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Diskutiere im Thema AD(H)S ja/nein - Medikamente Ja/nein/vielleicht, welche, wieviel, Wirkung,.... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 152

    AD(H)S ja/nein - Medikamente Ja/nein/vielleicht, welche, wieviel, Wirkung,....

    Da mir in letzter Zeit verstärkt Artikel zu den im Betreff genannten Stichwörtern auffallen, ich nicht immer Zeit, Lust, Konzentration und/oder den Antrieb habe, zu antworten - mir allerdings die Themen irgendwie nicht aus dem Kopf gehen, möchte ich hier einfach mal versuchen gesammelt meinen Senf loszuwerden...

    Um es vorweg schon mal zu sagen - falls ich mich ungeschickt oder undiplomatisch ausdrücken sollte - ich möchte NIEMANDEN beleidigen, KEINEN angreifen oder sonstwie verletzen, sondern nur MEINE persönliche Meinung/Erfahrungen (zum Teil ironisch/satirisch) zu diesem Thema zu besten geben!


    Bis ich meine Diagnose erhalten habe (in einem "mittleren" Alter), hatte ich eigentlich einen völlig untypischen AD(H)S Lebensweg hinter mir. "Normale" Kindheit, Schule und Ausbildung mehr recht als schlecht in einem Rutsch, dazu einen zu der Ausbildung passendes abgeschlossenes Studium (das dann allerdings nicht mehr in einem Rutsch absolviert wurde ).

    Ich war zwar als Kind irgendwie ein bisschen anders, aber da ich nicht auffallend, störend oder sonstwie abgedreht war, beruhte die ganze Sache auf sich selber.

    Wirklich bewusst, dass ich wohl irgendwie/irgendwelche ernsthafte Probleme/Schwierigkeiten hatte, fiel dann erst so richtig im Studium auf: ich konnte nicht so wie die anderen lernen, konnte mich nicht mehr so durchmogeln wie damals in der Schule und mir fiel verstärkt auf, dass ich doch irgendwie nicht die gleichen Probleme hatte wie meine Mitstudenten.

    Fassen oder definieren konnte ich sie damals trotzdem nicht!

    Was waren im Nachhinhein meine Symptome? Ablenkbarkeit, Unkonzenriertheit, Nebel, Müdigkeit, Antriebslosigkeit,etc. Also alles Symptome, die jeder mal hat... :-)

    Wirklich schlimm wurde es für mich, als ich die bleiernde Müdigkeit ständig hatte - egal wieviel ich geschlafen hatte. Ärzte nahmen mich nicht mehr für voll, da ich normale Blutwerte hatte, meine Schilddrüse (Diagnose im Studium, da eben meine damaligen Werte grenzhaftig normal waren und die ganzen Symptome dadurch auf die Schilddrüse geschoben wurden) eingestellt war und ich wohl nicht so schlecht aussah/benahm, wie ich mich fühlte...

    Als ich schon dachte, ich könnte mich auf eine geschlossene Station einweisen lassen, mich dadurch erst recht schlecht und schwach empfand - schliesslich meistern ja andere auch ihr Leben - also konnte ich ja nur faul und willenlos sein - hörte ich durch Zufall von AD(H)S.

    Den Begriff kannte ich zwar schon vorher, aber da ich ja eigentlich immer eine Transuse und Träumerin war und dazu kein Kind mehr, konnte das ja nicht stimmen. Allerdings erfuhr ich durch meine Recherche, dass die Hyperaktivität/Zappelphilip nicht immer ein Symptom sein muss und das auch Erwachsene betroffen sein können.

    Also hab ich das Internet mal rauf und runter gesucht (Ja, man kann mit Hilfe von Suchmaschinen innerhalb kürzester Zeit sehr gute Informationen im Internet finden und alles Grundlegende erfahren!!!!), Selbstdiagnosetest "positiv" ausgefüllt und auf die Suche gemacht, wo ich eine Diagnose als Erwachsene machen lassen kann. (Und ja, auch hier kann man seriöse Adressen finden!!!!)

    Und welche Überraschung - obwohl auf den ersten Blick (Lebenslauf, Zeugnisse) nicht unbedingt erkennbar - habe ich "es mir wohl eingefangen"...

    Mit der Diagnose dachte ich dann, dass ich alles in Griff bekomme. Regelmässige Medikamenteeinnahme wollte ich nicht - mit ein wenig Struktur/Planung und Besuch einer SHG würde ich alles schon in den Griff bekommen. Wie sollten bei mir denn auch Medikamente gegen Strukturlosigkeit und wie ich dachte Motivationslosigkeit (Faulheit) denn schon helfen? Und dann noch ADs? Jetzt da ich ja wusste, was mit mir los ist, brauche ich doch keinen Stimmungsaufheller mehr...

    Gedacht - Getan!

    Habe dann auch einen Teil meines Weges gut geschafft - aber irgendwie klappte es immer noch nicht so richtig! Die Müdigkeit war zwar ein wenig besser geworden, die Motivation war vorhanden - aber der Nebel, die Antriebslosigkeit, zum Teil die Unkonzentriertheit und Ablenkbarkeit sind geblieben und rissen mich immer wieder runter. Aber das als Depression zu sehen, fand ich nun doch ein wenig übertrieben...

    Schlussendlich, als ich für mich keinen Weg mehr gesehen habe und vor einer Mauer stand, habe ich mich doch zu einer Medikamenteneinnahme und begleitende Verhaltenstherapie entschlossen. Und siehe da, mein Weg geht nun doch wieder weiter...


    Was ich eigentlich mit diesem langen Text sagen möchte (Danke an alle, die es bis hierher geschafft haben!!! ):

    - Wir haben alle zum Teil unterschiedliche Symptome, Lebensweg- und -umstände, Ausbildungen und Erfahrungen. Es geht nicht nur darum, dass bei einer Aufzählung von Symptomen gleich erkannt werden kann, ob eine AD(H)S vorliegen kann. Dafür sind geschulte Personen, Testverfahren, Untersuchungen und Gespräche notwendig. Es gibt soviele Ursachen, die AD(H)S typische Symptome hervorrufen können!

    - Auch kommen nicht alle "aussergewöhnliche" Symptome von einer AD(H)S oder werden durch diese begünstigt/benachteiligt/verstärkt oder sonst was.

    - Es müssen nicht immer Medikamente zur Behandlung eingesetzt werden. Ist allerdings eine medikamentöse Behandlung ärztlich empfohlen, reagieren wir alle nun mal unterschiedlich auf die verschiedenen Präperate und Dosierungen. Hier gibt es nun mal keine DIN-Vorschrift!

    - Und wir nehmen nun mal alle unterschiedlich die Wirkung der Medikamente war!!! Meine persönliche Meinung/Erfahrung ist, dass die Medikamente uns jetzt nicht auf einmal mit nur einer Pille - Strukturierter, Konzentrierter, Antriebsvoller, Motivierter, Ruhiger, Ausgeglichener,... - sein lässt. Nicht alle Probleme lassen sich einfach mit einer "Wunderpille" beheben! Medikamente sind zur Unterstützung gedacht und nicht zu einer Wesens- oder Eigenschaftsveränderungen! Sondern sie sind uns nur eine Hilfe, damit wir an den Dingen, die uns stören oder Probleme bereiten, etwas einfacher arbeiten können!!!

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: AD(H)S ja/nein - Medikamente Ja/nein/vielleicht, welche, wieviel, Wirkung,..

    Ich muss/kann da gar nicht viel zu sagen, außer dass ich finde (grade den letzten Absatz) hast Du super formuliert und ich kann nur nicken, denn ich sehe es genauso!
    Ich glaube aber auch, dass Du da schon sehr "weit" bist in Deiner Erkenntnis. Auch bei mir hat es recht lange gedauert bis ich verstanden habe was mir ein Medikament bringen kann und was nicht und, dass ich mich was das angeht auch nicht wirklich mit anderen vergleichen kann, sondern auf MPH bezogen ganz genau auf mich selbst achten muss und schauen muss wie es für MICH ist ! Da kann mir keiner so richtig helfen, sondern das musste ich für mich merken. Ich habe Meine Einstellung dahingehend durch Erfahrungen auch sehr geändert. Ganz ohne schaffe ich die Arbeit (und vor allem lernen) nicht, aber ich merke, dass ich mit sehr viel weniger besser zurecht komme als zB mein Arzt meint... und da muss man sich auch duchsetzen, weil nur man selber das für sich ganz individuell einschätzen und beurteilen kann.

    Super Beitrag brived! Danke dafür!

    LG

    Rose

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 10.928

    AW: AD(H)S ja/nein - Medikamente Ja/nein/vielleicht, welche, wieviel, Wirkung,..

    eigentlich liebe brived,gibt es dazu nichts mehr zu sagen,
    vorallem weil rose das wichtigste bereits sagte


    mir war gerade als hätte ich mit deinem text
    (ich habs wirklich geschafft ihn ganz zu lesen!)
    eine kleine reise begonnen

    da mein leben auch so "normal" verlief wie deins
    weil ich nur bedingt aufgefallen bin


    aber ich wollte ja nicht mehr viel schreiben,
    weil bereits alles geschrieben wurde


    danke fürs lesen dürfen

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 152

    AW: AD(H)S ja/nein - Medikamente Ja/nein/vielleicht, welche, wieviel, Wirkung,..

    @Rose: Na ja, so "weit" bin ich glaub ich noch nicht. Merke selber, dass ich für mich noch einen langen Weg vor mir habe. Das waren eigentlich nur Gedanken, die mir so in letzter Zeit beim Lesen hier im Forum gekommen sind...

    @Blümchen: Och nö, schreib doch bitte soviel, was und wie du möchtest

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