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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    Chaotische Kindheit

    Mal sehen ob ich eine Antwort auf dieses persönliche Thema bekomme ...

    Ich suche im Moment wieder nach Antworten, hinterfrage alles, drehe mich im Kreis, das wird ja anderer Stelle diskutiert.

    Meine Frage, es gibt ja die These ADHS und chaotische Kindheit hängen zusammen, es gibt eine Prädisposition zu ADHS, die dann in chaotischer Umgebung ganz zur Entfaltung kommt.

    Ich bin Kind einer Alkoholikerin, meine Mutter ist sehr früh gestorben, meine KIndheit habe ich nur als komplettes Chaos erlebt, Mutter betrunken, Bruder dreht durch, weil er allein gelassen wird, Mutter ist krank, Waschmaschine läuft aus, keiner kümmert sich, Schuhe werden mitgewaschen, Mutter völlig desorientiert, Nachmittage allein, ständig wechselnde Bezugspersonen, das Jugendamt geht ein und aus, Polizei, Scheidungskrieg meiner Eltern, Gerichtsprozess, wir werden gegeneinander ausgespielt, mein Vater zieht aus, dann meine Mutter, die schließlich stirbt, als ich 10 war, traumatische Beerdigung ...

    Dass ich es so weit geschafft habe, ist eigentlich schon eine Leistung bei meiner Bürde, aber das Chaos lässt mich auch nach Jahrzehnten nicht in Ruhe, ich habe nicht gelernt, mich um mich zu kümmern.

    Eigentlich ist es ja unter den beschriebenen Bedingungen kein Wunder, dass ein Kind ein ADHS-typisches Verhalten entwickelt, Rückzug in die Phantasiewelt durch die Traumatisierung, immer auf dem Sprung, immer die Umgebung auf mögliche Unsicherheiten, Gefahren scannen, nie zur Ruhe kommen, drei Sachen gleichzeitig machen, weil das einfach überlebenswichtig ist, derartige Bedingungen erklären auch das gute Krisenmanagement, Spontantät und Intelligenz, Lösungen zu finden, weil auch das Überlebensstrategien sind.

    Wo ist der Unterschied zwischen Trauma und ADHS, wer hat ähnliche Biographien?

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Chaotische Kindheit

    Bei mir war es eher sehr geordnet und bürgerlich obwohl meine Mutter schon ein extrem Impulsives Verhalten an den Tag gelegt hat und auch Suchtprobleme hatte ... teils ging es auch Chaotisch zu aber nie wie bei Hempels unterm Sofa und Jugendamt hatten wir nie. Aber Psychologen/Psychiater die ja letztlich meine Diagnose in der Kindheit gestellt haben: Trotz Ordnung sind die ADHS-Symptome voll da gewesen. Das hat also wenig miteinander zu tun.

    Wo ist der Unterschied zwischen Trauma und ADHS,
    Tja, das ist eine schwierige Frage. Deswegen ist ja auch die Diagnose so kniffelig und deswegen kommen ja die Psychoanalytiker und die Systemiker immer und behaupten stur sie können ADHS viel besser behandeln. Nein, sie können aber manche Begleitprobleme gut behandeln.

    Das besprichst du am besten mit deinem Therapeut. Der wird nämlich genau dafür bezahlt. Und du musst mit dem auch festlegen ob ihre eine Tehrapie machen sollt, die eher rückgewandt - aufarbeitend ist oder die eher die aktuellen Probleme angeht und nach vorne schaut.

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Chaotische Kindheit

    Ich habe die letzten 20 Jahre mehr oder weniger regelmäßig Therapie gemacht.

    Eine Freundin meinte mal, es stelle sich für sie so dar, als wenn ich mich quasi einem permanenten Coaching-Prozess unterzogen hätte.

    Will heißen, ich bin quasi therapieresistent, ich kenne die Zusammenhänge in und auswendig.

    In den Therapien ist immer wieder fragmentarisch die ADHS-Diagnose gestellt worden, die letztlich dann vor 3 Jahren bestätigt wurde, aber so richtig dran glauben will ich daran nicht, weil sie mir, wie sollte es auch, nicht wirklich weiterhilft.

    Ziel ist auch nicht die Diagnose, sondern dass ich nicht mehr nur stolpere, sondern selbstständig gehen lerne.

    Nur es nervt langsam, ich habe immer wieder nach einer Therapie das Gefühl, ok, jetzt gehts weiter und wenige Jahre später stecke ich dann wieder in der nächsten Krise, jetzt ist es die Arbeitslosigkeit und das Bewusstsein, dass ich mit den Dingen, die ich mit mir rumschleppe, kaum im normalen Leben funktionieren kann, weil mir Stressresistenz, Anpassungsfähigkeit, sozialer Interaktionismus fehlen.

    Insofern macht der Hinweis auf eine nach vorne gerichtete Therapie wirklich Sinn, am liebsten würde ich den Schalter einfach umlegen, ich kann nicht warten.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 375

    AW: Chaotische Kindheit

    xyberlin:

    Das was du durchmachen musstes & immer noch durchmachst kling unglaublich furchtbar.
    Ich denke, dass du sowohl traumatisiert bist, als auch ADHS hast.
    Denn offensichtlich bist du noch nicht darüber hinweggekommen, was alles passiert ist &
    hast es immer noch nicht verarbeitet.
    Doch ADHS ist ja nicht ausschließlich vererbbar, oder angeboren. Auch das soziale Umfeld kann dazu beitragen,
    dass sich diese Störung entwickelt, oder vorhandene Symptome verstärkt.
    Deshalb würde ich dir raten, eine Therapie zu machen, die das Trauma & das ADHS berücksichtigen, damit
    du iwann ein glückliches Leben, ohne die Schatten der Vergangenheit führen kannst!

    Auch ich hatte eine nicht ganz so ideale Kindheit, auch wenn sie nicht so schlimm war, wie deine.

    Mein Vater ist ein Mensch, der keine Gefühle empfinden kann. Kontrollsüchtig, herrschsüchtig & ein Egomane.

    Er hat mich & meine Mutter oft geschlagen & beleidigt, wenn wir nicht funktionierten.
    Ich konnte eine zeitlang aus Angst vor ihm nicht mehr sprechen, wenn er in der Nähe war.
    Weinen musste ich erst wieder lernen, weil ich aufgrund des ADHS viel weinte, was ihm missfiel.
    Iwann konnte ich es einfach nicht mehr.

    Er hat mich immer wieder beleidigt & drangsaliert, dass ich eine Essstörung entwickelt habe & das schlimmste an der ganzen Sache
    ist, ich wohne immer noch mit ihm unter einem Dach, weil ich mir keine eigene Wohnung leisten kann.

    Aber iwann versucht man damit zu leben. & es geht. Irgendwie.

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