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Diskutiere im Thema Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8) im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #31
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Ich frage mich gerade, wie realistisch es ist, einen Fahrlehrer zu finden, der sich mit ADS auskennt?
    Es macht doch nur Sinn dem Fahrlehrer davon zu erzählen, wenn der was damit anfangen kann. Und da gehe ich beim Standard-Fahrlehrer eher nicht davon aus.

    Es gibt Fahrschulen, die sich auf ängstliche Fahrer spezialisiert haben. Die sind dort wahrscheinlich verständnisvoller als andere Fahrlehrer. Dort könnte ich mir vorstellen, dass auf ADS eher eingegangen wird bzw. dass man dort eher auf den Fahrschüler eingeht.

    Zur Sache mit der Kritik, die man ja in der Fahrschule beim Fahren bekommt:
    Ich denke, dass das ganz typisch für ADS ist. Dass man dann anfängt sich zu rechtfertigen und das kann den Fahrlehrer sicher auf die Palme bringen. Da ist es besser, wenn man einfach die Klappe hält und es das nächste Mal besser macht.
    Dabei könnte eine Psychotherapie eventuell hilfreich sein, in der man lernt mit Kritik besser umzugehen.
    Und man sollte sich mit dem Fahrlehrer gut verstehen. Der sollte einem sympathisch sein und man sollte sich dort wohl fühlen. Dann kann man die Kritik besser annehmen und fühlt sich nicht gleich persönlich angegriffen.

    Achja, ich hatte an einem Montag meine erste Fahrstunde. Das weiß ich noch. Da wurde bei uns der Müll abgeholt. Im ganzen Viertel standen die Mülltonnen am Bordstein. Und ich habe die eine oder andere Tonne "bisschen" gestreift
    Mein Fahrlehrer wollte dann wissen, ob ich früher nie Bobby Car gefahren bin, weil ich die Spur so schlecht halten konnte und das alles nicht wirklich abschätzen konnte.
    Montags hatte ich dann nie wieder Fahrstunde

  2. #32
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Fliegenpilz schreibt:
    Ich frage mich gerade, wie realistisch es ist, einen Fahrlehrer zu finden, der sich mit ADS auskennt?
    Es macht doch nur Sinn dem Fahrlehrer davon zu erzählen, wenn der was damit anfangen kann. Und da gehe ich beim Standard-Fahrlehrer eher nicht davon aus.
    Sehe ich ähnlich.
    Daher würde ich schon erwähnen, dass ich in gewissen Bereichen Schwächen habe, aber das warum und wieso und überhaupt würde ich erstmal weglassen.

    Zur Sache mit der Kritik, die man ja in der Fahrschule beim Fahren bekommt:
    Ich denke, dass das ganz typisch für ADS ist. Dass man dann anfängt sich zu rechtfertigen und das kann den Fahrlehrer sicher auf die Palme bringen. Da ist es besser, wenn man einfach die Klappe hält und es das nächste Mal besser macht.
    Wobei ich mir nicht sicher bin, ob wir das wirklich können.
    Sows rutscht uns ja raus, weil wir es nicht unterdrücken können.
    In einer halbwegs gelassenen Situation mag das gehen, aber unter Stress ... ich würde das dann nicht mehr unter Kontrolle haben.
    Da muss er durch .

  3. #33
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Fliegerlein schreibt:
    Wobei ich mir nicht sicher bin, ob wir das wirklich können.
    Sows rutscht uns ja raus, weil wir es nicht unterdrücken können.
    In einer halbwegs gelassenen Situation mag das gehen, aber unter Stress ... ich würde das dann nicht mehr unter Kontrolle haben.
    Da muss er durch .
    Hm, ich denke schon, dass wir das lernen können.
    Ich hatte in meiner Arbeit mehrere Fortbildungen, in denen wir unter Anderem Rollenspielen zu verschiedenen Situationen mit dem fiktiven Kunden gemacht haben. Im Anschluss an diese Übungen saßen wir dann im Stuhlkreis und jeder hat was dazu gesagt. Diejenigen, die das Rollenspiel gemacht hatten, durften erstmal nichts sagen, sondern sollten sich das alles mal ganz bewusst anhören. Die Kritik einfach hinnehmen und annehmen. Das ist mir anfangs echt schwer gefallen. Aber mit der Zeit wurde das dann immer einfacher.

    In der Fahrstunde selber würde ich das aber nicht üben. Da muss man sich ja auf die Straße konzentrieren.
    Aber generell ist das meiner Meinung nach schon möglich.

    Bei mir ist das bei Kritik so, dass da erstmal eine Reihe von Gefühlen hochkochen: Wut, Frustration... und auch die Erinnerung an vergangene Niederlagen. Und mit diesen Gefühlen kann man lernen klarzukommen. Man kann lernen, wie man mit ihnen umgeht und wie man sie im besten Fall komplett verhindert.

    Solche Situationen kommen ja sehr häufig vor. Und mir persönlich geht es wesentlich besser seit ich halbwegs mit diesen Gefühlen klarkomme. Ich arbeite noch dran und bin noch lange nicht fertig damit.

  4. #34
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 28
    Forum-Beiträge: 51

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Ich denke auch, dass man lernen kann mit Kritik umzugehen. Zumindest hoffe ich das sehr, denn sonst bin ich verloren, ich kann nämlich auch nur seeeehr schlecht damit umgehen.


    Wenn ich mich dann ausnahmsweise mal nicht rechtfertige dann geht mein ganzes Selbstwertgefühl in sekundenschnelle den Bach runter und ich werde doch bockig und denke mir...dieser A****, der denkt wohl auch er wär der Beste


    Und dann die Konzentration aufrechterhalten...unmöglich

    Und knallrot werd' ich auch immer


    Uhh...der Führerschein wird ein hartes Stück Arbeit aber das wusste ich ja vorher...ich hoffe nur mein Geld reicht.


    Zu den Fahrschulen, die auf ängstliche Fahrer spezialisiert oder jemand von euch hat mit ner Fahrschule und nem Lehrer gute Erfahrungen gemacht...wenn da jemand in Köln was kennt...ich wäre für nen Tipp sehr dankbar...

  5. #35
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 154

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Zu viel Kritik kann ich echt nicht ab. Kritik triggert mich, aber ich komme nicht über den Punkt, an dem das Fass überläuft. Allerdings fühle ich mich dann persönlich einfach gedemütigt und innerlich geladen und natürlich beeinträchtigt das die Konzentration. Ja, Verhaltenstherapie habe ich nötig und gehe auch in eine AD(H)S-Klinik.

    Ich war schon in einer Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, die allerdings Tiefenpsychologie praktiziert haben, was in meinen Augen 0 gegen ADS bringt und gegen die Depression hat es auch nicht geholfen, weil die ja erst durchs ADS entstanden ist.

    Boah typisch, ich wollte eigentlich längst einen Klinikbericht schreiben, aber habe es schon seit Wochen verschoben... heute mache ich mich Mal dran.

  6. #36
    Kim

    Gast

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Fliegenpilz schreibt:
    Ich frage mich gerade, wie realistisch es ist, einen Fahrlehrer zu finden, der sich mit ADS auskennt?
    Es macht doch nur Sinn dem Fahrlehrer davon zu erzählen, wenn der was damit anfangen kann. Und da gehe ich beim Standard-Fahrlehrer eher nicht davon aus.
    Das Stimmt, da hast du Recht.Und über die Handicaps kann ich den Fahrlehrer sicherlich anders aufklären das sehe ich genauso.

    Fliegenpilz schreibt:
    Zur Sache mit der Kritik, die man ja in der Fahrschule beim Fahren bekommt:
    Ich denke, dass das ganz typisch für ADS ist. Dass man dann anfängt sich zu rechtfertigen und das kann den Fahrlehrer sicher auf die Palme bringen. Da ist es besser, wenn man einfach die Klappe hält und es das nächste Mal besser macht.
    Also, ob das typisch ADS ist, das man bei einer Kritik nicht die Klappe halten kann, möchte ich mal bezweifeln. Aber ich würde sicher nicht versuchen meine Energie während der Fahrstunde für sinnlose Diskussionen zu verschwenden.
    Und wenn die Situation mit dem Fahrlehrer sich nicht bessern würde, wäre ein Fahrlehrerwechsel sicher sinnvoll.

  7. #37
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.871

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Kim schreibt:
    Also, ob das typisch ADS ist, das man bei einer Kritik nicht die Klappe halten kann, möchte ich mal bezweifeln. Aber ich würde sicher nicht versuchen meine Energie während der Fahrstunde für sinnlose Diskussionen zu verschwenden.
    Ich kann da nur von mir sprechen. Und ich hatte ein großes Problem mit Kritik.
    Dass ich damit nicht alleine bin, habe ich in diverser Literatur gelesen. Auf die Schnelle habe ich es bei "Lass mich, doch verlass mich nicht" von Cordula Neuhaus auf S. 92 gefunden.
    Von Müttern mit ADHS-Kindern habe ich ebenfalls gehört, dass deren Kinder auf Kritik auch sehr "allergisch" reagieren.

    Sei froh, dass du dich da zurückhalten kannst. Ich habe leider meine Energie in mehr als einer sinnlosen Diskussion verschwendet, was mich insbesondere in der Arbeit in ernsthafte Probleme gebracht hat.

  8. #38
    Kim

    Gast

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Froh war ich damals in der Fahrschule deshalb sicher auch nicht.Ganz im Gegenteil.
    Immer wieder diese unbeantworteten Fragen: Wieso und weshalb kommt es immer wieder zu solchen Schwierigkeiten und Problemen.
    Naja das wird sich doch hoffentlich bald bei mir aufklären, aber das ist jetzt ein anderes Thema.

  9. #39
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 52
    Forum-Beiträge: 3.798

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    Kim schreibt:
    Also, ob das typisch ADS ist, das man bei einer Kritik nicht die Klappe halten kann, möchte ich mal bezweifeln.
    Da kannste sogar sicher sein, dass das so ist und dass das typisch für ADS ist, ...

    Das gehört zu den Exekutivfunktionen und genau die sind bei ADS'lern betroffen.

    Das ist gewiss kein "An" oder "Aus", auch da gibt es ein "von - bis", aber so ist es.

    Die Impusivität, das nicht unterdrücken können, dieses "das muss jetzt raus" ist eines der Kernsymptome der ADS.

    Das ist genau das, was neurotypische Menschen eben können, ... in der Sitzung macht der Chef eine blöde Bemerkung, alle halten die Klappe, einem rutscht aber die Antwort raus.

    Beispiel: Bundeswehr: In einer Besprechung sagt der Chef der Einheit, ein Fregattenkapitän, dass er nicht will, dass Mannschaftsdienstgrade und Unteroffiziere sich Duzen, denn man sagt ja eher "Du A-loch" als "Sie A-loch" ...
    Obermaat Fliegerlein sagt daraufhin: "Och Herr Kap'tän, .. wenn ich das Bedürfnis habe, Sie A-loch zu nennen, lasse ich das Personalpronomen einfach weg".
    Nicht gut .... das kann man vielleicht denken, aber da wäre Klappe halten die bessere Wahl gewesen.

    Genauso wie am (damals noch mit BGS besetzten) dänischen Grenzübergang zu stehen, den Grenzer fragen hören "Was haben Sie denn da für Reifen drauf?" (waren halt etwas breitere, war nicht mein Auto) und zu antworten "runde" ...

    Ja, ... sowas rutscht jedem mal raus, ... aber ADS'ler können über sowas ganze Bücher schreiben.

    Genausogut könnte man auch bezweifeln, dass Vergesslichkeit ein für ADS'ler typisches Symptom ist ... oder dass es die Gravitation gibt....

    Übrigens auch hier nett erklärt:


    Link zum Video



    Barkley hat dort insgesamt 2 Vorträge gehalten, in meinen Augen die, durch welche ich das Ganze erst wirklich verstanden habe.
    Sind insgesamt etwas über drei oder vier Stunden und komplett in Englisch.
    Auf der Seite des Canadian Centre of ADHD Awareness sind die Vorträge komplett zum Ansehen vorgehalten, bei YT findet man jede Menge Ausschnitte daraus, viele davon sind hier im Forum in allen möglichen Threads verstreut.

    Und lernen können wir es üblicherweise nicht, eben weil es eine angeborene, fehlerhafte Exekutivfunktion ist.
    Durch die Medikation aber wird es besser.
    Nun könnte man denken, dass es dann ja unter der Medikation lernbar wäre, ... dem ist aber nicht so.
    Die Medis verbessern die Selbstregulation, aber wenn sie ausgelassen werden, ist auch die Selbstregulation wieder da, wo sie vorher war.
    Unter anderem deshalb sind Medikationspausen auch weitgehend "out of practice".


    Dazu kommt gerade bei uns noch, dass wir regelrecht traumatisiert sind, was Kritik angeht.
    Sie begleitet uns unser ganzes Leben lang und nur wir wissen, dass sie unberechtigt ist.
    Vielmehr noch:
    Wir haben die Erfahrung gemacht, dass uns sowieso keiner glaubt, das zieht sich wie ein roter Faden durch unser Leben.
    Spätestens da wird es zu einem Reflex.
    Wir rechtfertigen uns, .. selbst wenn wir es gar nicht müssten und sogar, wenn wir wissen, dass wir es nicht müssen.
    Wir tun es trotzdem.

  10. #40
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 154

    AW: Fahrstunden als unaufmerksammer ADS-Typ (F98.8)

    @Fliegerlein: Ich gebe dir vollkommen Recht. Das Video schaue ich mir heute bestimmt noch an. Das Thema finde ich doch sehr interesant.

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