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Diskutiere im Thema Wieviel ist möglich? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #11
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 51
    Forum-Beiträge: 393

    AW: Wieviel ist möglich?

    Hallo repters,
    ich denke die Menge, die man arbeiten kann und möchte ist sehr individuell. Es hängt von der Person, dem Umfeld, der Arbeit und auch vielen anderen ab.

    Was zählst Du alles als Arbeit? Den Job? Den Haushalt? Gegebenenfalls die Kinder?

    Ich denke Viele „arbeiten“ vom Aufstehen bis zum Schlafengehen.

    Schaue aber bitte nicht zu sehr auf`s Geld. Das Geld, was Du in Deinen jungen Jahren durch Mehrarbeit eingenommen hast, das brauchst Du eventuell dann im Alter dafür, die Schäden, die dadurch entstanden sind zu kompensieren.

    Eckard von Hirschhausen über Gesundheit, Lachen und Liebe - Mitternachtsspitzen 27.02.2010 - YouTube

    Investiere Deine Zeit lieber in Deine Gesundheit, Deine Weiterbildung, ins Lernen, für Deine Familie und Freunde, für Reisen, schöne Erlebnisse, Hobbys und vieles vieles mehr.

    Manchmal ist es notwendig in der Woche mehr als 100 Stunden zu arbeiten. Für mich ist es das kein Problem. Aber es sollte nicht zur Gewohnheit werden.

    Viele Grüße
    Elektron

  2. #12
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Wieviel ist möglich?

    Ich denke das kommt auf den Typ Mensch an und nicht auf ADHS oder nicht!

    Wir gehen jetzt davon aus, dass keine akuten Probleme hast (wie Depris oder ähnliches).

    Es gibt auch Leute denen das sogar gut tut.
    Mir geht es zum Beispiel so. Ohne Arbeit bin ich kein Mensch und ich brauche irgendwie ein bissl Stress um gut zu sein ....

    Ich habe jetzt eine im Durchschnitt 48 Stunden Woche was die Arbeit angeht (mal mehr mal weniger). Ist nun nich soooo viel, aber ich habe ein Kind zu Hause und einen Haushalt, muss die nächsten 3 Jahre noch neben dem Job lernen .... also nehme ich Beruf und was ich für Kind, Schule etc pp leisten muss dazu dann liege ich denke ich über 60 Stunden ....

    Ich muss sagen mir geht es deutlich besser als vorher. Ich fühle mich gebraucht, weiß ich tue was sinnvolles, bekomme meine Anerkennung dafür und lerne neues dazu und all das hat meinen Selbstwert enorm gesteigert.

    Ich denke die Frage ist nicht kann ein ADHSĺer das sondern die Frage ist für einen selbst KANN ICH DAS?
    Denn ich denke auch viele Leute ohne ADHS können das nicht....

    Also meine Antwort ganz klar JA das ist sicher möglich!
    Aber man muss sich auch die Zeit geben um in diese Form zu kommen, wenn es einem grade nicht so gut geht. Und es gibt sicher Menschen die packen das nie, aber generell denke ich es geht! Zumal es auch Berufe gibt in denen Du ADHS nutzen kanst!

    LG

    Rose

  3. #13
    Kaputo

    Gast

    AW: Wieviel ist möglich?

    repters schreibt:
    @Kaputo: Du kannst mir ja mal ne PM schreiben wenn du willst. Nur so viel, aberbdu solltest das mE ERNST nehmen:

    - man kann den Konzentrationsteil von ADHS fast vollstaendig kompensieren, je intelligenter desto besser. Dann bekommt man aber ein Stressproblem. Lass dich NICHT von der ADHS-Sache wieder abbringen durch diese Ueberlegung!

    - Gerade bei denen die stark kompensieren, sprechen die deutschen Tests nicht mehr an!!! Ich hab zB nach ICD10 kein ADHS (aber da hat selbst meine Psychologin nur drueber gelacht und meinte der Test waer halt nur fuer Kinder, und fuer Erwachsene scheisse. Mach also NICHT den Fehler dich nur nach ICD10 testen zu lassen, falls dein Psychologe nicht so gut ist wie meine Dame (bei meiner hatte ich wohl grosses Glueck). Bestehe dann auf Test nach DSM4 (amerikanisch), da gibt es einen fuer Erwachsene...! Wenn die da gegenanreden -> Arztwechsel.

    Lass dich nicht verunsichern. Das System in D ist ganz schoen scheisse manchmal.
    Danke für den Tipp!
    Jetzt weiß ich, warum ich hier bin

    kaputo

  4. #14
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.410

    AW: Wieviel ist möglich?

    Ich muss mal gerade ein bischen klugscheißen, sorry dafür,

    ICD10 ist der in Deutschland benutzte Diagnoseschlüssel für die kassenärztlich zugelassenen Ärzte/Therapeuten. Der ICD10 ist von der WHO herausgegeben und beinhaltet den kleinsten gemeinsamen Nenner aller Mitgliedsnationen.
    Davon unterscheidet sich der DSM4, den die amerikanischen Psychiater festgelegt haben. Dieser Diagnosekatalog hat deutlich mehr Feinheiten als die Diagnoseschlüssel im ICD 10, vergleiche hierzu: Bundesärztekammer - 1. Definition und Klassifikation.

    Insofern ist es tatsächlich sinnvoll, nach zu fragen, welche Kriterien bei der Diagnostik zu Grunde gelegt werden.

    Ich könnte mir vorstellen, repters, du meinst diesen speziellen Test: Wenda Utah rating scale, der das Vorhandensein der Störungen auch in der Kindheit erfasst. Es gibt da ein deutsches Pendant zu, das BAS-E Diagnostik Erw .

    Die Krux an den standardisierten Testverfahren ist, dass man eine Vergleichsgruppe braucht, die den Standard festlegt. In Deutschland gibt es zum Beispiel keine standardisierten Tests für Migranten, weil die Vergleichsgruppen nur unter in D aufgewachsenen Personenen gebildet wurden.

    Wird zum Beispiel "Impulskontrolle" bei einem Südländer mit einem deutschen standardisierten Test abgefragt, wird es immer zu einem Problem/Störung führen, die in einem standardisierten Test für die Herkunftsnationalität nicht vorläge, weil die aufbrausende Art in dessen Kultur normal ist.

    Darum muss immer geschaut werden, welcher Test für welchen Patienten passt und wenn es keinen passenden standardisierten Test gibt, muss die Amnamnese sorgfältiger und länger ausfallen. Manchmal erübrigen sich auch Tests, weil die geschilderten Probleme so eindeutig sind, dass man gar nicht mehr weiter testen muss.

    Ich hoffe, ich hab jetzt nicht zusätzlich verwirrt, aber wenn kaputo sich darauf berufen will, dann muss auch klar sein, worauf genau, ansonsten reden Arzt und kaputo aneinander vorbei.

    Und jetzt zurück zum Thema:

    Wenn du weißt, wo deine Stärken und Probleme genau liegen und du mit deiner ADHS umgehen kannst, spricht nichts dagegen, dass du deinen Traumberuf machen kannst. Mit entsprechender personellen Unterstützung geht das super, vorausgesetzt du bist entscheidungsfreudig in deinem Fachgebiet. Und ja, ich kenne Kollegen, die das mit ADHS schaffen, allerdings müssen die sich nicht mit den Widrigkeiten des Alltags auseinandersetzen, denen wird zu Hause vom Partner der Rücken frei gehalten. Nur ohne Partner sieht's da schlecht aus... weil Job, Hauhalt und soziales Leben funzt dann nicht mehr...DIe frage ist dann, ob es am ADHS liegt oder am 60-80h-Job. ;-)
    Problem ist bei nicht oder schlechtbehandelter ADHS die Entscheidungsfreudigkeit, die infolge eines Mangels an Selbstwertgefühl dann auch oft gegen Null geht. Und darum: kennst du deine Stärken und Schwächen und weisst, wo du welche personelle Unterstützun brauchst, kein Problem. Oder wenn du permanent im Hyperfokus bist, weil dich das Gebiet so interessiert und fasziniert, sehe ich auch kein Problem.

    Allerdings solltest du das - mit professioneller Hilfe - für dich rausfinden, denn ohne professionelle Hilfe wird es ein Eiertanz, ein Kampf gegen Windmühlen.

    LG Trine

  5. #15
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: Wieviel ist möglich?

    hallo

    wenn die Arbeit etwas ist, was dich so interessiert, dass du einen Dauerfokus halten kannst, dann klappt das. Ich kenne jemanden, der auf dem Niveau seit Jahren sehr erfolgreich arbeitet. Er hat aber auch einen sehr entspannenden Ausgleich und eine tolle Partnerin, die viel im familiären abfängt und dort Struktur vorgibt.

    Bei ihm ist es aber so, dass sein Beruf seine Leidenschaft ist

    Elwirrwarr

  6. #16
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Wieviel ist möglich?

    @Trine: Über Verhaltenstherapie, Coaching oä habe ich auch nachgedacht.

    Ich hab da allerdings auch ein Problem vermutet - Achtung, jetzt wird´s wieder arrogant: Ich hab mich über ADHS schon ziemlich viel informiert. Ich merke zB ja eben im ärztlichen Behandlungsverhältnis, dass da eher bei mir der "Wissensvorsprung" zum Thema besteht. Dh zu dem Thema wird mir kaum ein Coach noch was erklären können. Ich hab natürlich nach wie vor große Wissenslücken - aber da wird der Coach dann wohl auch welche haben. Bzgl. meiner Wissenslücken kann ich mich viel besser zB in einem Forum, durch Gucken von Videos etc. informieren.

    Dh ich würde die Beschäftigung mit sowas soweit es einen Coach angeht als 100% Zeitverschwendung betrachten vermutlich.

    Mir ginge es bei Coaching NUR noch darum zu überlegen, wie ich bestimmte Lern/Arbeitssachen besser hinbekomme, meinen Tag optimal strukturiere, Nebenfaktoren auffange/einsetze (Sport, Kaffee, emotionale Sachen etc.).

    Und wenn ich mal zugrundelege, wie wenig zufrieden ich mein Leben lang immer mit "normalen" Kursen gewesen bin, die sich quasi "an alle" gerichtet haben - dann hätte ich vermutet, dass mir ein Coaching oä zwar THEORETISCH sehr helfen könnte, aber ich würde auch vermuten dass die real existierenden (!) Coachingmöglichkeiten für mich nur extrem wenig Wert besitzen bzw. mich ärgern werden.
    -------------------------------------------------------
    So, Kerngedanke vorbei, und jetzt bringe ich noch mal ein anschauliches Beispiel. Wenn euch das zuviel Text ist, einfach nicht mehr weiterlesen, es dient nur noch zur "Ausmalung" meiner Vorbehalte die ich oben schon abstrakt erklärt habe.

    ->

    Vor einiger Zeit habe ich mir viel Gedanken über Voice Coaching gemacht, weil ich da eine große Schwäche habe. -> Eben stark hyperaktiver Typ - dh ich rede unglaublich schnell, und deswegen hab ich wenig Möglichkeiten genug Luft zu holen um aus meiner - eigentlich sehr tiefen - Stimme alles rauszuholen. Außerdem ist es schwer interessant zu modulieren wenn man schnell spricht. Ergebnis ist also bei mir schnelles, für mich eher zu hohes Sprechen mit wenig Modulation - klingt scheiße und mir viel zu weak. Ich kann auch ohne große Probleme "wechseln", dh mit sonorerer Stimme sprechen, interessant modulieren etc. Die TECHNIK ist mir 100% klar. Aber ich kann es mir nicht angewöhnen weil mich so langsames Sprechen halt quält.

    Ich hab mich da eine Weile im Internet selbst schlau gemacht - und da hab ich auch für mich interessante Sachen gefunden mit denen ich rumexperimentieren konnte (zB hab ich mich eine Zeitlang selbst beim Vorlesen von Texten aufgenommen, und verschiedene Sachen probiert und mir hinterher angehört wie es wirkt - diese Technik ist ein tolles Werkzeug für sowas...).

    Dann habe ich aber auch den "konventionellen" Weg beschritten, indem ich Volkshochschulkurse und Termine mit professionellen Sprachtrainern gebucht habe.

    Insbesondere letzteres war schweineteuer, hat aber (beides) NICHTS gebracht.

    Denn die Coaches arbeiten leider auf EXTREM niedrigen Niveau. Die haben einfach ein "Standardklientel", wissen aus Erfahrung was sie diesen Leuten dann vorbeten, aber sie haben in Wirklichkeit nur sehr wenig Fähigkeiten auf spezielle Situationen/Beschreibungen einzugehen.

    zB lief es in dem Volkshochschulkurs so, dass alle Teilnehmer außer mir einfach ein Selbstbewusstseinsproblem hatten (und nicht wie ich ein aus schlechter neurologischer Disposition geborenes Problem mit Angewohnheiten). Daher hat sich die Coachingtussi auch sofort darauf gestürzt, tausend Übungen zu machen wo man lernen sollte "mal so richtig aus sich heraus zu kommen".

    Hab ich dann eben 100% gemacht - und alle haben geklatscht und es toll gefunden, wie super ich es "gelernt" hatte gegenüber meiner Vorstellung (wo ich so geredet habe "wie immer").

    Ist nur eben völlig wertlos für mich. Ich hab 0 Probleme mit meinem Selbstbewusstsein. Meine Probleme liegen GANZ woanders. Aber das konnte ich denen ja nicht erklären schon aus Zeitgründen.

    Ich dachte dann, bei individuellen Coachings müsste es besser werden. Aber im Grunde hätte ich mindestens 20 Stunden aufwenden müssen, bis der "Coach" mein Problem überhaupt wirklich verstanden hat... und ich hatte da schon das Gefühl, dass dann doch nur "Tipps" kommen würden die mir auch sofort selber eingefallen sind. DAFÜR so viel Geld zahlen? Nein Danke.

    --

    Es könnte natürlich sein, dass es bei ADHS-bezogenem Coaching besser wäre wenn es eben doch besser "auf mich passen" würde. Aber ich bin skeptisch.

    zB schon mal weil mein Problem ja 90% im Bereich des geistigen Arbeitens auf sehr hohem Niveau liegt. Und ich hab, von dem was ich bisher so gelesen habe, das Gefühl dass fast alle sonstigen Coachingkunden bei ADHS eher ganz andere Probleme haben?

    Auf Tipps dafür, wie man den Kindern essen macht während man sich nicht davon ablenken lässt dass der Ehemann einen anschreit - die dann emotional ansetzen und sagen, der Ehemann meinte es ja nicht so etc... darauf kann ich verzichten.

    MICH würde interessieren was ich mache wenn ich Vokabeln lerne, es läuft 1-2 Stunden auch ganz vernünftig, und dann kriege ich wieder meinen "Kopfflash" und die Gedanken drehen weg. Lösungsansätze zB 1. Medikation 2. bessere Tagesstruktur, weniger Hektik abends etc. 3. "anderes Herangehen" ans Lernen - ruhiger? 4. lässt sich eben nicht lösen, also nach der Lernerei in einen Job wo es angenehmer ist. 5. ...

    ->SOWAS würde ich brauchen. Jemand der sich mit sowas auskennt.

    Dh ich bräuchte dann im Grunde einen "Spezialcoach" der Leute coacht die zwar ADHS haben (denn darum soll es ja gehen) aber andererseits sehr ehrgeizig sind, ein bestimmtes Umfeld haben, deren Probleme da liegen wo meine liegen. Halte ich für fast ausgeschlossen, sowas zu finden.

    Aber wie gesagt, es kann sein dass das nur ein Vorurteil ist. Vielleicht sind die Probleme ja doch "viel gleicher" als ich denke, und die Coachingsache würde mir sehr helfen.

    Daher hab ich auch vor, das auf jeden Fall auszuprobieren.

    Hat jemand Tipps, wo ich sowas finden würde was ich suche?
    Geändert von repters ( 2.11.2012 um 18:13 Uhr)

  7. #17
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wieviel ist möglich?

    Hallo,

    ich denke auch, dass es geht.
    So etwas ist, ADS hin oder her, immer auch eine individuelle Sache.

    Das wichtigste, denke ich, ist, dass Du um Deine ADHS weißt und darauf achten und Rücksicht nehmen kannst, wenn es erforderlich ist.

    Viele derjenigen, die hier warnende Worte schreiben (mich eingeschlossen) wussten nicht von Anfang an von ihrer ADS und sind permanent gegen Windmühlenflügel gerannt, was zusätzlich Energie gekostet hat, vielleicht sogar mehr Energie als für alles andere.
    Am Ende hat man mehr Energie verbraucht, als man wieder schöpfen konnte und landete im Burnout, Depressionen etc, naja wir kennen das ja ...

    Wenn Du aber darum weißt, kannst Du darüber lernen und Dich darauf einstellen.

    Ein Coaching ist sicherlich eine gute Strategie.

    Aber man muss auch lernen, seine Grenzen wahrzunehmen.
    Das gilt für Neurotypische wie ADS'ler gleichermaßen.

    In den Kliniken habe ich auch viele Burnoutler kennengelernt, die keine ADS haben.
    Die kannten ihre Grenzen genausowenig, waren begeistert in ihrem Job, und haben Raubbau an ihrem Körper betrieben, in dem sie sich unwissentlich und unbemerkt überfordert haben und sind dann mit Volldampf gegen die Wand gerannt.
    Wer einen Marathon läuft weiß, dass er sich seine Kräfte einteilen muss, denn die sind begrenzt.
    Das gleiche gilt, wenn man z. B. einen Berg hinaufsteigen möchte.
    Erstens muss man bedenken, dass es mit zunehmendem Fortschritt auch immer anstrengender wird und zweitens muss man auch wieder runter .
    Oder um es mit der Fliegerei zu vergleichen:
    Wenn ich eine Flugstrecke plane, muss ich die wirtschaftlichste Fluggeschwindigkeit für mein Flugzeug auswählen, um die volle Reichweite zu haben.
    Fliege ich gleich mit Vollgas los und bleibe so, ist nach dreiviertel der Strecke der Sprit alle und da oben gibts keine Tankstellen .

    Das muss man lernen, als ADS'ler ganz besonders.

    Aber es ist ein immens großer Vorteil, in jungen Jahren von seiner ADS erfahren zu haben und sich darauf einstellen zu können, gezielt auf die Stärken hinarbeiten zu können und Bereiche zu suchen und zu finden, in denen die Schwächen nicht so ins Gewicht fallen und dazu eben Strategien an der Hand zu haben, die Schwächen zu bewältigen.

    Wenn man dann einen Job hat, den man mit Spaß und Begeisterung ausübt, kann alles klappen.

    Der Haken ist:
    Wir neigen dazu, uns zu überschätzen, weil wir die Grenzen nicht kennen.
    In der Klinik in Bad Bramstedt z.B. wurde das mehrere Male wirklich sehr anschaulich verdeutlicht.

    Und Du musst bedenken, dass Du ja nicht nur ein paar Jahre arbeiten wirst, sondern die Rente erst so mit frühestens 65 auf Dich zukommen wird und bis dahin musst Du immmer wieder in der Lage sein, Kraft und Energie zu schöpfen um am Ende eine positive Energiebilanz ziehen zu können.

    Coaching, Therapie und Fachwissen über ADS etc. sind die besten Voraussetzungen dafür, dass es klappen kann und dann auch klappen wird .
    Achtsamkeitsübungen, lernen auf sich und seinen Körper zu hören, die Signale wahrzunehmen und darauf zu reagieren.
    Das sind Dinge, die uns besonders schwer fallen.

    Hast Du eine Chance, über Deinen Arzt oder Thera mal eine 6-wöchige Reha zu machen, um da mal ganz konkret und kompakt rangehen zu können?
    Wenn ja, wäre das meine Empfehlung.
    Das ist nochmal eine ganz andere Nummer, als sich über ADS zu informieren .

    LG
    Fliegerlein

  8. #18
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Wieviel ist möglich?

    "In jungen Jahren"? Nicht wirklich. Studium zB laengst fertig. Ich finde es EXTREM EXTREM spaet. Dass hier andere noch mehr verarscht wurden als ich von ihrer Umwelt, macht es fuer mich ja nicht besser.

    Mit der Reha-Sache bin ich skeptisch. Ich will ja nicht meinem Alltag entfliehen, ich will in ihm effizient und selbstbestimmt sein. Und die Erfahrung zeigt bei mir dass Urlaub etc. fuer mich VIEL stressiger ist als zB Aufgaben zu loesen.

  9. #19
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Wieviel ist möglich?

    Dann muss ich ja jetzt doch mal neugierig nach Deinem Alter fragen.
    Also so Mitte Zwanzig finde ich z. B. noch jung, in Anbetracht der Tatsache, dass man dann noch so ca 40 Berufsjahre zu stemmen hat.
    Klar, im Kindesalter wärs noch besser geworden, aber in den Zwanziger Lebensjahren hat man da noch alle Chancen, oder zumindest mehrerer solcher.
    Ich würde auch nicht unbedingt sagen, dass diejenigen, die mit höherem Alter erkannt wurden, verarscht wurden ... die stammen aus einer Zeit, in dr man das nicht kannte, nichts darüber wusste ... wem will man das vorwerfen?
    Da lag ja kein Vorsatz dahinter.

    "Dem Alltag entfliehen"

    So würde ich das keinesfalls betrachten.
    Es ist eine Art Auszeit, um konkret und kompakt lernen und erfahren zu können, keine Flucht.
    Ich würde das eher wie eine Art "Kompaktseminar" sehen.
    Edit: also als eine Grundlage, eine Basis, das berühmte Fundament .
    Die Arbeit fängt danach erst an, aber man hat nun einiges an Werkzeug in der Tasche, mit dem man auch gezielt und fachgerecht an die Arbeit gehen kann .
    Geändert von Fliegerlein ( 2.11.2012 um 19:06 Uhr) Grund: Edit zugefügt

  10. #20
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Wieviel ist möglich?

    Erstmal ein Link:

    Hirnforschung: Pause macht produktiv - SPIEGEL ONLINE

    Das ADHS will bedacht sein.
    Aber:
    Dein Kopfflash nach zwei Stunden ist normal.(finde ich)
    Wir sind keine Roboter, aber unsere Hirne haben ihre eigene Dynamik.

    Lern deine Leistungsspitzen kennen, sehs vielleicht mehr wie ein Sportler und beachte deine persönlichen Konzentrationsspannen.
    Finde heraus, was dir hilft zu entspannen. Lerne Disziplin.

    Wenn Du geistig Langstrecke laufen willst ( sprich Höchstleistung auch an Konzentration) , brauchst du Training, grosse Achtsamkeit, damit du dich eben nicht ausbrennst und vor allem musst du es wollen.

    Manchmal habe ich den Eindruck, in dir "brennt" ein Wunsch.
    Frag dich aber wo die Ursache dafür ist-was treibt dich an?

    Nicht das du einem falschen Ideal "hinterherarbeitest" und am Ende merkst, du wolltest dadurch eigentlich was anderes errreichen.

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