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Diskutiere im Thema Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so.. im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    Hallo ihr Lieben,

    ich bin neu hier, da ich etwas gegoogelt habe und bin somit auf diese seite gestoßen.
    Ich hoffe, ich schreibe nicht zu lang ;-)

    Ich bin weiblich, 25 jahre alt, habe einen 6jährige sohn und bin fast am ende der ausbildung zur erzieherin..
    folgendes...als ich 15 jahre alt war, bzw die ganze puberät hinweg war ich ein schreckliches Horrorkind, das sehe ich heute glasklar und rede auch nichts schön...ich war der horror pur...rebellisch, jähzornig, agressiv.
    Es ging soweit dass ich meine mutter schlug
    Ich habe damals auf alles und jeden geschissen..flog von der realschule auf die hauptschule, dann auf das bvj und letztendlich nichts mehr...jeder warf mich raus. Meine eltern setzen mir jedoch nicht sooo wirklich grenzen bzw schon, nur kamen sie gegen mich absolut nicht an! Hausarrest? Lächerlich...ich sprang aus dem fenster...war nächtelang unterwegs, hatte ne üble chaotische clique usw...wenn mir was daheim nicht passte, rastete ich komplett aus, warf tische um, riss küchenschränke auf, warf teller um mich und auf andere leute...einfach schrecklich.
    Eine Psychologin kam zu uns ins haus...ihr spuckte ich ins gesicht und vermittelte ihr, dass sie sofort verschwinden solle bevor ich zuschlag...sie ging und kam nie wieder...
    Meine Eltern schleiften mich zu einer anderen psychologin die mich "testen" sollte...sie stellte ADS fest...jedoch in leichter form..ich bekam ritalin und hatte aufeinmal super noten (man bedenke, dumm war ich nie, nur faul und bockig)....ritalin...joah, nach ein paar wochen hatte ich kein bock mehr diese zu nehmen und verweigte mich, worauf meine eltern nichts taten, sie konnten mich rebellisches ding ja nicht zwingen...
    Ich fing 3 ausbildungen an und schmiss alle..alle alle!



    Dann kam der wendepunkt..ich war 18 jahre alt und dachte zum ersten mal in meinem leben nach...ich liebte (liebe) meine familie, sie sind toll, wunderbar, ich hatte eine tolle kindheit, einen tollen bruder...und ich wusste ich hatte grips...und holte mit einer abendschule einen super realschulabschluss nach....(es kam, als mir keiner mehr druck machte "du musst du musst du musst") das machte mir spass die abendschule..ich wurde ruhiger, klüger und reifer..
    Mitten in der abendschule wurde ich schwanger...3 tage vor geburt ging ich noch hin und 1 woche später nach geburt wieder, machte die prüfung und hatte sie super bestanden...man war ich stolz...das erste mal in meinem Leben.

    Dann fing ich wieder eine ausbildung an zur krankenschwester...zu viel, zu viel, mit kind, schicht und alleinerziehend, ich war überfordert und brach ab...dann bekam ich sozusagen "meine letzte chance" und machte die ausbildung zur erzieherin IN TEILZEIT! Perfekt! es war nie mein traumberuf, definitiv nicht...ja...jetzt bin ich im letzten jahr, das anerkennungsjahr in vollzeit und es ist schrecklich für mich...die arbeit ist toll, dort wo ich bin, mit jugendlichen, aber ich MUSS ständig die arbeit wechseln...nicht weil ich faul bin, ganz und garnicht, ich bin sehr fleissig, immer morgens schon sehr fit, aber ich habe angst vor der gewohnheit??? Ich weiss es einfach nicht!
    ich habe heute schon wieder nach einer teilzeitstelle als verkäuferin geschaut? warum??? Vor 2 wochen wollte ich kosmetikerin werden, warum?




    Meine "Probleme" sind folgende und ich möchte wissen, ob ihr denkt, dass ich eventuell immernoch von früher das ADS habe:
    - Ich hasse kochen, über alles, es ist schrecklich und auf meiner neuen arbeit muss ich ständig kochen, der horror, ich komme mit vielen kleinen dingen aufeinmal nicht klar. Ich möchte eine arbeit, wo ich mich auf EINE sache konzentriere, nicht auf 500 verschiedene (als erzieherin muss man das ja ganz extrem)

    - Ich werde schnell agressiv, nicht gewalttätig, aber agressiv, sehr gereizt, verletze leute verbal was mir im nachhinein sehr leid tut

    - Ich habe ständig das gefühl, ich bin zu nix zu gebrauchen, habe immer schiss zu versagen, für keinen beruf geeignet zu sein, ich brauche ein händchen "das mich führt" am besten NIEMALS verantwortung an mich abgibt

    - Ich habe null hobbies, es intressiert mich alles nichts, aber gleichzeitig habe ich doch so viele Intressen und möchte alle meine spontanen Ideen sofort haben, machen und umsetzen!

    - Ich bin unglaublich emotionsvoll, sehr schnell depressiv (war deshalb auch mal beim arzt), positive Lobe/Komplimente prallen ab, ich sehe alles selbstverstänlich an mir, jedoch negative sachen nehme ich mir extrem zu herzen

    - ich bin sehr ungedulgig, und manchmal abends, wenn ich eigentlich ruhe habe, total nervös, unruhig und hippelig, ich könnte einen marathon starten...das fiel sogar mal meinem expartner auf, als wir auf der couch lagen und einen film schauten..ich war total zappelig, schrecklich unruhig und ich war so energiegeladen..

    - ich mache viele dinge auf einmal...ich putze z.b. meine toilette, und geh aufeinmal ins wohnzimmer und putze die regale, aber die toilette ist nicht fertig. Dann fällt mir ein, dass ich Klamotten ausmisten muss...ich kann nie ruhig mal eine stunde nichts tun..ich muss immer was machen und sei es sinnloses krusteln in meinen sachen mit dem gedanken, dass ich aufräume

    - immer auf dem Sprung

    Es macht mir alles zu schaffen, ich habe angst vor meinem berufsleben..ich kämpfe jeden tag, dass 1 jahr durchzuhalten, aber ich habe jetzt schon angst vor all den anforderungen..wieder prüfung, wieder noten usw usw ich will am liebsten immer wegrennen und finde nie "meinen platz", es macht mich wahnsinnig und totunglücklich, ich schäme mich einfach so, so "unreif" zu sein bzw IMMERNOCH auf dieser selbstfindungsphase :-(
    Mein Junior wird übrigens demnächst auf adhs getestet, vieles weisst daraufhin, mittlerweile kenne ich mich schon aus...aber erstmal abwarten.

    Es gibt noch zig weitere dinge an mir, aber das würde zu lang werden ;-)

    Was sagt ihr denn dazu? Wie habt ihr herausgefunden, dass ihr ads/adhs habt?

    Wo kann ich sowas testen? Kostet dies was? Ich möchte es auf jedenfall testen lassen, ich kann so nichtmehr weitermachen, vorallem was mein Berufsleben angeht.

    Danke danke danke schonmal!

  2. #2
    Octoroo

    Gast

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    @GretaMarlene


    Ich bin zwar kein Profi, sondern "Nur" eine Betroffene, aber DAS haette von mir sein koennen bzw. hatte ich soeben, als ich dein Post gelesen habe, gefuehlt als ob ICH diesen Beitrag erstellt hatte.


    GretaMarlene schreibt:

    Meine "Probleme" sind folgende und ich möchte wissen, ob ihr denkt, dass ich eventuell immernoch von früher das ADS habe:
    - Ich hasse kochen, über alles, es ist schrecklich und auf meiner neuen arbeit muss ich ständig kochen, der horror, ich komme mit vielen kleinen dingen aufeinmal nicht klar. Ich möchte eine arbeit, wo ich mich auf EINE sache konzentriere, nicht auf 500 verschiedene (als erzieherin muss man das ja ganz extrem)

    - Ich werde schnell agressiv, nicht gewalttätig, aber agressiv, sehr gereizt, verletze leute verbal was mir im nachhinein sehr leid tut

    - Ich bin unglaublich emotionsvoll, sehr schnell depressiv (war deshalb auch mal beim arzt), positive Lobe/Komplimente prallen ab, ich sehe alles selbstverstänlich an mir, jedoch negative sachen nehme ich mir extrem zu herzen

    - ich bin sehr ungedulgig, und manchmal abends, wenn ich eigentlich ruhe habe, total nervös, unruhig und hippelig, ich könnte einen marathon starten...das fiel sogar mal meinem expartner auf, als wir auf der couch lagen und einen film schauten..ich war total zappelig, schrecklich unruhig und ich war so energiegeladen..

    - ich mache viele dinge auf einmal...ich putze z.b. meine toilette, und geh aufeinmal ins wohnzimmer und putze die regale, aber die toilette ist nicht fertig. Dann fällt mir ein, dass ich Klamotten ausmisten muss...ich kann nie ruhig mal eine stunde nichts tun..ich muss immer was machen und sei es sinnloses krusteln in meinen sachen mit dem gedanken, dass ich aufräume

    - immer auf dem Sprung


    DAS ALLES trifft fast 100% auf mich zu !
    Nur in Sachen Gewalt, bin ich zurueckhaltender - bzw. habe ich Gewalt "nur" angedroht (nicht in der Familie NEIN ! Aber so in der Oeffentlichkeit wenn mir einer mal EXTREEEEEEEM unverschaemst angekommen ist !)

    Gerade Thema "KOCHEN" und "mehrere Dinge aufeinmal" und "Aggressiv werden" .......sind so meine Baustelle.
    Ach, die Spuelmaschine hat mich zu ADHS gebracht.

    Hey, ich poste hier 2 Threads von mir rein !
    Wenn du Lust hast, kannst ja lesen.

    Und nochmal wegen Erzieher:

    Bei ERzieher weiss ich das nicht ganz genau, aber ich weiss, dass zum Bsp. Krankenschwester NICHTS fuer mich ist bzw. ich dafuer praktisch unfaehig bin.
    Ich war stationaer, habe es beobachtet: Telefon, Spuelmaschine ausraeumen, aufraeumen.....alles nebenher oder zwischendurch. Und staendig von alle Richtungen angequatscht werden !

    Ok, hier schonmal die Threads:


    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...-probleme.html






    http://adhs-chaoten.net/ads-adhs-erw...chen-adhs.html
    Geändert von Octoroo (20.09.2012 um 01:14 Uhr)

  3. #3
    Octoroo

    Gast

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    Hehe, ich habe wohl ganz instinktiv ein Job ausgewaehlt wo ich mich nur auf einer Sache konzentrieren darf und sogar MUSS
    Drum hatte ich keine Probleme, bis ich Kinder bekommen habe und die ganze Scheisse mit dem Kochen oder mehrere Dinge aufeinmal gekommen ist...Ich liebe meine Kinder und Mann ueber alles, aber es gibt nichts was ich hasse und was mich stresst wie Kochen !!!!!!!!!!
    Geändert von Octoroo (20.09.2012 um 01:17 Uhr)

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    Octoroo schreibt:
    Hehe, ich habe wohl ganz instinktiv ein Job ausgewaehlt wo ich mich nur auf einer Sache konzentrieren darf und sogar MUSS
    Drum hatte ich keine Probleme, bis ich Kinder bekommen habe und die ganze Scheisse mit dem Kochen oder mehrere Dinge aufeinmal gekommen ist...Ich liebe meine Kinder und Mann ueber alles, aber es gibt nichts was ich hasse und was mich stresst wie Kochen !!!!!!!!!!



    das klingt ja interessant...ich werde heute abend die anderen posts durchlesen...wo habt ihr dies getestet? Hat es was gekostet? Bekommt ihr nun medikamente?

  5. #5
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    Hallo!

    Erst einmal!!!
    Du hast schon eine Diagnose.
    Ein hoher Prozentsatz nimmt diese besondere Wahrnehmungsstruktur mit ins Erwachsenenalter.

    Meine Diagnose habe ich erst seit zwei Jahren.
    Grund hierfür war die Dekompensation meiner Kompensationsmechanismen
    angesichts
    wachsender Arbeitsverdichtung auf Station
    Erziehungsproblemen
    Partnerschaftsproblemen.


    Und ja!!!!
    Dumm sind wir nicht und auch nicht faul.
    Die Regeln der "anderen" sind nur nicht unsere Regeln.
    Und ohne Motivation läuft nichts.

    Wenn wir aber motiviert sind,
    dann ist für uns
    kein Berg zu hoch,
    kein Fluss zu breit,
    kein Weg zu weit.

    Verurteile dich nicht.
    Du bist wie du bist.
    Und du bist okay, wie du bist.
    Und etwas ganz Besonderes.
    Erkenne dies an.
    Tief in deinem Herzen.

    Es gibt wenige junge Erwachsene,
    die ein Kind zu Welt bringen und kurz danach ihre Abschlußprüfung bestehen.
    Das ist außergewöhnlich.
    Besonders.

    Und auch als alleinerziehende Mutter eine Ausbildung durchzuhalten.

    Wir wissen, wie es richtig ist.
    Und glauben deshalb, dieser Vorstellung entsprechen zu müssen.
    Unsere besondere Gabe des Hyperfokus lässt uns außergewöhnliche Leistungen erbringen,
    aber dabei vernachlässigen wir uns selbst,
    nehmen nicht wahr, wann genug ist,
    gehen dauernd an und über unsere Grenzen,
    so dass wir uns ständig überfordern
    uns selbst ausbeuten,
    bis plötzlich
    Schluss ist.
    Aus.
    Vorbei.
    Feierabend.

    Dies ist eine Schutzreaktion und kein Versagen.

    Der mittlere Weg ist sehr schwierig für uns.

    Wir leben in einem
    Entweder oder.
    Jetzt oder nie mehr.
    Ja oder Nein.

    Wichtig ist für dich,
    deine eigenen Grenzen rechtzeitig wahrnehmen,
    deinen Alltag struturieren zu lernen.
    Dich aus Einsicht an selbstgesteckte Regeln zu halten.

    Deinen eigenen (Lebens-)Plan zu entwickeln und dich daran zu halten.
    Änderungen immer vorbehalten, aber nicht überstürzt,
    sondern aus reflektierten Entscheidungen heraus.

    Was junge Erwachsene wie du brauchen, ist ein Coach,
    der ihnen hilft, ihren Alltag zu strukturieren.
    Hilfe zur Selbsthilfe.

    Ich nehme seit zwei Jahren Medikinet, seit kurzem Medikinet adult.
    Wird verschrieben und kostet daher nur den normalen Medikamentenzuschlag.

    Ich kann es nicht lassen, auf u.g. Homepage und Literatur hinzuweisen:

    Cordula Neuhaus:
    Partnerschaftsbuch: "Lass mich, doch verlass mich nicht."
    Geht nicht nur um Partnerschaftsproblematik, sondern in erster Linie darum,
    sich selbst zu verstehen.
    Warum wir uns verhalten, wie wir uns verhalten.
    Warum wir sind, wie wir sind.
    Und dass wir "so" sein dürfen.
    Selbstannahme ist der Schlüssel .....

    Sie hat auch ein Buch über Jugendliche geschrieben..... hab ich nicht gelesen,
    aber ich denke, es ist sicher sehr gut und hilft dir deine Rebellenzeit zu verstehen.

    Dieser Link führt dich auf eine Superhomepage,
    die mir neben c. Neuhaus sehr geholfen hat, mich selbst zu verstehen.

    AD(H)S Selbsthilfe Münster - Aktuelles

    Wünsche dir alles Gute.

    Michi
    Geändert von 'Michi (20.09.2012 um 17:34 Uhr) Grund: Ergänzungen und Korrekturen

  6. #6
    Octoroo

    Gast

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    GretaMarlene schreibt:
    das klingt ja interessant...ich werde heute abend die anderen posts durchlesen...wo habt ihr dies getestet? Hat es was gekostet? Bekommt ihr nun medikamente?
    Getestet wurde ich in einer ADHS Spezialambulanz in der Psychiatrie und ja, ich bekomme zum Glueck Medikamente (genau genommen Medikinet adult 20mg/5mg/10mg) und es hilft bei viele Symptome !
    Ich muss leider los, melde mich aber spaeter wieder !

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    @ octoroo

    Ja, dieses Alles nebenher und/oder zwischendurch....unterstützt Stresssymptomatik.
    Früher war es auf Station auch nicht so schlimm.
    Ist heute schon extrem ..... Arbeitsverdichtung....
    Leider handelt es sich bei nebenher und zwischendurch bei mir
    meistens nicht um Aufräumen und Spülmaschine ausräumen,
    sondern um organisatorische und kleine pflegerische Aufgaben.
    Meine Motivation ist/war hoch.... dies alles zu bewältigen....
    Stand deshalb kurz vor dem Burn Out.
    Deshalb ist Struktur so wichtig, liegen lassen können, Prioritäten setzen....
    für alle Lebensbereiche.

    Ich war die vergangenen Wochen in Kur.
    Das Kindergekreisch der unter Dreijährigen hat mich oft ziemlich gestresst.
    Jeder hat so seine eigenen Stressfaktoren...

  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 122

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    Danke ihr Lieben für eure tollen antworten. Ich fühle mich hier gut aufgehoben...viele, eigentlich alle meine bekannten sind das wort ads fremd und so habe ich niemanden zum austausch..

    them partnerschaft...ohja...ich bin, ein sehr sehr seeehr anstrengender und komplizierter partner...will garnicht zurückdenken :-(
    Heute musste ich auf meiner arbeit wieder für unsere 13 teenies kochen...es war horror....alles aufeinmal, so viele kleinigkeiten und ich vergas natürlich einige sachen :-(
    ich werde mich auf jedenfall testen lassen, ob ich noch eine leichte form von ads habe, es macht mir einfach zu schaffen, geht einfach nichtmehr, irgendwann gehts nichtmehr.

    Ich möchte so gerne mehr wissen, genaueres wie ihr darauf gekommen seid ads haben zu können oder wie auch immer :-)

  9. #9
    Octoroo

    Gast

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    @Michi

    Dass ich damit am Limit bin (hingegen habe ich Studium oder arbeiten gehen NICHT als Stress empfunden !) erklaerte mir die Therapeutin damit, dass es fuer ADHSler sehr schwer ist Ausdauer zu haben bei Dinge was einem extrem langweilt.
    Und, dass es sehr schwer ist, zu kochen, wenn man es lebenlang nie gemacht hat.

    Durch diese "Kleinigkeiten" habe mich mitlerweile Schmerzen.

  10. #10
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 54
    Forum-Beiträge: 382

    AW: Ich brauche Profis! :-/ Eure Meinung, mal so..

    Guten Morgen!

    Wann hat alles angefangen?

    Was angefangen?
    Dass ich nicht mehr funktionierte und zwar für mich selbst?
    Dass ich wahrnahm, dass es nicht mehr geht?
    Dass ich nicht mehr kann?

    Oder die Wahrnehmung, dass ich anders bin als andere?

    Ich war schon immer anders.
    Dieses Anderssein habe ich aber nur als "Du bist nicht okay" Feedback wahrgenommen. Oft...
    Im Kindergarten, Schule, bis zur Pubertät als eingriff in meine Autonomie: " Was wollen die denn jetzt schon wieder von mir?"

    Danach dann in Schule, Ausbildung und Studium..... als "Was habe ich jetzt schon wieder falsch gemacht?"
    In meiner Welt waren die Dinge eben "so" und dass die anderen die Welt anders wahrnehmen und warum,
    weiss ich erst seit ein paar Jahren.

    Und dieses "immer" alles nicht richtig machen, hat in mir drei Antworten hervorgerufen:
    - Alles richtig machen zu müssen, weil die anderen ja auch alles richtig machen, sonst bekäme ich ja nicht dauernd gesagt,
    was ich nicht richtig mache.
    - oder: Es ist mir egal, was die anderen sagen: Ich mache mein Ding. Es ist richtig, was ich denke und tue.
    Diese Haltung war wichtig, ja geradezu notwendig, um mein inneres Kind zu schützen, um nicht zu zerbrechen.

    Der Rebellin in mir hat sie auch unterstützt. Ich darf so sein, wie ich bin. Niemand hat mir was zu sagen.
    Und wirklich Schlimmes habe ich ja nicht angestellt.
    Meine Intuition, heißt: meine besondere Wahrnehmungsstruktur hat mich immer beschützt.
    Beim Trampen z.B. bin ich hin und wieder nicht eingestiegen.... konnte nicht erklären warum.
    Mit dem wollte ich halt lieber nicht mitfahren.

    Doch zurück zum "Alles richtig machen müssen"
    Ich weiß, wie es richtig ist, was zu tun ist.... die Latte hängt ziemlich hoch!!!!!!!
    Gerade weil ich intelligent bin, kreativ und eine augeprägte Vorstellungsgabe und Intuition.
    Ich erkenne, sehe voraus, gerade auch in meinem Beruf, wenn sich etwas so entwickelt, dass es an die Wand fährt.
    Und weiß. was zu tun wäre, um dies zu verhindern.....
    entweder versuche ich alles, um dies selbst zu verhindern oder ich sage anderen, was sie zu tun haben, damit es sich nicht so entwickelt.

    Andere sehen dies aber ganz anders.
    Das führt zur Konfrontation, auch weil sich andere nicht so ausbeuten können wie ich, jedenfalls nicht viele.
    Sie wissen, wann genug ist.
    Die "Faulen" haben kein Problem mit Burn Out.
    So gesehen ist es gut, zu lernen "faul" zu sein, heißt:
    Nicht alles muss perfekt sein. Das kann niemand.

    Dieser Trugwahrnehmung - die anderen wären perfekt - führt zu dieser Forderung an sich selbst...
    "Ich muss alles richtig machen."

    Klar, haben wir Schwierigkeiten bei etwas zu bleiben, was uns langweilt, was wir nicht tun wollen.
    dahinter steckt aber doch die eigene Wahrnehmung des Nicht-wirklich-wichtig.
    Kochen ist nicht wirklich wichtig.... man kann auch was Kaltes essen.... oder..... ok?

    Mit der veränderten Wahrnehmung.... und daraus gefolgerten Einsicht... das gekochte Speisen, warme Speisen für den Körper lebensnotwendig sind... vor allem in der Kindheit, da hier die Grundlagen für ein ganzes Leben gelegt werden und und und....
    Die veränderte Wahrnehmung muss aber auch ein Teil des Herzens werden, nicht nur mit dem Kopf verstanden werden,
    dann verändert sich wirklich die Einstellung dazu....
    Und dadurch, nur dadurch verändert sich auch das Verhalten, das Handeln.
    SONST NICHT !!!!!

    Die Einstellung zu den Dingen verändert sich also und schon haben wir das nächste "Problem".
    Wir bleiben dran, sind emotional, mit dem Herzen dabei, beissen uns fest..... und haben auch noch "recht".
    Nicht immer aber oft.
    Und wir sagen es auch noch.
    Dadurch vermitteln wir den anderen, sie seien nicht okay. Gerade wir, die wir ja so oft was vergessen, liegen lassen usw.

    Aber für uns ist das keine subjektive Wahrheit, sondern objektive Realität.

    Der Anfang von allem aber ist zu verstehen,
    dass es keine objektiven Wahrheiten und Realitäten gibt, sondern dass es nur eine Verständigung darüber gibt.
    Und der Konsens der anderen ist nicht unser Konsens.

    DAS IST ALLES.

    Deshalb sind wir auch nicht krank, nur anders.

    Was macht dich, uns krank?
    Der fast verzweifelte Versuch alles richtig zu machen.
    Unsere Selbstausbeutung.
    Und unsere Selbstvergewaltigung, wenn wir uns zwingen, Dinge zu tun, die wir nicht tun wollen.
    Aus der nicht erfüllbaren Sehnsucht heraus, dass die anderen (an)erkennen, dass wir okay sind.
    Damit die Wahrnehmung von uns selbst okay zu sein bestätigt wird.

    Z.B. die mangelnde Ausdauer zu beklagen für die Dinge, die uns langweilig und uninteressant erscheinen, hilft nicht,
    sondern entweder dies zu akzeptieren oder die Einstellung zu den langweiligen Dingen bewusst zu verändern.

    Der Anfang von allem aber ist die Selbstannahme und die Selbstliebe wieder zu lernen.
    Ich bin okay, wie ich bin. Und das ist gut so.


    Schließlich....

    Zu einer anderen Zeit war unsere Wahrnehmung, unsere Struktur von hohem Vorteil für die Gruppe.
    Ohne uns, unsere Kreativität, unsere Fähigkeit zum Hyperfokus, unsere Reizoffenheit, unsere Neugierde u.v.m.
    hätte die Menschheit nicht überlebt.

    Mit großer Sicherheit waren wir es, die Feuersteine entdeckt haben,
    haben das Wild auf dem entferntesten Hügel wahrgenommen, haben die Spur nicht verloren,
    haben uns vorgestellt und dann ausprobiert, was es mit den Samen auf sich hat
    und wollten wissen, was jenseits des Flusses ist.
    Haben uns für die Gemeinschaft engagiert und alles gegeben, damit die Gruppe überlebt.

    Wir sind keine Bürde für die Gesellschaft, wir bringen sie weiter.
    Doch die gesellschaftlichen Strukturen haben sich so verändert,
    dass wir ununterbrochen an Grenzen stoßen.

    Das Arbeitsleben hat sich wieder gewandelt, erst war der Spezialist gefragt, aber mit zunehmender Verknappung
    des Personals aus Kostengründen wird der Allrounder nachgefragt, der alles ein bisschen und nichts wirklich gut kann.

    Ich glaube, dass diese Entwicklung unsere Gesellschaft und die Wirtschaft an die Wand fahren lassen wird.
    Wenn wir nicht mehr neugierig sein dürfen, ausprobieren, unsere Kreativität spielen lassen dürfen,
    dann werden auch keine neuen Feuersteine, kein entferntes Wild entdeckt und auch kein Fluss mehr überquert.

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