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Diskutiere im Thema ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #41
    Kopfkino deluxe

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 44
    Forum-Beiträge: 678

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Niemand konnte mich früher verstehen, als ich versucht habe, Depressionen zu erklären.

    "Jaja, du brauchst nur mal Urlaub!"
    "Schalte einfach mal ab!"
    bla bla bla...

    Ich empfinde es jetzt mit der Diagnose ADS ganz anders.
    Mir wird zugehört und meine Probleme werden wahrgenommen.

    Hmmm... kann aber auch daran liegen, daß ich mich einfach in anderer Umgebung befinde.
    Bzw. nicht nur die Familie, sondern auch andere psychisch kranke Menschen um mich habe.

  2. #42
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Mein 'Erklärungsmodell' für Adhs liegt eher fernab der üblichen Methoden, ist aber in meinem Umfeld von so durchschlagendem Erfolg gewesen, dass Bekannte es - ebenfalls sehr erfolgreich - auch auf andere Störungen angewandt haben, u.a. Depressionen.

    Vorher war mein Fehler dass ich direkt von "Ich habe Adhs" zu einer Symptomebeschreibung übergegangen bin. Statt es (be-)greifbarer zu machen, habe ich mit zuviel und zu nebulös anmutenden möglichen Symptomen und Zusammenhängen dann die Verwirrung noch größer gemacht. Ergebnis: die Zuhörer haben versucht sich über vorhandene Klischees ein greifbareres Bild zu machen. Totales Eigentor, weil Bruttonormalmensch über Adhs ja ziemlich beklopptest Zeug zu denken scheint.

    Meine neue Methode ist viel kürzer, begreifbarer und zudem prima geeignet um möglichen Klischeedenkern, Ignoranten oder Prinzipiellanzweiflern den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Ich habe Adhs, mein Gehirn bekommt das mit den Botenstoffen nicht so hin wie es sein sollte, deshalb habe ich viel weniger Dopamin zur Verfügung als andere Menschen. Das mit den Botenstoffen scheint ziemlich kompliziert zu sein, kleine Abweichungen können total viele heftige Probleme auslösen. Denk z.B. an Michael J. Fox (in meiner Generation kennt den wirklich jeder, keine Ahnung wie es bei Jüngeren ist), der hat doch dann Parkinson bekommen. Bei Parkinson ist auch zuwenig Dopamin im Gehirn zur Verfügung, nur dass es da dann immer schlimmer wird und immer heftigere Symptome hat. Oder auch bei Restless Legs, wenn man nachts nicht schlafen kann weil die Beine so zappelig sind. Da gibt es auch Probleme mit zu wenig Dopamin.

    Adhs ist zwar bislang auch nicht heilbar, aber ich bin echt froh, dass es nicht in Richtung Parkinson oder ähnliches geht. Mit Adhs kann ich genauso alt werden wie ohne und manchmal wird es mit zunehmendem Alter auch milder. Im Augenblick nehme ich Medikamente die tagsüber dafür sorgen, dass meine Gehirnchemie normaler funktioniert und ich weniger der nervigen Symptome spüre. Am meisten gestört/belastet/runtergezogen hat mich das ich xyz nicht hinbekommen habe und andere dann meist negativ reagiert haben, weil xyz ja jedem mal passieren kann, wenn man im Stress ist oder so. Nur das ich quasi im Dauerstress gewesen bin und bei gleicher Anstrengung trotzdem schlechtere Ergebnisse bekommen hab, weil ja mein Gehirn trotzdem immer weiter Mangelerscheinungen gehabt hat.

    Seit ich weiß dass es nicht meine Schuld ist, wenn ich mal xyz, kann ich damit etwas entspannter umgehen und eben daran arbeiten, meinen Alltag so umzubasteln, dass das was mein Gehirn nicht so gut umsetzen kann, weniger ins Gewicht fällt.

    So ähnlich laufen meine "Erklärgespräche" ab.

    Adhs bei Erwachsenen ist für die meisten Leute neu. Andere Störungen die auch durch Veränderungen/Fehlfunktionen im Gehirn ausgelöst werden, sind jedoch fast allen Leuten ein Begriff. Die Beispiele setzen Adhs nicht mit schlimmsten Erkrankungen gleich, sondern geben dem Gegenüber einfach nur die Chance, aus vorab vielleicht als 'völlig überbewertet' oder 'Modediagnose' eingeordnete Klischees beiseite zu schieben und stattdessen anzufangen die Störung als ernst und real vorhanden neu zu bewerten. Man sagt "ich hab da was ernstes mit oft negativem Einfluss auf mein Leben, aber hey, es hätte weit schlimmer sein können und ich komme damit klar und kann nun lernen wie ich damit besser umgehen kann als vor der Diagnose!"

    Dafür muss man nicht lügen, ggf nur eben den eigenen "Drama-Bedarf" auf ein späteres Treffen verschieben.

    Wenn Freunde und Verwandte erstmal die Möglichkeit hatten, auf diese Art einzuordnen was man hat, werden sie auf zukünftige Symptome, Depris und ähnliche negative Dinge die mit Adhs zusammenhängen können, ganz anders reagieren als vorher. Bei Bekannten mit Depressionen hat ähnliches (z.B. über Serotoninmangel und Gehirn erläutert) genauso positive Ergebnisse gebracht.
    Geändert von auri (23.09.2012 um 21:07 Uhr) Grund: Tippgicht

  3. #43
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 150

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Rebellin schreibt:
    geht mir genauso! nur daß ich eher der extrovertierte typ bin und dann das gegenteil von still und zurückhaltend bin

    Bei mir ist die Reaktion unterschiedlich, aber ich nehme mir leider auch vieles viel zu schnell zu Herzen. Das ist für einen selbst und für Aussenstehende auch nicht einfach.

  4. #44
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 76

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Dafür gibt es wohl leider keine Patentlösungen.
    Der Kampf scheint nach der Diagnosestellung leider nicht zu Ende, er geht dann erst richtig los
    Nene, das kann ich mir nicht alles antun. Ich werde Aufklärungsflyer verteilen und spar mir die Kräfte für tausende Erklärungsversuche.
    Und ein bißchen so nehmen wie ich bin muß man mich. Ich respektiere ja auch die Macken von anderen. Hab mich mittlerweile zu gut angepasst. Weiß ja fast selber nicht mehr wer ich bin Und wer das nicht will oder mir nicht gut tut, kann mir ganz einfach gestohlen bleiben - egal ob Familie, Bekannte, Verwandte, Freunde oder sonst wer.
    Ich bin schon lange über den Punkt hinaus wo ich mich für andere verbiege.


    Außerdem... Ehrlichkeit, Direktheit und Offenheit sind meines Erachtens keine schlechten Eigenschaften. Wieso also sollte ich diese ablegen??

  5. #45
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    hallo

    @Auri
    so ähnlich erkläre ich es auch. Ich habe gemerkt, dass diese Art der Erklärung die ADHS ernsthafter macht und nicht in die Ecke "Ach die Arme Verzogene" steckt.


    Was mir auf den Keks geht ist, dass mein Mann oder andere gute Bekannte, die wissen, dass ich eine ADHS habe, jetzt einige Sache nicht mehr ernst nehmen. So nach dem Motte - die erinnert sich falsch, die hat ja ADHS - kann zwar nix dafür aber sie hat Unrecht.

    Das stört micht sehr, weil ich mich nicht mehr ernst genommen fühle. Es soll zwar Verständnis sein, ist es wohl auch, aber es gibt mir einen "Behindertenstatus".

    Auf der Arbeit schmeiße ich ein Flüchtlingswohnprojekt mit knapp 100 Leuten, arbeite eine Berufsanfängerin ein und es klappt irgendwie ganz gut und privat soll ich nicht in der Lage sein etwas richtig zu bewerten, weil ich ja ADHS habe.

    Das nervt.

    liebe Grüße Elwirrwarr

  6. #46
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 569

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Elwirrwarr schreibt:
    Was mir auf den Keks geht ist, dass mein Mann oder andere gute Bekannte, die wissen, dass ich eine ADHS habe, jetzt einige Sache nicht mehr ernst nehmen. So nach dem Motte - die erinnert sich falsch, die hat ja ADHS - kann zwar nix dafür aber sie hat Unrecht.
    D.h. vorher haben sie dich deutlich ernster genommen bzw. das was sie dir jetzt absprechen als definitiv gegeben behandelt?
    Krass! Da würde ich noch einigen Gesprächsbedarf sehen, aber auch Ursachenforschung in eigener Sache. Jedenfalls wenn es mir so passieren würde. Denn bislang habe ich immer wieder erlebt, dass solche Reaktionen meist garnicht auf das kommen was als Auslöser genannt wird (oder von mir als Auslöser vermutet wird), sondern eigentlich auf ganz andere Dinge hindeutet, die vorher schon da waren, jetzt nur eben deutlicher erkennbar werden.

    Hast du mal gezielt nachgefragt was das soll? Was haben die Leute geantwortet? Kann es sein dass sie was gründlich missverstanden haben und garnicht merken was sie da tun?

    Lass dich mal drücken , echt unglaublich was einem manchmal entgegengebracht wird wenn der Klischee-Hammer zuschlägt.

  7. #47
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    Ja, das heißt das!

    Sie meinen es ja alle lieb, besonders mein Mann, aber es nervt.

    Ich habe das schon oft angesprochen und irgendwie versteht er nicht, dass es egal ist, ob er es lieb meint oder nicht.

    Ich habe ADHSbedingte Probleme - aber ich bin nicht geistig behindert und alles was ich erinnere ist nicht falsch nur weil z. B. mein Mann sich anders erinnert. Eh hallo, wer von uns beiden ist der Frührentner wegen massiver Anpassungs- und Belastungsproblemen und ist im Job gescheitert? Ich habe den Eindruck, dass meine ADHS für unsere Probleme herhält.

    Eine Kollegin (ich arbeite nicht mehr mit ihr zusammen - es war zu nervig) hat mich total liebe gemeint hospitalisiert - so nach dem Motto: Es fällt ihr doch so schwer, da erleichtere ich sie mal. Natürlich war meine ADHS nur ein gern gesehener Vorwand um ihr Helfersyndrom auszuleben.

    bis denne Elwirrwarr

  8. #48
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 76

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    ohje, sowas käme mir gar nicht in die tüte. das würde mich rasend machen
    du solltest dich da recht schnell wieder "raus holen", sonst wirst du diesen "behindertenstatus" wohl nicht mehr so schnell los

  9. #49
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    ich misch mich mal zwischendrinn.... all die antworten lese ich später...

    habe einen gedankenblitz.... sorry, meine inpulsivität halt....

    habe irgendwo gelesen... ging mehr um, die hilfe für kinder mit adhs....

    da stand.... versuchen sie nicht zu verstehen, wie das kind denken.... das geht nicht.

    das um die ecke denken, verschiedene lösungswege.... sinn und zweck.... verschiedene lerntypen (visuell/akustisch... linear u.s.w.)

    und so handhabe ich es bei mir..... man kann sich einigen, dass man eben anders ist, anders funktioniert, anders denkt... reagiert/agiert...
    ich muss mich ja mit all den "engstirnigen" - auch irgendwie zu recht kommen. :-)

    ich versuche mich auch nicht mehr zu erklären, ich bin wie ich bin... und ich weiss jetzt, warum es bei mir nicht
    so funktioniert wie bei anderen.

    p.s. wirklich klar wurde mir aber, dass da noch noch mehr ist.... als einfach ein wenig chaotisch, faul, dumm?.... , als ich versucht habe
    herauszufinden, wie andere denken.....

    es geht, so meine meinung, nicht darum, dass andere es verstehen - sondern mehr um akzeptanz.

    gruss

  10. #50
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.439

    AW: ADHS verstehen, ohne ADHS zu haben?

    versuchen sie nicht zu verstehen, wie das kind denkt....interessant. dass ich anders denke, war mir ja nun auch ohne diagnose oder überhaupt verdacht, lange klar. diese denkweise anderen nahe bringen zu wollen, hab ich schon lange aufgegeben. geht nicht. außer einer. aber der ist ähnlich und mag gerade das....naja, kann man aber auch umkehren. ich sollte aufhören zu versuchen, zu verstehen, wie die anderen denken....?



    @Elwirrwar: ich kann mir vorstellen, dass das für deinen mann frustrierend sein könnte. er hat auch noch aufgrund der von dir genannten probleme (nix körperliches,klingt zumindest so) seinen job nicht mehr gemeistert, hockt den ganzen tag als frührentner zu hause während du arbeiten gehst und auch diese art aufgaben gestämmt bekommst. und das OBWOHL du ne schraube locker hast. (absichtliche wortwahl, du weißt, wie ich es meine).....nur so ne idee.
    fern davon hätte mich so ein verhalten wohl schon zum explodieren gebracht.

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