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Diskutiere im Thema Hilfe - meine Einbrüche rauben mir noch meinen chaotischen Verstand im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    Hilfe - meine Einbrüche rauben mir noch meinen chaotischen Verstand

    Hallo Chaoten,

    ich war ja zunächst mit dem MPH und Sertralin ziemlich zufrieden. Konnte endlich wieder vernünftig schlafen und zumindest meinen Alltag ganz strukturiert über die Bühne bringen.

    Wir haben jetzt MPH ein wenig reduziert - Sertralin darf ich aufdosieren - hab ständig zwischendrin solche Bewegungsimpulse und ne leichte Dauerwut!

    Seit 1. August arbeite ich außderdem wieder und bin ziemlich auf dem Boden der Tatsachen angekommen, die gefallen mir nicht wirklich. Nur die Struktur im Alltag gefällt mir - ist aber auch alles. Falle sowieso in mir zusammen, wenn ich meine Wohnung betrete!

    Hmm - Job ist nicht ganz einfach! Hab ne direkte Vorgesetzte, die mir ziemliche Rätsel aufgibt. Liest meine Projektskizzen nicht und will dann was ganz Anderes und all so ein Schmarrn. Immerhin schaffe ich es einigermaßen ruhig zu bleiben. Außerdem hatte ich gestern mit ner anderen Kollegin aus dem Amt ein Gespräch zu dieser Problematik - lol!

    Die war ziemlich angetan, weil sie aus meinem Verhalten und meiner Arbeitsmoral eher entnommen hat, dass alles super läuft.

    Allerdings meinte sie, dass die Probleme, die ich mit der Frau habe, nicht neu sind. Hat sich regelrecht amüsiert über meine Strategien zur Entschärfung dieser ständigen Kommunikationsprobleme!

    Na ja, ich war zumindest ein bisschen beruhigt - liegt wohl doch nicht alles an mir!

    Dumm nur, dass ich schon wieder seit Tagen nicht mehr richtig schlafen kann. Wache furchtbar früh auf, nehme nicht mal zur Kenntnis, dass ich den Wecker ausgestellt hab und schlafe dann wieder ein! Ist alles noch im grünen Bereich - aber ich fang schon wieder an zu stapeln, mir ist schon wieder jeder kleine Handgriff zuviel!

    Tja, supi - hab schon wieder ein mächtiges Chaos angerichtet und muss mich zwingen, wenigstens das Nötigste zu machen! Boah - ich war so schön auf der Spur!

    Hab mich heute schon wieder derartig über eine Arztrechnung und das ganze Theater um eine nicht ausgehändigte Dokumentation aufgeregt! Und natürlich über diese ganzen blöden Verdrehungen in den Antworten - zum Kotzen das Ganze. Damit war der freie Tag aber auch hin - den hätte ich aber gebraucht, um meine Bude wieder auf Vordermann zu bringen - Sch....

    Und jetzt ertapp ich mich auch noch ständig, wie ich schon wieder mächtig dissoziiere! Klinke mich ständig aus - selbst wenn ich allein bin!

    Jasses, es muss doch mal was geben, was zumindest so hilft, dass ich ein halbwegs normales Leben führen kann. Hochtrabende Pläne hab ich eh keine mehr! Und mein Job ist auch nur dazu da, mir diese verdammte Einsamkeit erträglicher zu machen! Er ist auch nicht so wahnsinnig anspruchvoll, mal abgesehen von dem verdammten Chaos dort!

    Hat jemand von Euch Erfahrungen mit Physiotherapien oder anderen Geschichten, die wirklich geholfen haben. Fahre übrigens jeden Tag mindestens eine Stunde mit dem Fahrrad, gehe auch regelmäßig in den Garten (der schafft mich aber auch schon total). Und berufsbedingt bin ich zusätzlich noch ziemlich viel draußen!

    Abends noch ne Portion MPH unretardiert hab ich schon durch - war nicht der Bringer! Sertralin auf 100 mg leider auch nicht! Nehme nur ständig wahr, dass ich was tun will und hab es dann schon wieder vergessen! Und überall hab ich Muskelverspannungen - es nervt und nervt!

    Waldsteinie

  2. #2
    hirnbeiß

    Gast

    AW: Hilfe - meine Einbrüche rauben mir noch meinen chaotischen Verstand

    Ich mache seit einiger Zeit Gruppentherapie mit der Option von Einzelstunden.
    Dieses Geschepper im Kopf von tausend fallenden Recyclingcontainern mit Leerflaschen gefüllt,
    das wird in der Therapie gut abgefedert. Struktur und Gleichgewicht sind (wären) in solchen
    Schepperphasen wichtig. Ich persönlich nehme mir erst einmal das ADHS ziemlich krumm.

    Ist ja auch zu dumm, wenn man so richtig fünktionieren will und den lieben, langen Tag den Helden spielt.
    ...(spielt) im wahrsten Sinn des Wortes. Dann kommt der Held nach hause und sieht im Spiegel
    eine abgewrackte Schabracke, die kraftlos auf den Teppich fließt. Scheiße, aber auch.

    Wie tief kann denn ein Held sinken? (Im Grunde genommen sind wir doch alle Helden...irgendwo)
    Aber der Teppich hat Mitleid mit uns und saugt erst einmal das Gerotze auf und hüllt uns in Erbärmlichkeit.

    Wenigstens etwas. 'Erbärmlich',-damit kann man eine Zeit lang überbrücken.
    Und die Erbärmlichkeit lässt uns wenigstens das vergessen, was wir vergessen haben.
    Wir drehen uns zur Seite (an Aufstehen ist ja nicht zu denken) und arbeiten uns mühselig mit zwei Fingern zum Kühlschrank.
    Dort angekommen haben wir vergessen, was wir dort eigentlich wollten.

    Ach ja. Mist! Deinen Post wollte ich ja beantworten.
    Was mir da einfällt ist: Immer wieder an sich arbeiten. Den Arsch auch mal treten, der dich ärgert.
    Und empfehlen kann ich eine Therapie. Das hat mir (und hilft mir immer noch) sehr geholfen.
    Die Mitte finden. Das ist es. Es ist nichts wichtiger als die Mitte.
    Sonst kippst du entweder nach links, oder nach rechts...oder ganz ab.

    Kopf hoch!

    LG --hirnbeiß--

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Hilfe - meine Einbrüche rauben mir noch meinen chaotischen Verstand

    hirnbeiß schreibt:
    Ich mache seit einiger Zeit Gruppentherapie mit der Option von Einzelstunden.
    Dieses Geschepper im Kopf von tausend fallenden Recyclingcontainern mit Leerflaschen gefüllt,
    das wird in der Therapie gut abgefedert. Struktur und Gleichgewicht sind (wären) in solchen
    Schepperphasen wichtig. Ich persönlich nehme mir erst einmal das ADHS ziemlich krumm.

    Ist ja auch zu dumm, wenn man so richtig fünktionieren will und den lieben, langen Tag den Helden spielt.
    ...(spielt) im wahrsten Sinn des Wortes. Dann kommt der Held nach hause und sieht im Spiegel
    eine abgewrackte Schabracke, die kraftlos auf den Teppich fließt. Scheiße, aber auch.

    Wie tief kann denn ein Held sinken? (Im Grunde genommen sind wir doch alle Helden...irgendwo)
    Aber der Teppich hat Mitleid mit uns und saugt erst einmal das Gerotze auf und hüllt uns in Erbärmlichkeit.

    Wenigstens etwas. 'Erbärmlich',-damit kann man eine Zeit lang überbrücken.
    Und die Erbärmlichkeit lässt uns wenigstens das vergessen, was wir vergessen haben.
    Wir drehen uns zur Seite (an Aufstehen ist ja nicht zu denken) und arbeiten uns mühselig mit zwei Fingern zum Kühlschrank.
    Dort angekommen haben wir vergessen, was wir dort eigentlich wollten.
    DANKE Hirnbeiß - die Sätze sind auch ne gute Antwort! Für mein Gemüt reichen sie aus, um ein wenig das Vergessen zu vergessen!

    hirnbeiß schreibt:
    Was mir da einfällt ist: Immer wieder an sich arbeiten. Den Arsch auch mal treten, der dich ärgert.
    Und empfehlen kann ich eine Therapie. Das hat mir (und hilft mir immer noch) sehr geholfen.
    Die Mitte finden. Das ist es. Es ist nichts wichtiger als die Mitte.
    Sonst kippst du entweder nach links, oder nach rechts...oder ganz ab.

    Kopf hoch!

    LG --hirnbeiß--
    Jo, das Abkippen droht schon wieder! Ich platze fast vor Neid, wenn ich die Konkretisten in meiner Umgebung beobachte. Die kultivieren ihren Alltag, in meinen Augen, mit Banalitäten und ich hocke vor meinen Ideen und kann sie nicht in eine vernünftige Form gießen!

    Ich wollt ich wär ein Hund - der rennt einfach rum, frisst und den Rest des Tages verpennt er! Na ja, der hat ja auch ne verdammt kurze Aufmerksamkeitsspanne - vielleicht bin ich dem näher als ich denke!

    Mist - aber Gesprächstherapien machen mir regelrecht Angst - ich hab soviel Reden schon durch. ADS nehm ich noch nicht wirklich an!
    Krumm nehm ich mir, dass ich eigentlich alles schon immer gesagt hab, den ganzen vermeintlichen Fachleuten! Boah, da ziehen Szenen vor mir auf - mir wird schlecht!

    Typisch: Irgendwann hab ich einfach resigniert - überzeugt, dass es an mir liegen muss!

    Werd es weiter versuchen, den kleinen Tritt in den Arsch, jeden Tag ein bisschen und immer schön aufschreiben. Könnte ja sein, dass mal ne kleine Besserung eintritt! Und immer wieder den Vorhang vor die Szene ziehen - einfach wegschauen, dann klappts auch mit den Kollegen gggg.

    LG
    Waldsteinie

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