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Diskutiere im Thema Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unterstüt im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 354

    Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unterstüt

    Hallo!

    Wie ist es innerhalb der Familie? Verstehen die Euch Unterstützen die Euch? Oder ignorieren die Euch?

    In erster Linie meine ich Eure "Herkunft",also Vater,Mutter und Geschwister.
    Meine Mutter ist leider vor 15 Jahren verstorben.
    Mein Vater und meine Schwester sind geborene "davonläufer" was Probleme angeht. Meine Schwester wohn bei meinem Vater im Haus. Wenn ich da was anspreche und evtl. auch erörtern möchte,wird geblockt.

    Ich weiß noch wie meine Eltern gesagt haben,hm aus dem Kind kann ja eh nichts werden. Hm, naja aber warum fragt mein Vater dann ständig wann ich dann wieder einen ordentlichen Beruf machen möchte. Wenn ich sage das ich mit 39 Jahren schwer wieder as anderes bekommen. Dazu fühle ich mich derzeitig nicht so das ich mehr arbeiten kann,ich bin froh wenn ich das so schaffe.

    Maedelmerlin

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    Hm, gute Frage eigentlich.
    Meine Eltern haben irgendwann gemerkt, dass sie mich nicht so lenken können wie sie sich das vorstellen. Fazit mit 16 kam ich aufs Internat, war ok für mich und sehe ich bis heute als positiv weil ich dadurch einen vernünftigen Schulabschluss bekommen habe.

    Auch später lief es so, ich bin sehr schnell ausgezogen und mehrere Ausbildungen gemacht, teilweise abgebrochen, teilweise durchgezogen (dann auch immer sehr gut witzigerweise). Als ich jetzt mit 30 nochmal ne Ausbildung anfing hat meine Mutter das gar nicht verstehen können (zumal es mir letztes Jahr sehr schlecht ging und ich stationär in ner Klinik war und so). Aber sie hat schnell gemerkt, dass ich mir nicht mehr reinreden lasse und sieht jetzt auch wie positiv sich das auswirkt und findet es letzendlich gut.

    Ich habe immer gesagt ich will nie so werden wie meine Mutter.... aber ich bin ihr sehr ähnlich, manchmal zu meinem Leidwesen.
    Allerdings versuche ich meinen Sohn etwas besser zu verstehen .... was aber auch nicht immer so leicht ist....

    Ich denke in einer Familie ist es das wichtigste jemanden zu unterstützen in dem was er möchte und in dem was er für sich gut richtig hält (wenns nicht in eine kriminelle oder gefährliche Richtung geht).
    Es ist immer leicht zu sagen "das und das haben meine Eltern falsch gemacht!". Wenn man dann erstmal selber in der Situation ist und merkt wie schwer es teilweise ist ändert sich der Blickwinkel doch gewaltig!

    Meinen Mann bewundere ich oftmals dafür, dass er es mit mir aushält und mich unterstützt in vielen Hinsichten *g*, aber er wußte worauf er sich einlässt...also kein Mitleid

    LG

    Rose

  3. #3
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.456

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    Hallo Meadelmerlin,

    Mit meine herkunftfamilie habe ich echt glück! Sie sind was andersein ehe aufgeschlossen. Mein vater ist mich ähnlich, steht zu sich und wird so von meine mutter angenommen und geliebt... Durchgeknallte menschen gibt es in unsere familie in jede generation, auf beiden seite...

    Ihr einstellung war auch dass ich einfach so bin wie ich bin und dass es auch ok ist. Selber haben sie mühe mit sture normen... Natürlich so einfach war es nicht... Mit mein vater gab es immer wieder zoff, 2 ADSler können sich sehr gut auf die nerven gehen wenn sie gemeinsam leben. Einiges wogegen er selber gekämpft hatte, sieht er bei mich und hat bei mich gekämpft. Da habe ich stark gelitten. Naja, im 40 jahren heult eine echt kerl nicht und mein vater war eine sensibele bub... Ich habe neben ADS fast sicher noch HS... So eine mischung war recht explosiv. Aber, jetzt bin ich auch reifer geworden.

    Manchmal waren meine eltern mit mich überfordert, aber nicht mehr oder weniger als mit meine 2 stino brüdern.

    Ich komme heute mit meine beiden eltern recht klar. Es war nicht immer so, krisen hat es gegeben, aber wir sind eine familie wo es ehe laut wird als geschluckt, daher, wird irgendwie schon geklärt...

    Im bezug auf ADS sind sie offen und recht verständnisvoll. Bei meine mutter, ist für eine stino (ob sie wirklich stino ist bin ich mich nicht so ganz ganz sicher, ihr eigene vater scheint mich auch eine chaot gewesen zu sein) echt eine ausnahme! Mein vater scheint etwa mühe mit das thema zu haben, und tut lieber mich und seine eigene mutter als betroffen als sich selbst... Aber ich kann mich ihm gut lachen wenn er wieder mal abwesend war und etwas nicht mitbekommen hat. Manchmal schicke sich mich sehr gute artikel über ADS.

    Meine brüdern? Eine scheint mich gar nicht zu verstehen (er ist der von familie wo ich mich am sicherste bin dass es stino ist) und ehe zu sagen, ich sollte mich zusammenreissen... Beiden haben schon einmal von ADS gehört aber keine fragen gestellt. Ich denke, es ist ihnen egal und sie lassen mich ehe auch sonst in ruhe...

    Der andere bruder, jünger ist manchmal auch ein bisschen durchgeknallt, hat viel humor, ist kreativ, intelligent und hat sein leben gut im griff. Also, könnte auch ein bisschen ADS haben...

    Beruflich läuft bei mich nichts recht ordentlich, aber ich mache wie es für mich stimmt und meine mutter ist stolz auf mich dass ich mein weg gehe, mich doch wohl fühle auch wenn er total anders als üblich. Wegen meine berufliche schwierigkeiten, waren meine eltern immer auf meine seite...

    lg

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    maedelmerlin schreibt:
    Mein Vater und meine Schwester sind geborene "davonläufer" was Probleme angeht. Wenn ich da was anspreche und evtl. auch erörtern möchte,wird geblockt.
    Hier 100% das gleiche. Der unausgesproche Deal scheint in meiner Familie zu sein, dass man sich nur über Dinge unterhält wie das Wetter, was im Fernsehen lief, was der Verwandte XY so macht. Wenn jemand diesen Deal bricht, und über seine Gefühle und Probleme spricht, gibt es eine Menge typischer Reaktionen von denen sich die Anderen dann was aussuchen. zB:

    - auf Toilette gehen (als wenn man ganz zufällig gerade merkt dass man mal muss), dann in die Küche gehen als ob man sich jetzt erst mal noch was zu Essen holen wolle, dann iE nicht wiederkommen. (Nachteil: Geht nur für eine Person gleichzeitig. Wenn es mehr sind, müssen sich die anderen was anderes suchen.)
    - reines Abwarten während die andere Person spricht, dann ein total nichtssagender ("oh, das tut mir aber leid", "das wird schon" etc.) oder völlig mit dem Gesagten unzusammenhängender Satz als Antwort.
    - "harte" Lösung: Gar keine Antwort, nach einiger Stille Themawechsel.

    Und das liegt definitiv nicht (nur) an meiner Art Sachen anzusprechen. Es ist typische Reaktion auf das Ansprechen JEGLICHER Probleme durch JEDE Person (dh auch wenn zB ich nicht beteiligt bin). Das kommt aus meiner mütterlichen Linie (mein Vater ist nicht so), und scheint auch bei meinen Großeltern schon so gewesen zu sein (eine von den Familien, wo man immer Kaffee trinkt als wenn nichts wäre, egal was in Wirklichkeit los ist).

    Über die Ursachen hab ich mir zwischendurch - auch gerne mal in kleinen Wutanfällen ^.^ - viel Gedanken gemacht.

    Ich glaube, bzgl. der ADHS-Sache ist es zum Teil

    - dass man Probleme manchmal wirklich nicht (völlig) nachvollziehen kann, wenn man sie selber nicht hat
    - dass zumindest bei mir meine Familie einfach auch ein wesentlich "geringeres Denktempo" zu haben scheint, so dass ich oft das Gefühl habe dass rein kognitiv was ich ausführe nicht schnell genug aufgenommen werden kann. Eine Lösung dafür wäre zB: Grds. alles aufschreiben was man denen sagen will bzgl. dieser Sache. Wird dann glaube ich wesentlich besser verstanden. Problem, dass dann fast immer auch kein Feedback kommt.

    Der eigentliche Grund scheint mir aber zu sein, dass vielleicht einfach auch die Empathie nicht bei allen Personen gleich verteilt ist. Viele Personen in der Bevölkerung scheinen mir ein Spiel zu spielen, dass man anderen Menschen immer nur scheinbar hilft, aber mit ihren Problemen in WIRKLICHKEIT nichts zu tun haben will. Man sagt Variationen von "ei, ei", bemitleidet den anderen, lässt ihn erzählen. Aber letztlich gibt man kein Echo, letztlich lässt man nichts wirklich an sich ran.

    Ungefähr das, was ich gerade in einem anderen Thread hier geschrieben habe ("ich rede bald nichts mehr")(da habe ich es eher auf Frauen bezogen, ich weiß aber dass das nicht für jede einzelne gilt):

    -------------------

    "Aber es ist einfach so, dass, wenn zB jemand erzählt er habe Stress bei der Arbeit, unter Frauen oft erwartet wird dass die andere Person sagt: "Das tut mir leid; hab ich auch schon gehabt. Das ist wirklich eine Frechheit; du solltest dich wehren/nicht unterkriegen lassen" etc.etc. - natürlich ist das dann auch so etwas wie eine "Problemlösung". Sie setzt nur eben primär psychologisch an. Der Gesprächspartner ist unglücklich mit der Situation, und man will ihm helfen wieder glücklicher zu sein. Finde ich toll, und dagegen habe ich natürlich GAR nichts.

    Ich sage nur: Ich denke dann oft noch ein Stück weiter. Nämlich: "Hmm, ok, aber ich weiß jetzt ja gar nicht was genau die Situation war. Was ist eigentlich der "echte" Problemauslöser, iSv was könnte man inhaltlich machen? zB kann es ja sein, dass sie unsicher ist in sozialen Situationen, dann könnte sie das uU ganz generell trainieren. Oder sie checkt bestimmte Spielregeln in der ganz konkreten Situation nicht (es gibt ja je nach Situation oft GANZ andere Regeln, zB funktioniert ein Gespräch unter 2 Freunden im Café natürlich GANZ anders als eine Fußballmannschaft, und die wieder GANZ anders als ein gemeinsames Seminar). Oder es ist primär ein Problem mit dem Selbstbewusstsein. Wenn ich rausfinden dann was die Situation GENAU gewesen ist, kann ich uU einen praktischen Tipp dazu geben, den sie dann eintrainieren kann -> Hilfe zur Selbsthilfe."

    Damit gebe ich aber der Person NICHT die Schuld an dem Problem (was Frauen leider oft fälschlich annehmen, obwohl ich mich in Punkto Mimik etc. sehr bemühe um rüberzubringen wie es gemeint ist - es bringt einfach nix, man ist dann bei Frauen sofort in der Schublade "unsensibel").

    Es ist nur eine - manchmal eben leider etwas kompliziert gedachte - "andere" Form von Empathie - man möchte sichergehen dass die andere Person jetzt nicht nur abends mal Abstand von ihrem Problem bekommt, und dann morgen doch wieder dasselbe hat, sondern man möchte einen naturwissenschaftlichen, ECHTEN Fix der dafür sorgt das sowas nicht wieder vorkommt.

    Gerade WEIL man empathisch ist."

    -----------
    Und hier ist auch schon ein mE bestehendes Problem angesprochen - nämlich: Wenn man in dieser Weise auf Probleme "echt" eingeht, und man gerät dabei an einen dieser Problemvermeidertypen, dann ist das Resultat meistens extremer Undank (weil die andere Person eben gar keine Problemlösung wollte - obwohl sie rein wörtlich danach gefragt hat - sondern sich mit ihrem Problem uU auch ganz gemütlich eingerichtet hatte, jedenfalls nicht gelernt hat über sowas wirklich zu reden).

    Dh: mE kann man als "echt" empathischer und problemlösender Mensch eigentlich nur mit anderen solchen Menschen so sein wie man wirklich ist.

    Das ist auch der Grund, warum ich zunehmend überlege wie mein Freundeskreis eigentlich strukturiert ist, und was ich im Leben suche...

    hah, da schreibe ich am besten noch nen Thread drüber ^.^. Wollte ich sowieso...
    Geändert von repters (21.10.2012 um 17:54 Uhr)

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    Hi!

    Auch wenn ich die einzige (außer meinem Sohn) bin, die eine Diagnose hat,
    vertrete ich die Auffassung, dass ich aus einer AD(H)S Familie stamme.

    Sie wollen es nicht wahrhaben, vor allem meine Schwester, aber sie hat auch so ihr Leben einigermaßen im Griff.
    Sie weiss, wie sie ist..... und hat viel Verständnis für ihre Kinder und wie sie sind.
    Hat auch immer viel Verständnis, Verstehen für mich gehabt.
    Unserem Sein einen Namen zu geben, eine Diagnose..... das braucht sie nicht.
    Sie geht den schwereren Weg..... ohne MPH..... aber das ist ihre Entscheidung.

    Wir sind anders als andere Familien, das war schon immer so und das habe ich auch schon immer so wahrgenommen.
    In letzter Zeit hört meine Mutter mir aufmerksamer zu, wenn ich zu erklären versuche, warum sie ist, wie sie ist
    und auch mein Vater ist, wie er ist.

    Ich habe viel mehr Verständnis entwickelt für meine Familie, meine Geschwister und meine Eltern.
    Vor allem ist es mir nicht mehr so super wichtig, dass sich alle meiner Meinung anschließen
    als Zeichen der Akzeptanz und Anerkennung.
    Ich weiß, wie ich bin, wo ich stehe und in welche Richtung ich gehen möchte.

    Hauptsache ist doch, dass ich sie besser verstehe und dadurch sich meine Beziehung zu ihnen verändert hat.
    Gerade weil ich jetzt ihr Verhalten in Vergangenheit und Gegenwart nachvollziehen kann,
    mich verstehe, sie verstehe.....

    Verletzungen lösen sich immer mehr auf oder entstehen nicht mehr.

    Denn auch Ihnen geht/ging es genauso wie mir!!!!
    Alles, was in mir ist, ist auch in ihnen:

    Wir sind eine emotionale Familie und einander sehr zugetan,
    aber wir können/konnten uns auch verletzen einfach dadurch, dass wir sind, wie wir sind.

    Letztlich ist meine Wahrnehmung von meiner Familie, mich von ihnen anerkannt, verstanden
    und geliebt zu fühlen abhängig davon, wie ich mit mir selbst klar komme,
    mich selbst anerkenne, mir Verständnis entgegenbringe, mich selbst liebe.

    Grüße
    Michi

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    Nichts als ein anderer Blickwinkel....

    @ repeters

    Hallo!

    Deine Beispiele sind typisch, aber nicht für die anderen, sondern für unsere Art der Wahrnehmung!!!!

    Zwei Beispiele aus meiner Familie:

    1.)
    Mein Sohn kommt nach Hause, hat mal wieder mit den Kindern auf der Straße eine Auseinandersetzung gehabt.
    Meine Sozialisation des Ausgegrenztwerdens, des Nichtanerkanntfühlens, keine Freunde gehabt zu haben
    unter Gleichaltrigen hat mich bewogen, ihm helfen zu wollen:
    Ich habe versucht, mit ihm die Situation zu besprechen, damit er die Möglichkeit hat, zu erkennen, warum und wie es
    zu der Auseinandersetzung gekommen ist. Meine Sorge stand im Vordergrund.
    Meine Versuche ihm zu helfen haben nur dazu geführt, dass er sich von mir nicht verstanden gefühlt hat,
    dass er wahrnahm, ich sei auf der Seite der anderen und gegen ihn.
    Seine Gefühlslage und die aktuelle Situation waren nicht geeignet für eine soziales Kompetenzgespräch.

    Meine Sorge hat sein Bedürfnis überdeckt. Auch wenn ich verstand, was ihn so aufgebracht hat,
    war meine Reaktion empathielos, denn er wünscht(e) sich Zuwendung und Anerkennung seiner
    Zorngefühle und sonst nichts.
    Darum geht es bei Empathie/Mitgefühl: die aktuellen Bedürfnisse wahrnehmen und diese befriedigen wollen.

    2.)

    Meine Mutter ist schon älter (82 Jahre) und der Haushalt fällt ihr zunehmend schwerer.
    Wenn ich sie besuchen komme, beschwert sie über die viele Arbeit, die sie hat, dass für sie alles beim Alten
    geblieben sei, dass mein Vater seinen Lebensabend genießen könne, sie aber......
    Meine Versuche, sie von einer Putzfrau zu überzeugen, hat sie mit unlogischen Gründen und Ausreden geblockt,
    bis wir zum Schluss in einer heftigen Diskussion steckten, die unschön endete.
    Was beschwert sie sich dauernd, wenn sie sich Lösungen entgegenstellt und ......?

    Es ist natürlich so, dass sie diese Lösungen auch kennt, aber das ist es ja nicht, um was es ihr geht!!!!!!
    Sie wird älter. Dass sie ihr Leben nicht mehr so gestalten kann wie bisher, macht ihr Angst.
    Darum ist es gegangen und nicht um eine Putzfrau.
    Angst und ihre Schwierigkeit, die Veränderungen, die das Alter mit sich bringen anzunehmen.
    Denn sie wird dadurch mit der Endlichkeit ihres Seins konfrontiert,
    mit ihrem doch schon recht hohen Alter!!!!!!
    Da ist noch mehr, aber das möchte ich hier nicht erörtern.


    Frauen möchten in erster Linie darüber reden, wenn sie mit etwas oder jemandem Probleme haben.
    Es geht also mehr darum, alles wieder und wieder zu "besprechen".
    Wer was wann gesagt hat und warum und .....
    Mitnichten ist gefragt, was sie hätten anders machen sollen.
    DAS wissen sie selbst.

    Sie möchten ihr emotionales Gleichgewicht wieder herstellen,
    das durch ein Ereignis oder durch eine Person gestört wurde.

    Es geht mitnichten um LÖSUNGEN.

    Gruß
    Michi
    Geändert von 'Michi (22.10.2012 um 12:26 Uhr)

  7. #7
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    Ich verstehe was du meinst, das habe ich mir ja auch immer überlegt.

    Aber das erklärt mE nicht alles.

    -> Manchmal braucht eine Person eben DOCH konkrete Lösungen! zB habe ich diese Art der Eskalation oft gehabt, wenn es um etwas wirklich wichtiges ging und Hilfe DRINGEND NÖTIG war. zB dass meine damalige Freundin eine Arbeit abgeben musste, und ein ganzer Absatz völlig unverständlich formuliert war. Sie hatte aber noch massig Zeit alles zu ändern, und ich habe konkrete Vorschläge gemacht wie man es anders hätte formulieren können. iE hat sie die Arbeit dann einfach so abgegeben, der Dozent hat genau das gleiche gesagt wie ich und die Arbeit abgewertet, mit dem Resultat dass sie bzgl. dieser Sache eine Abneigung gegen uns BEIDE hatte (mich und den Dozenten). Ich glaube nicht, dass sie "wusste was die Lösung ist und nur Empathie wollte". Ich glaube, da lag ein Defekt bei ihr vor: Sie *wollte* Hilfe, hat geahnt dass die Arbeit schlecht war, aber gleichzeitig konnte sie das auch nicht ertragen/wollte es nicht wahrhaben, und konnte Hilfe daher gar nicht annehmen (weil das unterkomplexe Denken in Freund-Feind-Schemata jeden echt Helfenden zum Feind macht, weil er ja "kritisiert" - egal wie nett.)

    Ich halte das für eine Charakterschwäche. Es ist bei vielen so, aber es bringt mich dann immer in ein Dilemma. Entweder nicht helfen + schlechtes Gewissen, oder helfen + Ärger über den Undank/dass eher Aggression zurückkommt. Ich habe mich bisher dann doch immer für Helfen entschieden, die andere Person hat gezickt und ich habe die Freundschaft ein bisschen mehr auf "review" gesetzt innerlich. Weil ich das schäbig finde, sorry.

    Die Situation, die du schilderst - dass die Person alles im Griff hat, sich ganz einfach selbst helfen kann, und nur in der Übergangsphase etwas genervt ist und sich ausheulen will - die erkenne ich dann schon, und in DER Situation kann ich dann grds. auch "einfach nett sein" ohne Tipps.
    Geändert von repters (21.10.2012 um 18:03 Uhr)

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    'Michi schreibt:
    Frauen möchten in erster Linie über etwas reden, wenn sie mit etwas oder jemandem Probleme haben.
    Es geht also mehr darum, alles wieder und wieder zu "besprechen".
    Wer was wann gesagt hat und warum und .....
    Mitnichten ist gefragt, was sie hätten anders machen sollen.
    DAS wissen sie selbst.

    Sie möchten ihr emotionales Gleichgewicht wieder herstellen,
    das durch ein Ereignis oder durch eine Person gestört wurde.

    Es geht mitnichten um LÖSUNGEN.
    Ja und Nein.

    Ja zu: emotionales Gleichgewicht wiederherstellen.
    Über belastende Gefühle/Situationen zu sprechen baut Druck ab, stärkt soziale Bindungen, ist tröstlich und hilft dadurch dabei das eigentliche Problem entspannter lösen zu können oder ggf. akzeptieren zu können, das Lösung erstmal nicht geht oder nicht umgesetz wird weil andere persönlich wichtige Gründe dagegen stehen.

    Nein zu: Mitnichten ist gefragt was sie hätten anders machen sollen.
    Dieser Eindruck entsteht oft weil Fragen die rethorisch gemeint sind und nicht auf Antworten abzielen sondern auf den emotionalen Ausgleich, vom Zuhörer mit konkreten Fragen noch Tipps verwechselt werden. Typische Kommunikationsbarriere zwischen den Geschlechtern.

    Tipp für männliches Barriere-Abbauen:
    Wenn auf anfängliches "Lösung anbieten" keine spontane weibliche Erleichterung/Dank/Lösungdiskutieren einsetzt, kann 'mann' auf zuhören, trösten, mit-über-Übeltäter-motzen, knuddeln umsteigen und/oder entspannt und mit verständnisvollem Blick einfach zuhören, gelegentlich nicken und irgendwann einwerfen:"Wow, da hattest du ja echt einen miesen Tag."

    Wenn das umgesetzt wird, verliert die weibliche 'Meckerei' sich schnell weil der gewünschte Effekt, also der emotionale Druckabbau ja erfolgreich ist.

    Übrigens egal ob 'mann' das doof findet oder gar sinnfrei, dieses Verhalten ist evolutionär so gewollt und hat großen Nutzen. Neben dem Druckabbau - der u.a. dazu führt dass Frauen zwar öfter versuchen Selbstmord zu begehen, Männer jedoch was den "Erfolg" angeht weit vorn liegen - stärkt es Bindungen wenn 'schlechte Zeiten' gemeinsam durchgestanden werden. Dafür braucht es keine heftigen Lebenskrisen, es reicht schon wenn alltäglicher 'Kleinkram' gemeinsam wieder ins 'emotionale Gleichgewicht' gebracht werden kann!

    Übrigens gehöre ich zu den Frauen die meistens tatsächlich Antworten haben wollen, speziell wenn das Gegenüber männlich ist. Hab gelesen das würde u.a. damit zusammenhängen wie individuell die Gehirnhälten miteinander arbeiten. Hat sich für mich bislang bestätigt, da weibliche Bekannte mit gutem räumlichen Denken (die also auch toll rückwärts einparken können) überwiegend konkrete Tipps hören wollen, männliche Bekannte die schlechte Einparker sind hingegen toll zuhören, verstehen, trösten können und das auch spontan und unaufgefordert tun, statt rational 'lösen zu wollen'.

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 354

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    Hallo!

    Danke für Eure Antworten.Ist schön zzu hören,daß viele von Euren Familien Verständnissvoll sind.

    Michi Dein erstes Beispiel kenne ich zu genügend. Da will man seinen Kindern helfen und macht es dann doch falsch. Ja nicht einfach wenn die eigenen Kinder Probleme mit Gleichaltrigen haben,wenn sie schonmal Kontakt zu dehnen haben.

    Maedelmerlin

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Wie reagieren Failienmitglieder auf Euer Verhalten? Verstehen die Euch?Unter

    @ auri

    Hi!
    Gehöre auch zu den Frauen, die keine Schwierigkeiten mit rückwärts einparken haben.

    Und ich gehöre zu den Frauen, die genau wissen, warum und wieso und was am besten wäre.
    Zum Beispiel weiss ich genau, wie das geht.... mit der Steuererklärung....
    es tun ist das Problem.... den inneren Widerstand überwinden.

    Wenn ich also FreundInnen kommuniziere, ich kann das nicht mit der Steuererklärung,
    dann möchte ich nicht hören, wie es geht, sondern gemeinsam darüber jammern
    oder das Angebot, dass er/sie es für mich macht.

    So gesehen geht es schon um Lösungen.

    "Mitnichten geht es darum, was sie hätten anders machen sollen?"
    Gehörst du nicht auch zu den Frauen, die danach sehr wohl wissen, wie "es" besser gewesen wäre?
    Beim Lesen deines Beitrages hatte ich so ein Gefühl!

    Die meisten Menschen wollen nicht hören, was sie hätten tun können, weil sie das mit sich selbst
    und ihren Unzulänglichkeiten konfrontiert, mit ihrer eigenen Richterin, mit ihren eigenen Urteilen
    über sich selbst.
    Daher die Blockade!!!! Von außen wünschen sie sich Bestätigung.

    Natürlich gibt es auch Probleme oder Situationen, da wünscht sich Frau wirklich Hilfe/Unterstützung
    von ihrem Partner, aber auch da weiß sie schon, wie sie aussehen soll die Hilfe, die Anerkennung,
    die Unterstützung usw.
    Und wenn sie sie nicht so bekommt, wie sie es sich wünscht, dann versteht er sie nicht,
    macht ihr Vorhaltungen und kritisiert sie nur.
    So werden Hilfsangebote, Lösungsvorschläge der männlichen Partner meistens wahrgenommen.

    Und die Männer nehmen meistens wahr, dass sie nichts richtig machen können, egal was sie tun.

    @ repeters

    Hallo!

    Menschen helfen zu wollen, die keine Hilfe wollen, führt geradewegs ins Aus.
    Zu wissen wie es richtig ist und der Wunsch, dann gerade helfen zu wollen, verstehe ich sehr gut,
    Ich bin auch so.

    Aber ich habe erkannt, dass es in der Interaktion mit anderen nicht immer darum geht,
    alles richtig zu machen, oder dass Hilfe so aussehen muss, wie ich es mir vorstelle!!!!
    Recht haben ist keine Basis für eine gelingende Interaktion.

    Ich hatte/habe recht und du hattest/ hast unrecht ist der absolute Beziehungskiller.
    Dieses - ich meine es nur gut - hat mich schon zu allen Zeiten getriggert,
    da ich es immer als Einmischung und als Angriff auf meine Autonomie gesehen habe.
    Ich habe mir immer Zustimmung und Anerkennung für mich selbst gewünscht,
    nicht wie es besser geht.
    Das wusste ich auch, aber ich konnte es einfach nicht "besser" tun.

    In dem konkreten Fall mit der Seminararbeit geht es in der Interaktion nicht um den Abschnitt,
    der ungünstig formuliert war und dass du recht hattest....
    sondern um getriggert werden und .....

    Bewusstheit darüber, dass ich in meinen Reaktionen meist Konditionierungen erliege,
    die nichts mit der aktuellen Situation zu tun hat und dass dies auch meinem Gegenüber passiert,
    lässt mich einen anderen Blickwinkel einnehmen.

    Recht haben hat nichts mit Anerkennung und Akzeptanz zu tun.
    Es geht eben nicht darum, immer alles richtig zu machen, immer die Wahrheit zu sagen,
    immer geradlinig zu sein, sondern darum anzunehmen, was ist.

    Du sagst, sich nicht ehrlicher, offener und freundlich vorgetragener Kritik stellen zu können,
    bzw. in angebotener Hilfe nur Kritik sehen zu können wäre ein Charakterfehler ?
    Wie sieht es mit demjenigen aus, der sein Selbstwertgefühl, seine Sehnsucht nach Anerkennung
    und Akzeptanz vorwiegend dadurch zu befriedigen sucht, dass er anderen sagt,
    was richtig ist und was sie tun sollen?
    Nur weil er dies als die Lösung wahrnimmt.
    Ob sie das nun wollen oder nicht?

    Eine Therapeutin hat einmal gesagt (nicht zu mir): Liebe stünde über der Ge-recht-igkeit.
    Und genau darum geht es:
    Es gibt nicht nur den einen Weg, die eine Lösung, die Antwort....
    das zu glauben ist Hybris.
    Vielleicht hätte sie den Abschnitt umschreiben können und dann wäre etwas anderes
    nicht gut genug gewesen.

    Egal was ich tue, welche Lösungen ich anbiete, es bedeutet nicht, dass wenn der andere tut,
    was ich sage, das Ergebnis dann wirklich so sein wird, wie ich es mir vorstelle.
    Das glaube ich nur.

    Ich kann nicht wirklich wissen, was geschehen wird.
    Mich daran zu erinnern, gehört zu meiner täglichen Achsamkeitsübung.


    Gruß
    Michi
    Geändert von 'Michi (21.10.2012 um 22:14 Uhr)

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