Irmel schreibt:
Schreibe ein ellenlanges Protokoll, weil mir die Einsicht fehlt, was wichtig/unwichtig, um er dann unter Mühen rigoros zu kürzen.
Genau das ist mir auch passiert! Einmal mußte ich bei einer ganztägigen Sitzung Protokoll führen. Ich habe einen Laptop mitgenommen und praktisch Wort für Wort mitgeschrieben. Zu meinem Glück kann ich ziemlich schnell tippen, und außerdem wurde die ganze Veranstaltung konsekutiv gedolmetscht. Das Protokoll war dann 30 Seiten lang, und als ich nachher daraus einen "ordentlichen" Text mit vollständigen Sätzen machte, wurde er immer länger. Es hat mich eine Wahnsinnsüberwindung gekostet, das dann auf eine einstellige Anzahl Seiten zusammenzukürzen...

Ich habe gerade bei der Arbeit immer das Gefühl, dass ich einfach irgendwie besonders geschickt darin bin, andere zu blenden, so dass sie mich für kompetenter halten als ich eigentlich bin. Jedesmal, wenn eine Beurteilung ansteht, sterbe ich tausend Tode, und wenn sie dann gut oder sogar besonders gut ausfällt, bin ich einerseits erleichtert, denke aber andererseits, dass man mich mal wieder nicht durchschaut hat.

Bisher hatte ich in meinen Büros immer ein Riesenchaos (gerade habe ich die Stelle gewechselt, da hält es sich in Grenzen, und ich habe mir fest vorgenommen, diesmal mehr Ordnung zu halten). Gern habe ich auch etwas unangenehme Sachen zurückgestellt, um sie dann im letzten Moment (oder auch danach...) zu erledigen. Gelegentlich haben sich solche Sachen dann im besten Fall von selbst erledigt, und manchmal wurde ich auch gemahnt. Außerdem hatte ich permanent ein schlechtes Gewissen, irgendeine wichtige Sache vergessen zu haben.

Vor jedem Urlaub habe ich dann am letzten Arbeitstag, nach Dienstschluß, oder am Wochenende eine Riesen-Aufräumaktion gestartet. Manchmal habe ich dann auch gemerkt, dass eigentlich gar nichts liegengeblieben war.