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Diskutiere im Thema Diagnose als Erwachsener im Forum ADS ADHS bei Erwachsenen
bei ADHS bei Erwachsenen Forum
Allgemeine Fragen, Antworten und Hilfe rund um ADHS bei Erwachsenen und ADS bei Erwachsenen
  1. #1
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 53

    Diagnose als Erwachsener

    Ein freundliches Hallo an alle!
    Ich lese im Forum immer wieder, dass viele erst als Erwachsene die Diagnose ADHS erhalten. Andererseits sagt man, dass die Symptome bereits im Schulalter auftreten müssen, damit es ADHS sein kann. Daher die Frage an die, die ADHS als Erwachsene festgestellt haben: Wie war das beu Euch in der Kindheit? Habt ihr da konkrete Erinnerungen, ob ihr ADHS hattet oder nicht?

    Viele Grüße + Danke vorab
    Raphael

  2. #2
    Wohnt hier

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 1.149

    AW: Diagnose als Erwachsener

    rabo schreibt:
    Ein freundliches Hallo an alle!
    Ich lese im Forum immer wieder, dass viele erst als Erwachsene die Diagnose ADHS erhalten. Andererseits sagt man, dass die Symptome bereits im Schulalter auftreten müssen, damit es ADHS sein kann. Daher die Frage an die, die ADHS als Erwachsene festgestellt haben: Wie war das beu Euch in der Kindheit? Habt ihr da konkrete Erinnerungen, ob ihr ADHS hattet oder nicht?

    Viele Grüße + Danke vorab
    Raphael
    Jede Menge Erinnerungen, aber erst durch die Lektüre der diversen Bücher drauf gekommen:
    - schon als Säugling auffallend "wild" nachdem sich meine Mutter während der Schwangerschaft mehrfach fragte, ob ich überhaupt noch lebe. Kaum geschlüpft war nix mehr mit Ruhe
    - schon als Säuglich und Kleinkind nen trägen Magen- Darmtrakt
    - konnte kaum laufen, da war ich schon das erste Mal abgehauen. Mit dem Puppenwagen quer durchs Dorf - musste überhaupt ständig gesucht werden. Lag aber auch mal im Garten und hab geschlafen unter den Tomatensträuchern
    - Mittagsschlaf war bei mir nicht drin - da ging ich noch in den Kindergarten. Alle anderen Kinder schliefen Nachmittags noch ein bis zwei Stunden - keine Chance bei mir
    - konnte nicht malen und zeichen, Hand- und Bastelarbeiten waren der reine Horror - da ist das Zeug schon mal an die Wand geflogen
    - beim Einschulungstest sollten wir unseren Vater zeichen - sowas konnte ich doch gar nicht - aber die komische Gestalt hatte fünf Finger an beiden Händen ggg (heute würde ich sagen, ich war einfach noch nicht so weit bzw. hätte vielleicht erstmal ne Brille gebraucht
    -Schrift: grauenvoll, trotz endlosem Üben usw.
    - Bis zu den Textaufgaben ging in Rechnen bzw. Mathe noch alles gut, dann begann der Ärger und hörte nie mehr auf!
    -Aufsätze wurden als gute Beispiele vorgelesen, Note war mies - hab auf zwei seiten locker zwanzig Fehler untergebracht - ging gar nicht!
    -ohne jeden Blick für Gefahren auf die höchsten Bäume geklettert und schon mal fast nen Absturz gemacht
    -bin als Kind ständig nachts aufgewacht - habe vor lauter Langeweile mir selbst die Alpträume zugeführt, um dann im Bett meiner Eltern zu landen. Dort die Geschichte mit den Alpträumen wieder erprobt und mich gewundert, warum es dort nicht aufgetreten ist.
    -Sport war ich eher ne Niete, war auch egal, was ich versuchte - üben war nicht besonders effektiv. Aber immer gerade so hingekriegt.
    -Schwimmen hab ich zwar schnell gelernt, aber dann war auch Schluss. Ist damals (5 Jahre) schon nem Bekannten meiner Eltern aufgefallen, dass ich nicht richtig atme
    - Etwa ab der 7. Klasse war meine Verpeiltheit und Träumerei nicht mehr kompensierbar - ich stürzte stetig in der Schule ab - hockte ständig träumend und an meinen Haaren drehend auf dem Stuhl

    Hatte drei Cousins, die alle unter Ticks litten. Die waren so aktiv, dass eigentlich alle vor der Bande Respekt hatten - kaum auszuhalten die Burschen. Ständiges Kippeln mit Stühlen, Grimassen schneiden, Stottern, Schlürfen usw.

    Das war jetzt nur ein kleiner Ausschnitt

    LG Waldsteinie

  3. #3
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Danke für die Antwort. Bei mir wars ganz anders, aber ich hab je auch kein H drinne. (ADS und nicht ADHS) dementsprechend bin ich nicht so sehr ein Springinkerl gewesen.

  4. #4
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Forum-Beiträge: 187

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Erstmal hat man auch schon als Kind AD(H)S, das kommt in der Regel nicht erst im Erwachsenenalter und es ist viel schwerer zu diagnostizieren oder von außen zu erkennen als ADHS mit Hyperaktivität. Das Ding ist ja ganz einfach, welches Kind fällt mehr auf? Das unkonzentrierte hibbelige Rumhüpfkind und das entspannte und eher verträumte?

    ich hab aucH ADS ohne das H, mit 29 diagnostiziert, vorher ist das nie aufgefallen. Ich war immer intelligent, aber eben auch faul wie sonstwas. Im Kindergarten und in der Grundschule war das kein Problem, ich konnte dem Stoff leicht folgen, hab fleißig selbst gelernt und mir ist das alles so zugeflogen, so wie das bei einer gewissen Intelligenz ja nunmal normal ist.

    Problematischer wurde es halt im Gymnasialalter in Richtung Pubertät. Da war alles nicht mehr so einfach und auf einmal "wollte" ich nicht mehr lernen, sondern ich "musste" und da fiel mir auf, dass mir das schwer fällt. Also nicht problematisch schwer zunächst, aber scheinbar doch schwerer als anderen Leuten. Ich hab mir nicht viel dabei gedacht und selbst Strategien entwickelt damit umzugehen, denn sonst war ja alles soweit okay, meine Ablenkbarkeit und so weiter, die Unordnung, das hat mich nicht so großartig gestört, ich kannte es ja nicht anders, das war für mich "normal". Nur hab ich aufgrund eines problematischen schulischen Umfelds und lauter selbstgemachter Vorwürfe aufgrund meiner "Faulheit" und so weiter Depressionen entwickelt und so einige Probleme bekommen.

    Ich habe auch studiert, ein Studiengang abgebrochen, der zweite jetzt kurz vor den letzten Abschlussprüfungen. Vor allem da ist mir aufgefallen, dass das mit der Konzentration ja wohl nicht sein kann, warum bin ich nur nach einer Stunde lernen SO müde? Also richtig körperlich müde, nicht nur ein bischen erschöpft, ich musste mich wirklich hinlegen, wohingegen andere den ganzen Tag lernen können und dann noch Energie finden um Party zu machen und morgens früh weiterlernen können... Das sollte doch normal sein. Jedenfalls mache ich auch grad die 2. Psychotherapie. Die erste wegen Depressionen hat kaum was gebracht, zu der zweiten bin ich auch wegen Depressinen hin und dort kam halt der Verdacht auf, dass es ADS sein könnte, das das alles verursacht, und so war es dann auch wie der Psychiater mir bestätigt hat. Mit den Medikamenten gehts mir gut, die Depressionen ins nahezu komplett weg und ich kriege das hin, was ich vorher NIE hinbekommen habe.

    Also wirklich konkretes kann ich da nicht sagen, aber was die Kindheit angeht war ich relativ normal, also unauffällig, wie es bei ADS ohne H halt meistens ist. Ich bin recht gut situiert in einem guten Elternhaus aufgewachsen und mir wurde auch vieles ermöglicht und leicht gemacht. Daher sind die Probleme, die zweifelsohne da waren überhaupt nicht aufgefallen. Auch die Grundschulzeugnisse waren nicht wirklich auffällig, außer dass in jedem stand, dass ich sehr sachorientiert arbeite und mit den Anderen gut klarkomme. Das ist ja dieses aufs-ziel-gerichtet sein bei der Erfüllung von Aufgaben, nur das Ziel, nicht den Weg wissen wollen und empathisch sind die meisten ADSler ja auch sehr stark. Aber so ein vermerk auf dem Zeugnis ist ja auch noch kein Grund jemanden zum Psychiater zu schicken.

    Es ist eben erst später aufgefallen mit der Veränderung des Umfeldes, der Schulsituation, des Leistungsdruckes, aber auch der Veränderungen im Körper während der Pubertät. Da ist das nach vorn getreten, was ich halt "seitdem" habe. Und da sich niemand in meinem Umfeld mit ADS auskannte, hatte auch niemand den Verdacht und entsprechend gab es keine Tests dazu.

  5. #5
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Hallo Raphael, ich bin zwar auch von der Hypie-Fraktion, aber habe in der Schule oberflächlich betrachtet, wie viele Mädchen und auch Hypos, erstmal gar keine Riesenprobleme gehabt. Vor allem war es ja eine Zeit mit geringerem Lebenstempo und nicht umsonst fällt erst heute mehr und mehr AD(H)S auf. Schnelllebigkeit und hohe Komplexität und hoher Druck sind Gift für unser Naturell und lassen unser ADHS bei immer mehr von uns krankheitswertig werden. Ich bin als Grundschulkind zu einer Dorfschule gegangen, wo nur die Dorfkinder hingingen, die alle in einen Raum passten. Das war Reizreduktion pur.

    Ich war trotzdem immer als Kind ein Wirbelwind daheim und habe gelabert ohne Ende und war den ganzen Tag, wenn es eben ging, überall im Dorf unterwegs, aber mein Vater war auch nicht anders, das störte keinen. Dass ich mir vor Nervosität die Haare ausriss und oft Angstanfälle vor Überreizung hatte, wurde als Macke und Albtraum gesehen. Im Großen und Ganzen klappte ja alles.

    Aber welche Kraft mich das kostete, das wusste keiner, ich ja auch nicht. Erst als in den folgenden Jahrzehnten die Kraft mehr und mehr nachließ und mehr und mehr Depressionen aufkamen, da zeigte dann auch die Rückschau, welche Tricks und Techniken ich hatte, um durch den Alltag zu kommen.

    Am Gymnasium z.B. habe ich nie verstanden, wie andere Schule und Chor und Instrumentlernen und soziale Kontakte nebeneinander hinbekamen. Bei mir verschwanden mehr und mehr Hobbys aus dem Alltag und ich dachte damals schon, dass mir eigentlich nach 3 Stunden Schule die Kraft ausging. Hausaufgaben habe ich immer weniger gemacht und immer wenn es am Ende des ersten Halbjahres blaue Briefe hagelte, habe ich mich danach hingesetzt und gelernt wie verrückt und bin dann versetzt worden. Aber dauerhaft ging das nicht. Nur mit dem Adrenalin der Angst, nicht versetzt zu werden.

    An der Uni war das ähnlich und ich habe Ewigkeiten gebraucht, auch wenn das Ergebnis sehr gut war. Im Beruf konnte ich mir dann nicht den benötigten hohen Adrenalinschub erhalten und auch nicht die vielen Stunden durchhalten und mehr und mehr Probleme kamen auf.

    Also, bei denen von uns, die in ruhigem Umfeld aufgewachsen sind zu einer Zeit, als alles gar nicht so ADHS-triggernd war, muss man schon genauer hinsehen. Oft lassen sich die Kindheitssymptome erst an der unendlichen Anstrengung der Tricks messen, die der Alltag auch schon damals erforderte.

    LG! Maggy

  6. #6
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Hallo Zork, unsere Beiträge haben sich ja nicht nur zeitlich überschnitten. Sehr interessant!

    LG! Maggy

  7. #7
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Hi Zork!
    Super, paß zu 95'% auf meine Biografie. Das hilft richtig weiter.

    Danke + viele Grüße!
    Raphael

  8. #8
    Neues Forum-Mitglied

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: Interessiert/Eigenverdacht auf ADHS / ADS
    Forum-Beiträge: 53

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Maggy schreibt:
    ... Dass ich mir vor Nervosität die Haare ausriss und oft Angstanfälle vor Überreizung hatte, wurde als Macke und Albtraum gesehen. Im Großen und Ganzen klappte ja alles.

    Aber welche Kraft mich das kostete, das wusste keiner, ich ja auch nicht.... Im Beruf konnte ich mir dann nicht den benötigten hohen Adrenalinschub erhalten und auch nicht die vielen Stunden durchhalten und mehr und mehr Probleme kamen auf. ...


    Oft lassen sich die Kindheitssymptome erst an der unendlichen Anstrengung der Tricks messen, die der Alltag auch schon damals erforderte.
    Hi Maggy!
    Kommt mir alles sehr bekannt vor.

    Aber lieber ich komm jetzt drauf und kann dran arbeiten, als niemals. Das war höchstwahrscheinlich bei meiner Mutter so, die ich posthum als klassische ADHSlerin mit Turbo-Hyper klassifizieren würde. (Inkl. Ausreißen nach Italien mit 13 Jahren, hyperklug, trotzdem nie Erfolge im Beruf, Schulabbrüche, keine abgeschlossene Ausbildung...) Sie hat die Diagnose nie erfahren, damals "gabs ADHS noch nicht".

  9. #9
    Forum-Mitglied (nicht vorgestellt)

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 41
    Forum-Beiträge: 202

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Maggy schreibt:
    Dass ich mir vor Nervosität die Haare ausriss und oft Angstanfälle vor Überreizung hatte, wurde als Macke und Albtraum gesehen.
    Hi Maggy,

    das kenne ich sehr gut. Schön zu lesen, dass man nicht alleine ist Ich hatte teilweise auch Angstanfälle, wenn ich mich nicht mehr bewegen konnte (also wenn z.B. jemand auf mir saß) und spezifische Ängste bzgl. Höhen (und das schon seit jüngster Kindheit). Heute weiß ich, dass in der Höhe der Wind laut pfeifft und die optischen Eindrücke mich einfach überwältigt haben. Und wenn man als Kind nicht mit einer Flut von Reizen umgehen kann oder diese einordnen, kann man nur panisch werden.

    Im übrigen glaube ich ja auch, dass die zwangsläufig-Angepassten von uns, die ihre Impulsivität unterdrücken mussten, um nicht weitere Sanktionen oder Ähnliches zu bekommen, auch eher zu ängstlichem Verhalten neigen, da weder Wut noch Impulsivität erwünscht ist und somit ein Dilemma entsteht, das die Seele dann anders zu lösen versucht.

    Liebe Grüße
    Geändert von Synapse (23.07.2012 um 20:02 Uhr) Grund: Nachtrag

  10. #10
    Kreativchaotin

    Bezug zu ADS / ADHS bei Erwachsenen: ADS / ADHS Diagnose als Erwachsene (r)
    Alter: 57
    Forum-Beiträge: 584

    AW: Diagnose als Erwachsener

    Ja, Ängste hatte ich auch viele. Höhenangst wie du und auch Panik, wenn mich einer festhielt oder in engen Räumen. Wenn wir uns von den ganzen Reizen bedroht fühlten, aber weder fliehen durften noch angreifen, dann kommt schon Angst auf, das finde ich klar.

    Was macht der Körper, wenn er nicht fliehen oder angreifen kann in einer Bedrohungssituation? Er stellt sich tot. Angstlähmung statt Antriebsproblem, das wäre auch mal ein paar Gedanken wert, denke ich.

    LG! Maggy

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