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Diskutiere im Thema ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    Idee ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Liebe alle,

    mir sind vor allem in den letzten Tagen einige Erleuchtungen, Erleichterungen und Ernüchterungen gekommen, was AD(H)S betrifft.

    Eine davon ist die Frage, die schon im Titel steht.
    Ein Psychologe sagte mir: "Du kannst einen Depressiven verstehen, ohne depressiv zu sein."
    Ich dachte: Dann kommt es darauf an, wie wir "verstehen" definieren...

    Natürlich kann man sich immer in die Schmerzen anderer versetzen (mal davon ausgenommen, dass ein Depressiver sich vielleicht tatsächlich unverstanden fühlt), UND alle kennen die Probleme, die viele ADSler haben.

    ABER: ... sie kennen diese Probleme eben nur im Rahmen des "grünen Bereichs".
    Etwas Konzentrationsunfähigkeit ist normal, Planung liegt auch nicht jedem, Aufräumen tut fast niemand gerne, Arbeiten anfangen und abbrechen kann vorkommen, Ausraster hat jeder Mal. Dinge vergessen und verlegen passiert allen hin und wieder, Versprecher ist ein bekanntes Phänomen, und wir sind auch nicht die einzigen Menschen, die schnell denken und sensibel sind... etc., die Liste ist lang.

    ABER (!!!!!!) Sie (die "Normalos") können eben NICHT VERSTEHEN, dass diese alltäglichen kleinen Problemchen so weit führen können, dass man nicht mehr ohne Hilfe aus dem Chaos herauskommt, depressiv wird, Hilfe in Anspruch nehmen muss, etc.!!!!
    Man sieht uns die Probleme auch nicht unbedingt an, aber wir haben sie.

    Weil man mir das nicht ansieht, ist es mir beispielsweise leider schon oft passiert, dass ich ein Doppelleben geführt hab. Eine Mischung aus dem, was mir die anderen zuschrieben und dem, was ich gerne sein wollte, habe ich dann als mein Ego präsentiert. Aber hinter dieser Maske zerbröckle ich und kann nicht mehr um Hilfe schreien, da meine Verkleidung schon so dick ist, dass mich keiner mehr hört...

    Man kann mit Normalos kaum über ADS reden, weil auch wenn sie deine besten Freunde sind, du hörst immer wieder: Ja, aber warte mal ab, wahrscheinlich hast du dir einfach zu viel aufgeladen, du hast einfach ein bisschen Stress, das ist normal. BLABLABLA: WIE ICH DAS HASSE!!!!!!!

    Denn ich weiss genau: Es ist nicht "einfach nur Stress", ich SPÜR DAS DOCH!!!!!!!!! Und dass ADSler die Welt "mit anderen Augen sehen", hat nicht nur mit Meinungsverschiedenheiten zu tun, oder???!! Ich meine, es gibt einfach Dinge, die man von ADSler-Realität nicht in Normalo-Realität ÜBERSETZEN kann und umgekehrt.... Das finde ich recht ernüchternd, ehrlich gesagt. Pfff....

    Wie seht ihr das?

  2. #2
    ADHD-Squirrel

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 437

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Denke auch das man die einzelnen Symptome nachvollziehen kann, aber das Gesamtpaket schon weniger. Ist bei Depressionen auch schon so, wer versteht schon wirklich wie tief man fallen kann wenn man selbst noch nicht in dem Loch war? Unvorstellbar für die meisten!

    Im persönlichen Umfeld darüber reden wollen bringt auch wenig, mein Eindruck. Dafür sind ja Foren da.

  3. #3
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    ich denke auch, dass keiner es wirklich verstehen kann, der nicht selbst betroffen ist. wie weit er verstehen kann, hängt von der person ab. wie bemüht sie ist und was der eigene erfahrungsschatz beinhaltet. aber vieles kann man nicht wirklich verstehen, wenn man es nicht selbst erlebt hat. man kann sich zwar hineinversetzen und es irgendwie nachempfinden, aber eben nur irgendwie. wer noch nie kopfschmerzen hatte, wird nachempfinden können, dass das nicht schön ist. so richtig nachvollziehen kann es nur einer, der auch schon kopfschmerzen hatte.

    in meinem umfeld ist jedenfalls keiner bei dem ich das gefühl habe, dass er so richtig begreift, was sache ist. wie belastend manches bzw. eben das gesamtpaket ist. wie schlecht es mir geht und ich medikamente nicht just for fun nehme. einzelne bestandteile von diesem paket, ja. manches ist für den ein oder anderen nachvollziehbar. anderes aber nicht und ich denke, das geht auch mit gutem willen in manchen angelegenheiten einfach nicht. wenn ich selbst doch nicht verstehe, warum manches einfach nicht geht obwohl ich will. wie soll dafür ein anderer verständnis aufbringen, geschweige denn verstehen?
    wer es möchte, wird in der lage sein sich da hineinzudenken und verständnis für deine situation aufzubringen. aber wirklich verstehen, wissen, wie sich das für dich anfühlt. hm, denke nicht. woher auch?

    traurig ist das. da ist man durch dieses paket schon belastet und wenn man dann am rande der verzweiflung ist, gibt es nicht mal einen, der es versteht.


    die tatsache, dass manche punkte bereiche betreffen, die fast jeder schon einmal erlebt hat, macht es nicht besser. das führt dazu, dass viele es auch gar nicht verstehen wollen und abtun. das betrifft auch andere bereiche. ich kenne eine, die hatte selbst schon depressionen. leichtere formen. als in ihrem freundeskreis einer schwerste depressionen hatte, konnte sie dennoch kein verständnis für manche verhaltensweisen aufbringen.

  4. #4
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Fluttershy schreibt:
    Denke auch das man die einzelnen Symptome nachvollziehen kann, aber das Gesamtpaket schon weniger. Ist bei Depressionen auch schon so, wer versteht schon wirklich wie tief man fallen kann wenn man selbst noch nicht in dem Loch war? Unvorstellbar für die meisten!
    genau so! muss man einfach selbst erlebt haben.

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 76

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    ist aber schon irgendwie traurig oder?! ich versuche z.b. meiner schwiegermutter das ganze immer wieder idiotensicher zu erklären, aber es kommt irgendwie nicht an. es wäre mir auch scheiß egal, wenn sie uns nicht mit der betreuung meines adhs-nachwuchses unterstützen und es daher einfach verstehen MUSS!

    habe lange rum gemacht und mir letztendlich bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ein kostenloses Infoheftchen bestellt, welches ich nun in zukunft an alle interessierten aus dem verwandten-/bekanntenkreis weitergebe: BZgA : adhs...was bedeutet das?
    so erspare ich mir unnötige erklärungen und kann davon ausgehen, daß sie es wohl besser verstehen, wenn sie das wichtigste darüber lesen können. fall es immer noch nicht sitzt muß es eben öfter gelesen werden, aber ich spare mir so meine kräfte und verteile trotzdem das grundwissen darüber

    ich hoffe zumindest, daß es so klappt wie ich es mir vorstelle!!

    g, Rebellin

  6. #6
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    DAS ist ja eine gute idee! wer sowieso gar nichts verstehen will, liest es nicht. aber dem brauch ich es auch nciht zu erklären versuchen. und der rest kann erstmal lesen und danach ggf. fragen. wenn sie es so auch nicht begreifen, pech gehabt. so hat man aber auch keine mühe darin verschwendet. sehr gute idee!! ich habe nämlich schon lange keine lust mehr mich zu erklären, weil es so oft nicht ankommt. so braucht man die hoffnung, dass einer was checkt nicht aufgeben, sich dabei aber auch den mund nicht fusselig reden. sehr gute idee!


    da fällt mir ein: von einer pharmafirma, darf ich die hier nennen? fängt mit l an und endet auf y. gibt es im www auch ein infoheft. das ist sogar recht ausführlich und beschreibt das ganze dilemma wirklich gut. könnte man dem ein oder anderen vielleicht auch ausdrucken und in die hand geben.

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

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    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 76

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    ja, auf die idee bin ich gekommen, als ich gemerkt habe, daß ich meine wertvolle energie in teilweise unnötige gespräche und diskussionen investiert habe, obwohl ich sie doch selber für wichtigeres brauche, da ich zusätzlich burnout habe. natürlich kann man sich auch einen eigenen flyer o.ä. erstellen. letztendlich ist es, wie du sagst dann egal, ob das heft gelesen worden ist oder nicht. die person hat die chance gehabt es zu verstehen. wenns nicht interessiert, hat sie einfach pech gehabt.

    kannst du mir den link mal per pn schicken bitte? würd mich mal interessieren.

    lg, Rebellin

  8. #8
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    ja, ich suche mal danach und schicke ihn dir. das bezog sich auch mehr auf erwachsene. war eine der seiten, die mir die augen geöffnet haben.


    lese gerade den von dir empfohlenen flyer und bekomme regelrecht aggressionen. ich gehe jetzt mal off topic. da muss jetzt raus, sonst platze ich.
    würde das ding am liebsten meiner mutter ins gesicht drücken, damit sie endlich kapiert, dass das schon als kind offenkundig vorlag und es eben weder sie noch sonstewer (obwohl die entsprechenden beschreibungen auch in JEDEM zeugnis stehen) kapiert hat, dass da was nicht stimmt und ihre interpretationen gewisser verhaltensweisen und probleme einfach falsch waren. nicht, um ihr vorwürfe zu machen. sie wusste es nicht besser und adhs war zu der zeit auch noch nicht so bekannt wie heute. aber wenigstens heute, wenigstens jetzt könnte sie sich mit dem thema doch mal wenigstens beschäftigen. wenigstens versuchen etwas zu verstehen. wenigstens jetzt verstehen, dass ich nicht faul bin. und, und, und. und wenn nicht, dann mich wenigstens in ruhe lassen. da erzähle ich depp ihr, dass ich jetzt medikamente nehme. und wie es mir damit jetzt geht. sagt sie:"du klingst erleichtert." "ja, das bin ich auch. das zeug ist wirklich ein segen." statt sie das einfach so stehen lässt. nein, fängt sie an zu brabbeln, wie lange ich SOWAS denn nehmen will und ob das langfristig gesund sein kann.... sie nimmt selbst wahr, dass ich erleichtert bin. das wort hab ich gar nicht in den mund genommen. hat sie selbst rausgehört. das sollte ihr doch zeigen, wie sehr ich unter druck stehe. und sich freuen, dass mir das hilft. verdammt

  9. #9
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Rebellin schreibt:
    ja, auf die idee bin ich gekommen, als ich gemerkt habe, daß ich meine wertvolle energie in teilweise unnötige gespräche und diskussionen investiert habe, obwohl ich sie doch selber für wichtigeres brauche
    aus genau dem grund, finde ich die idee so gut. weil ich genau deshalb derzeit keine lust habe, irgendwem, irgendwas zu erklären. was ich auch ohne diagnose ja schon so lange versucht habe. und nun feststelle, dass die diagnose es nicht einfacher macht, was ich hoffte.

    eigentlich kann man wenigstens von der familie auch erwarten, dass sie allein auf die idee kommen, sich da zu belesen. oder ist da meine erwartungshaltung zu hoch?

  10. #10
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    da die materialien womöglich auch für andere von interesse sind, poste ich die hier. links darf man ja posten, oder?

    kinder:
    https://www.lilly-pharma.de/fileadmi...-Leitfaden.pdf

    https://www.lilly-pharma.de/broschue...info-adhs.html


    und der, den ich eigentlich meinte:

    http://www.iv-ts.de/pdf/adhs/ADHS_Lilly.pdf

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