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Diskutiere im Thema Come out, come out, wherever you are... im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    Come out, come out, wherever you are...

    Ich bin momentan mit der ADHS-Sache soweit durch, dass ich mich grds. ausreichend informiert zu haben glaube. Ich werde trotzdem immer mal wieder im Forum vorbei schauen (das mag sich ja für den einen oder anderen eher wie ´ne Drohung anhören ^.^), weil es mir auch Spaß macht den Kram zu lesen der hier geschrieben wird, aber meine "systematische" Beschäftigung ist durch.

    Eine Sache interessiert mich aber noch, und wird mich als Thema wohl die nächste Zeit begleiten (vielleicht sogar für immer?):

    ----------------

    Durch die Beschäftigung mit ADHS, (nicht richtig ausgelebter) Hochbegabung und der für mich EXTREM schwierigen Abgrenzung / Zuordnung von Problemen zu einer der beiden Dispositionen hab ich eine Menge über mich gelernt, über die Art wie ich denke, rede und fühle wenn ich quasi ganz "ich selbst" sein kann.

    Ich merke jetzt erst, wie sehr es für meine Lebensqualität entscheidend ist dass ich eine Umgebung habe in der ich mich auch privat intellektuell auslasten kann (extrem witzig, weil ich am Anfang meines kleinen Burnouts dachte ich sei überfordert - ich glaube inzwischen, dass es eher eine Alltagsüberforderung in Kombination mit intellektueller Unterforderung war). In der ich mich meiner manischen und komplexen Seite 100% widmen kann. Wo ich Freunde habe, mit denen ich rumphilosophiere, die etwas crazy sind in der richtigen Weise, die mal krasse/bittere/zynische aber intelligente Witze reißen, die mir Tipps geben was ich noch lesen und wo ich ins Theater gehen könnte, die mir Rückmeldung geben wo ich komisch wirke, was ich verbessern muss, wo ich glücklicher werden könnte. Die mich auch mal beeindrucken und mitreißen, denen gegenüber ich komplexe Gefühle/Sorgen/Gedanken auf den Punkt bringen kann, die mir dann so antworten dass mir sofort klar ist dass sie GENAU verstanden haben was ich meine (was mich dann oft ziemlich glücklich macht), wo man einen Dialog hinbekommt. Die genauso "schnell" sind wie ich, was aber natürlich nicht heißt dass man nicht auch mal langsam und melancholisch sein kann. Die einem auch menschlich einen Rückhalt geben, den mir "normale" Menschen anscheinend nicht in dem Maße geben können (was mich eher traurig macht - aber ich kann es nicht ändern, so ist einfach bisher meine Erfahrung).

    Das ganze war mir natürlich früher nicht 100% unbekannt; aber das Ausmaß, in dem ich anscheinend in meinem Lebensglück von sowas abhängig bin, hat mich dann doch überrascht.

    Daher mal die anschließenden Fragen:

    1. Geht´s hier noch wem so?

    2. Mit dem "Suchprofil" was ich geschrieben habe, liefe es wohl auf eine Kombination von Hochbegabung und ADHS hinaus? Vielleicht reicht ja auch das Vorliegen von "nur" Hochbegabung aus (quasi einer "ruhigen") - dann müsste die Person natürlich trotzdem ausreichend "drive" haben. Oder sehe ich was falsch?

    3. Wo findet man solche Leute? Ob männlich oder weiblich ist mir egal, es geht mir nicht um dating. Ja, Mensa ist mir bekannt, ich weiß auch dass es für beide Themen Selbsthilfegruppen gibt. Ansonsten?

    4. ...wobei mich natürlich grds. schon interessieren würde - wenn auch eher am Rande - wo sich die entsprechenden Damen rumtreiben. Ehrlich gesagt hat mich zB ziemlich überrascht, dass ich hier im Forum Beiträge von so vielen weiblichen Wesen gelesen habe deren Schreib-/Denkstil ich sehr ansprechend fand. Ich hatte sogar das Gefühl, dass die für mich "interessant" denkenden Mädels in der Mehrheit sind ggü den Männlein... während ich im Arbeitsumfeld so gut wie keine Frauen dieses Typs gefunden hab. Ist vielleicht der Fluch daran, sich eher im Wirtschaftsumfeld zu bewegen...

    Was mir allerdings Sorgen macht, ist dass es bei den Mädels meist die zu sein scheinen die mal mit Borderline diagnostiziert worden sind... vielleicht muss ich da ja noch mal was überdenken ^.^.

    ----------------------

    Um kurz was klarzustellen: Ich rede nicht von "Bildung", iSv auswendig zu wissen was Göthe geschrieben hat oder was das Malen eines schwarzen Quadrats ist kunsthistorisch gesehen. Daran hab ich null Interesse. Ich meine die Auffassungsgabe, die Möglichkeit und den Wunsch/Spaß daran Gedanken komplexer zu denken/zu strukturieren und sich dann über sowas auszutauschen, eine gewisse kleine Manie/Begeisterung die manchmal mit sowas einhergeht. Dass "Bildung" und "Intelligenz" überhaupt nicht zusammenhängen müssen aus meiner Sicht, sieht man zB daran dass ich mich zB auch mit aus meiner Sicht "intelligenten" Kindern teilweise wesentlich besser unterhalten kann als mit aus meiner Sicht "langweiligen" Erwachsenen...

    Falls hier zufällig wer in Norddeutschland wohnt und sich von meiner Schreiberei angesprochen fühlt, würde ich mich natürlich auch über ´ne PM sehr freuen. Keine Angst, ich beiße nicht und ich dachte auch nicht dass wir jetzt IQ-Tests austauschen... ich hätte einfach nur mal Lust noch mehr Leute kennenzulernen mit denen man sich nett unterhalten kann.

    ----------------------

    Ach, und als Disclaimer (den ich aber sehr ernst meine): Ich schreibe den Kram bzgl. der Hochbegabung nicht um rumzuposen. Ich hab sogar eine STARKE Abneigung gegen das ganze Hochbegabungsthema. Mir geht es da in keiner Weise darum besonders toll zu sein; im Gegenteil habe ich das Gefühl, dass mir bestimmte Sachen mein ganzes Leben lang nur Probleme bereitet haben. Wenn es ein Medikament DAGEGEN gäbe - ich würd´s vielleicht mit einer gewissen Vorsicht behandeln, aber es mir zumindest erst mal verschreiben lassen und es mal testen. Der einzige Grund, warum ich sowas hier medial äußere, ist eben weil ich es ja ansprechen MUSS weil es hier etwas mit einem Thema zu tun hat das für mich ganz praktisch sehr wichtig ist. Weil es bei mir ein gewisses Potential zum Unglücklichsein zu geben scheint, wenn ich mich nicht auf eine bestimmte Weise austauschen kann. Also: Wenn jetzt beim geneigten Mitlesenden der für das heutige Deutschland leider sehr typische Reflex aufkommt, mal mit dem Empörungshammer für Gleichheit sorgen zu wollen: Für dich ist der Beitrag dann eben nicht geschrieben, bitte einfach im Browser das "x" drücken rechts oben und sich gar nicht erst links auskotzen (bzw. dann besser im Forum für Globalisierungsgegner oder so).
    Geändert von repters (21.10.2012 um 19:25 Uhr)

  2. #2
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    Ich kenne das und möchte damit auch nicht rumposen.

    Bei mir war es zuerst nur HB und dann ADHS, wobei HB sich irgenwie irreal anfühlt. Ich verkaufe mich extrem unter Wert, versuche mich anzupassen, das auch schon in der Schule, in der Auseinandersetzung mit dem Thema HB ist mir das aufgefallen. HB ist auch eher ein Stolperstein für mich, wobei ich eine Mende ADHS damit kompensieren kann.

    Ich kenne den Unterschied zu nur HB aus meinem Bekannten-Freundeskreis, nur HB ist sortierter, geplanter, weniger spontan, ich kann das jetzt nicht anders ausdrücken

    und deine Beschreibung

    ich glaube inzwischen, dass es eher eine Alltagsüberforderung in Kombination mit intellektueller Unterforderung war). In der ich mich meiner manischen und komplexen Seite 100% widmen kann.

    trifft die Sache ziemlich gut.

    Mensa muss ich sagen kenne ich, weil selber Mitglied, habe damals da den Test gemacht und bin dann aus Unentschlossenheit eingetreten bzw. in dem Wunsch, Menschen zu finden, die ich verstehe, die mich verstehen, da fühle ich mich persönlich nicht so richtig wohl.

    Deine Frage in der Reihenfolge

    1.ja
    2. Es gibt einen Unterschied zwischen HB und HB in Kombi mit ADHS, zumindest habe ich das so kennengelernt
    3. Ich habe solche Menschen gefunden in einer ADHS-Selbsthilfegruppe, live, komischerweise sind da noch zwei ... ich hasse dieses Wort, weil es so nach Versuchskaninchen klingt ... trotzdem getestet HB, warum in diese Häufung kann ich nicht sagen, in solchen Gruppen wird man also fündig, vielleicht muss man sich an Vorurteilen orientieren und in den entsprechenden Berufsgruppen suchen ...
    4. ich bin nicht weiblich

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    xyberlin schreibt:
    HB ist auch eher ein Stolperstein für mich, wobei ich eine Mende ADHS damit kompensieren kann.
    Hah, schön ausgedrückt ;-).

    xyberlin schreibt:
    Ich kenne den Unterschied zu nur HB aus meinem Bekannten-Freundeskreis, nur HB ist sortierter, geplanter, weniger spontan, ich kann das jetzt nicht anders ausdrücken"
    Würde ich auch so sagen, aber ich finde das oft leider auch weniger interessant. Es fehlt mir das verrückte, es fehlt mir manchmal eine Art des *wirklich* und radikal kritischen Hinterfragens, der Drang einfach mal aus Bock was drastisches zu machen. Ein bisschen zu angepasst, ein bisschen zu zufrieden für meinen Geschmack. Vielleicht habe ich da aber einfach noch nicht die richtigen kennen gelernt. Aber zB ist die interessanteste Person die ich in der letzten Zeit kennen gelernt habe im Leben (bisher) 100% gescheitert, hat ungefähr 1000 Probleme und ist ständig verzweifelt, war schon "richtig" in der Psychiatrie (dh nicht PIA ^.^)... ;_). Mir ist als Freund/vielleicht sogar Beziehung eine Person hundert mal lieber, die sich auch mal verrennt, mal was beleidigendes macht bzw. was das GAR nicht geht, die Theorien aufstellt die für mich unglaublicher Bockmist sind, wenn sie "dafür" ab und zu mal was echt geniales macht was mich umhaut, bzw. wenn sie vielleicht "interessant scheitert"...

    -------------------
    Etwas offtopic:

    Es kann natürlich auch sein, dass man, wenn man beruflich und im Hinblick auf bestimmte soziale Maßstäbe im Grunde voll gescheitert ist, einfach mehr *Zeit* hat sich existenzialistischen Gedanken hinzugeben ;-). Ich halte diese Möglichkeit für gar nicht mal so abwegig... von meinen Freunden die beruflich ehrgeizig/erfolgreich und intelligent sind habe ich oft den Eindruck bzw. höre ich oft, dass sie sich *eigentlich* auch gern viel mehr Raum für sowas nehmen würden, eigentlich am liebsten mehr *bei sich* wären, aber sie müssen die ganze Zeit funktionieren und daher wird es nie was... auch eine Art zu scheitern, vielleicht.

    Lustigerweise ist genau dieser Widerspruch zwischen äußerem - beruflichem und sozialem - Erfolg, und dem was gerade für intelligentere Menschen oft "Glück" auszumachen scheint (was nicht besonders viel Geld, sondern primär Zeit zu erfordern scheint), ein Punkt der für mich in letzter Zeit glaube ich eine Menge Motivationsprobleme nach sich gezogen hat. iSv - ich kann mich kaum mehr motivieren beruflich richtig reinzuknallen, mich da 100% in den Stress zu schmeißen, wenn das nagende und stärker werdende Gefühl im Hintergrund steht, dass ich im Grunde einer Lüge/einem falschen Versprechen aufsitze, und mich mehr beruflicher Erfolg gar nicht glücklicher machen wird, dass ich mir nicht wirklich *etwas erarbeite*, sondern im Gegenteil dabei bin mein Leben zu verschwenden... "this is your life, and it´s ending one minute at a time" (und schon wieder: großartiger Film).

    Ich hab keinen Bock mehr, mich anzupassen an das was andere von mir wollen, meine Art zu sprechen, meine Körperhaltung, meinen Lebenslauf, alles anzupassen, wenn ich nicht eine WIRKLICH große Belohnung erwarten kann. Und da wird es in Deutschland meiner momentanen Einschätzung nach immer weniger. Die Haltung scheint zu sein, dass diejenigen die leistungsmäßig die absolute Elite sind im Grunde noch ein schlechtes Gewissen haben sollen wenn sie nach zuschlagen von Steuern und sonstigen Umverteilungsmechanismen materiell gesehen noch 30% mehr haben als die anderen. Und das, nachdem man an die 10 Jahre an der Karriere feilen durfte bevor es überhaupt richtig LOSGING. Ich glaube: Da sagen zunehmend mehr "nein danke". Das ist auch das, was ich in der letzten Zeit aus meinem Umfeld mitbekomme: Am Anfang wollten alle in "die Wirtschaft", jetzt versucht jeder irgendwie beim Staat unterzukommen, weil man einfach nach einer gewissen Zeit sieht dass bei uns alles immer mehr wird wie in Griechenland. Und wer da noch in der Privatwirtschaft bzw. sonst ehrgeizig arbeitet, ist einfach bescheuert...

    -------------------

    xyberlin schreibt:
    Mensa muss ich sagen kenne ich, weil selber Mitglied, habe damals da den Test gemacht und bin dann aus Unentschlossenheit eingetreten bzw. in dem Wunsch, Menschen zu finden, die ich verstehe, die mich verstehen, da fühle ich mich persönlich nicht so richtig wohl.
    Weil das zu karrierefixiert ist? Kenne mich da selber nicht aus, aber das ist das was ich bisher so kritisches über Mensa gehört habe.
    Geändert von repters (21.10.2012 um 19:43 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    repters schreibt:
    Die genauso "schnell" sind wie ich, was aber natürlich nicht heißt dass man nicht auch mal langsam und melancholisch sein kann. Die einem auch menschlich einen Rückhalt geben, den mir "normale" Menschen anscheinend nicht in dem Maße geben können (was mich eher traurig macht - aber ich kann es nicht ändern, so ist einfach bisher meine Erfahrung).
    Vorab: da ich von Hochbegabung und den damit verbundenen Schwierigkeiten keine Ahnung habe, weiß ich nicht ob meine Gedanken/Ideen für Hochbegabte überhaupt anwendbar sind. Also bitte nicht gleich mit schweren Sachen werfen falls es sich für euch als 'blödsinnig' liest.

    Als 'um-zwanzig-Ecken-denkende' Adhslerin werde ich oft für viel intelligenter gehalten als ich selbst es tue (und Lehrer es getan haben...*g*). War für mich sehr lange nicht erkennbar, aber die negativen Folgen waren trotzdem da und oft verletzend, frustrierend, unerklärlich für mich. Wer um zig Ecken denkt und das teils auch noch sehr schnell tut, scheint leider recht leicht den Eindruck zu erwecken, sich für überlegen zu halten und sein Gegenüber 'vorführen' zu wollen.

    Niemand fühlt sich gern dumm. Deshalb werden Menschen die dieses Gefühl auslösen oft gemieden oder auch mal offensiv ausgegrenzt. Inzwischen habe ich ein paar 'Tricks' auf Lager, die das aushebeln und die ich deshalb konsequent aus dem Hut zaubere wenn mein Gegenüber plötzlich schweigt, nicht mitlacht, betreten guckt/so wirkt usw.

    - davon ausgehen dass mein Gegenüber sich gerade 'blöd' fühlt, egal ob es um Intelligenz oder einfach 'nicht parieren können', nicht verstehen geht
    - auch davon ausgehen wenn man selbst denkt der andere könnte sich auf keinen Fall so fühlen, kann er/sie doch
    - zu erkennen geben, dass das nicht von mir beabsichtigt ist, also nicht rational 'erklären' was gemeint war, sondern emotional greifbar machen
    - sich selbst ein bisschen auf die Schippe nehmen, denn das ist etwas das immer verstanden wird....und auflockert

    z.B. "ui, hab ich wieder um tausend skurrile Ecken gedacht? Sorry, guck dir meine Wohnung an, so sieht mein Hirn innen auch aus", lauter lose Haufenansammlungen....noch Kaffee da?

    Auf die Art gebe ich zu erkennen, dass das Gesagte von mir keineswegs für total toll/richtig/hochintelligent gehalten wird, ich mir gerade 'blöd' vorkomme weil mein Gegenüber schweigt, nicht mitlacht oder betreten aussieht. Seit ich das so umsetze, klappt das mit den Freundschaften und dem zwischenmenschlichen Rückhalt wunderbar. Trotz teils großer Unterschiede in Interessen, Bildung usw. gibt es keine Probleme durch mein 'tausend-Ecken'-Denken mehr. Ich werde ganz entspannt als schräger Vogel (gefiedertes Tier mit Flügeln) akzeptiert, was ich auch selbst für recht treffend halte und bei Bedarf von Freunden humorvoll aufgefordert mir endlich eine Hirn-Putze zuzulegen.

    Menschlichen Rückhalt/Verständnis/Akzeptanz bekommt wer für andere Menschen emotional verständlich/greifbar ist. Dafür muss der andere weder alles was man sagt nachvollziehen noch auf die gleiche Art denken. Es reicht wenn man signalisiert dass man definitiv keine Überlegenheit sieht/will/annimmt!

    Über meinen oft rabenschwarzen, staubtrockenen oder doppelbödigen Humor lachen übrigens auch recht häufig anwesende Kinder während Erwachsene stirnrunzelnd gucken. Ich vermute oft haben Erwachsene einfach verlernt um Ecken zu denken während Kinder ihre Gedankensprünge noch nicht nach 'Sinn', Rationalität oder Zielstellung sortieren.

    Edit: Ui, "Vogel" wird nicht mehr zensiert? Cooooool!

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    Hmm, also, ein klein wenig enttäuscht bin ich nun doch dass der Post 100 hits hat aber nur 2 Antworten. Ich dachte, von dem Thema würden sich hier einige angesprochen fühlen.

    Wenn nicht, was ist denn der Grund? Zu arrogant formuliert? Habt ihr die Situation wirklich nicht? Ehrliches Feedback ist erwünscht, kann gerne kritisch sein (ich bin da nicht so empfindlich, und wenn doch ist es dann meine eigene Schuld ^.^)!

  6. #6
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    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 227

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    Hochbegabung ist so ein Wort, dass Chance auf Unwort des Jahres hat ...
    dabei hat das gar nichts zu tun mit Wissen und schon gar nicht mit Erfolg oder so oder so ähnlich, ondern beschreibt einfach nur die Fähigkeit schnell Muster zu erkennen und das ist ein physiologisches Ding so wie ADHS ...
    das mal vorne weg.
    Keine Ahnung ob arrogant,
    Ich persönlich beschäftige mich jetzt erst im jobtechnisch gescheitert sein mit dem Thema und bin mir sicher, dass ich nur eine Antwort auf die Schwierigkeiten bekomme, wenn ich beide Themen im Auge behalte.
    Ich persönlich habe viel Zeit, weil wie gesagt, jobtechnisch und karrieretechnisch wirklich nicht weiterkommend, deswegen klingt es für mich wirlich etwas merkwürdig, wie ich mich entscheiden könnte ...
    Vielleicht ist das auch der falsche Ansatz, ich sollte erst entscheiden,was ich möchte, um dann gezielt meinen Weg zu gehen, aber ist das möglich, habe ich die Wahl, so wie das hier beschrieben wird.
    Keine Ahnung, ich bin ein Meister der Anpassung und komme mit dieser Methode nicht weiter, andere Methoden muss ich noch kennenlernen.
    Wie gesagt, ich habe eher das Problem, nicht so richtig aus dem Quark zu kommen, mehr ADS als ADHS, hochsensibel, verträumt, hohe Ansprüche an meine Umgebung und an Zuspruch stellend, deswgen schreckt mich dieser Thread vielleicht auch eher ab.
    Und dann ist da dieser Widerspruch in meine Biographie, ich weiß, dass es für mich thematisch, intellektuell kaum eine Grenze gibt, ich werde kein Chinesisch lernen können, aber meine Grenzen setze ich mir tendenziell selber, aus Angst, aus Unsicherheit, keine Ahnung. Meine Biographie ist ein orientierungsloser Flickenteppich, immer wieder was Neues, immer wieder Anpassung, Verlust von Interesse und neues Thema und ich glaube das ist ein Problem, dass bei der Kombi besonders gravierend ist, weil der Perfektionismus bei mir zumindet noch ausgeprägter ist und die Frustration einem Start oft ein jähes Ende setzt.
    Wie gesagt, ich weiß nicht so recht, ob ich eine Wahl habe, das muss ich zuerst herausfinden.

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 17

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    Die Thematik ist mir mehr als ein bloßer Begriff; Ads diagnostiziert mit anschließender Feststellung des Damoklesschwertes HB.

    Ich für meinen Teil labe mich jedoch nicht wollüstig an Diagnosen etwaiger Fachleute und bin gottfroh mein Umfeld nicht nach elitär angehauchten Bezugspunkten auszuwählen und gar zu bewerten.

    O.g. ist mein ganz persönlicher Ansatz und soll definitiv nicht als Vorwurf oder Kritik missverstanden werden.

    Es gibt jedoch einige Überlegungen die mir vor allem im Rahmen der HB Thematik negativ aufstoßen, welche jedoch auch eine sehr persönliche Note haben:

    Möglicherweise unterliege ich paranoiden Vorstellungen; aber tendenziell wirkt es so, als dass Ads i.V.m HB zu einer nochmaligen "Subkultur", abgekapselt von ADS selbst, mutiert.

    Identische und ähnliche Charaktereigenschaften werden dann unter Berufung auf die eigene Genialität entweder glorifiziert oder aber stilvoll klagend dem Werther Komplex einverleibt.

    Intelligenz entwickelt sich doch zu einem fast wertlosen Begriff, wenn man ihn generalisiert und mit der hübschen Floskel HB garniert.

    Welchen Nutzen zieht der Mensch aus einer sprachlichen Hochbegabung, wenn die emotionale Intelligenz unterdurchschnittlich ausgeprägt ist?

    Wahrscheinlich sitzt man an Wochenenden alleine vor dem Kamin und übersetzt juristische Aufsätze ins Altgriechische.

    Ob das dann die totale Erfahrung von Lebensglück ist, bleibt jedem selbst überlassen.

    Hochbegabt sind für mich Menschen, die in Demut und mit Respekt durchs Leben gehen; andere Menschen und deren Würde ehren; die bedingunslos vertrauen und lieben können; die das Maximum ihrers Potentials versuchen auszuschöpfen und dabei nie ihre Werte verraten.

    Die überwiegende Mehrheit der Menschen wird dem wohl nur sehr selten gerecht werden können, sodass man wohl von einer wirklichen Begabung sprechen kann.

    Abschließend nochmal: Dies ist meine ganz persönliche Auffassung. Nachfragen zu Fußnoten und Quellenangaben werde nicht beantwortet

  8. #8
    Wohnt hier

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    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 1.943

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    repters schreibt:
    Hmm, also, ein klein wenig enttäuscht bin ich nun doch dass der Post 100 hits hat aber nur 2 Antworten. Ich dachte, von dem Thema würden sich hier einige angesprochen fühlen.

    Wenn nicht, was ist denn der Grund? Zu arrogant formuliert? Habt ihr die Situation wirklich nicht? Ehrliches Feedback ist erwünscht, kann gerne kritisch sein (ich bin da nicht so empfindlich, und wenn doch ist es dann meine eigene Schuld ^.^)!
    Ich bin heut mittag drauf gestossen, habs mir in die Leiste gelegt zum "in Ruhe lesen".

    Geduld... :-)

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 671

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    mich macht das thema hb eher traurig und aggressiv. es ist für mich eher eine bürde, was ich noch alles schaffen könnte.
    wäre ich dumm, würde man bestimmte dinge nicht von mir erwarten. umgekehrt kriege ich zu hören, du wirst "das schon schaffen, du bist ja ein kluges kind" und das ständig! das ist so ziemlich die einzige beschäftigung meiner mutter mit meinem studium, wenn man von ihrem telefonischen oder "live", elektronischen störfeuer wenn ich für eine prüfung lernen muss, eine ha schreiben muss oder sowas absieht.
    ich denke, sie haben das mit der hb und der gefahr zum underachievertum nicht mitbekommen, ich will mir dazu aber auch nichts anlesen weil ich die information eh nicht verwerten kann. was soll ich denn mit so einem text? wenn ich in der konkreten situation ein konkretes problem habe, okay, aber typisch für hb ist blablabla nützt mir zb garnichts. ich hab den test auch nur, weil meine psych es wollte und aus neugierde gemacht. als ich das ergebnis dann hatte und meine psych so erfreut war und mir das immerwieder gesagt hat, hab ich nur die achseln gezuckt, fein, davon krieg ich auch nicht bessere noten.
    aber alles in allem stellt das für mich nicht so ein problem dar. vieles sind irgendwie umgehensweisen mit sich selbst, die man sehr lange lernen muss, sich nicht zu beschimpfen für bestimmte sachen oder zu belohnen, das kann man nicht lesen und dann machen. ich muss mal eine therapie anfangen und dann kann ich das vielleicht umsetzen, also besser.
    aber wenn ich jetzt zb lesen würde, hb neigen dazu pder dazu, würde mir das nichts bringen.

    über meine freunde mache ich mir diesbezüglich keine gedanken. ich finde auch die tests im grunde genommen scheiße, einfach weil es eben tests sind. das ist eine solche unsitte ständig irgendwas testen zu wollen! naja.

    meine freunde würde ich nie danach selektieren. ich will mich nicht absondern und nur mit irgendeiner gruppe verkehren, die sich für besser gestellt hält. über hb und beziehungen habe ich auch noch nie nachgedacht oder was ich an freunden will oder gut finde. ich denke, das muss man auch nicht. es ist bescheuert, das durchzuanalysieren. was wollen denn die anderen mit freunden? das gleiche. oder nicht!

  10. #10
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    Forum-Beiträge: 193

    AW: Come out, come out, wherever you are...

    Äh, sorry, aber langsam habe ich das Gefühl dass entweder hier absolut niemand verstanden hat was ich geschrieben habe - ehrlich gesagt wundert mich das ganz erheblich, denn ich habe das Gefühl SEHR klar und detailliert geschrieben zu haben - oder bei mir liegt irgendein krasses Missverständnis vor.

    Um es noch einmal GANZ KLAR zu sagen:

    - Es geht mir NICHT darum sich "besser" zu fühlen als andere. "meine freunde würde ich nie danach selektieren. ich will mich nicht absondern und nur mit irgendeiner gruppe verkehren, die sich für besser gestellt hält." -> ??? Wo habe ich denn geschrieben dass ICH das wollte? Ich glaube, ich habe ziemlich deutlich gemacht wie ich das sehe.

    - Es geht mir NICHT darum dass ich mich "über Hochbegabung informieren" möchte, oder mit so Leuten im Kreis sitzen will und wir sagen uns immer wie toll hochbegabt wir sind. Wie ist denn bitte dieser Eindruck entstanden??? Ich hab doch die ganze Zeit einen riesigen Disclaimer geschrieben dass ich das NICHT meine.

    -----
    Es ging mir - und ich dachte ich hätte das sehr deutlich geschrieben - einfach darum, dass ich oft die Erfahrung mache mit bestimmten Menschen deutlich besser klarzukommen als mit den anderen. Die Freunde hab ich schon gehabt bevor ich mich überhaupt jemals mit psychischen Themen beschäftigt hatte. Ich hab mich später halt gefragt - "wie finde ich noch mehr Leute die so sind wie der X, weil ich mit dem immer toll spazieren gehen und über X, Y, Z reden kann?" DARUM ging es mir, um Freunde und gute Unterhaltungen. Ich finde bei bestimmten Leuten die Witze besonders lustig, die Gedanken besonders emotional ansprechend, für mich intelligent, für mich nachvollziehbar. Und wenn ich dann gucke woran das liegen könnte - es ist dann eben nur eine Nachrationalisierung - dann komme ich in der letzten Zeit immer mehr zum Schluss, dass ADHS und Hochbegabung die beiden Faktoren sind die dazu am meisten beitragen.

    Wo ist dann damit das Problem? Dass das politisch nicht opportun ist?

    Dann wäre allerdings ja nicht ICH derjenige, der der Meinung ist man müsse seinen Freundeskreis nach ideologischen Kriterien wählen...?!

    Wenn hier wirklich nicht eine einzige Person versteht was ich geschrieben habe, dann gibt es hier einen oder mehrere Störfaktoren. Ich könnte mir von den bisherigen Rückmeldungen her eben vorstellen - ohne sicher sagen zu wollen dass das jetzt die richtige Erklärung ist, und ich lasse mir auch gerne erklären dass es an meinen Formulierungen gelegen hat - dass die Störung primär politisch ist. Dh trotz der ganzen Disclaimer die ich hier immer wieder reingeschrieben habe, löst mein Post ja anscheinend die Assoziationen aus die schnuppe hingeschrieben hat:

    - Freunde "selektieren" (sprich, drauf scheißen wen man nett findet, sondern sich intellektuell überlegen wer "niveauvoll" ist, so verstehe ich das)
    - sich "absondern"
    - "nur mit irgendeiner Gruppe verkehren, die sich für besser gestellt hält"

    Ich find´s mega interessant dass ich meiner Meinung nach GANZ EXTREM in die Gegenrichtung geschrieben habe - das genau Gegenteil wieder und wieder betont habe, dass "Bildung" etc. für mich scheiß egal sind, dass ich eigentlich nur Freunde suche mit denen mir die Unterhaltung Spaß macht - und es hat anscheinend trotzdem nichts gebracht.

    Was ich oben gepostet hatte (Ausschnitt):

    --------------------------------------------------------
    http://adhs-chaoten.net/images/style...quote_icon.png xyberlin schreibt: http://adhs-chaoten.net/images/style...post-right.png
    Ich kenne den Unterschied zu nur HB aus meinem Bekannten-Freundeskreis, nur HB ist sortierter, geplanter, weniger spontan, ich kann das jetzt nicht anders ausdrücken"




    von mir: -> "ich finde das oft leider auch weniger interessant. Es fehlt mir das verrückte, es fehlt mir manchmal eine Art des *wirklich* und radikal kritischen Hinterfragens, der Drang einfach mal aus Bock was drastisches zu machen. Ein bisschen zu angepasst, ein bisschen zu zufrieden für meinen Geschmack. Vielleicht habe ich da aber einfach noch nicht die richtigen kennen gelernt. Aber zB ist die interessanteste Person die ich in der letzten Zeit kennen gelernt habe im Leben (bisher) 100% gescheitert, hat ungefähr 1000 Probleme und ist ständig verzweifelt, war schon "richtig" in der Psychiatrie (dh nicht PIA ^.^)... ;_). Mir ist als Freund/vielleicht sogar Beziehung eine Person hundert mal lieber, die sich auch mal verrennt, mal was beleidigendes macht bzw. was das GAR nicht geht, die Theorien aufstellt die für mich unglaublicher Bockmist sind, wenn sie "dafür" ab und zu mal was echt geniales macht was mich umhaut, bzw. wenn sie vielleicht "interessant scheitert"...
    --------------------------------------------------------
    Wenn ich sage, dass ich sogar eher was mit Leuten anfangen konnte die ungewöhnlich, unangepasst und gescheitert sind - wie kommt es dann, dass trotzdem sofort die Assoziation geweckt zu werden scheint, ich wolle über Göthe diskutieren und mich als was besseres fühlen?

    Ich hab oben m.E. so oft klargestellt dass dem NICHT so ist.

    Ich fühle mich insofern in einer Annahme bestätigt:

    Wenn man in Deutschland das Wort "Hochbegabung" oder "IQ" überhaupt erst in den Mund nimmt, gehen sofort die ideologischen Hassreflexe an. Es ist dann völlig egal, was man inhaltlich schreibt und gemeint hat...?
    Geändert von repters (23.10.2012 um 14:02 Uhr)

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