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Diskutiere im Thema AD(H)S von Normal abgrenzen - Schwierig? im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 27
    Forum-Beiträge: 66

    AD(H)S von Normal abgrenzen - Schwierig?

    Hallo Leute

    Ich bin ja jetzt am Montag diagnostiziert worden. Meine Eltern sind mitgekommen. ( Da ich noch recht jung - 22 bin )

    Da AD(H)S für meine Mutter und meinen Vater nicht in Frage kommen, allerdings jeweils leicht betroffen sein könnten ( bedarf keine Behandlung ) wurde von meiner Mutter zu recht eine Interessante Schlussfolgerung gesetzt, Zitat:

    "Ja toll, dann haben ja 80% der Jugendlichen ADS".

    Die Diagnostikerin schüttelte den Kopf, ich war gespannt wohin das ganze ging und was die Ärztin nun sagen wird.

    Meine Eltern fingen an, gegen diese Diagnose anzukämpfen. "Mein Sohn war nicht hyperaktiv und hat auch immer zugehört, er war NIE Verhaltensauffällig."

    Die Diagnostikerin sichtlich gelassen, blätterte in Ihren Unterlagen und las vor:

    "Mikoo hat den Arbeitsbeginn meistens unnötig hinausgezögert." Zitat aus einer meiner Grundschulzeugnise.

    Meine Mutter wieder: Aber jedes Kind macht sowas doch!

    "Mikoo hatte trotz seiner unkonzentrieten Arbeitshaltung nie Probleme dem Unterricht zu folgen."

    Meine Mutter schwieg.

    "Das deutlichste Anzeichen.." fuhr die Ärztin fort "..ist allerdings der letzte Abschnitt des 4. Klasse Grundschulzeugnises, wobei angemerkt wird, dass die geistigen Voraussetzungen für ein Gymnasium erfüllt sind, aber aufgrund von ADS typischen Symptomen davon abgeraten wird. Wie Sorgfalt, Schrit, Lernbereitschaft und konzentrierte Arbeitsweise. Was die Lehrerin in die Zeugnise schreibt ist deutlich und widerspricht sich mit den Aussagen, die Sie über Ihren Sohn in dieser Zeit getroffen haben. Viele AD(H)S betroffene Kinder müssen nicht zwangsweise zuhause Verhaltensauffällig sein. In dem Zeugnis steht außerdem, dass Ihr Sohn nie eine positive Sicht auf die Schule entwickeln konnte."

    Meine Mutter ging erneut in die offensive: Trotzdem, normalerweise hätten die Lehrer uns doch informieren können? Wenn es so schlimm wäre?

    Nun schritt ich ein um die Ärztin ein wenig zu unterstützen: "Mama, meine Noten waren gut. Welchen Grund sollte die Lehrerin also gehabt haben, an eine psychologische Störung zu glauben? Hätte ich nur 5er und 4er geschrieben, dann wäre es bestimmt so weit gekommen, aber meine Noten lagen stets zwischen 2 und 4. Zumal die Lehrer nicht unbedingt Kompetenz aufweisen müssen, schließlich beschreibt Sie die Symptome, hegte aber nie den Verdacht."

    Meine Mutter war allerdings misstrauisch. Sie kennt viele Kinder, die 0 Bock auf gar nichts haben und nicht mal den Hauptschulabschluss geschafft haben und die sollen jetzt kein AD(H)S haben?


    --------

    DIe Ärztin hat zwar gute Argumente gehabt, allerdings würde ich die Argumentation etwas anders angehen.

    Zwei Kernpunkte sind wichtig: Tagträumen und Konzentration.

    Wie erziehe ich einem Kind an, aufhören Tagzuträumen. Überhaupt nicht, entweder das Gehirn fängt irgendwann damit an oder eben nicht.

    Wie erziehe ich einem Kind an, konzentriert zu sein? Überhaupt nicht, wenn das Gehirn nicht will und es nicht geht, dann geht es nicht.

    Diese beiden Symptome sind schon mal wesentlich. Nun gibt es viele Symptome die jedes Kind bestimmt mal hat:

    Vergesslichkeit, Hyperaktivität, Stimmungsschwankungen, Hausaufgaben vergessen, kein Interesse an gewissen Fächern etc.

    Was meiner Meinung nach hier wichtig ist, sind selbstverständlich der Häufigkeitsfaktor, aber auch der Zusammenhängede Faktor.

    Hat ein Kind nur ein paar dieser Symptome und ein anderes wiederrum auch ein paar Symptome? Oder hat ein Kind EINIGE dieser Symptome kombiniert + Tagträumerei, Konzentrationsprobleme und Vergesslichkeit.

    Teilweise könnte es menschlich sein, doch kommt es ständig vor, obwohl man das Kind immer wieder ermahnt (bestraft) dann sollte man, wie ich finde AD(H)S in betracht ziehen.

    Im Falle der vielen Jugendlichen mit der 0 Bock Einstellung ist nämlich jetzt die Kernfrage: KÖNNEN sie sich nicht auf den Unterricht konzentrieren oder WOLLEN sie nicht. Kommt der Jugendliche nach Hause und sagt meistens "Kein Bock" oder sagt er "Es interessiert mich nicht, deswegen kann ich mich einfach nicht konzentrieren" Der Unterrschied ist wesentlich. AD(H)S Betroffene, wie ich es auch erlebt habe, KÖNNEN sich nicht konzentrieren selbst wenn sie es noch so stark versuchen und DA liegt die Diagnostik.

    Sieht das jemand auch so oder hat noch andere Vermutungen?

    Grüße

    Mikoo
    Geändert von Mikoo ( 2.08.2012 um 10:06 Uhr)

  2. #2
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: AD(H)S von Normal abgrenzen - Schwierig?

    Ähm... ja.... *g*.... Hallo erstmal

    Du scheinst ein sehr "nettes" Kind gewesen zu sein... im Gegensatz zu Dir war ich ein Ar.....kind *lach*! Ich hab meinen Eltern das Leben teilweise zur Hölle gemacht ich war END hyper und wenn ich nicht ausgelastet war dann wurde rumgeschrien, hingeschmissen, verweigert etc und später in der Pupertät kam dann Flucht, Depressionen, klauen und lügen und andere nette Sachen dazu ... und mein Sohn sorgt dafür, dass ich nun alles wieder bekomme, wie in einen Spiegel schaun !
    Also halten wir mal fest, dass Du dann wohl eher zur "light" Variante zählst was die Kindheit angeht.

    Was aber auch wieder bezeichnend dafür ist, dass ADHS'ler ja genau wie bei den Stinos nicht gleich ADHSĺer ist. Es gibt eben ganz unterschiedlich ausgeprägte Formen und jeder ist anders und generell ist die Frage ja, wie sehr ist jemand belastet. Wenn ich ADHS habe, aber sonst keine Probleme und mich damit gut arrangieren kann, dann brauche ich vielleicht gar keine Therapie oder sonst was.
    Aber wenn es eben Probleme gibt die durch ADHS entstehen oder ich einfach nicht den richtigen Background habe oder den richtigen Job oder oder oder... das ist eben auch immer eine Ansammlung von Fakten die da mit reinspielen.

    Eine Diagnose ist nur eine Diagnose... die Frage ist doch, wie sehr tangiert Dich das was da diagnostiziert worden ist?
    Ich kenne Menschen mit ADHS die haben nur die "normalen" Probleme im Leben und sonst ist alles taco...
    Ich kenne aber auch das krasse Gegenteil.... ständig Klinik und eigentlich kommt immer nur mehr Mist dazu...

    Bei Kindern sehe ich das genauso. Es gibt die die sich damit "durchschlängeln". Ich war sehr lange zwar auffällig aber bin immer durchgerutscht (Grundschulalter) weil ich beliebt war und große Kuhaugen hatte und immer lieb bitte und entschuldigung sagen konnte !
    Mein Sohn dagegen ... ist ein sensibelchen vor dem Herren, findet schwer Freunde und hat sozialkompetent totale Schwierigkeiten....
    So ist das eben...

    Null Bock Phasen im Teeniealter hat jeder... ich denke nur, dass man irgendwann merkt ob das im Normbereich ist oder ob da was dahintersteckt.
    Eltern nehmen übrigens Dinge die in der Vergangenheit passiert sind GERNE verzerrt wahr!
    An manche Dinge will man sich auch nicht mehr so erinnern oder sie werden verfälscht abgespeichert ich kenn das von meiner Mutter sehr gut!

    Weiß nicht ob das nun das war was Du Dir erhofft hast, aber vielleicht kannst ja was damit anfangen !


    LG

    Rose

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