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Diskutiere im Thema Antriebslosigkeit im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
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Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    Antriebslosigkeit

    Hallo,

    bei mir besteht Verdacht auf Asperger-Syndrom oder ADHS.
    Leider habe ich nicht genug Antrieb, einen Beitrag im Vorstellungsbereich zu schreiben.
    Ich hoffe, das ist in Ordnung.

    Ein Problem, was mein Leben sehr beeinflusst, ist genau diese Antriebslosigkeit.

    Ich würde gerne meine Antriebslosigkeit ein wenig schildern, denn ich habe mich intensiv mit ihr beschäftigt.
    Es wäre schön, wenn ihr mir Eure Meinung dazu sagen würdet bzw. ob das bei euch genau so ist.

    Ich kann nur Dinge tun, die ich wirklich tun möchte oder wirklich tun muss und das "muss" kann man sehr wörtlich nehmen.

    Dinge, die ich tun kann, sind Dinge, die mein Gehirn so stimulieren, wie es noch nie stimuliert wurde.
    Es geht dabei um Neues, um Unbekanntes, um etwas, was ich nicht kenne und für mich nicht hervorsehbar ist.

    Das bedeutet, dass alles, was ich schon kenne, in meinem Augen langweilig ist. Und umso mehr ich getan habe,
    desto langweiliger wird alles, weil ich es eben schon kenne. Diese Langeweile, dieser Mangel an Stimulation im Gehirn hindert mich daran,
    eine Tätigkeit überhaupt zu tun. Ich mache es also gar nicht mehr, es sei denn ich muss.

    Dinge, die ich tun muss, sind trinken, auf Toilette gehen und schlafen. Das kann ich problemlos tun, weil ich es eben muss.
    Auch, wenn es immer die selbe Tätigkeit ist, so muss ich dies tun, deshalb tue ich es auch. Wobei ich nicht regelmäßig pünktlich ins Bett gehen kann.

    Essen ist eigentlich auch etwas, was ich tun muss. Essen unterscheidet sich aber dadurch, dass ich das Essen zubereiten muss.

    Es ist schwierig für mich Essen zuzubereiten, aber irgendwann meldet sich der Körper, dass er etwas Anständiges essen möchte und dadurch,
    dass ich dann etwas Richtiges essen muss, kann ich in der Regel auch etwas kochen, wenn es keine einfachere Möglichkeit gibt, z.B. Tiefkühlpizza.

    Ins Fitness-Studio gehen klappte nur für einen Monat, danach kannte ich alles, die Stimulation war weg.
    Die Fitness-Geräte verändern sich nicht. Es ist vorhersehbar, deshalb kann ich es nicht mehr tun.

    Fitness-Kurse in der Gruppe waren ein wenig interessanter, das hat also ein paar Monate funktioniert.
    Mittlerweile ist aber auch das zu langweilig, weil die Übungen nur begrenzt variieren. Ich weiß eben, was passieren wird.

    Ich kann keine Bücher lesen, egal welcher Art. Am Anfang ging es problemlos. Die ersten Bücher habe ich verschlungen.
    Mittlerweile kann ich ein Buch nicht einmal in die Hand nehmen, weil der Prozess des Lesens immer der gleiche ist.

    Es geht immer darum, die Buchstaben zu erfassen, Wörter daraus zu bilden, diese zu einem Satz zusammenzufügen und dann zu verstehen.
    Das ist zu langweilig, weil ich weiß, wie es funktioniert.

    Ich kann deshalb keine Bücher oder lange Texte lesen, es sei denn, ich muss. Das heißt, wenn ich etwas unbedingt wissen möchte,
    dann geht es aber problemlos.

    Das Einzige, was nicht langweilig ist, sind unter anderem bestimmte amerikanische Fernsehserien wie True Blood, The Big Bang Theory, How I Met Your Mother, etc. Es muss unvorhersehbar sein und perfekt inszeniert sein, dann kann ich es problemlos schauen. Alles andere kann ich mir nicht ansehen.

    Ansonsten funktionieren auch japanische Anime-Serien, amerikanische YouTube-Videos, und der Kontakt mit Interessanten Menschen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Wassersaft

  2. #2
    Lysander

    Gast

    AW: Antriebslosigkeit

    Herzlich Willkommen! Immerhin hast Du jetzt gaanz viel geschrieben! Eine tolle Leistung! Danke!
    Vielleicht kann ja ein Moderator Dein Posting in den Vorstellungsbereich schieben :-)

  3. #3
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Antriebslosigkeit

    Ich habe wohl so viel geschrieben, dass alle den Text mit Bewunderung ansehen, aber nicht durchlesen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 62
    Forum-Beiträge: 81

    AW: Antriebslosigkeit

    Wassersaft schreibt:
    Ich habe wohl so viel geschrieben, dass alle den Text mit Bewunderung ansehen, aber nicht durchlesen.
    Hallo Wassersaft,
    durchgelesen ja, was die Bewunderung betrifft, naja, ist eben wenn man weiß was man selbst kann und ein anderer kann das nicht so gut, soll man dann sich selbst bewundern?
    Also.
    Ich kann nämlich auch Dinge nicht tun die ich tun muss, und mein "muss" ist etwas anders als Deins.
    Toilette und so zähle ich dabei nicht, aber Essen schon, und im Nichtsessen bin ich ganz gut, und im Nichtskochen ganz besonders.

    Fitness-Studio und überhaupt Sport überlasse ich immer gerne den anderen, alleine schon der Gedanke ans schwitzen, duschen umziehen...
    Aber Bücher lesen? Im Prinzip lese ich viel, aber das eine Buch das ich letztes Jahr zum Geburtstag geschenkt bekommen habe liegt noch so da wie es war, nur eine Ecke vom Geschenkpapier ist ab weil ich den Titel lesen musste.

    Dass viele ADSler Probleme beim Lesen haben kann ich verstehen, ich hatte aber nie welche, ganz im Gegenteil, ich habe Bücher oft in einer Nacht komplett durch gehabt, oft auch nur wegen des Lesens und nicht wegen des Inhalts, plem...

    Fernsehen tu ich gar nicht, höchstens aus Versehen, solange die Nachrichten nicht "schlechte Nachrichten" heißen und Werbung nur zwischen 01:00 - 04:30 Uhr in der Nacht ausgestrahlt wird ändert sich auch nichts daran, außer ich würde bettlägerig.

    Sonst aber ist es mit der Antriebslosigkeit besser geworden, nach und nach bauen sich bestimmte Stapelwerke ab, aber aufpassen muss ich immer, früher hatte ich gar keine Übersicht, Übersicht habe ich zwar immer noch keine, aber das "gar" ist weggefallen, also nicht mehr ganz so viel keine ...

    Aber wenn ich das was ich eigentlich zu tun haben würde, wenn ich mir das etwas genauer betrachte, und das darf ich eigentlich gar nicht sonst kriege ich Zustände, also wenn ich das so zusammenrechne siehts immer besser aus, da bin ich einfach mal Optimist, ein Realist würde natürlich etwas anderes sagen, aber das war ich früher mal, ist auch nichts draus geworden...

    Viele Grüße,
    Gerald

  5. #5
    Lysander

    Gast

    AW: Antriebslosigkeit

    Du irrst, jedenfalls was mich angeht: ich habe ihn gelesen und zur Kenntnis genommen.

  6. #6
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 60

    AW: Antriebslosigkeit

    guten tag wassersaft,

    (hoffe das wird nicht zu lang ;)

    Ja! es kommt mir bei deinen ausführungen einiges bekannt vor!

    nach allem was ich bis jetzt über adhs in erfahrung bringen konnte und an mir erfahren habe
    ist dieser problembereich elementar.
    Ich selbst habe mich lange bevor ich über ads wusste als "dopamin-Junkie"
    beschrieben - soll heißen ich mache (wenn kein striktes MUSS vorhanden ist) nur das was meinem hirn
    "Belohnung" verschafft und zwar schnell und kurzfristig.

    Laut wissenschaft ist ja auch der ads´sche dopaminhaushalt gestört... also ein problem das wohl alle hier haben
    nur die Art und Weise wie sich das genau äußert is wohl so verschieden wie die leute selbst.

    Bei dir scheint die belohnung sehr stark im kognitiven "navigieren" in neuer (Lern)umgebung zu liegen,
    es muss also die handlung eine neue sein. ich kann das nachvollziehen. Allerdings kann ich belohnung halt auch noch
    durch neue inhalte (stichwort bücher) erhalten.

    wenn es dann allerdings eintönig oder wiederholend wird gebe ich auch auf...

    hast du also keine tätigkeit wo dich ein neuer inhalt faszinieren würde? bei mir sind es meist
    die vor- und nachbereitungenbereitungen die den keim ersticken.

    ich koche beispielsweise sehr gerne (mit gewürzen und kombinationen tüfteln etc...) dafür ist es
    nur leider nötig die küche aufzuräumen die zutaten zu kaufen, zu warten bis es gar ist etc.
    und dann ist die motivation auch schon wieder futsch und die tiefkühlpizza muss herhalten.

    Generell können wir aber lernen!!! sehr sehr langsam natürlich aber es geht.
    und jeder hat halt auch so seine strategieen aktiv zu werden - hab heut zumbeispiel festgestellt das schlafmangel
    in der ersten tageshälfte meine bereitschaft "Dinge zu tun" enorm steigert -.-

    so mehr spucken meine neuronen grad nicht aus -
    ich hoffe auf jedenfall, das du da weiterkommst!
    gruß disordian

    PS.: wegen Büchern, ein buch bei dem zumindest das sprachsystem anders und herausfordernd ist
    ist "finnegans wake" von joyce!

  7. #7
    Lysander

    Gast

    AW: Antriebslosigkeit

    disordian schreibt:
    "finnegans wake" von joyce!
    Das kann ich nur unterstreichen... Three quarks for muster mark.... "Ulysses" ist ebenso eine Herausforderung, finde ich

  8. #8
    Ist hier zuhause

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen:
    Alter: 35
    Forum-Beiträge: 3.524

    AW: Antriebslosigkeit

    Wassersaft schreibt:
    Ich habe wohl so viel geschrieben, dass alle den Text mit Bewunderung ansehen, aber nicht durchlesen.
    hehe...nenene so läuft das hier nicht

    Du kannst/musst hier schon davon ausgehen, dass wir auch lesen was Du schreibst !

    Was Du beschreibst kenne ich in Teilen auch sehr gut.

    Bei mir war das in jüngeren Jahren noch extremer. Ich fing ständig neue Dinge an, weil mir für die "Alten" der Antrieb fehlte, es langweilig war oder ähnliches.

    So dumm es klingt, aber man kann das lernen bis zu einem gewissen Punkt.

    Ich muss sagen, dass mir auch MPH sehr geholfen hat nicht in diese Löcher zu fallen und wieder zu "gammeln".

    Darf ich fragen was Du beruflich/schulisch machst?

    Ich denke wie gesagt man kann lernen eine gewisse Struktur in sein Leben zu bekommen und sich selbst zu motivieren, denn ich denke nicht, dass Du sehr glücklich bist mit der Situation wie sie ist, so kommt es für mich rüber in Deinem Text.

    Wenn Du etwas ändern möchtest solltest Du Dir vielleicht Hilfe suchen in Form von jemandem der Dich motiviert und in den Hintern tritt das auch zu tun (damit Du es nicht wieder verschiebst wegen Antriebslosigkeit) und ich denke dann kannst Du es auch schaffen etwas zu verändern!

    Bist Du zur Zeit in der Diagnosephase? Also hast Du schon einen Arzt ?

    LG

    Rose

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Alter: 46
    Forum-Beiträge: 39

    AW: Antriebslosigkeit

    das mit den Fernsehserien geht mir auch so ... da habe ich irgendwie hohe Ansprüche was dramaturgische Qualität angeht, allerdings habe ich dass bis jetzt noch nie mit ADS in Verbindung gebracht - interessant ... die deutschen Serien sind leider in dieser Hinsicht total anspruchslos, voller Klischees und vorhersehbar und wiederholen immer nur die gleichen lauen Geschichten... wenn ich mir so etwas anschaue werde ich sofort unruhig und agressiv ....höchstens der ein oder andere Tatort kann dort mithalten .... neben Dokus und Fußball schaue ich deshalb auch fast nur ausgewählte englische oder amerikanische Serien, wobei es die besten nicht mal im deutschen Fernsehen gibt, sondern nur im Internet über halbillegale Streams


    Meine aktuellen Lieblingsserien sind Breaking Bad, The Killing, Walking Dead, Game of Thrones und Good Wife
    Geändert von tobilan (31.07.2012 um 16:03 Uhr)

  10. #10
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 25

    AW: Antriebslosigkeit

    Lysander schreibt:
    Du irrst, jedenfalls was mich angeht: ich habe ihn gelesen und zur Kenntnis genommen.
    Wie man am Smiley erkennen kann, war meine Aussage nicht sooo ernst gemeint.

    Rose schreibt:
    Bei mir war das in jüngeren Jahren noch extremer. Ich fing ständig neue Dinge an, weil mir für die "Alten" der Antrieb fehlte, es langweilig war oder ähnliches.
    So war es für mich auch und es hat sich nur dadurch verändert, dass ich alles durch habe und nicht weiß, was ich sonst noch ausprobieren sollte.
    Wenn es auf den ersten Blick nichts mehr gibt, dann kann man noch so unruhig etwas Neues verlangen, wenn es nichts mehr gibt, dann ist es wohl so.

    Rose schreibt:
    Bist Du zur Zeit in der Diagnosephase? Also hast Du schon einen Arzt ?
    Ich bin gerade dabei abzuklären, ob es Asperger-Syndrom ist oder auch Asperger-Syndrom ist,
    wegen den Eigenheiten im Kontakt mit Menschen (Mimik, Emotionen, etc.).
    Ich war bei vielen Psychologen, aber von ADHS hat mir niemand etwas gesagt.
    Wahrscheinlich verbinden Psychologen das in erster Linie mit Kindern.

    tobilan schreibt:
    das mit den Fernsehserien geht mir auch so ... da habe ich irgendwie hohe Ansprüche was dramaturgische Qualität angeht
    Ja, es muss einfach alles stimmen. Ich frage mich immer, warum die nicht merken, dass das Endprodukt schlecht ist.
    Auch bei guten Serien gibt es Folgen, wo man denkt: "Naja..." Aber wenn alles perfekt ist, dann gibt es ein schönes Feuerwerk im Gehirn.

    tobilan schreibt:
    neben Dokus und Fußball schaue ich deshalb auch fast nur ausgewählte englische oder amerikanische Serien, wobei es die besten nicht mal im deutschen Fernsehen gibt
    Ich bin mir sicher, dass du auch japanische Anime-Serien gutfinden würdest, wie z.B. Death Note oder Code Geass.
    Am besten auf japanisch mit englischen Untertiteln.
    Nach der ersten Folge denkt man sich: "Meine Fresse ist das gut!!"

    tobilan schreibt:
    Meine aktuellen Lieblingsserien sind Breaking Bad, The Killing, Walking Dead, Game of Thrones und Good Wife
    Game of Thrones finde ich auch gut. Bei The Walking Dead habe ich die letzten Folgen der zweiten Staffel nicht geschafft.

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