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Diskutiere im Thema Warum immer alles Schwarz sehen? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #61
    WbD


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    @stefanus

    Nein, hinkt er nicht. Wenn dann hast du da da etwas falsch verstanden. Sry für die harten Worte, aber einfach etwas abzutun mag ich nicht.
    Doch, das Beispiel hinkt. Denn hier ging es initial nicht um "Sieh die positiven Aspekte in deinem Leben!" sondern um "Sieh die positiven Aspekte an deiner ADHS!" Es geht also nicht um die positiven Sachen, die unabhängig vom Tod meiner Omi existieren, sondern um Sachen, die direkt mit diesem in Verbindung stehen müssen.
    Und pardon, wenn meine Omi stirbt, werde ich mich eben nicht auf andere Aspekte meines Lebens einschießen, sondern mich erst einmal zum Trauern zurückziehen. Warum? Ganz einfach weil ich mich wenigstens insofern kenne, dass ich weiß, dass auch dieser Schmerz langsam wieder vergehen wird.

    Auf positive Aspekte meines Daseins konzentriere ich mich sehr wohl, denn letztlich bin ich mehr als meine ADHS, und wenn mein Leben keine positiven Seiten hätte, könnte ich ja genauso gut ein freiwilliges Frühableben wählen. Diese positiven Aspekte, wie z.B. der Umstand, dass ich seit 12 Jahren eine stabile und liebevolle Beziehung pflege, oder mich _entgegen_ aller Defizite durch den zweiten Bildungsweg bis an die Uni gekämpft habe, verdanke ich keineswegs meiner ADHS.

    Positives Denken kann die wohlmögliche Realität verzerren, aber schlussendlich ist das deinem wahren "Ich" völlig egal solange die erbaute Realität im Kopf existiert.
    Wenn du ein paar Seiten vor blätterst, wirst du lesen, dass ich dort irgendwo mal geschrieben habe, dass absoluter Realismus auch nicht immer förderlich ist, eben nicht guttut.
    Und, du wirst auch lesen, dass ich geschrieben habe, dass ich mich in diesem Moment versuche darauf zu konzentrieren, dass mein Stück Gürtel auch essbar weich wird. Und das, verstehe ich darunter, das Beste aus einer Situation zu machen. Ich warte darauf, dass der Kot unter meiner Körperwärme langsam schmilzt, denn erfahrungsgemäß ist diese dünne flüssige Schicht weit angenehmer als das harte Eis. Aber dazu, muss man erst einmal in so einer Situation gelegen haben, und diese auch bewusst wahrgenommen haben. ^^

    Ich nehme meine ADHS negativ wahr, und fühle mich durch Sachen wie "ADD is a gift" persönlich verhöhnt. Punkt.

  2. #62
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    WbD schreibt:
    Ich nehme meine ADHS negativ wahr, und fühle mich durch Sachen wie "ADD is a gift" persönlich verhöhnt. Punkt.

    Solche Pauschalaussagen finde ich auch nervig, aber wenn du dich davon verhöhnt fühlst, dann liegt das Problem - denke ich - mehr in deinen eigenen Pseudogefühlen und das sie - noch - ungeniert an dir rumzerren dürfen, während die echten Gefühle im Zwinger bleiben müssen.

    Pseudogefühle und gewaltfreie Kommunkation


    Wenn ein Guru auftaucht, der anfängt überall zu missionieren das ADHS der neue Super-Skill sei und jeder Betroffene dies als Geschenk des Universums begreifen müsse, dann ruf mich an, ich geh mit dir los und organisiere eine Gegen-Demo. Körbchen mit faulen Wurf-Tomaten inklusive....

    Was aber verschiedene Einstellungen zum eigenen Adhs angeht und den Umgang mit der abweichenden Einstellung anderer Betroffener, da stehen wir uns genauso oft selbst im Weg wie in allen anderen Lebensbereichen. Denn wenn anderslautende Einstellungen nicht akzeptiert werden, ist sehr oft die eigene Sphäre, der Umgang mit und das Verständnis über die eigenen Gefühle das Problem.

    Ich nehme mein Adhs auch immer mal wieder als negativ wahr. Teile davon habe ich überhaupt noch nie als positiv wahrgenommen und bin auch kein bisschen geneigt, die mir selbst schönreden oder sie ignorieren zu wollen. Ich hab hier an anderer Stelle auch schon beschrieben wie extrem es mein Leben versaut hat, das mein Adhs nicht erkannt worden ist. Also wenn es darum geht, wie schlimm es sich durchaus aufs Leben auswirken kann, fehlt es mir weder an eigenen entsprechenden Erfahrungen, noch neige ich dazu solche dann verleugnen zu wollen.

    Doch wenn irgendwer sein Adhs für die schlimmste Seuche überhaupt hält, geht das an mir vorbei. Genauso wie jemand der Adhs für den Lottogewinn der Evolution halten will. Beides finde ich okay, betrifft mich aber nicht so wirklich und sagt nichts über mich selbst aus.

    Aber mit beiden werde ich anfangen zu diskutieren wenn sie dabei stark wertend von sich auf andere schließen wollen. Wenn sie Abwerten was sie nicht verstehen. Wenn unbequeme Gefühle dann auf andere übertragen werden und dadurch abgeschüttelt werden sollen, dass der Andere aufhört Dinge zu sagen/denken/tun die man für sich selbst als "schuld" an der eigenen Gefühlslage eingeordnet hat.

    Auf andere Menschen zu reagieren ist gut, anders könne das Zusammenleben nicht funktionieren.
    Anderen Menschen eine Leine in die Hand zu drücken, die zu einer Würgekette am eigenen Hals führt, hat mit Anpassung dann - finde ich - jedoch nicht mehr so richtig viel zu tun. Wer anfängt die eigenen Pseudogefühle von echten Gefühlen auseinanderhalten zu können, kann das Würgedings ablegen und lernen sich selbst in der Liste der "Wer darf über mich bestimmten"-Machthaber ein wenig nach oben zu rücken.

    Adhs kann sehr negative Auswirkungen haben. Negative Auswirkungen können individuell sehr unterschiedlich empfunden werden, zu sehr unterschiedlichen Reaktionen und weiteren Folgen führen. Wer sehr darunter leidet, hat mein Mitgefühl und Verständnis. So wie jeder der schlimme Dinge erlebt, viel Ballast mit sich herumschleppt, krank ist oder sonstwie negatives Zeug erlebt hat.

    Jeden Schwarzseher, Pessimisten oder negativ Eingestellten unbekannter Art respektiere ich so wie er ist, so lange er Gleiches bei mir tut. Respekt ist - meiner Meinung nach - jedoch nur möglich wenn andere Ansichten nicht wertend betrachtet sondern ohne Wertung akzeptiert werden können. Wertung bedeutet auch, sich nicht durch mich negativ beeinflusst zu fühlen!
    Man kann nicht grundsätzlich vermeiden sie zu erleben, aber man kann lernen sie zu erkennen und selbst mehr zu 'dirigieren' wieviel Einfluss sie haben dürfen.

    Edit: Peinlich....mal wieder....ähm ich war beim Beispiel mit dem Krieg und den Fäkalien bei NACH dem Krieg. Keine Ahnung warum, ich war davon ausgegangen dass der vorbei sei....vielleicht zuviel Optimismus auf einmal? *g*
    Geändert von auri (30.09.2012 um 15:26 Uhr)

  3. #63
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 124
    Hätte nie gedacht, dass dieses Thema so viel zum Schreiben hergibt.
    Man muss es doch nicht so aufwerten!!


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  4. #64
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    Und wieder versucht abzuwerten.

    So lange es Menschen gibt, die abwerten, sehe ich es als sehr wichtig an, nachzufragen was genau die Ursachen sind und was jeder für sich daraus mitnehmen kann wenn er/sie mag.

  5. #65
    WbD


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    @auri
    Ich habe den Verdacht, dass du glaubst, ich wolle jemandem einen Knebel anlegen. Keine Sorge, ich bleibe mit meinen Gefühlen bei mir. *g* Ich kann und will niemandem vorschreiben, was er denken soll, sagen soll, mir gegenüber äußern soll. Ich versuche auch, meine Äußerungen dementsprechend zu formulieren. Was mir freilich nicht immer gelingen mag, aber ich übe mich tagtäglich darin, mich klarer auszudrücken.

    Wenn ich mich verhöhnt fühle, so äußere ich das, darf das äußern, will das äußern. Das ist mein Empfinden, mein Standpunkt den ich "zum Besten gebe". Gern bin ich bereit, meinen Standpunkt zu erläutern, und wünsche mir im Gegenzug dies auch von meinem Gegenüber. Ich wünsche mir Debatten darüber, gern auch wortklaubend und gern auch hitzig. So prüft man einerseits wunderbar seine eigene Realität, und erhält andererseits einen abstrahierten Einblick in das Innenleben seines Gegenübers. Und das, ist etwas Wunderbares.
    Gleichermaßen stellt man aber auch seine Meinung zur Disposition, und ich finde, dass man gerade in der Verteidung von Selbiger eine Menge über sich selbst lernen kann. ^^

    Solche Pauschalaussagen finde ich auch nervig, aber wenn du dich davon verhöhnt fühlst, dann liegt das Problem - denke ich - mehr in deinen eigenen Pseudogefühlen und das sie - noch - ungeniert an dir rumzerren dürfen, während die echten Gefühle im Zwinger bleiben müssen.
    Ich bin mir sicher, dass du an dieser Stelle nicht Pauschalaussage, sondern etwas anderes meinst.
    Etwas Pauschalisierendes kann ich hier schlichtweg nicht erkennen. ^^ Ich persönlich, erlebe für mich und nur für mich geltend, meine ganz persönliche ADHS mit ihren individuellen Eigenheiten, durchweg, in jeder damit in Zusammenhang stehenden Lage als etwas Negatives. Das ist für mich persönlich prüfbar, und ich bin der Erste, der zugibt, und sich dann auch freut, wenn er mal etwas Positives dadurch erfahren sollte.
    Ich habe aber in keiner Silbe behauptet, dass andere genau so empfinden sollen, oder das gar müssen.
    Stellt aber jemand in den Raum, dass ich mich auf positive Aspekte konzentrieren soll, ist doch die Gegenfrage legitim, welche das denn in meinem Fall wären??

    Wenn ein Guru auftaucht, der anfängt überall zu missionieren das ADHS der neue Super-Skill sei und jeder Betroffene dies als Geschenk des Universums begreifen müsse, dann ruf mich an, ich geh mit dir los und organisiere eine Gegen-Demo. Körbchen mit faulen Wurf-Tomaten inklusive....
    Dann lass schon einmal ein paar Tomätchen vergammeln. *g* Gerade im US-amerikanischen Raum, hausieren so einige selbsternannte ADHD-doctors, Hypie-Coaches, und was weiß ich nicht, mit der wunderbaren Gabe, die eine ADHS doch ist, und die man nur noch entfalten müsste. Von den Indigo-Kinder-Spinnern wollen wir lieber gar nicht reden. Das kann meine Schwiegermutter gern für alle übernehmen.

    Gewaltfreie Kommunikation? Um Himmels Willen bitte nicht... das wäre dann doch zu langweilig.
    Pseudogefühle *schmunzelt* Ganz nett erklärt. Dann pseudofühle ich mich halt pseudogefühlt verhöhnt. Natürlich entspringt das nicht nur einem einzigen unerfüllten Bedürfnis, sondern einem ganzen Packen. Wäre ich mit mir und meinem Dasein im Reinen, wäre ich kaum hier, weil ich wahrscheinlich anderes zu tun hätte. ^^

    Doch wenn irgendwer sein Adhs für die schlimmste Seuche überhaupt hält, geht das an mir vorbei. Genauso wie jemand der Adhs für den Lottogewinn der Evolution halten will. Beides finde ich okay, betrifft mich aber nicht so wirklich und sagt nichts über mich selbst aus.
    Das geht mich nichts an, denn Derartiges wirst du nicht aus meinem Mund vernehmen. ADHS kann, muss aber nicht, schlimme Auswirkungen haben. Ist, wie ich schon mehrfach sagte, eine Spektrum-Störung mit enormer Bandbreite.
    Ich kann nur über meine persönliche Erlebenswelt sprechen, von meinem Empfindungen, und meinen Reaktionen auf bestimmte Sachen. Mehr kann ich nicht tun, und zu mehr erhebe ich nicht den Anspruch.
    Für mich ist ADHS eine Störung unter vielen, und ich finde, dass es mich hätte auch weitaus schlimmer treffen können. Bzw. habe ich schon ganz andere Krankheiten ganz unabhängig von ADHS durchlitten, und würde lieber noch ein zweites Leben ADHS in Kauf nehmen, um das nicht noch einmal erleben zu müssen.

    Dennoch bleibt der Umstand bestehen, dass ich meiner ADHS überhaupt nichts Positives abgewinnen kann, reinweg darunter leide. Somit ist die Aufforderung, mich auf positive Seiten zu konzentrieren nicht erfüllbar. Das ist frustrierend, weil dadurch nurmehr ein weiterer Punkt auf meiner ellenlangen Liste von Unfähigkeiten und Unzulänglichkeiten hinzukommt, welche wohlgemerkt nicht allesamt ADHS-induziert sind, sondern auch viel mit meiner gesamten Beschaffenheit zu tun haben.

    Ach weißte, Optimismus, Pessimismus... das ist mir ziemlich gleich. Meine Haltung zu Beidem sagt über meine Haltung zu Optimisten oder Pessimisten herzlich wenig aus. Das eine ist eine mehr oder weniger theoretische Begrifflichlichkeit, das andere ist der Mensch, der letztlich bei mir auch in keiner Schublade landet, nur weil er von sich behauptet, dies oder jenes zu sein, oder zu praktizieren. Während eine Begrifflichkeit bei mir immer zur Debatte steht, trifft das auf den Menschen keinesfalls zu. ^^

    Tsss, auri, da haste mir aber bei meinem schönen Kriegsbild ganz schön quergeschossen. *schmollt*

    @conscience
    Wieso? Ich finde ja, dass dieses Thema eine Menge her gibt, weil dadurch, zumindest für mich, einige ganz grundlegende Fragestellungen berührt werden.

  6. #66
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    WbD schreibt:
    @auri
    Ich habe den Verdacht, dass du glaubst, ich wolle jemandem einen Knebel anlegen.
    Nein.
    Im Gegenteil. Ich bin unglaublich froh darüber, dass mal jemand trotz anderer Sichtweise die Diskussion nicht verbissen betreiben oder blockieren will, sondern sich und andere dabei auch mit Humor nehmen kann. Passiert - nach meinen Erfahrungen - leider wahnsinnig selten.

    Wenn alle einer Meinung wäre, dann wären Diskussionen überflüssig. So lange Austausch arm an Wertungen und reich an Interesse bleibt, gewinnen - finde ich - alle Beteiligten. Auch wenn alle Beteiligten am Ende die gleiche Meinung haben wie am Anfang. Für mich liegt der Wert von Diskussionen überwiegend darin, das Andersartige besser für mich selbst verstehbar zu finden.

    Wenn ich mich für etwas nicht interessiere, dann halte ich mich - meistens - raus. Nicht weil ich dann innerlich keine Meinung dazu hätte, sondern weil ich respektieren will, dass andere Leute sich Dingen widmen die sie interessanter finden als ich und meine Meinung nicht für andere richtig sein muss. Meiner Erfahrung nach, tun fast alle Leute es auf ähnliche Art wie ich. Es sei denn sie fühlen sich von xyz betroffen, beziehen etwas daran negativ auf sich selbst.

    Es ist noch garnicht lange her, da hätte mich die erste Reaktion auf meinen vorigen Beitrag tierisch aufgeregt.
    Da mache ich mir die Mühe und Gedanken und tippe und suche Links und hoffe auf Austausch und dann kommt sofort als Reaktion dass das was ich da gerade tue anscheinend für überflüssig gehalten wird.
    Ist so nicht geschrieben worden, wäre aber so bei mir angekommen. Pseudogefühle.

    Wäre mein eigenes Problem gewesen. Mein Interesse und meine Bewertung über meine Interessen muss ich selbst einschätzen und nicht von anderen als irgendwie "gewertet" annehmen. Schade finde ich es trotzdem ein bisschen, denn ich wäre an mehr Hintergrund und anderslautenden Ideen total interessiert gewesen. Echtes Interesse, weil ich Reibung gern zu Denkanstößen für mich selbst ausbeute. Ist okay wenn es nicht kommt, aber hoffen tu ich gern weiter.

    Hätte klein Auri als Säugling in die Windel gemacht, dann hätte Scham nicht zu den vorhandenen Gefühlen gehört.
    Denn die ist anerzogen und wichtig für das (Über-) Leben mit anderen Menschen. Fehlts daran, gibts große Probleme oder auch Serienmörder-Potentiale...
    Würde ich heute in die Hose machen, würde ich mich halbtot schämen. Was falsch gemacht, was ekelhaftes, bäh.
    Toll, ich kann mit anderen Menschen zusammenleben....

    Doch warum löst so was bei fast allen Schwarzsehern die mir im realen Leben begegnen spontan negative Reaktionen auf meinen Optimismus aus? Macht Pessimismus anfälliger für das Verhalten anderer Menschen, anfälliger dafür sich von Anderen kritisiert, verhöhnt, abgewertet zu fühlen? Erschwert es Schwarzseherei deren Eigentümern für Nicht-Schwarzseher offen genug zu bleiben um nicht mit spontanter Abwertung zu reagieren? Ist Optimismus ein rotes Tuch für Schwarzseher?

    Was genau verbinden hier vorhandene Nicht-Optimisten mit Optimismus? Was genau löst den Eindruck bei euch aus, es müsse die Folge vorhandener Weltfremdheit sein oder mit der Neigung verbunden sein negative Dinge zu ignorieren? Kein Blabla, mich würde wirklich interessieren wie ihr dazu denkt. Vielleicht liegen die eigentlichen Probleme an Stellen an denen ich noch nie gesucht habe. (Wäre bei mir nicht das erste Mal...)

    Und bei mir ist immernoch nach dem Krieg, vielleicht weil ich die Gürtelkocherei noch verdauen muss....

  7. #67
    WbD


    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 216

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    Hmm... zumindest übe ich mich darin, einen halbwegs humoristischen Umgang mit mir und dem Leben zu finden. Galgenhumor? Vielleicht probiere ich aber auch nur mein Schicksal anzunehmen, zu einmaligem Leben, und ewigem Ausgelachtwerden verurteilt zu sein? Man weiß es nicht, man munkelt nur.

    Zum Thema der gewaltfreien Kommunikation habe ich beinahe zu viel zu sagen, so dass ich das einfach mal geflissentlich überging. Ist mir ja über die Jahre nicht nur einmal unter gekommen.
    Nunja, an und für sich ja ein ganz netter Ansatz, mit ganz hehren Ziel, aber für mich persönlich doch beigeschmacksbehaftet. Einerseits empfinde ich diese Art der Kommunikation auf eine Art als künstlich, wenig lebendig. Es ist so, als sollte eine Art Puffer zwischen mich und mein Gegenüber geschaltet werden. Andererseits habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich derlei Ansätze ohnehin nicht so bewusst in mein Leben integrieren könnte, mir das ein Zuviel an bewusster Selbststeuerung abnötigen würde, und ich in einem Gespräch ziemlich träge würde.

    Auf dieser Webseite schreckt mich schon allein diese Formulierung ab:
    So kann aus einer Welt aus Konkurrenz, in der nicht genug für alle da zu sein scheint, eine Welt aus Kooperation werden, die über Mitgefühl und Liebe erlebt und definiert wird.
    Ich glaube schon, dass wir in einer Welt leben, in der nicht genug für alle da ist. Das liegt meinem Dafürhalten nach nicht an der Beschaffenheit der Welt, oder unserer schieren Zahl, sondern am Charakter unserer Lebensweise. Klar, Sprache und deren Gebrauch ist wichtig, aber ich persönlich denke nicht, dass sich durch einen anderen Sprachgebrauch die Kulissen des Theaterspiels regenbogenfarben tünchen.
    So wie dort formuliert, erinnert das doch stark an an viele der unzähligen Heilslehren und deren süße Versprechungen.
    Gern würde ich aber mal einem in der Realität geführten Dialog nach Art der Beispielgespräche beiwohnen. Allein die verdutzten Gesichter aller Anwesenden wären bestimmt amüsant, und das Getuschel hinter vorgehaltener Hand: "Nimmt er unbekannte Drogen, oder ist er Buddhist?"

    Aber, ich finde es ja toll, wenn sich jemand in einer Konversation eine derartige Mühe macht. Je nach verfügbarer Zeit und Muse, mache ich das nämlich auch gern.

    Zum Thema Scham, hehe:
    Na, so kontraproduktiv, wie dies Scham bisweilen sein kann, ist ja nicht jedes anerzogene Erleben. Ekel hat ja durchaus seinen Sinn, wenn man es rein auf der Ebene des Überlebenkönnens betrachtet. Scham, nunja, ich nehme mir zu Teilen das Recht heraus, selbst zu bestimmen, wofür ich mich schämen möchte. Blöd an solchen "gesellschaftlichen Konventionen", und gewissermaßen ist Scham eine gesellschaftliche Konvention *g* , ist der Umstand, dass deren Umwertung immer so lange dauert. Aber, lebt man in einem unfreien System unter Repression, wird plötzlich ostentativ der Bimbam baumeln gelassen, und Nacktheit zelebriert. Was ist schon Scham ob der eigenen Nacktheit, wenn es darum geht, sich Freiheit einzubilden?
    Stelle ich mal einfach so in den Raum: Kynismus


    Ist Optimismus ein rotes Tuch für Schwarzseher?
    Für Manche schon, wie ich glaube, jedoch trifft das auch auf so manchen Optimisten zu, der sich scheinbar in seiner Lebenseinstellung vom Pessimisten nur allzu leicht bedroht fühlt. Vielleicht sollte man einfach mal die Frage in den Raum stellen, ob es nicht vielleicht diejenigen sind, denen diese Einstellung nicht "natürlich zueigen", sondern vielleicht "mühevoll erkämpft" ist? Nun, ich glaube, dass auch Pessimismus für manch einen eine bewusste Entscheidung ist, vielleicht im Sinne des Eigenschutzes. In Erwartung des Schlechten, kann jedes bisschen Gute als freudige Überraschung durchgehen.

    Was ich mit Pessimismus und Optimismus wirklich verbinde, muss ich mir noch überlegen. ;D

    Na, und ich habe mir vorgenommen, zum Gedenken alljährlich einen Gürtel zu verspeisen. Blöd nur, dass ich mir in diesem Jahr wohl nur Kunstleder werde leisten können. ;D

  8. #68
    Neues Forum-Mitglied

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    Forum-Beiträge: 124

    Warum immer alles Schwarz sehen?

    Was mache ich mit "Schwarzseher"? - ich schicke "Schwarzsehern" einen Menschen, der diese vom TV Kabel abklemmt, wenn der "Schwarzseher" nicht zahlen will.

    Nach dem Krieg ist vor dem Krieg und Frieden ist nur eine Zeit, in der nicht geschossen wird und man sich auf die nächste Auseinandersetzung vorbereitet.

    Kants Idee vom "Ewigen Frieden" ist eine Fehlannahme, da die kriegerische Natur des Menschen nicht ausgeblendet werden kann und diese dem Naturell des Menschen eher entspricht, als jenes und dieses Missverständnis einer universellen Friedensidee eines verwirrten Philosophen. 6000 Jahre Kulturgeschichte, die aus Totschlag, Mord und Krieg besteht - das nenne ich Realismus.



    Gesendet von meinem iPad mit Tapatalk HD
    Geändert von conscience ( 2.10.2012 um 06:38 Uhr)

  9. #69
    WbD


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    Forum-Beiträge: 216

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    Nach dem Krieg ist vor dem Krieg und Frieden ist nur eine Zeit, in der nicht geschossen wird und man sich auf die nächste Auseinandersetzung vorbereitet.
    Das ist nur bei Betrachtung auf einer globalen, gesamtgesellschaftlichen, von mir aus auch historischen Ebene richtig. Für das Individuum ist nach dem Krieg niemals vor dem Krieg, insofern es ein Danach überhaupt erst einmal gibt.

    Der Kant'schen Philosophie kann man vielerlei Vorwürfe machen, u.a. eben auch, dass sie den Einzelnen, genau wie eine Gesellschaft überfordert, und ähnlich verhält es sich auch bei dieser Idee. Was Kant aber eigentlich gut erkannt hatte, ist der Umstand, dass Krieg ein (wenn auch trauriger) Naturzustand ist, nur leider hing er dem Glauben an, der Mensch könne sich Kraft seines Gehirnschmalzes über seine Natur erheben. Aber, da befindet er sich ja in guter Gesellschaft.

    Realistisch ist es aber auch, auf eine möglichst lange Ruhephase bis zur nächsten Auseinandersetzen zu hoffen. ^^

  10. #70
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 408

    AW: Warum immer alles Schwarz sehen?

    ich bin zwar eigentlich etwas zu dumm und/oder ungebildet, um mich in diese auf ziemlich hohem niveau geführte diskussion einzuklinken, ich muss aber was sagen...
    ich hoffe ich kann halbwegs verständlich ausdrucken was ich meine...

    ich hatte hier gepostet, weil mir das absolute "alles ist gut" (zwar nicht korrekt wiedergegeben, aber nennen wir es mal so...) vom Stefanus arg auf die nerven ging, aber entschuldigung, genausowenig ist alles schlecht, bestehen die 6000 jahre menschliche kultur wirklich NUR aus krieg, mord und vorbereitung darauf???
    und diese ansicht sollte auch noch realistisch sein???
    naja, dann morde du ruhig weiter, ich hab' besseres zu tun...







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