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Diskutiere im Thema ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #101
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Gluehhops schreibt:
    Ich hab heute erstmals 60mg versucht
    repters schreibt:
    Also, ich hab auch noch ein bisschen probiert: Ich hatte vorhin 10 mg genommen; und ich war weniger unruhig und instabil, aber konnte trotzdem wenig "klare Gedanken fassen". Die 10 mg haben mich primär weniger aggressiv gemacht.

    Dann habe ich noch mal 30 mg draufgepackt.
    Sagt mal Leute, .... reden wir hier über Smarties oder über verschreibungspflichtige Medikamente die genau nach Anweisung des Verschreibers einzunehmen sind? ...



    repters schreibt:
    Mustang 68 schreibt:
    also die "Tageshöchstdosis" ist ja bekannterweise bei 80 mg.
    Wo steht das? Ich sage das nicht weil ich dem widerspreche, ich hätte es aber gern mal irgendwo gesehen.
    Medice Infoseite über Medikinet adult schreibt:
    Die tägliche Maximaldosis ist 1 mg Methylphenidat pro kg Körpergewicht, und es sollten pro Tag nicht mehr als 80 mg Methylphenidat eingenommen werden.
    Quelle

  2. #102
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 61
    Forum-Beiträge: 2.091

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Hallo

    Mph wird auch von Mensch zu Mensch unterschiedlich metabolisiert. Bei machen hält die Wirkung einer unretadierten Dosis 4 Std., bei anderen ist die Wirkung schon nach 2.5 Std. weg. Ich habe beobachtet, dass ich so cirka bei 3, 5 Std. liege. Bei Medikinet retard ist die Wirkung bei mir ziemlich genau nach 7,5 Std. vorbei, wobei sie erst 30 Min. nach Einnahme einsetzt. Zur Zeit nehme ich noch Elontril 150 mg. Das liegt an meiner besonderen psychischen Situation zur Zeit (Impulskontrolle). Das Zusammenspiel dieser beiden Medikamente bewirkt, dass ich den Mph Abfall nicht so extrem bemerke.

    Auch ist Mph nicht gleich Mph. Auch wenn der Wirkstoff identisch ist, so ist es in der Realität oft der Fall, dass die 20 mg unretadiert des eine Herrstellers reichen und die des anderen nicht. Das kann an den Trägerstoffen oder sonst was liegen. Ich kenne Kinder, die mit 40 mg Retard Medikinet unterdosiert waren und mit 2 Einzeldosen je 20 mg Medikinet unretadiert gut klar kamen.

    Bei Retard Produkten gibt es auch Unterschiede bei der Freisetzung des Wirkstoffs. Medikinet Adult setzt anders frei als Conzerta. Medikinet Adult setzt sofort und dann nach ca 2.5 bis 4 Std Wirkstoff frei (das hängt davon ab, wie schnell der Einzelne das Medi verstoffwechselt). Conzerta schwillt langsam an, hat seine volle Wirkung nach ca 2 Std und hält dann den Pegel ca. 6 - 8 Sdt., die Gesamtwirkdauer von Conzerta kann bis zu 12 Std dauern. Es gibt Leute, die Conzerta wegen der langen Wirkdauer nehmen und die ersten 2 Std. mit 5 - 10 mg unretadiert überbrücken.

    Ein Zahnarzt (ADHSler) hat mir mal erzählt, dass er im Berufsalltag 3 x 20 mg als Einzeldosen nähme. Er käme mit den Retardprodukten nicht klar. Er warte immer bis die Wirkung nachläßt und dann nehme er die nächte Pille. Er brauche einfach das Gefühl, wie die Wirkung einsetzt.

    Die Wirkung von Mph auf den menschlichen Organismus ist sehr defizil und läßt sich nicht in eine standarisierte Faustformel fassen. Auch ist immer eine Portion supjetiver Bewertung bei der Wirkung von Mph dabei. Ich z. B. merke jetzt nach 7 Jahren oft nicht mehr die Wirkung, weil die Wirkung irgendwie normal geworden ist. Ich merke aber, wenn ich an einem Mph-Tag das Mph vergessen habe.

    Eine theoretische Auseinandersetztung mit dem Mph und der ADHS ist sehr wichtig. Ich habe vor 6 - 7 Jahren alles verschluckt was ich zu dem Thema bekommen konnte. Ich habe mir Studienunterlagen von Medice schicken lassen und einen Assi von Prof. Rössler am Telefon stundenlang genervt (danke noch mal für die Geduld) und populäre, sowie wissenschaftlichen Bücher zum Thema gelesen. Dieses Wissen ist sehr wichtig und eine gute Basis für den eigenen Umgang mit Mph.

    Nach dieser Theroie kommt aber die Praxis, und erst die Praxis gibt die Antworten auf die individuellen Fragen.

    Ach ja, es ist doch toll, dass die Medikamentierungen so unterschiedlich sind. Wir AD(H)Sler sind doch so stolz auf unsere Individualität und unser Anderssein (können wir auch). Da ist es doch klasse, das wir uns auch untereinander nicht standarisieren lassen


    Schönen Tag noch Elwirrwarr


    Ps. mein selbständiger Umgang mit Mph ist mit dem Dok abgesprochen.

  3. #103
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Fliegerlein schreibt:
    Sagt mal Leute, .... reden wir hier über Smarties oder über verschreibungspflichtige Medikamente die genau nach Anweisung des Verschreibers einzunehmen sind? ...
    Ich, Herr Lehrer, Ich weiß die Antwort! Ich!

    Du hast natürlich recht. Wahrscheinlich ist es schon höchst bedenklich dass ich über das Thema überhaupt Witze mache. Das ist wie wenn man Witze über die Nazizeit macht - es zeigt, dass man das Thema verharmlost. Die "richtige" Geisteshaltung ist wenig hinterfragend, gewissermaßen demütig-tabuisierend. Sollen doch andere entscheiden, was gut für mich ist. Wenn meine Situation die dann einfach nicht so interessiert (weil es für sie nur 30 Minuten bei der Arbeit bzw. irgendeine Patientennummer, für mich aber mein ganzes Leben ist), so dass sie sich nicht genügend Gedanken machen, und dann krasse Fehlentscheidungen oder gar keine treffen, dann leide ich eben. /Ironie off.

    Spaß beiseite: Ich halte das ganze auch für ein (sogar großes) Problem, aber ich sehe das Problem 0% im medizinischen Bereich (hier informiere ich mich ja selber, und wenn es etwas gibt was ich nicht weiß, sollte man es mir m.E. ärztlich SAGEN) und 100% im menschlichen (von wegen Vertrauensverhältnis zum Arzt). Man lügt ja den Arzt eigentlich nicht direkt an - der fragt ja nicht unbedingt direkt, ob man MPH immer so einnimmt wie abgemacht - aber indirekt ist es ja schon ganz klar eine Lüge wenn man in einem bestimmten Kontext nicht selbst etwas sagt. Die letztere Komponente ist nicht schön, mir macht das schon etwas zu schaffen. Zumal auf ärztlicher Seite alle super nett und fürsorglich mir gegenüber sind (jedenfalls bisher, mal gucken was passiert wenn ich denen mal meinen Kram zu lesen gebe; aber ich hoffe natürlich dass das auch dann so bleibt). Ich habe deswegen ein ziemlich schlechtes Gewissen. Wie gesagt, ich gebe ohnehin den Kram hier mal irgendwann ausgedruckt ärztlich weiter, aber das ist erst an einem bestimmten Punkt den ich antizipiere (ich denke, ca. in 1,5 Monaten), Begründung (warum erst dann) wäre so kompliziert dass es sich nicht lohnt das hier zu erklären (haha, da spricht das MPH, sonst hättet ihr jetzt ne sinnlose Schreiborgie bekommen wegen meines krassen Innendrucks ohne MPH). Also, wenn dann ärztlich diese Stelle gelesen wird - es tut mir sehr leid (werde ich dann sicher noch einige male selbst sagen).

    Ich stecke hier aber einfach in einem Dilemma. Ich nehme mal an dass du das halbwegs verstehen kannst; die meisten hier sollten eigentlich ähnliche Situationen erlebt haben. Wenn nicht, ist das eigentlich nur so erklärbar dass sie vergleichsweise früh diagnostiziert wurden (sprich: nicht erst als schon lange Erwachsener, der sich JAHRE und JAHRE im Grunde mit dem Thema Selbsttherapie von ADHS beschäftigt hat, ALLES ausprobiert hat ohne dass ihm klar war wo der Hund begraben liegt) und/oder mit einer tiefen Dosis ausreichend therapiert sind, und/oder relativ schnell hoch eindosiert wurden (ich lese hier was von Leuten, die gleich bei der ersten Verschreibung 30mg pro Tag bekamen; und ich bin teilweise neidisch und frage mich teilweise an was für einen Arzt die da geraten sind?!). In diesem Falle beglückwünsche ich euch und freue mich ganz ehrlich für euch, aber das ist eben nicht meine Situation und ich würde auch um ein bisschen Verständnis bitten, denn ich bin einfach jemand der es da schlechter hat. Man sagt doch, dass ADHS emphatisch macht (ich glaube, nicht zu Unrecht), also Leute: Gebt euch mal ´nen Ruck.

    Ich glaube auch inzwischen, dass die meisten hier eine ziemlich andere Form von ADHS haben als ich, bzw. wenn man das drei-Säulen-Modell akzeptiert (Hyperaktivität, Impulsivität, Aufmerksamkeitsdefizit) habe ich eine besonders "reine" Ausprägung in eine Richtung. Denn unter "echten" Aufmerksamkeitsproblemen leide ich eigentlich nicht (sieht man ja auch meinen ganzen langen und gedanklich verwinkelten posts), bei mir ist nur die Hyperaktivität das Problem. Die zerstört allerdings so lange ich lebe SO EXTREM viel von meinem Lebensglück, das kann sich jemand der "nur" den aufmerksamkeitsgestörten oder impulsiven Typ oder eine Mischform von ADHS hat wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Mal als Anhaltspunkt für die anderen: Das, was hier oft als "Ab****" erklärt wird wenn man MPH ganz extrem überdosiert hat oder die Wirkung nachlässt (Aggressivität, Gereiztheit, einfach eine beschissene Zeit ohne das man was dagegen machen kann), DAS ist das was ich ohne MPH schon IMMER gehabt habe (MPH hat ja bei mir nicht diese Nebenwirkung, daher kann ich es nicht wirklich vergleichen, aber es hört sich extrem genau gleich an für mich). Wenn ich keinen Sport gemacht habe hing ich den ganzen Tag auf diesem Zustand herum, jede einzelne Sekunde, Minute, Stunde, wie der Panther im Käfig. Es ist einfach sauunangenehm, und ich bin dann die ganze Zeit unterdrückt aggressiv. Im nachhinein verstehe ich echt nicht mehr, dass ich bis jetzt noch nichts drastisches getan habe. Ich glaube, die Erklärung ist dass ich ganz einfach diesen Zustand für total normal hielt, da immer gegenangedrückt habe. Ich hatte ja sonst keine Hilfe und wäre glaube ich irgendwann verrückt geworden, wenn ich mich dem ganzen ständig so direkt gestellt hätte.

    Da beneide ich die Leute EXTREM, die quasi "lustig vergesslich sind", sich Telefonnummern etc. nicht merken können, die aber im untherapierten "Normalzustand" KEINE Probleme mit ihrer Lebensqualität, mit Unruhe und innerlicher geringer aber immer spürbarer Aggression haben.

    Es scheint ja auch durchaus der Lehrmeinung zu entsprechen, dass jemand mit extrem starker Hyperaktivität (und wenig aus den beiden anderen Gebieten - Aufmerksamkeitsstörungen und Impulsivität sind nicht SO typisch für mich) ganz extrem von MPH profitiert aber dafür höhere Dosen braucht. Das hab ich eigentlich überall gelesen, wo man bei der Dosierung versucht hat Typen zu charakterisieren.

    Und ich rede hier ja nicht von der 20fachen Dosis (das hab ich auch schon mal gelesen, aber sorry - für mich klingt DAS schon eher wie eine Abhängigkeit, ich kann kaum glauben dass man das wirklich brauchen kann - aber das sollen dann bei denen die Ärzte entscheiden) oder dass ich das Zeug schnupfen würde (hab ich noch nie gemacht, werde ich auch nie, an sowas hab ich kein Interesse - MPH ist die härteste "Droge" die ich je genommen habe, ich rauche nicht, ich trinke nicht, in diesem Bereich habe ich überhaupt keine Probleme mit meiner Selbstkontrolle). Ich glaube, eine langfristig richtige Dosis für mich wäre ca. 50 - 40 - 10 (retardiert); und das ist eben anscheinend eben leider mehr als die meisten Ärzte (gerne) machen, aber es ist glaube ich nicht so viel dass ich Missbrauch betreibe wenn ich das nehme. Und ich scheine ja nicht der einzige zu sein, der denkt dass die "normalen" Dosen für ihn nicht passen. Und ich habe das GERADE bei meinem, dem stark hyperaktiven Typ gelesen.

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    Wenn mir jemand mal sagen könnte, wieso eine Dosis von 100mg pro Tag (siehe oben) für mich ungesund wäre, wäre ich dankbar (und höre da auch gerne und sehr aufmerksam zu). Ich möchte einfach nur langsam mal diese Information. Denn für mich ist es einfach eine Abwägungsfrage - wenn ich unterdosiert bin, habe ich eben einen Leidensdruck. Dann lebe ich entweder ständig mit dem, oder ich fange andere Sachen an die nicht gut für mich sind. zB mache ich glaube ich momentan auf eine Weise Sport, die für mein Herz ÜBERHAUPT nicht gut ist; ich laufe in Phasen in denen ich arbeite/lerne am Tag meist 3 Sätze zu 20 Minuten auf einem Puls von 180-188. Das ist laut den gängigen Rechnungen schon sehr nah an meinem Maximalpuls. Aber ich brauche das einfach, sonst drehe ich ab, gerade abends.

    Ich bin nicht krankhaft auf diese Sache mit dem MPH fixiert; ich habe nur einfach das Gefühl, dass es für mich eine Abwägungsfrage mit anderen Sachen ist (Leidensdruck, potentielle Gesundheitsprobleme wg. extremem Sport, evtl. Rauchen o.ä. zur Selbsttherapie). Und bei Leuten, mit denen ich über Dosen geredet habe bzw. von denen ich was darüber gelesen habe - da hatte ich das Gefühl, dass sie einfach nur einen Satz zitieren über den sie auch noch recht wenig nachgedacht haben. Eine Abwägungsfrage ist das für die, meine ich, nicht. Da kommt dann einfach meine Skepsis her, ob das was die sagen für mich überhaupt Geltung haben kann, denn offensichtlich kennen sie ja nicht mal die Situation um die es geht. Der Jurist würde im öffentlichen Recht sagen, sie haben nicht abgewogen - man spricht von einem "Abwägungsfehler", und der Jurist würde sagen dass dann das Resultat schon aus diesem Grund unwirksam ist (weil man eben alle Fakten einbeziehen muss; und wer das nicht macht, der findet vor Gericht mit seinem Ergebnis kein Gehör, egal ob er dann doch zufällig das richtige Ergebnis getroffen hat).

    Und um es noch mal zu wiederholen, ich habe bisher nicht mal den Schatten irgendeiner Nebenwirkung. Gereiztheit, Aggression, kenne ich alles gar nicht von MPH. Nicht mal beim Absetzen/wenn die Wirkung aufhört (ich fühle mich dann natürlich nicht super, aber es ist bei mir definitiv nur der Zustand der vorher auch schon bestand, daran ist ja nicht das MPH schuld. Gesteigert ist meine Unruhe jedenfalls nicht). Und ich finde es ehrlich gesagt UNFASSBAR, dass MPH bei anderen Leuten Schlafstörungen zu verursachen scheint nach dem was man hört. Das kommt mir ehrlich gesagt manchmal wie ein schlechter Witz vor, nachdem es bei mir das Schlafbedürfnis und die Ruhe zu schlafen so toll normalisiert (und es bis zur Dosis von 40mg retardiert, bis zu der ich da Erfahrungen hab, nur besser geworden ist).

    ---------------------------

    Was meine 40 mg angeht: Ich habe gestern noch Sport gemacht (vor der Einnahme, weil ich noch nie mit MPH Sport gemacht habe und das besser mit 5mg versuche), und ich weiß nicht ob es am Sport lag oder daran dass ich Equasym genommen habe (scheint bei mir irgendwie doch besser zu wirken als Concerta und Medikinet), aber die 40mg haben etwas zeitversetzt sehr gut gewirkt (nachdem ich den post gestern schon geschrieben hatte; bei Equasym ist es bei mir strangerweise so, dass ich nach einer Stunde eine gewisse Wirkung habe, die dann aber im Laufe der nächsten beiden Stunden noch stärker wird und dann so gleichbleibend bis zum Ende anhält). Ich hab noch 5 Stunden geschlafen, und dieser Schlaf war so ziemlich das erholsamste was ich in letzter Zeit erlebt habe... ich hatte einfach plötzlich total Lust ins Bett zu gehen... nicht negative Übermüdung, einfach Lust zu schlafen, lol. Ich hab mich dann im Bett so gemütlich geräkelt und bin total zufrieden eingeschlafen. Und das von jemandem, der die letzten Jahre eigentlich nur schlafen konnte wenn im Hintergrund irgendwas lief (Filme, Serien) und er irgendwelche Tricks dazubenutzt hat, für den selbst dann Schlaf immer etwas grässliches und kopfgesteuertes gewesen ist ("Ich MUSS jetzt schlafen, sonst ist es ungesund/bin ich morgen viel zu müde"). Diesen neuen Zustand, das hatte ich ohne MPH, so lange ich mich zurückerinnern kann, noch nie. Direkt ein Glücksgefühl, ins Bett zu gehen!!! Total das Wellness-Gefühl!

    Ich habe so viele Probleme in meinem Leben gehabt, gerade seit meiner Anfangszeit im Studium. In wirklich allen Bereichen meines Tages, alles hat meine Hyperaktivität, mein ständig hoher Stresslevel kaputt gemacht. Lernen, Arbeiten, Entspannung, Beziehung, Schlafen - alles hat extrem gelitten. Ich musste in meinem Studium SO kämpfen obwohl ich intellektuell immer sehr gut war und deswegen auch teilweise ganz herausragende Sachen machen konnte und teilweise ganz euphorisches Feedback von Dozenten bekommen habe, ich musste mich ständig bestrafen und kontrollieren um meine Hyperaktivität so runterzukriegen dass ich überhaupt gearbeitet hab, und bei den langweiligen und stumpfen Sachen bin ich dann total gescheitert; am Ende ist aus "meinem" Wechsel zwischen Genialität/hoher Begabung und Totalausfall bei den einfachsten Sachen dann hohes Mittelmaß rausgekommen, aber erstens bin ich damit glaube ich nicht gerecht bedient gewesen, und zweitens war auch das nur mit vielen Jahren ganz extremen Kampfes erkauft wo andere neben mir leichtfüßig durchmarschiert sind. Ich habe Freundinnen, die ich extrem lieb hatte, vergrault weil man mit mir als Mensch einfach nicht zusammenleben konnte, nicht mal SEX in Beziehungen hat für mich vernünftig funktioniert (ich hatte einfach zu viel andere Sachen im Kopf und konnte nicht mal im Bett runterkommen), ich konnte Sex eigentlich nur ganz am Anfang einer Beziehung haben oder anonym (was ich aber aus diversen Gründen nicht gemacht habe). Stell dir mal vor, du hast ne Freundin, hast die total lieb, findest sie sogar sexy, und dann funktinoiert Sex irgendwie nicht und die Beziehung geht kaputt. Da möchte ich dich mal sehen!!! Ich habe mich eigentlich fast immer scheiße gefühlt, so im nachhinein betrachtet.

    Ich hab ehrlich gesagt das Gefühl, ich habe eigentlich gar nicht richtig gelebt (iSv, so dass es auch für mich schön war, dass ich das Gefühl hatte eine schöne Zeit zu erleben).

    Und wenn ich dann (endlich) eine Lösung kriege, wenn mein Leben endlich so sein kann wie ich das wollte, wie es anscheinend für die anderen immer ist, dann musst du auch verstehen dass ich da einfach extrem neugierig und erfreut bin, vielleicht etwas zu ungeduldig.

    ---

    Wahrscheinlich bin ich medizinisch einfach ein nicht SO häufig vorkommender Fall (wenn auch kein Einzelfall, denn was ich über die Fälle starker Hyperaktivität gelesen habe passt ganz genau zu dem was ich auch erlebe); dass bei mir die Hyperaktivität SO stark ausgeprägt ist, dass es selbst auf mein Sprachtempo unkontrollierbar durchschlägt, dass ich ohne Einsatz mehrerer Hilfsmittel eigentlich gar nicht schlafen kann bzw. nur in Folge extremer Erschöpfung. Und dass ich auf der anderen Seite wenig bis keine Problem mit Aufmerksamkeit habe. Ich glaube, mit Impulsivität habe ich sogar KEINERLEI Probleme, ich bin eher extrem diszipliniert und vernünftig und treffe Entscheidungen immer nach reiflicher Überlegung.

    In Forum mag es hier ja den meisten anders gehen als mir mit unser gemeinsamen Krankheit (denn ADHS ist es ja wohl trotzdem definitiv, und das sagt ja auch meine ärztliche Diagnose); aber ich bitte eben um Verständnis. Dafür versuche ich auch, mich nicht lustig zu machen wenn hier viele Probleme haben mit Autofahren, Zähneputzen etc. (mein klagereicher post in Sachen Zähneputzen war ehrlich gesagt ein ganz gemeiner Witz, der mir im Nachhinein sehr leid tut, immerhin ist es keinem aufgefallen obwohl ich schon von der sprachlichen Anlehnung her einfach den "Kochen mit ADHS"-Thread extrem verrissen habe). Oder wenn hier viele starke Probleme haben, Texte und Gedanken so zu strukturieren, wie es mir schon immer sehr leicht gefallen ist. Das wird ja auch ihre Gründe haben, und so wie ich Verständnis für eure/deren Form von ADHS haben sollte, bitte ich umgekehrt um eine offene Beschäftigung mit meiner Ausprägung, ohne Vorurteile und dass mir da autoritäre Sätze um die Ohren gehauen werden die aus meiner Sicht schlicht nicht begründet worden sind.

    --

    @Gluehhops: Siehste mal, meine Schreiberitis ist wieder da. Ist aber ein gutes Zeichen, denn ich glaube inzwischen die hat mit ADHS schlicht nichts zu tun (ich hab das mit und ohne MPH), Schreiben und Gedanken machen mir einfach extrem Spaß...

    --

    So, 8 Stunden vorbei, und ich habe mich gerade dabei ertappt wie ich anfange auf- und abzulaufen und dabei meinem Tic nachzugehen (das mit dem Tic ist ein totales MPH-oMeter für mich - es hört unter MPH bei Wirkungseintritt sofort auf und fängt sofort wieder an sobald die MPH-Wirkung nachlässt)... die ersten Zeichen dass es mit der Wirkung aufhört und ich den Sprung zurück in mein altes Leben kriege ;_). Sehe ich ganz entspannt, mal manisch-unruhig ist ja auch ganz ok.
    Geändert von repters (11.09.2012 um 10:06 Uhr)

  4. #104
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Allen Argumenten, Rechtfertigungen, aller Ironie und Sarkasmus zum Trotz, ....

    versucht mal einen Schritt weiter zu denken, auch wenn gerade das für ADS'ler zugegbenermaßen ein Problem ist:
    Ihr postet hier in einem öffentlichen Forum "Ich hab dies probiert, ja ich hab das probiert, probier mal jenes" und gebt damit all den Kritikern von dieser Medikation die Munition in die Hand, die sie brauchen, um auf uns zu schießen, indem Ihr ihnen beweist, dass wir nicht in der Lage zu sein scheinen, veranwortungsvoll mit der Medikation umzugehen, um uns dann im Gegenzug darüber zu wundern, dass sowohl das ADS als auch wir in den Medien regelmäßig zerissen werden....

    Wo ist da die Logik bitteschön?


    Und das hat nichts damit zu tun, dass andere entscheiden sollen, was gut für Dich ist, ... völliger Mumpitz ...
    Das hat was mit Verantwortungsbewusstsein und der korrekten Herangehensweise zu tun.

    Informiert Euch, sammelt Erkenntnisse und andere Erfahrungen und konfrontiert damit Eure Behandler, macht Vorschläge, stellt Fragen, aber probiert nicht einfach Medikationen aus und quatscht darüber in öffentlichen Foren ....

    Und wenn Eure Behandler nicht darauf eingehen und Euch abwimmeln, fragt Euch erstmal, ob Ihr vielleicht die falsche Strategie fahrt und den ADS-typischen Klugscheißermodus eingeschaltet habt oder ob Ihr eine sachliche Diskussion anregen könnt mit der Anregung, die Medikation zu prüfen.

    Wenn der Behandler Euch dann immer noch für eine Nummer hält:
    Wechsle den Behandler.
    In diesem Land gibt es die freie Arztwahl.

    Das bedeutet NICHT, dass Ihr brav alles hinnehmen sollt, was Onkel Doktor sagt.
    Auch ich bin in manchen Dingen anderer Meinung als so mancher Arzt, auch hier im Forum.
    Es geht nicht um blinde Hörigkeit.

    Aber das bedeutet genausowenig, dass man da selber rumexprerimentiert...
    Egal wie sehr man sich freut, dass man endlich eine Lösung kriegt, nachdem man bislang nie richtig gelebt hat...
    Hey, ... ich habe meine Diagnose mit 45 bekommen und ich bin bei weitem nicht der Älteste damit ... da kommts dann auf die paar Wochen auch nicht an, die man braucht, nur weil man verantwortungsbewusst, sich selber und gegenüber allen Betroffenen handelt ...
    Und mein Leben war beschissen genug, um es beenden zu wollen, ... also erzähl mir nichts, ... trotzdem kann ich verantwortungsvoll mit den Medi's umgehen.

    Ich gehe z. .B. auch mit der ein oder anderen Aussage von Martin in bezug auf die Medikation nicht konform, aber das bedeutet, dass ich mich informiere, Argumente sammle, hinterfrage, argumentiere und mir Gegenargumente anhöre, ... aber NIEMALS, ... NIEMALS wird damit einfach rumexperimentiert, ... egal welches Medikament das ist.
    Würdest Du sowas auch mit einer Chemo machen? ...
    Geändert von Fliegerlein (11.09.2012 um 13:26 Uhr) Grund: 2x Fehlerkorrektur und 1 Satz ergänzt

  5. #105
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Elwirrwarr schreibt:
    Ps. mein selbständiger Umgang mit Mph ist mit dem Dok abgesprochen.
    Genau sowas sollte dann auch unbedingt mit angemerkt werden.

    Bedenkt bitte: Niemand kann in Eure Köpfe schauen, nur auf Eure Postings.
    Und in öffentlichen Foren macht es Sinn, das dazuzuschreiben.

  6. #106
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Nachtrag,

    repters schreibt:
    Und ich rede hier ja nicht von der 20fachen Dosis (das hab ich auch schon mal gelesen,
    Hab ich das richtig gelesen, dass Du es mit 40mg probiert hast, gegenüber sonst 5mg?
    Naja, ... immerhin "nur" die 8-fache Menge.

    Ich habe z.B. auch eine mit dem Arzt abgesprochene gewisse Handlungsfreiheit.
    Normalerweise nehme ich 27mG dreifachretadiert, also Concerta, es gibt aber Zeiten, in denen das überdosiert ist und ich dann auf 18mg dreifachretadiert runterschraube/ runterschrauben darf.

    Aber da reden wir dann von einer dreimaligen Einnahme von 7,5 mg gegenüber dann 5 mg, also ein weitaus weniger signifikanter Unterschied als Du ihn beschrieben hast.

    Den Part, den Du über Dein Leben erzählt hast, kann ich zu 100% unterschreiben, aber dennoch: Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
    Und ich will hier keineswegs den Lehrer spielen oder mich sonstwie über andere stellen, wohl aber zu einem besonnenen und vorsichtigen und umsichtigen Umgang mit der Medikation sensibilisieren, nicht nur für einen selbst, sondern auch für den Ruf, den wir dadurch in der Öffentlichkeit bekommen.

  7. #107
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Wenn ich noch kurz eine OT Bitte an Dich richten darf repters:

    Soewit ich das wahrnehme, editierst Du häufig Deine Postings, ohne dass sich für den Leser nachvollziehen lässt, ob es nur Fehlerkorrekturen oder inhaltlicheÄnderungen/ Ergänzungen sind.
    Bei einem längeren Posting wird sich kaum ein ADS'ler finden, der das ganze Posting nochmal durchliest, um zu finden, was sich geändert hat, zumal wir es hier mit ADS'lern, also Menschen mit eingeschränktem Arbeitsgedächtnis zu tun haben, die ohnehin nicht erkennen werden, was sich geändert hat, weil sie sich eh nicht an die Ursprungsversion erinnern können .

    Ideal wäre es hier, einmal in den Bearbeitungsgrund eine kleine Anmerkung zu schreiben, was editiert wurde und im Text selber, neue Textstellen ebenfalls zu markieren (ich schreibe z. B. immer "EDIT" davor)

    Das alles ist nicht böse oder oberlehrerhaft gemeint, nur eine Anregung und eine Bitte.
    Wir merken so etwas selber oft nicht, aber es hilft anderen, unsere Texte zu lesen und ihnen zu folgen.
    Hier schreiben ja ADS'ler für ADS'ler ... jippiee...
    Und ja, mir ging und geht es genauso.
    Das dient also genauso auch mir als Erinnerung, mein Finger zeigt als allererstes auch auf meine Nase .

    LG
    Marcus

  8. #108
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Gluehhops schreibt:
    Das halte ich alles für etwas "unausgegorene" Gedanken - mit "unausgegoren" meine ich, dass in meiner Wahrnehmung die Hyperaktivität nicht nur auf physische Aktivität bezogen ist, sondern auch eine Hyperaktivität der Gedanken einschließt... die für mich in Kombination mit einer geringen Reizschwelle untrennbar mit der Konzentrationsschwäche verbunden ist. Diese geringe Reizschwelle (für äußere Reize) ist aber nur der "Anlass" um von der aktuellen Tätigkeit abzuschweifen, genauso gibt es aber bei mir innere Reize, also einfach "störende Gedankenblitze", die mich von der Konzentration abhalten. Ich kann also in einem total ruhigen Raum sitzen und bin trotzdem unkonzentriert WEGEN der Hyperaktivität der Gedanken.
    Missverständnis. Ich habe nie gesagt, dass die Hyperaktivität bei mir physisch wäre. Die Hyperaktivität ist bei mir fast 100% innerlich. Was ich meinte war, dass es für die ADHS-Beschwerden nach Lehrmeinung in Deutschland 3 Säulen zu geben scheint. Hyperaktivität (AUCH geistig, wenn ich das korrekt verstanden habe, da stand nichts von rein motorischer Unruhe), Konzentrationsprobleme, Impulsivität. Von diesem Spektrum habe ich Impulsivität nicht (denn ich bin im Gegenteil ziemlich vernünftig), Konzentrationsschwächen nur in Folge der Hyperaktivität. Mein Problem ist damit 100% die (innere) Hyperaktivität. Die ist leider bei mir extrem ausgeprägt, was man schon am extrem hohen Sprechtempo und dem schnellen Wechsel meiner Themen/Gedanken sofort merkt.

    Was das in der Praxis für mich bedeutet ist, dass MPH die Probleme für mich zu 100% weglöst und anscheinend nebenwirkungsfrei ist.

    Demgegenüber scheint es so zu sein, dass die Betroffenen mit Symptomen auf den anderen beiden Ebenen diese durch MPH nicht so gut wegbekommen, und wenn sie noch mehr MPH nehmen in der Hoffnung dass es auch da durchschlägt (obwohl ihre Hyperaktivität schon auf 0 ist), fangen sie an übernervös, aggressiv zu werden (dh die Hyperaktivität kommt quasi zurück oder fängt an wenn sie es vorher nicht hatten).

    Das scheint einfach die Art zu sein, wie MPH wirkt.

    Gluehhops schreibt:
    Ob ich zuviel von MPH erwarte? Das ist schwierig, da mir - wie uns allen - der Benchmark fehlt, was normale Konzentration ist, was schon Zombiemodus ist und was noch Unkonzentriertheit ist. Ich verstehe die Kategroien ADS und ADHS um ehrlich zu sein nicht. Ich bin dann wohl (wie alle) ein Mischtyp, habe aber nur geringe motorische Unruhe, wenn du das meinst.
    Diese Sätze verstehe ich eben nicht. Für mich ist das mit der Konzentration ganz einfach. Ich bin ja im Grunde SCHON JETZT, während ich das schreibe, grds. konzentriert - sonst könnte ich ja den post gar nicht schreiben. Du siehst doch, dass hier viele im Grunde keinen klaren längeren Satz formuliert kriegen, und ich habe damit nie ein Problem. Mein Problem ist, dass ich innerlich EXTREM unruhig und daher schon leicht aggressiv bin. Ich empfinde mein "Arbeitsgedächtnis" als grds. absolut funktionierend; mag ja eine Fehlwahrnehmung sein. Mich stört, dass ich so unruhig bin wie ein Hengst auf der Weide der kaum Auslauf hat; ich gehe innerlich ständig die Decke hoch, DAS stört meine Konzentration. Meine Unruhe geht oft so weit, dass ADHS für mich fast schon ein inneres Aggressivitätsproblem ist.

    Ich sage ja, ich glaube fast niemand kann hier wirklich verstehen was ich schreibe, ich glaube einfach ich bin ein recht extremer Typ in meinen Symptomen - ich habe eine ganz starke innere Unruhe, und Mph hilft gut gegen die, aber ich habe "an sich" keine Konzentrationsprobleme oder Impulsivität. Im Sinne von, wenn MPH meine Hyperaktivitätsprobleme löst habe ich keine Probleme übrig. Ich kann mich dann SUPER konzentrieren auf alles was ich will.

    Wenn das von der Theorie her nicht möglich ist: Sorry, dann ist die Theorie falsch. Denn - hallo, hier sitze ich, mit Kommentaren über ADHS-haften Ausfälle in jedem einzelnen Zeugnis von der 1. bis zur 10. Klasse (und danach stand es nur deshalb nicht mehr drinnen weil es keine Bericht mehr gab), mit einer ganz extrem großen Unruhe, mit riesigen Stressproblemen. Und dabei hilft mir MPH ganz extrem.

    Und trotzdem habe ich Schule und Uni (vom Ergebnis hier, leider nicht vom Lebensglück her) gut geschafft, weil "an sich" und in anderer Weise sehr viele Sachen in Ordnung waren.

    Wenn ihr das nicht glauben könnt, ist es wahrscheinlich das gleiche Problem wie mit den Leuten, die ADHS sowieso nicht für eine Krankheit halten - ihr projeziert eure Erfahrungen auf mich (so wie die ADHS-Kritiker ihre Erfahrungen mit "ich muss mich dann eben einfach disziplinieren" auf die Kinder übertragen und zum Schluss kommen, man hätte die Kinder schon in der Grundschule nur mal so richtig in die Fresse schlagen sollen bis das Blut kommt wenn sie verträumt gucken, und schon wäre das Problem gelöst gewesen; hab ich ganz im Ernst schon oft als "Alternative" zu Medikamenten gelesen). Vielleicht gibt es eben doch andere Subtypen, und nicht jede Erfahrung die man selbst macht passt auch für die anderen.
    Geändert von repters (11.09.2012 um 15:12 Uhr)

  9. #109
    Lysander

    Gast

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    Hallo Repters!
    Ist Aggression denn "vernünftig"? Auch wenn man das von außen nicht unbedingt sieht (was ich aber stark bezweifle, den eine "innere" Aggression hat mit Sicherheit einen Effekt auf das Verhalten), sie ist doch selbst eine impulsive "Störung". Einem aggressivem VERHALTEN geht doch ein emotionaler Zustand voraus oder nicht?

    Impulsitivtät heißt nicht allein ein unangemessenes Verhalten, d.h. es beschreibt nicht unbedingt nur eine motorische Reaktion. Es bezieht sich auf einen inneren Zustand, z.B. vorschnelle Entscheidungen oder die Unfähigkeit etwas Unangenehmes in Hinblick auf eine viel spätere Belohnung auszuhalten. Agressive Gedanken sind doch auch eine Form der Impulsivität. Und die Gründe hierfür sind physischer Natur, nämlich eben die zu schnelle Wiederaufnahme des Dopamins oder generell die Hemmung von Nervensignalen im Frontallappen. Es kann natürlich ebenfalls auf einer anderen Störung beruhen, zum Beispiel ein Trauma.....

    Außerdem: hier sollen viele sein, die keinen "längeren Satz hinbekommen"? Ähm.... ein kurzer Satz ist oft viel verständlicher, als ein langer Schachtelsatz. Es geht doch nicht darum, "lange Sätze" zu formulieren, sondern um die Verständlichkeit der Sätze! Und ehrlich gesagt, widersprichst Du Dir gerade, trotz Deiner langen Sätze! Und was die Leute hier projezieren oder nicht..... ich wundere mich, dass Du das schreibst. Woher weißt Du das so genau? Ist es vielleicht möglich, dass Du das so interpretierst? Interpretation ist auch eine Form der Projektion. Ich meine das nicht böse, repters, ich wundere mich nur! Kann es sein, dass Du Deinen letzten Post in Wut geschrieben hast? Wenn dem so ist, wäre dies ein impulsives Verhalten in Form des Schreibens. Ich weiß nicht, ob Dich jemand hier angreifen wollte. Ich glaube es jedenfalls nicht. Offensichtlich nimmst Du aber an, dass Dir jemand etwas "nicht glauben kann", wie Du selbst schreibst. Das wirkt emotional, wenn ich das bemerken darf.....
    Geändert von Lysander (11.09.2012 um 16:10 Uhr) Grund: Rechtschreibung

  10. #110
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 38
    Forum-Beiträge: 2.435

    AW: ADS vs. ADHS - 2 völlig verschiedene Syndrome?

    ich frage mich, liegt es beim schreiber - wenn der text nicht verstanden wird
    oder doch beim leser....??

    auf jede aktion, folgt eine reaktion ---- umkehrschluss, wenn die reaktion nun nicht die ist, die man sich gewünscht hat -
    war jetzt die aktion falsch - oder die reaktion?

    :fettn:

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