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Diskutiere im Thema ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #61
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Elwirrwarr schreibt:
    Hallo ihr Alle


    @ Mel.


    ne, das glaube ich nicht. Ich habe es eine zeitlang versucht, weil es mir einfach nicht wichtig genug war wessen realität nun der realen realität am nächsten kommt. Irgendwann kippte aber genau das in dieses Verhalten mir die "Falschen" Erinnerungen zuzuschustern.

    Jetzt merke ich, dass es ein Fehler war, den anderen eben einfach recht haben zu lassen. Es wird im Alltag eben nicht die Schlußfolgerung daraus gezogen, dass jeder seine Realität hat, sondern, dass der Andere dann eben Unrecht hat. Schups und schon ist der Depp da.



    ich glaube nicht, das die Menschen dumm sind, die so handeln. Sie sind, so glaube ich wenigstens, ehrlich davon überzeugt, dass sie mir eigentlich nur helfen wollen. Bloß fragen sie mich nicht, ob ich überhaupt Hilfe und besonders ob ich diese Hilfe überhaupt möchte. Ich versuche es meinem Mann häufig zu erklären, dass diese Art der vermeintlichen Hilfe keine Hilfe ist sondern Entmündigung, Bevormundung und eben deshalb auch entwertend ist. Er versteht es nicht. Der Mann ist nicht dumm - aber das versteht er nicht. Und ein zweiter Punkt ist, dass es einfach einfacher ist, sich mit den Problemen des Gegenübers auseinander zusetzten als mit den eigenen.

    - Das kenne ich auch von mir


    Ich habe gestern noch einen netten Spruch zum Thema gehört:

    Warum lassen mich die Leute nicht einfach etwas anderes sein - mich stört es doch auch nicht, dass sie alle gleich sind


    Alles Liebe Elwirrwarr
    ahja. siehste. nicht alltagstauglich. oder zumindest nicht, wenn andere noch nicht so weit sind dem anderen eben auch seins zu lassen und dieses recht BEKOMMEN haben als recht haben auffassen und noch aufbauschen....nee, ist nicht dumm. da fehlt einfach die nötige einsicht. und wie du sagst, die probleme der anderen sind leichter als die eigenen.
    den spruch mag ich.

    vorsicht, gedankensprung.

    das blöde am ganzen ist auch, dass es bereiche gibt, in denen ich selbst manchmal sprachlos bin und den kopf über mich selbst schüttel, weil ich selbst nicht verstehen kann warum ich etwas vermeintlich leichtes gerade nicht hinbekomme. (erst recht wenn es sich dabei um etwas handelt, was ich für andere sehrwohl kann. nur für mich selbst jeden tag oder in manchen momenten nicht. beispiel struktur. wenn mir das mal für mich selbst gelingt, fühle ich mich sogleich wie in einer zwangsjacke)...nunja, da stehe ich also und verstehe mich selsbt nicht. und bin da hin und wieder selbst verleitet, mich für einen deppen zu halten. da ist es natürlich wenig hilfreich, wenn ein anderer einem noch eins rüberzieht. wenn ich es selbst nicht so richtig verstehe, so kann ich nicht erwarten, dass es ein anderer tut. wenn ich aber schon auch gerade erstmal damit beschäftigt bin für mich klar zu kriegen, dass mich das nicht zum deppen macht, so wäre es schön, wenn ein anderer diese arbeit auch selbst erledigt und ich die nicht auch noch übernehmen muss. ihm auch noch beweisen muss, dass ich kein depp bin.....

  2. #62
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Elwirrwarr schreibt:
    Ja, das heißt das!
    Magst du dich trotzdem auf ein kleines "Was wäre wenn"-Gedankenspiel einlassen?

    Was wäre wenn dein Mann:

    - sich selbst genauso einschätzen würde, wie du ihn hier beschrieben hast
    - sich deshalb selbst sehr negativ oder wertlos sehen würde
    - sich dir dadurch grundsätzlich unterlegen fühlen würde
    - dieses gefühlte 'erniedrigt sein' zwar ertragen hätte, aber nur weil er dich liebt und trotz gefühltem 'weniger-sein' mit dir zusammen sein will
    - sich durch dein Adhs nun sagen könnte, das du nicht ganz so himmelhoch 'mehr' bist als er, auch 'Makel' hast
    - ihm diese neue Sicht wahnsinnig gut tun würde
    - er sich dir dadurch näher und verbundener fühlen würde
    - er es gerade deshalb auch gern immer mal wieder betont, ohne dich damit verletzen oder 'kleinermachen' zu wollen
    - er es also wirklich lieb meint und durch deine Abwehr oder Wut nun in Gefahr gerät innerlich wieder 'zurück zu schrumpfen'

    Wenn das so wäre, würde er sich sehr menschlich, sehr normal Verhalten und dich dabei trotzdem mehr verstehen als er rüberbringen kann...

    Meine Erfahrungen und Reaktionen auf abwertendes Zeug von außen und besonders von Nahestehenden war genauso wie es hier (also im ganzen Forum, gibt ja zig Beiträge über ähnliche Reaktionen und Gefühle) immer wieder beschrieben wird. Mich unverstanden fühlen, wütend werden, beweisen wollen dass das Gesagte mir nicht gerecht wird usw.

    Dann habe ich Gelegenheit bekommen, mich in das Thema "wie funktionieren die Anderen wirklich und wie funktinieren Menschen miteinander überhaupt und warum tun sie das wie sie es tun" reinzuknien. Seitdem werde ich viel seltener wütend, wenn dann eher wegen Möbelanrennens und kaum wegen anderer Menschen. Denn ich fühle mich auch wesentlich seltener be-schämt und das ist anscheinend das 'Urschleim-Pseudo-Gefühl' dass meine Wut erst möglich gemacht hatte.

    Pseudogefühle statt echter Gefühle. Vielleicht fataler Nebeneffekt unserer Gesellschaft. Wir werden zur emotionalen Neutralität erzogen und ersetzen die verbotenen direkten Gefühlsäußerungen durch wohlformulierte Interpretationen darüber womit der andere unsere negativen Gefühle verschuldet haben soll und was er/sie ändern muss, damit es uns besser gehen kann.

    Wenn heute so ein abwertender Kommentar kommt, kann ich durchaus manchmal verletzt oder enttäuscht oder auch mal gallig sein. Aber nicht lange und häufig fällt das gleich ganz weg. Denn mir ist dann schnell klar, dass es nicht persönlich ist, nicht wirklich um mich geht. Da fühlt sich jemand mir gegenüber xyz-negativ und will mir die Verantworung dafür aufzwängen, sich wieder besser zu fühlen.

    Ist das dann ein nahestehender Mensch, fasse ich es als Signal an mich auf, dass ich bei dem viel 'mächtiger' wirke als ich es mir selbst je zusprechen würde. Seine Weltsicht, seine Einschätzungen über mich und seine Gefühle bleiben sein Job. Aber ich kann ihn/sie unterstützen indem ich dabei helfe, das Ungleichgewicht zu verkleinern. Z.B. mal auszusprechen dass ich denjenigen für irgendwas besonders toll finde oder um Rat/Hilfe bei etwas bitten, bei dem ich wirklich gern Unterstützung hätte. Ungeachtet davon ob derjenige mehr Ahnung davon zu haben scheint als ich oder nicht! Denn gerade dann wird die Frage nach Rat oder Bitte um Hilfe sehr deutlich als ein "für mich bist du auch dann MINDESTENS auf gleicher Höhe wenn es um Dinge geht, in denen ich dich nicht für einen Profi halte".
    Ich sage den Leuten viel zu selten und viel zu unklar was ich von ihnen halte. Ganz besonders dann, wenn es sich um positive Dinge handelt! Laut meinem Freundeskreis ein weit verbreitetes Problem.

    Ein Adhs-Beispiel dazu: Für mich war ein Buch über Adhs sowas wie der heilige Gral in Sachen Selbstverständnis und Adhs-verstehen. Also habe ich das Buch total freudig meinen Eltern aufgenötigt, mit der Bitte dass es beide lesen mögen. Zwei Wochen später bekam ich das Buch auf deutlich ablehnende Art kommentarlos zurück. Als ich irritiert nachgefragt habe ob sie Fragen an mich haben oder über was davon plaudern mögen, kam von beiden - obwohl getrennt gefragt - exakt die gleiche Reaktion: abweisender Blick, ein Nein ohne weiteres Wort und Themenwechsel als hätte es weder das Buch noch das Thema Adhs bei uns je gegeben.

    Ich war erst total verwirrt, dann ziemlich verletzt, habe das als Desinteresse an mir und meinem Leben und meinen Problemen und Gefühlen usw. gewertet. Später in meiner eigenen Wohnung immer mal wieder auch kurz aufflackernd wütende Gedanken, dicht gefolgt von verwirrter Verletztheit. Volles Programm gefühler Ablehnung/Missachtung/Ignoranz.
    Peinlich aber wahr, ich habe Wochen gebraucht um eher zufällig zu verstehen, dass sie nicht auf mich reagiert hatten und es nicht ich persönlich war, der die Reaktion gegolten hatte! Und ich bin nicht einmal selbst darauf gekommen, sondern brauchte eine Mutter-Perspektive, also eine Freundin die bereit war das Buch zu lesen und ihre Eindrücke zu erzählen, wie sie in der Situation meiner Eltern reagiert hätte. Dabei war es etwas wo ich eigentlich locker selbst drauf kommen könnte.....wenn mir nicht gerade mal wieder meine eigenen Interpretationen über die ach so negativen Absichten/Gründe/Gefühle anderer Menschen die Sicht versperren würde....

    In dem Buch wird u.a. beschrieben wie oft Eltern Adhs-Kinder zu Unrecht bestrafen, kritisieren, dumm oder faul nennen usw. Meine Eltern haben sich darin wiedergefunden, beschämt gefühlt und entsprechend reagiert. Wäre mir definitiv auch so gegangen. Wenn ich an meiner verqueren Interpretation festgehalten und auf die vermeintliche Ablehnung oder das vermeintliche Desinteresse mit Wut oder Rechtfertigung reagiert hätte, würden wir uns heute - über ein Jahr später - immernoch gegenseitig für negative Dinge das Leben schwermachen, die wir zwar beim jeweils anderen für sicher vorhanden halten, die aber eigentlich so niemals wirklich dagewesen sind......


    Auf abwertende Kommentare gibt es deshalb für mich nur eine wirklich gute Reaktion: kapieren dass der nur RE-agiert, mich also nicht wirklich für xyz-minderwertig hält, sondern sich selbst!
    Geändert von auri (24.09.2012 um 23:09 Uhr)

  3. #63
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 150

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Hm puh, das ist ja auch eine Sicht der Dinge. Aber ich wäre dadurch auch verletzt, ich meine, wenn da keiner reagiert? Ich glaube das liegt nicht nur an der ADHS-Sicht, ich glaube bei einer Nicht-Reaktion würde es jedem so gehen.

  4. #64
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    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Richtig, es würde jedem so gehen. Jedem der - typisch menschlich und eigentlich als Skill fürs Zusammenleben mit Anderen super wichtig - in fehlender Reaktion gewichtige Gründe sieht.
    Der Fehler liegt nicht darin, nach Ursachen zu suchen oder Gründe zu vermuten, sondern darin zu glauben, diese Gründe zu kennen und anzunehmen dass sie auf sich persönlich als Wertung zu sehen seien.

    Dabei reagieren wir überwiegend auf uns selbst, 'schießen' dabei eben nur oft of den Anderen statt den Fehler in unserer eigenen Sphäre zu erkennen und daran zu arbeiten.

    Edit: Ich relativiere "es würde jedem so gehen" mal und klammere Menschen aus, die in Sachen Empathie Defizite haben. Wer - warum auch immer - schwächer oder garnicht in der Lage ist, auf andere Menschen emotionale Reaktionen zu empfinden, wird von solchen zwischenmenschlichen Verwirrungen deutlich weniger beeinflusst, denke ich. (Da gibt es dann sicher andere, mindestens ebenso nervige Probleme...)

  5. #65
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    Forum-Beiträge: 150

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Hm, ich muss deine Worte erstmal in meinem Kopf sortieren. Das hört sich für mich irgendwie an nach "ich bin selbst schuld", aber bin ich das wirklich? Ich lese vermutlich mit meinem Kopf grad was anderes, als du sagen willst.

  6. #66
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    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Es geht nicht um schuld sondern um Missverständnisse.

    Stell dir vor, du hättest eine zierliche, stupsige, perfekte Nase mit der du dich schon immer total wohl gefühlt hast.
    Dann kommt jemand den du sehr magst, deine beste Freundin oder dein Partner und sagt was abwertendes über deine Nase.

    Was löst das in dir aus?
    Würdest du sofort beweisen wollen, dass deine Nase nicht so hässlich ist wie der gesagt hat?
    Würdest du sofort nach Dingen bei ihm suchen, die du im Gegenzug für minderwertig halten kannst?
    Würdest du dich danach anderen gegenüber für deine Nase rechtfertigen und sie als nicht minderwertig beweisen wollen?

    Oder würdest du ziemlich leicht erkennen, dass der gerade was total Dummes gesagt hat?

    Wenn es um etwas geht, dass wir an uns mögen, nie kritisiert haben, für gut halten, dann ist es noch relativ leicht, abwertende Reaktionen als das zu erkennen was sie sind. Abwertung. Keine realistische Bewertung über uns als Person, kein ernstzunehmendes Feedback, keine konstruktive Kritik. Einfach nur Abwertung. Und die kommt von Menschen die uns eigentlich positiv gegenüber stehen (sollten) nur dann, wenn sie sich selbst bereits 'unter Wert' fühlen. Unter dem Wert den sie dir beimessen!

    Verletzt oder wütend zu reagieren ist normal, wenn man das nicht/nie tut, fehlt es - für mein Empfinden - an Menschlichkeit. In manchen Büchern habe ich dazu Wörter wie Seelen-Hygiene gelesen. Gefühle dürfen da sein und müssen nicht als richtig oder falsch bewertet werden! Aber sie sollten als Signal ankomen, nicht als Dauerzustand von dem wir uns nicht wieder befreien können.

    Wenn Möglichkeiten die eigenen Gefühle selbst zu steuern Schuldgefühle auslösen, kann ich das sehr gut verstehen. An dem Punkt war ich in meinem Leben auch schon. Gemeint ist das hierbei aber nicht.
    Geändert von auri (24.09.2012 um 23:51 Uhr)

  7. #67
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    hallo auri,

    das hast du schön erklärt und auch ein anschauliches beispiel geliefert. insgesamt halte ich es wie du. (deshalb hab ich ja auch vorgeschlagen, etwas anderes zu finden, womit betreffender ehemann sich wichtig und ernstgenommen fühlt) ich habe es sehr lange so gemacht oder mich wenigstens darum bemüht so zu halten, wie du es beschrieben hast. mittlerweile finde ich dennoch AUCH, dass das alles seine grenzen hat. ich will nicht andauernd auch noch für das zeug was andere mit sich rumschleppen verantwortlich sein müssen. nicht ewig überlegen müssen, warum wieso weshalb einer macht, was er macht, damit es mich nicht verletzt, kränkt, etc. und er damit weiter machen kann. wenn die es ausleben, so bin ich nach wie vor gerne bereit nachzusehen, woher das kommt und zu schauen, wie man damit umgehen kann. wozu ich nicht mehr bereit bin, ist, dass nur ich das mache. die leute müssten denn schon auch mal in den spiegel sehen. ich nehme darauf gerne rücksicht, aber die eigentliche arbeit mögen die doch bitte selbst leisten und ebenso rücksicht auf mein zeug nehmen und wiederum auch überlegen, was ihr verhalten bei mir bewirkt. gegenseitigkeit eben. und wenn für meine gefühle ob des verhaltens anderer allein ich verantwortlich bin, dann auch hier, gleiches andersrum. und wo einer nicht bei sich selbst hinsehen will, will er es eben nicht. ich aber auch nicht mehr. es gibt leute, die sind so dicht, da bringt das alles nix, so lange sie nicht selbst auch hinsehen. ich kenne einen, egal was man sagt, der deutet aus selbst netten sachen noch ein "du bist scheiße" heraus. weil er mit sich selbst so überhaupt nicht mal ansatzweise im reinen ist. entsprechend fühlt er sich ständig angegriffen und holt zum schlag aus. das kann man auch wenn man blickt was da los ist und eigentlich weiß, dass man es nicht wirklich ernst nehmen muss, irgendwann nicht mehr aushalten.....ich hoffe es ist trotzdem noch rauszuhören, dass ich nicht gegen das was du sagtest rede, sondern nur dahingehend erweitere, dass es grenzen haben muss.

    um das nun auf elwirrwar zu beziehen. wir scheinen uns ja dahingehend einig zu sein, dass er sich möglicherweise klein fühlt und letztlich das der grund dafür ist, zu versuchen sich darüber zu vergrößern, indem er sie klein macht. dennoch ist es einfach so, dass er ihre wahrnehmung wieder und wieder in abrede stellt. und das geht einfach zu weit. die lösung dafür, die müssen beide finden. sicherlich kann elwirrwarr dazu beitragen. sich überlegen warum er das macht, sich entsprechend nicht entwertet fühlen und versuchen ihm aufwertung zukommen zu lassen, in der hoffnung, er hätte es dann nicht mehr nötig, sie abzuwerten. wobei das in frage stellen der wahrnehmung für mich mehr als eine abwertung beinhaltet. letzlich ist es in erster linie aber er, der für sein verhalten verantwortlich ist, der bei sich hinsehen muss. der (falls dies nun wirklich ursächlich ist und da nicht auch noch verschieden faktoren zusammenspielen) für sich erarbeiten muss, warum er sich klein fühlt und selbst etwas für sich tun muss, damit er wächst. die eigentliche arbeit, muss er allein leisten. dabei kann elwirrwarr nur unterstützen und wiederum auch auf ihre gefühle und verhalten achten. gegenseitig eben.......................... ...............

    liebe grüße
    mel.

  8. #68
    Wohnt hier

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    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    auri schreibt:
    Es geht nicht um schuld sondern um Missverständnisse.

    Stell dir vor, du hättest eine zierliche, stupsige, perfekte Nase mit der du dich schon immer total wohl gefühlt hast.
    Dann kommt jemand den du sehr magst, deine beste Freundin oder dein Partner und sagt was abwertendes über deine Nase.

    Was löst das in dir aus?
    Würdest du sofort beweisen wollen, dass deine Nase nicht so hässlich ist wie der gesagt hat?
    Würdest du sofort nach Dingen bei ihm suchen, die du im Gegenzug für minderwertig halten kannst?
    Würdest du dich danach anderen gegenüber für deine Nase rechtfertigen und sie als nicht minderwertig beweisen wollen?

    Oder würdest du ziemlich leicht erkennen, dass der gerade was total Dummes gesagt hat?

    Wenn es um etwas geht, dass wir an uns mögen, nie kritisiert haben, für gut halten, dann ist es noch relativ leicht, abwertende Reaktionen als das zu erkennen was sie sind. Abwertung.
    genau. und auch obwohl das dann ein bereich ist, mit dem ich kein problem habe und nicht darauf anspringe, sondern sofort offensichtlich ist, was da läuft, würde ich mir nicht jeden tag anhören wollen, wie hässlich meine nase ist. da möge derjenige bitte selbst hinsehen, warum er es nötig hat, mich abwerten zu wollen.

  9. #69
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    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    @mel.

    Ich glaube wir reden ein bisschen aneinander vorbei. Was ich beschrieben habe, sagt im Grunde aus "Du bist nicht dafür verantwortlich wenn andere sich dir gegenüber abwertend verhalten!"
    Daraus folgt dann auch, dass man weder rechtfertigen noch beweisen noch widerlegen muss, was der Andere da von sich gegeben hat.

    Wird man wütend, pissig, gestresst usw. dann tut man aber genau das! Man übernimmt innerlich die Verantwortung für das was der andere einem da - aufgrund seiner eigenen Probleme - entgegen gebracht hat. Sobald man das verstehen kann, wird es leichter, die eigenen emotionalen Folgereaktionen ebenfalls nicht 'weiterzureichen', sondern loszulassen.

    Übrigens bin ich vor ein paar Jahren dazu übergegangen meinen Helfersyndrom ebenfalls langsam mal abzuarbeiten und dementsprechend Menschen die 'immer nur um sich schlagen' aus meinem Umfeld zu verbannen. Wer sozial unverträglich ist, wird - wie die meisten anderen Betroffenen von psychischen Störungen - meist erst dann wirklich begreifen, dass er Hilfe braucht, wenn das Umfeld nicht mehr einsteckt und sich zurücknimmt.

    Egal ob elawirrwar, die wirklich nur Beispiel war, ich wollte niemanden hier kritisieren, im Grunde war ich der Ober-Trottel was diese Mechanismen angeht, oder andere Adhsler. Ich kenne es von mir und von zwei weiteren Betroffenen, die mit Adhs u.a. das Problem haben, sich selbst extrem 'weit unten' zu sehen bzw. so einzuordnen und deshalb große Schwierigkeiten haben zu erkennen wenn andere Menschen den gegenteiligen Eindruck von ihnen haben.

    Wer sich selbst mehr achtet, wird vermutlich leichter bemerken wenn jemand sich unterlegen fühlt und deshalb dadurch weniger ins Trudeln geraten.

  10. #70
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

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    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    mel. schreibt:
    genau. und auch obwohl das dann ein bereich ist, mit dem ich kein problem habe und nicht darauf anspringe, sondern sofort offensichtlich ist, was da läuft, würde ich mir nicht jeden tag anhören wollen, wie hässlich meine nase ist. da möge derjenige bitte selbst hinsehen, warum er es nötig hat, mich abwerten zu wollen.
    Wenn Abwertung nicht mehr funktioniert, hört sie für gewöhnlich auf.
    Wann immer jemand nicht den gewünschten Erfolg erzielt, wird sich seine Motivation es mit der erfolglosen Schiene weiter zu versuchen erheblich verringern.

    Doch Rechtfertigungsversuche, Beweisversuche, Wut oder ähnliche Reaktionen zeigen mehr als deutlich, dass die Abwertung ziemlich gut ins Schwarze trifft!
    Ich weiß leider nicht mehr von wem es stammt, aber der Satz trifft es - finde ich - perfekt: "Wut ist die Rache dessen der beschämt worden ist."
    Was mich nicht 'trifft', das löst keine Scham aus und ich werde nicht wütend.

    Ich wollte das auch lange nicht glauben und bin heute noch manchmal überrascht wie gut es funktioniert.

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