurde. Andererseits gibt es unter Medizinern schon seit Jahren den wissenschaftl. Streit, ob die Ursachen von ADHS biologischer Natur sind oder nicht. Den Betroffenen hilft das wenig weiter. Fakt ist, dass seit 1978 die ICD 9 bzw. nun ICD 10 und seit 1980 das DSM III ADHS als eigenständige Diagnose auflisten. Da der Arzt die psychischen Auffälligkeiten bzw. Störungennicht ignorieren kann, empfiehlt er in solchen Fällen fast immer verschiedene Antidepressiva. (Komischerweise haben die gleichen Ärzte aber keine Bedenken solche Medikamente dann teils auch in sehr hohen Dosen zu verschreiben.)

    Solltest du also schon erfolglos versch. solcher Medikamente probiert haben, teile dem Arzt konsequent mit, dass du keine weiteren nehmen möchtest und weise ihn auf den ADHS-Verdacht bzw. Diagnose hin. Ist er nicht gewillt in diese Richtung zu untersuchen, wechsle zu einem anderen Arzt, am besten Privatarzt, die nehmen sich die nötige Zeit. Da bei den meisten erwachsenen ADHSlern wohl die (medial hochgekochte) Befürchtung vor der medikamentösen Ruhigstellung durch die Eltern nicht gegeben ist, spricht erstmals nichts gegen die Einnahme von Ritalin um wenigstens kurzfristig eine deutliche Verbesserung zu erfahren. Eine Heilung ist damit nicht möglich. MPH ist sicher kein Allheilmittel und es gibt auch ADHSler, die darauf nicht ansprechen. Eine zusätzliche Therapie ist deshalb ratsam.

  5. #25
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    Mich stört das ständige Behaupten, das man sich auf der Diagnose ausruhen würde.

    Ich sehe hier im Forum niemanden, der nicht versucht, etwas zu ändern und sei es nur, der lange Weg dahin, erstmal eine genaue Diagnose zu erhalten.

    Allein die Wartezeiten und Probleme die das mit sich bringt, sind doch ein Zeichen, das über den Symptomkatalog noch Aufklärungsbedarf besteht und Weiterbildung bei Ärzten nötig ist.

    Ursachen hin und Gesellschaft her. Das sind wichtige Teile eines Auseinandersetzens mit unseren Schwächen und dem Umgang damit.

    Aber:

    Hier gehts vor allem um das einzelne Individuum, das Hilfe braucht, sucht und in einer menschenfreundlichen Gesellschaft sollte ihm diese gegeben werden.

    Und niemand sagt, das diese Hilfe auf ein Medikament beschränkt sein soll. Überall wo ich gelesen habe, stand, das eine Therapie zusätzlich wichtig ist, die Art der Therapie sich auf die individuellen Probleme richten soll und die Forschung teilt regelmässig die Ergebnisse miteinander, welche Therapieformen die niedrigsten Weiterbehandlungsquoten gebracht haben.

    Wer behauptet "wäre die Welt anders, würden wir besser klarkommen", ist meiner Ansicht nach derjenige, der sich vor einer Veränderung drückt, denn es ist ja leichter die Schuld auf die (Schwer zu ändernde) Gesellschaft/Gemeinschaft/Kultur zu schieben, als sich mit Hilfe eines Facharztes und Therapeuten mit seinen Problemen auseinanderzusetzen.

    Teilweise stimmt es schon, das die gesellschaftliche Akzeptanz schwer zu erreichen ist, aber hey....
    Ich sehe nicht das ich meinen Schlüssel schneller finden würde, nur wenn die Gesellschaft mich mit meiner Schusseligkeit akzeptiert und ich mich deswegen nicht schlecht fühlen müsste...
    Also wo bitte setzt man mit Veränderungen an?

    Bei dem der seinen Schlüssel nicht findet, oder bei dem der darüber den Kopf schüttelt?

    edit:
    Wie wäre es bei beiden gleichzeitig?

  6. #26
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    @Aquabiotol
    Die Reaktion der Ärztin ist hart - aber sie ist zum Glück nicht die einzige Ärztin auf der Welt und zum Glück gibt es Leute, die Ahnung von der Sache haben
    du kommst aus NRW? Weiter oben oder weiter unten? Für den Raum OWL könnte ich dir was empfehlen, allerdings kann ich dir glaube ich noch keine PN schicken?
    @Liebes Moderatorenteam: auf welche Art kann man da jetzt einen entsprechenden Hinweis geben?



    @Rosenfee
    Ich vertrete deinen Ansatz zwar nur sehr sehr bedingt, aber ich finde, du stellst ihn wirklich schlüssig dar, ohne Vertreter anderer Meinungen persönlich anzugreifen - und vor allem, ohne den Betroffenen selber als "Schuldigen" seines Dilemmas böse anzugreifen ...
    dass du mit dieser Meinung "Kampfverteidigung im Autopilot" erfährst, kann ich mir lebhaft vorstellen ;-)

    Ich pick mir mal in loser Reihenfolge ein paar Aspekte raus, die mir spontan dazu einfallen:

    *Das Gehirn als Autoagressor*
    Wie kann das sein, dass das menschliche Gehirn von den eigenen Besitzern selber angegriffen wird und als fehlerhaft dargestellt wird? Wo soll da die gesunde Logik sein?
    Das funktioniert prima, wenn man das Gehirn als Teil eines biologischen Systems versteht ..

    Das dieses biologische System 'Mensch' teils entgleist und sich selbst angreift, ist ja bekannt - Krebszellen mal nur als die bekanntesten Vertreter genannt ...
    in unterschiedlichen Lebenssituationen reagiert das System "menschlicher Körper" auf seine Umwelt -

    • in Hungersnöten stellt der weibliche Körper die Befruchtbarkeit ein,
    • bei schwangeren Frauen wird im Erbgut des Embryos ein Schalter gelegt der sagt:"Lieber Stoffwechsel, sieh zu, dass du soviel Nährung verwertest und lagerst, wie es geht, kann sein, dass es zwischendurch nichts gibt!" Diese Menschen neigen später zur Fettleibigkeit!
    • Kommt der Körper in einen Ernährungsnotstand kann er inerhalb von 4 Wochen deutlich das Bilden von Farbpigmenten für die Haare reduzieren/einstellen
    • Bei der sogenannten Rhesusunverträglichkeit würde das Immunsystem der Mutter das des Kindes angreifen (heute behandelbar)

    Bei Menschen, die massive Ängste entwickeln, einen Herzanfall zu erleiden, kann überzufällig oft eine tatsächlich später auftretende Herzerkrankung festgestellt werden ...

    Ich entmystifiziere das Gehirn am liebsten: ich trenne "den Besitzer" nicht "von seinem Gehirn" ... ich sehe den Besitzer als Mechaniker im Maschinenraum seines Schiffes der natürlich feststellen können muss, ob die Geräte irgendwo eine Macke haben ...
    Und wenn dieser Mechaniker irgendein Ruckeln im Getriebe falsch interpretiert, wird er anfangen die falschen Schrauben zu lösen ... und wenn ganze menschliche Systeme sich in Flugzeuge setzen und Kamikaze flieben, warum soll dann ggf. aus einer Fehlfunktion heraus der Flieger nicht ins eigene Haus krachen?

    *Hoffmann's einseitiger Blickwinkel*
    Deine Argumentation zur Interpretation von Hoffmanns Arbeiten funktioniert nur bedingt - du schreibst ja selber
    hat in der Regel Kinder aus der oberen Bürgerschicht behandelt.
    ... ich betone das "behandelt": er hat die Bürgerschicht nicht nur in der Regel behandelt, sondern auch in der Regel diagnostiziert - insofern ist die Variable "Soziologischer Einfluss" schon mal nicht reliabel, da es keine zu korrelierenden Daten gibt.

    *Die Frage "gibt es ADHS" ist in sich nicht reliabel*
    "Reliabilität" bedeutet "eindeutig beantwortbar" - wichtig ist bei dem Begriff das S für Syndrom und mit Syndrom ist gemeint:
    • "Da gibt es offensichtlich bestimmte Symptome, die überzufällig oft gemeinsam auftreten,
    • und es gibt Medikamente, die überzufällig oft bei den Personen, bei denen wir diese überzufällig oft gemeinsam auftretenden Symptome beobachten, helfen
    • aber eigentlich haben wir keine wirkliche Ahnung, warum die Symptome gleichzeitig auftreten und warum die Medikamente meistens wirken

    Das dumme Problem beim AD(H)S ist das Fehlen eines absolut eindeutigen Markers wie bspw. bei Trisomie 21 - früher als Down-Syndrom bezeichnet ... - gäbe es diesen Marker, würden wenigstens endlich mal diese uneffektiven Glaubensdiskussionen ein Ende haben ...

    Meine Hypothese:
    Das eigentliche Problem ist also ein ... Trommelwirbel ... Tädäääää ... psycho-sozio-linguistisches Problem bezüglich der Notwendigkeit, Begriffe definieren zu müssen um anschließende Handlungen dadurch legitimieren zu können.

    Und solange es keine zum "Down-Syndrom"->"Trisomie 21" -Begriffsdefinitionswechsel analogen Möglichkeiten gibt, können wir uns fein die Köpfe heiß diskutieren und kommen am Ende noch nicht zur befriedigenden Wahrheit.

    *Voll einfache Übergangslösung:*
    Ich finde, wir sollten uns aufteilen:
    Die einen forschen flotti weiter, um einen schuldigen Genfaktor dingfest machen zu können.

    Und die anderen nutzen diese Zeit effizient indem sie einfach nur feststellen:
    "Da kommen Leute, die haben Probleme - wie können wir die jeweiligen Probleme am besten Lösen?"

    ... so ... priiiima ... jetz ist mein Kaffee kalt ... tüsskes, ich mussma ebend zu Tante Mikrowelle ...

  7. #27
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 177

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    habitbreaker schreibt:

    Das dumme Problem beim AD(H)S ist das Fehlen eines absolut eindeutigen Markers wie bspw. bei Trisomie 21 - früher als Down-Syndrom bezeichnet ... - gäbe es diesen Marker, würden wenigstens endlich mal diese uneffektiven Glaubensdiskussionen ein Ende haben ...

    Meine Hypothese:
    Das eigentliche Problem ist also ein ... Trommelwirbel ... Tädäääää ... psycho-sozio-linguistisches Problem bezüglich der Notwendigkeit, Begriffe definieren zu müssen um anschließende Handlungen dadurch legitimieren zu können.

    Und solange es keine zum "Down-Syndrom"->"Trisomie 21" -Begriffsdefinitionswechsel analogen Möglichkeiten gibt, können wir uns fein die Köpfe heiß diskutieren und kommen am Ende noch nicht zur befriedigenden Wahrheit.
    so wie es aussieht dürfte dieses Problem bald behoben sein !

    sprechen zuviele Resultate dafür das es bestätigt werden könnte, dass ads/adhs zum autistischen-Spektrum gehört.

    kommt die definitive Bestätigung davon auf den tisch, darf man gespannt sein, was einige philosophische-Theoretiker sich
    ausdenken um einem Autisten zu erklären das es ihn gar nicht gibt

  8. #28
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 416

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    Rosenfee schreibt:
    Wir unterstellen:


    einem perfekten Organ, dem Gehirn eine genetische Fehlfunktion, als habe die Natur da grundlegend etwas falsch konstruiert?

    Wie kann das sein, anhand der perfekten Entwicklung von Leben auf einem kleinen blauen unscheinbarem Planeten, wie der Erde...
    [...]
    Also wenn von Genetik gesprochen wird, muss man das bitte schön auch trennen. Da bleibt am Schluss nämlich wie bei den meisten hochgepuschten Themen ziemlich wenig übrig. Das so viele Gehirne eine Fehlfunktion haben sollen, ist eine verheerende These, die unhinterfragt durch alle Fachkreise und Foren geistert.
    Wo ist die Entwicklung des Lebens perfekt? Was ist perfekt? Und warum sollten nicht "viele" Gehirne eine Fehlfunktion haben?

    Warum sind alle Europäer Albinos geworden? Damit man sie im dunkeln besser sehen kann? Warum habe ich einen Blinddarm? Warum brauchen 50% der Leute eine Brille? Ist es eine gesellschaftliche Entwicklung, dass Menschen gerne scharf sehen möchten? Gibt es deshalb mehr Menschen als früher, die schlecht sehen?

    Natürlich gibt es mehr ADHSler als früher, mehr Leute die schlecht sehen, mehr Leute mit Typ I Diabetes. Das liegt aber wohl weniger daran, dass die Gesellschaft sie dazu macht, sondern dass es keine genetische Selektion mehr gibt. Früher gab es keine lebendigen Typ I Diabetiker. WARUM?

    Eine soziale Gesellschaft und die Medizin werden langfristig zu einer völligen Degeneration unserer Art führen.

    Früher ist ein ADHSler Marke Taugenichts nicht dazu gekommen, Kinder in die Welt zu setzen, weil er durch das gesellschaftliche Raster gefallen ist. Oder noch weiter in der Vergangenheit träumend vom Tiger gefressen wurde. Jetzt gibt es Möglichkeiten, Medikamente, Psychotherapie. Und wenn das nichts bringt, muss er nicht wie früher sterben, sondern wird von der Gesellschaft aufgefangen und kann sich trotzdem vermehren.

    Es gibt immer mehr genetische Varianten, die für das Individuum von Nachteil sind und dazu gehört eben scheinbar auch ADHS.

  9. #29
    OMMM-Beauftragte

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 47
    Forum-Beiträge: 5.742

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    Käsebrot schreibt:
    Oder noch weiter in der Vergangenheit träumend vom Tiger gefressen wurde.
    ... aber nur die mit ohne "H" ...

  10. #30
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 354

    AW: Es gibt doch garkein AD(H)S

    Ich denke auch das es Ads gibt und auch das es vererbbar ist.

    Mensch ich hatte letzte Woche zwei Lehrergespräche und kein Verständniss für irgendwas. Als ob man sich das einfach so wegdenken kann und alles so gradlinig machen wie die anderen

    Als Kind weiß ich bin ich auch ständig zu meinen Eltern gelaufen und die hatten irgendwann genug und ich habe es dann immernoch nicht verstanden.
    Und sogar im Abitur Mündlich Deutsch. Ich dachte ich hätte so toll die Geschichte interpretiert,aber was war Fehlinterpretiert. Örgs.Deshalb 1 Punkt am Abi vorbei und noch ein Jahr. Ich wurde mehr oder weniger dazu gedrängt,weil auf mich eingeredet worden ist. Ich wurde schlechter und habe geschwänzt und mir nichts zugetraut,aber ich habe bestanden.
    Heute saß ich mit viel Geduld mit meiner Tochter bei den Hausaugabn,die nochmal und nochmal die gleichen Fragen stellte. Immer wieder hat sie sich abgelenkt. Die Lehrerin meint ja 5 Min täglich wäre genung Hilfe der Eltern Also bei uns klappt das nicht.

    Das ständige vergessen und ablenken,selbst mein Mann scheint es nun zu begreifen und ist nun auch davon überzeugt,auch wenn noch keine Diagnose da ist.

    Maedelmerlin

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