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Diskutiere im Thema Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 222

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    ja, definitiv hilft es auch in anderen bereichen. es sind kleine sachen, die sich summieren und mir erst im nachhinein auffallen:

    - ich bin wesentlich sozialer geworden, denn das zuhören strengt mich nicht mehr so an. statt mich zu einer verabredung in einer woche zu zwingen um mir soziale kontakte zu erhalten, treffe ich mich dreimal aus lust und laune zum kaffee. anderen leuten halte ich die tür auf, denn ich "sehe" was um mich passiert und bin nicht total in meinen gedanken versunken.

    - ich gehe tatsächlich ans telefon, wenn's klingelt und kann dem gespräch folgen und geduldig zuhören, auch wenn ich bei irgendwas unterbrochen wurde, ich antworte auf mails schneller

    - erst hatte ich das gefühl, dass es meine persönlichkeit verändert z. b. weniger assoziatives denken, weniger sprunghaft, weniger kreativ, weniger überraschende wendungen im gespräch. aber eigentlich zeigt man damit einfach nur eine andere seite von sich, eine weniger unterhaltsame aber deswegen nicht uninteressante. (lachen kann man trotzdem und kreativ rumspinnen geht auch abends)

    - ich traue mir wieder eine vollzeit arbeit zu, habe mich beworben und auch gleich ein vorstellungsgespräch bekommen (toitoitoi), allgemein bin ich selbstbewusster geworden bzw. gleichmäßíger in meinem selbstbewusstsein

    - ich verfahre oder verlaufe mich nicht mehr soviel.

    - ich fühle mich weniger gestresst, weniger spannungskopfschmerzen

    - keine extremen stimmungsschwankungen mehrmals am tag; an diese distanz zu sich selbst, musste ich mich erst gewöhnen. es kam mir langweilig vor, weniger begeisterungsfähig zu sein

    - kein starkes bedürfnis mehr nach süßigkeiten, cola, kaffee oder permanentes essen

    - brauche keine permanente geräuschkulisse (fernsehen, radio) mehr

    - hab zwei bücher in einer woche gelesen. ist mir erst viel später aufgefallen ;-)

    - ich verhalte mich etwas regelkonformer (bei grün darfst du gehen, bei rot musst du stehen) bzw. überschreite fristen nicht mehr (bibliothek)

    --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    ich will dir probleme allerdings nicht vorenthalten:

    - nebenwirkungen (kopfschmerzen, rebound, frieren, herzrasen, kiefermuskulatur verkrampf) hatte ich am anfang, vieles ist davon weg. kein "rebound" mehr, wirkverlust merke ich jetzt nur noch mehr durch unruhe

    - unsicherheit, weil man natürlich flacherer emotionen hat und in situationen anders als von sich selbst gewohnt reagiert

    - es fehlte mir mein ursprünglicher handlungleitender gedanke "worauf habe ich jetzt lust?" darauf viel mir auf einmal keine antwort mehr ein, man macht dann halt nützliche dinge, findet es aber erstmal langweilig...gewöhnungssache.

    - aggressionen (sind auch weg, könnten bei mir aber auch zyklusbedingt sein, muss das noch beobachten)

    - wirkungsunterschiede (auch zyklusbedingt, aber auch abhängig vom essen)

    - erst hat man eine sehr gut spürbare wirkung, dann nur noch mehr eine unterschwellige (trotzdem ist eine wirkung da); die versuchung ist dann groß, die dosis erhöhen zu wollen

    - es ersetzt keine struktur d. h. du hast eine gute konzentrationsfähigkeit, aber wenn du dich mit den falschen sachen beschäftigst (internet) bleibst du daran hängen ...(daran arbeite ich nocht); andererseits kannst du 2 stunden am stück aufräumen, wenn du erstmal angefangen hast

    - medikinet adult wirkt bei mir nur 4 stunden, sobald es aufhört, stecke ich mir socken statt handschuhe in die jackentasche ;-), laufe wieder planlos rum und verlege sachen...das übliche, es fällt einen dann aber stärker auf

    - durchschlafprobleme (haben sich gegeben, indem ich mich (noch) mehr draußen bewege)

    - appettitverlust (nicht soo schlimm, habe da ein paar kilo reserven, andere ja nicht)

    -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

    erstes fazit (nach zwei monaten):

    man muss sich erst daran gewöhnen, unsicherheiten überwinden, dosierung finden und die verbesserungen sind einem nicht sofort bewusst, sondern offenbaren sich in der rückschau.

    tips:
    - wenn du die Wirkung nicht mehr bewusst wahrnimmst, heißt das nicht, dass keine Wirkung da ist
    - ESSEN nicht vergessen; immer vor Einnahme; wirkt besser bzw. sonst Unterzucker, Kreislaufprobleme etc.
    - manches "verschlechtert" sich erst z. b. konnte ich natürlich auf meine bisherigen motivationsstrategien z. b. zeitdruck nicht mehr zurückgreifen
    - grüner tee statt kaffee oder schwarzen tee
    - alkohol, naja, geht schon, aber man ist schneller betrunken und merkt es am nächsten tag...lieber nicht...

    wirklich profitieren werde ich wohl erst langfristig (arbeit, studium). nur im haushalt, da hat es bei mir tatsächlich einen schalter umgelegt. es ist ganz schön, wenn es einen den magen nicht mehr zusammenkrampft, nur weil der postbote klingelt oder der heizungsableser sich ankündigt...


    ansonsten: ich gehe jetzt die küche eines freundes putzen mit dem gleichen problem - wird 'ne lange nacht.

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    Wazoon schreibt:
    @ Butterblume: japp, ich wills auch alleine schaffen. hätte zwar leute die helfen, aber laut therapie ist das auch teil von trauerbewältigung usw. und es scheint besser wenn ich das alleine mache.
    kann ich gut verstehen

    ich hab die zeit immer gebraucht,für mich
    auch zum verabschieden vom jeweiligen lebensabschnitt

    jedoch hab ich dadurch auch nur dann auf geräumt wenn der druck da war







    japp, das mit dem nicht allein leben kenne ich. da läufts dann auch um vieles besser. sonst gibts nicht so den grund.. ausser den, das man halt auch keine frau einladen kann so wies jetz is
    ja das ist allerdings ein grund aber der hat mich nie aufräumen lassen





    schritt für schritt, ich bin dabei
    wünsche viel erfolg dabei



    @ Octoroo: an minimale einrichtung habe ich auch schon oft gedacht. werd das jetzt auf jeden fall so durchziehen. besser so.

    in meinen kleinen wohnungen war das immer schwer durchzuziehen weil jeder schrank der nötig war,jeder stuhl die whg enger machte

    jetzt haben wir so wenig wie möglich möbel und trotzdem sind es nach meinem geschmack fast schon zuviele

    dinge die rumstehen,so deco zeug,kommt mir schon lange nicht mehr i haus
    bekom es nur ständig geschenkt

    in dieser whg hält es sich im rahmen


    in nächster zeit steht mein chaoszimmer an,
    werd diesmal wirklich dinge wegschmeissen und nicht nur verstauen
    ich kann das chaos nicht mehr sehen,es engt mich ein


    unsere wände sind ziemlich kal weil wir das beide brauchen
    mich macht das ruhig und klärt meinen kopf irgendwie

    hab die eine wand n bischen bunter gemacht.....werd ich ändern meine augen schwirren hin und her


    liebe grüsse

  3. #13
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    Wazoon schreibt:

    @ Butterblume: japp, ich wills auch alleine schaffen. hätte zwar leute die helfen, aber laut therapie ist das auch teil von trauerbewältigung usw. und es scheint besser wenn ich das alleine mache.
    Trauerbewältigung muss man nicht alleine machen. Geteiltes Leid ist halbes Leid und sowas

    Ich finde es unglaublich wichtig, dass man seine eigenen Grenzen und Ressorucen kennt und dass man die Stärke besitzt, seine Schwächen zugeben zu können und um Hilfe zu bitten. Ich habe auch in einer Art Messiwohnung gelebt und ohne die Hilfe von Freunden hätte ich es nicht geschafft. Und ich würde heute weniger gut klarkommen, wenn ich meine Freunde nicht hätte.
    Alleine dass die mich regelmäßig zuhause besuchen kommen, hilft mir ungemein die Wohnung in Schuss zu halten

    Für mich war es der erste Schritt raus aus dem Chaos als ich meinen Freunden (nur wenigen) gesagt habe, dass ich nicht mehr klarkomme.

  4. #14
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.394

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    Hallo Wazoon und alle anderen,

    ich denke auch das Entrümpeln und aussortieren erstmal das Wichtigste ist, und da wurden ja schon vieleTipps gegeben...

    Ich kann mittlerweile die Ordnung in meiner Wohnung einigermaßen halten, weil ich auch nichts Unnötiges mehr habe, und ich habe mit Hilfe ein System, mit dem ich die Wohung innerhalb einer normalen Woche sauber / ordentlich und den Haushalt in Schuss halte:

    Montag: Küche putzen, Müll runter, eine Ladung Wäsche waschen

    Dienstag: Bad putzen, Wäsche abhängen und zusammenlegen

    Mittwoch: staubsaugen, noch eine Ladung Wäsche waschen, alle vier Wochen bügeln / Bett beziehen

    Donnerstag: Müll runter, einkaufen (Pfandflaschen wegbringen), Wäsche abhängen

    Freitag: Altpapier und Altglas runter, Schreibtisch aufräumen


    Jeden Morgen nach dem Frühstück: lüften, Geschirr abspülen, Bett machen, Küche grob aufräumen

    Wichtig ist, an der jeweiligen Sache dranzubleiben und die jeweils wirklich abzuschließen. Pausen dazwischen sind natürlich erlaubt

    Für den Anfang, da das ja das Schwerste ist, würde ich mir aber eventuell einen Helfer suchen.

    Wichtig ist auch, für alles jeweils wirklich einen festen Platz zu finden. Das war eines meiner größten Probleme, weil ich teilweise nicht genug Ordner, Regale, Abstellplätze hatte und die Stapel immer nur von einer Ecke in die andere geräumt hab. Dann heißt es sich eindecken zum Beispiel mit Leitzordnern für die Ablage, eventuell weitere Regale kaufen und anbringen, Schachteln kaufen und die beschriften, eventuell auch einen größeren Kleiderschrank, Hängeregister etc. zulegen...

    Für meinen Schreibtisch habe ich noch ein extra System, drei beschriftete Kästchen zur Ablage von Post: eines für Rechnungen / Bank, eines für Uni, eines für Sonstiges. Alle paar Wochen ausräumen und in entsprechend beschriftete Ordner abheften...

    Wichtig ist dann außerdem, dass Du dich wohlfühlst, wenn die Grundordnung da ist: Lampen aufstellen an den Plätzen, an denen du lesen willst; Bilder, die dir gefallen; ein schönes Bett mit Tagesdecke finde ich sehr nett und wenn das gemacht ist, ist es schon gleich viel ordentlicher...

    Und so nach und nach die Wohnung ordentlich bekommen und sich wohlfühlen...





    Drücke Dir die Daumen, Du schaffst das!!!

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    Huhu,

    also ich habe da eine extreme Wandlung durchgemacht muss ich sagen und kann Dir nur sagen woran es bei mir lag bzw was ich verändert habe.

    Noch bis vor ca 2 Jahren war ich so der Typ Mensch der sich total schwer von persönliche Dingen trennen konnte und dazu war ich was manche Sachen angeht einfach mit Aufschieberitis in der reinsten Form vertraut.

    Mit persönlichen Dingen meine ich aber auch so ALLES was sich über die Jahre angesammelt hat. Ich habe sogar kleine Zettel die ich mir im Unterricht (meisten Internatszeit) mit meinem damals besten Freund geschrieben habe aufgehoben (und das waren in der Summe VIELE). Ich glaube, das Problem war, dass ich einfach viel an der Vergangenheit und an vergangener Wertschätzung gehangen habe. Sobald auf irgendeinem Blatt etwas stand woraus auch nur im Ansatz hervorging, dass derjenige mich irgendwie wertgeschätzt hat musste ich das aufheben. Das hatte viel mit Selbstwert zu tun. Auch ALLE Briefe, Postkarten, Geburtstagskarten, geschenkte unnötige Kleinigkeiten... ich konnte mich von nichts trennen, auch wenn ich die Sachen Jahre lang nicht in der Hand gehabt habe.
    Irgendwann kam ich dann an den Punkt (im Rahmen eines Umzuges teilweise, viel aber auch danach) wo ich etwas verstanden habe. Nach der Therpie letztes Jahr kam dann nochmal der entscheidende Schritt.
    Ich habe einen totalen Koller bekommen, alles aufgerissen und rausgeholt und mir vorgenommen ALLES was ich mehr als 6 Monate nicht in der Hand gehabt habe oder gebraucht habe schmeiße ich WEG! (Ausgenommen Erinnerungen die ordntlich in Alben waren wie Fotos oder aber auch Sachen von meinem Sohn (erster Strampler usw)). Ich habe dann drei "Haufen" gemacht. Und die Sachen von denen ich mich wirklich nicht trennen wollte (wie oben genannt) habe ich ordentlich verpackt oder eingeklebt, die kamen auf einen Haufen. Ein Haufen war "Müll" und ein Haufen war "brauche ich kommt ordentlich weg"!
    Das hat Wochen gedauert, aber es war echt effektiv, auch wenn es mich teilweise geschmerzt hat, aber ich wußte einfach, dass das Vergangenheit ist, dass ich das nicht brauche. Und wenn ich wieder merkte, dass ich ins hadern geraten bin, dann hab ich mir bewußt gemacht, dass ich viele wertvolle Erinnerungen im Kopf und im Herzen trage, dass ich die nicht auf einem Stück Papier im Schrank haben muss um zu wissen, dass sie waren.

    Nun zum Punkt Aufschieberitis. Ich war lange Jahre so ein Typ der alles liegen lies wo er ging und stand. Heißt leere Kartons, Küchenkram, Dinge die ich halt grade benutzt hatte... so lange bis sich so viel angesammelt hatte, dass ich ewig gebraucht habe bis ich es wieder einigermaßen im Griff hatte, wenn es überhand nahm.
    Davon hat mich mein Mann auch ein wenig geheilt und Anfangs habe ich es eher um des lieben Friedens Willen gemacht, aber irgendwann kam der Punkt wo ich merkte, dass es echt einfacher ist nicht so "faul" zu sein und die Sachen eben schnell zu entsorgen.
    Mittlerweile erinnere ich mich selbst, wenn ich mal wieder dazu neige etwas einfach stehen zu lassen oder Müll liegen zu lassen "wenn Du es jetzt nicht machst musst Du es später zB nach der Arbeit machen, hast Du da Lust zu?!" .... das klappt meist ganz gut, klar manchmal bleibt immer noch was liegen, aber wenn ich merke es wird wieder etwas mehr, dann schnappe ich mir zB das Telefon rufe irgendwen an mit dem ich gerne rede und während ich telefoniere beseitige ich das was mich stört.
    Diese Taktik klappt bei mir gut, weil es mich dann einfach nicht so nervt. Ich mache es nebenbei und ärger mich nicht währenddessen drüber und wenn ich auflege merke ich dann meist "huch so viel geschafft"

    Ich denke es ist nicht leicht aus "alten Mustern" und "Gewohnheiten" auszubrechen und es braucht meist einen Anstoß von Außen.
    Ich fand es sehr hilfreich mir bewußt zu machen wo die positive Veränderung zu sehen ist und mir auch bewußt zu machen, dass ich mich wohler fühle wenn es ordentlich ist und ich mich nicht schämen muss, wenn zB jemand relativ spontan zu Besuch kommt. Wenn ich heute zu Besuch sage "sorry hier is es etwas chaotisch im Moment" dann weiß ich, dass die Antwort "ach das geht doch alles noch" ehrlich gemeint ist.... früher kam darauf meist keine Antwort (wenn ich denjenigen überhaupt reinließ).

    So eine Veränderung kommt denke ich nicht von heute auf Morgen und wenn man merkt, dass man das nicht alleine packt sollte man sich bei jemandem Hilfe suchen dem man vertraut und der das Problem versteht und einen nicht verurteilt. Ich denke das macht es wesentlich einfacher.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Veränderungen und hoffe, dass sie sehr schnell positiv wirken

    LG

    Rose

  6. #16
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 33

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    hi und danke euch allen nochmal . ist jetzt etwas her. so richtig auf die reihe bekommen tu ich nichts und jetzt grade ist wieder einer dieser momente wo ich denke "alles für den a.." da ich auch sonst wenig auf die reihe kriege obwohl ich eigentlich könnte..

    wohnung ist besser, aber eben auch nicht viel besser. am we kommt besuch, für den ichs wenigstens einigermassen herrichten muss.

    da ich auch sonst grad denk das ich nix hinkriege werd ich jetzt mal die ads ambulanz aufsuchen und hoffe da möglichst schnell medis zu bekommen, auch wenn ich das eig. nie wollte. hoffe, es klappt damit.

  7. #17
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 34
    Forum-Beiträge: 100

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    Bei mir muss aufräumen immer vollständig sein. D.h. ich kann nicht ein bißchen hier und ein bißchen da, sondern einmal alles. Meistens werfe/schiebe ich alles in die Mitte und setze mich dann dazwischen. Eine große Ikeatüte für Müll und kleine Stapel zum wegsortieren. Meistens denke ich mir im Kopf noch ein Spiel aus oder summe einen Rhythmus um mich selber zu motivieren. Ich brauche dafür ein bis 2 Tage dann sieht alles super aus, meistens brauch ich aber auch weniger als 2 Tage um es wieder durcheinander zu bringen.

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 16

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    Bei mir sahs früher schlimm, richtig übel aus, ... Ich hab mit kleinen Zielen angefangen wieder Ordnung ins Chaos zu bringen, 3 Kartons, so Umzugskartons, Gegenstände, Wäsche etc in die Hand nehmen, und den Bauch entscheiden lassen, 1 Karton WEG, .... 2ter Karton, weiß grade nicht ...3 Karton Behalten. Vielleicht noch Partner Freundin Freund, Eltern die den WEG Karton zwischendurch in nen Müllsack stopfen und gleich entsorgen dabeihaben. Ganz wichtig, nimm dir NUR 1 Zimmer vor, oder ne Kleine Ecke, oder nen halben Raum, einen Schrank oder sei es auch nur die Spielzeugskiste vom Kind...
    Man macht sich selbst Stress indem man sich von vornherein zuviel Vornimmt und das klappt nicht und zieht einen runter... Sei es du nimmt an einem Tag nur einen Karton und sagst bis der WEG Karton voll ist, nimm es als Sieg für dich Das ist POSITIV , denk nicht ich habe nur einen Karton geschafft, sondern Freu dich an dem einen Karton den du SCHON geschafft hast... Jeden Tag ein Bisschen, Dazu dir selbst notieren, wie lange brauche ich um z.B. das Bad sauber zumachen, von Fliesen abwaschen, Klo-, Waschbecken- und Wannen- reinigung , hörte sich zuerst blöde an, wie Stoppuhr, aber so richtete ich mir meine Tagesabläufe ein, inklusive der Pausen, die ich auch schonmal vergesse ~lach~

    Den 2ten Karton wo dein Bauch dir sagt weiß ich grade nicht, nimmt man sich 1-2 Tage später vor, sortieren nach dem gleichen Schema, 70% der Sachen landen wieder im Müll den 3ten der meist recht leer ist, macht man 1 mal pro Woche inklusive Abheften der Dokumente etc.
    .
    Ich bin mittlerweile bei ner Komode angekommen, die hat 3 kleine Schubladen oben, 1 weg, 2 weiß grade nicht und 3 behalten, je nachdem wie die sich füllen, kommst innen sack, ich Überarbeite Schublade 2 wenn sie voll ist, und Schublade 3 hat einen festen Plan im Haushalt alle 2 Wochen.. Komischerweise muss ich nun auch nicht mehr lange suchen wenn ich Papiere brauche oder was nachschlagen muss.

    Von Zimmern, wo keiner mehr treten konnte, bin ich heute an dem Punkt, das jederzeit einer vorbeikommen kann, dann aber mein Tagesablauf schon mal vollkommen durcheinander gerät.
    Früher hab ich mir Stress gemacht um die "Verlorene Zeit" wieder rein zubekommen ... Heute denk ich gut, läßt es liegen und machste schon mal das, was für morgen auf dem Plan steht, änderst den Tagesablauf für morgen ab ... Wohlgemerkt hier hängen Zettel für jeden Tag was ich zu tun habe um nicht wieder ins Chaos zu versinken... So komme ich seit 1 Jahr gut durch, und ich freu mich jeden Tag über so viel Ordnung und Sauberkeit und vor allem, das ich dass alles alleine hinbekommen habe, vor allem die Gesichter von bekannten und Verwandten, die erstaunt sind, wie es auf einmal bei mir aussieht, sind echt Balsam für die Seele

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    Ich glaube, man muss isch erstmal klar darüber werden, warum es mit dem Aufräumen und aufgeräumt halten nicht klappt. Liegt es wirklich daran, dass man sich von Gegenständen nciht trennen kann? Dann hat die Therapeutin Recht damit, dass es sich um Trauerbewältigung handelt, bei der niemand helfen kann.

    Liegt es aber an der durch ADHS verursachten Reizüberflutung, dass man nicht weiss, wo und wie man anfangen soll und welche Entscheidung man treffen soll, kann man nicht alleine anfangen. Grundsätzlich finde ich Eiseleins Gedanken mit den Kartons super. Ohne Medikamente hätte ich schon wieder vor dem Problem gestanden: Mit welcher Ecke anfangen? Das hätte ich nicht alleine geschafft. Mit Medikation kann ich auf einmal Entscheidungen treffen.

    Mein größtes Problem war immer, dass ich keine festen Plätz für die Dinge hatte und aufgrund eines übereilten Umzugs ich auch keine Zeit hatte, meine neue Wohnung durchzuplanen. Dazu kam mein Partner, der eine feste Vorstellung davon hat, wie die Dinge zu sein haben und was wichtig und weniger wichtig ist. Diese Vorstellungen sind aber kontraproduktiv zu meinen Bedürfnissen.

    Zwischenzeitlich war ich wie gelähmt, wenn ich nach Hause kam, weil es mich einerseits ankotzte und ich andereseits Angst vor dem hatte, was mich zB unter meinem Bett erwartete.

    Ich hab dann mit der Leiterin der Selbsthilfegruppe vom ADHS Deutschland eV darüber gesprochen, die auch Coach ist. Und die hat mich gefragt: "Haben SIe schon mal Urlaub in einer Ferienwohnung gemacht?" "ja!" "Und wo haben Sie sich am wohlsten gefühlt: in der Wohnung, in der für vier Personen nur 4 Teller, Tassen, etc. vorhanden waren, oder in nett dekorierten Wohnungen mit verschiedenen Geschirren für unterschiedliche Anlässe, Stehrümkes und so?" "In der ersteren."
    Und dann kam der Tipp, der 100% auf mich passte: "OK, sie sind der Typ, der immer den Überblick braucht, ansonsten werden Sie durch Ihre eigenen Sachen reizüberflutet. Wenn Sie schränke einräumen - egal, ob Kleider-, Kühl- oder Küchenschrank - müssen Sie mit einem Blick erfassen können, was in dem Fach drin ist, in das sie schauen: Also maximal 4 T-shirts pro Regalfach, nichts in zweiter Reihe, nebeneinander ja, aber nicht hintereinander."
    Mit dieser Erklärung konnte ich erstmals in meinem Leben was anfangen. Ich hab mir dann jeden Schrank und jedes Regal in meiner Wohnung aufgemalt und durchgeplant, was wo hin kommt und welche Dinge ich mit einem Blick wo am besten erfassen kann. Nach dem ich das fertig hatte, ist eine Freundin für ein Wochenende gekommen und hat mit mir um-/eingeräumt und entrümpelt.

    Danach musste ich leider noch mal zwei Zimmer miteinander vertauschen und das Ganze ist ein wenig eingebrochen. Ich bin im Moment nicht zufrieden. Allerdings scheinen meine Ansprüche auch mit der Medikation und dem Erkennen eines Systems gewachsen zu sein: Mein Vater kam letztens relativ kurzfristig vorbei, ich hatte noch mal eben vorher durchgesaugt und er war positiv überrascht, wie gut es in meiner Wohnung aussieht. Mir reicht es noch nicht. Aber ich arbeite an meinem festen Aufräum- und Putztag. Früher war es der Samstagmorgen...ich bin mir nicht sicher, welcher Tag da am sinnvollsten für mich ist...

    Mittlerweile kann ich auch mal eben nach der Arbeit noch durchputzen, wenn mich etwas wirklich nervt. Aber ich bin auch nach wie vor so, dass ich, wenn ich müde bin, die Dinge einfach stehen und liegen lasse. Mein Deutschlehrer hat immer gesagt, er geht jeden Abend vor dem SChlafengehen durch die Wohnung und räumt auf, weil er am nächsten Morgen in einer aufgeräumten Wohnung aufwachen möchte. Von sowas träume ich noch! Auch die Geschichte mit dem Arbeitsplatz aufräumen vor dem Nachhause gehen habe ich noch nicht verinnerlicht.

    LG Trine

  10. #20
    Zelda Zonk

    Gast

    AW: Wohnung entrümpeln / Messiähnliche Zustände

    [QUOTE=Trine;285486
    Mein Deutschlehrer hat immer gesagt, er geht jeden Abend vor dem SChlafengehen durch die Wohnung und räumt auf, weil er am nächsten Morgen in einer aufgeräumten Wohnung aufwachen möchte. LG Trine[/QUOTE]

    Klasse! So mache ich das auch! Ich bin aber sowieso der minimalistische Typ. Bei mir kommt nur das Nötigste ins Haus.
    Für jedes neue Teil muss ein altes weg, sonst krieg' ich Atemnot.


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