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Diskutiere im Thema Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_( im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    Hi alle,

    kann mir wer sagen ob ich ADHS habe oder nicht?

    Sorry wenn die Frage "ungezielt" ist; ja, ich weiß dass ich zu einem Arzt gehen sollte - habe ich schon in die Wege geleitet, aber meine Ärztin weiß zu dem Thema irgendwie auch nicht viel mehr als ich obwohl sie sagt dass es ihr Spezialgebiet ist. Ihre Herangehensweise scheint primär zu sein, dem Patienten lange zuzuhören, ihn dann auf Depressionen/Borderline etc. zu testen mit diesem SKID-II - Test (weil Konterindikation bzgl. Ritalin), und dann Ritalin drauf/ausprobieren ;-). Die "echte" Diagnose muss ich mir wohl woanders holen. Und nein, nachdem ich so lange darauf gewartet habe dass es endlich losgeht, kann ich mir nicht "einfach" einen anderen Arzt suchen.

    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr, die ihr wahrscheinlich viel mehr von dem Thema versteht als ich, mal auf meinen Text guckt und sagt was euer Eindruck ist...
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    Ich hab es teilweise ein wenig in Stichpunkte gegliedert um es besser zu ordnen.
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    Meine beiden Hauptprobleme:

    1. Beim Lernen EXTREME Schwankungen wie ich an Tagen drauf bin - teilweise bis zu 3 WOCHEN gar nichts möglich, nur unter EXTREMEM Druck, und das obwohl ich über die Jahre VIEL reflektiert habe, die einfacheren Fallen/gängigen Tricks längst kenne (zB einfach mal anfangen und erste Seite als Ziel setzen). Es klingt so als wäre ich faul/undiszipliniert - aber ich bin in gewisser Weise EXTREM diszipliniert. Wenn ich am Schreibtisch sitze und ich mal wieder innerlich so unruhig bin dass ich nicht arbeiten kann, laufe ich hektisch auf und ab - wenn es sein muss stundenlang - und wünschte mir ich könnte endlich arbeiten. Ich habe ALLES probiert über die Jahre, es war alles immer nur ein wenig Linderung. Ich habe KEINE Probleme damit dass ich zwischendurch fernsehen würde etc. (ich bin wirklich SEHR motiviert und strebsam).

    Um diese Lernschwierigkeiten genauer zu beschreiben:
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    ich konzentriere mich auf den Text - es gibt einen merkwürdigen Widerstand, manchmal als ob ich ganz leicht neben mir stände - die Gedanken drehen sich in alle möglichen Richtungen weg, irgendwie geht es eher im Kreis als voran, es ist alles unfokussiert - ich kann mich ZWINGEN bestimmte Gedanken linear zu denken, aber das ist SEHR anstrengend für mich und führt dazu dass ich nach spätestens einer Stunde EXTREM hektisch auf und ab zu laufen beginne, manische Zustände bekomme, anfangen muss laut Musik zu hören die schnell ist. Diese manischen Phasen, wo ich innerlich EXTREM unruhig bin (ich kann das Gefühl kaum beschreiben... ich hab dann oft größenwahnsinnige Phantasien ^.^), habe ich sehr oft... es ist nicht mal ein unangenehmes Gefühl, ich erlebe Emotionen etc. intensiver, steigere mich in Aussagen/Probleme hinein... ich krieg das sogar OFT zu JURA hin! Es ist nur viel zu unkontrolliert weil ich es nicht auf die Sachen fokussiert bekomme die ich lernen WILL/soll (die Seite im Skript etc.).

    Wenn ich meine "guten Phasen" habe und auf die manischen/unruhigen zurückgucke, kommt es mir oft im Rückblick so vor als ob ich mich nur in den "guten Phasen" wirklich steuern kann... das andere wirkt dann wie wenn man morgens aufwacht und sich an einen extrem hektischen Traum erinnert den man gerade gehabt hat...
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    Und dann gerate ich ab un zu (alle 2 Monate oder so, natürlich nicht regelmäßig) plötzlich in Phasen (meist 2-3 Tage, in der Mitte gibt es einen Peak und zu den Seiten hin nimmt es ab), wo es TRAUMHAFT läuft... einfach so zwischendurch, ohne Grund den ich erkennen kann (alles ausgeschlossen eigentlich - es sind sogar oft die Momente wo ich eigentlich müde/gestresst sein sollte).

    Unter extremem Druck kann ich übrigens fast IMMER gut lernen, aber so hohen Druck hat man bei Jura leider nicht konstant dass das reichen würde.

    2. Auch im Privatleben habe ich komische Eigenarten:
    - ich bewege Hände und Beine extrem viel, laufe sehr oft hektisch herum wegen eines Gefühls innerer Unruhe
    - ich rede ungefähr 5mal so schnell wie andere Leute (kein Witz, da spricht mich jeder ständig drauf an den ich neu kennen lerne)

    Quell meines Leidensdrucks im Privatleben aber vor allem: Ich kann mich KAUM entspannen in Situationen wo ich es eigentlich müsste:
    - in der Kirche, auf Hochzeiten etc. überfällt mich ein klaustrophobieartiges Gefühl (und nein, ich habe keine Sozialphobie weil ich kein Problem habe auch in sehr großen Menschenmengen zu sein und mich absolut wohl zu fühlen sobald ich keine geregelte Umgebung habe der meine Aufmerksamkeit "gehorchen" soll), das führt zu unglaublicher Unruhe, teilweise dann plötzlich zu Aggression. Es hört auf, sobald ich raus kann, mich bewegen oder diskutieren. Je weniger Aktivität/Komplexität der soziale Rahmen aufweist, desto schlimmer ist es für mich. zB ist Kirche die HÖLLE (ironisch, lol), aber ein wissenschaftlicher Vortrag wäre viel besser weil ich viel mehr habe worüber ich assoziierend nachdenken kann.
    - in Diskussionen habe ich oft das Gefühl dass die Unterhaltung viel zu langsam/nicht sachorientiert ist, was wieder zu dem Gefühl "innerlicher Enge" führt... dann "treibe" ich das Gespräch, indem ich anfange schnell nachzuhaken (was ich nett meine, ich MAG die anderen Leute ja auch), Gegenthesen zu formulieren, alles in Frage zu stellen - und werde von den anderen oft als extrem aggressiv, dominant, hochnäsig wahrgenommen, EGAL wie ich das formuliere, einfach weil ich so hektisch/schnell bin... obwohl ich das nie "böse meine". Ich brauche manchmal einfach die Aktivität der schnelleren Unterhaltung, sonst drehe ich durch, aber erklärt das mal wem anders...
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    Ich könnte noch eine MENGE mehr schreiben - mindestens 100 Seiten. Aber meine Erfahrung ist, dass mir die Leute dann nicht mehr zuhören, also belasse ich es jetzt mal hierbei.

    Hab ich AHDS?

    .............
    Zum persönlichen Hintergrund:
    - Schule lief super, Abi von 1,2 an Hamburger Gymnasium; aber da habe ich nie gelernt und Hausaufgaben gemacht, meine Schule war wohl etwas luschiger (Hamburg, nicht Bayern ^.^)
    - Studium (Jura) EXTREME Belastung (wegen der oben beschriebenen "toten Phasen" während großer Teile des Studiums), teilweise totale emotionale Kriegsführung gegen mich selbst, am Ende dann das Examen doch noch ziemlich vernünftig hinbekommen. Ich finde mich trotzdem noch "eigentlich" ungerecht behandelt, weil ich glaube ich einen ziemlich hohen IQ habe und bei unserem Eingangstest extrem gut abgeschnitten habe (zweitbester, obwohl es hundert Leute waren und die einen Abischnittdurschnitt von 1,3 hatten), und nicht das Gefühl habe dass ich mein Potential abgerufen habe.
    - jetzt im Referendariat wieder die gleiche Schei***
    -----
    Nachtrag:
    WENN es ADHS sein sollte: Was für eine Möglichkeit gibt es neben MPH etc. (hab ich bisher erst einmal ausprobiert... Wirkung war... *komisch*) und EXTREMEN Mengen Sport, diese Phasen totzukriegen?

    Ich probiere alles aus, Medikamente, den ganzen Tag auf dem Laufband... mir egal... dieser Psychoterror muss aufhören...
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    Nachtrag: Außer dem starken Druck und großen Mengen Sport gibt es noch zwei Sache, die mir SEHR helfen:
    - nachts arbeiten (mein Hoch kriege ich so zwischen 1 Uhr und 4 Uhr)
    - unter starkem Schlafentzug arbeiten, wenn ich schon lange wach bin, so 18 Stunden am Stück wach aufwärts... dann arbeite ich 6 Stunden SUPER und kriege dann einen abartigen Einbruch und schlafe 14 Stunden durch... aber immerhin... (dagegen bin ich VÖLLIG arbeitsunfähig, wenn ich mich mit dem Wecker morgens zu früh wecke)
    Geändert von repters (13.08.2012 um 07:42 Uhr)

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    Was hat denn deine Ärztin nun gesagt? Hat sie gesagt: "Sie haben ADHS" oder : "Nö, ich seh' da was anderes?"

    Es ist gut möglich dass du ADHS hast. In vielem erkenne ich mich wieder. Aber bei mir hat es mit massiven Schulproblemen und sozialen Problemen in der Grundschule angefangen, das (ordentliche) Abi hab ich an einem sehr strengen süddeutschen Internat gebaut - da bekam man leistungsmäßig nichts geschenkt aber wurde optimal gecoacht. Meiner Meinung nach perfekt für ADHSler.

    Auch wenn's schwer fällt: Ich kann dir eigentlich nur raten: weitere Diagnosen. Wichtig: auch Ausschluss körperlicher Probleme (Schilddrüse etc.) und wenn ADHS positiv: 1. Verhaltenstherapie und 2. ggf. als Begleitung Methylphenidat.


  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Ärztliche Verdachtsdiagnose auf ADHS /ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    Ich glaube dir wird gar nichts anderes übrig bleiben als einen anderen Arzt aufzusuchen. Klar können wir hier unseren "Eindruck" vermitteln, was dir jedoch auch nicht irgendwelche Sicherheit geben kann ob du nun davon Betroffen bist oder nicht. Deswegen werde ich mich hier bezüglich deiner Schilderungen ein wenig zurück halten.

    Natürlich sollte in erster Linie jegliche organischen Erkrankungen ausgeschlossen werden. Vielleicht kannst du dir nicht "einfach" einen neuen Arzt suchen, dennoch KANNST und solltest du dies tun, damit die Sache abgeklärt wird.

    Ich habe auch Ad(h)s, hatte allerdings in der Schule schon Probleme. Ansonsten scheint es bei mir generell etwas anders abgelaufen zu sein.

    Ich weiß das du mit dieser meiner Antwort wenig anfangen kannst, aber du willst Gewissheit und etwas ändern, da wird dir der Gang bzw. die Suche nach einem neuen Arzt nicht erspart bleiben.

    Lieben Gruß

    Apfeltee

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    Ich BIN in einer Klinikambulanz, schon weil einen Termin in Hamburg beim Psychiater zu bekommen anscheinend über ein halbes Jahr dauert. Aber die Ärztin der Klinikambulanz meint, dass sie sich "gerade" auf das Thema spezialisiert - ich glaube, sie ist intelligent und nett aber vielleicht fehlt ihr einfach etwas die Erfahrung (ich weiß nicht wie alt sie ist, aber sie wirkt nicht älter als ich, also vielleicht knapp 30). Ich habe momentan das Gefühl, dass sich die Ärzte bei dem Thema ADHS meist auch nicht besser auskennen als der durchschnittliche Betroffene - auch nach den Erfahrungsberichten der Bekannten von mir die schon mal mit sowas diagnostiziert wurden sehen viele Ärzte ihre Aufgabe wohl primär darin,

    1. Missbrauch von MPH als Modedroge zu unterbinden,
    2. Konterindikationen für MPH auszuschließen (daher auch SKID-II Fragebogen und das Interview dazu), zB bzgl. Lebersachen etc. (bei mir alles kein Problem, noch keine 30 und kerngesund)
    3. auszuschließen dass man stattdessen Borderline etc. hat (kann ich bei mir 100% ausschließen, denn ich hab da mal die Diagnosen gelesen - ich war noch nie gegenüber anderen aggressiv, ich hab mich noch nie umbringen wollen, nein ich höre KEINE Stimmen!!! äh... was??? Ja, Gott. OK, Gott sagt ich höre doch Stimmen ;_)) - ist natürlich praktisch gesehen weitgehend deckungsgleich mit 2.

    Dann scheint Schritt 4 zu sein, einfach mal mit Ritalin oder Modafinil draufzuknallen und zu gucken was passiert. Motto: "Wenn das hilft, war es ADHS".

    Da ich auch selbst feststellen kann dass ich kein Borderline und keine Depression hab (ja, ich weiß dass das alle sagen und es arrogant ist), scheint der Arzt primär eine bürokratische Hürde zu den Medikamenten darzustellen - Informationen bekomme ich mE besser in Foren etc.

  5. #5
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    Gluehhops schreibt:
    Warum bist du dann nicht heilfroh, dass du so zügig MPH verschrieben bekommen hast und nimmst es mal eine Weile ein um zu sehen, ob es dir hilft? Du hast ja geschrieben, dass du es nur einmal probiert hättest!?
    Diese Antwort ist sehr kompliziert, ich versuche mich mal sehr einfach auszudrücken. Ich teil das mal in zwei Punkte ein, meine provisorische Haltung gegenüber ADHS (so lange ich noch nicht genügend Informationen habe) und meine (kurze) Erfahrung mit MPH.

    Ich könnte natürlich, wie du vorschlägst, einfach mal ne Weile MPH nehmen OHNE mich weiter mit theoretischen Fragen zu beschäftigen. Mich interessieren aber auch andere Sachen/Aspekte, und zwar:
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    1. bzgl. ADHS als "Diagnose"/Krankheit bin ich nach wie vor etwas skeptisch.

    Bitte nicht gleich böse sein; ich könnte verstehen wenn einige hier im Forum allergisch auf die Aussage reagieren. Als ich angefangen habe mich mit dem Thema zu beschäftigen, habe ich mich selbst MASSIV über die vielen medialen Stellungnahmen geärgert die anscheinend zu annähernd 100% von Leuten geschrieben werden die ADHS weder selbst haben noch irgendeine Person kennen die jemals damit diagnostiziert wurde. Die Argumente gehen dann eher in Richtung Gesellschaftskritik und TOTAL an den Betroffenen vorbei (MPH sei Teufelszeug, alle Kinder würden zu Zombies etc.etc.). Solchen Autoren würde ich gern mal mit der Faust was in die Fresse geben, damit sie auf diese sehr reale Weise lernen dass es um Betroffene mit Problemen geht und nicht um ein soziologisches Seminar für Leute die sich primär gern selbst als Intellektuelle produzieren.

    Bei MIR hat die Skepsis gegenüber dem Krankheitsbild nicht den Hintergrund dass ich andere belehren/bevormunden und ihnen die Medikamente wegnehmen will. Ich will das ja nur für mich entscheiden und nicht für andere. Ich beobachte mich einfach nur selbst, und einige Sachen machen mich da sehr skeptisch bzgl. ADHS als "Krankheit".

    Das ist zB, dass ich wie schon geschrieben teilweise auch sehr gute Phasen habe, wo ich einfach nur krass viel leistungsfähiger bin als die Leute in meiner Umgebung. Wenn ich mir diese Phasen mal so ansehe, wo es mir sehr gutgeht, ich intelligent und trotzdem aufmerksam bin - einfach alles so, wie sein sollte - und dann die "schlechten Phasen", stelle ich schon fest dass es bei mir einen Zusammenhang zu den Lebensumständen gibt. Insbesondere bei allem was mit Noten oder sonstigen fremd- oder selbstbestimmtem Leistungsdruck zusammenhängt neige ich extrem zu dem Verhalten was man mit "ADHS-haft" beschreibt.

    Aber:

    zB habe ich in der Zeit zwischen meinem ersten und dem zweiten Examen weitgehend und rein aus Spaß Chinesisch gelernt; fast alle Leute die ich kennen sind daran total gescheitert, weil man sehr viel sehr konzentriert arbeiten muss. Ich habe eine Excel-Liste mit Chinesisch-Vokabeln, die ungefähr 200 Seiten lang ist. Wie wäre das möglich, wenn ich eine Krankheit habe wegen der ich mich nicht konzentrieren kann? Die Zeit war sogar eine der schönsten in meinem Leben, obwohl ich jeden Tag 8 Stunden aufwärts an Chinesisch saß.

    zB habe ich 14 Jahre lang Klavier gespielt, und konnte mich da ja auch immer gut "konzentrieren".Ich habe da NIE etwas von Konzentrationsproblemen gemerkt.

    zB hatte ich auch bei Jura EXTREM gute Phasen wo ich die Problemphasen in kürzester Zeit weitgehend wieder aufgeholt hab.

    Mir ist schon bekannt, dass es auch anderen so geht dass es angeblich "Ausnahmen" vom ADHS-haften Verhalten gibt - "Hyperfokus" und so - aber für mich ist das schon etwas das gegen die ganze Theorie von ADHS spricht.

    Ich habe sozusagen noch "andere Eisen" im Feuer als ADHS, was die Selbstdiagnose angeht. Mein erster Kandidat neben ADHS ist bei mir das, was man neudeutsch als "Burnout" bezeichnet. "Huch - so ne Modediagnose?" Ich meine das ganz praktisch: Ich bin oft auch im Dauerstress, ich glaube ich habe teilweise WIRKLICH schlechte Angewohnheiten wenn es um mich selbst als Mensch geht und um das Horchen "nach Innen". Kurz gesagt, habe ich in der Schule nie arbeiten gelernt, und in der Uni kamen dann plötzlich solche Berge von Arbeit und Druck dass ich erst mal nur gelernt habe mich dauerzustressen. Jetzt, wo ich älter werde, frage ich mich ob nicht doch eigentlich "Langschwimmertaktiken" die wirklich hohe Schule des "harten Arbeitens" darstellen. Vor allem nicht, wie man sich RAUFSTRESST; sondern wie man sich danach wieder (kontrolliert) RUNTERBRINGT. Ich glaube, das habe ich nie richtig gelernt, und das scheint mir ein sehr interessantes Thema zu sein.

    zB schreibe ich diesen Teil gerade sehr "konzentriert", mir geht es heute vergleichsweise gut; und ich bin der Meinung dass es schon etwas damit zu tun hat dass ich mich gerade mal zum Lernen 2-3 Stunden in ein Cafe gesetzt habe, ich Sonne auf die Haut bekommen und mich einfach wohlgefühlt habe, und damit dass ich gestern in der Badewanne eingeschlafen bin ,-).

    Ich sage nicht, dass ich die Weisheit mit Löffeln gefressen habe und alles besser weiß als ihr. Ich sage nur, dass ich das Thema nicht als lineare Geschichte verstehe - "bin ich krank - ja/nein? Dafür zum Arzt."/"Macht mich Ritalin ruhiger? Wenn ja, bin ich krank und habe ADHS", sondern als sehr komplizierte Nummer über die ich eigentlich mal in Ruhe nachdenken muss, mit viel Komplexität, google-Suchen, entspannter Selbstbeobachtung über einen längeren Zeitraum mit verschiedenen Prämissen und praktischen Ansätzen. Was ein "Krankheitsbild" ist, die juristische Definition von den ganzen Begriffen, die Frage wem man Medikamente verschreibt oder nicht, damit sollen sich bitte die Ärzte, Juristen etc. beschäftigen. Das interessiert mich schlicht nicht (mit der Ausnahme, dass ich MPH ja schon mal ausprobieren will, und dafür muss ich es leider einem Arzt gegenüber etwas einseitig darstellen damit der nicht siebzig Fragezeichen auf das Gesicht bekommt und mir dann kein MPH gibt).

    Verstehst du ungefähr was ich meine? Ich könnte auch hier noch 100 Seiten mehr zu dem Thema schreiben, aber ich breche hier lieber mal ab.
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    2. MPH: Ich hab es inzwischen ein paar mal genommen, aber die Erfahrungen sind... sagen wir mal merkwürdig und sehr zweischneidig.

    Erstens: Es sediert mich, sogar ziemlich stark. Nachdem es für nicht-ADHSler aufputschend wirken soll, wäre das nach Definition der Ärzte wohl der Beweis dass ich ADHS habe. Aber: Obwohl meine ADHS-haften Verhaltensweisen unter Ritalin 100% zu verschwinden scheinen - es ist GESPENSTISCH wie das Zeug wirkt (in ganz verschiedener Hinsicht, von meinem Sprachverhalten, über mein Arbeitsverhalten, generell Denkverhalten, meine Arme und Beine sind viel ruhiger) und es hat mich zuerst EXTREM überzeugt bis ich anfing mir über die potentiellen Nachteile Gedanken zu machen - bin ich von der Wirkung iE nicht überzeugt.

    Ich habe das Gefühl, Ritalin macht mich einfach 30 IQ-Punkte dümmer und irgendwie nur dadurch ruhiger dass ich viel weniger denke und erlebe.

    Und sorry: Damit mag ich zwar mehr ein "Normalmensch" sein (ich weiß dass das jetzt ziemlich arrogant klingt - sorry) - ich verspüre überhaupt nicht mehr den Drang, so schnell zu reden, ich kann mich viel besser einfach mal auf einen Stuhl setzen und gar nichts tun - ich empfinde das aber eher als geistige Verarmung.

    Ich denke nicht mehr so assoziativ, so schnell. Ich gucke teilweise einfach auf einen Satz im Lehrbuch, und es ist nur noch das: Ein Satz den ich auswendig lernen kann, bei dem ich mir natürlich auch überlegen kann wie man ihn anwendet, wo man ihn kritisieren könnte etc. - der Unterschied ist, dass ich viel mehr manuell "versuchen" und entscheiden muss was ohne MPH von selbst und ganz natürlich kommt. Es ist wie wenn man normalerweise mit dem Raumschiff auf Warp geht, und jetzt geht man plötzlich zu Fuß und alles ist so stumpf.

    Ich hab zuerst nur auf meine Arbeitsprobleme geguckt, und erst nach der Erfahrung mit MPH fiel mir auf wie stolz ich auch auf das bin was ich charakterlich nun mal bin (sorry, wieder sehr arrogant, daran kann ich nichts ändern), und wie glücklich dass ich auch oft so viel erlebe innerlich und so komplex denken kann.

    Ich habe sogar das Gefühl, dass MPH bei der Arbeit für mich sehr schädlich sein kann, weil eben weniger assoziativ passiert. Wie soll man sich denn Sachen merken, wenn man nicht darüber assoziiert? Da habe ich schlicht keine Taktik.

    Es kann natürlich sein, dass ich MPH einfach total überdosiert hatte (muss mal nach kleineren Dosen fragen - ich hatte nur welche mit 36 mg). Es kann auch sein, dass das nur Anfangserscheinungen sind und sich das dann bessert.

    Ich sage ja aber auch nicht, dass ich MPH 100% ausschließen möchte; ich sage nur, ich möchte auch andere Wege weiterverfolgen. Und das war ja deine Frage - warum beschäftige ich mich noch mit dem Rest.

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    Edit/Frage an die anderen: Seht ihr auch die potentielle Überschneidung mit der Burnout/Stress-Frage? Oder ist meine Situation da ungewöhnlich und bei euch gibt es definitiv keinen Zusammenhang?

    Sehr später Edit, zu einem Zeitpunkt wo ich die vielen hinteren Threads schon geschrieben habe: Wenn ihr meine hinteren Threads lest fragt ihr euch vielleicht warum ich MPH hier so negativ beschrieben habe. Ich weiß es selbst nicht, aber ich hatte am Anfang wirklich diesen Eindruck... vielleicht war ich einfach voreilig.
    Geändert von repters (15.08.2012 um 08:28 Uhr)

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    Warum kann man hier eigentlich ältere Beiträge nicht mehr editieren? Ich hab oben gefragt ob ich AHDS habe (allerhand hundsgemeine Dämlichkeiten in meinen Sätzen?). Aber korrigieren geht nicht denn die Editfunktion ist futsch. Oh NEIN! PANIK!!!!!! Ehrlich gesagt empfinde ich das als grausamen Verstoß gegen meine Menschenwürde (Art. 1 I GG)!

  7. #7
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose seit Kindheit
    Forum-Beiträge: 4.257
    *lol* nein - hier haben nur ein paar Leute ADHS und würden ihre Texte dauernd ändern und zwar auch wenn es schon Antworten gibt. Deswegen ist nach einer Weile Schluss mit Ändern. Wenns arg ist kann dich Alex ranlassen aber nicht wegen ein paar verbauter Sätze. Wer redet schon druckreif?


    repters schreibt:
    Warum kann man hier eigentlich ältere Beiträge nicht mehr editieren? Ich hab oben gefragt ob ich AHDS habe (allerhand hundsgemeine Dämlichkeiten in meinen Sätzen?). Aber korrigieren geht nicht denn die Editfunktion ist futsch. Oh NEIN! PANIK!!!!!! Ehrlich gesagt empfinde ich das als grausamen Verstoß gegen meine Menschenwürde (Art. 1 I GG)!



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  8. #8
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    @Gluehops:

    Haha, das was du schreibt ist 100% das was ich vor 1-2 Wochen gesagt hätte, im ersten "Begeisterungsüberschwung " über eine Diagnose/Lösung (endlich! ^.^) und über die erste Wirkung von MPH. Es ist nicht so, dass ich grundsätzlich philosophisch rangehen WOLLTE. Meine Devise war "maximal MPH drauf und funktionieren". Die kritische Reflektion ist eher als Unfall passiert, zumal ich wie gesagt gerade beim Lernen/Arbeiten auf MPH nicht einfach eine "Hyperfokusphase auf ALLES" gekriegt habe, was ich mir irgendwie naiv vorgestellt hatte, sondern wie gesagt eine sehr merkwürdige Wirkung die ich selber noch nicht ganz einordnen kann.

    Und meine Situation ist nun WIRKLICH nicht so dass ich mir Reflektion erlauben könnte. Ich habe den maximal vorstellbaren Druck, ich habe schon meine ganze Familie vollgeschrien, unter absichtlichem Schlafentzug gelernt, alle 5 Stunden eine Stunde Sport gemacht mit Puls 180+ um runterzukommen, ich habe dabei geschwitzt wie ein Schwein und hinterher erst mal 1,5 Liter getrunken.

    Ich habe mir über die Jahre eine lange eigene Liste von Lernfaktoren geschrieben, darüber oft reflektiert, die Liste hat inzwischen Farben, ist gewichtet etc. (wäre jetzt etwas kompliziert das zu erklären). Nur, meine Erfahrung war bisher dass all die Lerntipps vorübergehend gut funktioniert haben, aber ich dadurch nicht die Dauerkonzentration erzwingen konnte um die es mir ging. Im Gegenteil, ich habe inzwischen das Gefühl dass meine Ansätze theoretisch richtig waren, aber ich mich am Ende durch den Dauerstress am Lernen eher gehindert habe. Vielleicht wäre ich ironischerweise effizienter gewesen wenn ich mir einfach viel weniger Gedanken gemacht hätte, meine Ansprüche runtergeschraubt hätte. Wie kann es denn sein, dass ich in wenigen MONATEN weitgehend Chinesisch gelernt habe (und das bilde ich mir nicht nur ein, ich gucke jetzt immer chinesische Serien und habe viele Tandempartner mit denen ich stundenlang nur auf Chinesisch reden kann, wenn ich auch noch in Grammatik und Wortschatz Probleme hab) - und zwar ohne jemals über Lernfaktoren nachzudenken. Und jetzt kriege ich mich nicht mal 4 Stunden am Tag konzentriert, trotz Sport, Pausen, 100 Tricks??? Deswegen bin ich ja auch am überlegen wegen der Burnout-Hypothese. Hintergrund war die einfache Rechnung, dass ich momentan oft Tage habe wo ich mich kaum 2 Stunden überhaupt konzentriert kriege, gleichzeitig aber am selben Tag 7 Stunden hadere und im Hinterkopf "abchecke" ob ich jetzt gerade arbeiten könnte und irgendwie genau denselben Stresspegel hab wie beim arbeiten! Meine Überlegung war, dass ich vielleicht von den 7 Stunden mal 5 mit Sex, Meditation oder Spazierengehen verbringen könnte, vielleicht würden dann ja aus den 2 Stunden ganz automatisch zumindest mal 4 (was natürlich meinen Ansprüchen nicht genügen wäre, aber 4 entspannt-konzentrierte Stunden wäre schon mal mehr als jetzt). Und beim Umsetzen hab ich wieder gemerkt, dass mich Spazierengehen oder einfach ruhig sitzen und gar nichts tun erst mal stresst und schwierig für mich ist. Ironischerweise habe ich da ein wesentlich stärkeres Stressgefühl als beim Arbeiten. Deswegen "entspanne" ich mich inzwischen oft mit Sachen bei denen ich einen hohen Stresspegel fahren kann bzw. er sogar hilft, zB mit kompetitiven PC-Spielen, Zeitunglesen (wobei ich automatisch ein hohes Tempo kriege) etc. Inzwischen denke ich nur: Wenn man nicht mal mehr in Ruhe spazieren gehen kann, ist auch irgendwas mit der Stressbewältigung falsch. Es kann sein, dass ich einfach in den letzten Jahren angefangen habe mein Privatleben massiv an die Wand zu fahren (meine Vermutung ist, dass ich das Abschalten vom Arbeitsstresspegel nie gelernt habe und deswegen Schritt für Schritt mein Privatleben in eine Art Arbeitsersatz geändert habe ohne es zu merken), und ich merke es erst jetzt wo es auf die Arbeit durchschlägt.

    Nur um das mal klarzustellen von wegen ich könne es mir zeitlich "erlauben", zu "philosophieren" ;-).
    -------
    zu "Ein Großteil meiner Probleme ergab sich dadurch, dass meine Mitmenschen einfach nicht wussten, wie sie mein Verhalten zu verstehen haben und es persönlich genommen haben, wenn ich mal "ausgerastet" bin. Mit mir selber kann ich glaube ich besser leben, als andere mit mir. ":
    Ich hab über die Jahre auch so meine lieben Problem mit meinen Mitmenschen gehabt die sicherlich mit ADHS-bezogenen Eigenschaften zusammenhingen (ein bisschen habe ich ja oben geschrieben). Das hat mich teilweise sehr beschäftigt, weil ich "eigentlich" ein SEHR sozialer Mensch bin (ich neige aber eben auch manchmal zu Verhalten das andere nicht richtig verstehen können, wie du ja anscheinend auch); daher habe ich teilweise sehr stark unter den Reaktionen gelitten. Daher verstehe ich, glaube ich, ungefähr welches Problem du meinst, und das will ich auch nicht "wegreden".

    Ich möchte nur mal am Rande und zur Klarstellung sagen, dass ich auch viele intelligente Freunde gefunden habe die mir ähnlich sind bzw. mich zumindest sehr gut finden wie ich bin (und ich meine nicht so ne Mitleidschiene, "you are a beautiful and unique snowflake"), mit denen ich super reden kann und die meine "Schrullen" kennen und das entspannt und mit Humor nehmen. Die das "ich" ohne MPH mit Sicherheit nicht gegen das "ich" mit MPH tauschen würden. Ich glaube, diese Leute hätte ich nie kennen gelernt wenn ich mich "normaler" verhalten hätte. Auch ich selber (als Mann) finde zB was Beziehungen/Liebe angeht Mädels wesentlich besser die ein bisschen ungewöhnlich sind als "normalere"; die sind dann halt mal anstrengend, aber damit kann ich ganz gut umgehen wenn ich weiss woran es liegt. Eine sehr gute Freundin von mir ist mE total hochbegabt, sie hat aber auch viele Probleme im Alltag gehabt und war sogar immer mal wieder in der Psychiatrie (und zwar wochenlang). Das ist eine der interessantesten Personen die ich in meinem Leben getroffen habe. Es ist für mich ein totales Glücksgefühl, wenn ich Sätze sage und die andere Person antwortet und es gibt einen echten WIDERHALL auf das was ich WIRKLICH gesagt habe. Wenn die andere Person auch die Nuancen wahrnimmt, an denen bei mir leider oft die Bedeutung hängt. Wenn ich von meinem "Hauptstrang" im Gespräch manchmal noch 3-4 Seitenstränge laufen lassen kann, mit denen ich etwas präzisiere/zu etwas abgrenze, und die andere Person versteht wohin ich gerade will. Bei anderen, "normaleren" Personen habe ich leider sehr oft das Gefühl dass sie mir gar nicht richtig zuhören und darüber kann ich dann manchmal ziemlich wütend und verzweifelt werden... man sagt etwas, die andere Person antwortet mit einem Satz und ich denke nur "NEEEEEIIIIIIIIIIIIIIIIINNNNNN ! Verdammt! Hör mir doch mal ZU!!!!!!" Und ich kann es auch durch Erklären meist nicht besser rüberbringen; das endet nur darin dass ich mit 100 Beispielen kommen und Sachen mehrmals sagen muss, und die andere Person checkt dann IMMER noch nicht die Nuancen, fängt aber an zu vermuten dass ich nur dozieren will, gerne auf andere Leute einrede oder mir das Thema EXTREM wichtig wäre und ich keine andere Meinung akzeptieren würde (dabei ist das NICHT der Fall, das Thema ist mir fast immer an sich VÖLLIG egal; ich möchte einfach dass die andere Person GENAU versteht was ich meine. Mit meinen guten Freunden geht das doch auch! Und zwar wirklich IMMER.). Ich fühle mich dann manchmal ziemlich alleine, obwohl ja jemand vor mir sitzt, und das ist kein schönes Gefühl. Wobei ich inzwischen schon viel besser geworden bin darin, zu gucken mit wem ich gerade rede, und mich da etwas anzupassen (mit Leuten die ich gar nicht kenne und denen ich die für etwas einfacher halte nur kurze, klare Sätze, immer nur den Hauptgedanken ganz kurz, primär über "das kennst du doch auch wegen XYZ", auf keinen Fall zu abstrakt, auf keinen Fall assoziatives Springen weil ich sie dann zu 100% komplett verliere. Und mit Freunden die ich kenne und die mir ähnlicher sind sage ich einfach was mir in den Kopf kommt und es kommen immer wunderschöne Gespräche raus die eigentlich die intensivsten und glücklichsten Phasen in meinem Leben überhaupt sind). Ich wollte nur sagen: Wenn man die richtigen Leute findet, kann ADHS (so ich das denn hab) mE auch für Sozialbeziehungen ein extrem großer Gewinn sein. Es ist mE eben nur eine komplizierte Angelegenheit mit der man erst umgehen lernen muss. Hab ich auch noch nicht völlig, aber ich sehe hoffnungsvoll nach vorne ;_).

    Ich persönlich bin mit meinen "Sozialbeziehungen" 100% zufrieden (soweit es meine Freunde meint - ansonsten eben leider oft Probleme, zB die von oben, aber nicht nur die). Ich hätte nur gerne mehr Zeit für diesen Bereich, aber dass ich diese Zeit (vor allem aber die nötige Ruhe) nicht habe hat nichts mit ADHS zu tun sondern mit meinem etwas krankhaften beruflichen Ehrgeiz und Perfektionismus.
    --------
    Edit: Wäre dir SEHR dankbar wenn du hier im Thread mal schreiben kannst, was für Erfahrungen du mit MPH machst (da gibts im Forum natürlich auch andere Berichte, aber es geht glaube ich auch etwas durcheinander und unsere Probleme scheinen ja sowohl von den ADHS/vielleicht auch Hochbegabungs-Symptomen als auch von der konkreten Lebenssituation her nicht so unähnlich zu sein)! Vielleicht hab ich das ja nur falsch dosiert, oder es waren nur Anfangsprobleme/eine falsche Wahrnehmung am Anfang.

    Edit: Danke wegen der Aufklärung mit der Edit-Funktion ;_)

    Edit: Ein gutes Beispiel ist der Thread hier. Den hab ich auch voll konzentriert geschrieben und ich bin hinterher kein bisschen müde. Ja ich weiß, jetzt kommt wieder das "Hyperfokus"-Schlagwort und macht alles tot. Ich frage mich nur warum ich hier so gut funktioniere und bei Jura gerade GAR nicht (und da kommt die Burnout-Theorie ins Spiel).

    Edit: Was du da schreibst - "Ich habe die ersten Semester bis jetzt eigentlich immer in fast schon panischer Angst vor Klausuren gelebt und die Wochen der Klausurzeit waren die Hölle. Jetzt bin ich irgendwie an einem Punkt, wo ich nichtmehr weiß, ob ich das mein ganzes Leben lang so kann. Und will. Die Kraft scheint irgendwie weg. Ich bin im Gegenzug zwar irgendwie ausgeglichener und meine anderen Probleme wie Essstörungen haben sich gebessert, aber kriege meine aktuelle Arbeit nicht auf die Reihe. Andererseits habe ich ein schlechtes Gewissen mir selbst gegenüber bzw. meinem früheren Ich, das in den letzten Semestern diese ungeheuren Anstrengungen damit hatte, an den Punkt zu kommen, an dem ich heute bin.

    Es gab irgendwie immer nur entweder totalen Stress und Anspannung - gleichzeitig Zufriedenheit, das Gefühl, etwas geschafft zu haben - oder eben Lethargie, Unmotiviertheit, Antriebslosigkeit und damit verbunden irgendwie Unzufriedenheit. Nichts von beidem hat mich wirklich glücklich gemacht.

    Wobei man unterscheiden muss zwischen glücklich und zufrieden. Beides zusammen gab es auf jeden Fall nie wirklich.
    "

    Sorry, für mich klingt das wie die DEFINITION von Burnout. Weisst du ja wahrscheinlich selber.
    Geändert von repters (15.08.2012 um 00:40 Uhr) Grund: weil ich VIEL ZU COOL BIN! Wie ist das möglich?!

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 193

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    Sorry, lol. Ich hab jetzt der Versuchung widerstanden das "Sorry" in einen Edit zu packen ,-).

  10. #10
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 43
    Forum-Beiträge: 2.633

    AW: Hilfe!!! Habe ich ADHS oder nicht? Etwas verzweifelt ;_(

    repters schreibt:
    ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
    2. MPH: Ich hab es inzwischen ein paar mal genommen, aber die Erfahrungen sind... sagen wir mal merkwürdig und sehr zweischneidig.

    Erstens: Es sediert mich, sogar ziemlich stark. Nachdem es für nicht-ADHSler aufputschend wirken soll, wäre das nach Definition der Ärzte wohl der Beweis dass ich ADHS habe. Aber: Obwohl meine ADHS-haften Verhaltensweisen unter Ritalin 100% zu verschwinden scheinen - es ist GESPENSTISCH wie das Zeug wirkt (in ganz verschiedener Hinsicht, von meinem Sprachverhalten, über mein Arbeitsverhalten, generell Denkverhalten, meine Arme und Beine sind viel ruhiger) und es hat mich zuerst EXTREM überzeugt bis ich anfing mir über die potentiellen Nachteile Gedanken zu machen - bin ich von der Wirkung iE nicht überzeugt.

    Ich habe das Gefühl, Ritalin macht mich einfach 30 IQ-Punkte dümmer und irgendwie nur dadurch ruhiger dass ich viel weniger denke und erlebe.

    Und sorry: Damit mag ich zwar mehr ein "Normalmensch" sein (ich weiß dass das jetzt ziemlich arrogant klingt - sorry) - ich verspüre überhaupt nicht mehr den Drang, so schnell zu reden, ich kann mich viel besser einfach mal auf einen Stuhl setzen und gar nichts tun - ich empfinde das aber eher als geistige Verarmung.

    Ich denke nicht mehr so assoziativ, so schnell.
    Jo, zunächst. Über die Wirkung von Mph (auf ADHSler) herrschen doch einige Mythen vor.

    Am leichtesten lässt sich diese Verwirrung an unseren Gegnern ablesen (den so genannten ADHS-Kritikern), hier fungiert Mph wahlweise entweder a) als Kokain-Ersatz, also als Aufputschmittel, dem ganz phantastische Wirkungen zugeschrieben werden ("Studenten können die ganze Nacht durchlernen" u.ä.) oder b) als Sedativum ("die Kinder werden ruhiggestellt"). Was denn nun sein soll, darüber konnten sich die Kritiker noch nicht ganz einigen.

    Das hat einen ganz spezifischen Grund. Diese Leute können sich zwei konträre Wirkungen, die gleichzeitig eintreten, nicht vorstellen, das geht über ihre intellektuelle Kapazität.

    Beim ADHSler wirkt also Mph doppelt in

    a) einer Beruhigung der motorischen Unruhe

    und

    b) der Erhöhung der Konzentration, genau muss man sagen, weil der Punkt auch immer wieder missverstanden wird (Stichwort: Gehirndoping): in einer Normalisierung der Konzentration, der ADHSler fühlt sich wacher (nicht aufgeputscht, nicht angetrieben, sondern wacher, normal wach)

    Es soll also nicht sedieren, so wie Du das beschreibst.

    Eine Überdosierung muss es nicht sein, es kann auch eine Unterdosierung sein.

    Dass Du abends und nachts besser lernen kannst, ist für ADHSler normal. Zwei Gründe:

    a) der normale Tag-Nacht-Rhythmus ist bei ADHSlern ohnehin um drei bis vier Stunden verschoben (dass du morgens nicht in die Puschen kommst, ist also normal)

    b) abends nimmt die Geräuschkulisse und die Ablenkungsmöglichkeiten in der Umwelt ab, ein Abnehmen der Ablenkung, erhöht automatisch die Konzentration beim ADHSler

    Dass Dein Höhepunkt der Konzetration erst um 4 Uhr morgens ist, ist allerdings schon etwas ungewöhnlich und deutet auf eine Schlafstörung hin.

    Statt ADHS könnte es auch eine Hochbegabung sein, die Du noch nicht richtig ausgelebt hast, also eine Art unterdrückter Hochbegabung.

    Warum Mph nicht richtig wirkt?

    Es könnte wie gesagt

    a) eine Schlafstörung vorliegen

    oder

    b) eine Dissoziation

    oder

    c) eine Depression oder Angststörung, die seperat behandelt werden muss

    Das sind die drei Klassiker, warum Mph nicht funktioniert.

    Es gibt aber auch Non-Responder. Wenn ich den web4health-Kumpel Rossi richtig verstanden habe, geht er davon aus, dass bis zu 50 % aller ADHSler nicht oder nicht ausreichend auf Stimulanzien ansprechen. Halte ich für ein bißchen zu hoch gegriffen, aber ein Drittel könnte es schon sein.

    Nun hast Du ja Mph auch nicht sehr lange probiert. Gerade Mph ist aber ein Medikament, dessen Wirkung zwar sofort spürbar ist, um aber wirklich sagen zu können, ob es einen positiven Verlauf auf die Persönlichkeitsentwicklung des Betroffenen macht, muss man die Einnahme schon einige Monate beobachten.

    Gerade im Erwachsenenalter ist die Wirkung von Stimulanzien nicht mehr so einschneidend wie bei Kindern, sondern geht eher schleichend vor sich. Ein willkürliches Beispiel: Nach einem halben Jahr der Einnahme sagte ich meiner damaligen Ärztin: Der Scheiß hat überhaupt keine Wirkung. So fühlte ich das auch. Was ich nicht erwähnte, war z.B. der Umstand, dass ich zum Kürzen meiner Fingernägel wieder die Schere nehmen musste, früher hatte ich den Nagel einfach abgekaut. D.h. die Veränderungen kommen sehr oft schleichend und kaum bemerkbar. D.h. das Wunder, das sehr oft bei der Behandlung von ADHS-Kindern ("wie ausgewechselt", "ein Unterschied wie Tag und Nacht"...) beschrieben wird, fällt bei Erwachsenen meistens aus.

    Dann gibt es noch den Spezialfall ADHS + Hochbegabung

    Leider wird dieser Bereich bis heute selbst von den ADHS-Spezis sehr stiefmütterlich behandelt.

    Fest steht, dass beim gleichzeitigen Vorhandensein einer Hochbegabung und ADHS die Gabe von Mph teilweise fuzzilogisch wirken kann.

    Wenn Du beschreibst, dass Du unter Mph nicht mehr so gut und schnell assoziieren kannst, ist das EIN SINN von Mph, dass die Birne abgebremst wird. Und ein "normaler" ADHSler erlebt den Vorgang tatsächlich als hilfreich.

    Bei einem Hochbegabten kann sich tatsächlich das Gefühl entwickeln, dass die Birne langsamer arbeitet, dass man selber irgendwie dämlicher geworden ist.

    Viele hochbegabte ADHS-Künstler klagen dann auch - recht unspezifisch - darüber, dass ihre Kreativität nachlasse.

    Dieses Nachlassen der Kreativität des Gehirns ist eigentlich ein erwünschtes Ergebnis, weil es das Gehirn des "normalen" ADHSlers erst befähigt, an einer konkret gestellten Aufgabe auch dran zu bleiben, und nicht "kreativ" abzuschweifen.

    Der Hochbegabte will jetzt unter Umständen gerade das kreative Abschweifen und fühlt sich unter Mph eingeengt. Das gibt es.

    Als Faustformel gilt, je später ADHS behandelt wird und je mehr ausser dem ADHS noch vorliegt an z.B. Persönlichkeitsstörungen, Komorbiditäten, Hochbegabung, Schlafstörungen usw., desto unwahrscheinlicher wird es, dass Stimulanzien richtig wirken können. Wäre es nicht so, bräuchten wir auch kein Forum für Erwachsene, wir könnten uns einfach einem Forum für ADHS-Kinder anschließen.


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