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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    Cool Kopf hoch und lächeln, bitte

    Liebe AD(H)Sler,

    Vorneweg: Ich kann alle Leute verstehen, die hin und wieder ein Tief haben und nichts weiter mehr rauskriegen als ". Dafür sollte auch Platz sein, damit es einem nachher wieder besser geht.

    ABER: Irgendeinmal müssen wir uns dann doch bewusst machen (ja, wir uns SELBST), dass das Leben nicht aus Elend besteht, sondern das Elend nur hin und wieder vorbeischaut, um uns daran zu erinnern, dass wir am Leben sind.
    Die Entscheidung, aus dem Loch herauszukommen, liegt bei UNS. (Es gibt aber viele Dinge, die einem dabei HELFEN können.)

    Das Leben ist für ADSler anstrengender. Wir sind Stehaufmännchen und -frauchen, rennen mit dem Kopf gegen Wände, lassen Töpfe anbrennen, vergessen und verlegen viel zu viel, knorzen uns durch Schule/Studium/Ausbildung und müssen ständig hören, dass wir anders sind.
    Ja, es ist anstrengender, doch wir können auch mehr leisten.
    Es ist anstrengender - aber ist es deswegen auch weniger schön oder gut?

    Denn:
    -Unsere Leidenschaft lässt uns Hochgefühle erleben, die anderen enthalten bleiben (und ich persönlich würde diese Hochgefühle gegen NICHTS tauschen)
    -Unsere Neugier gewährt uns Zugang zu mehr Wissen
    -Unsere Sensibilität und Empathie macht uns zu Menschenkennern
    -Unser ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit führt zu guten Taten (wir sind die chaotischen WELTVERÄNDERER, und das zwangsläufig, wenn wir uns nur nicht unterkriegen lassen, denn wir bringen NEUE IDEEN mit)

    -Wir sind hartnäckig und werden zwar müde, geben aber nicht auf, mehr Schlaufen zu drehen als nötig --> wir sehen mehr von der Welt/Realität und sind anderen Menschen um etliche (geistige?) Meilen voraus
    - Wir sind kreativ und erfinderisch (da soll noch einer sagen, die Gesellschaft bräuchte keine ADSler???)
    -... und sogar unsere Tollpatschigkeit bringt uns den einen oder anderen Sympathiepunkt von Mitmenschen

    Spass beiseite, aber wir sind doch wirklich ein lustiges Volk. ...?

    Ich bin überhaupt nicht eine, die ständig die Fröhlichkeit in Person verkörpert. (Möchte ich aber werden.)
    Doch hey,... Ich möchte mit KEINEM EINZIGEN (schon gar nicht Nicht-ADSler) mein Leben tauschen. Und ihr hoffentlich auch nicht.

    Ausserdem (--> ACHTUNG: EIGENE MEINUNG) sind wir nicht KRANK.
    Oder müssen wir etwa das Bett hüten??????

    Ich persönlich fühle mich kerngesund und hasse es, bemitleidet zu werden. Selbst, wenn nachweislich unsere Hirnströme anders verlaufen - wenn alles, was eine Anomalie ist, krank wäre, dann wäre die Mehrheit der Gesellschaft krank - womit dem Namen "Anomalie" wiederum Recht abgesprochen würde.^^
    Mir ist schon bewusst, dass viele von uns Anspruch auf Hilfe (Coaches, Medis, Gutachten) haben wollen - aber den sollte meiner Meinung nach jeder Mensch haben dürfen, ob mit Fieber im Bett oder bloss dem Kopf in der Wand.

    AHOI

  2. #2
    Chaoprinzessin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 12.455

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    Hallo Jetzaber,

    So denke ich mal auch!!! Bei anfang dein beitrag, war ich noch misstraurig, aber der rest fand ich schön aufmunterend.

    So wie du, sehe ich ADS als eigenart. Eine anstregende leben kann auch spannend sein (ich mag herausforderungen!) und irgendwie schaffen wir es auch irgendwann.

    Da mich manchmal die blöde sprüchen von stino am meistens zu schaffen machen (der rest ist für mich kein problem mehr), da hilft mich zu denken, wenn ich wieder verletzt bin, dass blöde sprüchen die grenzen von stinos eben zeigen: Sie sind mit mich, der anders ist, nun mal verwirrt, es macht ihnen angst und müssen sich schützen. Oder sie können einiges nicht verstehen. Na und? Wenn ich mit planung und ordnung mühe haben darf, dürfen stinos auch mit einiges mühe haben...

    Wenn jemand sich nervt über mich, meine langsamkeit, meine chaos, meine impulsivität, bin ich nicht das problem (ich bin so), aber der andere hat ein problem damit und weiss im moment nicht wie besser umgehen... Ich muss mich nicht verstellen damit andere sich weniger nerven um mich... Mich anständig verhalten reicht.

    Und stinos nerven mich manchmal halt auch . Aber da ist meine job zu schauen wie ich damit umgehen kann.

    Manchmal finde ich stinos genau so eingeschränkt wie ich, nun in andere bereichen...

    Auch wegen krank: so wie ich ticke, hatte ich mich nie wirklich krank gesehen. Nun anders und manchmal unangepasst und etwa daneben.

    Aber was ich erlebt hatte, weil ich nun so bin, dass ich überzeugt war "falsch" zu sein hat mich krank gemacht. Also, wenn meine liebe schatz mich wieder sagt "deine krankheit..." (er sagt seit langem nicht mehr) sage ich "Du meinste diese gesellschaft ist kerngesund?" oder: "Welche krankheit? Immer wieder hören zu müssen, man tickt falsch kann ja jeden krank machen".

    lg
    Geändert von mj71 (23.08.2012 um 20:47 Uhr)

  3. #3
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    mj71 schreibt:

    Manchmal finde ich stinos genau so eingeschränkt wie ich, nun in andere bereichen...

    Auch wegen krank: so wie ich ticke, hatte ich mich nie wirklich krank gesehen. Nun anders und manchmal unangepasst und etwa daneben.

    Aber was ich erlebt hatte, weil ich nun so bin, dass ich überzeugt war "falsch" zu sein hat mich krank gemacht. Also, wenn meine liebe schatz mich wieder sagt "deine krankheit..." (er sagt seit langem nicht mehr) sage ich "Du meinste diese gesellschaft ist kerngesund?" oder: "Welche krankheit? Immer wieder hören zu müssen, man tickt falsch kann ja jeden krank machen".

    lg
    sehe ich genauso

  4. #4
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 110

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    Hallo jetztaber

    Vorneweg: Ich kann alle Leute verstehen, die hin und wieder ein Tief haben und nichts weiter mehr rauskriegen als ". Dafür sollte auch Platz sein, damit es einem nachher wieder besser geht.

    ABER: Irgendeinmal müssen wir uns dann doch bewusst machen (ja, wir uns SELBST), dass das Leben nicht aus Elend besteht, sondern das Elend nur hin und wieder vorbeischaut, um uns daran zu erinnern, dass wir am Leben sind.
    Die Entscheidung, aus dem Loch herauszukommen, liegt bei UNS. (Es gibt aber viele Dinge, die einem dabei HELFEN können.)
    Beziehst du das auf "Normalos" oder auf alle?

    Wenn du es auf alle beziehst, würde ich dich gern fragen ob du schon mal eine richtige Depression hattest? Im Loch drin sitzen? Ganz, ganz, ganz tief unten?

    Das sind Sprüche die ich von den "Normals" zu Haufe gehört bekommen habe und mich jedesmal zur Weißglut gebracht haben.

    Bei dem Rest stimm ich dir zu.

    Gruß

    windig

  5. #5
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 2.275

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    Ich beziehe es schon auf alle. Aber vielleicht zur Klärung:

    Dass die Entscheidung bei uns liegt, heisst nicht, dass wir es könnten, wenn wir es nur wollten.
    Sondern: Die grösste Hilfe ist zu wenig, wenn du selber noch nicht willst/kannst.
    (ich wollte eben vermeiden, dass es so verstanden wird, wie du es verstanden hast... sorry...)

    Ich habe aber auch nichts davon gesagt, wie tief dieses "Loch" ist, von dem ich gesprochen habe.

    Und wenn du von Depressionen redest: die haben ja auch Normalos ... ^^

  6. #6
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 110

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    Dass die Entscheidung bei uns liegt, heisst nicht, dass wir es könnten, wenn wir es nur wollten.
    Sondern: Die grösste Hilfe ist zu wenig, wenn du selber noch nicht willst/kannst.
    (ich wollte eben vermeiden, dass es so verstanden wird, wie du es verstanden hast... sorry...)
    Ok, geklärt. Jez hab ichs verstanden


    Und wenn du von Depressionen redest: die haben ja auch Normalos ... ^^
    Das stimmt. Hab nur die Depries als Beispiel genommen, weils das tiefste Loch is das ich kenn.

    Gruß

    windig

  7. #7
    Octoroo

    Gast

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    jetztaber schreibt:
    Das Leben ist für ADSler anstrengender. Wir sind Stehaufmännchen und -frauchen, rennen mit dem Kopf gegen Wände, lassen Töpfe anbrennen, vergessen und verlegen viel zu viel, knorzen uns durch Schule/Studium/Ausbildung und müssen ständig hören, dass wir anders sind.
    Ja, es ist anstrengender, doch wir können auch mehr leisten.
    Es ist anstrengender - aber ist es deswegen auch weniger schön oder gut?

    Denn:
    -Unsere Leidenschaft lässt uns Hochgefühle erleben, die anderen enthalten bleiben (und ich persönlich würde diese Hochgefühle gegen NICHTS tauschen)
    -Unsere Neugier gewährt uns Zugang zu mehr Wissen
    -Unsere Sensibilität und Empathie macht uns zu Menschenkennern
    -Unser ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit führt zu guten Taten (wir sind die chaotischen WELTVERÄNDERER, und das zwangsläufig, wenn wir uns nur nicht unterkriegen lassen, denn wir bringen NEUE IDEEN mit)

    -Wir sind hartnäckig und werden zwar müde, geben aber nicht auf, mehr Schlaufen zu drehen als nötig --> wir sehen mehr von der Welt/Realität und sind anderen Menschen um etliche (geistige?) Meilen voraus
    - Wir sind kreativ und erfinderisch (da soll noch einer sagen, die Gesellschaft bräuchte keine ADSler???)


    Damit kann ich mich wie angegossen identifizieren - abgefahren !
    Fuehle mich nicht allein

  8. #8
    quicksilver

    Gast

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    Beim lesen wurde ich richtig motiviert.
    Und im grossen und ganzen würde ich sagen, dass ich bis jetzt immer genau so gedacht habe.

    Ich stehe immer auf, nach dem Hinfallen. All die Jahre bin ich wie viele andere allein durch die Welt gelaufen und habe immer gesagt, dass ich es schon schaffen werde.
    Es ist nur so, dass ein Leben mit Adhs sich nicht so einfach in ein positiv-denken Raster einfangen lässt.

    -Mit den Hochtrabenden Emotionen hab ich grad Stress, die laufen nähmlich verkehrt herum...hab mich verliebt, nur leider nicht in meinen Freund(!) sondern in eine Kollegin(!)
    Also auf dieses Hochgefühl hätte ich echt gerne verzichtet...denn wie du vielleicht in meinem Profil sehen kannst: bin ich ein Mädchen(!)
    Nach allem was ich gefühlsmässig schon erlebt habe ist das hier überhaubt der absolute Schock.
    -Vielleicht liegts ja am Medikament...(?)
    -Da wird doch glatt mein ausgeprägter Gerrechtigkeitssinn verletzt. Wieso muss ich da jetzt durch?
    Vielleicht hat deine Menschenkenntnis ja eine Idee?

    Was du sagen willst verstehe ich ja, es ist nur so dass ich mir heute wieder so viel Mühe gegeben habe, und trotzdem wieder Gedankenlücken, Sprachfehler und eine schusseligkeit an den Tag gelegt habe, wie ich sie mir nicht mal in meinen kühnsten Alpträumen zurechtgereimt habe. Im Anbetracht dass ich Wert darauf lege dass mich meine Mitmenschen mögen sollen.
    Ehrlich, das ist nicht mehr peinlich, dass ist irgendwas schlimmeres...

    Für ein normales Leben mit einem Bewustseinszustand der in einem ausgeglichenen Fokus liegt tue ich jeden Tag einfach alles. Es reicht blos einfach nicht.


    Ich weiss dass ich mein Leben eigentlich liebe und alle Eigenarten die du beschreibst habe ich auch,( ausser vielleicht die Leistung) und beginne sie besser kennenzulernen und zu nutzen.
    Hoffentlich finde ich in den nächsten Wochen wieder zu einem so positiven Weltbild, wie du eines hast.


    Das wird sicher ein riesenspass

    p.s. sorry aber ein wenig Sarkasmus sollte auch Platz haben.

  9. #9
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 110

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    Mir hat erst die Diagnose zu einer positiven Sichtweise verholfen.
    Seit dem kann ich mich endlich so aktzeptieren wie ich bin. Ich mach mich nicht mehr fertig und sehe meine Fehler bisweilen mit Humor.
    Jetzt kann ich endlich bewusst plemplem sein und auch gerne mal unsinnigen Kram machen ohne das es mir hinterher peinlich ist

  10. #10
    quicksilver

    Gast

    AW: Kopf hoch und lächeln, bitte

    Hallo windig

    Hm, hoffentlich ist das der richtige weg für eine Antwort...

    Also ich hätte da eine Frage: Wie machst du das mit der positiven Einstellung zur Diagnose?

    Als ich meine erhielt, dachte ich, super jetzt werde ich mich endlich besser fühlen und in ein paar Monaten bin ich genau der Mensch den ich sein will.

    Doch dann habe ich erst einmal gahr nichts mehr gefühlt. Das wahr total komisch, weil es war einfach nicht zu erklären.
    Ich meine, das Gefühl das ich hatte, fühlte sich einfach nach... NICHTS an..will sagen weder traurig noch glücklich. Weder gut noch schlecht. Wie gesagt ich kann das nicht erklären.

    Jetzt bin ich ausgeglichen, aber ich habe mich nicht mit der Situation abgefunden. Im Gegenteil.
    Früher bin ich nach einem Hoch sofort wieder in alte Verhaltensmuster wie jammern und überanstrengung gefallen. Nicht mal das geht jetzt.
    Ehrlich gesagt hätte ich gedacht das läuft anders.
    Zwischendurch ist mir sogar regelrecht langweilig ohne das auf und ab der Gefühle und den Stress

    Bin dabei das Buch '' eine andere Art die Welt zu sehen '' zu lesen, von Thom Hartmann. Und eine Reihe anderer Bücher.
    Meine Wohnung habe ich aufgeräumt und die Projekte bin ich am abschliessen.

    Was mir echt schwierigkeiten macht sind die Schusseligkeit und mein Zeitempfinden, Und die Gedächnisslücken.
    Es gelingt mir einfach nicht mehr, das alles zu verstecken. ich glaube meine Mitmenschen denken ich bin nicht ganz dicht.

    Wie gehtst du denn mit den Mitmenschen um? Akzeptieren die deine Schwächen auch so wie du es tust?

    Danke im Voraus

    Gruss von Quicksilver

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