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Diskutiere im Thema Zuviel Empathie im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 32

    Zuviel Empathie

    Hallo,

    wie geht ihr persönlich mit dieser manchmal so arg nervigen (weil viel zu stark) Empathie für eure Mitmenschen um?

    Trotz MPH und absolviertem Coaching (mit Tricks zum abgrenzen) schaffe ich es akut einfach nicht mich z.B. von der depressiven Stimmung meines Partners abzugrenezn. Ich merke mich selber in ein Loch fallen und obwohl mir mein Verstand sagt, "das bist nicht DU...." komme ich nicht heraus, es ist ansteckend.

    Er hängt gerade "in der Luft" und muss Wartezeit ertragen, ich werde von Tag zu Tag depressiver, habe keine Lust aufzustehen weil er im Bett bleiben kann, vorm TV abhängt usw.

    Das kann doch nicht sein, dass mein Verstand weiss was los ist es aber ständig an der Umsetzung hapert? Die leidigen Sprüche à la "schaff dir doch mal ein dickeres Fell an" ect. kann ich auch nicht mehr hören.

    Wie soll das gehen?!?

    Verzweifelte Grüße,
    Kitty

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 11

    AW: Zuviel Empathie

    Hey, dass kenne ich..
    Ich steigere mich auch immer viel zu viel in etwas rein, dass ist manchmal total schlimm aber kann auch positiv sein, weil ich einfach weis wie derjenige sich womöglich fühlt...
    Ich denke es hilft einfach sich immer wieder zu sagen,wie du es schon machst,dass DU das nicht bist sondern dein Freund und du bist ja an seiner seite aber dir sollte es gut gehen. Leichter gesagt als getan, ich weis

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene(r)
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 2.680

    AW: Zuviel Empathie

    Ich für mein Teil denke, dass es sich lohnt, sich mit seinen Haltungen gegenüber der situation zu befassen. Das ist etwas, was ich (auch als ADS mensch) kognitiv steuern kann (bilde ich mir jedenfalls ein). Es geht also darum, innerlich stellung zu der situation zu nehmen.

    Man kann einem menschen nicht helfen, der nicht imstande ist, sie anzunehmen.
    Trotzdem ist man eben emotional sehr beteiligt, wenn es um menschen geht, die man liebt. Das kann man nicht weg abstrahieren - muss ich auch nicht.

    In einer solchen situation liegt mir auf jeden fall daran, dem gemeinten auf jeden fall zu signalisieren, dass er mir nicht egal ist, möglicherweise auch, dass ich mitleide, dass ich anteil nehme. Und wenn er signalisiert, dass er vor allem abstand braucht und sich durch so etwas z.B. bedrängt fühlt und es ihm nicht gut tut, dann kann man eben genau das ansprechen und zurückgeben - dass man das respektiert oder respektieren möchte und alles dafür tut, es vielleicht der einzige freundschaftsdienst ist, den man grade anbieten kann - ihn nämlich in ruhe zu lassen, aber eben auch nocheinmal betont, dass man sie auch im abstand ganz fest im herzen trägt - oder wie immer man das formulieren mag, dass es stimig ist. Und dass man da ist, wenn er irgendwas braucht.

    Das anbieten von "in ruhe lassen" und von abstand ausdrücklich als freundschaftsdienst, der dir auch mühe kostet, finde ich sehr hilfreich. Als jmd, der selbst dieses "in ruhe gelassen werden" immer wieder mal braucht, weiss ich auch, dass das positiv ankommt - man ist in seinem depressiven loch weniger einsam. Man erträgt zwar keine nähe, aber es tut gut, daran glauben zu können, dass man nicht vergessen ist.
    Und in der umgekehrten situation ist es befreiend, die emotionale beteiligung benannt zu haben, etwas anzubieten gehabt zu haben.
    Es hilft, das" nichts tun können" besser zu akzeptieren und nicht ständig zu denken das vor sich selbst und dem anderen rechtfertigen zu müssen, der doch genau das grad gar nicht ertragen kann.
    Und wenn man soweit ist, dann hilft es auch dabei, sich wieder etwas anderm zuwenden zu können. Zumindest ein bisschen. Und vor allem, ohne ein schlechtes gewissen zu bekommen, weil man jmd. im Stich lässt.

  4. #4
    herrwasgeht

    Gast

    AW: Zuviel Empathie

    gott sei dank habe ich kaum mitgefühl wo bei es manchmal deswegen
    stress geben kann......

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Zuviel Empathie

    Ich versuche es nicht mehr so zu romantisieren Und sagen nicht mehr "ich bin so hochsensibel" sondern, mein ADHS macht mich sehr reizoffen.

    Ich könnte von Pater Anselm Grün (der schon mal in buddhistischen Gewässern fischt ) : das Buch "Grenzen setzen - Grenzen achten" empfehlen. Sehr schön und fließend geschrieben und sehr gut erklärt. Warum Grenzen Reibung erzeugen, und Reibung erezugt Wärme - während dieses ineinander fließen einfach nur Hilflosigkeit erzeugt.

    Und aus eigener Erfahrung - ich glaube ich war schon mal super anstrengend mit meiner Über-Empathie für meine Partner. Ich bin "vom Fach" auch noch, und deren Probleme waren mir immer sehr willkommen. Super gerne bin ich darum gekreist und hab meinen kleinen Zwangsgedanken sehr viel Bedeutung bei gemessen. Ich MuSSTe meine tollen Erkenntisse auch unbedingt los werden. Ich war ja soooooooooo aufopferungsvoll. Ich Heldin. Und dann ...war ich vor den Kopf gestoßen, wenn das jemand - gerade in einer Krise mal zu viel wurde. Ich dachte dann, natürlich er ist ja auch nicht entwickelt genug um sich mal intensiv mit seinen Problemen zu beschäftigen.

    Ich bin froh, dass ich in der Vergangenheit schreiben kann. Ich habe immer noch leichte Tendenzen in diese Richtung - aber ich messen diesen Gedanken nicht mehr so viel Bedeutung bei. Und was ist passiert - schau an, die Partner und Nahestehenden lösen doch tatsächlich ihre Probleme selbst. Einfach so. In IHRER Zeit! Alles löst sich auf, verändert sich, manchmal müssen sie eben noch ein paar Runden drehen und ...da ich mich nicht mehr als Therapeutin und Helferin meiner Partner/Freunde usw.. sehe, hab ich plötzlich total viel Zeit.

    Ich kann mein Ding durchziehen, ich habe Spaß, gehe aus, meditiere, arbeite an MEINER Weiterentwicklung, und Abgrenzung ist eines meiner Themen immer noch, Das Leben ist immer noch Auf- und Ab...das ist ja seine Natur. Ich habe immer noch ADHS - und Zwangsgedanken - und immer noch spühlt es mir die Probleme (vermeintlichen auch mal) meiner Lieben in den Kopf...aber ich lache heute immer öfter darüber...Es kann ja da sein in meinem Kopf, so bin ich halt verdrahtet - aber ich muss es nicht unbedingt als Wahrheit bewerten. Da gibt es eine ganz kleine Übung die ich mache:

    a) ich erkenen für mich, dass meine Gedanken meist nur das sind, einfach Gedanken! Wortmüll. "Es" denkt ständig in meinem Kopf. Ich bin ein Mensch und noch dazu einer mit einer komplizierten Verdrahtung die noch mehr Wortmüll produziert, das wird so bleiben. Ich MUSS es aber nicht zwanghaft als Wahrheit und super wichtig bewerten.

    b) ich sage mir, wenn es mich wieder sehr quält "GEEEEE- DAAAAA-NNNNNNN-KEEEEEE-NNN". Also wirklich sooooo langsam. Damit mache ich mir klar, das sind nur Gedanken. Und die kommen und gehen. Und Ich bin für mich verantwortlich, gut für mich zu sorgen, ein mittiger Mensch zu werden / zu sein, Brücken über meine Zwanghaftigkeit zu bauen usw... nicht für andere Erwachsene und deren Entwicklung. ich kann nur von mir erzählen. Wer will nimmt was mit, wer nicht will, lässt es bei mir.

    Hilft mir realtiv gut. Und Übung...also immer wieder klar machen, immer wieder in den Vordergrund holen, dass ich ich bin und ein anderer das Recht auf seine eigene Entwicklung in seiner eigenen Zeit hat. Loslassen üben....Geht bei mir mal gut, mal schlecht...aber mit der Zeit immer ein kleines Stück besser.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 12

    AW: Zuviel Empathie

    Ja, genau mein Thema. Habe ständig mein Gedankenkarussel und kann keine Grenzen ziehen. Erst wenn ich merke (und das dauert...), dass ich emotional ausgenutzt werde, fange ich gaaanz langsam an mich zu distanzieren. Leider sind die Reaktionen der anderen nicht immer positiv.
    Frustrationsbolzen...und danke

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 795

    AW: Zuviel Empathie

    Ich bin eher das Gegenteil. Meine Frau lag schon krank auf der Couch und ich habe mich noch darüber aufgeregt. Das ging mir aber mit meiner Mutter auch schon so, daß ich einfach damit nicht umgehen kann. Ich empfinde zwar Anteilnahme, schütze mich aber davor indem ich noch einen blöden Witz mache. Selbst vor der Trauerfeier für meine Mutter, sie hat sich mit 36 das Leben genommen, habe ich noch dumme Sprüche gemacht. Ich war damals 15. Ich würde gern etwas Empathie von Dir abnehmen.
    Geändert von Raphell (25.01.2013 um 09:09 Uhr)

  8. #8
    Kennt sich hier aus

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 908

    AW: Zuviel Empathie

    Bei manchen Menschen geht es mir auch so,vor allen solche die mir sehr weh getan haben.,

    merke aber es geht mir öfter so, könnte vieleicht Selbstschutz sein?

    LG

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 266

    AW: Zuviel Empathie

    ich war in den letzten Tagen wieder mit den Thema Reizoffenheit für die Gefühle von Nahestehenden konfrontiert und recht belastet damti. Der Unterschied zu früher - ich kann es erkennen.

    Jetzt ist es wieder besser und ich muss sagen was da passiert ist nicht mehr schönzureden. Zwei Menschen die sich beide nicht abgrenzen können. Was passiert. In guten Phasen schwingen sie im Gleichklang und in schlechten -

    beide scannen ständig den anderen UND nehmen seine Gefühle ständig grenzenlos ins sich auf. Sind sie selbst schlecht drauf, vermischen sich die Gefühle des anderen mit den eigenen und werden negativ zurück gespiegelt. Der andere Abgrenzungsbehinderte nimmt diese dann auf, und mischt sie mit seiner eigenen Seelensuppe und zwei eigentlich sehr vielfälltige und bunte Menschen vermischen ihre Seelen so sehr, das eine graue, doof, Suppe herauskommt. Die niemand mehr schmeckt und sich negativ auf die Beziehung abfärbt.

    Und das wegen nichts - der eine ist vielleicht gerade mit ein paar Themen beschäftigt, Arbeit, Hobby, Familie usw... der andere Dauerempathische spürt etwas, nimmt es in sich auf und die (gar nicht an ihn gerichteten Ängste) vermischen sich mit seinen eigenen Ängsten - und dann gibt er diese negativen Schwingungen zurück an den anderen Grenzenlosen - der nimmt diese auf und vermischt sie auch mit seinen eigenen, eh schon vorhandenen Ängsten.

    Am Anfang war die Überlegen des einen Partners : wie will ich mich beruflich weiterentwickeln, das es mir Spaß macht und welche Kurse gibt es dazu, mit dem dazu gehörigen Gefühl, sich ggf. im beruflichen Feld in eine andere Richtung entwicklen zu wollen. Alles sein, alles nicht dramatisch, beschäftigt aber und klar, da blitzt auch hier und da eine Angst auf. Aber gehört nur ihm alleine.

    Das Ende: beide Partner hocken in die Ängste und Sorgen des anderen vertrickt mißmutig rum und gieren nach Auflösung eines gar nicht vorhandenen Problems, das sie sich in ihren eigenen Köpfen geschaffen haben.

    Hurra! erkennen hilft.

  10. #10
    Chaoten-Weib

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 53
    Forum-Beiträge: 2.544

    AW: Zuviel Empathie

    herrwasgeht schreibt:
    gott sei dank habe ich kaum mitgefühl wo bei es manchmal deswegen
    stress geben kann......

    Traurig.....

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